Geschichtliches zum Stadtteil Betzenhausen

Das Haus der Vereine

Ein Rückblick: das Haus der Vereine gab es Mitte der 1980-er Jahre nur für kurze Zeit in Betzenhausen; trotzdem war es etwas besonderes und wir wollen kurz an den kleinen Vorläufer des heutigen Bürgerhauses erinnern.

Vorausgegangen war ein langes Ringen zwischen der Stadt Freiburg und dem Bürgerverein, vertreten durch den damaligen Vorsitzenden Willy Kapp: dessen Anliegen war es, dem Vereinsleben in Betzenhausen eine Wirkungsstätte anzubieten. Im Krieg war Betzenhausen in hohem Maße zerstört worden; unter den zerstörten Gebäuden waren auch diejenigen, welche die Vereine gern für ihre Treffen nutzten. Und auch 40 Jahre nach dem Krieg war dafür noch kein richtiger Ersatz gefunden. Nach Ansicht des Bürgervereins mit ein Grund, warum sich das Vereinsleben nicht wieder in der Form entwickelt hatte, wie es vormals gewesen war.

Dann fand sich die Lösung durch ein Haus, das vorher von der Firma Pleuger als Büro- und Blumenhalle genutzt worden war (in der heutigen Ricarda-Huch-Strasse). Eigentlich war schon ein Abriß vorgesehen, zumal ja auch in der Umgebung schon Wohnbebauung geplant wurde. Nach diversen Gesprächen kam es zur Einigung mit der Stadt und der Stiftungsverwaltung als Inhaber des Grundstücks: mit wenig Aufwand für Umbauten klappte der Übergang aus der vorherigen Nutzung in ein relativ gemütliches Vereinsheim. Unter Regie der Stadt hatten sich verschiedene Vereine mit Eigenleistungen beteiligt; was auch die Miete für die Vereine in übersichtlicher Größe halten sollte.

Im April 1985 war es dann so weit: als kleine inoffizielle Eröffnung konnte der Bürgerverein erstmals seine Jahreshauptversammlung im Haus der Vereine abhalten (in den Jahren davor war man noch wenige Meter weiter in der früheren Vereinsgaststätte der Eintracht untergekommen). Die offizielle Einweihung folgte im Oktober mit vielen Ehrengästen: Oberbürgermeister Böhme, diverse Stadträte, die Leitungsebene mehrerer Ämter und auch Vertreter aus den Bürgervereinen unserer Nachbarstadtteile wollten mitfeiern. Es war das erste Bürgerhaus in Freiburg überhaupt und das allein war ja schon etwas Besonderes. Musiker der lokalen Band “Rainbow” sorgten für die Unterhaltung.

Etwa zeitgleich mit der Eröffnung gründete sich auch wieder ein Musikverein Betzenhausen, der hier zu proben begann (heute vor allem bekannt in Form der Orchestergemeinschaft). Auch zu dieser Wiedergründung hatte der Bürgerverein bzw. Willy Kapp den Anschub gegeben.

Natürlich traf sich hier der Vorstand des Bürgervereins in den Folgejahren zu seinen Sitzungen; auch für den Neujahrsempfang war ausreichend Platz. Aber in der Breite kam das Haus der Vereine dann wohl doch nicht so richtig zum Laufen, u.a. weil es in einem Wohngebiet stand, ein Teil des Hauses noch bewohnt war und damit einige Nutzungsmöglichkeiten wegfielen. Trotz der Eigenleistungen beim Umbau führten hohe Nebenkosten im Laufe der Zeit zu Fragen der Finanzierung. Die Kosten und deren Verteilung waren am Ende auch ein zentraler Punkt, warum die Anmietung der Räume nach 4 Jahren nicht mehr verlängert wurde. So gab es im März 1989 dort die letzte Jahreshauptversammlung des Bürgervereins und ein Nachfolger war ja auch schon in Sicht…

Nach Ende der Landesgartenschau, also ab 1987, wurde das heutige Bürgerhaus am Seepark für die weitere Nutzung hergerichtet, denn auf der Landesgartenschau war es “nur” eine Ausstellungshalle. Die weitere Nutzung bzw. der Umbau führten aber zunächst zu allerlei Diskussionen, insbesondere über die Aufteilung in unterschiedliche Raumgrößen. Man stimmte sich ab mit den Kollegen im Mooswald und fragte die beteiligten Vereine nach ihrem Bedarf (und das war vor allem der Wunsch nach kleinen Räumen für Treffen bzw. Proben statt nur einer grossen Halle). 1988 wurde der Umbau planmäßig abgeschlossen; im April 1989 folgte die offizielle Einweihungsfeier der Stadt Freiburg. So konnte das heutige Bürgerhaus am Seepark zur neuen Heimat z.B. für den Musikverein/die Orchestergemeinschaft werden.

Das Gebäude in der Ricarda-Huch-Straße stand nicht mehr lange: an gleicher Stelle sieht man heute Holzhäuser, errichtet von den ersten Baugruppen in Freiburg (also noch einmal etwas Neuartiges an diesem Ort).

Bilder: Harald Albiker

Aus der Geschichte Betzenhausens

Hintergrund

Zwischen Nov. 1976 und Aug. 1978 wurde viel über Ereignisse in der Geschichte von Betzenhausen zusammengetragen und in einer langen Beitragsserie im Bürgerblättle veröffentlicht (mit insgesamt 19 Fortsetzungen). Auch wenn diese Ausgaben selbst schon “lange her” sind: die Erkenntnisse zur Vorgeschichte von Betzenhausen bleiben doch bestehen.

Schon damals bedankte sich der Bürgerverein herzlich bei Frau Ingrid Pult für die Überlassung des Manuskriptes. Dieser Dank bezieht sich heute zusätzlich auch auf die Online-Version, die wir hier vorstellen.

Damit der wissenschaftliche Charakter der Arbeit nicht verloren ging, waren in den damaligen Bürgerblättle auch die relevanten Quellenangaben enthalten: darauf haben wir hier verzichtet um den Text möglichst leserlich zu halten (interessierte Leser mögen sich bitte beim Bürgerverein melden: wir haben alle Beiträge in unserem Archiv).


Inhaltsübersicht

Hier also eine Übersicht zum Inhalt (inkl. Link auf die zugehörigen Abschnitte):

I. Naturraum und Siedlungsbild (lesen…)

II. Herrschafts- und Besitzverhältnisse (lesen…)

  • Herrschaft
  • Besitzverhältnisse
  • Grenzstreitigkeiten

III Die Gemeinde und ihre Einrichtungen (lesen…)

  • Allgemeine Verwaltung
  • Gericht
  • Frondienste an die Ortsherrschaft
  • Armenhaus
  • Schule
  • Kirche
    • a) Kirchliches Leben
    • b) Zehnt
    • c) Das Bischofskreuz
  • Gasthäuser

IV. Bevölkerung (lesen…)

V Kriege und Unruhen (lesen …)

  • Kriegerische Zeiten
  • Unruhen – Der Bundschuh in Lehen

Vl. Wirtschaft (lesen…)

  • Landwirtschaft
  • Fortswirtschaft
  • Wasserwirtschaft

Online-Version

Der Online-Auftritt des Bürgervereins Betzenhausen-Bischofslinde wurde im Bürgerblättle 180 (Okt. 2006) erstmals vorgestellt. U.a. mit dem Hinweis, hier aktueller zu sein, als es mit einem Stadtteil-Magazin sein kann, das “nur” alle zwei Monate erscheint.

