Aktuelle Infomationen zum Stadtteil Betzenhausen

Das Gebäude der Oberpostdirektion (OPD)

Wer mit der Straßenbahnlinie 3 an der Bissierstrasse vorbei kommt, kann es nicht übersehen: das “OPD-Gebäude” auf der gegenüberliegenden Seite der Berliner Allee. Für manche ist es auch der “Telekom-Gebäude”, entsprechend dem späteren Nutzer. Gleiches für Reisende, die mit Linie 1 aus Freiburgs Innenstadt in Richtung Betzenhausen unterwegs sind und die Berliner Allee in einigen Metern Höhe überqueren: der markante Backsteinbau auf der linken Seite ist fällt ins Auge. Vielleicht ist es sogar das erste, was diese Besucher von Betzenhausen  wahrnehmen.  Wenige Sekunden später und mit der Straßenbahn 1 wieder zurück in Bodennähe folgen die mächtigen Türme der Studentensiedlung (StuSie) rechts der Sundgauallee: nicht weniger markant für den Stadtteil.

Es sollte ein Aufbruch in den Westen sein, als für das zugehörige Gelände im Jahr 1968 ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben wurde. Das Preisgericht entschied sich für einen Entwurf des Münchener Architekten Alexander von Branca. Dann ging es zügig voran: nach Baugenehmigung vom Bundespostministerium war schon im Juni 1971 die Grundsteinlegung; zwei Jahre später – im Mai 1973 – dann Richtfest. Offensichtlich wurde auch ganz neue Technik beim Entwurf des Gebäudes eingesetzt, denn laut Badischen Zeitung von damals war es der “erste Bau in Freiburg, der aufgrund von Ausrechnungen eines Computers geplant worden ist“.

Im anfänglichen Bebauungsplan war das Areal sogar nur für die Nutzung durch Post- und Kommunikationsdienste vorgesehen.

Zitat Hans Hertle, ehem. Präsident der Oberpostdirektion in seinem Grußwort zum Jubiläum 25-Jahre Betzenhausen-Bischofslinde: “Ein wichtiges Ziel … war von Anfang an, kein Büro-Silo zu erstellen, sondern in dem um seine Gestaltung ringenden Freiburger Westen einen Beitrag für die städtebauliche Entwicklung zu leisten. Das Gebäude setzt einen architektonisch eindruckvollen Akzent in diesem Stadtteil.”

Es ist ein mächtiger Bau geworden und auffallend ist vor allem durch die Backstein-Fassade: ungewöhnlich insbesondere für süddeutsche Verhältnisse. Allerdings gibt es wenige 100 Meter weiter sogar einen weiteren Komplex mit Backstein-Architektur (siehe Idinger Hof). Aus heutiger Sicht wirkt das Gebäude eher etwas trist. Das gilt auch für den “Wolfgang-Hoffmann-Platz” vor dem Gebäude, benannt nach dem Freiburger Oberbürgermeister von 1945–1956. Viele Radfahrer werden den Platz wohl nur vom “vorbeifahren” kennen, denn hier treffen sich die Verbindungen mehrerer Unterführungen zu Sundgauallee bzw. Berliner Allee. Insbesondere wer mit dem Rad aus der Innenstadt bzw. dem Bahnhofsbereich kommt und nach Betzenhausen oder Lehen möchte, muss hier unten durch. Auch das Konzept solcher Unterführungen ist ja etwas in die Jahre gekommen. 

Auch wenn sich die Oberpostdirektion im Namen des Gebäudes noch gehalten hat: die Zeit dieser Behörde ist lang vorbei. Die zugehörige Verwaltungseinheit für den Regierungsbezirk Südbaden wurde Anfang der 1990er Jahre bei Privatisierung der Bundespost aufgelöst. Es folgte über viele Jahre die Telekom. Inzwischen gab es auch mehrere, temporäre Nutzer, die nur übergangsweise einen Bedarf an großen Büroflächen hatten (z.B. die Angell-Schule, aber auch die Stadt Freiburg vor ihrem Umzug ins Neue Rathaus im Stühlinger).


Hintergrund: der Text gehört zu einer Beitrags-Serie über Markante Gebäude in Freiburg-Betzenhausen.

