Baugebiet Obergrün

Aktueller Stand und Zusammenfassung:

Im Okt. 2021 hatte sich eine Interessengemeinschaft “IG Obergrün” gegründet, die den naturnahen Park Obergrün als Gesamtes erhalten möchte und sich damit klar gegen eine Bebauung ausspricht (www.igobergruen.de). Eine Unterschriften-Sammlung Anfang 2022 ergab über 2.600 Stimmen gegen die Bebauung; die Liste wurde im Juni 2022 an OB Horn und Baubürgermeister Haag übergeben.

Ein Bericht zum Stand Mai 2021 ist in der Badischen Zeitung vom 22.5.2021 zu finden (evtl. mit Einschränkungen beim Zugriff).

Im Frühjahr 2020 wurde ein Entwurf vorgelegt, der nochmals eine höhere Bebauung vorsieht als zuvor. Jetzt sind es 43 Wohneinheiten, aufgeteilt auf 26 Reihenhäuser und 3 Mehrfamilienhäuser. Geförderten Wohnungsbau soll es auf 20% des Baulandes geben.  Dazu 55 Tiefgaragenplätzen und 14 oberirdische Stellplätze. Die Abstände zu Nachbarbauten und Grundstücken sind bei dieser Bebauung weiterhin gering.

Der Bürgerverein hatte im Juni die Möglichkeit im Bauausschuss Stellung zu nehmen. Unsere Bedenken konnten nicht überzeugen: weder den Bauausschuss, noch den Gemeinderat, der Ende Juni dem Entwurf fast einstimmig zugestimmte.

Im Herbst wurde ein Geruchsgutachten erstellt,  um einen sinnvollen Abstand zwischen Wohnhäusern und dem angrenzenden Verein “Bauerhof für Tiere” zu ermitteln. Offensichtlich mit dem Ergebnis, dass eine Häuserzeile wegfallen müsste. Jetzt kommt von der Stadt bzw. Mitgliedern des Gemeindesrates aber die Idee, stattdessen das Gelände des Vereins umzusiedeln. Dagegen sprechen viele Gründe; wir betrachten dies aktuell also nicht als eine sinnvolle Lösung.

Der Verein Bauerhof für Tiere hat alle Fraktionen des Gemeinderates eingeladen, sich die Situation vorort erläutern zu lassen. Wir unterstützen dieser Vorgehen ausdrücklich und gehen davon aus, das ein Kompromiss gefunden werden kann. Es gibt auch erste Fraktions-Vetreter, die der Einladung gefolgt sind. Einen ausführlichen Bericht vom Verein Bauerhof für Tiere zur Situation gibt es auch im Bürgerblättle 264 vom Dez. 2020.

Überhaupt fragen wir uns, ob sich für dieses kleine Baugebiet nicht ein Baustil empfehlen würde, der zum ländlich anmutenden Park passt. Vielleicht sogar mit Menschen, die gern in einem Umfeld mit Tieren wohnen würden. Also einfach mal etwas Besonderes versuchen, statt 08.15-Bauweise. Bauen mit Holz könnte dabei doch z.B. ein Ansatz sein.


Bebauungsplan „Obergrün“, Plan-Nr. 5-112 (Betzenhausen-Bischofslinde)

Im Dezember 2015 hatte der Gemeinderat die Aufstellung des Bebauungsplans Obergrün im Stadtteil Betzenhausen beschlossen (Plan-Nr. 5-112). Vorgesehen war eine aufgelockerte Bebauung entsprechend dem bisherigen Umfeld (Entwürfe mit max. 26 Wohneinheiten). Anfang 2019 konnte sich die Treubau mit den Eigentümerinnen und Eigentümern über eine mögliche Entwicklung des Areals einigen.

Ein Entwurf im Frühjahr 2019 enhielt dann 35 Reihenhäuser (also weit mehr als in den anfänglichen Überlegungen 2015) und durchgängige Tiefgarage. Der Entwurf folgt damit einer Linie, die offensichtlich vom Bauausschuss vorgegeben wurde. Siehe auch Pressemitteilung der Stadt Freiburg vom 9.4.2019. Hier ein Link auf die zugehörigen Bebauungspläne im Verfahren Obergrün.

Vom 15. April bis 17. Mai 2019 war der vorläufige städtebauliche Entwurf im technischeen Rathaus zur Einsicht ausgelegt. Mehrere Anwohner haben die Möglichkeit genutzt, um ihre Einwendungen zur formulieren.

Das Baugebiet liegt in direkter Nachbarschaft zum Verein „Bauernhoftiere für Stadtkinder“: gedacht ist an einen Abstand von fünf bis neun Metern plus Gartenzone.

Heutige Anwohner beklagen u.a. die stark erhöhte Baudichte, die zu erwartene Verkehrssituation, die unmittelbare Nähe zur Tiefgaragen-Einfahrt und gleichzeitig fehlende Besucherparkplätze.

Das Baugebiet führt nach heutiger Planung auch zu einer Änderung vorhandener Rad- und Gehwege.

Im Sommer 2020 dann ein Entwurf, bei dem kritische Punkte leicht geändert wurden und eine neue Aufteilung gefunden wurde: jetzt sind es 26 Reihenhäuser und 3 Mehrfamilienhäuser. Geförderten Wohnungsbau soll es auf 20% des Baulandes geben. Die Begeisterung der Anwohner hielt sich sehr in Grenzen. Der Bürgerverein konnte eine kritische Stellungnahmen vor dem Bauausschuss abgeben; aber wohl wenig bewirken.

Wir werden versuchen, kritsche Punkte in die weiteren Diskussionen mit der Stadt einzubringen.


Zusammenfassung der Entwicklung seit Anfang 2019

Stand Juni 2019: Stellungnahme Bürgerverein

Auch die AG Bauen des Bürgervereins hat sich mit dem Baugebiet beschäftigt. Wir wollen nicht bezweifeln, dass eine Bebauung von Obergrün in Abwägung mit dem dringenden Bedarf an Wohnraum in Freiburg vertretbar ist. Wir sehen aber eine Reihe kritischer Punkte, die sich vor allem aus der geplanten Dichte der Bebauung ergeben. Hier eine Zusammenfassung der Stellungnahme, die wir gegenüber dem Stadtplanungsamt abgegeben haben.

Ausgangslage und mögliche Beeinträchtigungen

Das Gewann Obergrün ist ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Bürgerinnen und Bürger von Betzenhausen-Bischofslinde. Es ist insbesonders wegen seiner landschaftlichen Vielfalt und des ländlichen Charakters sehr beliebt (Wiesen, Weiden, Hecken, verschiedene Einzelbäume, Mühlbach, Tiere). Das Gebiet ist sehr artenreich (eine Auflistung ist in unserer Stellungnahme enthalten). Es ist damit ideal geeignet um Kindern die Themen Artenvielfalt und Naturschutz mitten in der Stadt nahezubringen. Dafür spricht auch die Nähe zur Anne Frank Schule.

Das Baugebiet liegt in direkter Nachbarschaft zum Verein „Bauernhoftiere für Stadtkinder“, der die bisherigen Fläche schonend beweidet u. a. mit Ziegen und Schafen. Für den Verein geht wertvolles Weideland ohne adäquaten Ersatz verloren.

Für die direkten Anwohner kritisch sind Zufahrt zur Tiefgarage, Organisation der Müllabführ und auch die Anzahl geeigneter Standorte von Besucherstellplätzen. Wir haben auch Zweifel, dass die Thannhauser Str. das weitere Verkehrsaufkommen tragen kann.

Angemessene Bebauung

Im heutigen Entwurf sind 35 Reihenhäuser vorgesehen, also weit mehr als in den anfänglichen Überlegungen aus dem Jahr 2015: damals gab es 3 Entwürfe zwischen 20 und max. 26 Wohneinheiten. Eine Dichte von 35 Wohneinheiten auf der kleinen Fläche stellt einen Fremdkörper dar, der sich nicht in das umgebende Gebiet einfügt, das einen insgesamt ländlichen Charakter hat, Bebauung mit Satteldächern etc.

Die Dichte erfordert offensichtlich eine Tiefgarage mit einer kritischer Einfahrt, fehlenden sonstigen Parkmöglichkeiten u.a. Es werden also den bisherigen Anwohnern unverhältnismäßige Beeinträchtigungen zugemutet. Durch die hohe Dichte sind auch die Abstände zu den Nachbargrundstücken durchweg zu gering: sowohl zur bisherigen Wohnbebauung, als auch gegenüber Bauernhoftiere für Stadtkinder mit den spezifischen Aktivitäten sowie Tiergerüchen und -geräuschen.

Alternativentwurf

Da sich kritische Punkte vor allem aus der hohen Dichter ergeben, erscheint der Planaufstellungsbeschluss aus dem Jahr 2015 weit angemessener als der heutige Ansatz.

Zusätzlich hat die AG Bauen des Bürgervereins eine Kompromisslösung auf Basis des aktuellen städtebauliche Entwurf vorgelegt: die Alternative enthält eine Bebauung des Gebiets mit 27 anstelle der diskutieren 35 Wohneinheiten. Eine aufgelockerte Bebauung ermöglicht oberirdische Stellplätze und gemeinschaftliche Anlagen wie allgemeine Freiflächen, Mülleimer etc., die dann nicht mehr an den Rand zu den Nachbarn gedrängt werden müssten, sondern innerhalb des geplanten Baugebiets Platz fänden. Sogar vorhandener Baumbestand könnte  erhalten bleiben.


Hier eine Anfrage zum Baugebiet durch “Freiburg Lebenswert” am 4.7.2019 bei Oberbürgermeister Horn: Anfrage Obergrün


Stand Juli 2019: Informationsveranstaltung organisiert vom Stadtplanungsamt

Die Veranstaltungen am 22. Juli 2019 im Margarethe-Ruckmich-Haus mit über 100 Teilnehmern sehr gut besucht (19:00 bis 21:00). Aus Seite des Stadplangsamtes anwesend waren Herr Jerusalem und Herr Fabian, sowie weitere Sachbearbeiter. Mit der Info-Veranstaltung wollte das Amt über den aktuellen Verfahrensstand informieren, obwohl eine solche öffentliche Veranstaltung im beschleunigten Verfahren eigentlich nicht notwendig gewesen wäre: zeigt aber nach Worten von Herrn Jerusalem die Bereitschaft, über die weitere Schritte im Dialog zu bleiben.

Das Projekt wurde von Herrn Fabian in den bisherigen Planungen vorgestellt. Auch mit den Varianten aus 2015. Die höhere Dichte ist nach Worten von Herrn Jerusalem auf zwei Punkte zurück zu führen: zum einen war anfangs auch das Gelände der heutigen Gärtnerei eingeschlossen, zum anderen gab es zwischenzeitlich einen Beschluss im Bauausschuss, der in Anbetracht der Freiburger Wohnsituation eine höhere Dichte forderte . Die Treubau habe unter diesen Umständen versucht, einen dazu passenden Entwurf zu erstellen (z.B. mit Tiefgarage, die 2015 noch nicht vorgesehen war).

Die beteiligten Nachbarn/Anwohner konnten ihre Ansichten vorbringen (etwa die Themen, die auch oben erwähnt sind). Teilweise wurde es eine durchaus emotionale Diskussion. Anwalt Werner stellte sich vor als Vertreter einer Anwohnergemeinschaft. Als klare Linie war zu erkennen: die Entwürfe von 2015 würden Zustimmung finden; der heutige Entwurf findet unter den Anwesenden nur Ablehnung. Diese Nachricht sollte auch bei den Vertretern des Stadtplanungsamtes angekommen sein. Herr Jerusalem versprach, über die weitere Schritte zu informieren.

