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Freiburger Gasgeschichte(n) 1850 bis heute

Die Betzenhauser Gaskugel ist stillgelegt. Zu den Hintergründen und dem Projekt zur weiteren Nutzung siehe unseren Beitrag zur Gaskugel bzw. die Projekt-Seite  www.gaskugel-freiburg.de

Die Arbeitsgruppe zur Weiternutzung der Gaskugel hat die spannende Geschichte der Freiburger Gas-Nutzung aufgearbeitet und in einem Buch zusammengefasst (ab 1.7.2021 erhältlich). Nachfolgend ein Beitrag aus unserem Stadtteil-Magazin “Bürgerblättle”, Ausgabe 267 (Juni 2021):


Im „Arbeitskreis Gaskugel“ werden wir mehr und mehr zu Gasversorgungs-Experten. Wussten Sie, dass das erste Gaswerk auf dem Platz der heutigen Johanneskirche stand? Es wurde 1850 von der privaten Gesellschaft Spreng & Sonntag gebaut und war bis 1884 in Betrieb. Heute ist davon nichts mehr zu sehen, Ende des 19. Jahrhunderts wurde an seiner Stelle die neoromanische Johanneskirche errichtet. Vom zweiten Gaswerk, das 1884 an der Ferdinand-Weiß-Straße im Stühlinger gebaut wurde, stehen immerhin noch zwei der Rundmauern. Auch das dritte und letzte Gaswerk im Industriegebiet Nord (1936 – 1965) musste anderen Vorhaben weichen. Allein unsere schöne Gaskugel steht noch – ein stolzes Industriedenkmal, das auf seine neue, zivile Nutzung wartet. Gemeinsam mit den Autoren und unter Mitwirkung verschiedener Bildarchive ist unser Buch nun fertig und ab sofort bestellbar (Lieferung ab 1. Juli):

Bild: Buchcover, Collage von Hajo Eickbusch

Freiburger Gasgeschichte(n), 1850 bis heute

Gasenergie in Freiburg i. Br., von Richard Funk
Mit einem Gastbeitrag von Joachim Scheck und einem Ausblick von Bernward Janzing.
Picea Verlag Freiburg, ISBN 978-3-9814265-2-6, 21 x 28 cm, 112 Seiten, 62 Abbildungen (12 farbig), 14,80 €
Erhältlich im Buchhandel und beim Verlag: www.piceaverlag.de

Freiburgs Gasgeschichte ist lang: Nacheinander beherbergte die Stadt drei Gaswerke an unterschiedlichen Standorten. In diesen Industrieanlagen wurde seit 1850 aus Kohle Stadtgas erzeugt, das vor allem die Gaslaternen an den Straßen speiste. Nach der Stilllegung des letzten Gaswerks 1965 folgte eine kurze Epoche mit Raffineriegas, ehe in den frühen 1970er Jahren das Erdgas in den Breisgau kam. Die Gaskugel blieb als imposantes Industriedenkmal erhalten.

Der Autor (Richard Funk) hat einen Teil dieser Geschichte mitgeprägt. Er war von 1965 bis 1994 Technischer Direktor der Freiburger Energie- und Wasserversorgung und verknüpft kenntnisreich die historische Entwicklung mit Wissen und Erfahrungen aus seinem eigenen Arbeitsleben. So entstand ein unterhaltsames Kapitel südbadischer Wirtschaftsgeschichte, das abgerundet wird durch Gastbeiträge zur Typologie der historischen Gaslaternen in Freiburg und zur künftigen Rolle der Gasinfrastruktur im Zuge der Energiewende“. (Klappentext)

Auszug aus dem Grußwort der Stadt Freiburg:

„…Auf sehr anregende Weise wird am Beispiel der Gasenergieerzeugung und -verteilung der letzten 170 Jahre nachvollziehbar verdeutlicht, wie technische Entwicklungen den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturwandel prägen und mit der Stadtentwicklung Freiburgs verkoppelt sind.

Das Buch skizziert am Beispiel des Energieträgers Gas im Zeitraffer Perioden von stadtgeschichtlichen Entwicklungsschüben, Umorientierungen, Brüchen und Mangellagen, die sich auf das Stadtbild auswirkten. Vom Weihnachtsfest 1850, als zum ersten Mal alle Straßen im Freiburger Zentrum vom hellen Gaslicht erstrahlten und selbst das Freiburger Theater mit Gasbeleuchtung den Spielbetrieb aufnahm; über die bedeutsamen Otto Winterer-Jahre, die zentrale Grundlagen für das heutige Stadtbild von Freiburg legten, und die auch durch Konkurrenz der Energieträger Gas und Strom wichtige Impulse zur stetigen Entwicklung einer modernen Stadt gaben…

In den Artikeln und Plänen des Buchs wird spürbar, wie engagiert, detailverliebt und aufklärerisch die Autorenschaft aktiv ist und wie sehr ihnen die Stadt und ihre Entwicklung am Herzen liegt… So gilt es nun, die denkmalgeschützte Gaskugel als im Stadtgebiet eindrücklich sichtbare Zeugin (Landmarke) einer energiewirtschaftlichen Ära zu erhalten, indem an oder in ihr neue Nutzungen für Naherholung und Kultur etabliert werden und sie so in einen neuen städtebaulichen bzw. freiraumplanerischen Kontext zur Stadt gestellt wird.“

Ulrich von Kirchbach, Erster Bürgermeister,
Prof. Dr. Martin Haag, Bürgermeister

Herausgeberin: Dr. Heike Piehler, für den Arbeitskreis Gaskugel – Eine gemeinsame Initiative von: Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde e.V., Kultur- und Geschichtskreis Betzenhausen-Bischofslinde e.V., Arbeitsgemeinschaft Freiburger Stadtbild e.V. und Stiftung BauKulturerbe gGmbH. Infos: www.gaskugel-freiburg.de

Betzenhauser Kicker auf Weltreise

Im Jahr 2020 konnten wir auf 100 Jahre Fußball in Betzenhausen zurückblicken. Über Beiträge in unserem Stadtteil-Magazin “Bürgerblättle” haben wir Einzelthemen aus dieser Zeit aufgegriffen. Hier ein Rückblick auf die 1970er Jahre im Bürgerblättle 267 (Juni 2021).

Betzenhauser Kicker auf Weltreise

Heute ein Sprung in die 1970er Jahre. Zum Kicken in ferne Länder reisen: Das waren für Spieler der Betzenhauser Eintracht vor knapp 50 Jahren keine Wunschträume, sondern tatsächlich erlebte Abenteuerreisen.

Wer kann sich noch erinnern, was er am Silvestertag 1973 gemacht hat? Bernd Wißler, in Betzenhausen als Urgestein des Handballsports bestens bekannt, weiß es jedenfalls noch so, als wenn es gestern gewesen wäre… Er saß aufgeregt in einem Bus, der sich auf einer zweitägigen abenteuerlichen Fahrt über schlaglochübersäte Straßen, die eher bessere Waldwege waren, auf die Grenze zwischen der Dominikanischen Republik und dem Inselstaat Haiti bewegte. Die Passagiere: Neben Bernd weitere Kicker des Vereins Eintracht DJK Freiburg. Ihr Ziel: Das Fußballstadion in der Hauptstadt Port-au-Prince, wo sie bei tropischer Hitze ein „Auswärtsspiel“ besonderer Art erwartete. Dass sie die Grenzkontrolle unbeschadet hinter sich lassen konnten, war unter anderem der Idee zu verdanken, die vom Busfahrer illegal gebunkerten Rumflaschen auf die Passagiere zu verteilen, damit diese dann als persönliche Bestechung den Zollbeamten zugesteckt werden konnten.

Diese Episode ist aber nur eine von schier unglaublichen Geschichten, von denen uns die früheren Eintracht-Kicker Bernd Wißler und Gerd Krause erzählen konnten.

Bild (Saudi-Arabische Zeitung): links Fritz Schreiber, rechts der damalige deutsche Generalkonsul sowie Mitglieder des Königshauses

Aber der Reihe nach: Bernd Wißlers Haiti Fahrt war nur eine von zahlreichen Reisen, die Betzenhauser Kicker in ferne Länder verschlugen. Angefangen mit einer Spanien Rundreise über einen Kurztrip in die Türkei bewegte man sich weiter nach Übersee, besuchte z.B. Mexiko, Honduras, das afrikanische Kamerun und das bereits erwähnte Haiti. Das alles zu Zeiten, in denen in diesen Ländern von Tourismus, wie ihn wir heute kennen, keine Rede sein konnte und die Einreise nur mit diplomatischer Hilfe möglich war.

Wie aber konnte das einem Verein aus der Kreisklasse gelingen, so wird man sich heute fragen. Die Antwort lautet: Es war der legendäre Fritz Schreiber, Wirt des Gasthofs „Grünhof“
und Leiter des Spielausschusses bei der Betzenhauser Eintracht, der die Reisen einschließlich der damit verbundenen „Auswärtsspiele“ organisierte. Er hatte in seiner Jugend als Koch auf der ganzen Welt gearbeitet; war, so würde man heute sagen, hervorragend vernetzt und es gab wohl kaum ein Land in der Welt, zu dem er nicht eine Kontaktadresse aus der Tasche ziehen konnte. Dass diese Kontakte bisweilen bis ganz nach oben reichten, davon kann Gerd Krause erzählen, der eine Fußball Reise nach Riad, der Hauptstadt von Saudi-Arabien miterleben konnte.

Bild: Mannschaftsaufstellung in Riad

Hier gelang es Fritz Schreiber seine Kontakte über den deutschen Konsul bis ins saudische Königshaus zu nutzen und so staunten die Betzenhauser Kicker nicht schlecht, als sie standesgemäß mit weißen Cadillacs am Flughafen abgeholt und im Luxushotel „Stern des Orients“ untergebracht wurden. Ob die großzügigen Gastgeber und die im Hotel wartenden saudischen Fernsehteams wohl wussten, dass sie es mit einer Mannschaft aus Betzenhausen zu tun hatten? Wohl kaum. Vielmehr schlossen die Saudis allein aus der Tatsache, dass zum ersten Mal deutsche Kicker im Wüstensand auftauchten, offenbar, dass sie es mit der „Creme“ der Bundesliga zu tun hatten. „Wir wurden in der Hotellobby von Fernsehteams belagert und tatsächlich gefragt, ob auch Beckenbauer und „Muller“ mit dabei sind “, erinnert sich Gerd Krause.

Das Spiel unter einer glühenden Wüstensonne wurde dann Live in alle Welt übertragen, die Eintracht Kicker schlugen sich tapfer und verloren nur knapp. Als der Fußball-Auftritt durch die deutsche Sportschau bekannt wurde, kam aber plötzlich Neid in Deutschlands Fußballwelt auf. Nach dem Motto, dass nicht sein kann, was nicht sein darf, unterstellte man den tapferen Kickern aus Betzenhausen, sie hätten den Eindruck erweckt, die Bundesligamannschaft von „Eintracht Frankfurt“ zu sein und sich somit „ohne Genehmigung des DFB“ ihren Gastauftritt erschlichen. Eine „böswillige Unterstellung“, über die sich Gerd Krause heute noch ärgert und die seinerzeit durch Fritz Schreiber gegenüber dem DFB sofort dementiert werden konnte.

Wir bedanken uns allen, die bei Erstellung dieses Beitrags geholfen haben.
Die Redaktion


Interview

Passend zum Thema nachfolgend ein Interview mit Bernd Wißler, der in der Betzenhauser Sportwelt bestens bekannt sein dürfte und z.B. im Jahr 1978 die Handballabteilung der Eintracht gründete. Was viele nicht wissen: Bernd hat auch eine Fußball-Vergangenheit und war bis 1978 erfolgreicher Mittelstürmer im damaligen Fusionsverein Eintracht DJK Freiburg. Wir sprachen mit Bernd über seine Erinnerungen an die Fußall-Reise nach Haiti.

Meister C-Klasse 1973 (markiert B.Wißler)
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Redaktion: Bernd, du warst auf der Reise nach Haiti mit dabei. Wie seid Ihr auf dieses exotische Ziel gekommen?
Bernd: Fritz Schreiber hatte von 1967 an immer wieder Fußball-Reisen organisiert. So ging die 1. Reise mit der A-Jugend auf eine Rundreise durch Spanien, eine weitere in die Türkei und immer durften die Spieler mit einem Spiel gegen gute Gegner noch heute schwärmen. Ich nehme an, nachdem Haiti die Quali für die WM in Deutschland geschafft hat, probierte Fritz, dass wir mal dort spielen können. Wie das alles zustande kam, ist mir nicht bekannt.