Eintracht Sportzentrum Tränkestrasse

Im Jahr 2020 konnten wir auf 100 Jahre Fußball in Betzenhausen zurückblicken. Über Beiträge in unserem Stadtteil-Magazin “Bürgerblättle” haben wir Einzelthemen aus dieser Zeit aufgegriffen. Hier ein Rückblick auf das Sportzentrum Tränkestrasse im Bürgerblättle 264 (Dez. 2020).


Seit 100 Jahren rollt der Fussball in Betzenhausen!

Als im April 1911 ein Verein Namens „Hertha Freiburg“ gegründet wurde, war damit der Grundstein für Vereinsfussball im Freiburger Westen gelegt. Danach zog sich die Fussballgeschichte im Freiburger Westen über Nachfolgevereine, Neugründungen und Zusammenschlüsse bis zu dem hin, was wir heute kennen, nämlich den 2004 neu entstandenen Sportfreunden Eintracht Freiburg, die mit Blick auf ihre Uroma Hertha 2011 die „100 Jahre Sport im Freiburger Westen“ gebührend feiern konnten.

Wir vom Bürgerblättle möchten daran anknüpfen, die Geschichte aber mit dem Jahr 1920 beginnen lassen, als fußballbegeisterte Betzenhausener zur Gründung des „FC Betzenhausen“ zusammenkamen. Doch wo sollte man das tun, wofür man den Verein gegründet hatte, wo konnte auf der Betzenhäuser Gemarkung der Ball rollen? Zunächst nirgendwo, so dass man sich zum Kicken „auswärts“ treffen musste, nämlich auf dem Gelände des Flugplatzes.

Erinnerungen an das Sportzentrum Tränkestrasse

So weit weg von Betzenhausen, dass konnte jedoch keine Dauerlösung sein und so fand sich eine Wiese an der Tränkestrasse, wo ab 1928 Torschreie zu hören waren.

Durch die Wirren des zweiten Weltkriegs war 19 Jahre später erst mal Schluss mit Fußball. Bis 1955 – also ein Jahr nach dem “Wunder von Bern” – die Neugründung als “SV Lehen-Betzenhausen” mit einer Herren- und einer Jugend-Mannschaft begann. Zunächst weiterhin ohne echte „Platzheimat“, denn gekickt wurde zwar teilweise auch an der Tränkestrasse, das Vereinslokal mit Umkleidemöglichkeiten war jedoch das Gasthaus Schützen in Lehen (immerhin 10 Minuten Fußweg, die Paduaallee gab es ja noch nicht).

Eine Jugendmannschaft auf dem Platz an der Tränkestrasse, das Vereinsheim im Hintergrund (vermutlich 1969, damals noch ein Rasenplatz)

In den 1960-ger Jahren entstand dann an der Tränkestrasse ein modernes Fussballgelände einschließlich eines schmucken Vereinsheims mit integrierter Gaststätte. Modern war dies auch deswegen, weil der Platz in den 1970-ger Jahren zu einem exakt planierten Hartplatz aufgerüstet wurde, was aus damaliger Sicht ein echter Fortschritt gegenüber den bisherigen „Buckelmatten“ war.

Mit der Inbetriebnahme erhielt der Fußball in Betzenhausen einen beispiellosen Aufstieg. Insbesondere mit ihrer Vielzahl an Fußball-Jugendmannschaften wurde der fortan in  „Eintracht Freiburg “  umbenannte Verein führend in Freiburg und der ganzen südbadischen Region. Also auch kein Zufall, dass unser Bundestrainer Jogi Löw in Betzenhausen seine Karriere als Jugendspieler begann und in der  Saison 1977/78 mit der A-Jugend Vizemeister in Südbaden wurde.

Vieles weitere gäbe es noch zu erzählen: z.B. über das Spiel der Eintracht im Jahr 1970 (da waren es 50 Jahre Fußball in Betzenhausen), als an der Tränkestrasse gegen die Bundesligamannschaft von Schalke 04 mit dem legendären Trainer Rudi Gutendorf gekämpft wurde. Zum Schluss stand es 2:5 für Schalke: die Eintracht hat sich also wacker geschlagen.