Ansprechpartner im Stadtplanungsamt ist Herr Fabian: E-Mail: stadtplanungsamt@stadt.freiburg.de, Tel. 0761/201-4150, www.freiburg.de/stadtplanung

Bedauerlicherweise war vom Bauausschuss niemand anwesend: nach unseren Kenntnissen hatten z.B. Frau Buchen und Herrn Friebis vor einigen Monaten für die stärkere Verdichtung  votiert. Wäre also gut, sie würden sich auch einwenig mit den Konsequenzen beschäftigen.


Stand Dezember 2019: OB vor Ort

Die Pläne werden aktuell überarbeitet und in unterschiedlichen Varianten dem Bauausschuß bzw. Gemeinderat neu zur Diskussion vorgelegt. OB Horn ließ erkennen, dass die kritisierte dichte Bebauung auf eine Initiative im früheren Bauausschuß zurück ging (also nicht aus der Verwaltung kam und auch dort kritisch gesehen werde).  Ausserdem würden aktuell die letzten Gutachten erstellt, die dann Basis sein sollen für die weitere Bewertung und Anzahl möglicher Wohneinheiten.


Juni 2020: Sitzungen Bauausschuss und Gemeinderat

Alle, die gehofft hatten, dass es bei dem Konzept vielleicht doch noch Änderungen in gewünschter Richtung geben könnte, wurden inzwischen enttäuscht. Es gibt neue Pläne, die laut Stadt auch auf Eingaben der Anwohner eingehen würden (z.B. leicht zurückgezogene und überdachte Tiefgarageneinfahrt, ein Privatweg, auf dem evtl. ein Durchgang “möglich sein könnte” …), grundlegend hat sich aber an der Dichte nichts geändert. Es hat sich die Situation eher noch verschäft, denn der aktuelle Entwurf besteht jetzt aus 43 Wohneinheiten, aufgeteilt auf 26 Reihenhäuser und 3 Mehrfamilienhäuser. Geförderten Wohnungsbau soll es auf 20% des Baulandes geben.  Dazu 55 Tiefgaragenplätzen und 14 oberirdische Stellplätze. Die Abstände zu Nachbarbauten und Grundstücken sind bei dieser Bebauung weiterhin gering.

Der Bürgerverein hatte im Juni die Möglichkeit im Bauausschuss Stellung zu nehmen zur Bebauung. Leider konnte sich niemand im Bauausschuss unseren Bedenken anschliessen: Dichte und Tiefgarage entsprechen nach Ansicht der Mitglieder den heutigen Erfordernissen in Anbetracht der Wohnungssitution. Ende Juni hat dann auch der Gemeinderat dem Entwurf fast einstimmig zugestimmt: lediglich Herr Winkler von Freiburg Lebenswert zeigte Verständnis für die Argumente der Anwohner und des Bürgervereins und hat dies auch im Gemeinderat so vorgetragen. Seine wichtigsten Punkte sind auch im Amtsblatt vom 3. Juli als Fraktionsbeitrag von Freiburg Lebenswert nachzulesen. Für diese Unterstützung möchten wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken!

Die politischen Gremien haben klar entschieden, bleibt also die Frage, wie es weiter geht, denn im Jahr 2021 soll Realisierung erfolgen. Einer der nächsten Schritte ist die Offenlage zum aktuellen Entwurf. Die wird vermutlich Anfang 2021 sein und wir werden auch darauf hinweisen. Dann sind wieder Eingaben von Bürger*innnen möglich.

Zur Info hier zusätzlich auch noch Hinweis auf den zugehörigen Bericht der Badischen Zeitung vom 3. Juli 2020 (evtl. mit Einschränkungen beim Zugriff).

Nov. 2020: Geruchsgutachten und Abstand

Inzwischen wurde ein Geruchsgutachten erstellt,  um einen sinnvollen Abstand zwischen Wohnhäusern und dem angrenzenden Verein “Bauerhof für Tiere” zu ermitteln. Offensichtlich mit dem Ergebnis, dass eine Häuserzeile wegfallen müsste. Jetzt kommt von der Stadt bzw. Mitgliedern des Gemeindesrates aber die Idee, stattdessen das Gelände des Vereins umzusiedeln. Dagegen sprechen viele Gründe; wir betrachten dies aktuell also nicht als eine sinnvolle Lösung.

Der Verein Bauerhof für Tiere hat alle Fraktionen des Gemeinderates eingeladen, sich die Situation vorort erläutern zu lassen. Wir unterstützen dieser Vorgehen ausdrücklich und gehen davon aus, das ein Kompromiss gefunden werden kann. Es gibt auch erste Fraktions-Vetreter, die der Einladung gefolgt sind. Einen ausführlichen Bericht vom Verein Bauerhof für Tiere zur Situation gibt es auch im Bürgerblättle 264 vom Dez. 2020.

Mai 2021: Bauernhoftiere in Freiburg werden von Neubauten bedrängt

Hier ein Bericht zum aktuellen Stand in der Badischen Zeitung. (evtl. mit Einschränkungen beim Zugriff).

Okt. 2021: Gründung der IG Obergrün

Jetzt hat sich eine Interessengemeinschaft gegründet, die den naturnahen Park Obergrün als Gesamtes erhalten möchte und sich damit klar gegen eine Bebauung ausspricht (www.igobergruen.de). In der Dez. 2021 Ausgabe des Bürgerblättle haben die IG Obergrün vorgestellt; siehe Bericht.

Übergabe Unterschriftenliste

Anfang 2022 begann die IG Obergrün, Unterschriften zu sammeln gegen die Bebauung; die Liste mit über 2600 Unterschriften wurde im Juni 2022 an OB Horn und Baubürgermeister Haag übergeben. Die Badische Zeitung berichtete am 25.6.2022 darüber unter dem Titel Wenig Chancen für Obergrün (ggf. mit eingeschränktem Zugriff).


Störche Beringung 2022

Ein besonderes Interesse von Besuchern unserer Storchen-WebCam ist jedes Jahr wieder der Zeitpunkt, in dem die Jungstörche ihre Ringe erhalten. Allerdings findet das häufig recht spontan statt: z.B. abhängig vom Wetter. Und es sind ja glücklicherweise inzwischen auch viele Nester im Breisgau zu versorgen. Dann logischerweise auch noch in etwa gleichem Zeitraum.

Deshalb haben wir uns in diesem Jahr (2022) entschlossen, die Beringung selbst mitzuschneiden und daraus ein YouTube-Video  zu erstellen (gut 7 Minuten). Zwei Jungstörche sind 2022 bei uns im Nest und am 15. Juni wurden die Ringe angebracht.

Im Video selbst haben wir keine Erklärungen hinterlegt; dehalb hier kurze Hinweise zu einzelnen Szenen:

  • Es war ein sehr heißer Juni-Tag in Freiburg: das ist auch in den ersten Aufnahmen schon zu spüren.
  • Der Alt-Storch verlässt sofort das Nest, als unser Kollege aus dem Storchenteam auf das Dach steigt und dabei zuerst die Dachluke öffnet. Danach sieht man den Alt-Storch immer wieder um das Nest kreisen.
  • Als unser Storchen-Betreuer am Nest ist, sehen natürlich auch die Jungstörche darin eine Gefahr und nehmen Abwehrhaltung ein.
  • Dann kommt ein größeres Tuch in Spiel: es wirkt wie eine Schutzwand und unser Betreuer kommt aus dem Sichtfeld. Das Tuch bietet den Jungstörchen also die Möglichkeit, in Deckung zu gehen. Das Angebot wird im Normalfall auch gern angenommen: So kann alles in Ruhe weitergehen.
  • Die Störche erhalten ihren Ring in diesem Jahr am rechten Bein: Man wechselt das Bein abhängig von gerader/ungerader Jahreszahl.
  • Am Ende bleiben die Jungstörche auch ohne Decke noch einige Zeit ruhig liegen. Der Alt-Storch kehrt zurück und kümmert sich natürlich um sie.
  • Die Dusche mit einer Ladung Wasser als Abschluss für diesen besonderen Sommertag mussten wir einfach noch aufnehmen in den Film.

Leider hatten wir auch in diesem Jahr ein Problem mit dem Ton unserer Kamera, den wir nicht an den WebServer übertragen konnten: deshalb auch kein Ton im Video (aber die Bilder dürften ja ohnehin auch für sich sprechen).

Sicher ist als Besonderheit in diesem Jahr aufgefallen, dass noch ein Ei im Nest liegt. Üblicherweise wird ein Ei, das nicht ausgebrütet werden konnte, auch recht bald von den Storch-Eltern entsorgt. Das haben unsere beiden wohl vergessen.


Weitere Hintergründe

Die Jungstörche auf der St.Thomas Kirche werden jedes Jahr beringt (möglichst im Alter zwischen 4 bis 6 Wochen). Diese wichtige Aufgabe in luftiger Höhe übernimmt in vielen Fällen Gustav Bickel, Vorsitzender des Vereins Weissstorch Breisgau e.V. und langjähriger Betreuer zahlreicher Stochenpaare am Tuniberg und in der March.

Der leichte Kunststoffring (ELSA-Ring) wird am Bein befestigt und ist mit einer individuellen Nummer versehen, mit deren Hilfe die Störche schon mit einem Blick durchs Fernglas oder Spektiv identifiziert werden können. Der Ring stört die Tiere nach heutigen Erkenntnissen in keiner Weise, hilft aber bei Forschungsarbeiten: so lässt sich z.B. nachvollziehen wo und mit welchem Partner die Störche brüten, wann sie ihre Reise nach Afrika antreten oder zurückkommen. Alle relevanten Beobachtungsdaten für Störche in Süd-Deutschland werden vom Max-Planck-Institut (MPI) für Verhaltensbiologie in Radolfzell gesammelt (Weitergabe ist eine Aufgabe von Storchen-Betreuern).

Mit dem heute verwendeten ELSA-Ring, der auch im Video gut zu sehen ist, werden Störche in Deutschland seid 2003 beringt. ELSA steht für “European Laser Signed Advanced”. Die Kunststoffringe sind schwarz mit weißer Schrift (laserbeschichtet) und tragen mehrfach einen Code aus Buchstaben und Ziffern. Der Code läst sich mit einem Teleskop bis auf etwa 200 Meter Entfernung ablesen.

Die WebCam auf dem Turm der St. Thomas Kirche in Freiburg-Betzenhausen ist normalerweise aktiv von März bis August eines Jahres.

Schon im Jahr 1827 wurde ein Storchen-Nest auf dem Turm der St. Thomas Kirche in Betzenhausen dokumentiert. Heute betreut der Bürgerverein ehrenamtlich das Nest und betreibt die WebCam. Auf unserer Homepage finden Sie viele weitere Hintergrund-Informationen.

Storchenkamera/WebCam online

Störche auf dem Turm der St. Thomas Kirche in Freiburg-Betzenhausen live erleben!

Update 29. Juli: Inzwischen ist das Nest häufig leer, denn auch die Jungstörche sind viel unterwegs. Im Laufe des August geht es dann wohl für alle wieder in Richtung Süden: Guten Flug wünschen wir natürlich schon mal! Unsere WebCam werden wir Mitte August in den “Winterschlaf” schicken: herzlichen Dank an alle, die in diesem Jahr wieder dabei waren.