Meister C-Klasse 1973 (markiert B.Wißler)

Redaktion: Ihr seid über die Landgrenze aus der Dominikanischen Republik eingereist. Das war damals doch offiziell gar nicht möglich.
Bernd: Richtig, wir mussten auch zunächst an einem Grenzübergang wieder umdrehen. Aber dann war es wieder mal Fritz Schreiber, der das Unmögliche möglich machte und mit
einem Anruf bei Baby Doc (gemeint ist der damalige Staatspräsident Jean–Claude Duvalier d. Red.) die Sondergenehmigung für die Einreise bekam.

Redaktion: In Port-au-Prince wart ihr wohl die ersten Europäer, die dort als Kicker gesehen wurden. Wie sind deine Erinnerungen an den Empfang in der Stadt und im Stadion?
Bernd: Wir kamen mitten in der Nacht in Port-au-Prince an. An der Stadtgrenze empfingen uns schon die Zuschauer und fuhren unserem Omnibus in einem ohrenbetäubenden Hupkonzert hinterher. Miguel, unser Fahrer, fuhr fast alle Straßen ab und wir waren von dem Empfang und der Begeisterung der Haitianer überwältigt. Das Spiel begann am nächsten Tag in der Nacht um 23 Uhr. Es waren 23000 (!) Zuschauer im Stadion. Ich erinnere mich sogar noch an die Eintrittspreise. Es waren 5 Lempira auf der Schattenseite und nur ein Lempira auf der Sonnenseite. Vor Beginn des Spieles kam ein Funktionär auf mich zu und sagte, wir sollen vor die Tribüne kommen und uns aufstellen. Als wir da standen, erhob sich eine riesige Militär-Musikkapelle und spielte die zwei Nationalhymnen ab.

Redaktion: Nun war Haiti zur damaligen Zeit ein Land wo das Militär allgegenwärtig war. Wie zeigte sich dies in der Stadt und im Stadion?
Bernd: Zunächst muss ich sagen, dass wir uns um unsere Sicherheit nie gefürchtet haben. Wir hatten allerdings den Verdacht, dass jemand auf uns aufpasst, wenn wir durch den Ort gingen. Bevor das Spiel begann, eilte der Schiedsrichter unvermittelt auf unseren Torwart Manfred Rösch auf. Der trug – wie damals bei Torleuten üblich – eine lange Trainingshose. Grund für den Schiri den verdutzten Mani nach Waffen abzuklopfen. Erst dann konnte das Spiel beginnen.

Redaktion: Letzte Frage. Wie ist denn das Spiel eigentlich ausgegangen?
Bernd: 3:1, und das Tor für uns durfte ich schießen.


Weltweites Reisefieber (sonstige Touren)

Dass renomierte Fußball-Clubs um die Welt reisen ist heute eine Selbstverständlichkeit. Für Profi-Mannschaften der 1970er Jahre auch schon üblich: aber für eine Mannschaft aus der “zweiten Reihe” wie die Eintracht war es natürlich eine absolute Ausnahme. Die Begeisterung der Menschen vorort für die Eintracht war überall riesig: vielleicht auch, weil der deutsche Fußball zu der Zeit einen ganz besonders guten Ruf hatte (und der Name Beckenbauer ist auch heute noch Inbegriff dafür). Ein paar Ziele:

  • Die erste größere Tour führte 1972 für gut 2 Wochen nach Afrika: im Zentrum stand ein Spiel in Jaunde, der Hauptstadt Kameruns, gegen eine Auswahl des Landes. Der deutsche Nationaltrainer dort hatte die Sache vermittelt. Am Ende verlor die Eintracht nur 0:1. Später folgten Spiele gegen die Nationalmannschaften von Sudan, Uganda und Gabun (selbst in der deutschen Zeitung mit den vier großen Buchstaben hat man damals berichtet).
  • Ostern 1973 ging es für 3 Wochen nach Mittelamerika, insbesondere Honduras. Dort spielte man vor 12.000 begeisterten Zuschauer und doch völlig umsonst: der Erlös sollte der Förderung von Sportlern im Gastgeberland dienen.  Gleichzeitig war der Rundfunk von Honduras mit einer Live-Übertragung dabei. Auch hier gab es wieder ein 0:1, aber das relativiert sich schnell: Bundesliga-Club Werder Bremen mußte kurz vorher noch mit einem 1:1 nach Hause fahren.
  • Zur Jahreswende 1973/74 zog es die Eintracht in die Karibische See, also Dominikanischen Republik (Santo Domingo) und Haiti. Überall wurde die Mannschaft aus Freiburg begeistert begrüsst. In Santo Domingo verlor man leider 2:1 gegen eine einheimische Auswahl. Ein beeindruckender, offizieller Empfang danach hat die Niederlage aber wohl schnell vergessen lassen.
    Eine echte Herausforderung wurde die Weiterfahrt nach Haiti, denn dort herrschte zu jener Zeit noch Diktator Duvalier: das Land war abgeschottet und die Grenze eigentlich geschlossen. Letztendlich machte eine Sondergenehmigung beider Staats-Chefs die Weiterfahrt erst möglich (siehe Bericht oben). Der Aufwand wurde belohnt, denn das Spiel gegen den damaligen haitianischen Meister Athletique Violet Port au Prince wollten ca. 20.000 begeisterte Zuschauer sehen. Es war ein Spiel Amateure gegen Profis; gab es in der Mannschaft von Port au Prince doch mehrere Nationalspieler, von denen sechs im Folgejahr sogar bei der Weltmeisterschaft in Deutschland dabei waren (sie setzten dabei sogar Italien ordentlich unter Druck). Aber auch hier schlug sich die Eintracht bestens und verlor nur 1:3.
  • Ein besonderer Knüller war auf jeden Fall eine Reise im Frühjahr 1975, denn die führte nach Saudi-Arabien in die Hauptstadt Riad: als erster deutscher Club, vermutlich sogar als erste europäische Fußballmannschaft konnte die Eintracht dort aufspielen. Das war zu Zeiten von König Feisal schon deshalb ungewöhnlich, weil sich zwar damals schon alles ums Öl drehte, das Land aber ansonsten sehr verschlossen war und nicht einmal Touristen einreisen durften. Aber der Sohn des Königs hatte sich 1974 bei der Weltmeisterschaft in München gezeigt und als Fußballfan geoutet. Also nahm Fritz Schreiber unmittelbar nach der WM kontakt auf über das deutsche Konsulat: prompt folgte die Antwort und eine  baldige Einladung zum Spiel gegen eine Auswahl Saudiarabiens.
    Aber ein Ziel reichte der Eintracht zu jener Zeit nie: also ging es von Saudi-Arabien weiter nach Bangkok, um dort gegen eine Auswahl von Thailand anzutreten (etwa 20.000 Zuschauer sollen dabei gewesen sein). Über Bali ging es weiter zu einem Spiel in Surabaya auf Sumatra. Für den Rückweg nutze man Stops in Djakarta und Singapur.

Die Idee zu den Reisen war in gewissem Rahmen auch eine “Schnapsidee”: gewachsen insbesondere bei jungen Spielern, die als Studenten damals wie heute ihre “Auslandsverbindungen” hatten. Gemeinsame Abende im Grünhof sollen der Idee Auftrieb gegeben haben.

Die Kosten dieser Reisen – sie gingen ja sogar über mehrere Wochen – wurden in hohem Maß von den Teilnehmenden selbst getragen, die gleichzeitig auch ihren Urlaub dafür nahmen.  “All-Inclusive”-Einladungen wie z.B. aus Saudiarabien waren eine Ausnahme: dafür gab es neben den Spielen aber auch viel zu erleben (z.B. Exotik, Strand, Meer: aber auch offizielle Empfänge oder vor allem viele begeisterte Zuschauer).

25 Jahre Minigolf im Seepark

MiniGolf: ein heiteres Spiel für Jung und Alt

Die Miniaturgolfanlage im Seepark ist ein beliebtes Ausflugsziel für Jung und Alt, das weit über den Freiburger Westen hinaus bekannt ist. In diesem Jahr feiert sie ihr 25-jähriges Jubiläum. Die Gründer und Betreiber der Anlage, Roswitha und Georg Sabo, hatten im Urlaub immer gerne Minigolf gespielt, was sie auf die Idee brachten, eine eigene Anlage zu bauen, da ihre Kinder es langweilig fanden im Seepark nur spazieren zu gehen.

Wir haben Gespräche mit der Stadt Freiburg geführt und viel Geld und Zeit investiert. Es folgte eine sehr arbeitsintensive Phase. Aber es hat sich gelohnt. Die Resonanz war von Anfang an sehr gut.“ blickt Georg Sabo zurück. Damit die Anlage gepflegt aussieht, gibt es immer viel zu tun. Zwei große Sanierungen erfolgten im Jahr 2009 und im vergangenen Jahr.

Das Publikum ist vielfältig: Familien, Oma und Opa mit Enkelkindern, Kindergeburtstage, Schulklassen – bei Voranmeldung auch vormittags – Teamevents, junge und alte Menschen, einfach alle, die Freude an gemeinsamen Unternehmungen haben und gerne draußen die Sonne genießen.

Miniaturgolf ist ein heiterer Sport und eignet sich für jedes Alter. Hier kämpfen die Spieler darum, um an 18 Bahnen mit möglichst wenigen Schlägen unterschiedliche Hindernisse zu überwinden. Für viele ist das Netz (Bahn Nr. 5) oder das Mauseloch (Bahn Nr. 15) eine besondere Herausforderung, denn wer nicht mit sechs Schlägen eingelocht hat, bekommt einen Strafpunkt dazu addiert und schreibt 7 Punkte auf.

Familie Sabo und ihr Team hoffen, dass sie die Miniaturgolfanlage bald wieder öffnen können und freuen sich auf eine schöne Sommerzeit und fröhliche Gäste.

Öffnungszeiten: werktags 14.30 Uhr – 19.00 Uhr, sonn- und feiertags 11.00 Uhr – 19.00 Uhr. Letzter Einlass: 1 Stunde vor Schließung.

Die Anlage ist ein Saisonbetrieb, der auch von den Wetterverhältnissen und dem Betrieb abhängig ist: vom 1.10. – 31.3. gelten verkürzte Öffnungszeiten.

Am Kiosk gibt es Eis, gekühlte Getränke, Kaffee und Süßigkeiten/Chips.

Neugestaltung Spielplatz Wiechertstrasse

Akueller Stand Mai 2021:  SO WIRD ES NUN

In den vergangenen Wochen gab es einige Rückmeldungen auf die Entwurfsvorstellung des Spielplatzes Wiechertstraße. Soweit möglich haben die Mitarbeiter_innen des Garten- und Tiefbauamtes  diese aufgegriffen und das Konzept in Teilen angepasst. Der grundsätzliche Planungsgedanke der Flächenentsiegelung mit Quartierskommunikation und Trampolinen wurde von den Nutzer_innen positiv bewertet und bleibt daher erhalten: siehe finaler Plan Spielplatz Wiechertstraße (pdf).

Nach intensiver Prüfung hat sich indes bestätigt, dass das über 40 Jahre alte Kletteroktogon trotz aller „Verteidigung“ aus sicherheitstechnischen Gründen nicht erhalten werden kann. Um den Forderungen nach Erhalt des Spielangebotes dennoch Rechnung zu tragen, wird es anstelle der ursprünglich angedachten Calisthenics-Kletteranlage durch eine gestalterisch ähnliche – jedoch sicherheitstechnisch aktuelle, deutlich modernere und vielfältigere – Kletterkugel ersetzt. Gebogene Rohre aus Edelstahl dienen zusätzlich zum Kletterkubus als „Geländer- Rutschen“, eine „Feuerwehrstange“ ermöglicht einen weiteren, kletterfreien Abgang. Zwischenpodeste aus Gummimatten ermöglichen bei Bedarf auch motorisch eingeschränkten Kindern das Spiel innerhalb des für sie sonst nur schwer wahrnehmbaren Seilkubus und bringen zusätzliche Abwechslung in die Kletterrunde.

Um auch generationsübergreifende Kommunikation zu ermöglichen, werden künftig 2 „richtige“ Bänke zum gemeinschaftlichen Verweilen einladen. Das platzsparende Konzept der Sitzbalken, die gleichzeitig die als gefährlich empfundenen Steinkanten der vorhandenen Hochbeete entschärfen werden, bleibt parallel dazu erhalten.

