Aktuelle Infomationen zum Stadtteil Betzenhausen

Zentren-Aktivierungs-Konzept (ZAK)

Handel und Dienstleistung sind wichtig für Stadtteilzentren; bei fehlender Nahversorgung besteht die Gefahr, dass auch die Wertigkeit eines Stadtteils insgesamt verloren geht. Auch für die Stadtteilzentrum von Betzenhausen-Bischofslinde mit den Bereichen Obere Sundgauallee und Bischofslinde ist ein Strukturwandel zu befürchen.

Diese Gedanken führten in den vergangenen Jahren immer wieder dazu, sich über Fragen wie diese Gedanken zu machen:

  • Wie bleibt unser Stadtteil als Wohngebiet attraktiv?
  • Wie kann die Nahversorgung im Stadtteil erhalten und sogar gestärkt werden?
  • Wie können wir den öffentlichen Raum attraktiver und funktionaler gestalten ?
  • Ist die Straßenraumgestaltung noch zeitgemäß im Bezug auf den aktuellen Verkehr und umweltfreundlichere Lösungen in der Zukunft?
  • Wie lässt sich private Engagement stärken werden?

Als im Jahr 2007 die Planungen für ein neues Einkaufszentrum auf dem Brielmanngelände an der Berliner Allee konkreter (die heutigen “Westarkaden”), sahen viele Bewohner von Betzenhausen-Bischofslinde darin auch eine Bedrohung für die Attraktivität der Nahversorgung im eigenen Stadtteil. Das zeigte sich spätestens im Rahmen eines Bürgergesprächs im März 2007, das gemeinsam mit dem Bürgerverein Mooswald veranstaltet wurde. Der Bürgerverein teilte diese Bedenken und drängte die Stadt Freiburg zu handeln.

Als ein Ergebnis entstand das sog. “Zentren-Aktivierungs-Konzept (ZAK)” für Betzenhausen-Bischofslinde: ein Handlungskonzept für Umgestaltungen im Stadtteil, dessen konzeptionelle Ideen im Endbericht (PDF) zusammengefasst sind. Die Ausarbeitung war auch Voraussetzung für eine Teilnahme am Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ war. Diese Förderantrag wurde im Oktober 2009 vom Gemeinderat beschlossen. Mit Realisierung des ZAG gründete sich 2012 auch die Interessengemeinschaft SuBi “Sundgauallee – Am Bischofskreuz” mit Gewerbetreibenden, Dienstleister und Gastronomen, um den Umgestaltungsprozess zu begleiten.

Die vorgesehene Umgestaltung gliedert sich in mehrere Bauabschnitte (hier jeweils mit einem Link auf die zugehörige Projekt-Seite beim Amt für Projektentwicklung und Stadterneuerung, APS):

Neugestaltung ‘Platz am Bischofskreuz’ (2013)

Die Umbauarbeiten wurden nach rund dreimonatiger Bauzeit im Juni 2013 abgeschlossen. Der neues gestaltete Platz wurde am 20. 6. 2013 mit einem Fest eingeweiht, bei dem auch Bürgermeister Prof. Dr. Haag anwesend war. Anlässlich der Einweihung des neuen Platzes hatte der Bürgerverein auch um Vorschläge für die Namensgebung gebeten: letztendlich entfielen die meisten Stimmen auf »Platz am Bischofskreuz« als Vorschlag des Bürgervereins.

Umgestaltung der oberen Sundgauallee mit Erneuerung VAG Haltestelle Betzenhauser Torplatz (2016)

Hier dominierte über Jahrzehnte der Eindruck einer breiten Verkehrsschneise, die selbst an der Haltestelle nur schwer und unter Gefahren zu überqueren war. Überhaupt zeigten sich Teile der Sundgauallee in einem unattraktiven und verwahrlosten Zustand. Dazu Unrat, Matschflächen bei Regen und defekte Betonumrandungen von Pflanzen. Nicht unbedingt eine Einladung zum Verweilen. Eine ausführliche Beschreibung vom früheren, teilweise verwahrlosten Zustand der Haltestelle ist z.B. im Bürgerblättle 194 (Febr. 2009)  zu finden. Es gab immer wieder Unfälle; im Okt. 2009 verunglückte dort ein 16-jähriges Mädchen tödlich: auch das eine Mahnung, endlich etwas zu unternehmen  (siehe Bürgerblättle 199 vom Dez. 2009).

Nach einem gelungenen Abstimmungsprozess und Vorstellung der Planungen im Bürgerhaus 2014, konnten die Umbauarbeiten für diesen Bauabschnitt im Nov. 2016 fertiggestellt werden. Die Arbeiten dauerten über ein halbes Jahr, zwischenzeitlich war die Sundgauallee sogar komplett gesperrt (siehe ausführlichen Bericht zur Freigabe).

Die Haltestellen der Stadtbahn auf Höhe des Betzenhauser Torplatzes sind jetzt versetzt angeordnet und auseinander gezogen. Dazwischen können Menschen zu Fuß oder per Rad die Sundgauallee breitflächig queren. Im Haltestellenbereich gilt eine neue 20er-Zone für den Autoverkehr um die sichere Querung ohne Ampel für Fußgänger zu erlauben. Für Blinde, Sehbehinderte und Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist eine Signalanlage für die Fahrbahnen eingerichtet; sie ist im Regelzustand dunkel und nur auf Anforderung aktiv – eine sogenannte schlafende Bedarfsampel.

Platzgestaltung Betzenhauser Torplatz  (ab Herbst 2020)

Vor der Landesgartenschau 1986 hatten sich die Organisatoren überlegt, wie der Haupteingang zu diesem Großereignis zu gestalten wäre. Man entschied sich für einen Entwurf des Ulmer Künstlers und Architekten Hans Dieter Schaal mit 4 symbolischen, großen Torelementen aus Holz. An denen zwischenzeitlich der Zahn der Zeit seine Spuren hinterlassen hat. Schon im Bürgerblättle März/Juni 2004 stellte der Bürgerverein fest: “Einst war dies … ein ansehnliches Kunstwerk… Doch heute, und dies schon seit einigen Jahren, ist es eher ein Schandfleck geworden.”

Heute wird der Betzenhauser Torplatz kaum noch als Platz wahrgenommen und ist erst recht kein attraktiver Aufenthaltsbereich. Das neue Gestaltungskonzept ohne Holzkunstwerke versucht den Betzenhauser Torplatz mit der gegenüberliegenden Straßenseite gestalterisch zu verknüpfen und damit auch die trennende Wirkung der Sundgauallee zu mindern. Der Künstler Hans Dieter Schaal hatte seine Installation ohnehin nur als temporäres Werk gesehen.

