Aktuelle Infomationen zum Stadtteil Betzenhausen

Storchennestbetreuer für Betzenhausen-Bischoflinde gesucht

Im Breisgau gibt es zwischenzeitlich über 100 Storchenhorste, so dass für jedes Storchennest ein oder zwei Personen als Ansprechpartner für die Nestpflege zuständig sein sollten.

Die jährliche Nestpflege ist wichtig für das Überleben der Jungstörche während der oft nasskalten Witterung nach dem Ausschlüpfen im Mai.

Deshalb wird für Betzenhausen-Bischofslinde ein oder besser zwei Tier- und Naturfreunde gesucht, die einmal im Jahr im Oktober oder November das Nest reinigen und für die neue Brut herrichten.

Bei der ersten Nestpflege erfolgt Hilfe und Einweisung durch den Verein.

Interessenten können sich beim Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde, Rainer Klotter, meira@freenet.de, Tel.: 0761/4 30 94 95, oder bei Weissstorch Breisgau e.V., gustav.bickel@gmail.com, Tel.: 07664 4644

 

 


Freigabe Sundgauallee nach Umgestaltung 2016 (ZAK)

Freie Fahrt auf der Sundgauallee

Seit Montag, den 7. November 2016 heißt auf der Sundgauallee wieder freie Fahrt. Um 11.30 Uhr haben Baubürgermeister Prof. Martin Haag und Nicolai Bischler, der Vorsitzende des Bürgervereins Betzenhausen-Bischofslinde, diese Verkehrsader im feierlichen Rahmen wieder für den Verkehr freigeben. Rund sieben Monaten intensive Bauzeit finden damit einen Abschluss.

Die Verkehrsfreigabe

Die Umgestaltung der Sundgauallee zwischen Dietenbachstraße und Angelus-Silesius-Straße ist zentraler Bestandteil des Zentren-Aktivierungs-Konzepts Betzenhausen-Bischofslinde (ZAK) – gehen sie doch im Kern auf eine Idee des Bürgervereins Betzenhausen-Bischofslinde aus dem Jahre 2007 zurück, als der damalige Vorsitzende, Dr. Thomas Hammerich, die ersten Ideen dazu lieferte.

Hiermit sollen die Stadtteilzentren Am Bischofskreuz und Sundgauallee durch Um- und Neugestaltung gestärkt werden. Für die konkrete Planung seit 2012 hatte es auch vielfache Rückkopplung mit der Bevölkerung und mit den dort ansässigen Geschäften, Der Interessensygemeinschaft SUBI und dem Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde gegeben. Über diese Beteiligung konnte das federführende Amt für Projektentwicklung und Stadterneuerung (APS) erreichen, dass im vergangenen Dreivierteljahr der Bauarbeiten möglichst viele Bürgerinnen und Bürger sowie der Einzelhandel gut informiert waren.

Dies war wichtig, weil drei große Projekte gebündelt wurden: Gleichzeitig zur Umgestaltung der Sundgauallee fand auch eine notwendige Erneuerung der Straßen einschließlich Sanierung der Sundgaubrücke sowie die Sanierung der Straßenbahngleise statt.

Prof. Dr. Martin Haag bei der Eröffnungsrede

Die größte Herausforderung, so Bürgermeister Haag, gab es in diesem Jahr zwischen dem 25. Juli und dem 11. September, als die Stadtbahn wegen der Gleiserneuerung nicht fuhr. Gute Koordination aller Gewerke sowie Arbeitszeiten bis in die späten Abendstunden und an Wochenenden ließen die Stadtbahnen ab Schulbeginn am 12. September wieder fahren. Wichtig für die Zeit der Umbauten war auch das begleitende Baustellenmarketing. Ein Geschäftsstraßenmanagement konnte die verschiedenen Beteiligten mit ihren speziellen Bedürfnissen und Anliegen immer wieder an einen Tisch bringen und gemeinsam Projekte wie die regelmäßige Informationen entwickeln und umsetzen. Bürgerverein, IG Subi, Stadt, Freiburger Verkehrs AG (VAG) entwickelten gemeinsam Informationsfaltblätter und Baustellenschilder.

Der verantwortliche Bürgermeister Haag zeigt sich zufrieden: „Der aufwendig betriebene Planungsprozess mit vielen Beteiligungs – und Informationsveranstaltungen hat sich gelohnt. Über die so hergestellte Transparenz konnte das Dreivierteljahr dauernder Bauarbeiten gut über die Bühne gehen!“

Haag dankt allen Beteiligten. Dies auch, weil durch den intensiven Austausch mit den Wohnungseigentümerinnen und -eigentümern die Umgestaltungsarbeiten über die öffentlichen Flächen hinaus bis an die Hausfassaden in einem einheitlichen Erscheinungsbild realisiert werden. Vor allem aber dankte Haag den Bürgerinnen und Bürgern, die mit viel Geduld die Bauzeit überstehen mussten.

Nicolai Bischler konnte dem nur zustimmen: „Jetzt, wo der Verkehr wieder fließt, haben wir endlich wieder Normalität auf der Sundgauallee und den Umleitungsstraßen!“

Bischler dankte ebenso allen beteiligten Ämtern, der VAG, der Badenova und Firmen, insbesondere den Menschen, die an den Planungen und den Bauarbeiten mitgewirkt haben, für ihre gute Arbeit. Besonders erfreut zeigte sich Bischler darüber, dass der Zeit- und Kostenplan eingehalten wurde.