Im Anschluss an die nun anstehenden, technischen Detailplanung, Ausschreibung und Lieferzeit der Spielgeräte ist die Umsetzung für den kommenden Herbst/Winter vorgesehen.


Zusammenfassung

Der Spielplatz Wiechertstrasse liegt etwas unscheinbar im „im Hinterhof“ und ist deshalb auch eher wenig bekannt. Und er ist in die Jahre gekommen. Deshalb hat das Garten und Tiefbauamt (GuT) angeboten, diesen Spielplatz neu zu gestalten.

Nach einer ersten Termin zur Bürgerbeteiligung hat das GuT einen Gestaltungsvorschlag erarbeitet, der auch die gegebenen Rahmenbedingungen berücksichtigt (wie z.B. Feuerwehrzufahrt). Siehe auch Beitrag im Bürgerblättle April/Mai 2021.

Hier die zugehörige Projekt-Seite beim Garten und Tiefbauamt der Stadt Freiburg.


Stand März 2021: Vorstellung Gestaltungsentwurf

Nachfolgend die Ausführungen des GuT zu SPIELPLATZ WIECHERTSTRASSE – ENTWURFSVORSTELLUNG

Die anhaltenden Pandemiebeschränkungen erlauben es leider immer noch nicht, die bei Spielplatzumgestaltungen sonst üblichen Beteiligungstermine mit Treffen vor Ort stattfinden zu lassen. Doch allmählich muss es mit dem Spielplatzprojekt „Wiechertstraße“ weiter gehen – und Ihre Meinung ist uns dabei weiterhin wichtig! Daher wählen heute diesen Weg, um unseren Planungsprozess transparent zu machen.

Aufgrund der langen Lieferzeiten für Spielgeräte ist geplant, die Umbauarbeiten voraussichtlich im 4. Quartal des Jahres durchzuführen. Konstruktive Anmerkungen zum nachfolgend beschriebenen Gestaltungskonzept können Sie gerne bis zum 15. April 2021 per mail an das Garten und Tiefbauamt (GuT@stadt.freiburg.de) senden. Wir prüfen dann, inwiefern diese im Rahmen der fachlichen und verfügbaren Möglichkeiten berücksichtigt werden können.

AUSGANGSSITUATION

In den vergangenen 40 Jahren hat sich auf dem Spielplatz Wiechertstraße kaum etwas verändert. Die Fläche ist mit Betonpflaster und Fallschutzplatten aus Kunststoff fast vollständig versiegelt, ein grüner Rahmen aus Kastanienbäumen „verhockt“ in allzu kleinen, hochbeetartigen Baumscheiben. Das einzige Spielelement ist ein Oktogon aus Stahl mit integriertem Kletternetz, das nach all den Jahren jedoch abgespielt ist. Die alten Fallschutzplatten haben die erforderliche Elastizität verloren und biegen sich, so dass problematische Stolperstellen entstehen. Auch die vorhandenen Sitzbänke und der Abfallbehälter am Rand der Fläche haben schon bessere Zeiten gesehen.

Um auf dem Platz wieder eine zeitgemäße Gestaltung zu ermöglichen, wurde die Fläche in das Vorhaben „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier (SIQ) – Sanierungsgebiet Betzenhausen- Bischofslinde“ aufgenommen und wird nun von Bund und Land mit Städtebaufördermitteln unterstützt. Im Herbst 2020 fand vor Ort ein erster Bürgerbeteiligungstermin statt, zu dem mit mails, Plakaten und Wurfzetteln großräumig eingeladen wurde. Im Anschluss daran konnten noch einige Wochen lang Anregungen zur Umgestaltng im Wunschbriefkasten hinterlassen werden. Da der Platz eher unscheinbar „im Hinterhof“ liegt, wurde er aber im Viertel bisher offenbar kaum wahrgenommen, denn die Anzahl der Rückmeldungen war leider eher gering. Dennoch ließen sich Tendenzen ablesen. Neben einer Bemerkung wie „lassen Sie es wie es ist“ zeigte sich vor allem, dass im nahen Umfeld bereits ausreichend viele Angebote für kleine Kinder bestehen. Stattdessen wurden eher Bewegungsangebote für „Größere“ angefragt. Aber auch die Themen Kommunikation und Ökologie waren den Teilnehmer_innen wichtig.

KONZEPT

Die gestalterischen Möglichkeiten auf der eher kleinen Fläche sind dank einer frei zu haltenden Feuerwehrzufahrt und der vorhandenen Bäume begrenzt. Trotzdem haben die Planer_innen des Garten- und Tiefbauamtes ein Konzept entwickelt, in dem viele Anregungen des Beteiligungsverfahrens berücksichtigt werden konnten.

Die geometrische Formensprache des Platzes wurde beibehalten und mit Motorikangeboten für Nutzer_innen unterschiedlicher Altersgruppen ergänzt. Zahlreiche Balken aus Holz gliedern künftig die Flächen, „entschärfen“ die als problematisch empfundenen Steinkanten an den alten Baumscheiben und laden zum Verweilen oder zu nachbarschaftlichen Gesprächen ein. In Teilbereichen werden vorhandene Höhensprünge zwischen Gehweg und Platzfläche ausgeglichen, so dass ein künftig ein stufenloser  Zugang zur Fläche möglich sein wird.

Ein Erhalt der alten Kletteranlage ist aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Stattdessen bietet künftig eine Calisthenicsanlage mit (gewünschten) Holzpfosten vielfältige Bewegungs- und Sportanreize.  Ein langer Federwippbalken, eine Reckstange sowie ein verdrehtes Kletternetz ergänzen das Bewegungsangebot auch für die etwas jüngeren Besucher_innen, so dass das Thema Spiel bei aller Sportbegeisterung nicht zu kurz kommen wird. Ein großer Spaß für alle Altersklassen wird sicher die Reihe aus 3 kleinen Bodentrampolinen, die es so auf öffentlichen Spielplätzen in Freiburg bisher noch nicht gibt. Auf die Themen Kleinkindspiel und Sand wird wunschgemäß verzichtet, da dieser Schwerpunkt bereits auf den Spielplätzen im näheren Umfeld vielfältig vorhanden ist.

Im Bereich der Feuerwehrzufahrt bleibt die zum Inliner- oder Rollerfahren beliebte Pflasterfläche teilweise erhalten. Durch die Beseitigung von Unebenheiten im angrenzenden Gehwegbereich können künftig aber auch diese Flächen wieder problemlos für ähnliche Aktivitäten genutzt werden. Der Fallschutzbereich der Motorikkombination wird aus ökologischen Gründen entsiegelt. Künftig sorgen (wie auf den meisten Spielplätzen im Stadtgebiet) Holzhackschnitzel für die erforderliche Sicherheit.

Durch die großflächige Entsiegelung  werden nicht zuletzt die Standortbedingungen der vorhandenen Bäume nachhaltig verbessert. Eine zusätzliche Verbesserung bzw. ökologische Aufwertung der Fläche soll durch die deutliche Vergrößerung der bisher sehr beengenden Baumscheiben erfolgen. Auch das innerstädtische Kleinklima wird dadurch in diesem bisher „überhitzten“ Bereich nachhaltig verbessert. In den neu entstehenden Grünflächen bieten verschiedene, mittelhohe Blütenpflanzen wertvollen Lebensraum für zahlreiche Insekten und werten die Fläche zudem optisch auf.


Stand Sept. 2020: Einladung zum Projektstart am Dienstag, 29.09. 2020.

Es war schon vor einiger Zeit angekündigt worden: jetzt kann endlich die Umgestaltung des über 40 Jahre alten Spielplatzes “Wiechertstraße” beginnen. Die Fläche ist zwar nur klein und mit allerlei Zwangspunkten belegt, aber trotzdem möchte das Garten- und Tiefbauamt (GuT) eine Neugestaltung erreichen, in der sich möglichst viele Nutzer*innen positiv wiederfinden können.

Erstes Treffen ist am Dienstag, 29.09. 2020 um 15.30 Uhr auf dem Spielplatz, um den Spielplatz gemeinsam anzuschauen (unter Beachtung der aktuellen Coronaregeln).

Dabei wird auch ein Wunschbriefkasten montiert: wer keine Zeit hat am Dienstag, kann in aller Ruhe in den darauffolgenden 3 Wochen seine Anregungen und Wünsche dort hinterlassen. Die Mitarbeiter*innen vom Garten- und Tiefbauamt sind neugierig was das kommt und leeren den Kasten regelmäßig…

Hier die zugehörige Projekt-Seite bei der Stadt Freiburg.

 

 

 

Nachbarschaftspost

Ein Aktion vom Stadtteiltreff, die wir unbedingt weiter empfehlen möchten. Schicken Sie einen netten Gruß (Karte, Brief, Selbstgebasteltes oder Selbstgemaltes) bis Montag den 24. Mai an den Stadtteiltreff am Bischofskreuz oder geben Sie einfach den Briefumschlag dort ab. Alles weitere hier im Plakat:

Aussenbecken Westbad (Freibad)


Stand April 2021

Leider wurden im Zuge der aktuellen Haushaltsberatungen 2021 alle Mittel für das Freibad West gestrichen. Ob und wie weiter gehen kann, ist aktuell unklar. Wir bedauern sehr, dass dieses Projekt im 18-ten Jahr nach Schliessung des alten Beckens wieder gestoppt wurde; unsere Argumente also nicht überzeugen konnten.


Eigentlich waren die städtischen Mittel für das Freibad West mit Aussenbecken schon fest eingeplant und die ersten Umsetzungsschritte getan (siehe Ausführungen weiter hinten). Doch jetzt leider die Corona-bedingte Enttäuschung: im Entwurf des Haushaltsplans 2021/2022 ist das Freibad West nicht mehr enthalten. Wir sind aber der Meinung, dass gerade in der jetzigen Zeit diese Freizeitmöglichkeit in unserem dicht besiedelten Stadtteil dringend benötigt wird und das Projekt weiter geführt werden sollte. Deshalb unser Apell an die Stadt Freiburg und unseren dortigen Vertretern*innen, alle Möglichkeiten dafür zu prüfen.

Siehe Pressemitteilung des Bürgervereins vom 22. Jan. 2021, sowie Beitrag vom Freundeskreis im Bürgerblättle 265 vom Febr./März 2021.

Am 1. Febr. haben sich die Vorsitzenden der Bürgervereine von Betzenhausen-Bischofslinde, Brühl- Beurbarung, Landwasser, Stühlinger und Mooswald in einem gemeinsamen Brief an Herrn Oberbürgermeister Horn und die Stadträtinnen und Stadträte des Freiburger Gemeinderates gewand. Nachzulesen auf Mooswald.org. Vorher hatte sich schon die Dachorganisation der Freiburger Bürgervereine (AFB) für das Projekt ausgesprochen.

Am Beteiligungshaushalt 2021/2022 (geöffnet bis 27.Jan.2021) haben sich viele für den Bürgervorschlag zum Westbad ausgesprochen. Das Ziel sollte sein “Weiterbauen – Kein Stopp beim Westbad-Freibecken”. Alles Weitere zum Freiburger Haushalt und den nächsten Schritten der Abstimmung siehe auch www.freiburg.de/haushalt


Hintergründe und Zusammenfassung

Im Jahre 1969 wurde das Außenbecken am Rande des Flückigersees gebaut (noch vor dem Hallenbad, das erst 1977 folget): das Bild hier stammt aus den 1970-ger Jahren. Heute verbindet man mit Westbad fast nur noch das Hallenbad West: es ist das größte Hallenbad in Freiburg und wurde insbesondere für die Ausrichtung von Sport-Wettkämpfen ausgelegt.

Im Jahre 2003 dann das Ende für das Freibad: im Zuge von Haushaltskonsolidierung wurde das Aussenbecken geschlossen um damit insbesondere auch die Kosten der Bademeisteraufsicht einzusparen. Sehr schnell bildete sich eine Initiative “Pro Freibad im Westbad”, die also erste Aktion Unterschriften für die Wiederöffnung sammelte (siehe Bericht im Bürgerblättle 165, Juli 2003).

Verfallenes Schwimmbecken

Doch das Bad blieb auch in den Folgejahren geschlossen und von Jahr zu Jahr war es mehr dem Verfall ausgeliefert. In Folge dessen bildete sich 2009 eine “Aktionsgemeinschaft Hallen- und Freibad West, die schon im Juli 2009 eine erste Liste mit 4500 Unterschriften zur Erhaltung von Freibad West an OB Salomon übergeben konnte. Aus dieser Initiative entstand 2011 der Verein “Freundeskreis Freibad West e.V.” mit dem Ziel, dass dieses Freibad seinen ursprünglichen Sinn wieder erhält (erreichbar über Westbad-Verein@email.de)

Parallel dazu bemühte sich der Freundeskreis auch um eine Sanierung des Kinderbeckens im Außenbereich des Westbades: 2013 konnte nach vielen Gesprächen und Verhandlungen mit der Stadt ein Sanierungs-und Finanzierungkonzept dafür vorgestellt werden (mit Eröffnung dann 2014).