Leider konnten die Neugestaltung nicht so schnell erfolgen wie anfangs geplant: der Platz ist zu etwa einem Drittel auf nicht-öffentlicher Fläche und die zugehörigen Wohnungseigentümer wollten den Plänen der Stadt nicht gesamthaft zustimmen. Aus diesem Grunde musste es zu einer eingeschränkten Lösung kommen (Beginn der Bauarbeiten ist jetzt Ende 2020 mit geplanter Fertigstellung im Frühjahr 2021, siehe Bericht zum aktueller Stand der Neugestaltung).

Umgestaltung untere Sundgauallee / Bischofslinde

Vermutlich ist 2024/2025 mit VAG-Maßnahmen zur Erneuerung der Haltestelle “Platz am Bischofskreuz” zu rechnen; abhängig wohl auch vom Baufortschritt bei der StuSie. Vorher ist nach aktuellem Stand auch nicht mit einem signalgesteuerten Fußgängerübergang an bei der Esso-Tankstelle zu rechnen. Weitere Einzelmaßnahmen dürften die Verbesserung der Radwege betreffen als Radschutzstreifen auf der Sundgauallee.

Offenes Thema ich auch die durchgängige Radverbindung ab Rathaus im Stühlinger in Richtung Betzenhausen: heute ist die Radverbindung auf der Südseite ausgeschildert, denn auf der nördlichen Seite (eigentlich verkehrstechnisch die korrekte Seite) endet der Radweg an einer Fußgängerbrücke zur Unterführung Berliner Allee. Eine ebenerdige Verbindung über die Berliner Allee als sinnvolle Alternative ist im Radverkehrskonzept Freiburg 2020 vorgesehen als Teil der Route “BIO” (Betzenhausen – Innenstadt – Oberau): eine Umsetzung dürfte erst mit dem Baugebiet Kleinescholz bzw. dem zweiten Bauabschnitt zum Rathaus im Stühlinger erfolgen.


In viele Details und Gestaltungsschritte zum ZAK war der Bürgerverein und auch die Händlergemeinschaft SuBi eingebunden. Aber viele Schritte zur Realisierung erfolgten in breiter und aktiver Bürger-Beteiligung im Stadtteil; einige Beispiele:

  • Bürgerveranstaltung Mai 2012 mit Vorstellung des Stadträumlichen Gestaltungskonzeptes und  Ideen zur Umgestaltung der Sundgauallee und VAG Haltestelle.
  • Informationsveranstaltung und Bürgerbeteiligung Febr. 2014 mit Stand zum Verkehrs- und Freiraumkonzept sowie Stand der Planungen.
  • Torplatz: erste Bürgerbeteiligung zur Umgestaltung im Juni 2014 mit Präsentation und Workshop.
  • Sundgauallee – VAG Haltestelle: Informationsveranstaltung April 2015 mit Themen Verkehrsplanung und Stand im Planungsprozess
  • Sundgauallee – VAG Haltestelle: Bürgerveranstaltung März 2016 zum Stand der Umbaumaßnahmen und Bauablauf.
  • Torplatz: Bürgerveranstaltung Sept. 2017 zur Umgestaltung Betzenhauser Torplatz insbesondere mit Zusammenfassung der Workshop-Ergebnisse.
  • Torplatz: Rundgang zusammen mit Mitarbeitern des Stadt im Mai 2020 muss wegen Corona-Virus leider entfallen; die geänderte Planung entspricht aber in großen Bereichen dem Stand, der 2017 schon für den Gesamtplatz vorgestellt wurde.

Alle weiteren, öffentlich zugänglichen Unterlagen sind auf der zugehörigen Projekt-Seite der Stadt Freiburg zum ZAK zu finden, inklusive Beschlüssen des Gemeinderats bzw. beteiligter Ausschüsse, u.a.  siehe hier ...


Nov. 2016: Freigabe der Sundgauallee nach monatelangen Baumaßnahmen, in denen die Strasse teilweise sogar komplett gesperrt war. Zentrale Punkte:

  • Der eigentlichen Baubeginn war am 4. April 2016, aber zuvor wurde schon viele Wasser- und Engergie-Leitungen verlegt. Es folgten die Straßen- und Gleisbauarbeiten in drei Phasen.
  • Bis zu den Sommerferien wurden Randbereiche mit Privatflächen umgestaltet; es folgten Parkstreifen, Gleisbau sowie die VAG Straßenbahnhaltestellen.
  • Ab 12.September konnte die Straßenbahn wieder fahren, danach folgten Fahrbahn und Gehwege.
  • Es wurden die Gleise samt Anlagen zwischen Paduaallee und Angelus-Silesius-Straße auf einer Länge von 530 Metern erneuert.
  • Bürgerverein, IG Subi, Stadt,Freiburger Verkehrs AG (VAG) entwickelten gemeinsam Informationsfaltblätter und Baustellenschilder.

Ein paar technische Daten: 6.300 Meter Kabelleerrohre, 2.000 Meter Bordsteine, 4.300 Quadratmeter Pflasterbeläge neu verlegt, 1020 Meter Doppelgleis, 280 Schienenschweißungen, 3.550 Quadratmeter erneuerter Rasenbahnkörper…

Juni 2018:  Neugestaltung Betzenhauser Torplatz verzögert sich, da Wohnungseigentümer (Bewohner einer WEG) der Lösung für den privaten Platzbereich nicht zugestimmt haben (etwas ein drittel des Platzes ist auf nicht-öffentlicher Fläche).

Juni 2020:  Der Gemeinderat hat Neugestaltung des Torplatzes zugestimmt; die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich Oktober 2020.

Workshop Betzenhauser Torplatz

Bericht aus Bürgerblättle 227 Aug./Sept. 2014


Im Februar 2014 hatte die Verwaltung die Grobkonzepte zur Umgestaltung der Sundgauallee und des Betzenhauser Torplatzes einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Nun hat sie ihr damaliges Versprechen eingelöst, den Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit zu geben, an der künftigen Nutzung und Gestaltung des Torplatzes aktiv mitzuwirken: Beim Planungsworkshop zur Umgestaltung des Betzenhauser Torplatzes am Mittwochabend (25. Juni) stand die gemeinsame intensive und detaillierte Diskussion der Vorstellungen und Möglichkeiten zur Umgestaltung des Torplatzes im Mittelpunkt.

