Wie geht es weiter mit der Gaskugel?

Jan. 2022: Das Betriebskonzept der Arbeitsgruppe Gaskugel ist inzwischen fertig und wurde u.a. an politische Vertreter verteilt; zum Inhalt siehe Betriebskonzept Gaskugel. Daraus ergab sich Anf. Okt. 2021 ein interfraktioneller Antrag, um das weitere Vorgehen der Stadtverwaltung zu erkunden. Dazu gibt es inzwischen (10. Jan. 2022) eine Anwort von Herrn Baubürgermeister Prof. Dr. Martin Haag mit erfreulichen Tendenzen:

Die Bauverwaltung stehe dem Konzept des Arbeitskreises Gaskugel und der Stiftung BauKulturerbe gGmbH, aus dem Kulturdenkmal einen Ort der Kultur zu inszenieren und zu etablieren, grundsätzlich positiv gegenüber, teilt er mit. Die Verwaltung werde 2022 in weitere interne Abstimmungen mit der badenova gehen, mit dem Ziel, das Vorhaben des Arbeitskreises und der Stiftung bestmöglich zu unterstützen.

Die Bauverwaltung sieht die Gaskugel und deren Grundstück in einem größeren planerischen Kontext; sie soll in die Überlegungen für ein attraktives Naherholungsangebot für den neuen Stadtteil Dietenbach entlang der Dreisam einbezogen werden“. Die Ergebnisse einer entsprechenden Machbarkeitsstudie „Dreisamrevitalisierung“ sollen dem Gemeinderat noch in diesem Jahr vorgestellt werden. Ein solche Vorhaben würde sicher in allen angrenzenden Stadtteilen gern gesehen, bzw. im gesamtem Westen.


Aktueller Stand und kurze Zusammenfassung

Die Gaskugel in Betzenhausen

Im Jahr 2022 wird die Stadtverwaltung in Abstimmungen mit der Badenova gehen bzgl. Gaskugel. Ebenfalls in 2022 sollen Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie „Dreisamrevitalisierung“ vorliegen, ggf. wäre die Gaskugel in ein attraktives Naherholungsangebot eingebunden, das im Zusammenhang mit dem neuen Stadtteil Dietenbach geplant ist.

Die Arbeitsgruppe selbst hat zusammen mit Herrn Dipl. Ing. Richard Funk (ehemaligen Technischen Vorstand der FEW) die spannende Geschichte der Freiburger Gas-Nutzung aufgearbeitet und in einem Buch zusammengefasst (erhältlich ab 1.7.2021 erhältlich). Siehe Beitrag in unserem Stadtteil-Magazin “Bürgerblättle”, Ausgabe 267 (Juni 2021).

Die Stiftung BauKulturerbe gGmbH in Freiburg hat Interesse, die Gaskugel zu übernehmen. Eine entsprechende Anfrage liegt inzwischen bei der Badenova (bzw. bnNETZE) und der Stadt Freiburg. Erklärtes Ziel der gemeinnützigen Stiftung ist es, historische Gebäude und die besonders schützens- und erhaltenswerte Bausubstanz in Freiburg und darüber hinaus zu bewahren.

Seit Sept. 2020 ist die Arbeitsgruppe zur Erhaltung der Gaskugel unter einer eigenen Web-Adresse zu finden; siehe www.gaskugel-freiburg.de . Dort führen Links zahlreichen Presse- und TV-Beiträgen; aktuellen Meldungen sind chronologisch in einem eigenen Blog versammelt.

Das Landesamt für Denkmalpflege hat das Industriewahrzeichen von Betzenhausen unter Denkmalschutz gestellt. So konnte es Martin Horn als “OB vor Ort” am 16. Dez. 2019 im Bürgerhaus am Seepark verkünden. Die vielen anwesenden Bürger von Betzenhausen hat es gefreut. Denn das war eine wichtige Weichenstellung.

Im Juli 2019 wurde die Gaskugel – ein Erkennungszeichen von Betzenhausen und ganz Freiburg – außer Betrieb genommen. Hier gibt es Hintergründe zur Geschichte der Gaskugel.