Nicolai Bischler bei der Eröffnungsrede

Laut Bischler muss aber die beste Planung den Test in der Realität bestehen. Und so bleibt es seiner Meinung nach nicht aus, dass man möglicherweise an verschiedenen Punkten nachbessern muss.

Ein solcher Punkt ist die Höhe der Bordsteine am Übergang der Haltestelle des Betzenhausertor Platzes. Hier hat sich gezeigt, dass die 3 cm für viele Menschen mit Handicap ein richtiges Problem darstellen.

„Da sich in direkter Nähe zur Haltestelle die Ernst-Winterer Wohnanlage des Rings für Körperbehinderte haben, in der viele Menschen mit Rollstuhl oder Rollatoren leben, sehen wir als Bürgerverein hier Handlungsbedarf!“, so der Vorsitzende des Bürgervereins Betzenhausen-Bischofslinde.

Radelnde Menschen haben nun einen 1,5 bis 1,75 Meter breiten Streifen auf der Fahrbahn. Personen, die zu Fuß gehen, finden mindestens 2,5 Meter breite Gehwege vor. An den Kreuzungen Hofacker- / Dietenbachstraße und Angelus-Silesius- / Aschenbrennerstraße sowie der Querungsstelle am Betzenhauser Torplatz können sie sicher über die Straßen gelangen. Da sich auf der Südseite der Sundgauallee viele Geschäfte für den täglichen Bedarf befinden, gab es die Forderung, das Radfahren auch auf dem neuen Gehweg zuzulassen. Die Beschilderung lautet deshalb „Fußgänger“ mit Zusatz „Radfahrer frei“. Diese Regelung ist aber in Absprache mit dem Bürgerverein ein einjähriger Probelauf. Bischler wünschte sich hier von den Radfahrern mehr Vorsicht und den Fußgängern mehr Toleranz!

Neu: die schlafende Bedarfsampel!

Die Haltestellen der Stadtbahn auf Höhe des Betzenhauser Torplatzes sind jetzt versetzt angeordnet und auseinander gezogen. Dazwischen können Menschen zu Fuß oder per Rad die Sundgauallee breitflächig queren. Auch die neue 20er-Zone für den Autoverkehr dient der sicheren Querung ohne Ampel. Für Blinde, Sehbehinderte und Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist eine Signalanlage für die Fahrbahnen eingerichtet, die im Regelzustand dunkel ist und auf Anforderung des Tasters den Individualverkehr anhält – eine sogenannte schlafende Bedarfsampel.

 Wie geht es weiter?

Mit dem jetzigen Abschluss des ersten Bauabschnittes ist das ZAK noch nicht gänzlich umgesetzt. Weitere Fördergelder hat das APS beim Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ bereits beantragt. Es sollen noch zwei weitere Bauabschnitte folgen:

Zunächst der Betzenhauser Torplatz, für den 2016/17 die Planung stehen und 2018 der Umbau folgen soll. Dann kommt der Abschnitt östlich des ersten Bauabschnitts, der 2017/18 geplant und 2019 umgebaut werden soll. Das APS will auch dank der bisherigen positiven Erfahrungen und aufgebauten Netzwerke im bisherigen Verlauf die noch ausstehenden Bauabschnitte beteiligungsintensiv planen, wie die Pressestelle der Stadt Freiburg mitteilte.

Es will die Öffentlichkeit wie die spezieller Zielgruppen gleichermaßen beteiligen. Die nächsten Informationsveranstaltungen sind für Anfang 2017 geplant.

Da die Verwirklichung der beiden Bauabschnitte unter dem Vorbehalt, dass die erforderlichen Mittel in den Beratungen zu den Doppelhaushalten 2017/18 sowie 2019/20 bereit gestellt werden forderte Bischler die anwesenden Gemeinderäte auf, sich tatkräftig für die Realisierung einzusetzen!

Quelle: Bericht im Bürgerblättle 241 (Dez. 2017 / Jan. 2018), Text: Redaktion, Fotos: Helmut Schieman


Zur weiteren Info:

Siehe auch Fotoreportage zum Umbau der Sundgaualle im Heft Facetten 01/2017 der VAG. Siehe hier  VAG Facetten Download


 

Neujahrsempfang 2017

Die Oberstufenband des Wetzinger Gymnasiums unter der Leitung von Dr.Michael Weh eröffnet mit fetziger Musik den Neujahrsempfang.

Die Begrüßung durch Nicolai Bischler ist schon einmal ein Novum. Er begrüßt Oberbürgermeister Dr. Dieter Salmon und den Bürgermeister von Teningen, Herrn Heinz-Rudolf Hagenacker und dann ALLE und verweist darauf, dass er Namen und Positionen nicht auflisten möchte, der Empfang soll ja nicht eine langweilige Angelegenheit werden.

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Störche auf St. Thomas 2016

Bericht im Bürgerblättle 239 (Aug. 2016)


2-5-4…das nicht das neue Spielkonzept von Jogi Löw, nein, es gibt die Entwicklung der Storchenfamilie auf dem St. Thomas Turm wieder.

Zunächst waren da nur die 2 Brutstörche, die sich schnell entschieden ihr neues Heim auf dem frisch sanierten Turm samt Nest aufzuschlagen. Wie Storchenvater
Gustav Bickel mitteilt, waren die beiden schon 2015 auf dem St. Thomas-Nest. „Der eine ist auf dem Holzmast vom Mundenhof 2012 geboren, der andere auf dem Kirchturm in Märkt bei Lörrach 2013“, ergänzt Gustav Bickel.

