Wetterhexen und Ammonshörner

Bericht in Ausgabe 164 des Bürgerblättle (März 2003)


Hohe Zeit der Wetterhexen und Ammonshörner. Jahrelange Kooperation der beiden Zünfte aus Betzenhausen und Lehen.

Unser Titelbild im Bürgerblättle zeigt die Masken der beiden noch recht jungen Narrenzünfte aus Betzenhausen und Lehen. Die Wetterhexen, 1988 gegründet und ursprünglich im Gasthaus “Zur Armbrust” im Freiburger Osten beheimatet, entstanden aus der Initiative von acht Gründungsmitgliedern. Die ersten Zunftvögte waren Manfred Hirth und Karl-Heinz Schillinger. Auf Vorschlag von Guido Hilberer wählte man den passende Namen Wetterhexen. Das “Häs” wurde gemeinsam gefunden und Schnitzer Rieder aus Kenzingen als Maskenschnitzer gewonnen. Die Farben Rot, Ocker und Schwarz stehen für die Sonne, den Blitz und die Gewitterwolken. Am 3. September 1988 konnte das erste Häs bei einem Sommerfest vorgestellt werden. Die eingängigen Verse “Hagel, Blitz und Donnerschlag, d’Wetterhexi am liebschde mag” wurden als Hexenruf rasch bekannt.

Am Schmutzige Dunnschdig 1989 konnte die erste Fasnet-ausgrabung stattfinden. Man beteiligte sich auch an der Freiburger “Stroßefasnet”, dem Rosenmontagsumzug und beerdigte die Fasnet am FasnettZischdig unter lautem Geheule und Schluchzen. Sehr eindrucksvoll gestaltet sich bei der Fasnetausgrabung stets der Hexentanz zur Nachtzeit unter unheimlicher Beleuchtung. Heimisch in Betzenhausen wurden die Wetterhexen durch die Wahl der Eintrachtgaststätte als Zunftlokal. Unmittelbar daneben findet auch die jeweilige Fasnetausgrabung und Beerdigung statt. Beim Umzug zur Fasnetausgrabung und dem Narrenbaumstellen jeweils am “Schmutzige Dunnschdig” ist stets eine größere Abordnung der Lehener Ammonshörner dabei. In den letzten Jahren wirkten immer einige Musiker der Guggemusik der Ammonshömer mit.

Die Ammonhörner aus Lehen durften 1999, gerade mal 1 Jahre alt, das Protektorat der 99iger Fasnet ausrichten. Dies war ein schöner Achtungserfolg, da für das Protektorat meist Zünfte mit einer höheren Jubiläumszahl ausgewählt werden. Mit einigem Stolz hatten sich damals Zunftvogt Arno Disch und Zeremonienmeister Matthias Gerber über das frühzeitige Protektorat gefreut. Das große Fest hatte allerdings auch sehr viel Arbeit bedeutet. Dazu gehörten Ehrengaben, eine schön gestaltete Festschrift und natürlich die Ausrichtung der Großveranstaltung in der Bundschuhhalle. Große Verdienste hatte sich damals (und bis heute) das älteste Gründungsmitglied Bärbel Gloderer erworben.

In diesem Jahr (2002) ist der Fasnetfreitag wieder der erste Höhepunkt. Nachmittags ab 14 Uhr laden die Ammonshömer zum großen Kinderball mit Kostümprämierung ein. Anschließend wird der Nanenbaum auf dem Bundschuhplatz aufgestellt. Natürlich sind hier sehr aktiv auch die benachbarten Wetterhexen aus Betzenhausen mit dabei und zeigen ihren großen Hexentanz. Dieser Abend hat sieh in Lehen zu einem gut besuchten Narrentreffen für Zünfte aus der weiteren Umgebung mit der Lehener Bevölkerung entwickelt. Natürlich gibt’s auch für die erwachsenen Narren noch einen großen Kostümball in der Bundschuhhalle.

Harald Albiker


Stand 2020 sind die Wetterhexen regelmäßig mit ihrem Hexentanz auf dem Betzenhauser Torplatz zu finden: und auch immer noch mit Unterstützung der Ammonhörner aus Lehen (das Bürgerblättle berichtet fast jedes mal darüber und ein passenden Fassnet-Thema war auch noch mehrmals Titelbild).