Ein Arbeitskreis für das Wahrzeichen von Betzenhausen.

Schon im August 2019, also kurz nach Betriebsende, hat sich in Betzenhausen eine Initiative gegründet, die sich für den Erhalt der Gaskugel als Wahrzeichen des Freiburger Westens einsetzt. Beteiligt sind der Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde e.V., der Kultur- und Geschichtskreis Betzenhausen-Bischofslinde e.V. und die Arbeitsgemeinschaft Freiburger Stadtbild e.V.

„Wir wollen die Gaskugel als Industriedenkmal erhalten, sie aber nicht einfach leer stehen lassen, sondern neu nutzen“, sagt die Vorsitzende des Bürgervereins, Beate Diezemann. Die drei Institutionen haben im Arbeitskreis ein „sanftes“ Nutzungskonzept entwickelt. Es sieht vor, dass die Gaskugel als solche erhalten bleibt, ebenso der Park mit dem alten Baumbestand. „Wir wünschen uns hier einen lebendigen Treffpunkt für alle Freiburger/innen, mit einem Gartencafé, das an die Kugel angedockt werden könnte.“ Ein solcher Treffpunkt fehlt bislang im Freiburger Westen, obwohl die Gaskugel inmitten des beliebten Naherholungsgebietes an der Dreisam und gegenüber dem Dietenbachsee liegt. Hier führen gleich drei überregionale Radwege vorbei.

Dr. Heike Piehler, Projektleiterin

Die Arbeitsgemeinschaft wünscht sich ein niedrigschwelliges und familienfreundliches Gartencafé, das zur Dreisam hin ausgerichtet ist und v. a. Spaziergänger/innen und Fahrradfahrer/innen anlocken soll. Schließlich befindet sich die Gaskugel an der Schnittstelle von vier Stadtteilen und ist von diesen fußläufig zu erreichen: Sie steht im Stadtteil Betzenhausen-Bischofslinde, grenzt im Norden an Lehen, im Westen an Rieselfeld bzw. den neuen Stadtteil Dietenbach und im Süden an Weingarten.

Weitere Informationen und Newsletter-Abonnement unter www.gaskugel-freiburg.de.

Kontakt:


Nachfolgend die wichtigsten Projekt-Schritte seit Sommer 2019 in zeitlicher Reihenfolge.

2019 Juli: Die Gaskugel wird stillgelegt

Im Juli 2019 wurde die Gaskugel – ein Erkennungszeichen von Betzenhausen – außer Betrieb genommen: nach 54 Jahren Betrieb als Reservespeicher für Freiburg und die Region. Siehe Pressemitteilung Badenova . Herzlichen Dank auch ans “Friburger Bobbele” für das nette Video zum Ruhestand der Gaskugel. Das Betriebsende war inzwischen auch mehrfach Thema in der Badischen Zeitung; siehe z.B. Berichte am 28. Juni, 26. Aug., 7. Sept. und 18.Dez.2019. Den Denkmalschutz nahm auch das Magazin Chili zum Anlass für einen Bericht im Dez. 2019.

Kurz nach Ende der Nutzung als Gas-Vorratsbehälter gründet sich eine Projektgruppe zur Erhaltung des Wahrzeichens.

2019 Nov.: Konzept zur weiteren Nutzung der Gaskugel

Unsere ausführliches Konzept zur weiteren Nutzung der Gaskugel ist jetzt verfügbar.

Innerhalb kürzester Zeit fanden sich viele Unterstützer für die Initiative. Eine Auswahl: adfc Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V. (Kreisverband Freiburg / Emmendingen / Breisgau-Hochschwarzwald),  AFB Arbeitsgemeinschaft Freiburger Bürgervereine, Architekturforum Freiburg e.V., Ingenieurkammer Baden-Württemberg, Institut für Neue Musik, Hochschule für Musik Freiburg, O.-Studio – KlangObjekt-Studio Freiburg, mehrklang Gesellschaft für Neue Musik Freiburg e.V., NaturFreunde Freiburg e.V., Obertonchor Freiburg & Experimentalchor Freiburg, Partnergemeinde Teningen, VDI Verein Deutscher Ingenieure (Bezirksverein Schwarzwald e.V.), und andere.