Aber nicht nur dem Vereinsfussball diente das Sportzentrum an der Tränkestrasse. Vielmehr war dies auch sozialer Treffpunkt für Jung und Alt. So tummelten sich auf dem Hartplatz Kinder und Jugendliche zu jeder Tageszeit, wohlwollend beobachtet von den älteren Semestern, die es sich auf der Außenterrasse der Vereinsgaststätte bei Weizenbier oder Weinschorle gemütlich gemacht hatten. Insofern auch verständlich und symbolisch, dass dieses Gebäude über zwei Jahrzehnte als Titelbild der Eintracht-Nachrichten zu sehen war (bis 1989).

Die Geschichte des Sportzentrums endete 2005: jetzt befinden sich auf dem Gelände schmucke Reihenhäuser, die sich um einen grünen Innenhof reihen. Eine Veränderung, die mit einem weinenden und einem lachenden Auge zu kommentieren ist. Einerseits ging mit der Neubebauung ein Stück Fußball- und Freizeitkultur unter, andererseits wurde so der Betzenhauser Fussballgeschichte eine  Zukunft gegeben. Mit dem Verkauf des Geländes an der Tränkestrasse war die Fusion der beiden Westvereine Eintracht und Sportfreunde verbunden. Das in die  Jahre gekommene Weststadion an der Grenzstrasse konnte auf Vordermann gebracht und somit gesichert werden, dass auch nach hundert Jahren in Betzenhausen weiterhin der „Ball rollt“.

Wir möchten an dieser Stelle Respekt und Dank den Personen aussprechen, die sich in der hundertjährigen Geschichte rund um den Fußball und seiner Infrastruktur ehrenamtlich engagiert haben. Insbesondere auch dafür, dass sie  Generationen von fußballbegeisterten jungen Menschen begleitet haben.

Nicht nur die Tränkestrasse, sondern auch das idyllisch gelegene Fußball Areal an der Gaskugel ist eng mit der Fußball Geschichte von Betzenhausen verbunden. Wie es dazu kam und was das Gelände heute noch für den Betzenhauser Fußball bedeutet, dazu möchten wir in der nächsten Ausgabe noch etwas schreiben.

(Beitrag aus Bürgerblättle 264, Dez. 2020).

 

100 Jahre Vereinsfußball in Betzenhausen

Seit 100 Jahren rollt der Fussball in Betzenhausen!

Als im April 1911 ein Verein Namens „Hertha Freiburg“ gegründet wurde, war damit der Grundstein für Vereinsfussball im Freiburger Westen gelegt. Danach zog sich die Fussballgeschichte im Freiburger Westen über Nachfolgevereine, Neugründungen und Zusammenschlüsse bis zu dem hin, was wir heute kennen, nämlich den 2004 neu entstandenen Sportfreunden Eintracht Freiburg, die mit Blick auf ihre Uroma Hertha 2011 die „100 Jahre Sport im Freiburger Westen“ gebührend feiern konnten.

Wir an dieser Stelle daran anknüpfen, dass aus Betzenhauser-Sicht die Geschichte eigentlich mit dem Jahr 1920 begann, als fußballbegeisterte junge Leute zur Gründung des „FC Betzenhausen“ zusammenkamen. Die bewegte Geschichte des Fussballs in Betzenhausen findet sich auch in verschiedenen Vereinsnamen wieder, die sich im Laufe der Jahre jeweils bildeten. Hier vorab und in aller Kürze eine Zusammenfassung:

  • 1920 die Gründung als “FC Betzenhausen” wie schon oben erwähnt; von Beginn an unterstützt durch den Lokalverein, der z.B. mit den Antrag zum Übungsplatz bei der Stadt Freiburg stellte.
  • Nach dem Krieg erfolgte die Neugründung im Jahr 1955 unter dem Namen “SV Lehen-Betzenhausen” und zeigt die damalige Verbindung zwischen beiden Stadtteilen. Eine Paduaallee (Westrandstrasse) gab es noch nicht, geübt wurde sogar teilweise neben der damaligen Vereinsgaststätte, dem Gasthaus Schützen.
  • Ab 1961 folge der “Sportverein Eintracht Freiburg” mit dem neuen Gelände an der Tränkestrasse und Vereinsheim dort.
  • Eine temporäre Fusion mit dem Sportverein DJK führte 1972 zu “Eintracht DJK Freiburg“. Doch die Verbindung hielt kaum sieben Jahre. In dieser Zeit kam das neue Gelände an der Gaskugel hinzu. Ab 1984 dann auch mit den anliegenden Tennisplätzen und ihrer Tennisklause.
  • Die Fusion mit den “Sportfreunden Freiburg” führte dann 2003 zu “Sportfreunde Eintracht Freiburg (SFE)”, wie wir sie heute kennen. Das bedeutete Trennung von der Tränkestrasse aber verbesserte Trainingsbedingungen über das Gelände am Weststadion.