Der Workshop verlief dreigeteilt. Zum Einstieg gab die Stadtverwaltung neben der Erläuterung des bisherigen Planungsprozesses und der Zielsetzung einen Einblick in die Themen Kunst, speziell auch der Plastiken auf dem Torplatz, und der Gestaltung im öffentlichen Raum. Das Planungsbüro Henne und Korn zeigte Rahmenbedingungen und Vielfalt der Ansprüche an eine Platzgestaltung auf und vermittelte ihre Eindrücke aus Ortsbegehungen. Im Anschluss ging es in drei Workshop-Gruppen. Jede der Gruppen, besetzt aus Bürgerinnen und Bürgern, Stadtverwaltung und Planungsbüro, bearbeitete die drei gleichen Fragestellungen nach der zukünftigen Funktion und Gestaltung des Platzes sowie dem weiteren Umgang mit den auf dem Platz vorhandenen Kunstelementen.

Die Bürgerinnen und Bürger brachten ihr spezifisches Wissen aus dem Lebensumfeld des Torplatzes ein und erläuter-ten ihre Vorstellungen. Gemeinsam wurden die Anregungen diskutiert, teilweise skizzenhaft gezeichnet, und abgewogen. Zum Ende des Workshops blickte man in gesamter Runde auf die erarbeiteten Empfehlungen aus den Gruppen und fasste bei speziellen Fragestellungen noch einmal detailliert nach.

Die geäußerten Anregungen und Empfehlungen nimmt die Stadt in die weiteren Planungsschritte auf, indem diese nun zunächst geprüft und entsprechend berücksichtigt werden. Im September wird das Ergebnis noch einmal im Stadtteil vorgestellt, bevor es Anfang Oktober 2014 dem Gemeinderat vorgelegt wird.

Die TeilnehmerInnen waren sich insbesondere darüber einig, dass der Platz stärker belebt und der Verkehr zurückgenommen wird. Auch sollte die Straße weniger als trennendes Element wahrgenommen werden, sondern zum Beispiel durch einen einheitlichen Bodenbelag gestaltet werden. Über die Anzahl der zu entfernenden Kunstwerke gab es unterschiedliche Meinungen. Ebenso wurde unter anderem über Sitzmöglichkeiten und die Anbringung von Fahrradständern diskutiert.

„„Yves Strittmatter

Planungen zur Neugestaltung der Sundgauallee und des Betzenhauser-Torplatzes vorgestellt

Beitrag im Bürgerblättle 225, April / Mail 2014


Knapp 200 Mitbürgerinnen und Mitbürger nutzten die Gelegenheit sich bei der Bürgerversammlung am 12. Februar im Bürgerhaus im Seepark die neuesten Ideen zur Planung der Sundgauallee und des Betzenhauser Torplatzes zunächst anzuhören, um im Anschluss darüber gemeinsam zu diskutieren. Neben Herrn Robert Staible (Amtsleiter im Amt für Projektentwicklung und Stadterneuerung (APS)) und Herrn Yves Strittmatter (APS), informierten von Seiten der Stadtverwaltung Herr Matthias Fridrich (Stadtplanungsamt) und Herr Hendrik Schmitt-Nagel (Garten- und Tiefbauamt).

Zu Beginn der Versammlung wurden die Ziele und Bausteine des Zentren-Aktivierungs-Konzepts Betzenhausen-Bischofslinde (ZAK) vorgestellt. Neben bisher Erreichtem ging es insbesondere um die Ideen zur Umgestaltung der Sundgauallee und des Betzen­hauser Torplatzes. Seit Juli 2013 wurden zwei Planungsvarianten für die Sundgauallee erarbeitet.

In unterschiedlicher Ausprägung weisen diese gemeinsame Merkmale auf:

Die Konzeptplanungen bezieht sich in beiden Varianten auf die Sundgauallee zwischen Bischofskreuz und Dietenbach‑/ Hofackerstraße sowie auf den Betzenhauser Torplatz. Um einen städtebaulich maximalen Effekt zu erzielen, erwähnten die Planer immer wieder die gewählte Vorgehensweise einer raumübergreifenden Planung von Hauskante zu Hauskante – also auch unter Miteinbeziehung privater Räume (bspw. die Geschäftsvorzonen der Südseite). Dies soll dazu dienen über die gesamte Breite der Sundgauallee ein ansprechendes Erscheinungsbild zu schaffen.

Beide Varianten sehen als herausstechendes Merkmal die Reduzierung der heute auf der gesamten Länge vorhandenen Linksabbiegespuren vor. Vor dem Hintergrund des Verkehrsflusses sollen die Linksabbiegespuren zwar auch zukünftig in den Kreuzungsbereichen erhalten bleiben – jedoch auf den langen Geraden der Sundgauallee eine Einspurigkeit je Fahrtrichtung umgesetzt werden. Durch diese Reduzierung entsteht mehr Platz für andere Verkehrsmodi und Nutzungen. RadfahrerInnen bspw. sollen zukünftig die Möglichkeit erhalten auf einem gesonderten Radfahr- oder Schutzstreifen innerhalb der Fahrbahn den Stadtteil zu durchqueren. Damit soll die Konfliktsituation zwischen Durchgangsradlern und einkaufenden Passanten unmittelbar vor den Geschäften entschärft werden. Dennoch sieht Verkehrsplaner Dr. Baier (Büro BSV aus Aachen) die Möglichkeit, auch im Seitenbereich eine Radspur für diejenigen RadlerInnen anzubieten, die sich in den Geschäften versorgen wollen. Weitere Defizite, insb. in Punkto Verkehrssicherheit und Gestaltung, sollen mit beiden Planungsvarianten behoben werden, so bspw. eine verbesserte Radverkehrsführung und breitere Aufstellflächen in den Querungsbereichen.

Als wesentliches Merkmal sieht die Vorzugsvariante das Auseinanderziehen der Stadtbahnhalte­stellen am Betzenhauser Torplatz vor. Damit soll eine groß­zügige Querungsmöglichkeit zwischen den beiden Haltestellen geschaffen, die Nord- und Südseite der Sundgauallee besser verknüpft werden. Die Gestaltung dieses Bereichs soll sich zu diesem Zweck vom Umfeld deutlich abheben (bspw. durch Oberflächenbeläge). Dieser dann zwischen den zwei neuen Haltestellen großzügige Querungsbereich könne eventuell sogar ohne Lichtsignalanlagen auskommen, was auf diesem kurzen Abschnitt allerdings eine Drosselung der erlaubten Geschwindigkeit für Autofahrer auf max. 20 Km/h mit sich brächte. „Beispiele in anderen Städten haben gezeigt, dass dies hervorragend funktioniert und die verschiedenen Verkehrsteilnehmer mehr Rücksicht aufeinander nehmen“, erläuterte Dr. Baier.