Bald konnte man in Betzenhausen das Klappern der Störche deutlich hören und der Nachwuchs ließ auch nicht lange auf sich warten. Zunächst waren es drei Jungstörche, die Wind und Wetter trotzen und von Eltern gut versorgt werden konnten.

Am 11. Juni 2016 machte sich Gustav Bickel auf, um die 3 Jungstörche zu beringen, was ohne Probleme gelang. Doch es sollte nicht lange dauern, bis der jüngste
Jungstorch verstarb. Am 16. Juni musste Gustav Bickel noch einmal auf den Turm, um den zweiten toten Jungstorch zu bergen. Bei dieser Gelegenheit er hat
auch gleich das Nest gereinigt. Dies war dringend notwendig, da in Folge der starken Regenfälle das Wasser im Nest stand und nicht mehr abfloss. Die beiden verbleibenden Jungstörche entwickeln sich prächtig und starten schon mit den ersten Flugversuchen.

Flugdrohne stört Störche Leider wurde die Ruhe der Storchenfamilie durch eine ferngesteuerte Drohne gestört. Die Tiere werden durch diese doch lauten Fluggeräte verunsichert und geraten in Panik. „Storchennester sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützte Nist- und Brutstätten“, sagt Gustav Bickel und weist darauf hin, dass es nach Artenschutzgesetz und Naturschutzgesetz streng verboten ist mit Fluggeräten über Brut- und Nistplätze zu fliegen.

Dank an Spenderinnen und Spender Wir möchten uns an dieser Stelle bei den vielen Spenderinnen und Spendern bedanken, die das Projekt finanziell unterstützt haben. Zunächst wurden die Spenden für die Webcam und verschiedene technische Geräte, wie zum Beispiel den Router verwendet. Als nächste Aktion steht an, die Leitungen, die momentan noch recht lose im Kirchturm herumhängen, professionell zu versorgen. Ferner suchen wir noch einer Lösung, den Turmaufstieg (insbesondere zwischen den Glocken hindurch) durch das Anbringen einer Leiter etwas zu erleichtern und sicherer zu gestalten.

Wir freuen uns über weitere Spenden

Text: Nicolai Bischler, Fotos: webcam, Gustav Bickel


500 Jahre Bundschuh-Aufstand

Bericht zum Jubiläum im Bürgerblättle 219, April / Mai 2013


Gegen die Willkür der Obrig- oder Ehrbarkeit: Bundschuher wollten keine Herren außer Papst, Kaiser und Gott

Thomas Hammerich, Vorsitzender des Kultur- und Geschichtskreises, eröffnete den Festakt zum 500-jährigen Bundschuhjubiläum. Bernhard Schätzle, Ortsvorsteher aus Lehen begrüßte die Ehrengäste: Neben Oberbürgermeister Dieter Salomon und mehreren Stadträt(inn) en war eine Delegation aus Untergrombach angereist, der Heimat von Jos Fritz. Die Ehre gaben sich auch Prof. Horst Buszello (Vortrag am 16.3.) und Prof. Masahisa Deguchi aus Japan sowie der Politologe und Soziologe Thomas Adam, der den Festvortrag »Für Freiheit und Gerechtigkeit, Jos Fritz und der Bundschuh im Breisgau 1513«  übernommen hatte. Zum musikalischen Auftakt bot Dirigent Wilhelm Schmid mit seinen Lehener Musikern die Sätze »basse danse« und »saltarello« eines Komponisten aus dem 16. Jahrhundert.

OB Salomon war gekommen, um das Andenken an die Freiheitskämpfer des Bundschuh hochzuhalten. Das von Jos Fritz und seiner Bauernbewegung auf der Hartmatte zwischen Lehen und Betzenhausen propagierte freiheitliche Gedankengut habe sich bis in die heutige Zeit fortgepflanzt und in den Bauernkriegen und der Revolution von 1848 erste Höhepunkte erreicht. Die Bundschuher hätten jedoch die bestehende Ordnung nicht in Frage gestellt, sie kämpften vor allem gegen die Willkür der Obrigkeit aus Adel und Geistlichen.

Bernhard Schätzle verglich Jos Fritz mit Robin Hood, von Zeitgenossen »teuflischer Eingebungen« geziehen worden, später aber sehr geachtet. Er habe lediglich Minimalforderungen an die Obrigkeit gestellt. Dazu gehörten unter anderem, dass »Vögel, Fische, Wald und Holz« den Armen und Reichen gleichermaßen gehören sollten. Gleichzeitig dankte Bernhard Schätzle den vielen engagierten Bürgern aus Lehen und Betzenhausen, die es ermöglichen, das Bundschuhjahr so vielfältig und ideenreich zu gestalten.

Der Projektchor, gebildet aus Sänger(inne)n der Lehener und Betzenhausener Chöre, erfreute mit einem Madrigal unter der Leitung von Bernhard Moncado.

Den Festvortrag hielt Thomas Adam, Autor des neu bearbeiteten Buches »Jos Fritz, das verborgene Feuer der Revolution«. Er gilt als einer der besten Kenner der Materie. Die meisten Bauern gehörten, obwohl es auch arme Tagelöhner gab, der Mittelschicht an. Sie waren zugleich die größte Bevölkerungsgruppe der damaligen Zeit, jedoch von allen wichtigen Rechten und sozialem Aufstieg ausgeschlossen.

Durch viel zu hohe Zinslasten sei der Abstieg zum Bettler ständige Drohung gewesen. Für die damals aufstrebenden Juristen waren die Bauern leichte Beute. Die Geschehnisse des Bundschuh, so betonte Adam, hätten zu Recht ihren Niederschlag in den Geschichtsbüchern gefunden. Freiheit und Gerechtigkeit hätten eine zentrale Rolle gespielt. Gerade diese Forderung seien der Grund, weshalb man sich an Jos Fritz erinnere. Darin läge auch das Potential für den Anstoß zum Nachdenken. Der Bundschuh gehöre zur deutschen Freiheitsbewegung.