Aber auch die Komponente des Erhaltens wurde bei der Vorstellung des Web-Auftritts betont:  “Hier ist auch Platz für Dinge, die es wert sind, längerfristig in der Öffentlichkeit gehalten zu werden“. Für dieses Ziel sind die hier vorgestellten Unterlagen zur Geschichte von Betzenhausen aus den Jahren 1976 bis 1978 ein wunderbares Beispiel.

10 Jahre Jugendzentrum CHUMMY

Ein Fest zum Jubiläum hat Corona in diesen Jahr leider verhindert. Aber jetzt zum Jahresende haben die Chummy-Mitarbeiter:innen noch ein schönes Jubiläumsheft erstellt (weiter zum PDF-Download).

 

Seit in den 1960er Jahren der Stadtteil Bischofslinde gegründet wurde, gab es Bestrebungen aus der Bürgerschaft auch einen Treffpunkt für die Kinder und Jugendlichen zu gestalten. Zu Beginn wurden Jugendräume im Kellergeschoß des neugebauten Gemeindehauses von St. Albert angedacht. Mitte/Ende der 1970er Jahre gab es beim Bau der Matthäuskirche einen zweiten Anlauf, Räume für ein Jugendzentrum zu schaffen. Beide Vorhaben kamen zum damaligen Zeitpunkt jedoch leider nicht zustande.

So gab es vor etwa 20 Jahren, zum Zeitpunkt des ersten Freiburger Jugendrates, keine Einrichtung für die Jugend des Freiburger Stadtteils Betzenhausen-Bischofslinde. Sebastian Hammerich machte, als damaliger Jugendrat aus dem Stadtteil, gemeinsam mit der evangelischen Pfarrerin Frau Petzold auf den großen Bedarf für ein Jugendzentrum aufmerksam.

Daraufhin machte der Bürgerverein die Einrichtung eines Jugendtreffs zu seinem Thema: Mit Vertreter_Innen aller für dieses Vorhaben relevanten Institutionen im Stadtteil wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, um einen geeigneten Standort zu finden und eine Konzeption zu entwickeln. Ende der 1990er Jahre wurde schließlich ein eigener Trägerverein gegründet und mittels eines Wettbewerbes an der Anne-Frank-Grundschule der Name „Chummy“ gefunden.

Der „Trägerverein von Chummy Jugendzentrum in Betzenhausen-Bischofslinde e.V.“, unter seinem damaligen Vorsitzenden Thomas Hammerich, organisierte in angemieteten Räumen der katholischen Kirchengemeinde St. Albert und der evangelischen Matthäus-Gemeinde die ersten Anfänge einer nicht kirchlichen, nicht gebundenen Jugendarbeit im Stadtteil. Die angebotene Tanzgruppe und die Offenen Treffs fanden rasch regen Anklang unter der jungen Zielgruppe. Diese „Übergangsphase“ dauerte schlussendlich jedoch fast 10 Jahre.

Einweihung Chummy am 23.07.2010

Erst als der Ältestenrat der Matthäusgemeinde sich dafür entschied, die Kellerräume der Matthäuskirche langfristig an den Chummy-Trägerverein zu vermieten, konnte das Chummy im Jahr 2009 dort einziehen und die Räume im Juli 2010 offiziell eröffnen (siehe Bild).

Spätestens seitdem ist das Chummy Jugendzentrum offizieller Teil der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Freiburg und bietet Kindern und Jugendlichen, aus dem Stadtteil aber auch stadtweit, an fünf Tagen in der Woche eine Anlaufstelle und einen Treffpunkt.

Neben der Offenen Tür und geschlechterspezifischen Gruppenangeboten werden Tagesausflüge gemacht, Ferienbetreuungen angeboten und Ferienfreizeiten bzw. Hüttenwochenenden durchgeführt. Längst lässt sich nicht alles was bisher an Projekten und Aktionen durchgeführt wurde hier in Kürze wiedergeben. Wichtig ist jedoch:

Kindertreff kreativ

Bei alldem sollte und soll weder der Spaß noch die (informelle) Bildung zu kurz kommen! Genau das macht die Offene Kinder- und Jugendarbeit und mit ihr das Chummy zu etwas besonderem. Denn das Jugendhaus bietet eine Lern- und Erfahrungswelt, wie sie Kinder und Jugendliche heutzutage nur noch selten finden. Es gibt wenig vorgegebenen Inhalt, Regeln und Pflichten werden mit den Besucherinnen und Besuchern gemeinsam ausgearbeitet. So werden selbstbestimmte Möglichkeiten für die Persönlichkeitsentwicklung geschaffen.

Wer sich genauer über die pädagogische Arbeit und die dahinterstehenden Konzepte der Offenen Kinder- und Jugendarbeit informieren möchte, kann dies auf der Website der AG OKJA (Arbeitsgemeinschaft Offene Kinder- und Jugendarbeit Freiburg) www.okja-freiburg.de  oder der AGJF (Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Baden-Württemberg) www.agjf.de  tun.

Nicht zuletzt bedarf es für eine gelingende Jugendarbeit oftmals einer Kooperation mit anderen Vereinen und Institutionen aber auch einzelnen Mitbürgern (aus dem Stadtteil). Daher möchten wir uns an dieser Stelle bei all denen bedanken, die uns in den vergangenen 10 Jahren in unterschiedlichster Art und Weise unterstützt haben und hoffen auch in den nächsten 10 Jahren auf so viele tolle Menschen zu treffen.

Michael Muschiol (Chummy Hausleitung)

Beitrag im Bürgerblätte 263, Okt 2020


Mehr über die Arbeit im Jugendzentrum ist auf der Homepage des Chummy zu finden, siehe www.chummy-jugendzentrum.de; oder einfach mal vorbeischauen in der Sundgauallee 31.

Hier zwei kleine Erinnerungen an die Umbau-Maßnahmen im Jahr 2010:

Gestaltung Aussenbereich

Streichaktion Thekenbereich

 

 

 

 

 

 

 

Und hier noch Eindrücke von den Räumen im Innenbereich heute.

Billiard-Raum

Hauptraum mit Theke

 

40 Jahre Stadtteilbibliothek Mooswald

Seit 1. Febr. 1981 gibt es die Stadtteilbibliothek Mooswald, die leicht erreichbar in der benachbarten Wentzingerschule zu finden ist. Im Febr. 2021 gibt es also 40 Jahre zu feiern!

Historischer Bus als Fahrbibliothek (Archiv der Stadtbibliothek)

Davor gab es eine Fahrbibliothek mit Haltestelle an der Gerhart-Hauptmann-Schule (siehe Bild vom historischen Bücherbus).

Aus Anlaß des Jubiläums sind jetzt Menschen gesucht, die in diesen vier Jahrzehnten dabei waren: teilen Sie mit uns Ihr kuriosestes Erlebnis, Ihre netteste Begegnung, kleine Anekdoten …

  • Welche Lieblingsbücher hatten Sie früher?
  • Waren Sie als Kind schon in der Bibliothek?
  • Was hat Ihnen besonders gefallen?
  • Wer hat den ältesten Leseausweis?
  • Kennen Sie noch den Bücherbus oder haben Sie alte Fotos?

Zum Jubiläum im Februar 2021 möchten die Stadtteilbibliothek Mooswald eine kleine Broschüre herausgeben und Ihre Kommentare auf der Homepage veröffentlichen. Wenn Sie noch eine kleine Erinnerung an den Bücherbus oder die Stadtteilbibliothek früher und heute mitteilen möchten, melden Sie sich bitte bis zu den Weihnachtsferien.

