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Info-Tag und Hock an der Gaskugel

Am Sonntag, den 11. September, ist der landesweite “Tag des offenen Denkmals“, den die Deutsche Stiftung Denkmalschutz alljährlich organisiert. Erstmals ist auch das Gaskugel-Projekt dabei (www.gaskugel-freiburg.de).

An dieser Stelle also die herzliche Einlagung, unseren Info-Tag am 11. Sept. neben der Gaskugel zu besuchen (siehe nachfolgendes Programm). Ergänzend dazu laden wir schon am Abend davor (Sa. 10. Sept.) zu einem gemütlicher Hock an der Gaskugel. Eine Veranstaltung für alle großen und kleinen Gaskugel-Fans!

Der Arbeitskreis Gaskugel informiert über das noch junge Denkmal: über seine frühere Funktion, die Hintergründe seiner Stilllegung, seine städtebauliche Bedeutung und die Möglichkeiten einer neuen, zivilen und denkmalverträglichen Nutzung. Denn mit ihrer einmaligen Lage, ihrer markanten Form, ihrer Größe und ihrer Geschichte ist die Kugel für ein Ausflugsziel geradezu prädestiniert.

Gefeiert wird direkt neben der Kugel bei den Tennisanlagen, Fischermatte 3A. Wir danken der Tennis-Abteilung Sportfreunde Eintracht Freiburg für die Unterstützung an beiden Tagen!

Mit Hock und Info-Tag direkt am Gelände wollen die Veranstalter zugleich bewusst machen, dass das Grundstück auch drei Jahre nach der Stilllegung des Gasbehälters noch nicht zugänglich ist (auch nicht zum “Tag des offenen Denkmals”).

Hock an der Gaskugel: Samstag, 10. Sept., 17 – 21 Uhr.

Gemütlicher Hock und stimmungsvoller musikalischer Abend für die Anwohner*innen, Netzwerker*innen und Partner*innen – offen für alle Interessierte und Neugierige!

17:00 Uhr Eröffnung durch Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde e.V., und Stiftung BauKulturerbe gGmbH / AK Gaskugel.
17:30 – 19:00 Uhr
Easy Listening – Skyline Smallband, Jazz Combo mit Christine Wienand (Vocals), Herbert Kustermann (Saxophon), Patrick Obergföll (Gitarre) und Andreas Wolf (Bass).
19:15 – 21:00 Uhr Sonny Erixxon; Betzenhausens Local Hero der Musik spielt „Cover Pop from Heaven“.

Kultur und Infos: Sonntag, 11. Sept., 11 – 17 Uhr

Wir wollen da rein! Das Team des AK Gaskugel ist vor Ort, informiert über das neue Nutzungskonzept für DIE KUGEL mit einer Vielzahl an Programmpunkten, diskutiert mit den Gästen und beantwortet Fragen.

11:00 Uhr Wie geht’s, altes Haus? Beratungen zu historischer Bausubstanz (Dauer 60 min.) mit Klaus Grundmann, Stiftung BauKulturerbe gGmbH

Die gemeinnützige Stiftung BauKulturerbe gGmbH engagiert sich für historische Bauten, die als Einzelgebäude oder im Ensemble über Generationen unsere Geschichte verkörpern und regionale Identität stiften. Ihr Erhalt trägt entscheidend zur Nachhaltigkeit und der Erreichung der Klimaschutzziele bei, denn die Wiederverwendung von Ressourcen ist eine einfache Art Energie einzusparen.

12:00, 14:00 Uhr Führung: Freiburger Gasgeschichte(n); Stadtgas – Erdgas – Grüne Gase (Dauer 30 min.) mit Bernward Janzing, Energiejournalist
13:00, 15:00, 16:00 Uhr Führung: DIE KUGEL – gestern und heute (Dauer 30 min.) mit Klaus Grundmann und Dr. Heike Piehler, AK Gaskugel

Die Gaskugel – Zeuge einer vergangenen Zeit und stolzes Kulturdenkmal, das auf seine neue, zivile Nutzung wartet. Noch ist der Bauch der Kugel nicht zugänglich, aber es ist ein kathedralischer Raum mit einer spektakulären Echoakustik. Was ist geplant? Hier erhalten Sie einen Überblick.

15:00 – 16:00 Uhr Signierstunde mit Peter Gaymann. Der Cartoonist ist ein begeisterter Gaskugel-Fan und unterstützt das Bürgerprojekt DIE KUGEL mit einer Serie von Cartoons.

Der Cartoonist, Graphiker und Schriftsteller Peter Gaymann (P. GAY) kommt aus Freiburg. Sein Elternhaus stand in Betzenhausen, bis zur Gaskugel war es nicht weit. Den Bau des Gasbehälters hat er als Teenager miterlebt. Heute ist er ein begeisterter Gaskugel-Fan und unterstützt das Bürgerprojekt DIE KUGEL mit einer Serie von Cartoons, die er eigens hierfür gezeichnet hat – natürlich mit seinen beliebten Hühnern, unterwegs im Freiburger Westen!

12:00, 13:00, 14:00, 15:00, 16:00 Uhr Eine Wort-Ton-Komposition an der Dreisam von Nan Zhang, freie Komponistin, an der Dreisambrücke gegenüber der Gaskugel (Dauer 35 min.).

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturamts Freiburg.

14:30, 15:30, 16:30 Uhr Theater Karawane – Erzähltheater mit Bildern (Dauer 15 min.) mit Rosa Müller-Gantert. Für Kinder ab 5 Jahren. Wie der Fuchs beinahe um seinen Fuchsschwanz gekommen wäre. Ein Märchen aus der Toscana.
11:00 – 17:00 Uhr Mit 2,5 m/h um die Sonne – Dokumentation zu einem Kunstprojekt von Elisa Peyker (Kunststudentin) und Marco Schuler (Dozent und Künstler).

© AK Gaskugel / Peter Gaymann

Radtour zur Gaskugel (Sonntag 11. Sept., 14:00 Uhr)

Von der Wiehre zur Gaskugel: Radtour auf den Spuren der Freiburger Gasversorgung (Dauer 2 Stunden) mit Joachim Scheck von der Arbeitsgemeinschaft Freiburger Stadtbild, www.arge-stadtbild.de .
Startpunkt um 14:00 Uhr: Johanneskirche, Günterstalstraße 2, 79102 Freiburg. Ziel: Gaskugel. Für Kinder geeignet.

Veranstalter: Stiftung BauKulturerbe gGmbH in Kooperation mit dem AK Gaskugel und der Abteilung Tennis der SF Eintracht Freiburg e.V.

Kuchenstand: Am Info-Tag möchten wir vom Bürgerverein zusammen mit dem Kultur- und Geschichtskreis (KuGe) eine Kuchentheke aufbauen. Dafür ist Unterstützung willkommen, in diesem Fall natürlich vor allem in Form von Kuchenspenden. Wir freuen uns auf eine kurze e-mail zur weiteren Koordination an: bv@betzenhausen-bischofslinde.de

Der AK Gaskugel ist eine gemeinsame Initiative von: Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde e.V., Kultur- und Geschichtskreis Betzenhausen-Bischofslinde e.V., Arbeitsgemeinschaft Freiburger Stadtbild e.V. und Stiftung BauKulturerbe gGmbH. Der Tag des offenen Denkmals wird bundesweit von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz organisiert.

Orchestergemeinschaft Seepark

Aktuelles (Juli 2022): Die Orchestergemeinschaft holt Gold beim World Music Contest (WMC) in Kerkrade (NL); siehe ausführliche Bericht auf www.orchesterschule-freiburg.de. Wir gratulieren ganz herzlich!

Den WMC gibt es seit 1951 als internationales Musikfest, es wird alle vier Jahre veranstaltet und geht dabei über mehrere Wochen: es gibt musikalische Wettbewerbe z.B. von Amateurblasorchestern und Showbands; aber auch Konzerte professioneller Orchester 19.000 Musiker und 200.000 Zuschauer in einem der vergangenen Jahre zeigen die Größe, siehe auch Programm bei www.wmc.nl.

Es ist es nicht leicht, sich für einen der WMC-Wettbewerbe zu qualifizieren: Die Orchestergemeinschaft Seepark hat es geschafft in der sog. „Division 3“ für „Sinfonische Blasorchester“. Ihr Wettbewerbs-Auftritt war am Sonntag, den 24. Juli. Das Projekt ist natürlich auch eine finanzielle Hürde (allein schon für Busreise und Übernachtungen). Vor allem auch durch den Corona-Stillstand ist die Orchestergemeinschaft auf Spenden und Sponsoren angewiesen.

Wer das letzte Konzert am 14. Mai hier im Konzerthaus verpasst hat: im Oktober gibt es die Orchestergemeinschaft wieder auf der Seebühne zu erleben.


Jubiläumsjahr 2021: 20 Jahre Orchestergemeinschaft Seepark

Leider hat Corona in diesem Jubiläumsjahr 2021 nur wenig Veranstaltungen erlaubt. Und doch gab es zwei Highlights, die wir hier nachträglich noch erinnern wollen:

Samstag 10. April 2021: „Vino Musica Digitale“: Musik, Wein & mehr – Eine Online-Veranstaltung zur Eröffnung des Jubiläumsjahres.  Winzer Manuel Hercher erklärte den Anbau, den Ausbau und den Geschmack dieser drei edlen Tropfen. Zum „Vino“ gibt es jede Menge „Musica“, also musikalische Unterhaltung durch das große sinfonische Blasorchester der Orchestergemeinschaft Seepark, sowie spannende Einblicke in 20 Jahre Orchestergeschichte. Alles weitere unter www.vinoemusica.de.

Samstag 11.Dez. 2021: Jubiläums-Konzert zu “20 Jahre Orchestergemeinschaft Seepark” im Bürgerhaus Seepark nach dem Motto „Zurück in die Zukunft”. „Back to the Future“ ist nicht nur der Name der Science-Fiction-Film-Trilogie, es war auch das passendes Motto zur Geschichte und aktuellen Situation der Orchestergemeinschaft.

Zu hören war das Jugendorchester unter der Leitung von Tabias Kalt und das Hauptorchester unter der Leitung von Michael Schönstein. Letzteres natürlich mit Auszügen aus “Zurück in die Zukunft” und weiteren bekannten Werken wie z.B. Auszügen aus “Frozen – Die Einkönigin”. Mit dabei waren auch erstmals die neuen Trommeln, die im Laufe des Jahres nach erfolgreichen Crowdfunding-Projekt erworben werden konnten. Ein besonderer Dank galt den großzügigen Spendern. Siehe auch vorherige Anküngigung auf www.orchesterschule-freiburg.de.


Hintergründe Orchestergemeinschaft

Im Januar 2001 war es grosser Schritt, als beim Musikverein Betzenhausen-Bischofslinde ein neuer Dirigent gesucht werden musste: die Gründung der “Orchestergemeinschaft Seepark”  als gemeinsames Projektorchester zusammen mit dem Musikverein Freiburg-Mooswald e.V. Ein wenig nach der Devise: “zusammen sind wir stark”. Aus zwei eher kleinen Orchestern sollte etwas größeres werden und das ist ganz sicher gelungen. Die Orchestergemeinschaft spielt anspruchsvolle sinfonische Blasmusik  und hat sich ein vielfältigen Repertoire zugegelegt, das von klassischen Werken über Filmmusik und Musicals bis zu Swing und Pop-Hits führt.

Die Orchestergemeinschaft besteht aus einem Hauptorchester (über 60 Mitwirkende) und einem Jugendorchester (ca. 30 junge Musikern). Die eigene Musikschule organisiert eine musikalische Ausbildung für Kinder und Erwachsene; sowohl neu Neu- als auch Wiedereinsteiger sind gern gesehen (für alle Instrumente eines sinfonisches Blasorchesters).

Die Orchestergemeinschaft ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen und hat u.a. bemerkenswerte Veranstaltungen organisiert. Auftritte gibt es mehrfach im Jahr, vor allem natürlich im Bürgerhaus am Seepark oder auf der Freiluftbühne. Es gab eine Reihe von Gala-Konzerten, diverse Gemeinschaftskonzerte mit anderen Musikvereinen, Benefiz-Konzerte, z.B. für die Renovierung der St. Thomas Kirche, und auch die musikalische Weinverkostung „Vino Musica“ (siehe ausführliche Liste hier).

Seit der Gründung 2001 ist Michael Schönstein Dirigent und musikalischer Leiter des Orchesters. Über Themen des Vereins berichtet seit 2005 einmal im Quartal die eigene Vereinszeitschift “Seepark aktuell“. Auch im Bürgerblättle ist die Orchestergemeinschaft regelmäßig mit Beiträgen vertreten.