Die beste­hen­de Stadtbahntrasse soll in der Vorzugsvariante stellenweise etwas verschmälert werden, um hierdurch Platz für an­dere wichtige Nutzungen zu gewinnen. So ist bspw. angedacht, die bestehenden Baum- und Grün­streifen großzügiger zu gestalten. Durch das Auseinanderziehen der Haltestellenbereiche werden einige beste­hen­de Längsparkplätze weichen müssen – dennoch sieht die Planung durch das Herstellen von Schräg­parkplätzen als Kompensation, eine mindestens ausgeglichene Parkplatzbilanz vor.

Die vorgestellte Basisvariante ist als Planungsalternative zu verstehen, welche sich funktional näher an der Bestandssituation orientiert. Die Haltestellenanordnung auf Höhe des Betzenhauser Torplatz wäre weiterhin parallel vorgesehen. Die Stadtbahntrasse bliebe in ihrer Breite so bestehen – es ergäben sich lediglich geringfügige Änderungen in der Linienführung. Alle öffentlichen Parkplätze wären weiterhin straßenparallel (längs) ausgerichtet. Der bauliche und finanzielle Aufwand in der Basisvariante wäre deutlich geringer.

Ein weiterer Diskussionsschwerpunkt war die Neugestaltung des Betzenhauser Torplatzes, welcher unabhängig der o.g. Planungsvarianten in der Sundgauallee umgestaltet werden soll. Herr Christian Korn (Planungsbüro Henne und Korn aus Freiburg) schlug vor, zwei der großen Holzkonstruktionen (urspr. aus der Landesgartenschau von 1986) zu entfernen, um einerseits Platz zu schaffen für andere wichtige Funktionen wie u.a. Sitzgelegenheiten, Feste oder einen Markt – aber auch um neue raumprägende Gestaltungsmerkmale zu schaffen und damit ganz neue Perspektiven zuzulassen. Der neue Torplatz im Zusammenspiel mit der auseinander gezogenen Straßenbahnhaltestelle und der neu gestalteten Südseite der Sundgauallee könnten infolge der Neugestaltung funktional wie auch gestalterisch als Einheit fungieren und somit das neue Zentrum in Betzenhausen-Bischofslinde markieren.

Für die Vorschläge und Ideen der beiden Planungsbüros gab es von allen Seiten deutliche Zustimmung und Lob – insbesondere zur Vorzugsvariante. „In Detailfragen sei man auf die Ideen der Menschen vor Ort angewiesen, sie seien die Experten“, so Robert Staible vom APS, womit er die Wichtigkeit einer transparenten Bürgerbeteiligung an diesem Planungsprozess noch einmal hervorhob.

Für den Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde regte Nicolai Bischler an, während der Bauarbeiten eine Infobox aufzustellen, die auch personell besetzt ist, damit die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner bei Fragen einen Ansprechpartner vor Ort haben. Den Nutzen einer solchen Aktion haben die positiven Erfahrungen bei den Bauarbeiten in der Habsburgerstraße belegt.

Darüber hinaus forderte Bischler, die Laufzeit des ZAK und des damit verbundenen Geschäftsstraßenmanagements an die Laufzeit der Bauarbeiten anzupassen. „Es kann nicht sein, dass sich die Bauarbeiten verzögern, und wir dann mitten in der Bauphase ohne Ansprechpartner dastehen!“ Die Erfahrungen während der Bauarbeiten am Bischofskreuz zeigten, wie wertvoll und wichtig die Arbeit des Geschäftsstraßenmanagements war.

Wie geht es weiter?

Der Leiter des APS machte deutlich, dass es sich bei den vorgestellten Plänen um Ideen und Vorschläge handle – fix sei noch nichts. Die Stadtverwaltung kündigte für die Konzeptplanung auf jeden Fall noch 2014 im Gemeinderat einen Beschluss fassen lassen zu wollen. Bis dahin müsse auch die Kostenfrage geklärt sein, von welcher die Umsetzung in den einzelnen Teilbereichen maßgeblich abhängen wird.

Der Vorsitzende des Bürgervereins Betzenhausen-Bischofslinde schlug vor, speziell zur Gestaltung des Betzenhauser Torplatzes einen Planungsworkshop anzubieten, um Ideen für die Nutzung und Gestaltung des Torplatzes zu sammeln. Der Leiter des APS, Herr Staible, sagte zu, die Anregungen in die weiteren Überlegungen mit einzubeziehen und zusammen mit dem Bürgerverein die weiteren Schritte zeitnah zu besprechen.

Nicolai Bischler

Foto: Stadt Freiburg

 

Seereinigung im und um den Flückigersee

Bericht im Bürgerblättle 222, Okt./Nov. 2013


Zum dritten Mal, nach Aktionen in den Jahren 1997 und 2001, gab es am Sonntag, 8. September 2013, wieder eine große, freiwillige See-Putz-Aktion. Ziel war es, angeführt von Tauchern der Ringsheimer Taucherschule »Black Sam Bellamy Dive Resort« den See zu reinigen. Unterstützt wurde sie von der Naturschutzorganisation »Sea Shepherd«, mehreren Vertretern des Fischereipächters und durch den Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde, der ein Vesper spendierte. Und es kam so einiges zum Vorschein: Unter anderem zahlreiche Bier- und Wodka-Flaschen, alte Fahrräder, ein bereits muschelbewachsener Roller sowie ein Tresor, welcher der Polizei übergeben wurde.

Nicht ganz so einfach ließen sich die Wasserschildkröten von den Tauchern einfangen. Man geht davon aus, dass sich ca. 200 Wasserschildkröten im See befinden. »Viel zu viele «, so Klaus-Dieter Lehn vom Umweltschutzamt der Stadt Freiburg. Die Schildkröten, die ein beträchtliches Alter erreichen können, fressen Unmengen von Wasserpflanzen, vor allem aber unsere heimischen Molche, Fische, aber auch Gelege von Wasservögeln. »Das kann dann zu einem richtigen Problem werden«, ergänzt Lehn. Von den vermuteten 200 wurden dann »nur« zwei gefangen, die nun ins Tierheim kommen, wo ein großes Becken auf sie wartet.