Schreiben Sie uns ein paar Zeilen an stadtbibliothek-mooswald@stadt.freiburg.de oder rufen Sie an 0761/201-2280

Das Team der Stadtteilbibliothek Mooswald: Gerlinde Muckenhirn, Elke Gerdesmeier, Barbara Waller


Hintergrund: in unserem Stadtteil-Magazin Bürgerblättle berichten wir regelmäßig über Neuerungen in der Stadtteilbibliothek Mooswald, die leicht erreichbar in der benachbarten Wentzingerschulen zu finden ist. Hier eine allgemeine Vorstellung als Beitrag in Bürgerblättle 245 (Aug. 2017).

 

 

 

Das Bürgerblättle vor 40 Jahren (1980)

Vor 40 Jahren: das Bürgerblättle erschien in den ersten Jahren monatlich und hatte meistens 8 Seiten (siehe Details zur Geschichte des Bürgerblättle hier). Im Jahr 2020 haben wir dann in einer Serie 40 Jahre zurück geschaut, und die wichtigsten Themen des Jahres 1980 in Stichworten zusammengefasst (denn PDF gab es zu der Zeit ja wirklich noch nicht).

Ja, unser kleines Stadtteil-Magazin gibt es wirklich schon so lange. Um es exakt zu sagen: Januar 1976 gabe es die Erstausgabe.


Es gab also auch zwei Ausgaben an der Jahreswende 1979/1980.

Der Bürgerverein hatte einen langjährigen Vorsitzenden: er hieß Willy Kapp und war schon damals für die einleitenden Worte im Bürgerblättle verantwortlich. Seine zeitlosen Wünsche zum Jahreswechsel möchten wir direkt an unsere heutigen Leser weitergeben (siehe Abdruck der damaligen Titelseite). Spannend sind aber auch die weiteren Themen, die angesprochen wurden. Hier eine Auswahl:

Es gab kurzzeitig die Idee für einen Wochenmarkt im Stadtteil Bischofslinde. In der Ausgabe zuvor hatte es schon eine Umfrage im Bürgerblättle gegeben. Ergebnis: „Die Resonanz war sehr gering. Der Vorstand des Bürgervereins hat deshalb … beschlossen, das Projekt nicht weiter zu verfolgen“. Ein paar Monate später kam das Thema dann doch wieder auf und es wurde sogar ein Antrag bei der Stadt gestellt. Das fand aber dort erst recht keinen Gefallen, weil es ja auch in Weingarten nicht funktionieren würde…

Auch Gewann Obergrün war ein Thema: „Im Zusammenhang mit einer öffentlichen Fraktionssitzung der CDU… hatte auch der Bürgerverein … Gelegenheit, sich zu der Absicht zu äußern, inwieweit das Gewann Obergrün bebaut werden soll. Der Bürgerverein hat keine Einwendungen dagegen, daß das Obergrün nicht voll verbaut wird, damit auch ausreichende Grünflächen erhalten bleiben“. Kaum zu glauben, dass es
grad heute wieder aktuell ist.

Aus den Neujahrswünschen in der Ausgabe zum Januar 1980: „… den allumfassenden Frieden zu erstreben: diesen Frieden, der noch nie so notwendig war wie in dieser durch die heutigen Vernichtungswaffen gefährdeten Zeit. Wir müssen auch an die Zukunft der nach uns kommenden Generationen denken und ihnen einen lebenswerten Lebensraum überlassen.“ Den Worten von Herrn Kapp ist wohl kaum etwas hinzuzufügen.

Zum Abschluss aber doch noch etwa aus dem Humor-Kästchen. Überschrift „So etwas…“: „Vorhin hat ein Bettler bei uns geklingelt. Ich habe ihm einen Teller Suppe und eine Mark gegeben. – Hat er die Suppe gegessen? – Natürlich! – Dann hat er sich die Mark auch verdient!“


Themen der Ausgabe Febr. und März 1980

Schon zu diesem Zeitpunkt gab es erste Sitzungen zur Idee einer Landesgartenschau: „Die Chancen sind … günstig, daß Freiburg 1986 bzw. innerhalb des Zeitraums von 1986 bis 1990 von der Landesregierung den Zuschlag erhält“ – „Das Gelände der LGS soll als Gebrauchs- und Volkspark konzipiert werden und überwiegend der Erholung, des Sports und der Freizeitgestaltung des Bürgers dienen“.
Es folgte eine äußerst detaillierte Beschreibung von Ideen, die zum großen Teil später auch realisiert wurden. Und es hat auch geklappt mit dem Jahr 1986: die LGS wurde Grundlage für den Seepark, wie wir ihn heute kennen.

Die Padua-Allee war in Bau, aber eine Fußgängerunterführung an der Brücke über die Dreisam war anfangs nicht vorgesehen: „Der Bürgerverein setze sich für eine Fußgängerunterführung im Bereich Padua-Allee/Zinklern ein. Der Bauausschuß des Stadtrats stimmte diesem Wunsch zu, wie die Stadt mit Schreiben vom 4.12.79 mitteilte“. Ausdrückliches Ziel dahinter: „… dass die Padua-Allee Betzenhausen und das Gewann Zinklern nach Fertigstellung des Ausbaus nicht zu stark abtrennt.“

Mit Bezug auf das Gründungsdatum 20. April 1910 wurde an 70 Jahre Bürgerverein Betzenhausen Bischofslinde erinnert: „Im Stadtarchiv Freiburg befindet sich nämlich unter der Nummer C 4 VII/3412 die offizielle Mitteilung der Gründung als Lokalverein, wie der Bürgerverein ursprünglich hieß“. Es folgte der Text des Briefes, den man heute auch auf unserer Homepage nachlesen kann. Die 70 Jahre von damals erinnern auch daran, dass der Bürgerverein heute bei 110 Jahren angekommen ist.

Zum Abschluss wieder etwas aus dem damaligen Humor-Kästchen; Überschrift So etwas…: Was ist der Unterschied zwischen Geiz und Sparsamkeit? fragt der Sohn den Vater.„Wenn ich meinen Wintermantel schone, um ihn nächstes Jahr noch tragen zu können, dann bin ich sparsam, aber wenn ich deine Mutter bitte, ihren Wintermantel noch ein weiteres Jahr zu tragen, dann bin ich geizig.“


Themen der Ausgabe April und Mai 1980

Der Titel lässt es schon anklingen: im Zentrum der April Ausgabe stand ein Rückblick auf die Jahreshauptversammlung 1980 des Bürgervereins; damals abgehalten in der Gaststätte der „Eintracht“ (gibt es heute nicht mehr). Erwähnt wurde ein “zügig vorgetragener Rückblick” und (schon damals) ein “Vortrag zur Energieeinsparung”.

Dann im Mai ging es wieder um den Verkehr in der Dietenbachstrasse: Sperrschilder für Lkw und Omnibusse waren auf Drängen des Bürgervereins aufgestellt worden, aber das Fahrverbot wurde nicht ausreichend eingehalten. Zur Erinnerung: die Westrandstrasse war noch im Bau und die Dietenbachstr. fungierte als Durchgangs-Strasse (1970 wurden 4.700 Fahrzeuge am Tag gezählt, 1980 dann schon unglaubliche 12.300).

Dann direkt danach die zeitlose Überschrift Radfahren ist „in mit dem Hinweis: “Die Stadtverwaltung ist an die Bürgervereine herangetreten, Vorschläge zu machen, wo Radwege ausgebaut werden sollten”. Enttäuscht zeigte man sich aber an anderer Stelle darüber, dass es “bei den innerstädtischen Verkehrsstraßen keine Hinweisschilder auf Betzenhausen  gäbe”.