Kleiner Rückblick: Erst Ende Februar wurde das Nest besetzt und es gibt eine neue Partnerin. Sie trägt einen Ring und deshalb wissen wir, dass sie 2016 in Freiburg-Gundelfingen aufgewachsen ist und dass sie auch in den vergangenen Jahren schon hier in der Gegend war (z.B. mit Brut in Munzingen). Aus vier Eiern sind ab Anfang Mai drei Küken geschlüpft. Leider wurde der schwächste Jungstorch Ende Mai von den Storch-Eltern aus dem Nest gestossen: Man gab ihm wohl keine Überlebens-Chance. In der Pfege-Station von “Weißstorch Breisgau” hat er sich dann aber gut erholt.

Haufig gestellte Fragen (FAQ): siehe Hinweise weiter unten (Nachtaufnahmen, Ring, Störche und Gaskugel …). Nachfolgend das Bild der WebCam:


Der Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde arbeitet ehrenamtlich um das Nest der Weißstörche auf der St. Thomas Kirche instandzuhalten und die Kamera zu betreiben. Wir freuen uns natürlich über jede Unterstützung, nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf über E-mail: storch@betzenhausen-bischofslinde.de . Wir bitten aber Verständnis dafür, dass wir nicht auf jede E-Mail individuell antworten können.

Natürlich freuen wir uns auch über Spenden, um die laufenden Kosten zu decken (Bankverbindung IBAN DE02 6809 0000 0005 4186 07, Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde). Bitte mit Verwendungszweck „Storchennest“ versehen. Herzlichen Dank! Bis auf Weiteres siehe nachfolgenden Hinweis…

Durch Ihre Spenden haben Sie den Betrieb der WebCam in den vergangenen Jahren unterstützt. Herzlichen Dank dafür!
Aufgrund der aktuellen Lage in der Ukraine möchte auch der Bürgerverein die notleidenden Menschen dort finanziell unterstützen. Sie helfen uns dabei, wenn Sie das nachfolgende Sonderkonto für eine Spende verwenden (als Alternative zur zweckgebundenen Spende für Störche): Konto  IBAN DE77 6809 0000 005 4186 15 BIC: GENODE61FR1
Das Geld wird an Freiburgs Hilfe für die Partnerstadt Lviv (Lemberg) weitergeleitet. Der Betrieb der WebCam bleibt gesichert und wird vom Bürgerverein getragen.

Technische Anmerkungen

Es kann einen Moment dauern, bis das Bild aufgebaut wird. Auch wenn sehr viele Besucher gleichzeitig schauen wollen, kann es sein, dass der Aufruf mal nicht gleich klappt. In diesem Fall bitten wir um etwas Geduld (also einfach etwas später noch einmal versuchen). Aus gleichem Grunde auch die Bitte, diese Seite mit unserem Storchen-TV nach angemessener Zeit wieder zu verlassen: damit auch viele andere ihre Freude daran haben.


Häufig gestellte Fragen

Nachtaufnahmen: der Restlicht-Verstärker in unserer Kamera ermöglicht ein gutes Bild sogar bei Dunkelheit (das Nest wird also keinesfalls beleuchtet, auch wenn es fast so scheint).

Ring: Der leichte Kunststoffring am Bein trägt eine individuelle Nummer; Störche können so über Fernglas oder Spektiv identifiziert werden. Der Ring ist stört die Tiere nach heutigem Stand der Kenntnisse nicht, hilft aber bei Forschungsarbeiten. Weil die Beringung selbst auch immer wieder nachgefragt wird, haben wir ein kleines Video aus WebCam-Mitschnitten erstellt (siehe Beitrag Störche Beringung 2022)

Warum haben alle Küken den Ring am gleichen Bein? Im Normalfall erhalten die Jungstörche den Ring im Alter von 4 bis 6 Wochen. Üblich ist es, in geraden Jahren den rechten Fuß zu nehmen, in ungeraden den linken.

Warum haben Störche manchmal weisse Beine? Sie besitzen keine Schweißdrüsen, können also nicht schwitzen, nur einwenig hecheln. Wenn es zu heiß wird, bespritzen sie zusätzlich ihr Beine mit nassem Kot (das bringt Verdunstungskälte und verbleibt als “Sonnencreme”).

Was ist zu sehen? Das Storchennest natürlich. Dahinter Häuser und Straßen von Alt-Betzenhausen; am Horizont ist es natürlich der Schwarzwald. Rechts die Hochhäuser gehören zum Nachbarstadtteil Weingarten. Die linke Seite zeigt in Richtung der Freiburger Innenstadt.

Müll im Nest? Ja, auch das kommt leider vor, insbesondere auch Plastikabfälle (z.B. Mülltüten, in Corona-Zeit auch Masken). Aber glücklicherweise haben es die Störche bisher nur zum Nestausbau verwendet und glücklicherweise hat sich der Abfall fast immer selbst wieder davon gemacht. Ab Brutzeit bis zum Beringen können wir ohnehin nicht hoch um Dinge zu entfernen.

Kein Ton? Wir haben 2021 eine neue Kamera installiert, aber leider keine Ton-Übertragung hinbekommen (wir hoffen, im nächste Jahr klappt das dann auch noch).

Störche und Gaskugel: was hat das miteinander zu tun? Gute Frage, ist ja auch ungewöhnlich. Deshalb haben wir die Antwort in einem eigenen Beitrag zusammengefasst.

Noch mehr Fragen? Eine schöne Zusammenstellung von Häufig gestellten Weißstorch-Fragen gibt es beim Michael-Otto-Institut des NABU im norddeutschen Storchendorf Bergenhusen.


Mehr zum Thema Weißstorch in Betzenhausen

Das Storchennest auf der Turm der St. Thomas Kirche hat einen lange Historie, siehe hier.

Am Jahresende 2021 haben wir erstmals die Familien-Monate zwischen März bis August in einem kleinen Video von 30 Minuten zusammengefasst.

Einfach mal schauen, wie das Leben im Storchen-Nest der letzten Jahre war: unsere Impressionen und Geschichten sind vielleicht auch kleiner Trost für die Herbst- und Wintermonate.

Haben Sie sich schon mal gefragt, wo die Störche eigentlich ihren “Winterurlaub” verbringen? Wie die weitere Zeit der Jungstörche aussieht und wie viele überleben? Wir haben versucht auch solche Themen anzusprechen im Beitrag zum Jahr der Störche.

Weiteren Informationen, speziell über die allgemeine Entwicklung der Weißstörche im Breisgau, sind zu finden bei Weissstorch Breisgau e.V.

Reizvoll ist ja vielleicht auch mal ein Blick auf andere Storchen-Nester der Umgebung Freiburgs mit WebCam, z.B: Hochdorf, Kirchzarten oder  Ebnet.

Neues von der IG Obergrün

Aktuelles: Vogelführung zum Neuntöter im Obergrün, So. 19. Juni, morgens

Wenn dieser Vogel einen Ort zu seinem Zuhause erklärt, dann wissen wir, dass die Natur dort noch in Ordnung ist: Der Neuntöter braucht eine reich strukturierte Wiesen- und Heckenlandschaft mit vielen Insekten und ausgedehntem dornigen Dickicht, wohinein er sein Nest baut. Diese idealen Bedingungen gibt es im Betzenhauser Obergrün und sie führen dazu, dass er dieses Jahr dort zum vierten Mal in Folge brütet!

Am Sonntag, den 19. Juni haben Sie Gelegenheit, diesen besonderen Vogel zu beobachten: Die IG Obergrün, Ralf Schmidt (Vorsitzender NABU Freiburg) und Kerstin Geigenbauer aus dem Vorstand des Vereins Bauernhoftiere für Stadtkinder laden zur Vogelführung im Obergrün ein, Treffpunkt ist um 7 Uhr an der Anne Frank Grundschule, Wilmersdorfer Str. 19. Dort erfahren Sie auch, was es mit dem brutal klingenden Namen des Neuntöters auf sich hat …

Der Neuntöter verbringt den größten Teil seines Lebens im tropischen Afrika und lebt nur von Mai bis August bei uns. Das Männchen ist prächtig gefärbt und fällt durch seinen auffälligen schwarzen Augenstreif und den grauen Oberkopf auf. Beim Gang durchs Gelände halten wir natürlich auch Ausschau nach anderen Vogelarten wie Stieglitz, Grauschnäpper und Turmfalke oder Kleinspecht, der neulich dort gesehen wurde.

Ansonsten aktuelle Infos wie üblich auf www.igobergruen.de


Beitrag im Bürgerblättle Febr./März 2022:

Das Gewann Obergrün ist die letzte naturnahe Freifläche in Betzenhausen-Bischofslinde und ein Gebiet mit ländlichem Charme. Es vereint Naherholung, Naturschutz, Artenvielfalt, Bildung und Spielotop für Kinder in einer Fläche. Da dort gebaut und viel Grünland zerstört werden soll, hat sich im vergangenen Oktober die Interessengemeinschaft Gesamterhalt Obergrün, kurz IG Obergrün, gegründet. Wir sind da ganz auf dem Kurs von Baubürgermeister Haag, der im Herbst 2021 anlässlich der Verleihung des Labels „StadtGrün naturnah“ in Gold sagte: “… wir wollen beständig daran arbeiten, Biodiversität im öffentlichen Grün zu erhalten und zu fördern.“

Seither hat sich einiges getan. Ende November berichtete die Badische Zeitung ausführlich über die IG-Gründung. Wir haben einen schönen Flyer erstellt und verteilt sowie emsig an der Webseite gearbeitet, die im Januar online ging: www.igobergruen.de.

Im Dezember versendeten wir einen elektronischen Adventskalender: Vom 1. bis zum 24.12. öffnete sich allmorgendlich ein Fenster in das Gewann Obergrün, und zwar jeweils im Büro des OB und der Bürgermeister:in, des Stadtplanungsamtes sowie der Gemeinderatsfraktionen. Sie alle erhielten täglich eine einladende E-Mail mit Fotos, Filmen, Informationen und persönlichen Texten zum Obergrün. Vielleicht machen sie ihnen ja Lust, sich das Gelände mal anzuschauen. Auf jeden Fall rufen sie den Widerstand gegen das Bauprojekt in der Bürgerschaft in Erinnerung. Diese Aktion war nur möglich, weil viele IG-Mitglieder mit kreativen Ideen zum Gelingen beitrugen – herzlichen Dank an alle!

Und neuerdings können Sie sich sogar in einer online Petition für den Erhalt des Obergrüns einsetzen: Link dazu ist auf unserer Webseite oder direkt unter chng.it/q5xTwSDDCy. In der ersten Woche unterschrieben bereits weit mehr als 600 Menschen! Es wäre hilfreich, wenn auch Sie im Verwandten-, Freundes- und Bekanntenkreis Werbung für unsere Petition machen könnten.

Die IG Obergrün hat inzwischen bereits mehr als 100 Mitglieder. Darüber hinaus unterstützen uns auch etliche Organisationen ideell. Das ist gut, denn je mehr wir sind, desto mehr Gewicht hat unsere Stimme. Möchten auch Sie Mitglied werden? Wir würden uns freuen, schreiben Sie uns: igobergruen@posteo.de

Susanne Schlatter (IG Obergrün)


Gründung der “Interessen Gemeinschaft Obergrün” (IG Obergrün)

Beitrag aus Bürgerblättle Dez. 2021/Jan 2022:

Wo finden sich im Freiburger Westen noch Neuntöter, Wendehals und Klappergrasmücke, Mauer- und Zauneidechse, Gottesanbeterin, wo kreisen Mäusebussarde und Milane? Wo können Kinder noch auf Bäume klettern und direkt vor ihrer Haustür regelmäßigen Kontakt zu Eseln, Schafen, Ziegen, Schweinen, Pferden und Hühnern haben? Oder aus ihrer Grundschule oder Kita heraus direkt in die Natur ausschwärmen?