Im Bürgerblättle haben wir im Laufe der Jahre mehrfach über das gesamte Vorhaben berichtet. Vorgeschlagen vom Freundeskreis wurde 2016 u.a. ein Naturbad mit biologischer Wasseraufbereitung, da das aktuelle Becken und die zugehörige Infrastruktur ohnehin kaum sinnvoll verwendbar ist. Es gab viele Argumente dafür: die Herstellung eines Naturbeckens wäre kostengünstiger und die laufenden Betriebskosten sind deutlich geringer als bei einem konventionellen Freibad (sicher auch eine Bereicherung passende zu Green-City).

Im Jahr 2019 schien dann der Durchbruch gekommen zu sein: der Gemeinderat billigte Gelder, drei Architekturbüros machten Vorschläge zur Gestaltung incl. Kostenschätzung. Bau-Ausschuss und Gemeinderat stimmten für den Vorschlag des Büros Architekturbüros Lehmann aus Offenburg

In diesem Zusammenhang könnte es auch von Bedeutung sein, dass landesweit das Thema Schwimmbäder in den letzten Jahren eine neue Bedeutung gewonnen hat. Initiativen der Schwimmsportverbände und des Städtetages Baden-Württemberg haben das Ziel, die Sanierung von Bädern in die Landes-Förderkulisse zum kommunalen Sportstättenbau aufzunehmen. In 2019 gibt es z.B. auch eine Umfrage des Kultusministeriums zum Schwimmunterricht an Grundschulen.


Entwicklung der letzten Jahre

Febr. 2021

Am Beteiligungshaushalt 2021/2022 (geöffnet im Jan. 2021) haben sich viele für den Bürgervorschlag zum Westbad ausgesprochen. Das Ziel sollte sein “Weiterbauen – Kein Stopp beim Westbad-Freibecken”. Inzwischen haben wir als Bürgerverein eine Pressemitteilung für die Weiterführung des Projektes herausgegeben. Parallel dazu haben alle Bürgervereine in der Nachbarschaft des Westbades einen gemeinsamen Brief an den OB bzw. die Fraktionen verfasst. Auch die Dachorganisation der Freiburger Bürgervereine (AFB) für das Projekt ausgesprochen, was auch die Badische Zeitung zum Anlass nahm für einen Beitrag (evtl. eingeschränkter Zugriff).

Dez. 2020

Jetzt schlägt Corona auch beim der Investion für das Freibad West zu: mit dem Haushaltsplan 2021/2022, den OB Horn und Finanzbürgermeister Breiter am 7. Dez. 2020 vorgestellt haben, wurden verschiedene Positionen, die bisher vorgesehen waren, verschoben oder gestrichen. Dazu gehören leider auch die Mittel für das Freibad West. Im Sommer war ja schon die Eishalle dem Rotstift zum Opfer geworden: dort steht aber inzwischen ein Projekt mit Investoren im Raum.

Dez. 2019

Im Doppelhaushaltes 2019/2020 sind Mittel in Höhe von 1,0 Mio. € eingestellt für das Jahr 2020, die für weitere Schritte der Objektplanung und ein europaweites Vergabeverfahren vorgesehen sind. Gesucht wird ein Generalplaner: ein Ergebnis wird für 2020 erwartet. Wir gehen davon aus, dass die Realisierung bis zur Bade-Saison 2022 abgeschlossen sind.

Zu den Realisisierungsschritten hier eine Pressemitteilung zum Freibad West der Stadt Freiburg vom Okt. 2019. Auch Martin Horn bestätigt bei “OB vor Ort” am 16.12.2019, dass der Neubau planmäßig kommen wird Aktuell sei “kein Grund für Verzögerungen zu erkennen. Eine europaweite Ausschreibung ist z.Z. in Arbeit.”

Aug. 2019

Jetzt mitten im Sommer 2019 freut man sich natürlich besonders darüber: das Freibad West wird kommen. So müssen wir die Entwicklungen der letzten Monate verstehen. Im jetzigen Haushaltsplan der Stadt Freiburg ist für 2020 ein Betrag von 1 Million Euro als Startinvestition angesetzt. Das ist natürlich nur ein Teil der Gesamtkosten von 8,2 Mio. Euro, die im Raum stehen: aber es ist eine gute Basis für die weitere Detailplanung und europaweite Ausschreibung, die offensichtlich verpflichtend ist. Natürlich hätten wir den Betrag lieber früher gesehen: aber Planung braucht ja auch Zeit.

Die Finanzierungen wird aktuell nicht mehr in Frage gestellt:

  • ” Das Westbad Außenbecken ist finanziert und wird im Sommer 2022 eröffnet.” (Finanzbürgermeister Stefan Breiter, Stadtmagazin Chilli, 27.05.2019).
  • „Hier entsteht in den nächsten Jahren nicht nur ein einfaches Becken, sondern ein vollwertiges Freibad, mit vielen verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten, vor allem auch für Familien.“ (Berthold Bock, sportpolitische Sprecher der CDU, Pressemitteilung 18.1.2019)

Wir bedanken uns ganz herzlich beim “Freundeskreis Freibad West e.V.”, der über viele Jahre auf dieses Ziel zugearbeitet hat. Und auch ein besonderer Dank an diejenigen politischen Vertreter, die sich für diese Initiative eingesetzt haben und letztendlich auch im Gemeinderat diese Entscheidungen getroffen haben.

Dez. 2017

Auch im Entwurf den Doppelhaushaltes 2017/2018 war eine Sanierung des Freibades West nicht vorgesehen. Doch beim zugehörigen Beteiligungshaushalt stand die Wiedereröffnung des Freibades ganz weit oben auf der Prioritätenliste. Daraufhin wurden erstmals Mittel für erste Planungschritte vom Gemeinderat genehmigt (200.000 €). In diesem Zuge wurden 3 Architekturbüros um ein Konzept mit Kostenschätzung gebeten. Eine Jury der Regio Bäder GmbH priorisierte daraufhin den Vorschlag von Architekturbüros Lehmann aus Offenburg.

Der Entwurf hat ein Gesamtvolumen von ca. 8 Mio. € und hat Febr. 2019 auch den Sportausschuß überzeugt. Für mehr Details zum Siegerentwurf siehe zugehörige Unterlagen im Ratsinformationssystem der Stadt Freiburg (dort ist vor allem die Anlage zur Drucksache SP-19/002 relevant).

Dez. 2014

Der Freundeskreis Freibad West bringt ein Naturbad als Alternative ins Spiel und verweisst z.B. auf die sehr guten Erfahrungen, die man mit dem Naturerlebnisbad in Murg gesammelt hat. Siehe Bericht im Bürgerblättle 229 Dez. 2014 (PDF). Bei einigen Fraktionen im Gemeinderat fand die Idee Anklang und wurde offen unterstützt. In einem interfraktionellen Antrag wurde die Verwaltung gebeten, den Vorschlag zu prüfen. In den nachfolgenden Jahren tendierte der Gemeinderat – trotz höherer Kosten – aber dann doch zu einer konventionellen Lösung.

Dez. 2011

Aus der Initiative bildet sich der “Freundeskreis Freibad West e-V.”. Vorsitzender vom Freundeskreis ist zunächst Nico Bischler (zu der Zeit parallel auch Vorsitzender vom Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde); ihm folgte 2017 Joachim Kerrmann.

Juli 2009

Bad blieb blieb in den Folgejahren geschlossen und war von Jahr zu Jahr mehr dem Verfall ausgeliefert. Eine neue Initiative “Aktionsgemeinschaft Hallen- und Freibad West” bildet sich und kann im Juli 2009 eine erste Liste mit 4500 Unterschriften zur Erhaltung von Freibads an OB Salomon übergeben.

Frühjahr 2003

Das Aussenbecken des Westbads war in die Jahre gekommen; eine kurzfristige Sanierung zumindest der Technik erschien erforderlich (geschätzte Kosten bei 700.000 Euro). Aber auch weitere Investitionen z.B. für Umkleidekabinen standen im Raum. Beides fand keine Mehrheit im Gemeinderat. Stattdessen wurde im Zuge von Haushaltskonsolidierung das Freibad geschlossen (gedacht war an eine vorübergehende Schließung): insbesondere auch, um damit laufende Kosten wie bei der Bademeisteraufsicht einzusparen. Einzelne Fraktionen empfahlen, statt Freibad einen direkten Zugang zum See zu schaffen, also ein Seebad, wie es in früheren Zeiten auch schon war (z.B. mit Zugang über Holzstege). Der Uferrundweg wäre dadurch weggefallen. Eine Mehrheit fand der Vorschlag nicht, zumal auch das Wasser des Sees zu jener Zeit wegen hoher Phosphat-Belastung im Gespräch war (“Bürgerprojekt Flückiger See”): als Ursache vermutet wurde Trümmerschutt aus dem zweiten Weltkrieg, der in der Nähe abgeladen worden war und wohl auch Reste von Phosphorbomben in sich trug. Eine Initiative “Pro Freibad im Westbad” bildet sich.

Neugestaltung Betzenhauser Torplatz

Blick auf den neugestalteten Torplatz

Aktueller Stand April 2021:  Anfang März wurde der Torplatz fertig, etwa einen Monat danach auch der gegenüberliegende Platz vor dem NKD.  Gleich die ersten Tage haben viele Bewohner die Gelegenheit genutzt um einwenig in der Sonne zu sitzen. Die “Einweihungsfeier” war Corona-bedingt sehr klein: Baubürgermeister Martin Haag kam als Vertreter der Stadt um zusammen Beate Diezemann und Ralf Ulrich am 20.4. einen kleinen Spaziergang über den neuen Platz zu machen (Erinnerungsfoto inklusive).

Der Platz wurde deutlich aufgewertet und bei den Planungen wurden die Bürgerinnen und Bürger sowie Gewerbetreibenden von Beginn an mit einbezogen. Es entsteht ein attraktiver öffentlicher Raum und die Nahversorgung wird gestärkt. Der Umbau schafft damit einen großen Mehrwert für den Stadtteil“, sagt Baubürgermeister Martin Haag. Siehe auch offizielle Pressemitteilung der Stadt Freiburg vom 26. April 2021.

Einen abschliessenden Bericht gab es auch in der Badischen Zeitung (ggf. mit Zugriffs-Einschränkungen). Natürlich werden wir auch im nächsten Bürgerblättle noch etwas darauf eingehen.


Hintergründe

Die Umgestaltung des Betzenhauser Torplatzes ist ein Teilabschnitt im Zentrenaktivierungskonzept (ZAK) für Betzenhausen-Bischofslinde (siehe auch Dokumentation zum Torplatz und ZAK bei der Stadt Freiburg).

Holzinstallationen 1986 von Hans Dieter Schaal

Eine Besonderheit sind hier bisher die bisherigen Holzkunstwerke, die im Rahmen der Landesgartenschau 1986 entstanden sind, aber eigentlich auch nur als temp. Installation gedacht waren (auch für den Architekten und Künstler Hans Dieter Schaal, der sie zu damaliger Zeit entworfen hatte). Da die mächtigen Holz-Installationen aber nicht wieder abgebaut wurden, entwickelte sie sich zu einem charakterischen Merkmal für den Stadtteil Betzenhausen. Nachteil: der Torplatz selbst wurde kaum noch als Platz wahrgenommen und im Laufe der Jahre verfielen die Holz-Installationen auch zusehens (hier ein Rückblick mit zusätzlichen Bildern).

Anregungen durch den Bürgervereins Betzenhausen-Bischofslinde und Untersuchungen des Verkehrsplanungsbüros Dr. Baier  legten nahe, den Betzenhauser Torplatz gestalterisch besser mit der gegenüberliegenden Straßenseite zu verknüpfen. Insbesondere auch, um die trennende Wirkung der Sundgauallee zu verringern und gleichzeitig eine attaktive Platzsituation mit Aufenthaltsqualität zu schaffen.

Visualisierung Betzenhauser Torplatz (aus APS Drucksache BA-18/007)

Die Umbauten an der Stadtbahnhaltestellen Betzenhauser Torplatz, die beidseitige Reduzierung der Auto-Fahrspuren von vier auf zwei Fahrspuren waren dafür die ersten Schritte (siehe Freigabe Sundgauallee im Jahr 2016).