Hätte man an diesem Tag mehr Schildkröten gefangen, hätte es ebenfalls Probleme geben können, denn es gab nur 40 Plätze im Tierheim und in den Zoohandlungen. Hier drängt das Umweltschutzamt nun auf
eine Lösung, damit der See in naher Zukunft von den vielen Wasserschildkröten befreit werden kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bürgerhock Betzenhausen-Bischofslinde (1973 – 2011)

Eigentlich hatte der Bürgerhock Betzenhausen-Bischofslinde eine lange Tradition: Ausgangspunkt für ein erster großes gemeinsames Fest war die 1000-Jahrfeier von Alt-Betzenhausen im Jahr 1973. In den Folgejahren organisierte der Bürgerverein zusammen mit anderen Vereinen jährlich einen Hock, der immer über ein komplettes Wochenende ging: bis 2001 wurde auf dem Platz vor der St. Thomaskirche gefeiert, bis zum Ende 2012 dann auf dem Betzenhauser Torplatz.

Einen besonderen Bürgerhock gab es Jahr 1984, nachdem der Platz vor der St. Thomas Kirche mit der Linde im Zentrum neu gestaltet worden war (z.B. mit Kopfsteinpflaster). Der Platz bekam auch erst da seinen Namen “St. Thomas-Platz“ und er prägt – zusammen mit der Kirche und dem umgebenden Friedhof – seither den Dorfkern von Alt-Betzenhausen. Durch Fertigstellung der Westrandstrasse (Paduaallee) war damit endgültig die Dietenbachstr. vom Durchgangsverkehr befreit. Die Neueröffnung wurde mit einem besonderen Bürgerhock gefeiert unter Beteiligung des Bürgervereins und vieler anderer Vereine im Stadtteil (so der Bericht im Bürgerblättle Aug. 1984).


Um einen Eindruck zu gewinnen, im folgenden der Bericht über den letzen Hock 2012, wobei zu dem Zeitpunkt nicht klar war, dass es das – vorerst – letzte Fest in dieser Form war.

Bericht aus Bürgerblättle 215 Aug./Sept. 2012.


Das Wetter setzte dem Bürgerhock nach zwei tollen Tages ein vorzeitiges Ende.

Der Bürgerhock ist ein Stadtteilfest, das allen Besuchern richtig Spaß macht. Die Vereinsgemeinschaft der beiden Musikvereine Betzenhausen-Bischofslinde und Freiburg-Mooswald, von Sportbund Sonnland, Jugendzentrum Chummy, Liederkranz und dem Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde hatte sich zum Bürgerhock am Betzenhauser Torplatz einiges einfallen lassen.

Zum Fassanstich durch Baubürgermeister Martin Haag hatte der Bürgerverein den Teninger Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker eingeladen. In diesem Jahr wird die Partnerschaft unseres Stadtteils mit der Stadt Teningen offiziell besiegelt werden. Mit Freibier und einem Gläschen Sekt wurde der Bürgerhock eröffnet und die Partnerschaft konnte so schon einmal gemeinsam gefeiert werden.

Nach dem gekonnten Fassanstich verwöhnte der Eisenbahner-Musikverein mit bekannten und abwechslungsreichen Melodien die zahlreichen Hockbesucher. Am frühen  Samstagabend hatten die BächleSörfer die Besucher wieder schnell auf ihrer Seite. Jürgen Hack und Günther Gassenbauer sorgten für tolle Stimmung, und immer mehr Besucher schwangen das Tanzbein. Bis in den späten Abend herrschte auf dem vollbesetzten Festplatz eine ausgelassene Stimmung. Gegen 23 Uhr setzten dann Regen und Sturm dem Bürgerhock leider ein jähes Ende.

Die Vereinsgemeinschaft verwöhnte kulinarisch mit einem reichhaltigen Angebot an Speisen und Getränken. Im Weinstand gab es eine große Auswahl von Sekt und Weinen vom Weingut Schätzle, der in diesem Jahr seinen Weinstand erstmals beim Bürgerhock aufgestellt hatte. Es fanden sich so Gelegenheiten zur einem Plausch – ob am Bierstand oder am Weinstand.

Am Sonntag bot der Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde schon zur Mittagszeit an der Kuchentheke ein reichhaltigen Angebot von selbstgemachten Kuchen und Torten an. Der Sonntag sollte ganz im Zeichen der Blasmusik stehen. Der Wettergott hatte mit dem Bürgerhock aber leider kein Einsehen und sorgte am Sonntag mit Dauerregen dafür, dass der dritte Bürgerhock-Tag komplett ins Wasser fiel. Das war für die Vereine, aber auch für die Hockbesucher recht schade. Der Bürgerhock war zumindestens zwei Tage lang ein Fest für die ganze Familie.

Die Vereinsgemeinschaft war mit dem verregneten Bürgerhock natürlich nicht zufrieden und dankt besonders der Metzgerei Goldschmidt für ihre vielfältige Unterstützung. Dank geht an die vielen Besucher aus nah und fern, aber auch an die Anwohner für ihr Verständnis, dass drei Tage Bürgerhock vor ihrer Haustüre stattgefunden haben. So endete der Bürgerhock in diesem Jahr mit dem vorzeitigen Abbau ab 18 Uhr.

Abschließend noch ein herzliches Dankeschön an immerhin über 100 Besucher, die sich am Sonntagmittag trotz Dauerregen nicht abhalten ließen, einige gemütliche Stunden im »Musikerzelt« zu verbringen.

„„Michael Kott

 

Naturnaher Park Obergrün

Bericht aus Bürgerblättle 211, Dez. 2011


Ein »Naturnaher Park Obergrün« für Mensch und Natur in Betzenhausen-Bischofslinde.

Der Verein Bauernhoftiere für Stadtkinder e.V. möchte gemeinsam mit dem Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde an die Stadtplaner der Stadt Freiburg appellieren, die Grünfläche Obergrün hinter der Anne-Frank-Grundschule in ihrer derzeitigen Größe mit ihrem Rundlaufweg als offiziellen Park auszuweisen, um sie damit für die BürgerInnen von Betzenhausen-Bischofslinde und die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Konkret wird vorgeschlagen, das Gelände, welches momentan einen weißen Fleck in der Stadtkarte darstellt, mit dem Namen »Naturnaher Park Obergrün« zu versehen und im Stadtplan zu kennzeichnen.

Das für die Lebensqualität im Stadtteil bedeutende Obergrün muss aus allen baulichen Nutzungsplänen gestrichen werden. Das Gewann Obergrün liegt südwestlich der Kinder- und Jugendeinrichtungen Anne-Frank-Grundschule, Kinderhaus Fang die Maus und dem Verein Bauernhoftiere für Stadtkinder e.V. und ist eine der letzten unverbauten und frei zugänglichen Grünflächen. Natürliche Erlebnisräume sind elementar für die kindliche Entwicklung und schwinden in allen Städten rasant. Das reizvolle Gewann stellt mit den Pleuger-Wiesen den letzten Rest des ländlichen Dreisamvorlandes in der Bischofslinde dar und ist eine grüne Insel zwischen dem Zubringer West und der dichten Bebauung. Zudem beherbergt das Obergrün seltene und geschützte Tierarten wie Zauneidechse und Gottesanbeterin.