Auch nach Gründung der Orchestergemeinschaft blieben im Hintergrund beide Gründungsvereine als organisatorische Einheiten bestehen. Vereinsvorsitzender war über mehr viele Jahre Mathias Gutsche. Seit 2020 gibt es für beide Vereine ein gemeinsames Vorstandsquartett, aufgeteilt nach den Verantwortungsbereichen „Musik & Orchester“, „Jugend & Ausbildung“, „Finanzen & Öffentlichkeit“ sowie „Orga & Events“.


Musikverein Betzenhausen-Bischofslinde: etwas zur Geschichte

25 jahre Musikverein Betzenhausen-Lehen

Alte Unterlagen zeigen, dass schon ab ca. 1888 eine Dorfkapelle Betzenhausen exitierte und für gute Stimmung sorgte: in Betzenhausen, aber natürlich auch im nahen Lehen (etwa 10 Musiker dürften es gewesen sein). Daraus entstand 1906 der “Musikverein Betzenhausen-Lehen”: ein schönes Foto gibt es vom  25-er Jubiläum im Jahre 1931. Mit den Wirren des 2. Weltkriegs ging der Verein unter und Betzenhausen blieb lange ohne eigene Kapelle.

Im Jahre 1985 ergriff endlich der damalige Vorsitzende des Bürgervereins – Willy Kapp – die Initiative, um die Tradition einer Blaskapelle wieder aufleben zu lassen. Aufrufe in der Badischen Zeitung und natürlich im Bürgerblättle führten zum Erfolg: etwa 10 Musiker fanden sich zusammen und mit Werner Hirth wurde ein erster Dirigent gefunden. Geprobt wurde zunächst im damaligen Haus der Vereine in der Ricarda-Huch-Str., das auch gerade in dieser Zeit eröffnet werden konnte.

Die offizielle Gründung erfolgt als “Musikverein Betzenhausen-Bischofslinde e.V.” im März 1986. Erste Vorsitzende wurde Monika Karczewski (und sie blieb es für fast 20 Jahre); Werner Hirth wurde als Dirigent bestätigt.

Schon im Jahr der Gründung gab es erste Auftritte der Kapelle bei Einweihung des Betzenhauser Stegs über den Autobahnzubringer Mitte nach Weingarten und auf der Landesgartenschau (im Mai bzw. Juni 1986). Von Anfang an legte man Wert auf eine gute Ausbildung: so waren Ende 1986 neben den 15 aktiven Musikern auch schon 12 Auszubildende dabei. In den nachfolgenden Jahren folgten regelmäßig Auftritte bei Festen in Betzenhausen, den Nachbarstadtteilen oder dem Weinfest in Freiburg. Als besonderes Ereignis sei noch die 850-Jahres-Feier von Lehen im Jahr 1989 erwähnt. Schon ab 1986 folgten regelmäßige Jahreskonzerte im Bürgerhaus am Seepark; dazu noch regelmäßig das eigene Sommerfest im Hof der Gerhard-Hauptmann-Schule: häufig auch zusammen mit Partner-Orchestern.

Im Januar 2001 dann der nächste grosse Schritt, als ohnehin ein neuer Dirigent gesucht werden musste: die Gründung der Orchestergemeinschaft Seepark als gemeinsames Projektorchester zusammen mit dem Musikverein Freiburg-Mooswald e.V.

Bürgerblättle Aug./Sept.

Auf der Seite hier können Sie durch die aktuelle Ausgabe unseres Stadtteil-Magazins blättern. Zum Lesen kompletter Artikel eignet aber eher unser PDF-Download mit Anzeige der Seiten im Browser (dort stehen auch frühere Ausgaben zur Verfügung).


Stephan SchleithVorwort von Stephan Schleith:

Liebe Leserinnen und Leser,

ich möchte mich nochmals ganz herzlich bei allen Besucher:innen unserer Jahreshauptversammlung bedanken. Der Austausch mit Ihnen ist  immer sehr wertvoll für uns, da war es um so schöner, dass noch so viele unsre Einladung auf ein Gläschen Wein angenommen hatten.

Kein Thema der letzten Monate hat uns so sehr beschäftigt, wie die Situation am Seepark. Daher war es wirklich erfreulich, dass nach allen demokratischen Parteien und Listen des Gemeinderats, sich nun auch endlich die Stadtverwaltung der Lärm- und Schmutzproblematik in den Freiburger Freiflächen angenommen hatte. Im Ergebnis wurde mit einer großen Mehrheit beschlossen, den ordnungsrechtlichen Vollzug mit der präventiven Arbeit von Nachtmediator:innen zu ergänzen. Auf den ersten Blick mag das manche Menschen vielleicht enttäuschen, doch hat diese Entscheidung auch das Zeug eines zusätzlichen Bausteins, die Situation insgesamt entspannen zu können.

Eine Antwort auf die Frage, wie stark der Vollzugsdienst denn nun besetzt werden soll, lieferte jedoch weder die städtische Drucksache noch die Entscheidungen des Gemeinderats. Hier kann nur konstatiert werden, dass es im Grunde nie gelungen war, lärmbelastete Bereiche der Stadt mit einem Vollzugsdienst egal welcher Stärke, wirklich zu beruhigen. Es waren stets Ausweichflächen, die für Entspannung sorgten, daher ist es richtig, dass noch viel stärker nach geeigneten Ausweichflächen gesucht werden wird, die den Seepark als Ausflugsziel endlich entlasten könnten.

Da das von uns mehrfach geforderte Verbot mobiler Boxen keine Mehrheit fand, hoffen wir nun doch wenigstens darauf, dass noch in diesem Jahr für mehr öffentliche Toiletten gesorgt werden wird. Es ist doch bei der ganzen bisherigen Fokussierung auf Lärm jetzt das mindeste, diese Situation grundlegend und schnellstens zu ändern.

In der wirklich großen Hoffnung, dass es auch mal wieder regnen wird, möchten wir Ihnen ganz herzlich einen schönen Sommer und tolle Ferien wünschen.

Ihre Ideen und Anregungen aus der JHV sehen wir als Auftrag und werden bei nächster Gelegenheit auch gerne wieder darüber berichten.

Beschde Grüße un bliebe Sie g‘sund!

Stephan Schleith



Hier geht es alternativ zum PDF-Download (auch ältere Versionen im Archiv).

Literatur ist gefragt!

Wiedererkannt?

Kürzlich bei der Nachbarin: “Ich lese gerade ein Buch, das du sicher kennst. Hier mal ein paar Zeilen aus der Einleitung: Erkennst du sie wieder?”

Eine Frage mit schönem Aha-Effekt!

Also haben wir ab Bürgerblättle vom Okt./Nov. 2021 eine kleine Reihe mit Zitaten aus bekannten Büchern gestartet. Und wo eine Frage gestellt ist, sollte es natürlich auch Antworten geben…

Ausgabe Aug./Sept. 2022: Dieses mal haben wir es mit einer Ballade versucht von Theodor Fontane.  “Die Brück’ am Tay haben haben wir mit folgender Stophe zitiert:

Auf der Norderseite, das Brückenhaus –
Alle Fenster sehen nach Süden aus,
Und die Brücknersleut’ ohne Rast und Ruh
Und in Bangen sehen nach Süden zu;
Denn wütender wurde der Winde Spiel,
Und jetzt, als ob Feuer vom Himmel fiel’,
Erglüht es in niederschießender Pracht
Überm Wasser unten … Und wieder ist Nacht.

Und auch hierzu wieder ein paar Hintergründe:

Theodor Fontane (1819 – 1898) war Schriftsteller, Journalist und Kritiker und gilt als bedeutender Vertreter des poetischen Realismus. In seinen Romanen beschreibt er Figuren aus einer kritischen und liebevollen Distanz, aber auch sehr genau. Er erhielt schon zu Lebzeiten viele Auszeichnungen und war auf Briefmarken abgebildet. Mehr zu Fontane wieder auf Wikipedia.

Die Ballade “Die Brück’ am Tay” hat historische Hintergründe und handelt vom Einsturz der eine schottischen Brücke im Dezember 1879, bei der ein Eisenbahnzug in die Tiefe stützte (mit 75 Toten). Das ganze passiert schon eineinhalb Jahre dem Bau der Brücke während eines Sturms. Es sollte eine Ballade gegen zu viel Technik-Gläubigkeit werden.

Zu Abschluss: Die kleine Serie hatten wir vor einem Jahr begonnen. Doch wo ein Anfang, da ist meist auch ein Ende: Die Ballade Theodor Fontane soll also vorerst unsere letzte Aufgabe gewesen sein. Wir würden uns freuen, wenn die ein oder andere Literaturstelle nicht nur erraten wurde, sondern auch als Anregung gedient hat.


Ausgabe Juni/Juli 2022: Nach dem Roman “Der Trafikant” von Robert Seethaler hatten wir in dieser Ausgabe gefragt. Und hier das Zitat:

“An einem Sonntag im Spätsommer des Jahres 1937 zog ein ungewöhnlich heftiges Gewitter über das Salzkammergut, das dem bislang eher ereignislos vor sich hin tröpfelnden Leben Franz Huchels eine ebenso jähe wie folgenschwere Wendung geben sollte. Schon beim ersten fernen Donnergrollen war Franz in das kleine Fischerhaus gelaufen, das er und seine Mutter in dem Örtchen Nußdorf am Attersee bewohnten, und hatte sich tief ins Bett verkrochen, um in der Sicherheit seiner warmen Daunenhöhle dem unheimlichen Tosen zuzuhören. Von allen Seiten rüttelte das Wetter an der Hütte…”

Auch hier wieder ein paar Hintergründe:

Der Roman beschreibt ein Jahr im Leben von Franz Huchel und spiegelt dabei auch historische Ereignisse in Österreich vom Spätsommer 1937 bis zum Juni 1938 wider: also in der Zeit kurz vor dem Anschluss Österreichs und kurz danach. Franz Huchel muss sein Heimatdorf verlassen um in Wien eigenes Geld zu verdienen. Er beginnt eine Lehre in einem Kiosk für Zeitungen und Tabakwaren (in Wien werden diese kleinen historischen Läden als “Trafik” bezeichnet). In dieser Zeit des Umbruchs enstehen im Roman aussergewöhnliche Freundschaften z.B. zu Signumd Freund.

Der Roman des österreichischen Schriftstellers, Drehbuchautors und Schauspielers Robert Seethaler erschien im Jahr 2012. Der großes Erfolg des Romans führt 2018 zu einer Verfilmung, die in deutschsprachigen und internationalen Kinos lief. Mehr Hintergründe wie üblich auf Wikipedia.


Ausgabe April/Mai 2022: Jetzt ging es um den Roman “Hundert Jahre Einsamkeit” von Gabriel García Márquez (1927–2014) aus Kolumbien, der 1982 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde. Hier unser Zitat:

“Macondo war damals ein Dorf von zwanzig Häusern aus Lehm und Bambus am Ufer eines Flusses mit kristallklarem Wasser, das dahineilte durch ein Bett aus geschliffenen Steinen, weiß und riesig wie prähistorische Eier. Die Welt war noch so jung, daß viele Dinge des Namens entbehrten, und um sie zu benennen, mußte man mit dem Finger auf sie deuten. Alljährlich im Monat März schlug eine Familie zerlumpter Zigeuner ihr Zelt in der Nähe des Dorfes auf und gab mit einem gewaltigen Getöse aus Pfeifen und Trommeln die neuesten Erfindungen bekannt…”

Noch ein paar Hintergründe zu “Hundert Jahre Einsamkeit”:

Der Roman begleitet mehrere Generationen einer Familie Buendía über hundert Jahre ihres Lebens in einem fiktiven kolumbianischen Dorf Macondo. Er gilt als eines der wichtigsten Werke der latainamerikanischen Literatur. Seit der ersten Ausgabe 1967 wurden mehr als 30 Millionen Exemplare verkauft, es gibt Übersetzungen in über 30 Sprachen.  Mehr Hintergründe wie üblich auf Wikipedia.