Beiträge im Bürgerblättle

Über Beiträge in unserem Stadtteil-Magazin “Bürgerblättle” haben wir Einzelthemen aus den 100 Jahren aufgegriffen, siehe:


Die erste Phase (1920 bis 1939)

Natürlich wurde auch vor 1920 schon Fußball gespielt von jungen Menschen damals: z.B. auf verschiedenen Wiesen, von denen es zu jener Zeit noch viele gab. Der Ortspolizist war wenig begeistert. Also nahm sich der damalige Lokalverein der Sache an und beantragte bei der Stadt Freiburg, einen Platz zu Verfügung zu stellen. Leider ohne Erfolg. Gefunden wurde aber ein Platz auf dem heutigen Flughafen Gelände (damals ein Exerzierplatz). Torstangen und etwas Sägemehl für die Begrenzungen: dann konnte es losgehen. Gespielt wurde zum Spaß, aber auch im Wettbewerb: Anreise zu den gegnerischen Manschaften im Grunde immer per Rad (also durchaus entsprechend dem allgemeinen Trend von heute).

Anekdoten aus der ersten Phase: Zwei Fußbälle standen zur Verfügung: sorgsam gepflegt und händisch repariert. Im Wettbewerb gespielt wurde sonntags; freitags war Training. Als erstes “Vereinslokal” diente das Bierhäusle in Lehen.

1928 klappte es dann doch mit einem Gelände im Ortsteil: es gelang, die Wiesen an der heutigen Tränkestrasse zu pachten, die später zum zentralen Vereinsgelände werden sollten. Leider fehlte es 1936 am Geld; der Pachtvertrag wurde gekündigt und der Verein stand wieder ohne Gelände da. Die erneute Suche begann: kurze Zeit konnte man auf den Sportplatz vom damaligen Arbeitsdienst im Mooswald ausweichen. Dann kam der 2. Weltkrieg, die jungen Fußballer wurden eingezogen, so dass bald nur noch eine Restmannschaft bestand: Schon deshalb gab es keine Zukunft; 1939 musste sich der Verein auflösen.

Die Neugründung

Fast 10 Jahre brauchte es nach dem Krieg, bis in Betzenhausen und Lehen wieder genügend Fußball-begeisterte zusammenfanden. Selbst der Bürgermeister von Lehen unterstützte das Ansinnen und so wurde im Juni 1955 mit dem “SV Lehen-Betzenhausen” wieder ein Fußball-Verein im Stadtteil gegründet. Natürlich brauchte man Ball, Trikots, Aufnahme in den Südbadischen Fußballverband u.a. Recht kurzfristig konnte man den Platz an der Tränkestraße pachten; ein Jahr später nach einer großen Spendenaktion sogar teilweise kaufen: eine kluge Entscheidung, den viele Jahre später sollte der gesteigerte Wert des Geländes dem Verein aus finaziellen Problemen helfen. Mit dem Sportplatz war es möglich, dass der Verein schon zweieinhalb Monate nach der Gründung wieder an Rundenspielen teilnehmen konnte. Erster Gegner in einem Freundschaftsspiel war übrigens der VfR Merzhausen, im Punktspiel war es der SC Neuershausen und ein motivierender Sieg mit 5:2.