Als Einwohner:innen von Betzenhausen-Bischofslinde haben Sie die Antwort vermutlich schon auf den Lippen: im Gewann Obergrün! Vielleicht haben Sie ja sogar selbst als Kind dort schon gespielt. Und als Anlieger:innen sind Sie durch das Bürgerblättle und die Lokalpresse über die Bebauungsvorhaben der Stadt und des Investors Treubau informiert. Seit Jahren werden die vorgesehenen neuen Wohnblocks größer und höher und rücken immer dichter an das Vereinsgelände mit den Bauernhoftieren heran. Im kommenden Frühjahr soll die Offenlage sein. Da klingt es wie Hohn, dass die Stadt Freiburg im September 2021 das Label „StadtGrün naturnah“ in Gold erhalten hat – Baubürgermeister Haag: “… wir wollen beständig daran arbeiten, Biodiversität im öffentlichen Grün zu erhalten und zu fördern“.

Es gibt viele Bürger:innen, die diese Entwicklung seit langem entsetzt verfolgen. Anfang Oktober 2021 sind sie in die Offensive gegangen und haben die „Interessengemeinschaft Gesamterhalt Obergrün“ gegründet. Sie nutzen das Obergrün für Naherholung und Naturerlebnis, brauchen es dringend für ihre Lebensqualität und möchten es schützen. Auch die Arbeit des Vereins „Bauernhoftiere für Stadtkinder e. V.“ ist bedroht durch diese Neubaupläne. Profitiert die Stadtgesamtgesellschaft denn nicht ungleich mehr von einer Erhaltung des Obergrüns in seinem jetzigen Umfang, als wenn dort wenige hochpreisige Wohneinheiten entstehen? Was sollen 43 Wohnungen ausgerechnet an diesem empfindlichen Standort angesichts der Tatsache, dass der gesamte Freiburger Westen massiv verdichtet und zugebaut wird: neue Stusie-Wohnheime, Zinklern, Dietenbach, Kleineschholz – alles in allem Wohnraum für ca. 20.000 Menschen! Wohnbau ist Trumpf, Wohnbau sticht Ökologie, sticht Klima, sticht Kinderglück mit Schaf und Esel?

Das ist die Denke von gestern. Das nehmen die Menschen der IG Obergrün nicht länger hin. Arten- und Klimaschutz, Grünflächen und Spazierwege für Anwohner*innen, pädagogische Arbeit mit Kindern, die Pflege ökologisch hochwertigen Naherholungsraums – das ist ihnen elementar wichtig, dafür setzen sie sich ein. Informieren Sie sich über Aushänge im Gelände und auf unserer Website www.igobergruen.de.

Gerne können auch Sie sich engagieren, sprechen Sie uns an: igobergruen@posteo.de. Wir freuen uns sehr auf weitere neue Mitglieder und darauf, im Herbst/Winter gemeinsam einige fröhliche Aktionen umzusetzen. Unterstützt werden wir auch vom BUND, der den großen ökologischen Wert der Fläche schon lange kennt. Vielleicht sehen wir uns bald?

Gisela Fischer (IG Obergrün)


Weiter Unterlagen:

 

 

Das grüne Gebäude

Stadtgrün statt grau

Eigentlich wäre Green-City Freiburg ja prädestiniert dafür, viele grüne Gebäude zu haben. Nicht Grün als Aussenfarbe ist hier gemeint (obwohl das auch schön wäre statt so mancher Grau.In.Grau-Architektur): nein, hier soll es um begrünte und damit lebendige Fassaden gehen, aber auch Dachterrassen und Höfe mit Leben.

Natürlich gibt es in Freiburg auch ein passendes Prestige Objekt, das zum grünen Wahrzeichen werden soll: der über 50 Meter hohe Green City Tower auf dem Area des alten Güterbahnhofs. Dies könnte sogar die größe vertikale Vegetationsfläche an einem Haus in Deutschland werden. Mehr dazu auf www.green-city-tower.de

Ansonsten gibt es insbesondere von den begrünten Gebäuden noch nicht sehr viel: innovative Projekte stehen aktuell eher in anderen Städten. Aber Freiburg will nachbesseren mit dem Förderprogramm “GebäudeGrün hoch³“: Ein guter Grund für die Übersicht hier.

Hintergrund

In der Stadt wird es immer wärmer; entsprechende HotSpots sind schon identifiziert. Das Stadtklima ist also ein wichtiger Grund, Biodiversität zu fördern sicher auch. Und nicht zu unterschätzen: Begrünung ist einfach Menschen-freundlicher und sozialer als die grauen, eintönigen Strukturen der modernen Zweck-Architektur. Und diese Architektur ist grade auch in Freiburg häufig zu finden, logischerweise vor allem in den westlichen Stadtteilen, in denen Freiburg seinen Erweiterungs-Drang der letzten Jahrzehnte vor allem ausgetragen hat. Da gibt es kaum Gebäude, die es in einen Werbe-Prospekt der Stadt geschafft haben: Grün könnte auch da helfen!

Aber zurück zur ökologischen und klimatischen Begründung: sie soll hier natürlich zentrales Thema sein und darauf zielt auch das Programm der Stadt: “Denn je mehr grüne Dächer, lebendige Fassaden und offene Höfe es gibt, desto stärker ist der Einfluss auf das Klima in der Stadt. Die Begrünung reduziert im Sommer die Innentemperaturen und wirkt im Winter als natürlich Wärmedämmung, außerdem absorbieren die Pflanzen Lärm, Schmutz und Feinstaub.

Klingt alles auch nach Innovation beim Bauen und siehe da, es geht doch: direkt gegenüber der Lokhalle auf dem ehemaligen Güterbahnareal baut das Pharmaunternehmen Dr. Falk nach der Devise “Hier entsteht Zukunft“. Der Siegerentwurf vom Architekturbüro Cobe aus Kopenhagen wurde im Febr. 2022 ermittelt und zeigt u.a. wie Architektur thematisch ein vorhandenes, historisches Umfeld aufnehmen kann. Und auch hier ist eine begrünte Fassade fest eingeplanter Bestandteil (mehr in der zugehörigen Pressemitteilung (PDF)).

Nur als generelle Ergänzung hier zusätzlich der Hinweis auf ein weiteres Förderprogramm der Stadt Freiburg: “Artenschutz in der Stadt” mit dem Ziel, die Artenvielfalt in privaten Gärten und Grünflächen zu erhöhen. Und Grünflächen sind in diesem Sinne ja auch Dächer und Fassaden (wobei wir zusätzlich erwähnen möchten, dass unser Obergrün für dieses Ziel erst recht ein positives Beispiel ist).

Zum Programm GebäudeGrün hoch³

Die Hauptziele sind Fassadenbegründung, Dachbegrünung und Entsiegelung. Die Web-Seite der Stadt zeigt gute Beispiele und natürlich ist aus Freiburg das Green City Hotel im Vauban dabei (ohne Grün wäre dies ja auch nur ein dunkel-graues kantiges Gebäude wie viele andere).

Das Programm der Stadt ist zu finden unter www.freiburg.de/gg3. Dort stehen auch verschiedene Broschüren zum Download zur Verfügung: z.B. ein umfangreiches Gutachten aus 2020 bzw. Machbarkeitsstudien und natürlich die Fördermöglichkeiten bzw. Anträge (Interessierte können mit bis zu 25 Euro pro Quadratmeter rechnen). Eine Erstberatung ist kostenlos. Das Projekt wird umgesetzt in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband GebäudeGrün e.V. (BuGG).

Die Stadtverwaltung von Freiburg hat im Juli 2021 schon mal selbst 26 priorisierte Gebäude ermittelt und passende Begrünungsempfehlungen gegeben (z.B. für Gebäude wie Schulen oder Feuerwehr). Die Finanzierung ist aber noch unklar. Ein Prestige-Ojekt für Freiburg ist sicher der Green City Tower als erstes Hochhaus in Freiburg mit immergründen Pflanzen an der Fassade (siehe Abbildung bei flor-design).

In Freiburg-Betzenhausen

Gebäude der StuSie

Unzweifelhaft gäbe es auch bei uns im Stadtteil eine Reihe von Gebäuden, die nachträglich noch sehr sinnvoll begrünt werden könnten; bei uns wären sicher auch die vielen Flachdächer ein Thema. Das Projekt der Stadt Freiburg will ja insbesondere Initiativen von Gebäudeeigentümern unterstützen.

Überhaupt hat es in den letzten Jahrzehnten im Westen eine massive Nachverdichtung gegeben, was zwangsläufig auf Kosten von Grünflächen ging. Und dann gern in Architektur der Neuzeit, das heisst vor allem Betonoptik. Allen voran ist das natürlich bei der Studentensiedlung (StuSie) zu erkennen, wo die großen grauen Flächen nach dem Ausbau seit 2018 leider noch kräftig zugenommen haben (siehe Aufnahme, das Wetter hat sich am Tag des Fotos äquivalent triest eingerichtet). Der Bürgerverein ist dort im intensiven Kontakt mit dem Architekten: Ziel ist eine Begrünung für alle Gebäude (nicht nur die Neuen), ggf. auch in Kombination mit Solarzellen. Letztere natürlich vor allem an Gebäude-Seiten mit ausreichender Sonneneinstrahlung bzw. auf dem Dach.


Weitere Quellen

Viel zum Thema auch mit schönen Anwendungsbeispielen gibt es beim BuGG, dem Bundesverband GebäudeGrün e. V. (siehe www.gebaeudegruen.info). Beeindruckend dort gleich der erste Blick auf ein Hunderwasserhaus aus Vogelperspektive und schon fragt man sich, warum die vielen Hunderwasser-Ideen von der Standard-Architektur so ignoriert werden. Ansonsten: bei der BuGG gibt es eine Vielzahl an Informationsveranstaltungen zu den unterschiedlichsten Gesichtspunkten des Grün-Themas.

Eine schöne Übersicht zu möglichen Techniken der Fassadenbegrünung bietet der Nabu in seinem Beitrag Grüne Fassaden.

Grad in der Nachbarschaft in Lehen gibt es die Firma Flor-Design (www.flor-design.de) mit innovativen Ideen. Die Web-Seite www.greencitywall.de zeigt einige Projekte; vorgestellt auch im  Beitrag des Magazin Chili .

Und dann noch ein Spitzenreiter und auch in der Nähe von Freiburg (in Buchenbach): dort arbeitet die Firma Vertiko an vielfältigen Möglichkeiten der Fassadenbegrünung (siehe www.vertiko.de). Und weil sie so kompetent und gut sind, gab es Ende 2021 sogar den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für zukunftsweisendes Design.


Zum Abschluss hier noch einige Beispiele für Grünfassaden wie schon im Text erwähnt (viel mehr davon gibt es auf der Seite des BuGG):

 

Störche in Betzenhausen (Impressionen)

Im Frühjahr und Sommer zeigt unsere Storchenkamera/WebCam das Leben auf dem Turm der St. Thomas Kirche in Freiburg-Betzenhausen (seit 2011). Als Trost für die Herbst- und Wintermonate finden Sie nachfolgend ein paar Impressionen und Geschichten aus den letzten Jahren.