Dem Referenten wurde für seinen temperamentvollen Vortrag mit tosendem Beifall gedankt. Der Bundschuh von 1513 scheiterte, so ergänzte Thomas Hammerich, und endete mit Todesurteilen für die Bauern. Rechne man die Bauernkriege dazu, so müsse man wohl 50 000 tote Bauern beklagen. Dennoch sei bei der Regierung die Angst vor einer Empörung des Volkes umgegangen und man habe sich deshalb zu pragmatischem Umgang mit dem »gemeinen Mann« gezwungen gesehen. Aus Furcht vor neuen Bundschuhaufständen warnten die Reichsstände deshalb vor einer Bekämpfung Martin Luthers.

Zum Schluss dankte Hammerich herzlich den vielen Helfer(inne)n für den gelungenen Festabend. Den musikalischen Schlusspunkt setzte gewohnt hervorragend die Orchestergemeinschaft Seepark unter der Leitung von Michael Schönstein. Danach konnten sich die Besucher im Foyer an der Moritat des Jos Fritz, vorgetragen vom Wilden Haufen Betzenhausen, erfreuen oder sich ein Exemplar des Jos-Fritz-Buches von Thomas Adam signieren lassen. Dazu wurde eine sehr informative  Ausstellung über die gesamte Bundschuhbewegung im Breisgau gezeigt, die ein Team des Kultur- und Geschichtskreises unter Leitung von Dr. Thomas Hammerich erarbeitet hatte. Sage und schreibe 1.500 Kanapees, Bundschuhbier in Bundschuhkrügen, weitere Getränke aller Art und Hefezopf standen für die Gäste bereit. Noch lange wurde in kleinen Gruppen gefeiert, diskutiert oder man ließ den gelungenen Festabend nochmals Revue passieren.

„„Text: Harald Albiker, Fotos: Stefan Grugel


Ausführliche Informationen zur Jubiläumsausstellung gibt es auf der Internet-Seite des Kultur- und Geschichtskreis Betzenhausen. Dort zur finden sind insbesondere diverse Tafeln, die während der Ausstellung im Jahr 2013 das Geschehen von 1513 beschrieben: siehe Der Bundschuh im Breisgau 1513 (PDF). Im Jahr darauf wurden unter dem Titel Das Narrenschiff vom Bundschuh (PDF) weitere Tafeln ergänzt, um den Zusammenhang auf den “Bundschuh zu Lehen und seine literarischen Folgen 1513/14” hinzuweisen (insbesondere gedacht als Unterrichtsmaterial).

 

Fassaden-Sanierung St. Thomas 2015

Die schöne St. Thomas Kirche in Alt-Betzenhausen gehört zur Kirchengemeinde Hl. Familie, für die Erhaltung des Turm ist die Stadt Freiburg zuständig.

„Die Fassade des Turms der St. Thomas Kirche  ist schon seit vielen Jahren in einem sehr schlechten Zustand“, bemängelt Nicolai Bischler im Jahre 2014 als Vorsitzender des Bürgervereins Betzenhausen-Bischofslinde und freute sich, dass die Stadt Freiburg für 2015 die Zusage erteilte, den Turm zu sanieren (siehe Pressemitteilung weiter unten). Dass die Stadt Freiburg für die Erhaltung des Turmes zuständig ist, ergibt sich aus dem Eingemeindungsvertrag von 1908. Darin heißt es: „Die Gemeinde ist baupflichtig zum Kirchturm mit Uhr und Glocken und hat die Brandversicherungsbeiträge, sowie die erforderlichen Hand und Spanndienste sowohl zur Kirche, als auch zur Umfassungsmauer zu leisten.“ (Aktenzeichen: C3280/1 und C3 280/2, Stadtarchiv Freiburg).

Im Rahmen der Gespräche, die bereits 2014 zwischen dem Gebäudemanagement der Stadt Freiburg und dem Bürgerverein geführt wurden, wurde deutlich, dass auch das Kirchenschiff dringend saniert werden sollte, was in Zuständigkeit bei der Kirchengemein­de Hl. Familie ist. Der Stiftungsrat der Pfarrei Hl. Familie beschloss im Oktober 2014 der Sanierung des Kirchenschiffs trotz knapper Kassen zuzustimmen, war aber auf die finanzielle Unterstützung durch die Bevölkerung angewiesen.  So konnten Turm und Kirchenschiff gemeinsam saniert werden.

Da dies ja auch dem Ortsbild von Alt-Betzenhausen zugute kam, beschloss der Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde, die Kirchengemeinde bei diesem finanziellen Risiko mit verschiedenen Aktionen zu unterstützen. Der Bürgerverein warb um Spenden, es gab Konzerte, ein Kalender wurde gedruckt und eine Orgel-CD verkauft. Beim Neujahrsempfang 2015 konnten Besucher ein Stück St. Thomas mit nach Hause nehmen in Form eines Dachziegels (so kamen im ersten Schritt ca. 15.000 Euro zusammen).

Die “verpackte” Kirche während der Sanierung

Im Herbst 2015 begannen die Arbeiten zur Sanierung der Fassade von Kirchenschiff und Turm. Um alle sinnvollen Renovierungarbeiten auszuführen, gab es zwischenzeitlich noch zusätzlichen Finanzierungsbedarf, da bauliche Probleme vorher teilweise nicht erkannt werden konnten (z.B. Schäden an Sandstein unter alter Farbschicht verdeckt).