Mit den Ausgaben im Frühjahr 1980 begann eine Serie von Beiträgen zur Entwicklung der „Stadtbahn in den Westen“, die wir heute als Linie 1 kennen (eingeweiht 1983). Enthalten ist einiges, was heute skurril wirkt, insbesondere wenn es um die Querung des Bahnhofs geht: Favorit war für einige Zeit eine Lösung in Hochlage („Stelzenlösung“) über den Bahnhof und auch gleich über die Escholzstraße bis zur Fehrenbachallee. Dieses Vorhaben stieß aber im Stühlinger auf wenig Gegenliebe. So kam die Idee auf, den Bahnhof auf einer Länge von ca. 1 km zu untertunneln (von der Universitätskirche bis Escholzstrasse). Letztendlich waren es dann vor allem finanzielle Gründe, die zum Kompromiß in Form der heutigen Stadtbahnbrücke geführt haben (zum Glück möchte man sagen). Wer mehr wissen möchte: die Beitrags-Serie zur Stadtbahn in den Westen im Bürgerblättle 1980 ist zum Nachlesen hier abgelegt.


Themen der Ausgabe Juni bis Sept. 1980

Auf dem Titelbild der Juli Ausgabe findet man ein Bild von Störchen auf dem Turm der St. Thomas Kirche. Also absolut passend zu unserem heutigen Bericht an anderer Stelle. Bemerkenswert aber auch der Text dazu: „Nach vielen Jahren nisten wieder einmal Störche auf dem Betzenhauser Kirchturm. Hoffentlich fühlen sie sich auf dem Hock als „Ehrengäste“ und überstehen ihn, wie sie das Unwetter am 21. Juni überstanden haben.“ Gleichzeitig im Heft natürlich die Einladung zum jährlichen Hock, der von diversen Vereinen aus dem Stadtteil organisiert wurde (später auf dem Betzenhauser Torplatz).

In der Sept. Ausgabe dann der Bericht über den Hock, der gelungen und besonders gut besucht war, aber leider nicht mit bestem Wetter gesegnet. Ob die Störche es ertragen haben, ist leider nicht dokumentiert. Aber dass es überhaupt in diesem Jahr Störche gab, war Initial-Zündung für weitere Aktivitäten und letztendlich Basis für die erfolgreiche Rückkehr.

Auch bemerkenswert: der Sportpark Sonnland erhielt in diesem Jahr 1980 erstmalig einen Sonderpreis beim Landeswettbewerb „Vorbildliche Campingplätze in der Landschaft“.

Hinweis: diese Zusammenfassung haben wir in Ausgabe 262 von Aug./Sept. 2020 gedruckt und passende dazu ein Titelbild mit St. Thomas Turm erstellt, das aus der gleichen Position wir vor 40 aufgenommen wurde.


Themen der Ausgabe Okt. bis Dez. 1980

Ein letztes Mal schauen wir zurück.

Zentrales Thema im Okt. 1980 waren aufkommende Zweifel, ob die Westrandstrasse wirklich fertiggestellt wird (z.B. fehlte überhaupt noch die Anbindung an den Zubringer). Es gab Kompetenzstreitigkeiten zur weiteren Finanzierung und die Bedenken beim waren so stark, dass man sich zusammen mit anderen Bürgervereinen aus dem Westen über eine Resolution an die zuständigen Stellen wandte, um dem Weiterbau Nachdruck zu verleihen (Landesministerium Verkehr, Regierungspräsidium und Stadt Freiburg).

Parallel wurde endlich die Sperrung der Dietenbachstrasse für LKWs von der Stadt bestätigt. Dafür hatte sich der Bürgerverein längere Zeit eingesetzt. Man erinnere sich: diese schmale Strasse wurde genutzt, um über die Dreisam zu kommen (und das waren dann teilweise über 12.000 Kfz am Tag).

Berichtet wurde auch vom Fortschritt bei Renovierungsarbeiten in der St. Thomas Kirche, wobei u.a. Verzierungen aus der Barockzeit freigelegt wurden. Die Orgel wurde abgebaut und in die Werkstatt eines Orgelbaumeisters gebracht.

Im November berichtete die SV Eintracht von der Übergabe des neuen Hartplatzes in der Tränkestrasse an den Verein (heute gibt es den Platz ja nicht mehr). Gleichzeitig wurde der Rasenplatz an der Gaskugel in das Rekultivierungsprogramm 1981 aufgenommen. Mit Dank wurde registriert, dass die Stadt “ein offenes Ohr für die Probleme des Vereins” zeigte.

Das Titelbild der Dez. Ausgabe des Bürgerblättle zierte “Der neue Barockaltar aus der St. Thomas-Kirche” als ein “künstlerisches Kleinod Betzenhausens”: das ist glücklicherweise auch heute noch so.

 

Historische Schätze im Keller?

Wir haben wir ein Projekt vor Augen, für das weitere historische Fotos von Betzenhausen hilfreich wäre. Für dieses Projekt sind es insbesondere Bilder/Fotos von Alt-Betzenhausen und die Zeit vor der Sundgauallee. Deshalb heute unsere Bitte, falls sie noch solche historischen Schätze besitzen: melden Sie sich einfach bei uns!

Natürlich sind uns auch sonstige Unterlagen zum gesamten Stadtteil (Bilder, Berichte, Zeitungsausschnitte…) jederzeit willkommen.

Beate Diezemann (E-Mail bvbb-fr@web.de).


Dazu passend ein Beitrag aus Bürgerblättle 263, Okt./Nov. 2020 (Dr. Heike Piehler) zur Rettung von Kulturdenkmalen


Die Arbeitsgemeinschaft Freiburger Stadtbild e.V. hat eine Initiative gestartet, um gemeinsam mit den Bürgervereinen Gebäude und städtebauliche Situationen in den Stadtteilen zu identifizieren, die als besonders schützenswert angesehen werden. „Rettung von Kulturdenkmalen“ heißt das nach allen Seiten vernetzte Projekt, das auch die Zusammenarbeit zwischen Organisationen, Einzelpersonen, dem Verein, der Stadt und dem Denkmalschutz voranbringen möchte.

In der Vergangenheit gelang es dem 1967 gegründeten Verein bereits, zahlreiche Gebäude in Freiburg vor dem Abriss zu bewahren und die Verantwortlichen ebenso wie die Bürger*innen für diese Problematik zu sensibilisieren. Es geht darum, historische und kulturell bedeutsame Orte zu erhalten, die eine besondere Atmosphäre ausstrahlen und den städtebaulichen Charakter eines Stadtteils prägen. Das können Baudenkmäler sein, aber auch Bauten, die nicht unter den Denkmalschutz fallen, Grünanlagen oder Plätze, die den großen Modernisierungsmaßnahmen der letzten Jahrzehnte trotzen konnten. Für die Bürger*innen sind solche Orte identitätsstiftend, und sie werden immer rarer.

Projektleiter Joachim Scheck baut systematisch eine Datenbank auf, die Informationen über potenziell gefährdete Gebäude bündelt. Auch in der Vergangenheit abgebrochene Objekte werden darin erfasst. „Wir wollen nicht erst recherchieren, wenn es schon zu spät und der Abriss schon beschlossen ist, sondern schon im Vorfeld“, erläutert er. „Zusammen mit den Bürgervereinen wollen wir frühzeitig Wissen vermitteln.“ Dank Zuschüssen der Paul-Mathis-Stiftung konnte für zwei Jahre eine Mitarbeiterstelle für die Datenerfassung eingerichtet werden. Mit im Boot ist die Stadt, die die ARGE bei ihrer Arbeit mit Plänen und sonstigen Materialien im Bereich möglicher städtebaulicher Erhaltungssatzungen unterstützt. Im Gegenzug stellt die ARGE der Stadt die Ergebnisse ihrer Recherchen für die weitere Diskussion und rechtliche Umsetzung zur Verfügung. Auch das Stadtarchiv und das Vermessungsamt unterstützen die Arbeit.