Zum provisorischen Vereinslokal wurde das Gasthaus “Zum Schützen” in Lehen, dort gab es auch Umkleidekabinen, wichtig vor allem für Gästemannschaften (aber weder Waschmöglichkeiten noch Duschen). Auch wenn es die Westrandstrasse (Paduaallee) noch nicht gab: der Schützen war über 1 km vom Spielplatz entfernt und auch anreisende Mannschaften mussten diesen Fuß-Weg in Kauf nehmen (auch nach dem Spiel: naß und verschwitzt). Schon nach wenigen Jahren war klar: das musste sich verbessern lassen,

So entschloss man sich im Jahr 1961, das neue Vereinsheim dierekt am Sportplatz an der Tränkestrasse zu bauen:  gebaut wurde in hohem Maße in Eigenleistung der Vereinsmitglieder; Baumaterial wurde zum großen Teil gespendet. Aber natürlich war alles so zu stemmen: ein Antrag auf Zuschuss bei der Stadt hatte nur Chancen, wenn der Verein auch als städtischer Verein zu erkennen war: so entstand mit dem Vereinsheim auch gleichzeitig der neue Name “SV Eintrcht Freiburg”. Und glücklicherweise wurde dann auch ein Zuschuss gewähnt. Anfang 1962 war Richtfest; aber bis alles stand, dauerte es doch noch einwenig: die offizielle Einweihung folgte im Febr. 1965. Jetzt war vieles besser: zur Verfügung standen Dusch- und Umkleidekabinen, Sanitärräume und auch ein Raum für Schiedsrichter. Von Bedeutung im “Sportheim Eintracht” wurde insbesondere auch der bewirtschaftete Gastraum mit ca. 70 Sitzplätzen;  dort konnte in den Folgejahren auch der Bürgerverein seine Versammlungen abhalten. Dass die ersten 10 Jahre nach Neugründung so erfolgreich und zielorientiert gestaltet werden konnten, war ganz besonders dem damaligen Vorsitzenden zu verdanken: Anton Dilger.

Die Eintracht entwickelt sich

Im Jahr 1972 fusionierte die Eintracht zeitweilig mit der DJK Freiburg, die ihr bisherige Sportgelände an der Schwarzwaldstraße abgeben musste. Es folgten einige aufregende Jahre, insbesondere weil der Verein gleichzeitig ausserst reiselustig wurde und von sagenhaften Auslandsreisen zu berichten ist. Weltweit unterwegs war man u.a. in den Tropen Afrikas, Mittelamerika und Asien. Zur Jahreswende 1073/74 wird z.B. von einer Reise in die Dominikanische Republick und Haiti berichtet. Überall wurde die Mannschaft aus Freiburg begeistert begrüsst. In Santo Domingo verlor man leider 2:1 gegen eine einheimische Auswahl. Der nachfolgende offizieller Empfang hat aber die Niederlage wohl schnell vergessen lassen. Die Weiterfahrt nach Haiti wurde zu einem echten Abenteuer, denn dort herrschte noch Diktator Duvalier und das Land war entsprechend abgeschottet. Doch der Aufwand hatte sich gelohnt, denn es folgte ein Spiel gegen den damaligen haitianischen Meister Athletique Violet Port au Prince vor 23.000(!) begeisterten Zuschauern. Es war ein Spiel Amateure gegen Profis, denn in der Mannschaft von Port au Prince spielten diverse Nationalspieler (sechs von ihnen waren im Folgejahr sogar bei der Weltmeisterschaft dabei). Auch hier schlug sich die Eintracht bestens und verlor nur 1:3. Die nächste Reise ging dann übrigens in den Fernen Osten (u.a. nach Saudi-Arabien).

Ab Beginn der 1970er-Jahre bemühte sich die Eintracht auch intensiv um ein zweites Sportfeld: es waren viele zähe Verhandlungen mit der Stadt Freiburg bis im August 1974 dann endlich das Gelände bei der Gaskugel für den Sportbetrieb zur Verfügung stand. Zur Einweihungsfeier war der FV Offenburg zu Gast, damals ein echtes “Schwergewicht” im Amateurfußball, so sprach man schon vom Spiel des Jahres.

Mit dem Wachstum von Betzenhausen in den 1960/1970er Jahren (z.B. komplett neuer Bezirk Bischofslinde) wuchs auch der Bedarf an weiteren Sportarten: so wurde aus dem Fußball-Club ein Sportverein mit weiteren Abteilungen für Handball, Ski und Wandern, Volleyball und vor allem auch Tennis. Aber wir bleiben hier beim Fußball…

Die Jugendarbeit

Die über viele hervorragende Jugendarbeit bei Eintracht Freiburg wurde zweimal mit dem “Sepp Herberger Preis” des DFB gewürdigt: im Jahr 1986 und dann nochmals 1998. Es gibt nur wenige Vereine, die diese Auszeichnung mehrfach erhalten haben. Eine Reihe von Spielern hat es nahc der Fußball-Schule der Eintracht in Profi-Klasse geschafft, insbesondere zum SC Freiburg (Jogi Löw ist dabei sicher das prominenteste Beispiel).