Letztendlich war aber alles gut und anfang 2016 wurde St. Thomas mit frischer Fassade zum Titelbild des Bürgerblättle.


Aus einer Pressemitteilung der Stadt Freiburg vom 11. September 2015:

Die Störche sind weg, jetzt kommen die Dachdecker und Maler, Städtisches Gemeindemanagement beginnt mit der Fassaden-Sanierung von Kirchenschiff und Turm von St. Thomas in Betzenhausen

In diesen Tagen beginnen Sanierungsarbeiten an der Fassade der Thomaskirche in Betzenhausen. Nach verschiedenen Vorarbeiten wird in dieser Woche das Baugerüst zunächst am Schiff und ab nächster Woche am Turm der Kirche aufgestellt. Nach Putz-, Dach- und Malerarbeiten soll die Kirche ab Mitte November wieder gerüstfrei sein.

Mit großer Unterstützung der Kirchengemeinde, des Erzbischöflichen Bauamtes und des Bürgervereins Betzenhausen-Bischofslinde geschieht die Sanierung unter Obhut des städtischen Gebäudemanagements (GMF). Diese Verpflichtung ergibt sich aus dem Eingemeindungsvertrag von 1908. Darin heißt es: „Die Gemeinde ist baupflichtig zum Kirchturm mit Uhr und Glocken und hat die Brandversicherungsbeiträge sowie die erforderlichen Hand- und Spanndienste sowohl zur Kirche als auch zur Umfassungsmauer zu leisten.“ (Aktenzeichen C3280, Stadtarchiv Freiburg).

In den Vorgesprächen zwischen GMF, Bürgerverein und Kirchengemeinde wurde deutlich, dass auch die Fassade des Kirchenschiffs samt dem Dach einer Sanierung bedarf. Hier liegt die Zuständigkeit aber bei der Kirchengemeinde. Daraufhin hat der Stiftungsrat der Pfarrei Hl. Familie die nötigen Mittel im Etat 2015 eingestellt, und der Bürgerverein hat Spenden gesammelt und einen Kalender mit Motiven von St. Thomas und dem Stadtteil erstellt, dessen Verkaufserlös der Sanierung zugute kommt. Nun können Turm und Kirchenschiff gleichzeitig angepackt werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 130.000 Euro, davon entfallen 46.000 Euro auf das Kirchenschiff.

Im Zuge der Sanierung werden auch die Glocken gewartet. Beginnen können die Arbeiten erst jetzt, weil die brütenden Störche auf dem Kirchturm Vorrang hatten.

St. Thomas ist eine Filialkirche der katholischen Pfarrgemeinde Heilige Familie im Stadtteil Mooswald. Sie wurde 1767/68 durch den Barockbaumeister Johann Baptist Häring erbaut und ist dem Heiligen Thomas geweiht, dem zweifelnden Apostel.

Workshop Betzenhauser Torplatz

Bericht aus Bürgerblättle 227 Aug./Sept. 2014


Im Februar 2014 hatte die Verwaltung die Grobkonzepte zur Umgestaltung der Sundgauallee und des Betzenhauser Torplatzes einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Nun hat sie ihr damaliges Versprechen eingelöst, den Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit zu geben, an der künftigen Nutzung und Gestaltung des Torplatzes aktiv mitzuwirken: Beim Planungsworkshop zur Umgestaltung des Betzenhauser Torplatzes am Mittwochabend (25. Juni) stand die gemeinsame intensive und detaillierte Diskussion der Vorstellungen und Möglichkeiten zur Umgestaltung des Torplatzes im Mittelpunkt.

Der Workshop verlief dreigeteilt. Zum Einstieg gab die Stadtverwaltung neben der Erläuterung des bisherigen Planungsprozesses und der Zielsetzung einen Einblick in die Themen Kunst, speziell auch der Plastiken auf dem Torplatz, und der Gestaltung im öffentlichen Raum. Das Planungsbüro Henne und Korn zeigte Rahmenbedingungen und Vielfalt der Ansprüche an eine Platzgestaltung auf und vermittelte ihre Eindrücke aus Ortsbegehungen. Im Anschluss ging es in drei Workshop-Gruppen. Jede der Gruppen, besetzt aus Bürgerinnen und Bürgern, Stadtverwaltung und Planungsbüro, bearbeitete die drei gleichen Fragestellungen nach der zukünftigen Funktion und Gestaltung des Platzes sowie dem weiteren Umgang mit den auf dem Platz vorhandenen Kunstelementen.

Die Bürgerinnen und Bürger brachten ihr spezifisches Wissen aus dem Lebensumfeld des Torplatzes ein und erläuter-ten ihre Vorstellungen. Gemeinsam wurden die Anregungen diskutiert, teilweise skizzenhaft gezeichnet, und abgewogen. Zum Ende des Workshops blickte man in gesamter Runde auf die erarbeiteten Empfehlungen aus den Gruppen und fasste bei speziellen Fragestellungen noch einmal detailliert nach.

Die geäußerten Anregungen und Empfehlungen nimmt die Stadt in die weiteren Planungsschritte auf, indem diese nun zunächst geprüft und entsprechend berücksichtigt werden. Im September wird das Ergebnis noch einmal im Stadtteil vorgestellt, bevor es Anfang Oktober 2014 dem Gemeinderat vorgelegt wird.