Gabriel García Márquez arbeitete zunächst als Journalist und schrieb Drehbücher, Kolumnen, Reportagen, Kurzgeschichten und Erzählungen. Umstritten war er wegen seiner Freundschaft mit Fidel Castro, der ihn gebeten hatte, ein Buch über dessen Revolution zu schreiben. Mit dem Roman Hundert Jahre Einsamkeit („Cien años de soledad“) gelang ihm 1967 der Durchbruch als Schriftsteller. Neben vielen anderen Werken folgte im Jahr 1985 mit dem Roman “Die Liebe in den Zeiten der Cholera” ein weiterer Welterfolg (der es z.B. in den Jahren 1987 und 1988 für 68 Wochen Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste schaffte),


Ausgabe Febr./März 2022: Diesmal fragten wir nach einem Märchen, passend zum Jahreswechsel. Es war “Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern” von Hans Christian Andersen (1845). Zitiert haben wir den Anfang:

Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“Es war ganz abscheulich kalt; es schneite, und es begann zu dunkeln und Abend zu werden; es war auch der letzte Abend im Jahr, der Altjahrsabend. In dieser Kälte und in dieser Dunkelheit ging ein kleines, armes Mädchen mit bloßem Kopf und nackten Füßen die Straße entlang; ja, sie hatte allerdings Pantoffeln angehabt, als sie von Hause fortging; aber was nützte das schon! Die Pantoffeln waren sehr groß gewesen, ihre Mutter hatte sie zuletzt getragen, so groß waren sie, und die verlor die Kleine, als sie über die Straße eilte, weil zwei Wagen so schrecklich schnell vorbeifuhren; der eine Pantoffel war nicht zu finden, und mit dem anderen rannte ein Junge weg; er sagte, den könnte er als Wiege gebrauchen, wenn er selber Kinder bekäme…”

Hintergründe zu “Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern”:

Die Geschichte war für Andersen das einzige Auftragswerk, das er je geschrieben hat. Eine Kopenhagener Zeitung bestellte bei ihm eine möglichst zu Herzen gehende Geschichte, damit die Spendenbereitschaft zur Weihnachtszeit wächst. Andersen hatte von einem Bekannten drei kleine Bilder (Karten) geschickt bekommen. Auf einer Zeichnung war ein kleines, bettelndes Mädchen mit einer Handvoll Streichhölzern abgebildet, das somit der Impuls für das Märchen wurde. Betteln war in Dänemark offiziell verboten, so wurde es als Verkauf von Streichhölzern getarnt: das Märchen ist also nicht nur eine zu Herzen gehende Geschichte geworden, sondern auch eine starke Sozialkritik.

Die Geschichte wurde auch mehrfach verfilmt. Für mehr Infos siehe auch Beitrag in Wikipedia.

Nebenbei: mit dem Ratespiel zum richtigen Märchen hatten wir diesmal auch drei Käsekuchen verlost. Die Gewinner haben sich gefreut!


Ausgabe Dez. 2021/Jan. 2022:  Diesmal musste es natürlich etwas sein mit Blick auf die Weihnachtszeit. Thomas Mann und “Buddenbrooks” war die richtige Anwort; zitiert haben wir von Seite 534:

“Der ganze Saal, erfüllt von dem Dufte angesengter Tannenzweige, leuchtete und glitzerte von unzähligen kleinen Flammen, und das Himmelblau der Tapete mit ihren weißen Götterstatuen ließ den großen Raum noch heller erscheinen. Die Flämmchen der Kerzen, die dort hinten zwischen den dunkelrot verhängten Fenstern den gewaltigen Tannenbaum bedeckten, welcher, geschmückt mit Silberflittern und großen, weißen Lilien, einen schimmernden Engel an seiner Spitze und ein plastisches Krippenarrangement zu seinen Füßen, fast bis zur Decke emporragte, flimmerten in der allgemeinen Lichtflut wie ferne Sterne. …”

Hintergründe zu “Buddenbrooks”:

Der Roman über den Verfall einer Familie erschien 1901 und ist eines der ersten großen Werke von Thomas Mann; es gilt als der erste Gesellschaftsroman in deutscher Sprache von Weltgeltung. Thomas Mann hat den Roman schon im Alter von 25 Jahren fertiggestellt. Erstauflage: 1.000 Exemplare und der Verkauf lief zunächst schleppend, aber bereits 1918 waren 100.000 Exemplare verkauft. Am 12. November 1929 erhielt Thomas Mann für Buddenbrooks den Nobelpreis für Literatur; es folgte eine englisch sprachige Ausgabe und damit auch der weltweite Durchbruch (später verfügbar in über 30 Sprachen). Es gibt mehrfache Verfilmungen der Familiengeschichte, die zu großen Teil auch Bezüge hat auf die eigene Familie von Thomas Mann. Für mehr Infos siehe Beitrag in Wikipedia.


Ausgabe Okt./Nov. 2021: Es war keine kurze Geschichte, aus der wir beim ersten Mal zitiert haben, sondern eine recht lange: Michael Ende und “Die unendliche Geschichte“. Zitiert hatten wir u.a.:

“Draußen war ein grauer kalter Novembermorgen und es regnete in Strömen. Die Tropfen liefen am Glas herunter und über die geschnörkelten Buchstaben. Alles, was man durch die Scheibe sehen konnte, war eine regenfleckige Mauer auf der anderen Straßenseite. Plötzlich wurde die Tür so heftig aufgerissen, dass eine kleine Traube von Messingglöckchen, die über ihr hing, aufgeregt zu bimmeln begann und sich eine ganze Weile nicht wieder beruhigen konnte”. …

Hintergründe zum Buch “Die unendliche Geschichte”:

Das Buch erschien 1979 im K. Thienemanns Verlag nach einer fast dreijährigen Arbeitszeit von Michael Ende.  Die phantasievolle Erzählung bescherte dem Autor viele Preise und internationalen Ruhm. Damit hatte wohl kaum jemand gerechnet: die erste Auflage lag bei 20.000 Exemplaren. Nach drei Jahren, vielen Wochen auf der Spiegel-Bestseller-Liste und fünfzehn Neuauflagen waren es dann schon fast eine Million Exemplare, die verkauft wurden. Michael Ende starb 1995 und die Auflage bereits sensationelle 5,6 Millionen erreicht. Für mehr Infos siehe Beitrag in Wikipedia.

Bereits ein Jahr nach der Veröffentlichung bemühte sich Produzent Bernd Eichinger um die Rechte zur Verfilmung der Unendlichen Geschichte. Der zugehörige Film erschien 1984 und hatte über 60 Millionen DM als Produktionskosten (in jener Zeit ein enormer Betrag). Das Drehbuch zum Film stammte von Regisseur Wolfgang Petersen und Michael Ende distanzierte sich immer mehr davon, da ihm die Distanz zum Buch zu groß vorkam (konnte den Film am Ende aber nicht mehr verhindern). Später folgten sogar noch zwei Fortsetzungs-Filme.

Termine / Veranstaltungen Teningen

Aktuelles: Das Teninger Gassenfest ist wieder da!

Termin in diesem Jahr: Fr, 2. Sept. bis So, 4. Sept. 2022

Alle zwei Jahre heisst es „In Däninge isch Gassefescht“: Im Jahr 2020 war das Gassenfest allerdings wegen Corona ausgefallen. Dafür gibt es jetzt ein kleines Jubiläum: das Gassenfest gibt es zum 25ten mal. Es wurde 1972 erstmals ins Leben gerufen zur 1000-Jahr-Feier von Teningen. Was damals eigentlich als eine einmalige Aktion gedacht war, kam so gut an, dass es nicht bei einem Fest bleiben sollte. So wurde es zum ältesten Straßenfest im Landkreis.

Gefeiert wird in Gassen, Höfen und Zelten. Diverse lokale Musikvereine sorgen für ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm für jedes Alter. Dazu natürlich diverse Stände mit kulinarischem Angebot. Wir finden, das Gassenfest ist ein guter Anlass, um unsere Partnergemeinde mal wieder zu besuchen.

Bei der Gelegenheit: Teningen ist in der gleichen Urkunde aus dem Jahr 972 erstmals erwähnt wie auch Betzenhausen. Eine schöne Gemeinsamkeit mit unserer Partnergemeinde.

Die Redaktion


Aktuelle Informationen zu unserer Partner-Gemeinde sind auf der Homepage zu finden, siehe www.teningen.de .

Dort zu finden aktuelle Termine / Veranstaltungen in unserer Partnergemeinde.

Im Bürgerblättle haben regelmäßig Berichte aus unserer Partner Gemeinde, sowie aktuelle Veranstaltungstermine. Auf eine extra Auflistung hier haben wir seit Corona-Zeit verzeichtet.

Wie geht es weiter mit der Gaskugel?

Aktuelles (Juli 2022): zunächst der Hinweis auf unsere Veranstaltung zum landesweiten “Tag des offenen Denkmals” am 11. Sept. an der Gaskugel.

Das Planetarium Freiburg präsentiert in den Sommermonaten ohnehin schon ein besonders attraktives Programm. Doch diesmal gibt es noch weitere Unterstützung durch ein Projekt der Kunststudentin Elisa Peyker: „Mit 2,5 Metern pro Stunde um die Sonne“. Hintergrund: Angenommen die Gaskugel in Betzenhausen wäre eine Sonne, so wäre unsere Erde im Vergleich dazu eine blaue Kugel von 30 Zentimetern. Auch spannend, wo diese Erde ihre Kreise zieht in Freiburg. Das ganze ist zu sehen seit dem 27. Juli im Foyer des Planetariums (mehr dazu …).

Am 24. Juni waren Vertreter der Bundesstiftung Baukultur ( www.bundesstiftung-baukultur.de ) mit ihrer Sommertour zu Besuch: morgens im “Zentrum Holzbau Schwarzwald” in Menzenschwand, am Nachmittag bei der Gaskugel, um sich vorort über das Projekt zu informieren. Die Bundesstiftung gibt es seit 2007 und wurde explizit gegründet, um die Bundesregierung zum Thema Baukultur zu beraten. Auch dort ist die Industiekultur ein wichtiges Thema. Mehr dazu gibt es auf www.gaskugel-freiburg.de


Zusammenfassung mit aktuellem Stand

Die Gaskugel in Betzenhausen

Die Gaskugel in Betzenhausen ist ein Erkennungszeichen für unseren Stadtteil aber auch für ganz Freiburg und sie ist seit Juli 2019 ausser Betrieb; eine Projektgruppe erarbeitet ein Konzept für die weitere Nutzung.

Im Laufe des Jahres 2022 wird die Stadtverwaltung in Abstimmungen mit der Badenova gehen bzgl. Gaskugel. Parallel dazu sollen Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie „Dreisam-Revitalisierung“ vorliegen: ggf. wäre die Gaskugel in ein attraktives Naherholungsangebot eingebunden, das im Zusammenhang mit dem neuen Stadtteil Dietenbach geplant ist.

Seit Sept. 2020 ist die Arbeitsgruppe zur Erhaltung der Gaskugel unter einer eigenen Web-Adresse zu finden; siehe www.gaskugel-freiburg.de. Dort führen Links zahlreichen Presse- und TV-Beiträgen sowie Meldungen in chronologischem Blog. Es gibt inzwischen vielfältige Unterstützung für das Projekt: zu nennen ist vor allem das große Netzwerk von Partner-Institutionen und Expertinnen und Experten. Auch überregional wird das Projekt wahrgenommen, das zeigt z.B. die Unterstützung der Ingenieurkammer BW, der Denkmalstiftung BW und die inzwischen 8 Hochschul-Kooperationen. In der Zeitschrift Industriekultur (Ausgabe 4.2021) erschien ein Beitrag; dem folgte eine Einladung zum TICCIH-/AIPAI-Kongress in Rom im Juni 2022.

Die Arbeitsgruppe selbst hat zusammen mit Herrn Dipl. Ing. Richard Funk (ehemaligen Technischen Vorstand der FEW) die spannende Geschichte der Freiburger Gas-Nutzung aufgearbeitet und in einem Buch zusammengefasst(seit Juli 2021 erhältlich). Siehe Beitrag in unserem Stadtteil-Magazin, Ausgabe 267 (Juni 2021).

Die Stiftung BauKulturerbe gGmbH in Freiburg hat Interesse, die Gaskugel zu übernehmen. Eine entsprechende Anfrage liegt inzwischen bei der Badenova (bzw. bnNETZE) und der Stadt Freiburg. Erklärtes Ziel der gemeinnützigen Stiftung ist es, historische Gebäude und die besonders schützens- und erhaltenswerte Bausubstanz in Freiburg und darüber hinaus zu bewahren.

Das Landesamt für Denkmalpflege hatte Ende 2019 das Industriewahrzeichen von Freiburg und Betzenhausen unter Denkmalschutz gestellt (verkündet von Martin Horn bei “OB vor Ort” im Bürgerhaus am Seepark). Das war eine wichtige Weichenstellung. Vorher – im Juli 2019 – wurde die Gaskugel außer Betrieb genommen; Hier gibt es Hintergründe zur Geschichte der Gaskugel.

Ein Arbeitskreis für das Wahrzeichen von Betzenhausen.

Schon im August 2019, also kurz nach Betriebsende, hat sich in Betzenhausen eine Initiative gegründet, die sich für den Erhalt der Gaskugel als Wahrzeichen des Freiburger Westens einsetzt. Beteiligt sind der Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde e.V., der Kultur- und Geschichtskreis Betzenhausen-Bischofslinde e.V. und die Arbeitsgemeinschaft Freiburger Stadtbild e.V.