100 Jahre Gartenfreunde Freiburg-West

Es ist wohl eine der ältesten Kleingartenvereine in Freiburg: gegründet im Jahre 1920 haben die Gartenfreunde Freiburg-West jetzt im Jahre 2020 das stolze Alter von 100 Jahren erreicht. Eigentlich war die damalige Zeit noch geprägt von Not und Elend: umso erstaunlicher, dass sich einige Idealisten fanden, um einen solchen Verein zu gründen (vielleicht war es aber auch gerade die Not, die einen eigenen Garten sinnvoll erscheinen ließ).

Im Dezember soll vereins-intern auch noch etwas gefeiert werden: hoffen wir mal, dass Corona dem nicht wieder in die Quere kommt.

Der Verein der Gartenfreunde Freiburg-West hat heute fast 700 Mitglieder und betreut ca. 450 Kleingärten. In Betzenhausen sind es in erster Linie die Kleingartenanlagen in der Nähe der VAG Haltestelle Bissierstrasse: das Gebiet “Untermetzgergrün” erstreckt sich von Berliner Allee bis zur Güterbahnlinie. Um in den Stühlinger zu radeln, ist der Weg quer durch das Gelände ideal (und viele Leser werden es kennen). Von der Berliner Allee gut zu sehen ist auch das Vereinsheim, das man Jahrzehnte als “Vogelnest” kannte und in dem heute die Gaststätte “Küchenschelle” ihre Heimat hat (mit schönem Garten!). Eine zweite, aber kleinere Kleingartenanlage ist “Obergrün” hinter der Anne-Frank-Schule (entlang Autobahnzubringer Mitte).

Gartenfreunde West Kleingartenanlage Untermetzgergrün

 

Zum Jubiläum darf natürlich ein kleiner Rückblick auf die Geschichte nicht fehlen, wobei über die ersten Jahrzehnte wohl nicht viel dokumentiert ist. Alles begann 1920 mit wenigen Gartenfreunden, die zunächst ein Gelände im Freiburger Westen bewirtschaften durften, auf dem  sich vorher vor allem Schutthalden angesammelt hatten (Lage nicht ganz klar). Eingetragen wurde ihr Verein als “Kleingartenverein Freiburg-West”. Schon 1931 gestaltete man eine erste Kleingartenordnung, die z.B. den Anbau von Gemüse festlegte und auch die Haltung von Kleintieren regelte.

Kriegsbedingt kam es 1946 zur Neugründung und in den 1970-ger Jahren entschied man sich dann für den heutigen Namen “Verein der Gartenfreunde Freiburg West e.V.”. Anfangs erstreckten sich die Gärten im Untermetzgergrün bis in den Stühlinger, die aber 1976 mit Bau des Berufsschulzentrums aufgegeben werden mussten. Ein Dauerthema: diese Verdrängung durch Bautätigkeiten begleitet unsere Gartenvereine ja bis heute. Ende der 1970-ger Jahre wurde das Vereinsheim an der Bissierstrasse gebaut, in dem heute auch das Vereinslager untergebracht ist. Nebenbei sind alle Mitglieder verpflichtet, sich mehrere Stunden im Jahr an Gemeinschaftsarbeiten zu beteiligen.

Gefeiert wurde natürlich auch immer mal wieder; z.B. im Jahr 1980 das 60-jährige Jubiläum, als gleichzeitig die Wasserversorgung im Gewann Obergrün eingeweiht werden konnte. Auch damals hat das Bürgerblättle schon berichten können.