Abbildungen: Blick in die Sundgauallee, 1929 (aus Sammlung Hans-Jürgen Oehler) und heute (von Joachim Scheck)

So können Sie mitmachen: Welche Orte machen den Charme von Betzenhausen-Bischofslinde aus? Bürger*innen können Vorschläge für besonders schützenswerte Gebäude und das Stadtbild prägende Orte einreichen, gern zusammen mit näheren Informationen, falls vorhanden:

ARGE Freiburger Stadtbild e.V., Stichwort „Rettung von Kulturdenkmalen“, Lugostraße 5, 79100 Freiburg
Ansprechpartner bei Rückfragen: Joachim Scheck, scheck@arge-stadtbild.de, Tel. 0179 / 649 4116, www.arge-stadtbild.de


Passend dazu: im Rahmen der 900 Jahr Feier von Freiburg gibt es ab. 23. Sept.  2020 etwa einmal monatlich eine Bildershow zu “Verschwundenes Freiburg” im Schwarzen Kloster, VHS Theatersaal (siehe Terminübersicht  auf 2020.freiburg.de – Anmeldung erforderlich).


 

10 Jahre Bauernhoftiere für Stadtkinder

Im Mai 2020 gibt es Bauernhoftiere für Stadtkinder e.V. seit genau zehn Jahren!

Hier der Beitrag aus Bürgerblättle 261 Ausgabe April / Mail 2020.


Seit 2010 bieten wir qualifizierte tiergestützte Pädagogik und Naturpädagogik für Kinder an, haben viele Kooperationen mit Schulen und Kitas durchgeführt, Kindergruppen angeboten, unzählige Kontakte geknüpft. Vor allem haben wir viele, viele Kinderaugen durch Tierkontakt, Naturerlebnis und die Erfahrung der „Selbstwirksamkeit“ zum Leuchten gebracht und ihre Herzen höher schlagen lassen.

Seit zehn Jahren kämpfen wir unermüdlich für die ökologische Aufwertung und die langfristige Erhaltung des Gewann Obergrüns als Naherholungsgebiet und Naturerlebnisraum, schreiben Briefe, Berichte, Artikel, setzen uns mit Stadtverwaltung und Gemeinderat auseinander.

Begonnen hatte es 2010 alles mit den Ziegen Tiffi und Lorenz und vier zahmen Hühnern. Inzwischen leben sage und schreibe 28 Bauernhoftiere im Gewann Obergrün. Zu den Ziegen kamen 2011 vier Schafe hinzu, inzwischen sind es acht (Molly, Wanda, Susa, Lotte, Lullu, Katja-Vanille, Bella und Pünktchen). Wir begannen einzelne Flurstücke in der verbrachten Wiesenlandschaft zu pachten und diese mit den Ziegen und Schafen zu beweiden. Im Jahre 2012 kam der erste Esel Otto dazu. Bald darauf der zweite, der Esel Jakob.

Wir begannen, mit Unterstützung der Familie Pleuger, unsere Landschaftspflege auf die Wiesen- und Weideflächen Richtung Sonnland auszuweiten. Im Jahre 2013 haben wir dort gemeinsam zum ersten Mal selbst Heu gewonnen. Was für ein Erlebnis für Groß und Klein! Seitdem heuen wir regelmäßig selbst und produzieren wertvolles Futter auf den wertvollen Wiesen direkt vor Ort. Apropos Erlebnis: 2012 wurde der GEO-Tag der Artenvielfalt unter Leitung der Ökostation im Gewann Obergrün durchgeführt. Das hatte der Stadtverwaltung gar nicht gefallen, war doch damals der Tenor aus dem Rathaus, das Obergrün sei keine ökologisch wertvolle Fläche. So war dies bis heute auch der erste und einzige Geo-Tag, an dem kein Freiburger Bürgermeister ein Grußwort sprach. Das machte uns aber nichts. Viele große und kleine Forscher hatten innerhalb weniger Stunden über 600 Tier- und Pflanzenarten gefunden, trotz windigem Wetter. Heute ist die ökologische Wertigkeit der Fläche im Rathaus bekannt. Es gibt hier wertvolle Magere Flachlandmähwiesen, strukturreiche Weiden, Wäldchen, zahllose Insekten, Zauneidechsen und viele Vogelarten. 2019 brütete sogar der Neuntöter hier. Wir haben inzwischen einen Großteil der Flächen gepachtet, werten diese in aufwendiger Wechselweide ökologisch auf und stehen in konstruktivem Austausch mit der Stadtverwaltung.

Doch zurück zu den Tieren: 2014 wurden die Schweine Nelly und Franz angeschafft, 2015 die Kühe, damals Konrad, Rita und Fridolin. Heute sind noch Rita und Adelheid da. Seit 2016 gibt es wieder Pferde und Ponys im Gewann Obergrün, wie schon früher, als die Familie Pleuger auf den Wiesen ihre Trakehner-Pferde weiden ließ. Es war uns immer wichtig, an Vorhandenes anzuknüpfen. Unsere Großpferde Nando (Freiberger) und Nero (Appaloosa) weiden mit den Shettys Rasputin und Fedor.

Es gab immer auch Wechsel und Abschiede. Vor allem bei den Hühnern und bei den Kaninchen gibt es naturgemäß immer wieder Verluste und Neubeginne. Aktuell lebt bei uns das Deutsche Riesen-Kaninchen Kurt mit dem Widder-Zwergkaninchen Pumpernickel. Unsere Hennen heißen Schneewittchen, Frau Holle, Lovis, Olga und Uschi und werden von dem verschmusten Zwerghahn Gustav begleitet. Er liebt es, von Kinderhänden vorsichtig gestreichelt zu werden.

Es ist so viel geschehen in den vergangenen zehn Jahren, es lässt sich nicht alles niederschreiben. Positives wie Negatives, es gab ruhige und sehr aufregende Jahre. Vor allem die Bautätigkeiten haben uns stets umtrieben und werden dies wohl auch zukünftig. Davon lassen wir uns jedoch nicht unterkriegen. Wir betreiben den Verein hauptsächlich ehrenamtlich neben unseren Berufen und unseren Familien, es ist tatsächlich viel Arbeit. Wir sind aber glücklich und dankbar, in unserem geliebten Stadtteil die Möglichkeit zu haben, in Zeiten von Naturentfremdung und Artensterben tätig sein zu können und etwas an die Gesellschaft und die Natur zurückgeben zu können.

Es lässt sich abschließend sagen, dass unser Verein ebenso wächst und gedeiht wie unser Tierbestand. An dieser Stelle wollen wir uns ganz, ganz herzlich bei unseren Mitgliedern und Mitbürgern bedanken, die uns in der Vergangenheit durch ihre Mitgliedsbeiträge, Geld- oder Sachspenden, Mithilfe bei der Tierversorgung oder Aktionstagen, netten Zaungespräche und positiven Worte unterstützt haben! Ohne Sie und Euch wäre uns dies alles nicht möglich gewesen! Danke! Wir freuen uns auf die nächsten zehn Jahre mit Ihnen und Euch!