Die TeilnehmerInnen waren sich insbesondere darüber einig, dass der Platz stärker belebt und der Verkehr zurückgenommen wird. Auch sollte die Straße weniger als trennendes Element wahrgenommen werden, sondern zum Beispiel durch einen einheitlichen Bodenbelag gestaltet werden. Über die Anzahl der zu entfernenden Kunstwerke gab es unterschiedliche Meinungen. Ebenso wurde unter anderem über Sitzmöglichkeiten und die Anbringung von Fahrradständern diskutiert.

„„Yves Strittmatter

Planungen zur Neugestaltung der Sundgauallee und des Betzenhauser-Torplatzes vorgestellt

Beitrag im Bürgerblättle 225, April / Mail 2014


Knapp 200 Mitbürgerinnen und Mitbürger nutzten die Gelegenheit sich bei der Bürgerversammlung am 12. Februar im Bürgerhaus im Seepark die neuesten Ideen zur Planung der Sundgauallee und des Betzenhauser Torplatzes zunächst anzuhören, um im Anschluss darüber gemeinsam zu diskutieren. Neben Herrn Robert Staible (Amtsleiter im Amt für Projektentwicklung und Stadterneuerung (APS)) und Herrn Yves Strittmatter (APS), informierten von Seiten der Stadtverwaltung Herr Matthias Fridrich (Stadtplanungsamt) und Herr Hendrik Schmitt-Nagel (Garten- und Tiefbauamt).

Zu Beginn der Versammlung wurden die Ziele und Bausteine des Zentren-Aktivierungs-Konzepts Betzenhausen-Bischofslinde (ZAK) vorgestellt. Neben bisher Erreichtem ging es insbesondere um die Ideen zur Umgestaltung der Sundgauallee und des Betzen­hauser Torplatzes. Seit Juli 2013 wurden zwei Planungsvarianten für die Sundgauallee erarbeitet.

In unterschiedlicher Ausprägung weisen diese gemeinsame Merkmale auf:

Die Konzeptplanungen bezieht sich in beiden Varianten auf die Sundgauallee zwischen Bischofskreuz und Dietenbach‑/ Hofackerstraße sowie auf den Betzenhauser Torplatz. Um einen städtebaulich maximalen Effekt zu erzielen, erwähnten die Planer immer wieder die gewählte Vorgehensweise einer raumübergreifenden Planung von Hauskante zu Hauskante – also auch unter Miteinbeziehung privater Räume (bspw. die Geschäftsvorzonen der Südseite). Dies soll dazu dienen über die gesamte Breite der Sundgauallee ein ansprechendes Erscheinungsbild zu schaffen.

Beide Varianten sehen als herausstechendes Merkmal die Reduzierung der heute auf der gesamten Länge vorhandenen Linksabbiegespuren vor. Vor dem Hintergrund des Verkehrsflusses sollen die Linksabbiegespuren zwar auch zukünftig in den Kreuzungsbereichen erhalten bleiben – jedoch auf den langen Geraden der Sundgauallee eine Einspurigkeit je Fahrtrichtung umgesetzt werden. Durch diese Reduzierung entsteht mehr Platz für andere Verkehrsmodi und Nutzungen. RadfahrerInnen bspw. sollen zukünftig die Möglichkeit erhalten auf einem gesonderten Radfahr- oder Schutzstreifen innerhalb der Fahrbahn den Stadtteil zu durchqueren. Damit soll die Konfliktsituation zwischen Durchgangsradlern und einkaufenden Passanten unmittelbar vor den Geschäften entschärft werden. Dennoch sieht Verkehrsplaner Dr. Baier (Büro BSV aus Aachen) die Möglichkeit, auch im Seitenbereich eine Radspur für diejenigen RadlerInnen anzubieten, die sich in den Geschäften versorgen wollen. Weitere Defizite, insb. in Punkto Verkehrssicherheit und Gestaltung, sollen mit beiden Planungsvarianten behoben werden, so bspw. eine verbesserte Radverkehrsführung und breitere Aufstellflächen in den Querungsbereichen.

Als wesentliches Merkmal sieht die Vorzugsvariante das Auseinanderziehen der Stadtbahnhalte­stellen am Betzenhauser Torplatz vor. Damit soll eine groß­zügige Querungsmöglichkeit zwischen den beiden Haltestellen geschaffen, die Nord- und Südseite der Sundgauallee besser verknüpft werden. Die Gestaltung dieses Bereichs soll sich zu diesem Zweck vom Umfeld deutlich abheben (bspw. durch Oberflächenbeläge). Dieser dann zwischen den zwei neuen Haltestellen großzügige Querungsbereich könne eventuell sogar ohne Lichtsignalanlagen auskommen, was auf diesem kurzen Abschnitt allerdings eine Drosselung der erlaubten Geschwindigkeit für Autofahrer auf max. 20 Km/h mit sich brächte. „Beispiele in anderen Städten haben gezeigt, dass dies hervorragend funktioniert und die verschiedenen Verkehrsteilnehmer mehr Rücksicht aufeinander nehmen“, erläuterte Dr. Baier.

Die beste­hen­de Stadtbahntrasse soll in der Vorzugsvariante stellenweise etwas verschmälert werden, um hierdurch Platz für an­dere wichtige Nutzungen zu gewinnen. So ist bspw. angedacht, die bestehenden Baum- und Grün­streifen großzügiger zu gestalten. Durch das Auseinanderziehen der Haltestellenbereiche werden einige beste­hen­de Längsparkplätze weichen müssen – dennoch sieht die Planung durch das Herstellen von Schräg­parkplätzen als Kompensation, eine mindestens ausgeglichene Parkplatzbilanz vor.