Blieb als zusätzliche Aufgabe, den Platz selbst auch neu zu gestalten, zusammen mit der gegenüberliegende Nord-Seite mit dem Platz vor dem NKD. Es wurden verschiedene Varianten erarbeitet, wobei auch immer zu berücksichtigen war, dass der Platz als südlicher Haupteingang zum Seeparkgelände eine wichtige Verbindungsfunktion erfüllt.

Die Erarbeitung der Varianten in Workshops und resultierenden Ideen vom Amt für Projektentwicklung und Stadterneuerung (APS) wurden am 26.09.2017 im Bürgerhaus am Seepark vorgestellt, siehe Dokumentation zur Bürgerveranstaltung(PDF). Letztendlich wird ohne die bisherigen Holzkunstwerke ein offener Platz entstehen, der zur neu gestalteten Straßenbahnhaltestelle passt und auch den vorhandenen Baumbestand weit besser zur Geltung kommen läßt.


Rückblick auf die Entwicklung des Projektes in den letzten Jahren

Mai 1997

Jetzt gibt es einen Bauernmark auf dem Betzenhauser Torplatz. Und doch wird der Platz auf der Jahreshauptversammlung des Bürgervereins im Folgejahr als “Sorgenkind” bezeichnet, da sich die großen Kunstobjekte in einem wenig attraktiven Zustand befänden (also schon gut 10 Jahre nach der Errichtung).

Sept. 1998

Einige schadhafte Stellen des Kunstwerks wurden von der Stadt ausgetauscht. Aber insgesamt werden die Kunstwerke als “trist und verwahrlost” empfunden, wie es die BZ berichtet. So kam die Idee auf, die Kunstwerke mit einem neuen Anstrich zu versehen. Allerdings ergab Rücksprache mit dem Künstler Dieter Schaal, dass dies nicht seinem Wunsch entspricht: eher sei der Verwitterungsprozess Bestandteil seiner Arbeit.

Juli  2002

Der Betzenhauser Torplatz soll die Menschen von Betzenhausen zusammenführen. Deshalb findet der traditionelle Bürgerhock jetzt erstmal auf dem Torplatz statt (bisher auf dem Platz vor der St. Thomas Kirche). Für einige Jahre ist das auch gelungen; siehe Bericht hier.

Okt. 2004

Schon im Bürgerblättle März/Juni 2004 stellte der Bürgerverein fest: “Einst war dies … ein ansehnliches Kunstwerk… Doch heute, und dies schon seit einigen Jahren, ist es eher ein Schandfleck geworden.”

Im Oktober berichtet sogar die BZ darüber, dass der Zustand des Platzes und insbesondere der Kunstwerke von Dieter Schaal “in den letzten Jahren viel Kritik geerntet” hat. Es wurden zwar immer wieder faulende Holzteile ausgewechselt, die Gesamtsituation hat das aber kaum verändert. Aus diesem Grunde hat sich jetzt ein Initiative gebildet (u.a. mit Beteiligung der Bürgervereins), die den Platz attraktiver machen will, damit er von den Bürgern gern angenommen wird. Erster Schritt war ein Putzaktion und ein neuer Abfalleimer.


Juni 2014: Bürger-Workshop in den Räumen von St. Albert

Die Neugestaltung des Betzenhauser Torplatzes ist Teil des ZAK geworden. Zentrale Ziele: stadträumliche und gestalterische Aufwertung des Platzraums, Erhöhung der Aufenthaltsqualität und vielfältige und flexible Nutzung (im Alltag, an Markttagen und auch für Stadtteilfeste).

Im Febr. 2014 hatte es im Bürgerhaus eine Veranstaltung zu den Planungen für die Sundgauallee und die Haltestelle am Torplatz gegeben, die ja im ersten Schritt realisiert werden sollten (siehe Bericht dazu). Dabei wurden wurden aber auch erste Ideen gesammelt für die Gestaltung des Platzes selbst. Der Bürgerverein schlug vor, diese Ideenfindung in einem eigenen Workshop fortzusetzen.

So kam es im Juni 2014 zu parallelen Workshops mit den Einzel-Themen: Plastiken, Funktion des Platzes und zukünftige Gestaltung. Siehe Protokolle Workshop-Ziele , Präsentation zum Workshop und Bericht im Bürgerblättle 227. Auch nach den Workshops gab es weitere Abstimmungen (z.B. mit Jugendlichen vom Chummy).

Sept. 2017: Vorstellung der Pläne zur Umgestaltung

Bürgerveranstaltung mit Präsentation der Ergebnisse aus den bisherigen Workshops durch das Büro Henne Korn im Bürgerhaus am Seepark; siehe Dokumentation(PDF). Letztendlich soll ohne die bisherigen Holzkunstwerke ein offener Platz entstehen, der zur neu gestalteten Straßenbahnhaltestelle passt und auch den vorhandenen Baumbestand weit besser zur Geltung kommen läßt.

März 2018 Bau-Ausschuss

Vorstellung der Umgestaltungspläne im Bau-Ausschuss (siehe Informationsvorlage).

Nov. 2018: Umgestaltung des Betzenhauser Torplatzes verzögert sich

Die bisher angedachte Umgestaltung am Betzenhauser Torplatz ist leider nicht wie geplant möglich. Hintergrund ist der Umstand, dass rund ein Drittel der Fläche des Platzes im Privatbesitz ist, in diesem Fall in Händern einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG). Seit 2012 hatte das Amt für Projektentwicklung und Stadterneuerung (APS) mit der Wohnungseigentümergemeinschaft verhandelt. Aber das APS konnte keine Zustimmung der Eigentümergemeinschaft zur Umgestaltung erzielen (was auch immer die Gründe einzelner Bewohner waren). Dabei wären die zur Umgestaltung anfallenden Kosten von Bund, Land und Stadt übernommen worden.

Der Bürgerverein wird sich zusammen mit dem Markverein beim Amt für Projektentwicklung und Stadterneuerung (APS) dafür einsetzen, dass zumindest für den Rest-Platz ein Lösung gefunden wird, die z.B. auch für den (bisher) kleinen Bauernmarkt eine Zukunfts-Perspektive bietet (Fertigstellung bis Frühjahr 2021 scheint nach aktuellen Planungen möglich).


Mai 2020: Der vorgesehene Termin Do, 14. Mai, um 17 Uhr entfällt wegen Coronavirus!

Anlässlich des diesjährigen Tages der Städtebauförderung war ein öffentlicher Rundgang über den Betzenhauser Torplatz angekündigt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung wollten die aktuellen Planungen zur Umgestaltung des Platzes vorstellen, Fragen beantworten und informieren über das weitere Vorgehen informieren.

Rückblick: Das Sanierungsgebiet Betzenhausen-Bischofslinde wurde 2012 in das Städtebauförderungsprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ aufgenommen. Seither hat die Stadt im Rahmen ihres Zentren-Aktivierungs-Konzepts (ZAK) Teile der Sundgauallee und den Platz am Bischofskreuz neu gestaltet. Dies geschah mit Unterstützung durch Fördermittel von Bund und Land. Nach Zustimmung des Gemeinderates beginnt noch diesen Herbst die Umgestaltung des Betzenhauser Torplatzes. Bei zahlreichen Veranstaltungen im Rahmen des ZAK konnten interessierte Bürgerinnen und Bürger bereits ihre Ideen einbringen.

Mehr zum Tag der Städtebauförderung steht auf www.tag-der-staedtebaufoerderung.de.

Autor: Stadt Freiburg


Juni 2020: Der Gemeinderat hat in seinen Sitzungen vom 26. und 27. Mai 2020 der Umgestaltung Betzenhauser Torplatzes zugestimmt. Damit liegen die Planungen im aktuellen Zeitplan: vorraussichtlich können im letzten Quartal 2020 die Umbauarbeiten beginnen. Neben dem Torplatz ist ja auch die gegenüberliegende Seite betroffen (Platz vor dem NKD), also Nord- und Südseite. Die Umbauten werden wahrscheinlich zeitlich entkoppelt, d.h. nacheinander erfolgen.

Aus dem Protokoll: “Ohne Debatte beschlossen hat der Rat, den Betzenhauser Torplatz umzugestalten. Das Projekt ist ein Baustein des schon seit dem Jahr 2012 laufenden Zentren-Aktivierungs-Konzept Betzenhausen-Bischofslinde und soll den Platz attraktiver machen. Verzögert worden ist die Planung dadurch, dass nicht der gesamte Bereich des Platzes öffentliches Gelände ist, wodurch auch nur dieser Teil umgestaltet werden kann. Die Holzplastiken werden zurückgebaut, zur Sundgauallee hin wird ein größerer Solitärbaum gepflanzt und Sitzbänke installiert. Die Kosten der Umgestaltung liegen bei rund 600.000 Euro, ein Teil der Kosten wird von Bund und Land getragen.”

Hier geht es zu den Unterlagen der Beschlussvorlage und weiteren Details inklusive dem Entwurf (PDF)  zur Umgestaltung. Grundlage dies Entwurfs sind die Überlegungen, die anfangs für die Gesamtgestaltung des Platzes vorgesehen waren. Es gilt also annähernd die Visualisierung, wie sie weiter unten auf dieser Seite abgebildet ist, wobei der Privat-Bereich erhalten bleibt und der öffentliche Bereich so gestaltet wird, dass keine optischen Brüche entstehen (z.B. beim Pflaster und im bisher schon vorhandenen Baumbereich). Auch deshalb hat der aktuelle Entwurf Abweichungen gegenüber der Animation unten.

Sehr erfreulich aus Sicht des Bürgervereins ist, dass auch besondere Details in die Planung aufgenommen wurden: z.B. Barrierefreiheit, Trinkwassersäule wie auf dem Platz der Alte Synagoge, günstige Stelle für Christ-/Narrenbaum, neu konzipierte Beleuchtung zur Vermeidung von Angsträumen u.a. Etwas Besonderes sind auch die modernen technischen Lösungen für Strom- und Wasserversorgung als Unterflurelemente. Der zukünftigen Nutzung im Rahmen von Bauernmarkt oder Stadtteil-bezogenen Veranstaltungen steht also nichts mehr im Wege.

Okt. 2020: Die Umgestaltungsarbeiten am Betzenhauser Torplatz haben begonnen (siehe auch Beitrag im Bürgerblättle Aug./Sept. 2020). Zunächst erfolgte  der Umbau des Torplatzes nördlich der Sundgauallee (Anfang März abgeschlossen, danach wird südlich der Sundgauallee gearbeitet). Der Wochenmarkt wurde im ersten Bauabschnitt auf die Südseite der Sundgauallee verlegt (vor den NKD) und wird danach wieder auf die  bisherige Seite unmittelbar vor den Kastanienplatz zurückkehren (also auch etwas näher an die Sundgauallee als vorher).

Im Rahmen der Baumaßnahme werden die vorhandenen hölzernen Kunstwerke abgebaut. Der Bodenbelag und die angrenzenden Grünflächen werden erneuert, bleiben in der Höhenlage aber größtenteils bestehen. Im südlichen Bereich werden zudem Poller den neugestalteten Platz vor unerlaubtem Befahren sichern. Bei dem neuen Belag handelt es sich vorwiegend um Beton- und Natursteinpflaster, einzelne Bereiche werden aber auch als wassergebundene Wegefläche sowie als Pflanz- und Rasenflächen hergestellt. Weiterhin werden zwei bepflanzte Sitzelemente aus Betonfertigteilen angebracht. Die vorhandenen Bäume bleiben bestehen.” (Stadt Freiburg)

April 2021: im März war der Torplatz fertig, etwa einen Monat danach auch der gegenüberliegende Platz vor dem NKD.  Gleich am ersten Tag haben viele Bewohner die Gelegenheit genutzt um einwenig in der Sonne zu sitzen. Die “Einweihungsfeier” war Corona-bedingt sehr klein: Baubürgermeister Martin Haag kam vorbei um zusammen mit Beate Diezemann und Ralf Ulrich am 20.4. einen kleinen Spaziergang über den neuen Platz zu machen (Erinnerungsfoto inklusive).

Kommunaler Vollzugsdienst (VD)

Stand 27. April 2021: Leider hat der Gemeinderat mit 27 zu 19 Stimmen eine Kürzung des Vorzugsdienstes beschlossen (nach unserer Kenntnis mit den Stimmen der Grünen, Eine Stadt für alle, JUPI und Teilen der SPD/Kulturliste).  OB Martin Horn hatte sich dafür eingesetzt, den Vollzugsdienst in der bisherigen Stärke zu belassen und sieht es weiterhin kritisch: “Ich werde es umsetzen und mit dem Land verhandeln. Ich denke aber, dass uns das auf die Füße fallen wird.