Die Bedeutung des Vereins für den Stadtteil zeigt sich schon in der Zahl der Kleingärten, die betreut werden; die Bedeutung spiegelt sich aber auch in den Aufgaben wieder, denen sich der Verein stellt. Hier einige Punkte aus der Satzung:

  • Zusammenschluss aller am Kleingartenwesen interessierten Bürgern.
  • Förderung und Erhaltung von Kleingartenanlagen und ihre Ausgestaltung als Bestandteil der Allgemeinheit zugänglichen öffentlichen Grüns ein.
  • Förderung der Kinder und Jugendlichen, insbesondere durch Erziehung zur Naturverbundenheit.
  • Förderung des Natur,-Umwelt-und Landschaftsschutzes

Kleingärten sind beliebt und wer Interesse hat neu einzusteigen, muss auch Geduld mitbringen; es gibt eine Warteliste mit Bewerbern.

Der Bürgerverein möchte an dieser Stelle ganz herzlich zum Jubiläum gratulieren!

Kontakt: 1. Vorsitzender Herr Wolfgang Fögele
Gartenfreunde Freiburg West e.V., Bissierstr. 2a, 79114 Freiburg,  Tel. (07 61) 8 35 55
www.gartenfreunde-freiburg-west.de


Bericht aus Bürgerblättle 264, Dez. 2020 / Jan. 2021

90 Jahre Familienheim Freiburg

Die Genossenschaft “Familienheim Freiburg” wurde im Jahr 1930 gegründet. Die Gründung basierte auf Beschlüssen des 68. Deutschen Kirchentages, der im Jahr zuvor mit der allgemein schlechten Wohnraumversorgung ein zentralem Thema in Freiburg stattgefunden hatte. Es wurde zum erklärten Ziel, der damals herrschenden Wohnungsnot über einen gemeinnützigen Wohnungsbau zu begegnen und dabei Wohnungen insbesondere für kinderreiche Familien zu schaffen. Schon im Gründungsjahr wurde mit dem Bau eines ersten Gebäudes mit 45 Wohnungen begonnen.

Heute zählt die Genossenschaft 8.679 Mitglieder und besitzt 2.710 Wohnungen, rund 90 Prozent davon befinden sich in Freiburg und davon wieder über 600 Wohnungen in Betzenhausen-Bischofslinde.

Firmensitz ist seit 1968 in der Gaußstraße 5 im Stadtteil Betzenhausen. Siehe auch www.familienheim-freiburg.de


Gebäude Charlottenburger Straße

Beitrag im Bürgerblätte 264 (Dez.2020/Jan.2021):

Baugenossenschaften wie Familienheim Freiburg sind Garanten für sicheren und bezahlbaren Wohnraum. In diesem Jahr feiert das Unternehmen sein 90-jähriges Jubiläum. Auch 90 Jahre nach der Gründung ist die wichtigste Aufgabe der Genossenschaft, ihre Mitglieder mit Wohnraum zu fairen Mietpreisen zu versorgen. Über das Dauernutzungsrecht sind Eigenbedarfskündigungen ausgeschlossen, was den Mieterinnen und Mietern zusätzliche Sicherheit verleiht.

Im Stadtteil Betzenhausen-Bischofslinde besitzt Familienheim Freiburg 615 Wohnungen, in deren Erhalt sie seit 2013 kontinuierlich investiert. Zuletzt hat die Baugenossenschaft die drei Punkthäuser in der Charlottenburger Straße 1-5 mit insgesamt 108 Wohnungen modernisiert. Dadurch hat sich der Wohnkomfort der Mieterinnen und Mieter deutlich erhöht; und auch von außen wirken die Häuser wie neu.

Mit der Photovoltaikfassade in der Wilmersdorfer Straße 3 und 5 aus dem Jahr 2000 und der energiesparenden Ziegelbauweise ohne Wärmedämmverbundsystem im Meckelhof 13 aus dem Jahr 2016 stehen zudem zwei ökologische Vorzeigeprojekte der Familienheim Freiburg im Stadtteil.

Text und Bild: Ursula Ellenberger

Kontakt: Familienheim Freiburg Baugenossenschaft eG, Gaußstraße 5, 79114 Freiburg (Ecke Sundgauallee)
Telefon: 07 61 / 88 88 7-0, E-Mail: info@familienheim-freiburg.de , www.familienheim-freiburg.de


Ergänzungen: die Ausgabe 11/20 (PDF) des Mitglieder-Magazins “Familienheim aktuell” enthält mehrere Sonderseiten zu Betzenhausen-Bischofsline (u.a. auch ein Interview mit Beate Diezemann). Für die oben erwähnte Photovoltaikfassade erhielt Familienheim Freiburg im Jahr 2002 den Sonderpreis Photovoltaik des Deutschen Fassadenpreises und 2003 den Hugo-Häring Preis des Bunds Deutscher Architekten Baden-Württemberg.