Die vorgestellte Basisvariante ist als Planungsalternative zu verstehen, welche sich funktional näher an der Bestandssituation orientiert. Die Haltestellenanordnung auf Höhe des Betzenhauser Torplatz wäre weiterhin parallel vorgesehen. Die Stadtbahntrasse bliebe in ihrer Breite so bestehen – es ergäben sich lediglich geringfügige Änderungen in der Linienführung. Alle öffentlichen Parkplätze wären weiterhin straßenparallel (längs) ausgerichtet. Der bauliche und finanzielle Aufwand in der Basisvariante wäre deutlich geringer.

Ein weiterer Diskussionsschwerpunkt war die Neugestaltung des Betzenhauser Torplatzes, welcher unabhängig der o.g. Planungsvarianten in der Sundgauallee umgestaltet werden soll. Herr Christian Korn (Planungsbüro Henne und Korn aus Freiburg) schlug vor, zwei der großen Holzkonstruktionen (urspr. aus der Landesgartenschau von 1986) zu entfernen, um einerseits Platz zu schaffen für andere wichtige Funktionen wie u.a. Sitzgelegenheiten, Feste oder einen Markt – aber auch um neue raumprägende Gestaltungsmerkmale zu schaffen und damit ganz neue Perspektiven zuzulassen. Der neue Torplatz im Zusammenspiel mit der auseinander gezogenen Straßenbahnhaltestelle und der neu gestalteten Südseite der Sundgauallee könnten infolge der Neugestaltung funktional wie auch gestalterisch als Einheit fungieren und somit das neue Zentrum in Betzenhausen-Bischofslinde markieren.

Für die Vorschläge und Ideen der beiden Planungsbüros gab es von allen Seiten deutliche Zustimmung und Lob – insbesondere zur Vorzugsvariante. „In Detailfragen sei man auf die Ideen der Menschen vor Ort angewiesen, sie seien die Experten“, so Robert Staible vom APS, womit er die Wichtigkeit einer transparenten Bürgerbeteiligung an diesem Planungsprozess noch einmal hervorhob.

Für den Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde regte Nicolai Bischler an, während der Bauarbeiten eine Infobox aufzustellen, die auch personell besetzt ist, damit die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner bei Fragen einen Ansprechpartner vor Ort haben. Den Nutzen einer solchen Aktion haben die positiven Erfahrungen bei den Bauarbeiten in der Habsburgerstraße belegt.

Darüber hinaus forderte Bischler, die Laufzeit des ZAK und des damit verbundenen Geschäftsstraßenmanagements an die Laufzeit der Bauarbeiten anzupassen. „Es kann nicht sein, dass sich die Bauarbeiten verzögern, und wir dann mitten in der Bauphase ohne Ansprechpartner dastehen!“ Die Erfahrungen während der Bauarbeiten am Bischofskreuz zeigten, wie wertvoll und wichtig die Arbeit des Geschäftsstraßenmanagements war.

Wie geht es weiter?

Der Leiter des APS machte deutlich, dass es sich bei den vorgestellten Plänen um Ideen und Vorschläge handle – fix sei noch nichts. Die Stadtverwaltung kündigte für die Konzeptplanung auf jeden Fall noch 2014 im Gemeinderat einen Beschluss fassen lassen zu wollen. Bis dahin müsse auch die Kostenfrage geklärt sein, von welcher die Umsetzung in den einzelnen Teilbereichen maßgeblich abhängen wird.

Der Vorsitzende des Bürgervereins Betzenhausen-Bischofslinde schlug vor, speziell zur Gestaltung des Betzenhauser Torplatzes einen Planungsworkshop anzubieten, um Ideen für die Nutzung und Gestaltung des Torplatzes zu sammeln. Der Leiter des APS, Herr Staible, sagte zu, die Anregungen in die weiteren Überlegungen mit einzubeziehen und zusammen mit dem Bürgerverein die weiteren Schritte zeitnah zu besprechen.

Nicolai Bischler

Foto: Stadt Freiburg

 

Seereinigung im und um den Flückigersee

Bericht im Bürgerblättle 222, Okt./Nov. 2013


Zum dritten Mal, nach Aktionen in den Jahren 1997 und 2001, gab es am Sonntag, 8. September 2013, wieder eine große, freiwillige See-Putz-Aktion. Ziel war es, angeführt von Tauchern der Ringsheimer Taucherschule »Black Sam Bellamy Dive Resort« den See zu reinigen. Unterstützt wurde sie von der Naturschutzorganisation »Sea Shepherd«, mehreren Vertretern des Fischereipächters und durch den Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde, der ein Vesper spendierte. Und es kam so einiges zum Vorschein: Unter anderem zahlreiche Bier- und Wodka-Flaschen, alte Fahrräder, ein bereits muschelbewachsener Roller sowie ein Tresor, welcher der Polizei übergeben wurde.

Nicht ganz so einfach ließen sich die Wasserschildkröten von den Tauchern einfangen. Man geht davon aus, dass sich ca. 200 Wasserschildkröten im See befinden. »Viel zu viele «, so Klaus-Dieter Lehn vom Umweltschutzamt der Stadt Freiburg. Die Schildkröten, die ein beträchtliches Alter erreichen können, fressen Unmengen von Wasserpflanzen, vor allem aber unsere heimischen Molche, Fische, aber auch Gelege von Wasservögeln. »Das kann dann zu einem richtigen Problem werden«, ergänzt Lehn. Von den vermuteten 200 wurden dann »nur« zwei gefangen, die nun ins Tierheim kommen, wo ein großes Becken auf sie wartet.