Jungstörche auf der St.Thomas Kirche werden jedes Jahr beringt (möglich nur im Alter von 4 bis 6 Wochen). Diese wichtige Aufgabe in luftiger Höhe übernimmt häufig Gustav Bickel, Vorsitzender des Vereins Weissstorch Breisgau e.V. und langjähriger Betreuer zahlreicher Stochenpaare am Tuniberg und in der March.

Der leichte Kunststoffring wird am Bein befestigt und ist mit einer individuellen Nummer versehen, mit deren Hilfe die Störche schon mit einem Blick durchs Fernglas oder Spektiv identifiziert werden können. Der Ring z.B. hilft aber bei Forschungsarbeiten. Der Zeitpunkt, wann die Ringe angelegt werden, wird auch immer wieder von WebCam Besuchern nachgefragt. Allerdings ergibt sich der Zeitpunkt meist erst kurzfristig. Deshalb haben wir 2022 ein eigenes Video dazu erstellt. Siehe unser Beitrag zur Störche Beringung 2022.


Sommer 2022

Erst Ende Februar (also schon recht spät) wurde das Nest besetzt. Wir gehen davon aus, das unsere Storchen-Dame vom letzten Jahre nicht wieder zurückgekehrt ist von ihrer Winter-Reise. Denn es gibt eine neue Partnerin und sie trägt einen Ring: deshalb wissen wir, dass sie 2016 in Freiburg-Gundelfingen aufgewachsen ist und dass sie auch in den vergangenen Jahren schon hier in der Gegend war (z.B. schon einmal mit Brut in Munzingen). Ab Anfang April lagen vier Eier im Nest: Am 3. Mai schlüpfte das erste Küken, wenige Tage später waren es drei.

Ende Mai dann eine kleine “Tragodie”: der schwächere dritte Jungstorch wurden aus dem Nest verstoßen. Wir gehen davon aus, das es die Alt-Störche selber waren und kein Fremdstorch. Der Jungstorch ist glücklicherweise auf einer Trittstufe unterhalb des Nestes liegengeblieben; wurde gefunden und heruntergetragen. Er kam zur Pfege-Station von “Weißstorch Breisgau” und hat das alles gut überstanden. Also Glück im Unglück!


Sommer 2021

Video als Jahresrückblick 2021

Schon in den ersten Tagen vom Februar tauchte Vater Storch auf und sein Ring zeigt eindeutig, dass es wieder unser Storch aus den letzten Jahren ist. Doch dann wurde es nochmal hart für ihn: ein knackiger Wintereinbruch brachte Schnee sogar nach Freiburg und Temperaturen weit unter Null. Aber alles ging gut, denn kalte Füße bekommt Meister Adebar nicht so schnell. Mitte Februar folgte glücklicherweise seine Partnerin, denn es gab mehrmals konkurrierede Störche abzuwehren.

Verhältnismäßig früh schlüpften dann auch Küken aus drei Eiern. Nummer eins schaute ab dem 10. April in die Welt und traf damit gleich auf ein kleines Jubiläum: auf den Tag genau vor 111 Jahren – also am 10. April 1910 – wurde der Lokal-/Bürgerverein Betzenhausen gegründet, der seit vielen Jahren das Nest der Störche betreut. Diesen schönen Zufall als “Geburtstags-Küken” müssen wir einfach erwähnen!

Es war insgesamt ein regnerisches Jahr, aber die drei Jungstörche hatten sich gut entwickelt. Allerdings wurde anfang Juli ein Jungstorch das Opfer einer anderen Gefahr: er hatte sich bei seinen Flugversuchen in einer Hochspannungsleitung verfangen und das am Ende nicht überlebt. Bei der Gelegenheit möchten wir erwähnen: Hochspannungsleitungen sind leider auch eine der häufigsten Todesursachen auf dem späteren Erstflug in den Süden.

Eine Besonderheit noch: Erstmals haben wir neben den Bildern auch ein Video von 30 min erstellt mit Ausschnitten der WebCam; also ein kleiner Jahresrückblick auf 2021 mit der Weißstorch-Familie im Mittelpunkt.

 

 


Sommer 2020

Um wieder schöne Bilder zu erhalten, mussten wir die Kamera im Winter neu befestigen und mit einem stabilen Gehäuse versehen (denn die Storch-Eltern hatte im letzten Jahr das Regenschutzblech als Stehplatz entdeckt, so dass am Ende alles verbogen war). Da die Störche offensichtlich immer früher aus dem Süden zurück kehren, war auch unser Nest schon sehr früh besetzt (Anfang Febr.) und wieder ist es das gleiche Storchenpaar. Um die Ostertage (Anfang April) schlüpften dann vier Jungstörche: grad als Corona das öffentliche Leben bei uns nahezu zum Stillstand brachte. Schön anzusehen, wie unser Pfarrer Joachim Koffler die jungen Störche mit seinem Lied für Fenja begleitete. Leider ist ein Jungtier Anfang Mai gestorben: ein Dank an Bernd Wißler, der grad in dieser Zeit ein Video erstellt hat (anzuschauen über Youtube). Zum Schluss haben alle drei auch ihre Flugversuche erfolgreich beendet.

Überhaupt war 2020 wohl das erfolgreichste Jahr für Störche im Breisgau: nie zuvor wurden mehr gezählt (137 Nester mit 247 Jungstörchen). Siehe auch BZ-Interview mit Gustav Bickel im Aug. 2020 (evtl. eingeschränkter Zugriff). Rekord auch bei uns: nie zuvor hatten wir so viele Besucher für unsere WebCam (vielleicht ja auch ein Effekt des Corona-Jahres).


Sommer 2019

Vermutlich das gleiche Storchenpaar wie im letzten Jahr. Im Mai dieses Jahres erleben sie einen Kälteeinbruch mit langer Regen-Phase, was viele Storchenbabys in der Region nicht überleben. Auf der St. Thomas Kirche gibt es dreifacher Nachwuchs und alle haben sich bestens entwickelt. Besonderheit: Die Storch-Eltern haben unsere Kamera-Abdeckung als besonderen Aussichtspunkt entdeckt, verbogen und dadurch die Übertragung merklich eingeschränkt.

 

 

 

 

 

 


Sommer 2018

Vaterstorch auch dem letzten Jahr ist zurück. Diesmal findet er eine anderen Partnerin; sie trägt keinen Ring und kann deshalb auch nicht zugeordnet werden. Vierfacher Nachwuchs stellt sich ein und alle haben überlebt. Auch in diesem Jahr sorgte wieder Gustav Bickel vom Verein Weissstorch Breisgau e.V. für die passenden Ringe. Im Sommer hat dann ein Junges sehr früh das Nest verlassen und mit Flugversuchen begonnen: es musste daraufhin in der Auffangstation betreut werden.

 

 

 

 

 

 


Sommer 2017

In diesem Jahr war zum ersten Mal ein Brutstorch zu Besuch, der 2014 auf dem Mundenhof geboren und beringt wurde. Im Jahr 2016 hatte er noch versucht, auf einem Strommast bei Reute eine Familie zu gründen. Aber 2017 hat er dann unser Nest entdeckt und lieb gewonnen, denn auch einige weitere Jahre kam er zurück auf das Dach der St. Thomas Kirche.

Den Winter hatte er westlich von Madrid verbracht (ca. 1250 km von hier). Dort wurde er im November 2016 mehrfach beobachtet und anhand seines Ringes identifiziert. Beim Rückflug aus dem Winterquartier machte er dann wohl noch eine kleine Pause in der Nähe von Barcelona, wie eine Beobachtung am 25.02.2017 belegt.

Seine Partnerin im Jahr 2017 war Schweizerin. Leider haben wir keine weitere Dokumentation über das Leben im Nest; insbesondere auch keine Bilder, denn unsere WebCam war schon recht bald ausgefallen.


Sommer 2016

Schon im Febr. hatte sich der erste Storch eingefunden. Naßkaltes Wetter hatte im Juni dazu geführt, dass von den vier Jungstörchen nur zwei überlebten (in anderen Nestern der Umgebung war das Ergebnis sogar noch schlimmer). Siehe auch Hinweis in der BZ “Jungstörche auf der Thomaskirche”.

Für Unruhe sorgte zwischendurch eine laute, ferngesteuerte Drohne, durch die auch junge Störche leicht in Panik geraten können. “Storchennester sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützte Nist- und Brutstätten“, betont Gustav Bickel und weist darauf hin, dass es nach Artenschutzgesetz und Naturschutzgesetz  streng verboten mit Fluggeräten über Brut- und Nistplätze zu fliegen (hier ein ausführlicher Bericht in Bürgerblättle 239, Aug. 2016).


Sommer 2015

Es gab doppelten Nachwuchs, aber die Storchenkamera war schon bald ausgefallen und deshalb gibt es auch keine Bilder. Aber es ging auch nicht gut aus für die Jungstörche: Anwohner hatten beobachtet, dass die Elternstörche teilweise über mehrer Tage nicht gesehen wurden. Schliesslich besichtigte Gustav Bickel das Nest mit Unterstützung der Feuerwehr, aber es war schon zu spät: ein Jungstorch war bereits verstorben, der andere starb auf dem Weg zum Tierarzt (Bericht im Bürgerblättle 233, Aug. 2025). Mit funktionierender Kamera hätte man die kritische Situation vermutlich früher erkannt.

Nebenbei: im Sept. 2015 begannen Renovierungsarbeiten am Turm der St. Thomas Kirche. Man hatte sie schon extra in den Herbst gelegt, um die Gäste auf dem Dach nicht zu stören. Dabei wurde gleichzeitig auch das Storchennest durch ein neues ersetzt (siehe Bild rechts).


Sommer 2014

Ein Storchenpaar kam im April für kurze Zeit vorbei. Mochte aber nicht bleiben. Das dritte Jahr in Folge ohne Storchenfamilie im Nest.


Sommer 2013

In Betzenhausen hatte man extra das Nest neu ausgebaut. Aber es half nichts: ein Storch war zu sehen über meherere Wochen; aber fand kein Partnerin. So blieb das Nest leer für den Rest des Jahres. Überhaupt war es ein schlechtes Jahr für Störche insbesondere im Breisgau: Anfang Juni starben sehr viele Jungstörche durch einen Kälteeinbruch mit viel Regen. In ganz Baden-Württemberg haben am Ende nur etwas mehr als 500 Jungstörche überlebt; im Jahr davor waren es noch über 1400 gewesen.


Sommer 2012

Ein Storchenpaar ist nur kurz zu Besuch: es wurde von zwei aggressiven Krähen attackiert und hat sich dann lieber nach einer anderen Heimat umgeschaut.

 

 

 

 

 

 


Sommer 2011

Seit diesem Jahr gibt es die Web-Cam auf dem Turm der Thomaskirche. Im Bürgerblättle 207 (April/Mail 2011) schrieben wir: “Kampf um die Lufthoheit über dem Kirchturm St. Thomas – Bürgerverein bittet um Spenden.”