Insgesamt ist das Gewann Obergrün nicht einfach nur eine Baulücke, sondern birgt ein hohes sozio-ökologisches Potential und ist für die pädagogische Arbeit von Bauernhoftiere für Stadtkinder e.V. und die Lebensqualität der BürgerInnen von Betzenhausen-Bischofslinde von großer Bedeutung. In Zeiten der  Klimaerwärmung kann der stark nachverdichtete Stadtteil Betzenhausen-Bischofslinde auf seine »grüne Lunge« am Ortsrand nicht verzichten!

Die Idee des »Naturnahen Parks Obergrün« stellt ein innovatives Projekt dar, welches der »Green-City« Freiburg wie auf den Leib geschneidert ist. Die Idee in Kürze: „„

  • Ein naturnaher Park mit ländlichem Charme, großem Artenreichtum und hohem Erholungswert, in dem Naturpädagogik und tiergestützte Pädagogik mit Landschaftspflege und Artenschutz verbunden werden.
  • Die halboffene Wiesenlandschaft wird für die Stadt und andere Eigentümer kostenneutral sowohl durch die Beweidung mit Ziegen und Schafen offengehalten als auch durch pädagogisch begleitete Landschaftspflegemaßnahmen gepflegt. „„
  • Sowohl ein wertvoller Erlebnisraum für Kinder und Erwachsene als auch ein artenreicher Lebensraum bleiben erhalten.
  • „Auf Schautafeln werden ökologische Zusammenhänge erläutert und Lebensräume im Obergrün beschrieben (Bedeutung der Beweidung, Lebensraum Feuchtbiotop, Bachlauf, Viehweide, Magere Flachlandmähwiese, Grasbrache, Gebüsche, Vorwaldstadien etc.). „„
  • Bänke und Mülleimer werden wieder aufgestellt (aktuell blieben eine Bank und ein privater, ehrenamtlich(!) geleerter Mülleimer stehen).

Es werden keinesfalls Pflanzungen oder die Anlage eines Parkes im normalen Sinne mit Rasen etc. gefordert. Der ländliche, wilde Charme des Geländes soll vielmehr innerhalb pädagogischer Projekte des Vereins Bauernhoftiere für Stadtkinder e.V. mit Kindern des Stadtteils erhalten und entwickelt werden. Es entstehen so gut wie keine Kosten für die Stadt Freiburg.

Auch die Anne-Frank-Grundschule, das Kinderhaus Fang die Maus und der St.-Albert-Kindergarten wollen den Naturnahen Park Obergrün.

Unterstützen auch Sie den Naturnahen Park Obergrün mit ihrer Unterschrift! Es wird Infostände jeweils an den Einkaufzentren Am Bischofskreuz (10.12.) und am Betzenhausener Torplatz (17.12.) geben. Kommen Sie vorbei, informieren Sie sich und setzen Sie Ihr Zeichen für den Naturnahen Park Obergrün. Setzen Sie sich ein für die Lebenqualität in Betzenhausen-Bischofslinde!

Cora Geigenbauer


Für weitere Infos siehe auch www.bauernhoftiere-fuer-stadtkinder.de .

Holz-Installationen auf dem Torplatz

Für 34 Jahre waren sie ein Erkennungsmerkmal für Betzenhausen: die grossen Holz-Skulpturen/Installationen auf dem Betzenhauser Torplatz. Mitte Oktober 2020 wurden sie bei der Neugestaltung des Platzes entfernt.

Kurz zum Hintergrund: der Torplatz war 1986 zentraler Eingangsbereich zur Landesgartenschau im Seepark. Die Holz-Kunstwerke wurde extra für die Gartenschau entworfen von Architekt Hans-Dieter Schaal aus Attenweiler und eigentlich sollte es nur eine temporäre Installation für den Zeitraum der Ausstellung sein. Doch sie blieben stehen und waren damit auch dem Zahn der Zeit ausgesetzt: das Holz verwitterte und wurde immer unansehnlicher. Bereits 10 Jahre nach der Ausstellung berichtete der Bürgerverein erstmals im Bürgerblättle über den kontinuierlichen Verfall.

Im Jahr 2020 wird der Betzenhauser Torplatz im Rahmen des ZAK (= Zentren-Aktivierungs-Konzept) neu gestaltet, wobei dann auch die Skulpturen ihr Ende gefunden haben. Der Künstler selbst hatte nichts dagegen: er hatte sich auf Nachfrage schon 2009 überrascht gezeigt, dass diese Konstruktionenen überhaupt noch stehen.

Gross und beeindruckend waren die Skulpturen, was sicher auch ein Grund war, warum Sie so lange stehen geblieben sind. Aber unspektakulär war dann doch das Ende: aufgrund der Holz-Imprägnierung mussten sie als Müll abtransportiert werden. Nur die Pergula bleibt übrig: sie steht auf dem Privat-Teil des Torplatzes, der nicht in die Umbaumaßnahmen einbezogen werden konnte.


Da die Holz-Skulpturen über die Jahre zu einem Erkennungsmerkmal von Betzenhausen geworden waren, hier einige Erinnerungs-Fotos (ein Dank an Helmut Schiemann, der die Bilder im Okt. 2020 kurz vor dem Abriss erstellt hat).

 

 

 


Auch waren die Holz-Installationen in den vergangenen Jahren mehrfach Titelbild in unserem Stadtteil-Magazins “Bürgerblättle”; deshalb hier auch ein kurzer Rückblick auf frühere Berichte.

Der Platz wird schon 1998 auf der Jahreshauptversammlung des Bürgervereins als “Sorgenkind” bezeichnet, da sich die großen Kunstobjekte in einem wenig attraktiven Zustand befänden. Im September des gleichen Jahres wurden einige schadhafte Stellen des Kunstwerks wurden von der Stadt ausgetauscht. Aber insgesamt werden die Kunstwerke als “trist und verwahrlost” empfunden, wie es auch die BZ berichtet. So kam die Idee auf, die Kunstwerke mit einem neuen Anstrich zu versehen. Allerdings ergab Rücksprache mit dem Künstler Dieter Schaal, dass dies nicht seinem Wunsch entspricht: eher sei der Verwitterungsprozess Bestandteil seiner Arbeit.


Beitrag im Bürgerblättle 168 (März / Juni 2004)

Zu unserem Titelbild: “Was wird aus dem “Schaal’schen Kunstwerk”?