Cora Geigenbauer und Kerstin Geigenbauer

30 Jahre Japanische Garten

Der Japanische Garten am Seepark ist ein Geschenk der Partnerstadt Matsuyama an die Freiburger Bevölkerung. Er wurde geplant vom japanischen Gartenarchitekten Yoshinori Tokumoto, der ab Herbst 1989 mit drei japanischen Gärtnern an dem Garten arbeitete. Von Freiburger Seite halfen damals bis zu zehn Gärtner, die bei der Gelegenheit die spezielle Technik der Garten-Pflege erlernten (z.B. Schneiden, Schienen und Binden der Gehölze). Der Garten hat eine Größe von 3.500 m² und wurde am  05. Mai 1990 feierlich eröffnet (also haben wir jetzt einen runden Geburtstag).

Zum Hintergrund: Matsuyama ist seit Oktober 1988 Partnerstadt von Freiburg. Eine Stadt im Süden Japans, mit einer halben Millionen Einwohnern, touristisch attraktiv wie Freiburg: vielleicht sogar die Wiege der Japanischen Bade-Kultur. Mit dieser Partnerschaft entstanden regelmäßige Austauschprojekte zwischen beiden Städten: Bürgerreisen ca. alle zwei Jahre, gemeinsame Musik-Veranstaltungen, Schüleraustausch (etwa beim Goethegymnasium) und auch der SC Freiburg hat einen Freundschaftsvertrag mit dem FC Ehime dort. Und auch in Fragen des Umweltschutzes ist man in fruchtbarem Austausch, denn Matsuyama soll nach der Katastrophe von Fukushima als Modellstadt für erneuerbare Energien und Umweltschutz werden. Und noch eine Gemeinsamkeit: in Matsuyama gibt es den  Freiburger-Garten mit einer Element, das an die Spitze vom Freiburger Münster erinnern soll (ein Geschenk aus Freiburg).

Japanische Gärten können sehr unterschiedlich sein und Regionen Japans haben sogar eigene Stile: naheliegend, dass der Garten in Freiburg stark dem Matsuyama-Stil entspricht. Typisch für einen Japanischen Garten ist, dass Szenen einer Landschaft zusammengefasst werden auf kleiner Fläche. In Freiburg ist es ein Wasserlauf, der von der Quelle in den Bergen über einen Wasserfall und Fluss zum Meer fliest (hier Flückigersee). Alles genauestens geplant: nichts überlässt der Architekt dem Zufall. Ein Japanische Garten lebt von den Formen der Steine, der Pflanzen, den Wasserstrukturen, aber auch von der Ruhe und Beschaulichkeit als wesentliches Element.

Auf uns wirkt diese Garten-Kultur manchmal wie eine zu groß geratene “Bonsai-Landschaft”: ist doch diese Art des Schneidens von Bäumen der europäischer Garten-Welt eher fremd. Aber gerade diese Fremdartigkeit läd auch wieder ein zu Besinnlichkeit und stiller Meditation (gut dass es einen aufregenden Kinder-Spielplatz schon einige Hundert Meter weiter gibt).

Sicher ist die Pflege dieses Gartens teurer als die einer normalen Gartenanlage, aber im Sinne der Partnerschaft mit Matsuyama wird es hoffentlich weiter gelingen, das Geschenk gut zu behandeln. An dieser Stelle herzlichen Dank an die Mitarbeiter des GuT, die mit Engagement versuchen, die Ideen des Gartens wach zu halten. Wahrscheinlich ist es der am besten gepflegte städtische Park in Freiburg. Aber leider gab es auch immer wieder Vandalismus: die BZ berichtete schon vor Jahren darüber, auch wir haben im letzten Jahr zu mehr Achtsamkeit aufgerufen im Bürgerblättle. Und leider plätscherte auch das Wasser in den vergangenen Jahren nicht immer über die Granitblöcke: für die Sommersaison wird regelmäßig ein Sponsor gesucht, der die Kosten z.B. für die Umwälzpumpe trägt.

Herr Tokumoto (er ist inzwischen verstorben) kam anfangs einige Male zurück nach Freiburg, um sein Kunstwerk wieder zu sehen und dann und wann auch wieder Rat zu erteilen, wie und wann Bäume oder Sträucher zu schneiden sind. Gelegentlich waren auch Freiburger Baumschulgärtner in Japan, um in sich in der Kunst weiter zu bilden und Anregungen mitzunehmen.

Die „Deutsch-Japanische Gesellschaft Freiburg Matsuyama e. V.“ feiert jährlich im Mai ihr Frühlingsfest „Kodomonohi“ am Garten bzw. im Bürgerhaus. Vorführungen, Ausstellungen und Workshops bieten Gelegenheit, Einblick in die japanische Kultur zu nehmen. In diesem Jahr soll das Fest am 3. Mai stattfinden; für mehr Infos siehe: www.djg-freiburg.de.

Schon gewusst? Im Japanischen Garten wurde vor wenigen Jahren einen Bank aus Bambusholz aufgestellt, die in Matsuyama gefertigt worden war. Und auch weitere Partnerstädte sind mit Bänken in ihren jeweils eigenen Stil vertreten (Besançon, Guildford, Innsbruck): diese Bänke stehen vor dem Eingang zum Bürgerhaus.

Haben Sie vielleicht Lust auf eine 360 Grad Aufnahme vom Japanischen Garten im Seepark? (aber auch das kann einen eigenen Besuch nicht ersetzen…).

Nebenbei: einen schönen Japanischen Garten gibt es übrigens auch in Bonndorf.

 

 

 

Bomben auf Freiburg und Betzenhausen (Nov. 1944)

Dieses traurige Ereignis jährt sich im Jahre 2019 zum 75-ten mal. Wir wollen deshalb kurz zurückblicken.

Am 27. November 1944 wurde die Freiburger Innenstadt in einem Bombardement von 20 Minuten durch die Royal Air Force weitestgehend zerstört. Ca. 2.800 Menschen kamen nach heutiger Kenntnis zu Tode; fast 10.000 wurden verletzt und jede dritte Familie in Freiburg verlor ihre Wohnung.


Operation Tigerfish

Der Angriff liefert unter dem Namen “Operation Tigerfish”, dauerte knapp 23 Minuten und begann kurz vor 20:00 Uhr. Es wurde im ganzen Stadtgebiet etwas 3.000 Sprengbomben und 50.000 Stabbrandbomben abgeworfen (siehe auch ausführliche Darstellung mit vielen Quellen bei Tigerfish in Wikipedia).

Viele Bomben fielen auch auf Betzenhausen, das in der Anflugschneise der Flieger lag. Es gab vermutlich 89 Todesopfer, meist Kinder, Frauen und Alte. Keine Wohnung im Stadtteil war ohne Schaden, etwa die Hälfte des Wohnraums wurde vernichtet, gegen die Brandbomben scheiterten die Löschversuche. Schon kurz nach dem Angriff musste ein grosser Teil der Einwohner Betzenhausen verlassen. Wie es wohl ausgesehen hat in Betzenhausen, zeigt z.B. das Titelbild des Bürgerblättle 181 mit einer Aufnahme aus der Dietenbachstrasse.

In einem Gemeinschaftsprojekt mit der Wentzinger Realschule hat der Kultur- und Geschichtskreis Betzenhausen im Jahr 2004 dieses für Betzenhausen so schreckliche Ereignis aufgearbeitet und die Ergebnisse in einem Buch veröffentlicht.

Titel: ” Zivilbevölkerung im Bombenkrieg – Die Zerstörung Betzenhausens am 27.11.1944″. Weitere Infos gibt es beim Kultur- und Geschichtskreis (siehe www.kuge-freiburg.de).