 

Corona-Virus

Update 22. Okt. 2020: im Laufe des Sommers hatten wir sicher alle auf etwas Entspannung gehofft, auch für den Rest des Jahres. Doch nun verschärft sich die Lage wieder und es gelten neue Einschränkungen. Deshalb hier der Link auf die aktuellsten Infos zum Coronavirus der Stadt Freiburg mit den zugehörigen Einschränkungen und erforderlichen Verhaltensweisen.


Hier kurze Hinweise mit Bezug auf Betzenhausen.

Quartiersarbeit: Besonders Menschen, die zu einer der Corona-Risikogruppen gehören, müssen geschützt werden. Deshalb haben die Mitarbeiterinnen im Stadtteiltreff Angebote der Nachbarschaftshilfe zusammengestellt, die z.B. Einkäufe und weitere Besorgungen für diese Personengruppen übernehmen. Auch Einzelhändler aus Betzenhausen-Bischofslinde, die Lieferdienste anbieten, werden dort geführt. Bitte auf das Schaufenster des Stadtteiltreffs achten oder telefonisch nach dem aktuellen Stand fragen (Tel. 0761/89 75 83 15).

Die Evangelische Pfarrgemeinde West hat eine Telefon-Nummer eingerichtet für Mitbürger, die Unterstützung benötigen (z.B. ältere Menschen oder Menschen in Quarantäne), Telefon 0761/276642.

Die Sprechstunden des Stadtteiltreffs Betzenhausen-Bischofslinde finden seit Juli 2020 wieder statt.  Selbstverständlich können Sie sich jedoch auch weiterhin telefonisch oder per Mail beraten lassen. Weitere Informationen werden im Schaufenster des Stadtteiltreffs ausgehängt (Am Bischofskreuz 4).

Der Mittagstisch findet allerdings bis auf weiteres nicht statt.

Persönliche Sprechzeiten: Mo 10-13 Uhr, Di 14-18 Uhr, Do 9-12 Uhr., Tel. 0761/89 75 83 15, stadtteiltreff-bb@caritas-freiburg.de

Bürgerverein: Einladung zum Gespräch am 1. Samstag eines Monats im Stadtteiltreff entfällt bis auf weiteres.

Cafe und mehr” am Dienstagnachmittag findet vorerst nicht mehr statt.


Generelle Informationen

Die Stadt Freiburg hat das Portal www.freiburghaeltzusammen.de ins Leben gerufen als neues Stadtnetzwerk #fhz. ins Leben gerufen. Es soll insbesondere in der Corona Nachbarschaftshilfe helfen und vermitteln: hier können Helfende und Hilfesuchende zueinander finden (gegliedert nach Stadtteilen, es liegt also insbesondere Priorität auf der lokalen Ebene).

Aktuelle Informationen zur Gesamt-Situation in Freiburg (z.B. zu Verhaltensregeln, Absage von Veranstaltungen, Schulschliessungen) gibt es auf der Homepage der Stadt-Freiburg. Die Badische Zeitung hat einen frei zugänglichen Newsblog eingerichtet, in dem neuesten Nachrichten zu Corona verfügbar sind. Und hier gibt es die aktuellen Informationen der Bundesregierung. Die häufigsten Fragen zum Coronavirus (COVID-19) und zugehörige Anworten finden sich beim Robert Koch Institut.

Der AGJ-Freiburg hat ein gutes Papier zum Thema Elternwissen in Zeiten von Corona veröffentlich; im folgenden link gibt es mehr dazu.

Warnung der Polizei

Die Corona Krise bringt es leider mit sich, dass auch Betrüger versuchen werden, hilfsbedürftige und schwache Menschen im „Windschatten“ der Krise zu betrügen. Aus diesem Grunde hier im Anhang einige Hinweise der Polzei für Hilfesuchende: Nachbarschaftshilfe, Hilfe annehmen? Aber sicher!