„Wir wollen die Gaskugel als Industriedenkmal erhalten, sie aber nicht einfach leer stehen lassen, sondern neu nutzen“, sagt die Vorsitzende des Bürgervereins, Beate Diezemann. Die drei Institutionen haben im Arbeitskreis ein „sanftes“ Nutzungskonzept entwickelt. Es sieht vor, dass die Gaskugel als solche erhalten bleibt, ebenso der Park mit dem alten Baumbestand. „Wir wünschen uns hier einen lebendigen Treffpunkt für alle Freiburger/innen, mit einem Gartencafé, das an die Kugel angedockt werden könnte.“ Ein solcher Treffpunkt fehlt bislang im Freiburger Westen, obwohl die Gaskugel inmitten des beliebten Naherholungsgebietes an der Dreisam und gegenüber dem Dietenbachsee liegt. Hier führen gleich drei überregionale Radwege vorbei.

Dr. Heike Piehler, Projektleiterin

Die Arbeitsgemeinschaft wünscht sich ein niedrigschwelliges und familienfreundliches Gartencafé, das zur Dreisam hin ausgerichtet ist und v. a. Spaziergänger/innen und Fahrradfahrer/innen anlocken soll. Schließlich befindet sich die Gaskugel an der Schnittstelle von vier Stadtteilen und ist von diesen fußläufig zu erreichen: Sie steht im Stadtteil Betzenhausen-Bischofslinde, grenzt im Norden an Lehen, im Westen an Rieselfeld bzw. den neuen Stadtteil Dietenbach und im Süden an Weingarten.

Weitere Informationen und Newsletter-Abonnement unter www.gaskugel-freiburg.de.

Kontakt:


Nachfolgend die wichtigsten Projekt-Schritte seit Sommer 2019 in zeitlicher Reihenfolge.

2019 Juli: Die Gaskugel wird stillgelegt

Im Juli 2019 wurde die Gaskugel – ein Erkennungszeichen von Betzenhausen – außer Betrieb genommen: nach 54 Jahren Betrieb als Reservespeicher für Freiburg und die Region. Siehe Pressemitteilung Badenova . Herzlichen Dank auch ans “Friburger Bobbele” für das nette Video zum Ruhestand der Gaskugel. Das Betriebsende war inzwischen auch mehrfach Thema in der Badischen Zeitung; siehe z.B. Berichte am 28. Juni, 26. Aug., 7. Sept. und 18.Dez.2019. Den Denkmalschutz nahm auch das Magazin Chili zum Anlass für einen Bericht im Dez. 2019.

Kurz nach Ende der Nutzung als Gas-Vorratsbehälter gründet sich eine Projektgruppe zur Erhaltung des Wahrzeichens.

2019 Nov.: Konzept zur weiteren Nutzung der Gaskugel

Unsere ausführliches Konzept zur weiteren Nutzung der Gaskugel ist jetzt verfügbar. Weitere Details siehe www.gaskugel-freiburg.de/nutzungskonzept.

Innerhalb kürzester Zeit fanden sich viele Unterstützer für die Initiative. Eine Auswahl: adfc Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V. (Kreisverband Freiburg / Emmendingen / Breisgau-Hochschwarzwald),  AFB Arbeitsgemeinschaft Freiburger Bürgervereine, Architekturforum Freiburg e.V., Ingenieurkammer Baden-Württemberg, Institut für Neue Musik, Hochschule für Musik Freiburg, O.-Studio – KlangObjekt-Studio Freiburg, mehrklang Gesellschaft für Neue Musik Freiburg e.V., NaturFreunde Freiburg e.V., Obertonchor Freiburg & Experimentalchor Freiburg, Partnergemeinde Teningen, VDI Verein Deutscher Ingenieure (Bezirksverein Schwarzwald e.V.), und andere.

Dass eine solche Nutzung sorgfältige Planungen, Investitionen und viel Rückhalt erfordert, ist dem sechsköpfigen Arbeitskreis bewusst. Neben Beate Diezemann und Dr. Heike Piehler arbeitet hier auch Dr. Diana Wiedemann (ARGE Freiburger Stadtbild e.V.) sowie Dr. Stefan Grugel (KuGe) mit. „Wir wollen etwas anschieben – wohl wissend, dass ein solches Vorhaben Zeit, Geduld und Energie braucht. Es gibt wenige Projekte im Freiburger Westen und vielleicht auch in ganz Freiburg, die spontan so große Unterstützung finden“, erklärt Beate Diezemann, die für Ideen und Rückmeldungen immer ein offenes Ohr hat.


2019 Dez.: Die Gaskugel steht jetzt unter Denkmalschutz!

Bei seinem Besuch am 16.Dez. in Betzenhausen als “OB vor Ort” konnte Martin Horn die gute Nachricht verkünden: das Landesamt für Denkmalpflege hat das Industriewahrzeichen von Betzenhausen unter Denkmalschutz gestellt. Die Besucher beim Bürgergespräch hat es sehr gefreut. Nach dieser wichtigen Weichenstellung ist ein Abriß keine Option mehr. Welche weiteren Rahmenbedingungen sich ansonsten ergeben, will die Badenova im Januar abklären. Auf die Zukunft der Gaskugeln angesprochen, erklärt OB Martin Horn, auch er würde sich freuen, “wenn wir da perspektivisch etwas hinbekommen. Wir sind erst am Anfang eines Prozesses.”

Es ist nebenbei das erste Industriedenkmal, das in Freiburg unter Denkmalschutz gestellt wurde. Weitere Details siehe hier: Die Gaskugel steht unter Denkmalschutz.


2020 Febr.: Fernsehbeitrag Baden TV

ein schöner Fernsehbeitrag von Baden TV zum aktuellen Stand der Gaskugel (Ausstrahlung war 21. Febr. 2020); der Beitrag wird vermutlich 3 Monate online verfügbar sein.

In Lahr ist es anders gekommen, denn dort wird die Gaskugel (Baujahr 1974) bald verschwunden sein: sie ging schon 2018 ausser Betrieb und wird aktuell zurück gebaut bzw. zerlegt. Hier der Bericht in der Lahrer Zeitung.


2020 Aug. – Okt.: Ausstellung

Seit dem 3. Aug. ist die Ausstellung “Dark Side of the Moon” (Vier Entwürfe für die Kugel) im Stadtteiltreff geöffnet. Gezeigt werden Ideen von vier Architekturstudenten der Hochschule für Technik Stuttgart, die sie im Rahmen ihrer Masterabschlüsse entwickelten.

Auch Baden-TV berichtete am 7.Aug.2020 über die Ausstellung. Der Fernsehbeitrag ist online verfügbar.


2020 Sept.: Eigene Web-Adresse

Die Projektgruppe zur Gaskugel ist jetzt unter einer eigenen Web-Adresse erreichbar, siehe www.gaskugel-freiburg.de

2020 Nov.: Stiftung BauKulturerbe möchte die Gaskugel übernehmen

Siehe Bericht im Bürgerblättle 264 Dez. 2020 / Jan. 2021

Klaus Grundmann, Geschäftsführer der Stiftung

Die Stiftung BauKulturerbe wurde 2019 als gemeinnützige GmbH in Freiburg gegründet mit dem Ziel, historische Gebäude und die besonders schützens- und erhaltenswerte Bausubstanz in Freiburg und darüber hinaus zu bewahren. Dabei möchte sie sich nicht nur ideell, sondern auch konkret praktisch für unser Baukulturerbe einsetzen. Als Nonprofit-Unternehmen versteht sie sich als unabhängige Plattform zur Vernetzung von Akteuren und Organisationen. Die Stiftung verfolgt satzungsgemäß die Zielsetzung, unser Baukulturerbe zu erhalten, das allgemeine Bewusstsein für dieses Baukulturerbe zu schärfen, einen adäquaten Umgang mit alter Bausubstanz zu vermitteln und das gesellschaftliche und bürgerliche Engagement für Baukultur zu stärken.

Die Stiftung BauKulturerbe ist im Sommer dem „Arbeitskreis Gaskugel“ beigetreten, der sich 2019 um den Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde e.V. formiert hat. Die Stiftung hat unser bürgerschaftliches Engagement und die Entwicklung unseres Nutzungskonzepts von Beginn an mitverfolgt und mitgeprägt. Nun geht es um dessen Umsetzung: Wir wollen, wie berichtet, die Gaskugel als Kulturdenkmal würdigen, sie begehbar machen und mit dem sie umgebenden Areal einer „sanften“ Nutzung zuführen. Wir wünschen uns hier einen lebendigen Treffpunkt mit einem Gartencafé, das an die Kugel angedockt und zur Dreisam hin ausgerichtet sein könnte, niedrigschwellig und familienfreundlich, vor allem für die vielen Spaziergänger/innen und Fahrradfahrer/innen.

Die entsprechenden Anfragen der Stiftung liegen der Badenova bzw. bnNETZE und der Stadt Freiburg vor. Nun geht es darum, ob und zu welchen Konditionen eine Übernahme der Gaskugel und eine nachhaltige zukünftige Betreiberschaft möglich und sinnvoll wäre. Es könnte alles passen! (Dr. Heike Piehler)


2021 Jan.: neuer Seniorpartner im Gaskugel-Team

Dipl. Ing. Richard Funk

Der „Arbeitskreis Gaskugel“ bekommt fachkundige Unterstützung durch Dipl. Ing. Richard Funk, den ehemaligen Technischen Vorstand der FEW – Freiburger Energie- und Wasserversorgung AG. Der Wahl-Freiburger, der in Zähringen zuhause ist, begleitet unsere Initiative für den Erhalt und eine neue Nutzung der Gaskugel mit großem Interesse und stellt uns dankenswerterweise sein Wissen zur Verfügung.

Richard Funk war von 1964 bis zu seinem Ruhestand 1994 für die Freiburger Gasversorgung und Wasserversorgung verantwortlich und damit auch für die Umstellung von der Gaseigenerzeugung aus Kohle auf den Bezug von Ferngas / Erdgas, was auch den Bau der Freiburger Gaskugel 1964/65 umfasste.

Siehe Bericht im Bürgerblättle 265 Febr./März 2021

2021 Juni: Das Buch zur Kugel; “Freiburger Gasgeschichte(n)”

Die Arbeitsgruppe zur Weiternutzung der Gaskugel hat die spannende Geschichte der Freiburger Gas-Nutzung aufgearbeitet und in einem Buch zusammengefasst (erhältlich ab 1.7.2021 erhältlich). Siehe Beitrag in unserem Stadtteil-Magazin “Bürgerblättle”, Ausgabe 267 (Juni 2021).

2021 Aug.: Betriebskonzept und Info-Abend

Das Betriebskonzept der Arbeitsgruppe Gaskugel ist fertig und wurde inzwischen z.B. an politische Vertreter verteilt; zum Inhalt siehe Betriebskonzept Gaskugel.

Viel Interesse auch am 12. August bei einem Informations- und Diskussionsabend direkt an der Gaskugel mit Vertretern des Arbeitskreises. Aktuelle Infos wie immer unter www.gaskugel-freiburg.de/blog.


2021 Okt.: Interfraktioneller Antrag aus dem Gemeinderat

Über das Betriebskonzept ergaben sich einige Gepräche mit Vertretern der Freiburger Fraktionen, die großes Interesse an dem Projekt zeigten. Als direkte Folge davon wurde Anf. Oktober 2021 ein interfraktioneller Antrag im Bauausschuss gestellt, um von der Stadtverwaltung zu erfahren, welche Planungen aktuell für das Areal und die Kugel bestehen. Insbesondere geht es um offene Punkte zur Finanzierung, möglichen Bundes- oder Landesförderungen, die Pläne der Badenova mit dem Areal und viele weitere Punkte.


2022 Jan.: Anwort des Baubürgermeisters zum interfraktioneller Antrag

Inzwischen gibt es zum Antrag eine Anwort von Herrn Baubürgermeister Prof. Dr. Martin Haag mit erfreulichen Tendenzen (10. Jan. 2022):

Die Bauverwaltung stehe dem Konzept des Arbeitskreises Gaskugel und der Stiftung BauKulturerbe gGmbH, aus dem Kulturdenkmal einen Ort der Kultur zu inszenieren und zu etablieren, grundsätzlich positiv gegenüber, teilt er mit. Die Verwaltung werde 2022 in weitere interne Abstimmungen mit der badenova gehen, mit dem Ziel, das Vorhaben des Arbeitskreises und der Stiftung bestmöglich zu unterstützen.

Die Bauverwaltung sieht die Gaskugel und deren Grundstück in einem größeren planerischen Kontext; sie soll in die Überlegungen für ein attraktives Naherholungsangebot für den neuen Stadtteil Dietenbach entlang der Dreisam einbezogen werden“. Die Ergebnisse einer entsprechenden Machbarkeitsstudie „Dreisamrevitalisierung“ sollen dem Gemeinderat noch in diesem Jahr vorgestellt werden. Ein solche Vorhaben würde sicher in allen angrenzenden Stadtteilen gern gesehen, bzw. im gesamtem Westen.