Siehe auch Bericht der Badischen-Zeitung (ggf. nur mit eingeschränktem Zugriff).


Stand 13. April 2021: bei fünf Freiburger Bürgervereinen ist eine Frau erste Vorsitzende. In einem gemeinsamen Brief an den OB und die Fraktionen des Gemeinderates haben diese Frauen nun noch einmal Stellung bezogen zur geplanten Kürzung des Vollzugsdienstes.

Sehr geehrter Herr  Oberbürgermeister Horn, sehr geehrte Damen und Herren des Freiburger Gemeinderates,

angesichts der Abstimmung im GR am 27.04.2021 über die künftige personelle Ausstattung des VD übersenden wir Ihnen im Anhang aus den Stadtteilen, die am meisten unter einer Reduzierung des Vollzugsdienstes leiden würden (die Innenstadt, der Stühlinger und rund um den Seepark) unsere dringende letztmalige Bitte, von einer Kürzung abzusehen. Über alle Stadtteilgrenzen hinweg sehen die Unterzeichnerinnen, bei einer personellen Reduzierung um ein Drittel des jetzt schon personell dünnsten VD im Lande die Gefahr, auch die nächliche Sicherheit für Frauen zu erheblich zu schwächen. Deshalb bitten wir vor allem die Gemeinderätinnen, unser Engagement für Frauensicherheit zu unterstützen und keiner Kürzung zuzustimmen. Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Anca Rosler-Koslar, Lokalverein Innenstadt Freiburg i.Br. e.V.
Ingrid Winkler, Vorsitzende AFB
Daniela Ullrich, Vorsitzende BV Stühlinger
Beate Diezemann, Vorsitzende BV Betzenhausen-Bischofslinde
Ursula Jautz, Vorsitzende BV Mooswald

Hier geht es zum Frauenbrief gegen Kürzung VD (PDF) .


Beitrag aus Bürgerblättle 266 April / Mai 2021:

Mit Unverständnis und großer Enttäuschung haben wir zur Kenntnis genommen, dass einzelne Fraktionen den kommunalen Vollzugsdienst (VZ) von 17 auf 11 Mitarbeitende kürzen wollen; insbesondere würden dadurch wohl auch nächtliche Kontrollgänge, speziell an Wochenenden und Feiertagen wegfallen. Gerade an diesen Tagen wird aber vermehrte Bestreifung benötigt.

Bild: Polizeipräsidium Freiburg

Nach unserer Ansicht hat die Aufstockung des VD das Sicherheitsgefühl in Freiburg in den letzten Jahren wesentlich verbessert. Eine Aufstockung, die nach dem Mord an der Dreisam nicht nur von uns sehr begrüßt wurde, brachte auch eine merkliche Entlastung der Polizei, die sich hierdurch um andere Probleme kümmern können. Die verstärkte Bestreifung unseres Stadtteils, insbesondere des Seeparks konnte hierdurch besser erfüllt werden.

Gerade in jüngster Vergangenheit häufen sich wieder Störungsmeldungen im Seepark. Selbst in dem jungen Jahr sind wir als Bürgerverein bereits wieder mehrfach in die Thematik Ruhestörung etc. einbezogen. In den kommenden wärmeren Monaten wird es sicher noch mehr werden, das zeigen die Erfahrungen des letzten Jahres.

Vor etwa 20 Jahren gab es sogenannte „Seepark Ranger“: eine sehr sinnvolle und effektive Prävention, deren positive Auswirkungen man nicht unterschätzen und schon gar nicht aufgeben sollte. Jede nicht durchgeführte Straftat/Ruhestörung fördert das ruhige und entspannte Miteinander.

Das individuelle Gefühl der Sicherheit, das durch die Präsenz des Vollzugsdienstes vermittelt wird, wiegt sicherlich schwerer als nicht exakt greifbare Kostenaspekte. Wir sind überzeugt, dass eine Reduzierung viel Unverständnis bei der Bevölkerung hervorrufen würde und wir bitten unsere Vertreter*innen im Gemeinderat, sich für die Beibehaltung des Vollzugsdienstes in der bisherigen Stellenanzahl einzusetzen.

Beate Diezemann (erste Vorsitzende)


Weitere Hintergründe

Der Vollzugsdienst geht auf eine Vereinbarung zwischen dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Freiburg im März 2017 zurück und nahme seine Tätigkeit im Okt. 2017 auf. Hier die damalige Pressemitteilung der Stadt Freiburg. Eine erste Zwischenbilanz der Stadt dann im Sommer 2018. Mit einem klaren Votum wurde diese Sicherheitspartnerschaft zwischen Land und Stadt im Jahr 2019 vom Gemeinderat bestätigt und dabei sogar ausgebaut um weitere Stellen.

OB Horn hat sich bei den Haushaltsberatungen 2021 trotz der allgemein kritischen Situation klar für den VD in jetziger Form und gegen eine Kürzung ausgesprochen. Siehe zugehörige Pressemitteilung der Stadt Freiburg.

Das Jahr der Störche

Auch wenn die Überschrift so klingen mag: wir wollen dem traditionellen chinesischen Mondkalender kein weiteres Tierzeichen hinzufügen (dort sind es bisher zwölf Tiere, z.B. Pferd, Schaf, Hund und Schwein, aber nicht der Storch). Hier soll es um den Ablauf innerhalb eines Weißstorch-Lebensjahres gehen. Davon kann der Weißstorch durchaus mehr als 30 Jahre haben, soweit ihm natürliche Gefahren oder auch Hochspannungsleitungen nicht in die Quere kommen. Wir wollen hier insbesondere auch auf die Gewohnheiten unserer Gäste auf dem Turm der St. Thomas Kirche in Betzenhausen eingehen: ein Storchennest mit langer Geschichte. Die Störche sind bei ihrer Anwesenheit in den Frühjahr/Sommer-Monaten auch live zu erleben über unsere Storchenkamera/WebCam.


Sommerquartier in Betzenhausen

Rückkehr aus dem Süden

Beginnen wir mit dem Februar: dann verlassen die Störche normalerweise ihr Winterquartier für den Flug zu uns, wobei sie das immer früher tun. Ein Beispiel: unser Brutstorch des Jahres 2021 traf Anfang Febr. schon bei uns ein; im Jahr 2017 war er erst Ende des Monats da (es war das gleiche Tier). Störche kommen gern zurück zu ihrem Horst aus dem Vorjahr: wenn es schon besetzt ist, führt das zu Streit und gelegentlich auch heftigen Kämpfen. Aber auch ganz andere Feinde können in Erscheinung treten: in Betzenhausen zählen Krähen dazu und haben in mehreren Jahren dafür gesorgt, dass Störche nicht einziehen mochten (z.B. 2012). Es waren Ideen gefragt, um dieses Problem zu lösen (siehe unsere Impressionen aus vergangenen Jahren). Wenn dann am Ende doch alles gut gegangen ist, wartet der Brutstorch nicht nur auf (s)ein Weibchen; er macht sich auch gleich mal nützlich mit Haushaltspflege, sprich Ausbesserungsarbeiten am Nest.

Üblicherweise folgen die weiblichen Störche ca. 2 Wochen später. Meistens finden dann auch die gleiche Paare zusammen; insbesondere dann, wenn sie im Vorjahr erfolgreich gebrütet hatten. Störche pflegen also eine andauernde Partnerschaft. Manchmal erkennt der wartende Storch sein Weibchen in enorm großer Entfernung; die Freude darüber ist dann auch sichtbar und beeindruckend. Zur Begrüssung wird natürlich ordentlich “geklappert”. Der Familien-Zusammenhalt gilt allerdings nur für die Brut-Saison bei uns: im Winterquartier geht/fliegt man üblicherweise getrennte Wege (gilt also auch für Hin- und Rückflug). Schwierig wird es gelegentlich, wenn das Weibchen sich “verspätet” und dann ein Konkurrentin versucht den vermeintlich leeren Platz einzunehmen: auch das kann wieder zu länger anhaltenden Auseinandersetzungen und Kämpfen führen.

Die Brutzeit

Wenn alles gut geht, liegen irgendwann im März bis zu 5 Eier im Nest. Beide Elternteile wechseln sich beim Brüten ab, wobei das Weibchen nach Beobachtungen aber wohl größerer Zeitanteile investiert: die Brutablösung ist jedes Mal ein freudiges Ereignis und schön zu beobachten per Storchenkamera. Immer wieder wird zwischenzeitlich auch das Nest mit frischem Heu verschönert und ausgepolstert. Die Brutdauer beträgt gut 30 Tage: folglich sind Mitte April bis Anfang Mai die Jungstörche geschlüpft.

Dann beginnt eine kritische Phase: die Eltern müssen über die kommenden 2 Monate genügend Nahrung herbei schaffen. Störche sind nahezu “Allesfresser” beliebt sind Kleintiere wie Regenwürmer, Insekten, kleine Fische, Frösche, später auch Mäuse, Entenküken und Jungvögeln, Schlangen und auch Aas. Aber es gibt auch andere Luftbewohner, die wiederum den Nachwuchs der Störche als Beute betrachten. Deshalb bleibt in den ersten Wochen immer ein Elternteil bei den Jungen. Feindlich gesinnt kann natürlich auch das Wetter sein: insbesondere Kälteeinbrüche mit Hagel oder tagelanger Regen waren in den vergangenen Jahren kritisch. Bei zu viel Wasser von oben kann ein Nest verstopfen und einen See bilden. Je jünger die Tiere sind, desto größer die Gefahr zu ertrinken (siehe auch Impressionen aus den vergangenen Jahren).

Aufzucht und Beringung

Im Alter von 4 bis 6 Wochen erhalten die Jungstörche einen Kunststoffring am Bein, der mit einer individuellen Nummer versehen ist. Der Ring stört die Tiere in keiner Weise, sie können aber mit einem Blick durchs Fernrohr oder Teleobjektiv identifiziert werden. Das hilft bei Forschungsarbeiten: so lässt sich z.B. nachvollziehen wo und mit welchem Partner die Störche brüten, wohin ihre Reise in den Süden geht und wie sie zurückkommen. Alle relevanten Beobachtungsdaten werden in Deutschland vom Max-Planck-Institut (MPI) für Verhaltensbiologie in Radolfzell gesammelt (Weitergabe von Daten zur Beringung oder aus Beobachtungen ist z.B. eine Aufgabe von Storchen-Betreuern). Um den Ring in luftiger Höhe anzubringen sollte man schwindelfrei sein. Seit Jahren übernimmt Gustav Bickel bei uns diese Aufgabe: er ist Vorsitzender des Vereins Weissstorch Breisgau e.V. und langjähriger Betreuer zahlreicher Storchenpaare am Tuniberg und in der March. Die Eltern geraten übrigens bei diesem Besuch nicht in Unruhe und warten einfach ausserhalb des Nestes.

Wenn irgendwann im Juni der Nachwuchs kräftig genug erscheint und auch immer mehr Futter anfordert, gehen (fliegen) beide Elternteile gleichzeitig auf die Nahrungssuche. Natürlich wird es zu dieser Zeit auch immer enger im Nest: trotzdem schön zu sehen, wie die Familie am Abend zusammenrückt und jeder im wahrsten Sinne des Wortes “sein Plätzchen findet”. Parallel wird der Platz aber auch aus einem anderem Grund knapp: die Jungstörche starten mit Flugversuchen, wobei die ersten (Trocken-)Übungen primär zur Kräftigung der Arm-Muskulatur dienen, also Flügelschlagen.

Flügge werden

Im Juli wird das Übungsprogramm dann konkreter: die Jungen breiten ihre Flügel aus, hüpfen im Nest hoch und gleiten bald automatisch darüber (“vom Winde verweht”).  Immer höher, immer weiter; manchmal ist der Mut oder Leichtsinn auch etwas zu groß und so folgt am Ende eine Notlandung auf dem Boden der Tatsachen. Wenn es der Nachwuchs dann nicht wieder zurück ins Nest schafft, hilft die Aufzuchtstation von Vereins Weissstorch Breisgau e.V. in Reute. Nebenbei: Storcheneltern hier in Betzenhausen landen auch gern mal auf der Gaskugel, wenn es ihnen zu eng und zu bunt wird im Nest und sie ihren Nachwuchs lieber mit etwas Abstand betrachten möchten.

