Das Beyerschlössle und Wappen
Beitrag aus Bürgerblättle 204, Dez. 2010
Die Brandensteinstraße
Ist man auf der Sundgauallee in Richtung Lehen unterwegs, zweigt gegenüber der Matthäuskirche die Brandensteinstraße ab. Sie ist eine Sackgasse und hat nur wenige Häuser, ihr Name ist jedoch umso bedeutender. Er erinnert an die Herren zu Brandenstein, im 17. und 18. Jahrhundert in Betzenhausen ansässig waren.

Das Beyerschlössle vor dem 2. Weltkrieg
Sie wohnten im ehemaligen Beyer-Schlössle, einem der damaligen 2 Freihöfe, die es in Betzenhausen gab. Von beiden Freihöfen ist bis zum heutigen Tage fast nichts mehr erhalten. Einzig das Wappen des Beyer-Schlössles ist übriggeblieben. Es schmückt das Wohn- und Geschäftshaus Ecke Sundgauallee/Dietenbachstraße. Die meisten von Ihnen werden es schon an der Außenwand entlang der Dietenbachstraße entdeckt haben.
Erster Träger dieses Wappens war der Hofgutsbesitzer Franz Anton Beyer von Buchholz, er war 1716 durch Kaiser Karl VI in den Adelsstand erhoben worden. Was hat nun Ritter Beyer von Buchholz mit der Familie zu Brandenstein zu tun? Ganz kurz gesagt: beide Familien waren Besitzer des Hofgutes. Um die Geschichte des Beyer-Schlössles besser zu verstehen, gehe ich etwas näher auf die historischen Daten ein: Im Jahr 1622 verkauften die Freiburger Clarissen, ein Frauenorden der Franziskaner, ihren Wirtschaftshof an den Freiburger Professor der Medizin J. H. Helbling (1582-1633). Für zwei Generationen blieben die Helblings Herren des Hofgutes. 1709 ging er an oben genannten Franz Anton Beyer über, da er mit der Tochter des letzten Helblings verheiratet war. Das oben erwähnte Wappen erklärt sich als Allianzwappen dieser beiden. Nach dem Tode von Franz Anton Beyer kaufte Professor J. Schmidt das Schlössle. Er erwarb sich als Stadtschreiber, Obristenmeister und Statthalter des Freiburger Bürgermeisters große Verdienste. So wurde er in den Adelsstand erhoben, und trug von nun an den Namen von Brandenstein.
Die Brandensteiner waren nicht gerade zimperlich, wenn es um Erhalt und Ausbau ihres Besitzes ging. So ist überliefert, dass sie in einem 20 Jahre dauernden Prozess den Rang eines Freihofes für ihr Hofgut erstritten. Sie hatten somit besondere Rechte beim Weidgang und waren von Steuern und Abgaben befreit. Zu diesem Prozess findet man in den Akten von 1835 eine bemerkenswerte Notiz: „Schande der Regierung, die einen offenbar ungerechten und unverschämten Prozess gegen zwanzig Jahre zugunsten eines höchst frivolen Streiter Brandenstein, der sich so tief herabwürdigte, in Schutz nehmen konnte. Möge jeder ehrliche Mann von so niedrigen Prozesskrämern verschont bleiben.“
Brigitte Hammerich
Beitrag aus Bürgerblättle 159, Dez. 2001 (das Wappen war dort zusätzlich auch Titelbild)
Das Beyerschlössle

Das Wappen derer von Beyer
Der Name „Beyerschlössle“ erinnert an den früheren kaiserlichen Rat Franz Anton Beyer aus Buchholz, dessen Wappen bis zur Bombennacht von 1944 an dem ehemaligen Freihof in der Dietenbachstraße 4, „Beyerschlössle“ genannt, angebracht war. Dort residierte der Wappenträger, der kaiserliche Rat und Hofgutbesitzer Franz Anton Beyer, der schon 1716 durch Kaiser Karl VI. in den ritterlichen Reichsadelsstand erhoben worden war. Um 1720 war er zugleich Bürgermeister von Freiburg.
Das Wappen zeigt in den Feldern eins und vier des in vier Teile gespaltenen Wappenschildes in roter Farbe jeweils einen mit drei schwarzen Bienen belegten silbernen Balken. Die beiden anderen Felder zeigen auf Goldgrund je einen schwarzen Widder. Im Herzschild springt auf einem grünen Dreiberg ein Hirsch. Die große Reichsadelskrone ziert den oberen Teil des Wappens.
Das Wappen ist das letzte Zeugnis des durch die kaiserliche Herrschaft privilegierten Hofgutes. Zu dessen Besitzern gehörten auch die Geschlechter Helbling und Schmidt von Brandenstein. Nach dem „großen Hofacker“ ist die heutige Hofackerstraße benannt. Die Brandensteinstraße erinnert an die Familie derer von Brandenstein.
Das Wappen hängt heute am Eckhaus Dietenbachstraße 2 / Sundgauallee
Aber auch bereits im Bürgerblättle 63 vom Nov. 1988 wurden die historischen Hintergründe zum Hofgrundbesitzer und Kaiserlichen Rat Franz Anton Beyer erwähnt:



Beata Veres-Nonnenmacher, Dirigentin des Gesangvereins Liederkranz, erfreute das Publikum mit ihren Sängerinnen und Sängern durch schöne Lieder und Choräle, wobei sie selbst virtuos und mit viel Schwung am Klavier begleitete. Auf diese Weise herrschte im Saal eine beschwingte Atmosphäre.
Thomas Hammerich, Vorsitzender des Bürgervereins, durfte danach im Saal viele prominente Gäste, darunter die Landtagsabgeordneten Margot Queitsch und Bernhard Schätzle, Bürgermeisterin Gerda Stuchlik, viele Stadträte/innen und Vertreter von Vereinen und Organisationen begrüßen.
Am 24. Oktober musste die mächtige Kastanie auf dem Friedhof gefällt worden. Sie war vor etwa 150 Jahren gepflanzt worden und hatte sich zu einem imposanten Baum entwickelt. Leider brachen jedoch in den letzten Jahren große Äste ab, und eine Untersuchung ergab, dass der Baum wegen Fäulnis nicht mehr standfest war.
Im nachfolgenden Heft dann der Hinweis: Neue Kastanie auf dem Betzenhauser Friedhof gesetzt.





Die Gaskugel – einst ein vieldiskutiertes Projekt – heute ein weithin sichtbares Wahrzeichen in Betzenhausen
Unser Titelbild im Bürgerblättle zeigt die Masken der beiden noch recht jungen Narrenzünfte aus Betzenhausen und Lehen. Die Wetterhexen, 1988 gegründet und ursprünglich im Gasthaus „Zur Armbrust“ im Freiburger Osten beheimatet, entstanden aus der Initiative von acht Gründungsmitgliedern. Die ersten Zunftvögte waren Manfred Hirth und Karl-Heinz Schillinger. Auf Vorschlag von Guido Hilberer wählte man den passende Namen Wetterhexen. Das „Häs“ wurde gemeinsam gefunden und Schnitzer Rieder aus Kenzingen als Maskenschnitzer gewonnen. Die Farben Rot, Ocker und Schwarz stehen für die Sonne, den Blitz und die Gewitterwolken. Am 3. September 1988 konnte das erste Häs bei einem Sommerfest vorgestellt werden. Die eingängigen Verse „Hagel, Blitz und Donnerschlag, d’Wetterhexi am liebschde mag“ wurden als Hexenruf rasch bekannt.