Mehr zu den Planungen des Baubürgermeisters auf der WebSeite des Gaskugel-Projekts.


2022 Mai: Preis im Pitch-Wettbewerb der Freiburger Bürgerstiftung

Das Gaskugel-Projekt belegt beim Pitch-Wettbewerb der Freiburger Bürgerstiftung (17. Mai 2022) mit 18 teilnehmenden Initiativen den zweiten Platz der Jury. Natürlich freuen wir uns sehr über diesen Erfolg. Herzlichen Dank in diesem Fall an Sven Hinz aus dem Think Tank des Gaskugel-Projektes, der mit seiner gelungenen Mitmach-Show um Unterstützung geworben hatte und dabei schon einen Eindruck von der Akustik im Inneren der Kugel vermitteln konnte. Mehr dazu auf www.gaskugel-freiburg.de.


2022 Juni: Fachkongress in Rom

Das Gaskugel-Projekt wurde Mitte Juni beim “2° Stati Generali del Patrimonio Industriale” in Rom einer internationalen Fachöffentlichkeit vorgestellt: diese Fachkongress mit Industriekulturerbe als Hauptthema findet alle drei Jahre statt.  Neue Nutzungen von stillgelegten Gasbehältern sind europaweit ein Thema, das gerade in den Blick rückt. Gemeinsam mit Dr. Barbara Berger von der ETH Zürich durfte Projektleiterin Dr. Heike Piehler das Konzept in Rom präsentieren. Mehr dazu gibt es bald auf www.gaskugel-freiburg.de .

2022 Juni: Besuch der Bundesstiftung Baukultur

Am 24. Juni waren Vertreter der Bundesstiftung Baukultur ( www.bundesstiftung-baukultur.de ) mit ihrer Sommertour hier in Freiburg: morgens im “Zentrum Holzbau Schwarzwald” in Menzenschwand, am Nachmittag bei der Gaskugel, um sich vorort über das Projekt zu informieren. Kurz zum Hintergrund: Die Bundesstiftung gibt es seit 2007 und wurde explizit gegründet, um die Bundesregierung zum Thema Baukultur zu beraten. Den Leitspruch möchten wir hier einfach anbringen: Räume prägen Menschen. Menschen prägen Räume. In diesem Zusammenhang ist auch die Industiekultur ein wichtiges Thema der Bundesstiftung. Anwesend waren z.B. auch Vertreter des Gemeinderates und der Stadt, verschiedene Projektbeteiligte und Partner erläuterten Ihre Ideen.

Mehr dazu gibt es bald auf www.gaskugel-freiburg.de .


2022 Juli: Projekt „Mit 2,5 Metern pro Stunde um die Sonne“

Eigentlich präsentiert das Planetarium Freiburg in den Sommermonaten ohnehin schon ein besonders attraktives Programm. Doch diesmal gibt es noch weitere Unterstützung durch ein Projekt „Mit 2,5 Metern pro Stunde um die Sonne“ der Kunststudentin Elisa Peyker. Hintergrund: Angenommen die Gaskugel in Betzenhausen wäre eine Sonne, so wäre unsere Erde im Vergleich dazu eine blaue Kugel von 30 Zentimetern. Auch spannend, wo diese Erde ihre Kreise ziehen würde in Freiburg. Das ganze ist zu sehen seit dem 27. Juli im Foyer des Planetariums (mehr dazu …).

Aussenbecken Westbad (Freibad)


Aktuelles Juli 2022

Schulen und Kindergärten aus dem westlichen Freiburg haben Aktionen gestartet, um auf das fehlende Freibad hinzuweisen: Die Schulleitungen und Elternbeiräte von sieben Grundschulen haben einen Brief an die Gemeinderatsfraktionen, Herrn Oberbürgermeister Horn und die zuständigen Bürgermeister geschrieben, um im Namen Ihrer 1840 Schüler und deren Familien für die Wiedereröffnung des Bades zu plädieren. Der Kindergarten St. Albert hat Bilder zum Thema gemalt und auch diese an Herrn Horn geschickt. Dem Freundeskreis Freibad West e.V. wurde zusammen mit angrenzenden Bürgervereinen ein Termin bei Herrn OB Horn zugesichert (nach der Sommerpause).

Der Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde unterstützt dieses Projekt seit vielen Jahren: auch in der aktuellen weltpolitischen Situation mit all ihren Folgen (inkl. Gas-Krise) darf die Perspektive für eine Neueröffnung nicht verloren gehen. Bald sind es 20 Jahre seit Stillegung (hier weiterhin unsere Argumente ).


Stopp der Umsetzung 2020, diesmal aufgrund Corona: Eigentlich waren die städtischen Mittel für das Freibad West mit Aussenbecken schon fest eingeplant und die ersten Umsetzungsschritte getan (siehe Ausführungen weiter hinten). Doch 2020 leider die Corona-bedingte Enttäuschung: im Entwurf des Haushaltsplans 2021/2022 ist das Freibad West nicht mehr enthalten. Wir sind aber der Meinung, dass gerade in der jetzigen Zeit diese Freizeitmöglichkeit in unserem dicht besiedelten Stadtteil dringend benötigt wird und das Projekt weiter geführt werden sollte. Deshalb unser Apell an die Stadt Freiburg und unseren dortigen Vertretern*innen, alle Möglichkeiten dafür zu prüfen.

Siehe Pressemitteilung des Bürgervereins vom 22. Jan. 2021, sowie Beitrag vom Freundeskreis im Bürgerblättle 265 vom Febr./März 2021.

Am 1. Febr. 2021 haben sich die Vorsitzenden der Bürgervereine von Betzenhausen-Bischofslinde, Brühl- Beurbarung, Landwasser, Stühlinger und Mooswald in einem gemeinsamen Brief an Herrn Oberbürgermeister Horn und die Stadträtinnen und Stadträte des Freiburger Gemeinderates gewand. Nachzulesen auf Mooswald.org. Vorher hatte sich schon die Dachorganisation der Freiburger Bürgervereine (AFB) für das Projekt ausgesprochen.

Am Beteiligungshaushalt 2021/2022 (geöffnet bis 27. Jan. 2021) haben sich viele für den Bürgervorschlag zum Westbad ausgesprochen. Das Ziel sollte sein “Weiterbauen – Kein Stopp beim Westbad-Freibecken”. Alles Weitere zum Freiburger Haushalt und den nächsten Schritten der Abstimmung siehe auch www.freiburg.de/haushalt


Hintergründe und Zusammenfassung

Im Jahre 1969 wurde das Außenbecken am Rande des Flückigersees gebaut (noch vor dem Hallenbad, das erst 1977 folget): das Bild hier stammt aus den 1970-ger Jahren. Heute verbindet man mit Westbad fast nur noch das Hallenbad West: es ist das größte Hallenbad in Freiburg und wurde insbesondere für die Ausrichtung von Sport-Wettkämpfen ausgelegt.

Im Jahre 2003 dann das Ende für das Freibad: im Zuge von Haushaltskonsolidierung wurde das Aussenbecken geschlossen um damit insbesondere auch die Kosten der Bademeisteraufsicht einzusparen. Sehr schnell bildete sich eine Initiative “Pro Freibad im Westbad”, die also erste Aktion Unterschriften für die Wiederöffnung sammelte (siehe Bericht im Bürgerblättle 165, Juli 2003).

Verfallenes Schwimmbecken

Doch das Bad blieb auch in den Folgejahren geschlossen und von Jahr zu Jahr war es mehr dem Verfall ausgeliefert. In Folge dessen bildete sich 2009 eine “Aktionsgemeinschaft Hallen- und Freibad West, die schon im Juli 2009 eine erste Liste mit 4500 Unterschriften zur Erhaltung von Freibad West an OB Salomon übergeben konnte. Aus dieser Initiative entstand 2011 der Verein “Freundeskreis Freibad West e.V.” mit dem Ziel, dass dieses Freibad seinen ursprünglichen Sinn wieder erhält (erreichbar über Westbad-Verein@email.de)

Parallel dazu bemühte sich der Freundeskreis auch um eine Sanierung des Kinderbeckens im Außenbereich des Westbades: 2013 konnte nach vielen Gesprächen und Verhandlungen mit der Stadt ein Sanierungs-und Finanzierungkonzept dafür vorgestellt werden (mit Eröffnung dann 2014).

Im Bürgerblättle haben wir im Laufe der Jahre mehrfach über das gesamte Vorhaben berichtet. Vorgeschlagen vom Freundeskreis wurde 2016 u.a. ein Naturbad mit biologischer Wasseraufbereitung, da das aktuelle Becken und die zugehörige Infrastruktur ohnehin kaum sinnvoll verwendbar ist. Es gab viele Argumente dafür: die Herstellung eines Naturbeckens wäre kostengünstiger und die laufenden Betriebskosten sind deutlich geringer als bei einem konventionellen Freibad (sicher auch eine Bereicherung passende zu Green-City).

Im Jahr 2019 schien dann der Durchbruch gekommen zu sein: der Gemeinderat billigte Gelder, drei Architekturbüros machten Vorschläge zur Gestaltung incl. Kostenschätzung. Bau-Ausschuss und Gemeinderat stimmten für den Vorschlag des Büros Architekturbüros Lehmann aus Offenburg

In diesem Zusammenhang könnte es auch von Bedeutung sein, dass landesweit das Thema Schwimmbäder in den letzten Jahren eine neue Bedeutung gewonnen hat. Initiativen der Schwimmsportverbände und des Städtetages Baden-Württemberg haben das Ziel, die Sanierung von Bädern in die Landes-Förderkulisse zum kommunalen Sportstättenbau aufzunehmen. In 2019 gibt es z.B. auch eine Umfrage des Kultusministeriums zum Schwimmunterricht an Grundschulen.


Entwicklung der letzten Jahre

April 2021

Leider wurden im Zuge der aktuellen Haushaltsberatungen 2021 alle Mittel für das Freibad West gestrichen. Ob und wie weiter gehen kann, ist aktuell unklar. Wir bedauern sehr, dass dieses Projekt im 18-ten Jahr nach Schliessung des alten Beckens wieder gestoppt wurde; unsere Argumente also nicht überzeugen konnte.

Febr. 2021

Am Beteiligungshaushalt 2021/2022 (geöffnet im Jan. 2021) haben sich viele für den Bürgervorschlag zum Westbad ausgesprochen. Das Ziel sollte sein “Weiterbauen – Kein Stopp beim Westbad-Freibecken”. Inzwischen haben wir als Bürgerverein eine Pressemitteilung für die Weiterführung des Projektes herausgegeben. Parallel dazu haben alle Bürgervereine in der Nachbarschaft des Westbades einen gemeinsamen Brief an den OB bzw. die Fraktionen verfasst. Auch die Dachorganisation der Freiburger Bürgervereine (AFB) für das Projekt ausgesprochen, was auch die Badische Zeitung zum Anlass nahm für einen Beitrag (evtl. eingeschränkter Zugriff).

Dez. 2020

Jetzt schlägt Corona auch beim der Investion für das Freibad West zu: mit dem Haushaltsplan 2021/2022, den OB Horn und Finanzbürgermeister Breiter am 7. Dez. 2020 vorgestellt haben, wurden verschiedene Positionen, die bisher vorgesehen waren, verschoben oder gestrichen. Dazu gehören leider auch die Mittel für das Freibad West.

Dez. 2019

Im Doppelhaushaltes 2019/2020 sind Mittel in Höhe von 1,0 Mio. € eingestellt für das Jahr 2020, die für weitere Schritte der Objektplanung und ein europaweites Vergabeverfahren vorgesehen sind. Gesucht wird ein Generalplaner: ein Ergebnis wird für 2020 erwartet. Wir gehen davon aus, dass die Realisierung bis zur Bade-Saison 2022 abgeschlossen sind.

Zu den Realisisierungsschritten hier eine Pressemitteilung zum Freibad West der Stadt Freiburg vom Okt. 2019. Auch Martin Horn bestätigt bei “OB vor Ort” am 16.12.2019, dass der Neubau planmäßig kommen wird Aktuell sei “kein Grund für Verzögerungen zu erkennen. Eine europaweite Ausschreibung ist z.Z. in Arbeit.”