Kontinuierlich steigt im Juli bei den Jungstörchen der Drang, das Nest zu verlassen und rauszufliegen in die Welt: allerdings bleibt diese Welt zunächst noch recht übersichtlich und nennt sich z.B. Dreisam mit umliegenden Flächen oder anderen landwirtschaftlich wenig genutzten Bereichen in der Nähe Freiburg. Es sind gemeinsame Wochen der Futtersuche, denn auch das will erst mal gelernt sein. Letztendlich sollen die “jungen Leute” es am Ende ja bis nach Afrika schaffen. Und zwar allein! Bis zur weiten Reise bleibt die Familie also erstmal zusammen.


Winterquartier der Westzieher

Der August hat ein klares Ziel: Abflug ins Winterquartier

Weißstörche aus dem Breisgau gehören zu den Westziehern, d.h. sie fliegen südwärts über Frankreich nach Spanien und Portugal. Sie fliegen immer in Gruppen: trotzdem ist es nicht die reine “Gruppendynamik”, die den Weg bestimmt. Es scheint den Störchen angeboren, dass sie aufbrechen und dass sie den westlichen Weg wählen. Die Zahl der Störche, die über Gibraltar weiter nach Westafrika fliegt, hat in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich abgenommen, aber manche wagen es trotz allem sogar noch bis zum Nigerdelta. Unsere Störche haben sich wohl in den letzen Jahren westlich von Madrid aufgehalten (belegt durch Sichtung über die Ringe).

Video: Die Weisheit des Schwarms – die globale Reise der Störche (knapp 4 min)

Egal wie weit die Reise auch geht: es ist eine Meisterleistung, eine solche Strecke mit so wenigen Flugstunden zu überstehen. Das gilt vor allem für die Jungstörche und leider sind dort die Verluste auch besonders hoch. Aber wie so häufig: die Technik macht’s möglich! In diesem Fall heisst die Flugtechnik “Ausnutzung der Thermik” um in die Höhe zu gelangen und dort kräftesparend zu gleiten. Um solche Aufwinde zu erkennen, braucht es wiederum Erfahrung. Wer sie hat, wird auch schnell zum Anführer der jeweiligen Reisegruppe von Störchen: eine Erkenntnis aus dem Jahr 2018, die Störche mit Sendern dem Max-Planck-Institut geliefert haben (ein Video vom dortigen Institut für Verhaltensbiologie zeigt sehr schön dieses Flugverhalten von Gruppen bei Aufwinden). Störche mit diesen Fähigkeiten sind dann auch häufiger als Weitflieger unterwegs nach Westafrika, die Route führt über die Meerenge von Gibraltar (gerade für dieses Teilstück gilt: non-stop). Etwa 100 bis 150 km werden im Durchschnitt pro Tag zurückgelegt: von Betzenhausen nach Madrid dürften unsere Störche also etwa 10 Tage unterwegs sein (ca. 1250 km von hier).

Orientierung

Zugvögel: wohin es Vögel im Winter zieht, wie sie sich orientieren und wie sie auch wieder zurückfinden, das hat die Menschen immer fasziniert (neben dem Fliegen selbst natürlich auch). Bei Interesse an den Flugrouten der Störche: einige Tiere aus dem Breisgau tragen inzwischen kleine Sender. Über die App “Animal Tracker” lässt sich erkennen, wohin deren Reise in den Süden geht.  Einen Sender haben insbesondere diejenigen Störche erhalten, die in der Aufzuchtstation in Reute betreut werden mussten: so möchte man u.a. erkennen, ob sie andere Routen wählen als die frei fliegenden Störche.

Im Winterquartier

Angekommen: das Leben der Störche bei uns können wir beobachten; also müssen hier auch noch ein paar Sätze folgen, wie es denn im Winterquartier aussieht. Das Zusammensein als Paar und in der Familie gilt ja nur für die Zeit der Brut-Saison. Die Anwort ist wohl ein “Leben in der WG”: Gruppen von Störchen besetzen ganze Bäume als Schlafstelle, oder sie haben Astgeflechte als Nester, die eng aneinander gebaut sind (z.B. in Bäumen, auf Dächern alter Häuser oder auf Mauern). Sie sind auch gemeinsam unterwegs zur Nahrungssuche. Natürlich bevorzugt der Storch auch im Winterquartier Gegenden mit Flussniederungen, Teichen und feuchten Wiesen um die passende Nahrung zu finden; auch Reisfelder mit Krebsen. Häufig waren es in vergangenen Jahren auch offene Mülldeponien, die Störche in Spanien angezogen haben, eine Art “Feuchtgebiet unserer Zivilisation”, in dem es neben Essensresten auch Kleintiere gibt, die zum Speiseplan des Storchs passen (siehe auch Arte-Dokumentation weiter hinten). Doch auch diese Mülldeponien werden eher weniger; unklar, wie es weiter geht.

Auch wenn unser Storchenpaar der letzten Jahre wohl seinen Winter in Spanien verbracht hat: immer noch beachtlich viele Störche zieht es weiter nach Afrika, über die Sahara bis in die nachfolgenden Feuchtgebiete z.B. von Tansania. Die Überlebenden befinden sich danach ggf. in Gesellschaft von Giraffen und Elefanten. Eine beeindruckende Dokumentation von Arte beschreibt diesen Flug und auch die Strapazen, denen insbesondere Jungstörche dort ausgesetzt sind (siehe Hinweise zur Doku weiter unten).

Daheim geblieben

Inzwischen gibt es auch Störche, denen die Strapaze der Reise in Süden nicht gefällt und deshalb gleich hier bleiben. Wer auch immer zuerst auf diese Idee gekommen ist: vielleicht war es ein Versehen oder einfach ein Ausprobieren. Es funktioniert, solange Würmer, Mäuse, Schnecken oder Fische zu finden sind. Grundsätzlich können Störche ihre Wärme gut speichern (besser als z.B. kleine Singvögel) und kühlen deshalb auch nicht so leicht aus. Und da vergangene Winter auch nicht mehr so streng waren wie früher, hat es einfach geklappt. Häufig wird dieser Erfolg auch an die nächste Generation weitergegeben; inzwischen ist betrachtet auf das ganze Land ein merklicher Anteil, der das Daheimbleiben gelernt hat.

Zum Schluss: Das Leben der Störche ist gefährlich; ganz besonders im ersten Lebensjahr und damit auch beim ersten Flug ins Winterquartier. Geschätzt nur 20% dieser Jungtiere überleben das erste Jahr: Hochspannungsleitung sind nach aktuellem Stand die größte Gefahr, natürlich auch ander Raubtiere zu Lande und zur Luft. In manchen Regionen wird der Stoch gejagt.


Arte-Dokumentation “Zugvögel”

Wer sich für das Leben der Störche und ihre Flugrouten interessiert, sollte sich auch etwas Zeit nehmen für die Arte-Dokumentation “Zugvögel”, in der erstmals die Reise von Zugvögeln mit Helikopter-Kameras begleitet wurde. Die komplette Dokumentation besteht aus 4 Folgen, die gelegentlich auf den bekannten Doku-Kanälen als Wiederholung gezeigt wird. Aktuell geplant für April 2021, siehe ARD-Programmhinweis (dann sicher auch in der Mediathek).

Arte-Video: Zugvogel Storch (knapp 30 min)

Auszüge dieser Doku mit Bezug auf die Reise und den Flug der Störche sind in einem Zusammenschnitt auch auf Youtube zu sehen, Titel  ARTE – Zugvogel Storch. Der Kamera-Helikopter begleitet im Film die Störche auf der Westroute bis nach Tansania. Beschrieben und gezeigt wird auch hier das Flugverhalten mit Ausnutzen von Aufwinden. Begleitet werden Jungstörche aus einem Ort in Rheinland-Pfalz, die sich Ende August auf den Weg in den Süden machen: vorbei an Freiburg (!), über Genfer See, Südfrankreich nach Spanien. Auch das Leben auf spanische Müllkippen ist dokumentiert. Warum sich welches Tier für den Weiterflug entscheidet bleibt auch hier eine offene Frage. An der Meer-Enge von Gibraltar sammelt sich eine große Gruppe mit mehreren Hundert von Störchen: Konzentration vor dem Not-Stop Flug über Wasser (Störche fliegen normalerweise nur über Land um besagte Aufwinde zu nutzen und sie sind Nichtschwimmer). Auch bei diesem anstrengenden 20km Teilstück ist erstmals ein Kamera-Helikopter dabei. Noch größer wird die Gefahr mit Überquerung der Sahara: bis zu einem Drittel der beteiligen Jungstörche verliert das Leben. Einige der Störche tragen Sender und sie alle haben als Ziel die Feuchtgebieter südlich der Wüste (vor allem in Tansania).

Hier die ursprüngliche Beschreibung zur Komplett-Dokumentation Zugvögel:

Warum nehmen Zugvögel Jahr für Jahr die Strapazen eines langen Fluges auf sich? Die Dokumentation begleitet Zugvögel mit atemberaubenden Luftbildern von ihren Reisen aus der Vogelperspektive – im Dienste der Wissenschaft. Der Kamera-Helikopter überquert mit Störchen gemeinsam die gefährliche Straße von Gibraltar und begleitet sie in der Luft bis nach Tansania und Kenia.

Diese Dokumentation begleitet Jungstorch Borni auf seiner ersten langen Reise nach Afrika. Allein – lange vor seinen Eltern – zieht Borni mit seinen drei Geschwistern Richtung Süden, eine gefährliche Reise mit zahlreichen abenteuerlichen Etappen.

Der Flug mit Tausenden anderer Störche über die Camargue und die Straße von Gibraltar wird dabei erstmals von einer gyrostabilisierten Helikopter-Kamera begleitet. Um herauszufinden, wo die Zugvögel den Winter verbringen, zeichnen möglichst kleine und leichte Hightech-Sender jede Flugbewegung eines Vogels als GPS-Koordinaten auf und melden dazu Flughöhe und -geschwindigkeit, Luftwiderstand sowie Energieverbrauch. Damit wird man in Zukunft Erstaunliches per Vogelzug erfassen und vorhersagen können – von lokalen Windverhältnissen bis zu Unwettern, drohenden Erdbeben oder Riesenheuschreckenplagen. Denn Änderungen der Routen haben immer einen Grund. Nur wenn es sich lohnt, lernen Tiere im Laufe der Evolution zu wandern, meist auf der Suche nach Nahrung oder besseren Brutrevieren.

Doch Zugvögel leben gefährlich, der Vogelzug war schon immer eine Frage des Überlebens. Von 20 Milliarden Singvögeln weltweit sterben inzwischen jedes Jahr 10 Milliarden. Die meisten Vögel, die wir aus unseren Gärten kennen, ziehen über unsere Köpfe hinweg, wenn wir schlafen. Welche Gefahren ihnen im Schutz der Dunkelheit dennoch drohen, macht eine Animation der nächtlichen Massenwanderung sichtbar. Peter Berthold, Deutschlands Guru unter den Vogelforschern: “Meine persönliche Prognose ist, dass wir, wenn die Klimaerwärmung so weitergeht wie jetzt, in hundert Jahren bei uns keine Zugvögel mehr haben.”

Dokumentarfilm Deutschland 2016 | arte


Weitere Fundstellen zur allgemeinen Info

Natürlich ist der Weißstorch auf Wikipedia beschrieben. Der Storch ist Wappen des Nabu, er war Vogel des Jahres 1984und 1994, folglich gibt es beim Nabu auch viel zu lesen über den Weißstorch selbst und das Flugverhalten in Richtung Süden. Die Forschungsergebnisse beim Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie bringen z.B. Erkenntnisse darüber, wie die Flugkünste selbst wohl über das Ziel mitentscheiden. Als erste Wahl bei Fragen zum Weißstorch im Breisgau ist noch einem der Hinweis auf den Verein Weissstorch Breisgau e.V. mit seiner Aufzugstation in Reute; der Verein führt auch eine Statistik zur Entwicklung des Bestandes im Breisgau.

Kurz noch einmal zum Flugverhalten in Gruppen: ein Video vom Max-Planck-Institut zeigt, wie eine Gruppe von 27 Störchen gemeinsam den Aufwind nutzen, und wie wenige Flügelschläge sie dabei brauchen (2 Minuten Video).

Vor ca. 50 Jahren war der Weißstorch bei uns fast komplett verschwunden; so wurde er zum Wappentier des Nabu. Der Bestand hat sich aber inzwischen sehr gut erholt. Dazu hat das Nest auf dem Turm der St. Thomas Kirche ja auch seinen Beitrag geleistet: im Mai 2009 erhielt die Kirche St. Thomas dafür die Nabu-Plakette “Lebensraum Kirchturm” (siehe Geschichte der Störche in Betzenhausen )

Bauen mit Holz im Obergrün?