Vor der Landesgartenschau 1986 hatten sich die Organisatoren und der damalige Bürgerbeirat überlegt, wie der Haupteingang zu diesem Freiburger Großereignis gestaltet werden könnte. Unmittelbar an der Stadtbahnhaltestelle gelegen wäre doch wohl ein Kunstwerk angebracht! Man entschied sich für den recht interessanten Entwurf des Ulmer Künstlers Hans- Dieter Schaal.

Der Künstler “versteht den südlichen Teil des Platzes (so berichtet der offizielle Landesgartenschauführer von 1986) zur Sundgauallee als Bühne vor einem Hintergrund aus großen Bäumen. Auf ihr werden die Grundformen für den Eingang zusammen mit einem keilförmigen Wandelement an einem spannungsvollen Ensemble von insgesamt 4 Torelementen arrangiert, das neugierig macht und einlädt, den Platz und das dahinter gelegene Seeparkgelände zu erkunden.”!

Einst war dies auch ein recht stattliches und ansehnliches Kunstwerk, das auch zu vielen eigenen Spekulationen und Erklärungen eingeladen hatte. Auch der Bürgerverein hatte sich dafür finanziell engagiert. Doch heute, und dies schon seit einigen Jahren, ist es eher zu einem Schandfleck geworden.

Seit Jahren steht der Bürgerverein in Kontakt mit der Stadt, doch außer einigen alles andere als schönen Sicherheitsausbesserungen, hat sich nichts geändert. Für eine Generalrenovation ist kein Geld locker zu machen. Was bleibt zu tun? Der Bürgerverein neigt nach vielen Gesprächen dazu, das gesamte Kunstwerk entfernen zu lassen. Die jüngsten Gespräche laufen darauf hinaus. Doch über das “Wie” und “Wieviel” von den gesamten Aufbauten entfernt werden soll, stehen noch viele Fragen offen. Wir wollen dazu aber im Gespräch bleiben, über Anrufe aus der Bevölkerung oder persönliche Ansprache würde sich der gesamte Vorstand freuen.


 

 

 

 

 

Gaskugel als Wahrzeichen in Betzenhausen

Bericht aus Bürgerblättle 166 (Okt. 2003): die Gaskugel war gleichzeitig Titelbild


Die Gaskugel – einst ein vieldiskutiertes Projekt – heute ein weithin sichtbares Wahrzeichen in Betzenhausen

Ob auf dem Zubringer – Mitte von der Autobahn kommend oder vom Schlossberg auf die Weststadt blickend, stets ist die gut 35 Meter hohe Gaskugel in Betzenhausen zwischen Dreisam und Mühlbach im Blickfeld: Ein gigantischer Baukörper, der durch seine geschmackvolle Art der Bemalung zugleich ein weithin sichtbarer Anzeiger der Himmelsrichtungen geworden ist.

Die Anfänge in den frühen Sechzigerjahren verliefen indessen nicht ganz reibungslos. Da gab es (wie heute bei allen etwas umstrittenen Bauprojekten) ein Tauziehen um ein geeignetes Gelände. Nachdem die damals noch selbstständige Gemeinde Lehen einen von der Stadtverwaltung vorgesehenen Standort auf ihrer Gemarkung abgelehnt hatte, entschied sich der Stadtrat einstimmig für das Gelände zwischen Dreisam und Mühlbach, obwohl dieses von der Stadt zum Landschaftsschutzgebiet erklärt worden war. Der Beschluss wurde aufgehoben! Angst machte sich jetzt, wir sind im Jahre 1963, im Freiburger Westen, ganz besonders in Betzenhausen breit.

Der Bürgerverein versuchte durch Eingaben, den Bau “dieses gasgefüllten Segenspenders”, der “wie ein apokalyptisches Ungetüm drohend auf Betzenhausen zukäme” (so berichteten 1963 die “Lokalnachrichten Freiburg West”), zu verhindern. “Doch”, so ein Zeitzeuge, “was sollte man dagegen tun?” In einer Frühjahrsausgabe 1963 “Ein Osterei für Betzenhausen” geißelte der Bürgerverein nochmals das städti-sche Vorhaben mit scharfen Worten und kündigte an diese Planung in den zuständigen Gremien, bis hin zum Bundes-gesundheitsamt, zu verhindern. Man muss die Kritik aus der damaligen Zeit heraus verstehen. Die Kriegsjahre lagen nicht so lange zurück, der “Kalte Krieg” mit gegenseitigen Bedrohungen war allgegenwärtig. Musste nicht mit Eskalationen gerechnet werden, vielleicht gar mit einer Bombe auf ein so exponiertes Gebäude? – All diese Befürchtungen haben sich bis heute glücklicherweise nicht bestätigt. Die Gaskugel wurde 1964 fertiggestellt.

Sie dient seit der 1972 erfolgten Umstellung auf Erdgas mit ihrem geometrischen Fassungsvermögen von 20 000 Kubikmetern bei einem Betriebsdruck von 7 bar (ein Auto fährt mit 2 bar Reifendruck) als Speicher für 140 000 Kubikmeter Gas. Ursprünglich war die Kugel mit Stadtgas gefüllt, das aggressive Bestandteile von Cyan enthielt. Für das weniger Korrosionsneigung zeigende Erdgas gelten andere Sicherheitsvorschriften. Mit 7 bis 7,2 bar, so versicherten “FEW” und heute “Badenova”, wird das Druckpotenzial der Betzenhausener Kugel nicht völlig ausgenutzt. Eine 1996 erfolgte gründliche Revision ergab außerdem, dass die Gaskugel sich noch immer in einem hervorragenden Zustand befand. Dennoch wurde damals peinlichst genau geprüft und in leerem Zustand ein durch “einschlägige technische Regeln definierter Sicherheits- Check” durchgeführt. Insbesondere die Schweißnähte in der 34 Meter durchmessenden Stahlkugel wurden auf Haarrisse im Mantel untersucht. Stets wurde deutlich, die Gaskugel befindet sich in einem erstklassigen Zustand.

Die Erdgasmenge in der Kugel ist nicht, wie oft angenommen, als Wintervorrat gedacht. Sie hat vor allem die Aufgabe, den sehr schwankenden Gasabsatz zwischen Tag und Nacht auszugleichen. Der nachts aus Leitungen im Rheintal aufgefüllte Vorrat dient dazu, für einen gleichmäßigen Bezug aus dem überregionalen Versorgungsnetz zu sorgen. Die Badenova kann durch den ausgeglichenen Bezug (ohne Höhen in Spitzenzeiten) jährlich etwa 2 Millionen Euro sparen! Das Erdgas kommt über Hochdruckleitungen (ca. 67 bar!) über das Rheintal nach Freiburg. In Betzenhausen wird das Gas auf 16 bar “entspannt”. Bei den Häusern kommt das Gas mit einem Niederdruck von 35 Millibar an. Die inzwischen 39 Jahre alte Gaskugel in Betzenhausen hat beim Betriebsgelände der Badenova in der Tullastraße noch eine kleine Schwester mit 15 000 Kubikmeter Volumen.