Wieder waren zwei aggressiven Krähen unterwegs und vertrieben die ersten Störche. Zudem wurde festgestellt, dass dem Nest mal wieder richtig hergerichtet werden musste. Also kam “Storchenvater” Hagen Späth zur Hilfe und stieg mit seinen 70 Jahren doch noch einmal auf den Turm: “Ungefähr 7 bis 10 Zentimeter dick ist die jährliche Mistschicht, die sich meistens in der Mitte bildet.« Den Kranz verstärkte Späth mit neuem Reisig und legte ins Innere getrocknetes Seegras. Daran konnte ein Storchenpaar Gefallen finden: und die Krähen waren ihnen auch egal. Zweifacher Nachwuchs stellte sich ein: aber in einer sehr kalten Frühjahrs-Nacht sind die Jungtiere dann leider erfroren.

 

 

 

 

 

Über das Bürgerblättle hatten wir zu einem Mal-Wettbewerb »Mal den Storch« aufgerufen. 60 völlig unterschiedliche Bilder gingen ein, die dann in der Sundgau-Passage zu besichtigen waren. Und natürlich gab es auch Preise für ausgewählte Künstler.

Nebenbei: aus dem gleichen Jahr stammt auch ein schönes Video von Hagen Späth auf Youtube, der sich ja auch als Tierfilmer einen Namen gemacht hat. Siehe Störche in Holzhausen bei Freiburg (mit Erläuterungen vom “Storchenvater”).


Sommer 2009

Keine Bilder, aber am 11. Mai erhielt die St. Thomas Kirche symbolisch die Plakette “Lebensraum Kirchturm” verliehen. Darüber berichtete auch die Badische Zeitung (siehe Bericht “Kirchturm als Kinderstube“, evtl. mit eingeschränktem Zugriff).

Durchschnittlich waren seit Beginn der 1990-er Jahre ein bis zwei Jungstörche pro Jahr zur Welt gekommen, erläutert Hagen Späth bei der Gelegenheit: “Damit hat dieses Projekt wesentlich dazu beigetragen, dass sich der Storchenbestand in der Region in etwa wieder auf dem Niveau von vor 50 Jahren eingependelt hat.” Und Pfarrer Franz Leithenmay, der die Plakette entgegennahm, wusste zu ergänzen: da “Meister Adebar” auf einem Bein stehe, sei er zugleich auch ein Vorbild für Besinnung und Meditation.


Sommer 2008

Aus diesem Jahr haben wir zwar kein Bild, aber doch eine Besonderheit zu berichten: die ersten Störche wurden wieder von Krähen verjagt. Also hat man Lautsprecher aufgestellt, die den Ruf eines Wanderfalken nachahmten. Die Krähen wurden zwar vertrieben, aber Störche haben sich dann doch keine mehr eingefunden.


Sommer 2005

Krähen im benachbarten Kastanienbaum waren in diesen Jahr das zentrale Problem: sie waren nicht so friedlich, wie es anfangs schien. Folglich mussten die brütenden Störche immer wieder Angriffe abwehren. Ein Teil der Eier ging dabei zu Bruch. Auf diejenigen Jungstörche, die es dann doch aus der schützenden Hülle schafften, wartete ein raues Umfeld mit Kälte und Regen. Sie starben alle an Unterkühlung und das Storchenpaar blieb “kinderlos” wie es im Bürgerblättle erwähnt ist (dieses Wetter forderte viele Opfer auch in anderen Nestern im Umland).


Sommer 2004

Vermutlich fand sich wieder das Storchenpaar vom Vorjahr bei uns ein. Eine neue Kamera wurde installiert (aber aus techn. Gründen noch nicht für die Öffentlichkeit freigeschaltet). Dann ein guter Start: drei Eier wurden gesehen und später auch drei Jungstörche. Aber die Freude war nur kurz: zwei Störchlein starben schon bald und kurz nacheinander (Ursache unbekannt). Ein Elternteil verunglückte und musste in die Tierklinik. Allein konnte der andere Partner das letzte Junge nicht durchbringen: also wurde es aus dem Nest geholt und in die neue Pflegestation von SOS Weißstorch in Reute gebracht.


Sommer 2003

Das Nest war nach dem Winter wieder stark mitgenommen und wurde von Hagen Späth wieder hergerichtet. Diese Arbeit wurde sogar von FR-TV gefilmt und dann auch gesen­det (laut Bericht im Bürgerblättle 165). Danach fand sich wirklich ein neues Storchenpaar ein (leider kein Bild).

Im Bürgerblättle 168 (März 2004) gab es einen Rückblick auf 2003 und die Überschrift sagt schon vieles “Das Storchenpaar und sein Nachwuchs hatten 2003 viel zu leiden”: es schlüpfte ein Kücken, das mit viel Einsatz der Eltern nicht verhungerte. Denn in diesem Jahr waren rabiate Krähen unterwegs, die immer wieder das Nest angriffen. Mutter-Storch war komplett damit beschäftigt, den Jungstorch zur schützen und konnte selbst kaum auf Nahrungssuche gehen. Zum Schluss war sie selbst so stark abgemagert, dass nur noch eine “3-Wochen-Kur” in der Auffangstation von SOS Weißstorch helfen konnte. Ende gut, alles gut: schliesslich machten sich alle zusammen auf den Weg ins Winterquartier.


Sommer 2000

Das neue Jahrtausend beginnt gleich mal mit einer Sorge, wie in der Juni-Ausgabe 153 des Bürgerblättle zu lesen ist: “Wo sind die Störche”?

Weihnachten 1999 hatte Sturm “Lothar” gewütet und auch das Storchennest stark beschädigt. Es wurde im Frühjahr wieder hergerichtet und auch Lollo und Hansi kamen zurück. Aber sie blieben nicht, sondern zogen nach einiger Zeit weiter auf den Mundenhof, um dort einen Kamin zu besetzen (mit fünf Jungstörchen als Nachwuchs). “Unser Storchenpaar” hatte also wohl Lust auf einen Ortswechsel: wobei die beiden zur Futtersuche dann wieder in St- Georgen gesehen wurden, wie schon in den Jahren zuvor. Das Nest auf dem St. Thomas Turm blieb in diesem Jahr unbewohnt.


Sommer 1997 und 1999

In dieser Zeit hat sich offensichtlich ein Storchpaar mehrere Jahre hintereinander in Betzenhausen eingefunden. Und sie bekamen auch Namen: Lollo und Hansi.

Ein Bild aus 1997 zeigt fünf Störche im Nest: es gab also wohl dreifachen Nachwuchs.

1998 war St. Thomas mit dem Storchennest Titelbild im Bürgerblättle. Und es wurde neu eine TV-Direktübertragung vom Storchennest eingerichtet (also eine Art Vorläufer zur heutigen WebCam). Zu erleben war das Storchen-TV jeden Dienstag und Donnerstag für 2 Stunden in der Wohnanlage Freytagstrasse (auch in den Folgejahren). Drei Jungstörche wurden 1998 geboren; mehr ist allerdings z.Z. nicht bekannt.

Im Jahr 1999 gab es dreifachen Nachwuchs (49 waren es insgesamt in Freiburg und Umgebung). Es gab auch mehrere Berichte über das Leben der Störche im Bürgerblättle, wobei insbesondere erwähnt wurde, dass Lollo und Hansi einfach nicht genug Futter fanden und dass deshalb Zufütterung zumindest in der Zeit der Aufzucht der Jungen nötig war.


Sommer 1992

“Storchenvater” Hagen Späth hatte das Nest nach der “Tragödie” im Vorjahr gereinigt und mit Holz-Hächsel ausgelegt. Eine Storchenfamilie mit 2-fachem Nachwuchs fand sich ein. Wie schon in den vergangenen Jahren, stellt ein Nachbar wieder jeden morgen einen Eimer mit Storchenfutter bereit, der von den Storcheneltern wieder schnell entdeckt wurde. Ohne dieses Zufüttern gäbe es keine Störche in Betzenhausen, da war man sich sicher. Nach den Erfahrungen des Vorjahres wurden die umliegenden Höfe gebeten, kein frisches Gras liegen zu lassen.

In diesem Jahr berichtete auch die BZ wieder über die Turm-Bewohner.

Nebenbei wurde in diesem Jahr auch erstmals versucht eine Video-Übertragung einzurichten: leider war man mit dem Aufbau etwas spät dran und die Störche deshalb irritiert vom zusätzlichen Treiben da oben. Also alles zurück; im nächsten Jahr wolle man schon im Winter vorsorgen (so ein Bericht im BBL).


Sommer 1991

Auch dieses Jahr war die allgemeine Freude wieder groß, als Störche gesichtet wurden und es gab wieder 3-fachen Nachwuchs. Doch kam es schlimm: die Storcheneltern hatten ihr Nest schön weich mit viel Gras oder Heu ausgelegt. Im Mai gab es tagelang Regen: das Wasser sammelte sich im Nest und konnte durch die dichte Gras-Schicht nicht ablaufen. Alle 4 Jung-Störche sind dann vermutlich an Unterkühlung im überfluteten Nest gestorben. Leider konnte man die Situation nicht rechzeitig von ausserhalb erkennen (BBL 100, Dez. 1991). Auch aus diesem Grunde nahm man sich am Ende des Jahres vor, eine Kamera zu installieren (BBL 101).

Zu allem Unglück kam noch hinzu, dass Vater-Storch sich im Juli auch noch in einer Hochspannungsleitung verfing und verendete. Die Storchen-Dame blieb wohl wieder den Winter über hier. Ein Anwohner stellte ihr täglich einen Eimer mit Spezial-Futter hin. Bürger spendeten einige Hundert DM und der Bürgerverein verdoppelte die Summe. Sie überlebte blieb auch für die nächste Saison im Nest (BBL 102).


Sommer 1990

Die Storchendame aus dem Vorjahr hatte den Winter überlebt und Ende März fand sich ein neuer Partner. Dreifachen Nachwuchs gab es und alle sind im August zusammen in den Süden gezogen. Darunter auch ein Jungstorch, der zwischenzeitlich verletzt ins Tierheim gebracht werden musste (Bericht BBL 99 Nov. 1991). Auch Storchendame zog es in den Süden: vielleicht hatte sie den vorherigen langen Winter doch in zu schlechter Erinnerung.

Aus diesem Sommer stammt auch eine Zeichnung des Freiburger Künstlers E. Kleinfelder mit der St. Thomas Kirche und Storchennest darauf. Diese Zeichnung war in nachfolgenden Jahren häufig dann in Berichten des Bürgerblättle zu finden, wenn es um unsere Störche ging.


Sommer 1989

Nach fast 10 Jahren Abwesenheit gibt es wieder ein Storchenpaar auf dem Turm der St. Thomas Kirche. Sogar die BZ schrieb darüber: wie sehr sich die Anwohner freuten und dass es ein konkurierendes Paar abzuwehren galt.

Erst im Bürgerblättle 98 vom Okt. 1991 dann rückblickend ein ausführlicher Bericht von Hagen Späth. Überschrift “Vom Glück und Unglück unserer Störche”:

Die Storchendame stammte aus einer Aufzuchtstation in der  Schweiz, der Hausherr vermutlich aus dem Elsaß. Es wurden vier Jungstörche großgezogen. Storchenvater und Nachwuchs haben sich im August aufgemacht in den Süden. Die Storchendame blieb hier und hat auch den Winter überlebt (regelmäßig versorgt über einen Anwohner in der Nähe der Kirche). Beklagt wurde, wie schwierig es für die Störche ist, geeignetes Futter zu finden. Zumal wichtige Wiesen südlich der Dreisam zur “Maisfabrikation umgebrochen” wurden. Trotzdem: nach langer Pause hat es endlich eine Storchenfamilien wieder geschafft!