Aug. 2019

Jetzt mitten im Sommer 2019 freut man sich natürlich besonders darüber: das Freibad West wird kommen. So müssen wir die Entwicklungen der letzten Monate verstehen. Im jetzigen Haushaltsplan der Stadt Freiburg ist für 2020 ein Betrag von 1 Million Euro als Startinvestition angesetzt. Das ist natürlich nur ein Teil der Gesamtkosten von 8,2 Mio. Euro, die im Raum stehen: aber es ist eine gute Basis für die weitere Detailplanung und europaweite Ausschreibung, die offensichtlich verpflichtend ist. Natürlich hätten wir den Betrag lieber früher gesehen: aber Planung braucht ja auch Zeit.

Die Finanzierungen wird aktuell nicht mehr in Frage gestellt:

  • ” Das Westbad Außenbecken ist finanziert und wird im Sommer 2022 eröffnet.” (Finanzbürgermeister Stefan Breiter, Stadtmagazin Chilli, 27.05.2019).
  • „Hier entsteht in den nächsten Jahren nicht nur ein einfaches Becken, sondern ein vollwertiges Freibad, mit vielen verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten, vor allem auch für Familien.“ (Berthold Bock, sportpolitische Sprecher der CDU, Pressemitteilung 18.1.2019)

Wir bedanken uns ganz herzlich beim “Freundeskreis Freibad West e.V.”, der über viele Jahre auf dieses Ziel zugearbeitet hat. Und auch ein besonderer Dank an diejenigen politischen Vertreter, die sich für diese Initiative eingesetzt haben und letztendlich auch im Gemeinderat diese Entscheidungen getroffen haben.

Dez. 2017

Auch im Entwurf den Doppelhaushaltes 2017/2018 war eine Sanierung des Freibades West nicht vorgesehen. Doch beim zugehörigen Beteiligungshaushalt stand die Wiedereröffnung des Freibades ganz weit oben auf der Prioritätenliste. Daraufhin wurden erstmals Mittel für erste Planungschritte vom Gemeinderat genehmigt (200.000 €). In diesem Zuge wurden 3 Architekturbüros um ein Konzept mit Kostenschätzung gebeten. Eine Jury der Regio Bäder GmbH priorisierte daraufhin den Vorschlag von Architekturbüros Lehmann aus Offenburg.

Der Entwurf hat ein Gesamtvolumen von ca. 8 Mio. € und hat Febr. 2019 auch den Sportausschuß überzeugt. Für mehr Details zum Siegerentwurf siehe zugehörige Unterlagen im Ratsinformationssystem der Stadt Freiburg (dort ist vor allem die Anlage zur Drucksache SP-19/002 relevant).

Dez. 2014

Der Freundeskreis Freibad West bringt ein Naturbad als Alternative ins Spiel und verweisst z.B. auf die sehr guten Erfahrungen, die man mit dem Naturerlebnisbad in Murg gesammelt hat. Siehe Bericht im Bürgerblättle 229 Dez. 2014 (PDF). Bei einigen Fraktionen im Gemeinderat fand die Idee Anklang und wurde offen unterstützt. In einem interfraktionellen Antrag wurde die Verwaltung gebeten, den Vorschlag zu prüfen. In den nachfolgenden Jahren tendierte der Gemeinderat – trotz höherer Kosten – aber dann doch zu einer konventionellen Lösung.

Dez. 2011

Aus der Initiative bildet sich der “Freundeskreis Freibad West e-V.”. Vorsitzender vom Freundeskreis ist zunächst Nico Bischler (zu der Zeit parallel auch Vorsitzender im Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde); ihm folgte 2017 Joachim Kerrmann, ab Mitte 2022 ist es Elke Haas.

Juli 2009

Bad blieb blieb in den Folgejahren geschlossen und war von Jahr zu Jahr mehr dem Verfall ausgeliefert. Eine neue Initiative “Aktionsgemeinschaft Hallen- und Freibad West” bildet sich und kann im Juli 2009 eine erste Liste mit 4500 Unterschriften zur Erhaltung von Freibads an OB Salomon übergeben.

Frühjahr 2003

Das Aussenbecken des Westbads war in die Jahre gekommen; eine kurzfristige Sanierung zumindest der Technik erschien erforderlich (geschätzte Kosten bei 700.000 Euro). Aber auch weitere Investitionen z.B. für Umkleidekabinen standen im Raum. Beides fand keine Mehrheit im Gemeinderat. Stattdessen wurde im Zuge von Haushaltskonsolidierung das Freibad geschlossen (gedacht war an eine vorübergehende Schließung): insbesondere auch, um damit laufende Kosten wie bei der Bademeisteraufsicht einzusparen. Einzelne Fraktionen empfahlen, statt Freibad einen direkten Zugang zum See zu schaffen, also ein Seebad, wie es in früheren Zeiten auch schon war (z.B. mit Zugang über Holzstege). Der Uferrundweg wäre dadurch weggefallen. Eine Mehrheit fand der Vorschlag nicht, zumal auch das Wasser des Sees zu jener Zeit wegen hoher Phosphat-Belastung im Gespräch war (“Bürgerprojekt Flückiger See”): als Ursache vermutet wurde Trümmerschutt aus dem zweiten Weltkrieg, der in der Nähe abgeladen worden war und wohl auch Reste von Phosphorbomben in sich trug. Eine Initiative “Pro Freibad im Westbad” bildet sich.

Freiwillige Feuerwehr Freiburg-Lehen

Aktuelles: Das Sommerfest in Lehen findet wieder statt, Fr. 29. und Sa. 30. Juli 2022, Bundschuhwiese unter den Eichen. Hinweis der Freiwilligen Feuerwehr Lehen:

Nach zwei Jahren Festpause steckt die Freiwilligen Feuerwehr Lehen wieder in den Vorbereitungen für ein Festwochenende. Am 29. und 30.07.2022 veranstalten wir auf der Bundschuhwiese unter den Eichen ein Fest, welches wir mit zahlreichen musikalischen Highlights planen. Die französische Band Cafe Musical, der Musikzug der Feuerwehr, der Lehener Musikverein, die Eckepfätzer und der Sänger Mike Furtwängler beleben das Sommerfest nach zwei sehr stillen Jahren.

Machen Sie sich ein dickes Kreuz in den Kalender und feiern Sie mit uns.

Wir freuen uns auf Sie.
Ihre Freiwillige Feuerwehr Lehen


Insgesamt 18 Freiwilligen Einsatz-Abteilungen unterstützen die Freiburger Berufsfeuerwehr im Stadtgebiet: Dazu gehört auch die Feuerwehr in Lehen mit Einsatzgebiet im Freiburger Westen, insbesondere auch Betzenhausen. Einsätze ergeben sich nicht nur bei Bränden, sondern z.B. auch über Unwetter mit Sturm oder Hochwasser.

Die Feuerwehr in Lehen besteht aus einer aktiven Einsatzabteilung, einer Jugendfeuerwehr und natürlich gibt es auch eine Ehrenabteilung. Aktuell in Planung ist ein neues Feuerwehrhaus. Die Aktiven der Feuerwehr trainieren ein- bis zweimal monatlich für den Ernstfall; begleitet von erfahrenem Kollegen der Berufsfeuerwehr.

Aber glücklicherweise geht es nicht immer nur um die Feuerwehr und mögliche Einsätze, sondern z.B. auch um Geselligkeit und Zusammenhalt: Man ist beteiligt am Lehener Hock und anderen Festen (auch in Betzenhausen). “Legendär” ist das Sommerfest der Freiwilligen Feuerwehr und natürlich «Bergle on fire».

Noch etwas Historie: Eine gemeinsame Feuerwehr von Lehen und Betzenhausen gibt es schon lange, z.B. belegt durch ein gemeinsames “Spritzenhaus” in Lehen. Siehe auch unseren Rückblick auf die Geschichte von Betzenhausen, Beitrag Die Gemeinde und ihre Einrichtungen .


Alles Weitere auf der WebSeite der Feuerwehr www.feuerwehr-lehen.de

 

Kunstwerke im öffentlichen Raum

Der Anlass

Die Corona-Zeit hat sicher für den ein oder anderen zusätzlichen Spaziergang durch unseren Stadtteil Freiburg-Betzenhausen gesorgt. Dabei haben Sie vielleicht auch Dinge entdeckt, die Ihnen vorher entgangen waren: versteckte Kunstwerke zum Beispiel. Anlass für uns, einige davon hier einfach mal vorzustellen (ggf. auch als Anregung für den nächsten Spaziergang…).

Seit Mitte 2021 werden ausgewählte Kunstwerke auch über eine kleine Serie in unserem Stadtteil-Magazin Bürgerblättle vorgestellt. Hier wie dort: noch ist die Zusammenstellung unvollständig (aber wir arbeiten dran…).

Ergänzend dazu: In Betzenhausen gibt es auch mehrere legale Plätze für Graffiti-Künstler. Grund für uns, auch diesem Thema einen eigenen Beitrag zu gönnen; siehe Graffiti in Betzenhausen.

Kunst am Bau

So einige Kunstwerke in Betzenhausen sind über die Initiative “Kunst am Bau” entstanden, in der namhafte Kunstschaffende im Auftrag des Staates ihre Werke erschaffen können. Und das seit inzwischen 70 Jahren: Mehr dazu unter www.kunstambau-freiburg.de

Im Seepark

Da der Seepark durch seine Vergangenheit als Landesgartenschau 1986 besonders viele “versteckte” Kunstwerte besitzt, wollen wir sie hier auch im Block vorstellen (auch diese Liste soll nur ein erster Eindruck sein, siehe aber auch unser Beitrag zum Seepark und Flückigersee). Eine Reihe der Plastiken wurde für den Wettbewerb „Park, Kunst und Utopie“ zur Landesgartenschau 1986 entworfen und nach der Ausstellung auch dort belassen. Dazu gehörten auch die großen Holzkunstwerke auf dem Betzenhauser Torplatz, die erst mit der Neugestaltung dort Ende 2020 entfernt wurden. Im damaligen Wettbewerb (beteiligt war auch Prof. Klaus Humpert als ehemaliger Leiter des Stadtplanungsamtes) sollten vor allem plastische Qualitäten relevant sein; deshalb waren insbesondere auch junge und renomierte Architekten zur Teilname eingeladen (z.B. Krier, Ungers, Hilmer/Sattler und Heinz Mohl).


Forsthaus Seepark, Architekt Heinz Mohl (Karlsruhe, 1986)

Hierbei handelt es sich um eine spektakuläre, öffentlich zugängliche Konstruktion aus Douglasien-Holz am Ufer des Flückiger Sees. Das sog. Forsthaus ist entstanden zur Landesgartenschau 1986 und trägt gelegentlich auch den Titel ,,Der liegende Turm” (36 Meter lang): es wurde explizit geplant “ohne besondere Nutzung”.

Von hier hat man einen wunderbaren Blick auf den See, die gegenüberliegende Anhöhe mit dem Seeparkturm und den Stadtteil Mooswald dahinter.


Seeparkturm auf dem Rebberg, Architekten Heinz Hilmer und Christoph Sattler (München, 1986),

Der Holz-Turm mit markantem Schnecken-Design ist etwa 18 Meter hoch und bietet eine schöne Aussicht über den gesamten Park, bzw. auf die Silhouette von Freiburg mit Panorama von Schwarzwald und Kaiserstuhl/Vogesen (je nach Wetter natürlich). Mehr Hintergründe auch auf Wikipedia.

Im Jahr 2003 wurde der Holzturm leider Opfer von Brandstiftung und musste komplett abgerissen werden. Doch innerhalb eines Jahres wurde der Turm unter Leitung des Architekten Richard Kramer nahezu orginalgetreu wieder gebaut. Das war eine beachtliche Leistung, denn leider hatte die frühere Baufirma ihre Pläne kurz vor dem Brand entsorgt. Also musste der Architekt den Turm im Grunde Stück für Stück neu konstruieren: frühere Fotos halfen dabei, aber z.B. auch der Zimmerer, die schon bei der ersten Ausführung beteiligt waren.

Seit 2015 ist Suwon in Südkorea eine Partnerstadt von Freiburg. In Anlehnung an den Seeparkturm hat man dort im Gwanggyo Lake Park ein ähnliches Bauwerk errichtet: allerdings um einiges größer, so dass ein Museum und Umweltbildungszentrum integriert werden konnten (siehe Bericht der BZ dazu).


Pavillon (Tempelchen) entworfen von Prof. Robert Krier (“Rob Krier”, Luxemburg, 1986, www.robkrier.de)

Kuppel, Säulen und Rundbögen hinterlassen einen historischen und fast romantischen Eindruck: Also ein wenig Belvedere im Seepark (Rob Krier nannte es wohl “garden pavilion”). Über dem Gewölbe im unteren Bereich befindet sich ein Kuppelraum; eine Rundtreppe führt außen dort hinauf.