Harald Albiker


Nachtrag 2020: inzwischen hat die Gaskugel ausgedient und der Bürgerverein engagiert sich für den Erhalt; siehe: www.betzenhausen-bischofslinde.de/gaskugel/

 

 

Wetterhexen und Ammonshörner

Bericht in Ausgabe 164 des Bürgerblättle (März 2003)


Hohe Zeit der Wetterhexen und Ammonshörner. Jahrelange Kooperation der beiden Zünfte aus Betzenhausen und Lehen.

Unser Titelbild im Bürgerblättle zeigt die Masken der beiden noch recht jungen Narrenzünfte aus Betzenhausen und Lehen. Die Wetterhexen, 1988 gegründet und ursprünglich im Gasthaus “Zur Armbrust” im Freiburger Osten beheimatet, entstanden aus der Initiative von acht Gründungsmitgliedern. Die ersten Zunftvögte waren Manfred Hirth und Karl-Heinz Schillinger. Auf Vorschlag von Guido Hilberer wählte man den passende Namen Wetterhexen. Das “Häs” wurde gemeinsam gefunden und Schnitzer Rieder aus Kenzingen als Maskenschnitzer gewonnen. Die Farben Rot, Ocker und Schwarz stehen für die Sonne, den Blitz und die Gewitterwolken. Am 3. September 1988 konnte das erste Häs bei einem Sommerfest vorgestellt werden. Die eingängigen Verse “Hagel, Blitz und Donnerschlag, d’Wetterhexi am liebschde mag” wurden als Hexenruf rasch bekannt.

Am Schmutzige Dunnschdig 1989 konnte die erste Fasnet-ausgrabung stattfinden. Man beteiligte sich auch an der Freiburger “Stroßefasnet”, dem Rosenmontagsumzug und beerdigte die Fasnet am FasnettZischdig unter lautem Geheule und Schluchzen. Sehr eindrucksvoll gestaltet sich bei der Fasnetausgrabung stets der Hexentanz zur Nachtzeit unter unheimlicher Beleuchtung. Heimisch in Betzenhausen wurden die Wetterhexen durch die Wahl der Eintrachtgaststätte als Zunftlokal. Unmittelbar daneben findet auch die jeweilige Fasnetausgrabung und Beerdigung statt. Beim Umzug zur Fasnetausgrabung und dem Narrenbaumstellen jeweils am “Schmutzige Dunnschdig” ist stets eine größere Abordnung der Lehener Ammonshörner dabei. In den letzten Jahren wirkten immer einige Musiker der Guggemusik der Ammonshömer mit.

Die Ammonhörner aus Lehen durften 1999, gerade mal 1 Jahre alt, das Protektorat der 99iger Fasnet ausrichten. Dies war ein schöner Achtungserfolg, da für das Protektorat meist Zünfte mit einer höheren Jubiläumszahl ausgewählt werden. Mit einigem Stolz hatten sich damals Zunftvogt Arno Disch und Zeremonienmeister Matthias Gerber über das frühzeitige Protektorat gefreut. Das große Fest hatte allerdings auch sehr viel Arbeit bedeutet. Dazu gehörten Ehrengaben, eine schön gestaltete Festschrift und natürlich die Ausrichtung der Großveranstaltung in der Bundschuhhalle. Große Verdienste hatte sich damals (und bis heute) das älteste Gründungsmitglied Bärbel Gloderer erworben.

In diesem Jahr (2002) ist der Fasnetfreitag wieder der erste Höhepunkt. Nachmittags ab 14 Uhr laden die Ammonshömer zum großen Kinderball mit Kostümprämierung ein. Anschließend wird der Nanenbaum auf dem Bundschuhplatz aufgestellt. Natürlich sind hier sehr aktiv auch die benachbarten Wetterhexen aus Betzenhausen mit dabei und zeigen ihren großen Hexentanz. Dieser Abend hat sieh in Lehen zu einem gut besuchten Narrentreffen für Zünfte aus der weiteren Umgebung mit der Lehener Bevölkerung entwickelt. Natürlich gibt’s auch für die erwachsenen Narren noch einen großen Kostümball in der Bundschuhhalle.

Harald Albiker


Stand 2020 sind die Wetterhexen regelmäßig mit ihrem Hexentanz auf dem Betzenhauser Torplatz zu finden: und auch immer noch mit Unterstützung der Ammonhörner aus Lehen (das Bürgerblättle berichtet fast jedes mal darüber und ein passenden Fassnet-Thema war auch noch mehrmals Titelbild).

50 Jahre Sportbund Sonnland

Bericht im Bürgerblättle 162 (Oktober 2002) zu 50 Jahre Sportbund Sonnland:


Die Sport-, Freizeit und Campinganlage ist heute ein Kleinod in Betzenhausen

Mittelpunkt des Vereinslebens beim Sportbund Sonnland ist der in vielen Jahren geschaffene und stets verschönerte Freizeit – und Sportpark. Der 1952 auf Betzenhauser Gelände nahe der Gaskugel im Gewann Fischermatten gegründete Verein mit 1100 Mitgliedern ist aus der traditionellen Freikörperkultur (FKK) – Bewegung entstanden. Neben Freiburg und der Umgebung kommen auch viele Mitglieder aus Frankreich und der Schweiz. Sonnland gehört von Beginn an dem Deutschen Verband für Freikörperkultur e.V. (DFK) – einem Verband für Familien- Breitensport und Naturismus im Deutschen Sportbund an.

Die Zugehörigkeit des Sportbunds Sonnland zu den Fachverbänden Badischer Turnerbund, Tischtennis- und Volleyballverband zeigt die große sportliche Bandbreite. Auf dem rund 4 ha großen Freizeit- und Sportpark mit einem von Mai bis Oktober beheizten 25-Meter- Schwimmbecken befinden sich elf weitere verschiedenartige Sportfelder sowie eine sechs Platten umfassende Tischtennisanlage. Das sportliche Angebot ist groß und vielseitig. Amateure und Profis, Senioren und Jugendliche, Mitglieder und Gäste treiben intensiv Breiten- und Leistungssport….


Der gesamte Beitrag aus Bürgerblättle 162 (Oktober 2002) ist hier als PDF hinterlegt.