Der Freiburger Trümmerexpress

Als Folge dieses Bombenangriffs und kleinerer weiterer Angriffe lag Freiburg in Trümmern, die nach dem Ende des Krieges beseitigt werden mussten. Für den Abtransport aus der Innenstadt wurde von 1947 bis 1949 sogar eine eigene Bahnstrecke betrieben, der sog. “Tümmerexpress”. Sie führte nach Betzenhausen zum früheren Baggersee, der seit Anfang der 1920-Jahre südöstlich vom heutigen Flückingersee betrieben wurde: also etwa dort, wo heute der Rosengarten bzw. Grenzstrasse liegen. Letztendlich wurde dieser See durch die Trümmer wieder aufgefüllt. Dieses Kapitel der Freiburger Geschichte hat eine Arbeitsgruppe am Friedrich-Gymnasium im Jahr 2016 in einer beeindruckenden Dokumentation aufgearbeitet (inkl. Film von ca. 14 min Länge). Viele Infos zur Trümmerbahn gibt es auch wieder Wikipedia .


 Gedenkstätte

Mitte der 1950-Jahre kam der Wunsch auf, für die Toten und Vermissten des Weltkriegs (und der Kriege davor) auch in Betzenhausen eine Gedankstätte zu errichten. So entstand die Gedenkstätte auf dem Friedhof der St. Thomas Kirche. Seither legt der Bürgerverein dort – in Vertretung der Vereine des Stadtteils – am 1. November jedes Jahres einen Kranz nieder.


Gedenktag 27. November 2019

Am 27. November 2019 beging die Stadt Freiburg diesen Gedenktag mit einer besonderen Klanginstallation, die mehrmals am Tag auf dem Münsterplatz zu hören ist. Das Musikstück der Hochschule für Musik Freiburg wurde eigens für diesen Anlass komponiert. Die Klanginstallation soll eine zweifache Botschaft zum Ausdruck bringen: erinnerndes Gedenken und Friedensappell.

Vor 19:00 bis 20:10 Uhr erinnert ein Gedenk-Läuten am Freiburg Münster und anderer Kirchen an das Bombardement. Um 20:00 Uhr begann im Freiburger Münster ein Ökomenischer Gottesdienst mit Redebeiträgen. Im Anschluss gegen 21:15 Auszug der Teilnehmenden mit Kerzen und stillem Gedenken.

Im Fritz-Hüttinger-Haus im Stadtteil Mooswald wurde aus diesem Anlass das Hörstück “Tigerfish und Schangele. Vom Keller aus die Sterne sehen” aufgeführt (18:00 bis 19:00 Uhr). Das Hörstück des gebürtigen Freiburgers Betram Denzel ist eine Nacherzählung des Zweiten Weltkriegs aus der Sicht von Schangele, die als Vierjährige die Bombennacht in der Freiburger Mooswaldsiedlung erlebt hat. Und aus der Sicht von Dr. Peter Saundby, damals acht Jahre alt: sein Vater ist Sir Robert HMS Saundby, Air Marshal bei der RoyalAir Force und „Erfinder“ der sogenannten Fishcodes für Angriffsziele in Deutschland (Freiburg =Tigerfish).

 

 

 

 

 

Seepark und Flückiger See

Der Seepark mit dem Flückiger See im Zentrum entstand zur Landesgartenschau 1986: ein Naherholungsgebiet von ca. 35 Hektar mitten in Freiburg. Man findet dort vielfältige Freitzeitmöglichkeiten aber auch ruhige Orte (wie z.B. den Japanischen Garten). Einmal im Jahr veranstaltet die Stadt Freiburg zusammen mit dem Bürgerverein Mooswald das große Seefest mit großem Feuerwerk (jeweils an einem Wochende Anfang August).


Geschichte und Entstehung

Seit den frühen frühen 1920-er Jahren förderte man an dieser Stelle Sand und Kies.  Allerdings wurde anfangs nicht am heutigen Standort gearbeitet, sondern weiter südöstlich: etwa dort, wo heute der Rosengarten liegt bzw. benachbare Strassen. Durch diese erste Phase der Förderung war schon ein See entstanden: dort wurden nach dem zweiten Weltkrieg viele Trümmerteile der Freiburger Innenstadt abgeladen.  Für den Transport der Trümmer wurde von 1947 bis 1949 wurde sogar eine Bahnstrecke betrieben, der sog. “Tümmerexpress“. Letztendlich wurde dadurch der erste See wieder aufgeschüttet.

Diese Altlasten (inklusive von Brandbomben) führte vermutlich später zu starken Phospat-Belastungen im See, die zunächst nicht erklärt werden konnten (und u.a. zum Bürgerprojekt Flückigersee führten).

Nach dem Krieg wurde aber auch die Förderung von Kies und Sand wieder aufgenommen, und zwar an der heute bekannten Stelle: ein Foto von den Arbeiten im Jahr 1951 ist z.B. zu sehen bei den Freiburger Erinnerungen von Hanspeter Schlatterer im Stadtkurier. Betreiber war jetzt die Firma Flückiger, die damit auch Namensgeber wurde (links ein Bild von 1983).

Im Nachhinein etwas überraschend, aber bereits Ende der 1960-er Jahre gab es am südöstlichen Ufer ein Freibad mit Zugang zum See. Trotz Baggerarbeiten wurde der See also schon recht früh zur Freizeitgestaltung genutzt: sehr schön zu sehen am Beginn eines Rundflug über Freiburg im Jahr 1970 (siehe SWR Video).  Leider wurde dieses Freibad 2003 aus Kostengründen geschlossen (Wiedereröffnung Aussenbecken Westbad scheint aber 2019 nur noch eine Frage der Zeit).

Ende der 1970-er Jahren hatte die Besiedlung des Gebietes bereits so zugenommen, dass ein weiterer Kiesabbau kaum noch sinnvoll erschien. So entstanden Pläne für eine Hilton-Hotel: der Bürgerverein war wenig begeistert von diesen Aussichten.

Erst danach entstanden Ideen, das Gelände (eigentlich eine Industriebrache) in einen Park für die westlichen Stadtteile zu verwandeln. Erste Überlegungen sind schon im Bürgerblättle von 1980 beschrieben. Die Stadt lobte im Jahr 1983 einen Architektenwettbewerb aus: es war die Grundlage der Landesgartenschau 1986 und Basis für das Freizeitgelände der heutigen Form. Bei diesem Projekt wurde die Form des Sees teilweise sogar verändert und insbesondere auch das vorher steile Ufer abgeflacht.

Durch Ausrichtung LGS 1986 entwickelte sich also eine See- und Parklandschaft, die für viele Freiburger/innen nicht mehr wegzudenken ist.


Rückblick auf die Landesgartenschau 1986

Ministerpräsident und Schirmherr Lothar Späth eröffnete die Landesgartenschau am 18. April 1986.  Sie dauerte bis zum 12. Oktober und hatte dann über zwei Millionen Besucherinnen und Besucher. Sie zählt damit bis heute zu den erfolgreichsten Landesgartenschauen in Baden-Württemberg. Hier Bilder im Archiv der Badischen Zeitung.

Die Eröffnung fand bei schlechtem Wetter statt, alles Wachstum war im Rückstand und man wartete sehnlichst auf Sonnenschein und Wärme. Dann – keine zwei Wochen später – ereignete sich die Tschernobyl-Katastrophe – und alles schien zu erstarren! Doch das ganz alltägliche Leben auf der Landesgartenschau ging weiter; trotz all der niederschmetternden Berichte aus und über Tschernobyl, strömten die Menschen.