Das Tempelchen ist sicher eines der beliebtesten Objekte im Seepark, vor allem auch als Foto-Motiv: von hier aus bietet sich ein schöner Blick auf den See bzw. das Ufer zur Seebühne. Vor einigen Jahren war es ziemlich vermalt, verkritzelt und zugemüllt: deshalb initiierte der Bürgerverein 2014 eine Aktion zur Säuberung und Entfernung der Malereien.

Star-Architekt und Stadtplaner Rob Krier wurde 1938 in Luxemburg geboren, er war über 20 Jahre als Dozent an der TU Wien tätig und gilt als scharfer Kritiker “moderner” Architektur. Rob Krier betreute städtebauliche Projekte in ganz Europa, aber vor allem in den Niederlanden. Seit 1997 ist er Ehrenmitglied im Bund Deutscher Architekten (siehe Wikipedia-Eintrag). Schwerpunkt seiner Arbeit war die städtebauliche Wiederherstellung urbaner Strukturen, wobei er nach Anknüpfungen an historische Vorbilder suchte (mit einer Vielzahl an Publikationen dazu).

Nebenbei ist Rob Krier auch als  Bildhauer tätig und realisiert vor allem  Skulpturen für öffentlichen Raum, die in ganz Europa zu finden sind. Seine Verbindung zu historischen Hintergründen spiegelt sich ja auch im Tempelchen wieder. Insofern steht dieses kleine Bauwerk auch beispielhaft für seine Vorstellung von einer Verbindung aus alt und neu: dieser Grundgedanke hätte wohl auch so manch anderer Gestaltungs-Idee in der Architektur der letzten Jahre gut getan.


Boden-Sonnenuhr in der Nähe des Bürgerhauses, eine Konstruktion von Prof. Heinz Schumacher (Freiburg, 1986)

Als Zeiger dient der Mensch, dessen Schatten auf die Markierungen für Stunden trifft: um die Zeit anzuzeigen, muss man sich auf den Punkt der Kalenderskala stellen, der dem aktuellen Datum entspricht. Wer das Schild in der Nähe der Boden-Sonnenuhr aufmerksam liest und den Anweisungen folgt, kann zusätzlich sogar die Stelle von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ermitteln.

Die Sonnenuhr im Seepark wurde entworfen von Prof. Heinz Schumacher (1909 – 1998), der in den Jahren von 1949 bis 1974 die Meisterschule für Steinbildhauer und Steinmetze in Freiburg leitete. Den Sonnenuhren galt immer sein besonderes Interesse: Er verfasste mehrere Fachbucher und Anleitungen zu deren Konstruktion. Den Arbeitskreis Sonnenuhren in der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie (DGC) leitete Schumacher von 1976 bis 1985 als Vorsitzender.

Wer sich für weitere Sonnenuhren interessiert, für den ist der Ort Bernau im Schwarzwald eine gute Adresse: Dort gibt es eine Vielzahl mit unterschiedlichen Ausführungen und sie werden auch explizit von der Stadt beworben. Schon im Jahr 1985 hatte Prof. Heinz Schumacher eine Broschüre herausgegeben, in der fünfzehn Bernauer Sonnenuhren aufgelistet waren (hier eine verkürzte Doku(pdf) ).

Alt trifft Neu: Ende 2020 wurde direkt neben der Sonnenuhr eine kleine Säule als “geodätischer Referenzpunkt” aufgestellt: die genaue Positionsangabe dort erlaubt es, die Genauigkeit des eigenen Navis oder Smartphones zu überprüfen (GPS-Referenzpunkt).


Lichtturm, Platz vor dem Bürgerhaus (Regioplatz), Oswald Mathias Ungers (Köln, 1986).

Auf einem vierstufigen Unterbau ragt ein kantiger Turm mit rostbraunem Klinker für 17 Meter in die Höhe. Der Unterbau mit 4 Stufen ist ein beliebter Sitzplatz mit Blick auf das Geschehen rund um das Bürgerhaus. Am oberen Ende schliesst der Turm ab mit quadratischen Öffnungen, die das Licht aus allen Himmelsrichtungen durchlassen: daher wohl der Name des Bauwerks.

Auf der West-Seite in Richtung Japanischer Garten ist eine Inschrift von Lina Ritter zu finden:

Worum trennt uns e Rhi? Ass mir zeige chenne, Wie me Brucke bäut“.

Der Architekt Oswald Mathias Ungers (1926 – 2007) sah sich Entwurfs- und Gestaltungsprinzipien verpflichtet, die er aus der Vergangenheit ableitete, weiterentwickelte und in seinen Bauten jenseits aller Moden und Schulen als in seiner Sicht zeitgemäßen Ausdruck allgemeiner menschlicher Ordnungen zu verwirklichen suchte (so sagt es Wikipedia) und weiteres zum Architekten…).


Seeparksäule, Nähe Bürgerhaus am sog. “Platz des Handwerks”, Dieter Schindler (1986).

Die knapp 5 Meter hohe Marmor-Säule zeigt von unten nach oben die unterschiedlichen Schritte in der Arbeit eines Bildhauers: vom grob-kantigen Stein bis zur fein geschliffenen Oberfläche. Ursprünglich lief Wasser von der oberen Abschlussplatte hinab entlang den verschiedenen Stufen des Schaffens. Wer mag, darf die “Metamorphose des Steins” von umgebenden Bänken auf sich wirken lassen.

Am Boden ist die Säule umgeben von Mosaiken zur Darstellung unterschiedlicher Gewerke des Handwerks.


Promenade auf der Wiese neben dem Bürgerhaus, Bernd Hennig (1986)

Rotbraun gestrichene Eisenplastik, deren einzelne Elemente symbolisch für Teile des Parks stehen sollen. Die Plastik wurde entworfen für den Wettbewerb „Park, Kunst und Utopie“ zur Landesgartenschau.

Bernd Hennig (geb. 1952 in Heilbronn) ist als freier Bildhauer und Objektkünstler tätig und erstellte vor allem in den ersten Jahren seines Schaffens gern große Skulpturen aus Stahl. Er hat seit 1994 eine Professur im Fachbereich Design an der Fachhochschule Anhalt in Dessau-Roßlau (alles weitere  siehe Wikipedia).


Die Ente, Bronze-Plastik am Ostufer des Flückigersees, Elsa Gerhard (Datum der Aufstellung noch unbekannt)

Wer nicht gleich drauf kommt: die Ente hat ihren Kopf nach hinten gedreht um sich mit dem Schnabel einen Flügel zu putzen . Eine weiche, geschwungene Bronze-Plastik, die eigentlich auch von Henry Moore oder Maritta Winter sein könnte.

Die Künstlerin Elsa Gerhard stammt aus Hamburg, hat später aber lange in Freiburg gelebt: dort starb sie auch in den frühen 1990er Jahren. Sie ist mit mehreren Skulpturen im Stadtbild vertreten: ganz in der Nähe des Seeparks, im Aussenbereich des Wentzinger Gymnasiums, ist beispielsweise eine kleine Eule aufgestellt (siehe Hügel an der Ecke Falkenbergstr. / Elsässerstr.). Im Innenhof des Technischen Rathauses findet man einen Schwan von ihr.


Erwachsener Adam, Bronzefigur im Rosengarten am Seepark, Wilhelm Gerstel (München, 1932/34)

Dargestellt wird Adam kurz nach der Schöpfung: noch etwas verschlafen wirft er erste Blicke in die Welt und tastet sich hinein.

Die ursprüngliche Figur aus den Jahren 1932/34 hatte Wilhelm Gerstel in Gibs gestaltet. Sie galt in der nationalsozialistischen Zeit als „entartet“ und durfte z.B. bei einer Ausstellung in München über Berliner Kunst nicht gezeigt werden. Die heutige Bronzefigur wurde zur Landesgartenschau 1986 im Rosengarten aufgestellt.

Der Bildhauer Wilhelm Gerstel (1879-1963) arbeite viele Jahre in Berlin; im Jahr 1948 (nach seinem offiziellen Ruhestand) zog es ihn nach Freiburg; hier war er noch für viele Jahre Leiter der Bildhauerklasse an der Freiburger Kunstakademie. 1955 erhielt Gerstel das Bundesverdienstkreuz als Anerkennung für seine Arbeiten (siehe auch Beitrag zu Wilhelm Gerstel bei Wikipedia) .

In Freiburgs Altstadt an der Treppe zwischen Greifeneggring und Insel steht eine weitere Figur von Wilhelm Gerstel: der „Aufwärtsstebende“.


Fliesen-Sonnenuhr (Landesgartenschau, 1986)

Wenn man am Ufer vor dem Westbad schlendert, sieht man diese wunderschöne Sonnenuhr: ein Geschenk von Freiburgs Partnerstadt Besançon, dem Zentrum der französischen Uhren-Industrie. Eine solche Uhr nennt man fachgerecht „Analemmatische Bodensonnenuhr“ (siehe Wikipedia).

Um die Uhr zu nutzen, muss man sich selbst auf das aktuelle Sternzeichen in die Mitte stellen und der Schatten liefert die Uhrzeit (6:00 bis 18:00 Uhr). Historische Gebäude aus Besançon bilden die Markierungen der Stunden. Der Innenbereich der Uhr (Zifferblatt) zeigt einen Stadtplan von Besançon aus dem 18.Jahrhundert: dort wird die Altstadt von einer Schleife des Doubs umflossen, darüber ragt die Zitadelle.

Diese schönen und wertvollen Uhr haben wir einen eigenen Beitrag gewidmet, siehe Die französische Fliesensonnenuhr im Seepark.


Bacchus am Fuß des Weinbergs im Seepark (Kurt Lehmann, Staufen, 1970 )

Bacchus symbolisiert den Gott des Weines. Die Bronze-Figur stand zunächst auf dem Freiburger Schlossberg (Kanonenplatz) und wurde erst zur Landesgartenschau 1986 in den Seepark umgesiedelt.

Die gleiche Figur ist auch in Staufen am Fuße des Schlossbergs zu finden am Eingang zur Stadt (dort seit 1996).

Kurt Lehmann (1905 – 2000) war ein deutscher Bildhauer. Geboren in Koblenz lebte und arbeitete er viele Jahre in Kassel und Hannover: dort sind auch diverse Werke von ihm aufgestellt. Lehmann hatte u.a. eine Professur an der Technischen Hochschule Hannover. Mit der Pensionierung ging er nach Staufen (1970 bis 1998), wo ebenfalls mehrere Werke von ihm im Stadtbild zu finden sind (siehe auch Wikipedia).


Der Bleistift (1986); Nähe Bürgerhaus

An dieser Stelle hatte zur LGS 1986 die Architektenkammer ihren Infomationsstand. Und sie wählte einen Bleistift (oder Buntstift) als Erkennungsmerkmal: Gedacht wohl auch als Symbol für Kreativität in der Architektur. Erfreulich, dass der Bleistift geblieben ist und auch schön, dass er vor kurzem einen neuen Anstich erhalten hat.

Fraglich allerdings, ob das mit der Kreativität in der Architektur seit damals (1986) wirklich gelungen ist, erwecken doch heutige Alltags-Projekte häufig den Eindruck von Zweck-Bauten mit wenig Ideen (oder gar banalem Plattenbau-Design). So wurde und wird Hunderwasser von der Allgemeinheit bewundert für seine Kreativität, für sein Bauen mit menschlichem und künstlerischem Charakter (und ist sogar ein guter Grund, nach Wien zu fahren…). Aber er bleibt nun wirklich eine Ausnahme.


Andere Fundstellen im Stadtteil

Wir beginnen in der Bissierstraße, kurz vor der Güterbahn-Brücke, wo seit Ende der 1980er Jahre das „Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg“ zuhause ist, speziell die Abteilung für Lebensmittelkontrolle. Haben Sie sich schon mal gefragt, ob die gefärbten Ostereier im Supermarkt wirklich ungefährlich sind oder ob der Spargel auch wirklich aus heimischem Anbau stammt? Auf solchen Fragen der Lebensmittelqualität sucht man in diesem Institut die Antworten. Und draußen vor der Tür findet man zwei beeindruckende Installationen: „Schmetterling“ und „Lotusbrunnen“.

Vier Stelen im Lotusbrunnen, Chemische Landesuntersuchungsanstalt, Bissierstraße, Wolfgang Glöckler (1988)

Mit dem Lotosbrunnen sollte ein Gegenstück zum naturwissenschaftlich orientierten Denken am Institut entstehen: freistehenden Stelen/Säulen, die einfach nur da sind und nach oben zeigen. Die Säulen au Betonguß  sind mit Platten aus Karlsruher Majolika verkleidet: bemalt mit blauen Linien, die an Schlingpflanzen erinnern.

Wasser ist hier ohnehin ein wichtiges Element: Im kantigen Becken wachsen u.a. Seerosen, deren Lotos-Blüte im buddhistischem Umfeld ja eine besondere Bedeutung hat. Wolfgang Glöckler hatte zahlreiche Reisen nach Asien (speziell Indien) unternommen und setzte Mythen und Vorstellungen aus diesem Kulturkreis gern künstlerisch um. Nebenbei bildet das Wasser-Becken auch eine thematische Verbindung zum nahegelegenen Runzbach.