Sommer 1980

In diesem Jahr sind Störche dokumentiert, und sie brachten es sogar auf die Titelseite unseres Stadtteil-Magazins Bürgerblättle. Gleichzeitig wurde der Betzenhauser Hock angekündigt, der zu jener Zeit auf dem Platz vor der St. Thomas Kirche stattfand. Also gab es den folgenden Text als Erläuterung dazu:

Nach vielen Jahren nisten wieder einmal Störche auf dem Betzenhauser Kirchturm. Hoffentlich fühlen sie sich auf dem Hock als “Ehrengäste” und überstehen ihn, wie sie das Unwetter am 21. Juni überstanden haben.

Wie es den Störchen dann wirklich erging, ist im Bericht über den gelungenen “Hock am Storchenturm” leider nicht dokumentiert. Allerdings führte dieses Storchenpaar dazu, dass im Jahr danach (1981) ein neuer Nistkorb eingerichtet wurde. Initiator war der Deutschen Bund für Vogelschutz, ein Vorläufer vom heutigen Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Wie sich in den Folgejahren herausstellte, war das für eine Wiederansiedlung nicht ausreichend.


Ein Bild von 1970

Nicht nur Störche machen es sich auf dem Kirchturm von St. Thomas bequem.

Das Foto zeigt Paul Weber (auf dem Nest sitzend) mit Anton Weber und Robert Weck, die 1970 den Dachstuhl neu gefertigt haben (aus Bürgerblättle 237, 2016).

Man sieht auch den Aufbau für das Storchennest: allerdings war es für viele Jahre nicht bewohnt (1955 und 1963 gab es nach unserem Wissen die letzte Brut).


Wir schauen weit zurück

Bereits 1827 wurde eine Storchenbrut im Rahmen der badischen Landesvermessung auf St. Thomas erfasst. Aus verständlichen Gründen ohne Foto: aber wir nehmen dieses Jahr gern zum Einstieg in Impressionen aus den Nachfolgejahren.

Besetzt war es wohl auch um 1870, von 1911 bis 1913. Ab den 1930 Jahren war es wohl regelmäßig besetzt bis zur Zerstörung der St. Thomas Kirche beim Luftangriff. Mit mehreren Unterbrechungen war dann 1963 für lange Zeit das letzte Storchenpaar bei uns zuhause.


Hier haben andere protokolliert

Betreuer vom Storchenhof Papendorf schauen schon seit 2012 bei uns vorbei und haben seither fast jedes Jahr schöne Screen-Shots erstellt.

Störche in Betzenhausen

Ab Febr. eines Jahres sind unsere Gäste auf dem Turm der St. Thomaskirche üblicherweise zurück aus dem Winterquartier. Meist taucht zunächst Vater Storch auf: vermutlich um den Horst aus dem Vorjahr wieder für sich und sein Partnerin zu reservieren (die Beringung hat gezeigt, dass es sich häufig um die gleichen Paare handelt, die bei uns zu Gast sind). Andererseits gibt es im Febr. doch noch so machen Wintereinbruch mit Schnee sogar in Freiburg und Temperaturen weit unter Null. Aber Störche sind dagegen eher unempfindlich (bekommen also keine kalten Füsse). Kritisch ist es lediglich, wenn sie parallel über mehrere Tage keine Nahrung finden.

In der Brut-Saison (ca. März bis August) ist das Leben der Störche live zu erleben über unsere Storchenkamera/WebCam. Insbesondere auch für Kinder ein beeindruckendes Erlebnis und ganz ohne Werbung.

Inzwischen haben wir eine Kamera installiert, die auch Nachtaufnahmen über Restlichtverstärker erlaubt. Auch das zugehörige Regenschutz-Gehäuse braucht immer wieder Reparaturen und Verbesserungen, um allen Belastungen Stand zu halten: denn immer wieder wird das Gehäuse von den Storch-Eltern als zusätzlicher Aussichtspunkt genutzt.

Aber es gibt noch einen weitere Aussichtspunkt, denn nicht weit entfernt vom Storchennest steht die imposante Gaskugel von Betzenhausen. Und da gibt es durchaus Verbindungen (siehe Störche und die Gaskugel).


Hintergründe und weitere Links

Mitte der 70er Jahre gab es in Baden-Württemberg nur noch 15 Weißstorch-Paare, der Bestand war seit Beginn der 50er Jahre kontinuierlich zurück gegangen. Im Jahr 2002 wurden aber dann schon wieder rund 200 Brutpaare gezählt, was etwa dem Stand der 50er Jahre entsprach.

Zu dieser schönen Entwicklung hat auch das Nest auf dem Turm der St. Thomas Kirche in Alt-Betzenhausen seinen kleinen Beitrag geleistet, siehe weitere Hintergründe.

Im Frühjahr und Sommer zeigt unsere Storchenkamera das Leben auf dem Turm der St. Thomas Kirche. Hier geht es zur WebCam….

Als Trost für die Herbst- und Wintermonate haben wird ein einige Impressionen aus den letzten Jahren gesammelt.

Am Ende des Jahres 2021 haben wir aus einer Sammlung von WebCam-Aufnahmen ein Video zusammengestellt: sozusagen ein Jahresrückblick mit unserer Weißstorch-Familie im Mittelpunkt (März – Aug.).

Wie das gesamte Jahr im Leben eines Storchs typischerweise aussieht, haben wir in einem eigenen Beitrag unter dem Titel “Das Jahr der Störche” zusammengefasst.

Alle weiteren Informationen, speziell über die Entwicklung im Breisgau, liefert der Verein Weissstorch Breisgau e.V..

Unabhängig von unserem Storchennest: eine schöne Seite mit vielen Bildern und Informationen zum Weißstorch bietet auch der Fotograf Gerhard Brodowski in Hamburg, siehe hier.

Und dann noch eine Frage aus der Rubrik “Schon gewußt?” – Für Otto Lilienthal war der “Vogelflug die Grundlage der Fliegekunst”.  So lautete auch seine Veröffentlichung aus dem Jahr 1889. Dabei galt insbesondere der Storch als sein Vorbild, der ja schon immer die Nähe der Menschen gesucht hat, sich dann auch noch durch besondere Eleganz beim Gleitflug auszeichnete und so die Sehnsucht des Menschen zum Selberfliegen herausforderte (alles weitere im Otto Lilienthal Museum in Anklam, Nähe Usedom).

Landesgartenschau 1986

Vorgeschichte

Flückigersee 1983

Seit den frühen 1920-er Jahren förderte man im heutigen Seepark schon Sand und Kies.  Anfangs wurde allerdings nicht am heutigen Standort gearbeitet, sondern weiter südöstlich: etwa dort, wo heute der Rosengarten liegt bzw. die benachbarten Strassen. Durch diese erste Phase der Förderung war schon ein See entstanden: dort wurden nach dem zweiten Weltkrieg viele Trümmerteile der Freiburger Innenstadt abgeladen.

Nach dem Krieg wurde aber auch die Förderung von Kies und Sand wieder aufgenommen, und zwar an der heute bekannten Stelle. Betreiber war jetzt die Firma Flückiger, die damit auch Namensgeber wurde (siehe Bild). Aber Ende der 1970-er Jahren hatte die Besiedlung des Gebietes bereits so zugenommen (Bischofslinde, StuSie), dass ein weiterer Kiesabbau kaum noch sinnvoll erschien. So entstanden Ideen, das Gelände (eigentlich eine Industriebrache) in einen Park für die westlichen Stadtteile zu verwandeln.

Die Stadt lobte im Jahr 1983 einen Architektenwettbewerb aus: es war die Grundlage der Landesgartenschau 1986 und Basis für das Freizeitgelände der heutigen Form. Gewonnen hatten die Gartenarchitekten Harbauer zusammen mit der Werkgruppe Lahr. Bei diesem Projekt wurde die Form des Sees teilweise sogar verändert und insbesondere auch das vorher steile Ufer abgeflacht.


So war die Landesgartenschau Freiburg 1986

Über zwei Millionen Besucher, 178 Tage dauernde Ausstellung, ein neues Parkgelände, deren Gestaltung weit über die Grenzen Freiburgs hinaus Beachtung erhielt und als städteplanerische Grundlage für die weitere grüne Entwicklung im Freiburger Westen gilt. Es war die Basis für den heutigen Seepark rund um den Flückigersee, sicher der meistbesuchte Park Freiburgs.

Am 18. April 1986 eröffnete der damalige Ministerpräsident und Schirmherr Lothar Späth die Ausstellung in Freiburg und sie dauerte bis zum 12. Oktober.  Sie zählt bis heute zu den erfolgreichsten Landesgartenschauen in Baden-Württemberg. Siehe Bilder mit Impressionen am Ende dieses Beitrags und im Archiv der Badischen Zeitung.

In den Wochen vor der Eröffnung war das Wetter schlecht, alles Wachstum war im Rückstand und man wartete sehnlichst auf Sonnenschein und Wärme. Dann – keine zwei Wochen später – ereignete sich die Tschernobyl-Katastrophe – und alles schien zu erstarren! Doch das ganz alltägliche Leben auf der Landesgartenschau ging weiter; trotz all der niederschmetternden Berichte aus und über Tschernobyl, strömten die Menschen.

Es war eines der ersten Ausstellungen, bei der das Thema Ökologie zentrale Bedeutung hatte in der Gestaltung und bei Veranstaltungen. Daraus entstand auch die Idee zur Ökostation, wie wir sie heute kennen.

Auch Kunst spielt eine wichtige Rolle: zeitlich begrenzte Beiträge waren nur während der Gartenschau zu sehen. Anderes blieb: z.B. das Bürgerhaus und Seetribüne, Seeparkturm, Forsthaus, Tempelchen, Pontonbrücke…

Es gab auch Besuch von Delegationen aus Freiburgs Partnerstädten (z.B. Padua und Matsuyama). In die Partnerstadt Besançon hatten sich Vertreter von Bürgervereinen aus dem Westen selbst zu einer dreitätigen Radtour (Start am Blumenhaus) aufgemacht, um dort für die Landesgartenschau zu werben. Und gefeiert wurde natürlich auch, z.B. zum Jubiläum “40 Jahre SWF” am 5. Juli.

Ein zusätzliche Anekdote: auf den See schwamm zur Landesgartenschau auch eine Art Arche in Form eines Rheinkahns mit rot-weißen Wellblechhaus. Ein Beitrag von Prof. Klaus Humpert, dem ehemaligen Leiter des Stadtplanungsamtes). Die Arche versank während eines Sturms kurz nach Ende der Gartenschau. Sie ist liegt noch heute in den Tiefen des Sees und wird auch gern von Tauchern besucht.

Abschliessend noch ein paar Fakten: 35.000 m² Gesamtfläche, davon 9.800 m² Wasseroberfläche. Gepflanzt wurden 3.200 Bäume und über 500.000 Blumen.


Stadtteiltag Betzenhausen

Am 8. Juni 1986 präsentierte sich der Stadtteil Betzenhausen bei einem sog. Stadtteiltag. In der Blumenhalle hatte der Bürgerverein zusammen mit Dr. Franz Flamm eine Dokumentation mit Exponaten zur Geschichte von Betzenhausen zusammengestellt. Alles auch beschrieben in einer Sonderausgabe des Bürgerblättle (hier Auszüge). Diverse Vereine und Schulen waren mit Aufführungen vertreten: Fanfarenumzug. Konzerte, Modenschau, Theateraufführungen, Horex-Motorsport, Fußball-Turnier u.a. Künstler aus Betzenhausen zeigten ihre Werke in einer eigenen Ausstellung. Es war auch eines der ersten Konzerte des gerade erst gegründeten “Musikverein Betzenhausen-Bischofslinde e.V.” (siehe heutige “Orchestergemeinschaft Seepark”).