Hätte man an diesem Tag mehr Schildkröten gefangen, hätte es ebenfalls Probleme geben können, denn es gab nur 40 Plätze im Tierheim und in den Zoohandlungen. Hier drängt das Umweltschutzamt nun auf
eine Lösung, damit der See in naher Zukunft von den vielen Wasserschildkröten befreit werden kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bürgerhock Betzenhausen-Bischofslinde (1973 – 2011)

Eigentlich hatte der Bürgerhock Betzenhausen-Bischofslinde eine lange Tradition: Ausgangspunkt für ein erster großes gemeinsames Fest war die 1000-Jahrfeier von Alt-Betzenhausen im Jahr 1972. In den Folgejahren organisierte der Bürgerverein zusammen mit anderen Vereinen jährlich einen Hock, der immer über ein komplettes Wochenende ging: bis 2001 wurde auf dem Platz vor der St. Thomaskirche gefeiert, bis zum Ende 2012 dann auf dem Betzenhauser Torplatz.

Einen besonderen Bürgerhock gab es Jahr 1984, nachdem der Platz vor der St. Thomas Kirche mit der Linde im Zentrum neu gestaltet worden war (z.B. mit Kopfsteinpflaster). Der Platz bekam auch erst da seinen Namen “St. Thomas-Platz“ und er prägt – zusammen mit der Kirche und dem umgebenden Friedhof – seither den Dorfkern von Alt-Betzenhausen. Durch Fertigstellung der Westrandstrasse (Paduaallee) war damit endgültig die Dietenbachstr. vom Durchgangsverkehr befreit. Die Neueröffnung wurde mit einem besonderen Bürgerhock gefeiert unter Beteiligung des Bürgervereins und vieler anderer Vereine im Stadtteil (so der Bericht im Bürgerblättle Aug. 1984).


Um einen Eindruck zu gewinnen, im folgenden der Bericht über den letzen Hock 2012, wobei zu dem Zeitpunkt nicht klar war, dass es das – vorerst – letzte Fest in dieser Form war.

Bericht aus Bürgerblättle 215 Aug./Sept. 2012.


Das Wetter setzte dem Bürgerhock nach zwei tollen Tages ein vorzeitiges Ende.

Der Bürgerhock ist ein Stadtteilfest, das allen Besuchern richtig Spaß macht. Die Vereinsgemeinschaft der beiden Musikvereine Betzenhausen-Bischofslinde und Freiburg-Mooswald, von Sportbund Sonnland, Jugendzentrum Chummy, Liederkranz und dem Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde hatte sich zum Bürgerhock am Betzenhauser Torplatz einiges einfallen lassen.

Zum Fassanstich durch Baubürgermeister Martin Haag hatte der Bürgerverein den Teninger Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker eingeladen. In diesem Jahr wird die Partnerschaft unseres Stadtteils mit der Stadt Teningen offiziell besiegelt werden. Mit Freibier und einem Gläschen Sekt wurde der Bürgerhock eröffnet und die Partnerschaft konnte so schon einmal gemeinsam gefeiert werden.

Nach dem gekonnten Fassanstich verwöhnte der Eisenbahner-Musikverein mit bekannten und abwechslungsreichen Melodien die zahlreichen Hockbesucher. Am frühen  Samstagabend hatten die BächleSörfer die Besucher wieder schnell auf ihrer Seite. Jürgen Hack und Günther Gassenbauer sorgten für tolle Stimmung, und immer mehr Besucher schwangen das Tanzbein. Bis in den späten Abend herrschte auf dem vollbesetzten Festplatz eine ausgelassene Stimmung. Gegen 23 Uhr setzten dann Regen und Sturm dem Bürgerhock leider ein jähes Ende.

Die Vereinsgemeinschaft verwöhnte kulinarisch mit einem reichhaltigen Angebot an Speisen und Getränken. Im Weinstand gab es eine große Auswahl von Sekt und Weinen vom Weingut Schätzle, der in diesem Jahr seinen Weinstand erstmals beim Bürgerhock aufgestellt hatte. Es fanden sich so Gelegenheiten zur einem Plausch – ob am Bierstand oder am Weinstand.

Am Sonntag bot der Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde schon zur Mittagszeit an der Kuchentheke ein reichhaltigen Angebot von selbstgemachten Kuchen und Torten an. Der Sonntag sollte ganz im Zeichen der Blasmusik stehen. Der Wettergott hatte mit dem Bürgerhock aber leider kein Einsehen und sorgte am Sonntag mit Dauerregen dafür, dass der dritte Bürgerhock-Tag komplett ins Wasser fiel. Das war für die Vereine, aber auch für die Hockbesucher recht schade. Der Bürgerhock war zumindestens zwei Tage lang ein Fest für die ganze Familie.

Die Vereinsgemeinschaft war mit dem verregneten Bürgerhock natürlich nicht zufrieden und dankt besonders der Metzgerei Goldschmidt für ihre vielfältige Unterstützung. Dank geht an die vielen Besucher aus nah und fern, aber auch an die Anwohner für ihr Verständnis, dass drei Tage Bürgerhock vor ihrer Haustüre stattgefunden haben. So endete der Bürgerhock in diesem Jahr mit dem vorzeitigen Abbau ab 18 Uhr.

Abschließend noch ein herzliches Dankeschön an immerhin über 100 Besucher, die sich am Sonntagmittag trotz Dauerregen nicht abhalten ließen, einige gemütliche Stunden im »Musikerzelt« zu verbringen.

„„Michael Kott