Schmetterling, Chemische Landesuntersuchungsanstalt, Bissierstraße, Jürg Franz Häusler (1988)

Die Skulptur entstand 1988 im Rahmen eines Wettbewerbs “Kultur am Bau”. Der Künstler sah sein Werk als Versuch einer Synthese von Natur und Technik. Die Skulptur sollte auch im Kontrast zur Architektur der Landesuntersuchungsanstalt stehen.

Erstellt mit viel Eisen und Beton ist es ein gewichtiges (tonnenschweres) Kunstwerk geworden, das trotzdem leicht wirkt (also wie ein Schmetterling).


Drei Schirme, Aluminium-Skulpturengruppe im Innenhof des Regierungspräsidiums, Bissierstr. 7, Stephan Hasslinger (Merzhausen, 2003)

Wer den Innenhof des Regierungspräsidiums  betritt, steht unmittelbar vor den metallisch glitzernden Schirmen des Bildhauers Stephan Hasslinger aus Merzhausen. Ein kleines Ballett scheinen die goldenen und hellblauen “Drei Schirme” dort im viereckigen Teich des Innenhofs aufzuführen; fast scheinen sie dort zu schwimmen oder sich einfach treiben lassen. Und mit immer neuen Spiegelbildern, je nach Stand des Betrachters und der Sonne (1. Preis im Wettbewerb “Kunst am Bau” 2003).

Dass es Schirme geworden sind in dem damaligen Wettbewerb trägt durchaus auch einen Hintergedanken: hat doch das Regierungspräsidium auch in gewissem Sinne eine Schirmherrschaft als Aufgabe. Ergänzend dazu ist der von allen vier Seiten “abgeschirmte” Innenhof mit angrenzender Kantine ein richtiges Refugium mit Zügen einer Gartenlandschaft, in dem sich Mitarbeitende und Besucher gern aufhalten.

Wir hatten die Skulpturen auch als Titelbild unseres Stadtteil-Magazins im März 2005.


Brunnen im Wohnblock „Idinger Hof“, Hans-Peter Wernet (Freiburg, 1976)

Im Innenhof steht seit 1976 ein Brunnen von Hans-Peter Wernet, einem Künstler aus Betzenhausen (er schuf auch den Bischofsbrunnen auf dem Platz am Bischofskreuz). Ganz rund ist das Wasserbecken des Brunnens und steht so im Kontrast zum umgebenden Wohnblock mit seinem kantigen, achteckigen Grundriß. Aber auch beim Brunnen findet sich die Zahl Acht wieder: so viele Wasserbögen hat er und sie zeigen auf jeweils eine Seite des umgebenden Gebäudes. Das Wasser des Becken wird immer wieder hoch gepumt (also kein Trinkwasser) und aber spätestens an heißen Sommertagen ist es der ideale Treffpunkt für Bewohner, um im geschützten Innenhof “die Füße baumeln” zu lassen. Siehe auch Beitrag zum Idinger Hof.


Bischofsbrunnen, Platz am Bischofskreuz, Hans-Peter Wernet (Freiburg, 1980)

Von Bildhauer Hans-Peter Wernet stammt der Sandsteinbrunnen, der auf dem Platz am Bischofskreuz steht. Markant für den Brunnen ist die Säule mit vier Wasserspeiern. An der Spitze zu erkennen ist eine Bischofsmütze umgeben von vier Pferdeköpfen: eine Erinnerung an die legendäre Schlacht zur Verteidigung Freiburg von 1299, die hier in der Nähe stattgefunden haben muss. (siehe Historisches zu Bischofslinde).

Der Brunnen ist dreistufig aufgebaut: unten das achteckige Wasserbecken, wobei sich die achten Ecken auch im Querschnitt der Mittelsäule wiederfinden. Die mittlere Ebene hat vier Wasser-speienden Köpfe: sie sollen an Krieger erinnern, die von damaligen Geschehen der Schlacht berichten (mit dem sprudelden Wasser als “Redefluß”). Die Spitze bildet eine Bischofsmütze.

Zur Aufstellung des Brunnens schrieb die Badische Zeitung am 1. März 1980: EIN SANIISTEINBBUNNEN wurde jetzt im Stadtteil Bischofslinde aufgestellt. Auf Anregung von Stadtplanungschef Humpert finanzierte die Genmeinnützige Wohnstättenbau diesen Brunnen, der vom Freiburger Bildhauer Hans Peter Wernet geschaffen wurde. Der Brunnen besteht aus Trog und einer Säule mit vier Wasserspeiern einem Kapitel mnit vier Pferdeköpfen, in deren Mitte eine Bischofsmütze zu erkennen ist. Die Bischofsmütze weist auf ein historisches Erreignis hin, bei dem ein Bischof an dieser Stelle in einer Schlacht getötet wurde.


Spaziergang mit Hund (oder auch “Frau mit Hund”), an der Sporthalle der Anne-Frank-Schule, Aiga Müller (Berlin, 1971)

Die drei bunten Figuren wurden schon 1971 mit Fertigstellung der Anne-Frank-Schule aufgestellt und sind entstanden über einem Wettbewerb „Kunst am Bau”: im Jahr 2021 durften Sie also wie die Schule ihren 50-ten Geburtstag feiern (siehe Bericht im Bürgerblättle 268, Aug. 2021). Über viele Jahre standen die Figuren etwas versteckt zwischen Bäumen vor dem Rektorenzimmer; erst mit Start der Erweiterungsarbeiten 2019 wurden sie versetzt und stehen nun auf der kleinen Wiese vor der Turnhalle. Da dort direkt ein Rad- und Fußweg vorbei führt, sind sie jetzt auch auffälliger. Grad noch schaut man auf den Weg und plötzlich entdeckt man im Augenwickel: da steht doch jemand…

Im gleichen Wettbewerb „Kunst am Bau” erstellte Aiga Müller auch ein Fries (Bild) mit Zoomotiven an der Einfahrt zur Tiefgarage der Anne-Frank-Schule, die aber leider in den Bauarbeiten zum neuen Erweiterungsbau untergegangen sind.

Auch die Windrose auf der Gaskugel von Betzenhausen stammt von Aiga Müller und ist Ergebnis eines Wettbewerbs aus den frühen 1980er Jahren: immer wieder eine gute Gelegenheit um die Himmelsrichtungen mit dem eigenen Eindruck abzugleichen (ist da wirklich Norden…). Vielleicht ist es ja der größte “Kompass” der Welt.

Aiga Müller (1944 – 2011) galt als vielseitige Malerin und Künstlerin: insbesondere setzte sie ihre Figuren und Bilder häufig aus Scherben zusammen. Bekannt sind ihre Arbeiten mit Porzellan-Resten und Scherben, die sie in Berliner Trümmerbergen des Zweiten Weltkrieg sammelte. Die Künstlerin lebte und arbeitete zeitweise in London. Im Jahr 1971, in dem die drei Figuren an der Anne-Frank-Schule aufgestellt wurden, war sie Meisterschülerin in der Außenstelle der Karlsruher Akademie in Freiburg.


Gerhard Hauptmann Schule: Graffiti an der Aussenwand der Schule.

Es ist ein wunderschöner, farbenfreudiger Abschluss für die Sammlung hier. Das etwa 30 Meter breite Bild entstand im August 2019 über ein gemeinsames Projekt von Kindern der Schulkindbetreuung zusammen dem Künstler Fabian Bielefeld.  Die Kinder hatten Ideen und Motive eingebracht, Fabian Bielefeld hat sie an der Wand umgesetzt. Der Graffiti-Künstler lebte und studierte einige Jahre in Freiburg, er ist heute bekannt für die Gestaltung großflächiger Graffitiaufträge im Auftrag von Unternehmen aber auch in Schulprojekten; alles Weitere auf www.graffitigestaltung.com.

Das Werk kann man nicht über ein einziges Foto erfassen, dafür ist die Mauer zu lang. Also haben wir mehrere Fotos erstellt und nachträglich aneinander gereiht. Das funktionierte nicht ganz ohne kleine Brüche, aber vielleicht gerade passend als Anregung, einfach selbst mal an der Schule vorbeizuschauen (Hofackerstrasse 75).


Überhaupt gibt es eine Vielzahl an legaler Graffiti in Betzenhausen, z.B. an den Wänden der Unterführungen zur Sundgauallee. Grund genug für uns, diesem Thema einen eigenen Beitrag zu gönnen. Siehe Graffiti in Betzenhausen.


Kunst-Atelier in der StuSie

Im öffentlichen Raum steht auch das einzige Kunst-Atelier in unserem Stadtteil: Zu finden in einem der neuen StuSie-Gebäude (Haus 74), wenige Meter von der Sundgauallee entfernt, gegenüber der Tankstelle. In der Semester-Zeit gibt es dort am Donnerstag Abend Workshops ab 18:00 Uhr: Natürlich sind auch Besucherinnen und Besucher aus unserem Stadtteil gern gesehen, eine aktive Teilnahme ist allerdings nur für Studierende möglich.

Das Atelier ist eine Idee von Hartmann Litschel, Künstler hier in Betzenhausen: er will dort einen Raum schaffen, um Studentinnen und Studenten die Kunst näher zu bringen (insbesondere die Kunst, sich über das Malen auszudrücken). Gleichzeitig soll es ein Raum der Ruhe sein, weg vom Stress des Uni-Lebens, denn auch dabei kann die Malerei helfen. So entstand vor 10 Jahren das Kunst-Atelier in den Räumen der StuSie.

Bei der Gelegenheit auch noch einen passenden Hinweis auf unseren regelmäßig aktualisierten Beitrag über Ausstellungen im Stadtteil.

 


Nächster Redaktionsschluss Bürgerblättle

Der Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe unseres kostenlosen Stadtteil-Magazins ist am Freitag, den 16. Sept. 2022.

Wir sammeln alle redaktionellen Beiträge unter der E-Mail Adresse redaktion@betzenhausen-bischofslinde.de : zu einem Artikel sollte ein Autor genannt sein, Fotos bitte mit Bildunterschrift und Angabe des Fotografen.  Über diese Adresse nehmen wir auch gern Kleinanzeigen entgegen.

Die Veröffentlichung von redaktionellen Beiträgen und Kleinanzeigen erfolgt kostenlos.

Werbe-Kunden mit Interesse an einem gestalteten Inserat wenden sich bitte an die Agentur Klaus Faist, siehe www.werbeagentur-klausfaist.de (E-Mail: faist-werbung@t-online.de).

Hier alle Termine zum Redaktionsschluss im Jahr 2022: 14. Jan., 11. März, 13. Mai, 15. Juli, 16. Sept. und 11. Nov. (es ist üblicherweise der zweite Freitag im ungeraden Monat).


Kurz noch etwas zum Hintergrund

Beispiel für eine Ausgabe

Das Bürgerblättle ist ein kostenloses Stadtteil-Magazin für Freiburg-Betzenhausen: Herausgeber ist der Bürgerverein. Das Magazin erscheint alle zwei Monate (gerade Monate) und hat aktuell eine Auflage von 6.800 Exemplaren; es besitzt im Normalfall 32 Seiten und eine durchgängig farbiger Gestaltung.

Das Stadtteil-Magazin für Betzenhausen gibt es bereits seit 1976 (siehe Infos zur Geschichte).

Im Bürgerblättle berichtet der Bürgerverein von seiner Arbeit oder Ereignissen im Stadtteil. Das Magazin bietet aber darüber hinaus auch anderen Vereinen, Institutionen und Kirchen im Stadtteil die Möglichkeit, ihre Anliegen zu beschreiben und z.B. über Termine und Veranstaltungen zu informieren. Trotz Internet scheint diese Form der Kommunikation immer noch wichtig zu sein.

Darüber hinaus freuen wir uns auch über sonstige redaktionelle Beiträge mit Bezug zum Stadtteil; auch Fotos, die ggf. sogar zur Titelseite werden können.

Redaktionelle Aufgaben und die Betreuung der Anzeige-Kunden mit Werbegestaltung sind heute in getrennten Händen: bei Interesse an einem Iserat wenden Sie sich bitte an die Agentur Klaus Faist (E-Mail: faist-werbung@t-online.de). Der Druck erfolgt bei Druckerei Winter GmbH, Heitersheim. Die Verteilung erfolgt immer am Ende des Vormonats.

Seit 2009 steht neben der gedruckten Ausgabe auch eine PDF Version zur Verfügung. In unserem Online-Archiv sind diese Ausgaben abrufbar. Die jeweils letzte Ausgabe kann man auch direkt online lesen.