Im September gab es zusätzlich noch einen gemeinsamen Tag aller Stadtteile aus dem Westen.

Wettbewerb „Park, Kunst und Utopie“

Im damaligen Wettbewerb (beteiligt war auch Prof. Klaus Humpert als ehemaliger Leiter des Stadtplanungsamtes) sollten vor allem plastische Qualitäten relevant sein; deshalb waren insbesondere auch junge und renomierte Architekten zur Teilname eingeladen. Viele der so entstandenen Plastiken blieben auch nach der Ausstellung erhalten und sind heute noch im Seepark zu finden (siehe unser Beitrag Kunstwerke im öffentlichen Raum).

Bürgerhaus am Seepark

Das heutige Bürgerhaus am Seepark war bei der Landesgartenschau 1986 zum großen Teil eine Blumenhalle. Zusätzlich wurde es genutzt als Landespavillon, d.h. es war die zentrale Infostelle “Treffpunkt Baden-Württemberg”. Hier gab es auch diverse Veranstaltungen. Im heutigen Foyer befand sich ein Springbrunnen. Schon der Entwurf zum Wettbewerb für die Landesgartenschau war die Grundform des späteren Bürgerhauses enthalten.

Holz-Installationen auf dem Torplatz

Für viele Jahre waren sie ein Erkennungsmerkmal für Betzenhausen: die grossen Holz-Skulpturen/Installationen auf dem Betzenhauser Torplatz. Die Holz-Skulpturen wurden entworfen von Architekt Hans-Dieter Schaal aus Attenweiler und eigentlich sollte es nur eine temporäre Installation für den Zeitraum der Ausstellung sein. Der Torplatz diente 1986 als zentraler Eingangsbereich zur Landesgartenschau. Doch wie vieles Tempoäres: erst Ende 2020 wurden Holz-Skulpturen bei der Neugestaltung des Platzes entfernt.

Die Ökostation am Seepark

Die Ökostation im Bau Winter 1985/86

War es schon eine “ökologische Utopie” auf der Landesgartenschau, die sich in diesem Gebäude widerspiegelte? Denn eine Woche nach Eröffnung der Ausstellung kam es in Tschernobyl zur Kernschmelze: der Supergau mit verstrahlten Menschen und verstrahlter Natur. Dabei hatte gerade diese Landesgartenschau erstmals mit dem Thema Ökologie punkten wollen und eine der Hauptattraktionen war das uriges Holzhaus, das sich Ökostation nannte. Ein Naturhaus mit Lehmwänden, einem Grasdach, einer Solaranlage und einem Bio-Garten zur Selbstversorgung.

Die Ökostation zählte auf der Landesgartenschau zu den größten Attraktionen und wurde während der Dauer der Ausstellung von über 1 Mio. Gästen besucht.

Dort lief ein buntes Veranstaltungsprogramm um ökologisches Leben erfahrbar zu machen: Ökolandbau, gesunde Ernährung, Energiesparen uvm. Es gab einen ökologischen Waschtag und sogar Brotbacken war ein Thema (wie heute noch regelmäßig): wobei damals die Brötchen wohl teilweise etwas zu hart daherkamen. Aber es waren all die Themen, die auch das Angebot der Ökostation in den Jahrzehnten danach prägen sollten.


Rückblick auf die Landesgartenschau 1986

Im Jahr 2016 (also 30 Jahre nach der Ausstellung) ist es der Redaktion des Bürgerblättle gelungen, Dr. Rolf Böhme als damaligem Oberbürgermeister, Bernhard Utz, seinerzeit Gartenamtsdirekter und Techn. Geschäftsführer, sowie Bernd Dallmann als damaligem Direktor der LGS, zu einem Kurzinterview für einen Rückblick zu gewinnen (hier der zugehörige Beitrag).

Andere Fundstellen:

  • “Vor dreißig Jahren wurde die Landesgartenschau in Freiburg eröffnet” (Badische Zeitung im April 2016, ggf. nur eingeschänkter Zugriff)
  • “Fotos: So war die Landesgartenschau in Freiburg 1986” (Badische Zeitung im April 2016, ggf. nur eingeschänkter Zugriff)
  • “Heute vor 30 Jahren Landesgartenschau in Freiburg eröffnet” (Stadt Freiburg, 18. April 2016).

Impressionen von der Landesgartenschau 1986

Die nachfolgenden Bilder stammen aus der privaten Sammlung eines damaligen Besuchers (DIAs, nachträglich digitalisiert).

 

Müllsammel-Aktion im Obergrün

Wie jedes Jahr: “Freiburg packt an” mit Frühjahrs-Aktion im Obergrün

Am Samstag, den 26.2.2022, 11 bis ca. 14 Uhr gibt es wieder der Frühjahrsputz im Obergrün als Mitmach-Aktion, zu der JEDER ganz herzlich eingeladen ist. Ausreichend Mülltüten sind vorhanden, alles Weitere siehe Web-Seite von IG Obergrün. Die beteiligten Gruppen freuen sich auf rege Beteiligung bei hoffentlich schönem Wetter!


Frühere Veranstaltungen:

“Freiburg putzt sich raus” / “Freiburg packt an”

Bei einer gemeinsamen Herbstaktion des „Runden Tisch Umwelt“ wurden am 23. Oktober 2021 im Stadtteil Betzenhausen-Bischofslinde Müll gesammelt und Nistkästen aufgehängt. Organisiert wurde die Aktion vom Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde, vom Jugendzentrum Chummy, von den Pfadfindern St. Albert, von der Quartiersarbeit Betzenhauen-Bischofslinde des Caritasverbandes Freiburg-Stadt e.V. sowie von Privatpersonen des „Runden Tisch Umwelt“.

Freiwillige starteten um 14 Uhr am Zehntsteinweg, um auf dem Weg zum Betzenhauser Torplatz Müll zu sammeln. Gleichzeitig wurden auf dem Betzenhauser Torplatz Nistkästen aufgehängt und Waffeln verkauft. Freiwillige waren außerdem eingeladen, sich dort Müllsammelsets abzuholen und mitzuhelfen den Stadtteil von Müll zu befreien.

Das Ergebnis konnte sich “leider” sehen lassen: sechs volle Müllsäcke, ein Eimer voll Glasmüll. Neben noch Zigarettenreste, die mit viel Mühe gesammelt wurden. Natürlich auch Einwegmasken und To-Go-Behältern.

Hier ein ausführlicher Bericht von den Mitarbeiterinnen des Stadtteiltreffs.

 

 


Hintergrund

Beim Programm von „Freiburg packt an“ mit bürgerschaftlichen Engagement und Stadtökologie engagierten sich seit 2004 zahlreiche Freiwillige und Gruppen auf den Grünflächen und auf den Spielplätzen.

Ausgestattet mit pfiffigen Putzsets (eine Tasche mit Müllzangen, Handschuhen und Säcken) sammelten Hunderte von Menschen bei ihren Spaziergängen oder Joggingtouren Müll von öffentlichen Flächen. Die enorme Anfrage war überwältigend und zeigte, dass es gute corona-konforme Alternativen zu Gruppenangeboten wie “Freiburg putzt sich raus“ gibt. Diese Aktion findet am Samstag, 23. Oktober, mit über 20 Gruppen und vielen Beteiligten in allen Stadtteilen statt.


 

Auf dem Weg zur Klima-Mobilität

Dienstag, 15. Febr. 18.30 Uhr, Konzerthaus Freiburg, Bürgerbeteiligung zum Klimamobilitätsplan für Freiburg. Eine Teilnahme vor Ort ist möglich oder per Livestream im Internet.

Auf diese Informationsveranstaltung der Stadt Freiburg möchten wir doch unbedingt hinweisen. Das Ziel: Freiburg ist eine von fünf Pilotkommunen, die mit Unterstützung des Landes Baden-Württemberg einen Klima-Mobilitätsplan erstellt. Er soll konkrete Projekte enthalten, bei denen vorab ermittelt wird, welchen Beitrag sie zum Klimaschutz leisten, was sie kosten und wie schnell sie realisierbar sind. Es können vorhandene Projekte sein, oder neue Ideen.

Oberbürgermeister Martin Horn und Baubürgermeister Martin Haag werden das Projekt vorstellen. Eine zusätzliche Live-Schaltung zu Landesverkehrsminister Winfried Hermann ist geplant.

Für die Teilnahme (vorort) im Konzerthaus ist Anmeldung bis 7. Febr. erforderlich, denn dort steht aufgrund Corona-Verordnung nur eine begrenzte Zahl an Plätzen zur Verfügung. Es gilt ausserdem: 2Gplus, Maske und Abstand. Online geht es ohne Anmeldung mit Aufruf der Veranstaltung hier: www.freiburg.de/kmp

Auf dieser Web-Seite gibt es auch alles Weitere zum Klima-Mobilitätsplan. Zentrales Ziel der Auftaktveranstaltung ist eine vielfältige Bürgerbeteiligung im Projekt.  Sinnvollerweise können auch dort schon Fragen gestellt werden (sowohl vor Ort als auch online). Wer Vorschläge hat, kann diese ab Ende der Veranstaltung auf der städtischen Beteiligungsplattform eintragen bzw. beschreiben: www.mitmachen.freiburg.de

Ein Verkehrsplanungsbüro sammelt die Eingaben und wird einen Bericht mit den Ergebnissen veröffentlichen. Voraussichtlich Ende 2022 entscheidet dann der Gemeinderat über den Plan.

Noch etwas zum Hintergrund: Freiburg will mit einem ambitionierten Ziel klimaneutral werden (bis 2038 und das ist keine ferne Zukunft!). Leider war die Entwicklung des Verkehrs in den letzten Jahren genau das Gegenteil: siehe auch unser Beitrag zum Auto-„mobil“ in Bürgerblättle-Ausgabe Oktober 2021. Hier und bundesweit nimmt die Zahl der Fahrzeuge weiter zu und es gilt dabei zusätzlich: größer, schwerer, leistungsstärker. Folglich wächst auch in Freiburg der Anteil des Verkehrssektors an den CO2 -Emissionen immer noch: Erschreckende 28 Prozent sind es.

Der notwendige Wandel wird nicht einfach sein. Bringen Sie also jetzt Ihre Gedanken und Ideen ein.

Ein Beitrag aus Bürgerblättle 341, Febr./März 2022


Weitere Hintergründe:

Um Freiburg ehrgeizige Ziele der Klimaschutzpolitik zu erreichen, begann im Jahr 2018 die Arbeit an einem Klimaschutzkonzept, das als mittelfristiger Masterplan Richtschnur sein soll für alle Ämter und städtischen Tochtergesellschaften. Zentrale Bestandteile:

  • Klimafreundliche Gebäude, Stadtplanung und Verwaltung​,
  • CO2-freie Mobilität
  • Erneuerbare Energien
  • Nachhaltige Wärmeversorgung
  • Gewerbe und Industrie
  • Klimafreundliche Lebensstile

So entstand das Klimaschutzkonzept 2019 (hier die zugehörige Broschüre auch direkt als PDF). Im Jahr 2021 wurde eine Klimaschutzoffensive, die ingesamt 120 Millionen Euro an Investitionen für bis 2028 enthalten soll.