Aktuell März 2021: neue Beiträge auch wieder in der Badischen Zeitung mit den Themen Holzbau und bezahlbares Wohnen und Große Holzbauten sind noch die Ausnahme (siehe Hinweise weiter unten im Text)

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Holzbau hat Zukunft! Eigentlich sieht das auch die Stadt Freiburg so und bietet darum seit Anf. 2020 ein recht einmaliges Förderprogramm. Fachkundige Handwerksbetriebe haben wir viele in der Regio; passendes Holz ohnehin. Dazu noch der Naturpark Obergrün in direkter Nachbarschaft: da sollte sich doch ein Baustil empfehlen, der diesem Umfeld angemessen wäre!  Wenn Holz nicht hier, wo dann?

Holz steht für umweltfreudliches und nachhaltiges Bauen; aber hier noch einige weitere Vorteile in Stichworten (es gäbe viel mehr zu berichten):

  • Stabilität: in Wuchsrichtung ist Holz sogar tragfähiger als Mauerwerk und das bei weit geringerem Gewicht.
  • Holzbauten sind brandsicher; es gelten die gleichen Regeln wie bei “normalen” Gebäuden.
  • Schallschutz: das war vielleicht früher ein Thema, aber dank vieler Innovationen in den letzten Jahrzehnten sind die Anforderungen an erhöhten Schallschutz heute durchgängig erfüllt.
  • Holzhäuser lassen sich bestens vorfertigen; also ist die Baustelle schneller fertig und es gibt dort weniger Dreck und Lkw-Verkehr.
  • Ein Holzbau hat ein wunderbares Raumklima und Wohngefühl.

Holz = Schwarzwaldhaus ? Das gilt schon lange nicht mehr. Die Übersicht Holzbau-Projekte in Freiburg (PDF) der Architektenkammer Freiburg in Zusammenarbeit mit der Stadt Freiburg zeigt eine Auswahl an Ideen. Im Mooswald hat z.B. Familienheim Freiburg 2018 ein modernes Mehrfamilienhaus als Holzbau errichtet (siehe zugehörige Presse-Mitteilung). In Freiburg Weingarten entsteht z.Z. ein 8 stöckiges Hochhaus aus Holz (für die Stadt Freiburg sicher auch ein Prestige-Objekt) und auf einem Parkhaus im Zentrum soll mit Holz aufgestockt werden (sicher eine gute Idee ).

Gerade hier in Betzenhausen (nur einige hundert Meter entfernt vom Obergrün) wurde schon vor 30 Jahre eine Formation mit innovativen Holzhäusern gebaut, die bundesweit Beachtung fand: vom Deutschen Bauherrenpreis 1992 (pdf) bis “Schöner Wohnen”. Jahre vor der Stadtteil-Entwicklung im Vauban waren es die ersten Baugruppen in Freiburg, anfangs auch gern als “Oeko-Siedlung” bezeichnet: hier das ursprüngliche Projektblatt bzw. ein Bericht im Bürgerblättle 133 von 1995 (pdf). Mit ähnlichem Konzept und den gewonnenen Erfahrungen folgten später Holz-Projekte in anderen Ortsteilen wie  Opfingen und Au.

In Berlin soll bald das größe Holzbauviertel weltweit entstehen. Im Obergrün könnte Freiburg – bzw. der verantwortliche Bauträger – in kleinem Maßstab zeigen, dass man es auch hier “drauf hat”! Und dabei vielleicht auch weg kommen von 08-15-Architektur. Was würde wohl der Freiburger Gestaltungsbeirat zu einer solchen naturnahen Bauweise am Park Obergrün sagen?

Klimaschutz ist ein zentraler Punkt, der für Holz spricht: es war sicher auch der entscheidene Grund für das bereits erwähnte Förderprogramm der Stadt Freiburg. Man schätzt, dass ca. 11% der weltweiten CO2 Emmissionen durch die Bauindustriee und deren aktuelle Werkstoffe verursacht werden (z.B. durch hohen Energie-Verbrauch bri der Herstellung von Zement / Beton). Bäume dagegen entziehen der Atmosphäre CO2 und unser Ziel muss es sein, dass dieses CO2 über lange Zeit im Holz gebunden bleibt.

Abschliessend noch eine andere Perspektive: der heimische (Schwarz-)Wald hat in den letzten Jahren sehr gelitten, denn Sturmschäden und trockene Sommer lassen inzwischen ein wirkliches Waldsterben befürchten; siehe Waldzustandbericht 2020 (pdf)). Als Vorbote gibt es seit Jahren ein Überangebot an Holz, insbesondere Schadholz, das aus dem Wald gebracht werden muss. Andernfalls würde der Borkenkäfers noch unkontrollierter wüten: durch die warmen Winter fühlt er sich ohnehin immer wohler hier. Der Holzpreis ist teilweise so sehr in den Keller geraten, dass sogar Export auf internationale Märkte zum Mittel der Wahl wurde (wobei Corona das zeitweise wieder verhindert hat). In dieser schwierigen Lage ist eigentlich die nachhaltige Holzverwertung (z.B. durch lokalen Holzbau!) ein Gebot der Stunde: zur Unterstützung der heimischen Forstwirtschaft und damit letztendlich auch zur Erhaltung des Waldes.


Nehmen wir doch unsere politischen Vertreter beim Wort…

Eine Stadt Für Alle (Gregor Mohlberg): “Dem Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen muss mehr und mehr die Zukunft gehören. Neben dem Verkehr ist der Bereich Bauen und Wohnen einer der wesentlichen Eintragsmomente für CO2 seitens privater Haushalte.”
Weiter zum vollständigen Beitrag im Gemeinderat am 22.10.2019.

SPD Fraktion ( Ernst Lavori ): “Wir möchten aber einen echten Anreiz schaffen für mehr Holz und mehr Klimaschutz durch Holzverwendung. Andere Städte wie Hamburg oder München machen uns das schon seit längerem vor“.
Weiter zum vollständigen Beitrag im Amtsblatt-Artikel Nr. 737 vom 15.02.2019

Die Grünen (Dr. Maria Hehn): „Mehr verbautes Holz, das bedeutet mehr gespeichertes CO2. Das ist die richtige Antwort auf die aktuelle Herausforderung, möglichst viel CO2 langfristig zu binden.
Weiter zur Pressemitteilung vom 18.10.2019

Freiburg Lebenswert (Dr. Wolf-Dieter Winkler): “Die Baumeister vergangener Jahrhunderte haben sich nicht nur bei Gebäuden aus Stein wie dem Freiburger Münster, sondern auch im Holzbau ein phänomenales Wissen angeeignet, das einen nur ehrfürchtig werden lassen kann. Diese Gebäude werden Jahrhunderte alt. Es ist daher völlig unverständlich, dass dieses Wissen weitgehend verloren ging bzw. einem architektonischen Verständnis Platz machen musste, das einen grausen lässt.”
Weiter zum vollständigen Beitrag im Gemeinederat am 23.10.2018.

JUPI Fraktion (Lukas Mörchen):  “Es gibt ein Potential an Bauvorhaben, die mit einer nennenswerten Holzverwendung umgesetzt werden können Deshalb müssen wir die Verwendung von Holz bei allen Bauvorhaben fördern, um ernsthafte Schritte zum Erreichen unserer Klimaschutzziele zu machen“.
Weiter zum vollständigen Beitrag im Gemeinderat am 5.2.2019

Ministerpräsident Winfried Kretschmann: “Holz als Baustoff ist eine der effektivsten, ökonomisch sinnvollsten und rasch wirksamsten Varianten zur CO2-Minderung. Durch diese gute Öko-Bilanz hat der Holzbau eine große Bedeutung für den Klimaschutz. Deshalb setzt sich die Landesregierung entschlossen dafür ein, den Anteil der Holzverwendung im Bauwesen weiter zu steigern.”
Aus dem Vorwort zum 5. Holzbau-Forum in Donaueschingen, Mai 2020.


Beiträge in der lokalen Presse (eine Auswahl)

Große Holzbauten sind noch die Ausnahme:  “Naturpark Südschwarzwald wirbt für Mehrfamilienhäuser aus Holz, doch die sind noch die Ausnahme. Eigentlich müsste der Bau von Häusern aus Holz boomen. Denn nicht nur im Schwarzwald wartet wegen der Borkenkäferplage viel Holz auf eine nachhaltige Verwertung….” (weiterlesen Badische Zeitung vom 19. März 2021)

Holzbau und bezahlbares Wohnen muss kein Wiederspruch sein: “In Staufen entsteht in einem Modellprojekt erschwinglicher und nachhaltiger Wohnraum / Erste Wohnungen dieses Jahr fertig. Eine der drängendsten Fragen der Zeit ist neben der Energiewende nach wie vor der Bau bezahlbarer Wohnungen. Eine Antwort auf beide Fragen gelingt in Staufen… Energiekonzept entlastet Mieter: Auch hier lohnt ein Blick auf die Ökobilanz…”(weiterlesen Badische Zeitung 17. März 2021)

Interview mit Dipl. Ing. Rainer Probst mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der Architektenkammer im Bezirk Freiburg/Südbaden Tenor: insbesondere die Freiburger Architektenkammer ist von den Möglichkeiten überzeugt, die der Holzbau ermöglicht (weiterlesen  Badische Zeitung vom 8. Dez. 2020). (siehe auch Hinweis unten auf Muster-Projekte der Kammer).

In Freiburg Weingarten entsteht im Jahr 2020 ein 8 stöckiges Prestige-Objekt aus Holz (weiterlesen Badische Zeitung vom 8. Dez. 2020).

Wald, Forstwirtschaft, Holzbau im (Klima)Wandel: “Der dritte trockene Sommer in Folge hat seine Spuren im Wald hinterlassen. Im Zusammenspiel mit Borkenkäfer und Coronapandemie hat sich die Situation dieses Jahr extrem zugespitzt….” (weiterlesen bei Wirtschaft im Südwesten Okt. 2020).

Infos rund um Holz und Holzbau

“Bauwerk Schwarzwald” heißt ein vom Land Baden-Württemberg geförderte Netzwerk zur Erforschung der besonderen schwarzwaldspezifischen Baukultur, zur Beratung zukunftsweisenden Gestaltung und zur Unterstützung von Aus- und Weiterbildung. Auch die Sensibilisierung der Öffentlichkeit gehören zu den Zielen, für die “Bauwerk Schwarzwald” mit Kammern, Verbänden, Einzelinitiativen und Privatpersonen kooperiert.  siehe www.bauwerk-schwarzwald.de

Die Übersicht Holzbau-Projekte in Freiburg (PDF) der Architektenkammer Freiburg in Zusammenarbeit mit der Stadt Freiburg zeigt einige Ideen.

Wer in Freiburg ein Gebäude aus Holz baut,  oder mit Holz aufstockt, kann einen Zuschuss der Stadt bekommen. Freiburg scheint die erste Stadt im Land mit einem solchen Fördertopf zu sein: zeigt es doch auch die Priorität, die der Holzbau in Freiburg eigentlich hat. Das zugehörige Förderprogramm gibt es seit Jan. 2020.

Alle drei Jahre vergibt das Land Baden-Württemberg diverse Preise für besonders gelungene Architektur und Innovationen; siehe www.holzbaupreis-bw.de.

Viele Hintergründe zum Bauen mit Holz in unserer Region bietet www.pro-holz-schwarzwald.com. u.a. mit Beispielen unterschiedlicher Holzbauen. Als download zu finden ist hier auch die Broschüre “Holzbauten in Südbaden. 100 ausgewählte Projekte“.

Auf dem ehemaligen Flughafen Tegel soll in den nächsten Jahren das größte Holzbauviertel  weltweit entstehen; siehe Bericht bei rbb24.

Dass “andere Städte wie Hamburg und Berlin schon weiter sind” wurde oben schon zitiert; hier also z.B. ein Fernsehbeitrag des NDR.

Der Waldzustandbericht 2020 (pdf) für Baden-Württemberg.


Sonstige Quellen zum Holzbau

Waldbesitzerinformationen bei www.waldgenossenschaftdtw.de/aktuelles

Der aktuelle Holzmarkt bei www.fbg-kleines-wiesental.de

Die Holzbauoffensive Baden-Württemberg hier www.holzbauoffensivebw.de/de

Forstpraxis: “Am Holz führt kein Weg vorbei”, siehe www.forstpraxis.de