Es war eines der ersten Ausstellungen, bei der das Thema Ökologie zentrale Bedeutung hatte in der Gestaltung und bei Veranstaltungen. Daraus entstand auch die Idee zur Ökostation, wie wir sie heute kennen.

Auch Kunst spielt eine wichtige Rolle: zeitlich begrenzte Beiträge waren nur während der Gartenschau zu sehen. Anderes blieb: z.B. das Bürgerhaus und Seetribüne, Seeparkturm, Forsthaus, Tempelchen, Pontonbrücke.. (siehe auch nachfolgende Abschnitte). Installiert wurden zur Landesgartenschau auch diverse Kunstwerke, z.B. die imposanten Holz-Installationen auf dem Betzenhauser Torplatz.

Ein Anekdote aus dieser Zeit: auf den See schwam zur Landesgartenschau auch eine Art Arche in Form eines Rheinkahns mit rot-weißen Wellblechhaus. Die Arche versank während eines Sturms kurz nach Ende der Gartenschau. Sie ist liegt noch heute in den Tiefen des Sees und wird noch gern von Tauchern besucht (siehe Video über einen Tauchgang).

Noch ein paar Fakten: 35.000 m² Gesamtfläche, davon 9.800 m² Wasseroberfläche. Gepflanzt wurden 3.200 Bäume und über 500.000 Blumen.

Im Jahr 2016 (also 30 Jahre nach der Ausstellung) ist es der Redaktion des Bürgerblättle gelungen, Dr. Rolf Böhme als damaligem Oberbürgermeister, Bernhard Utz, seinerzeit Gartenamtsdirekter und Techn. Geschäftsführer, sowie Bernd Dallmann als damaligem Direktor der LGS, zu einem Kurzinterview für einen Rückblick zu gewinnen (siehe Bürgerblättle 238, Juni 2016 bzw. Beitrag hier).


Sehenswert im Seepark

Bürgerhaus

Das heutige Bürgerhaus war zur Landesgartenschau zum großen Teil eine Blumenhalle bzw. genutzt als zentrale Infostelle. Es wird heute vielfälltig genutzt für gesellschaftliche und kulturelle Veranstaltungen (z.B. Neujahrsempfang, Gesundheitstage, Varieté, Hobbybasar…). Hier hatten auch Veranstaltungen ihren Ursprung, die später wegen ihres Erfolges umziehen mussten wie z.B. die Mundologia und die Internationale Kulturbörse Freiburg (IKF).

Seebühne

Vom Bürgerhaus in Richtung See sieht man sofort die Seebühne, eine Freilichtbühne: mehrmals im Jahr gibt es dort kostenlose “Konzerte im Freien“, bei denen sich Freiburger Orchester präsentieren (Sonntags nachmittag in den Sommer-Monaten). Aber auch Hobbymusikern sind bei schönem Wetter immer wieder zu sehen.

Tempelchen

Das Tempelchen bietet eine schönen Blick auf den See bzw. das Ufer zur Seebühne. Vor einigen Jahren war das Tempelchen dann ziemlich vermalt, verkritzelt und zugemüllt: deshalb initiierte der Bürgerverein 2014 eine Aktion zur Säuberung und Entfernung von Graffiti.

Forsthaus

Hierbei handelt es sich um eine spektakuläre, öffentlich zugängliche Konstruktion aus Douglasien-Holz am Ufer des Flückiger Sees. Das Forsthaus trug auch den Titel ,,Der liegende Turm” und wurde explizit geplant “ohne besondere Nutzung”. Von hier hat man einen wunderbaren Blick auf den See, die gegenüberliegende Anhöhe mit dem Seeparkturm und den Stadtteil Mooswald dahinter.

Pontonbrücke

Über diese Brücke “muß” man einfache gehen; möglichst bei jedem Spaziergang. Die Brücke schwimmt mit Hilfe von Plastikelemente und ist über Seile so auf dem Boden des Sees geankert, dass sich ein Rundung ergibt. Zusammen mit Seerosen haben in dieser Ecke des Sees inzwischen viele Seeschildkröten Ihre Heimat gefunden: anfangs wohl ausgesetzt von Privat-Personen.

Fliesen-Sonnenuhr

Wenn man “ausnahmsweise” mal nicht den Weg über die Pontonbrücke nimmt, sondern am Ufer vor dem Westbad schlendert, dann findet man vielleicht eine wunderschöne Sonnenuhr: ein Geschenk der Partnerstadt Besançon, dem Zentrum der französichen Uhren-Industrie. Folglich sind dort auch historische Gebäude aus Besançon abgebildet. Um die Uhr zu nutzen, muss man sich selbst in die Mitte stellen und der Schatten zeigt die Uhrzeit.

Ökostation

Die Landesgartenschau 1986 setzte bereits Schwerpunkte zum Thema Ökologie. Dazu gehörte auch die Ökostation: ein Naturhaus mit Grasdach, Lehmwänden und Solaranlage verbunden mit verschiedenen Naturgärten. Für viele Schulklassen und Kindergärten ist die Ökostation immer wieder ein “Grünes Klassenzimmer”.

Leider zerstörte im Febr. 1987 ein Brand das komplette Gebäude der Ökostation. Der Wiederaufbau erfolgte 1991 in einer Kooperation zwischen der Stadt Freiburg und dem BUND als neuem Träger.

Seeparkturm

Der Holz-Turm bietet natürlich eine schöne Aussicht über den gesamte Park, bzw. auf die Siluette von Freiburg oder das Panorama von Schwarzwald und Kaiserstuhl/Vogesen (je nach Wetter natürlich). Viel später (im Jahr 2003) wurde der Holzturm Opfer von Brandstiftung und musste daraufhin abgerissen werden. Aber innerhalb eines Jahr wurde der Turm neu gebaut. Dank an die Stadt Freiburg für diese spontane Reaktion.

Nebenbei: Seit 2015 ist Suwon (Südkorea) Partnerstadt von Freiburg. Dort hat man in Anlehnung den Seeparkturm im dortigen Gwanggyo Lake Park ein ähnliches Bauwerk errichtet (allerdings um einiges größer, so dass ein Museum und Umweltbildungszentrum integriert werden konnte).

Rosengarten

Im Osten des Parks befindet sich ein schöner Rosengarten. Im Jahre 2005 konnte er durch eine großzügige Spende der Eugen-Martin Stiftung wieder belebt und komplett neu bepflanzt werden.


Japanischer Garten

Der Japanische Garten im westlichen Teil des Seeparks wurde 1989 vom japanischen Gartenarchitekten Tokumoto geplant und 1990 fertiggestellt (also nach der Landesgartenschau).

Er gilt als Zeichen der Partnerschaft der beiden Städte Freiburg und Matsuyama und ist wohl einer der schönsten Japanischen Gärten in Deutschland. Siehe auch unser Bitte um Achtsamkeit bei Nutzung des Gartens.


Es gäbe noch vieles zu sagen…

Durchaus lohnenswert ist ein Blick auf Infos bei Wikipedia: zum Seepark, zum Flückigersee und auch zur Trümmerbahn.

Eine liebevolle Beschreibung mit vielen Details und schönen Bildern bietet Michael auf Erkunde-die-Welt.de.

Der Flückigersee wird gern von Tauchern besucht, insbesondere der 1. Tauchclub Freiburg ist regelmäßig zu Gast.

Und natürlich ist der Seepark auch in der Liste der Freiburger Parkanlagen beschrieben.