Dass eine solche Nutzung sorgfältige Planungen, Investitionen und viel Rückhalt erfordert, ist dem sechsköpfigen Arbeitskreis bewusst. Neben Beate Diezemann und Dr. Heike Piehler arbeiten hier auch Jürgen Schmitteckert (Vorstand Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde e.V.), Dr. Diana Wiedemann (ARGE Freiburger Stadtbild e.V.) sowie Dr. Stefan und Renate Grugel (Kultur- und Geschichtskreis Betzenhausen-Bischofslinde e.V.) mit. „Wir wollen etwas anschieben – wohl wissend, dass ein solches Vorhaben Zeit, Geduld und Energie braucht. Es gibt wenige Projekte im Freiburger Westen und vielleicht auch in ganz Freiburg, die spontan so große Unterstützung finden“, erklärt Beate Diezemann, die für Ideen und Rückmeldungen immer ein offenes Ohr hat.

Weitere Details siehe www.gaskugel-freiburg.de/nutzungskonzept.


2019 Dez.: Die Gaskugel steht jetzt unter Denkmalschutz!

Bei seinem Besuch am 16.Dez. in Betzenhausen als “OB vor Ort” konnte Martin Horn die gute Nachricht verkünden: das Landesamt für Denkmalpflege hat das Industriewahrzeichen von Betzenhausen unter Denkmalschutz gestellt. Die Besucher beim Bürgergespräch hat es sehr gefreut. Nach dieser wichtigen Weichenstellung ist ein Abriß keine Option mehr. Welche weiteren Rahmenbedingungen sich ansonsten ergeben, will die Badenova im Januar abklären. Auf die Zukunft der Gaskugeln angesprochen, erklärt OB Martin Horn, auch er würde sich freuen, “wenn wir da perspektivisch etwas hinbekommen. Wir sind erst am Anfang eines Prozesses.”

Es ist nebenbei das erste Industriedenkmal, das in Freiburg unter Denkmalschutz gestellt wurde. Weitere Details siehe hier: Die Gaskugel steht unter Denkmalschutz.


2020 Febr.: Fernsehbeitrag Baden TV

ein schöner Fernsehbeitrag von Baden TV zum aktuellen Stand der Gaskugel (Ausstrahlung war 21. Febr. 2020); der Beitrag wird vermutlich 3 Monate online verfügbar sein.

In Lahr ist es anders gekommen, denn dort wird die Gaskugel (Baujahr 1974) bald verschwunden sein: sie ging schon 2018 ausser Betrieb und wird aktuell zurück gebaut bzw. zerlegt. Hier der Bericht in der Lahrer Zeitung.


2020 Aug. – Okt.: Ausstellung

Seit dem 3. Aug. ist die Ausstellung “Dark Side of the Moon” (Vier Entwürfe für die Kugel) im Stadtteiltreff geöffnet. Gezeigt werden Ideen von vier Architekturstudenten der Hochschule für Technik Stuttgart, die sie im Rahmen ihrer Masterabschlüsse entwickelten.

Auch Baden-TV berichtete am 7.Aug.2020 über die Ausstellung. Der Fernsehbeitrag ist online verfügbar.


2020 Sept.: Eigene Web-Adresse

Die Projektgruppe zur Gaskugel ist jetzt unter einer eigenen Web-Adresse erreichbar, siehe www.gaskugel-freiburg.de

2020 Nov.: Stiftung BauKulturerbe möchte die Gaskugel übernehmen

Siehe Bericht im Bürgerblättle 264 Dez. 2020 / Jan. 2021

Klaus Grundmann, Geschäftsführer der Stiftung

Die Stiftung BauKulturerbe wurde 2019 als gemeinnützige GmbH in Freiburg gegründet mit dem Ziel, historische Gebäude und die besonders schützens- und erhaltenswerte Bausubstanz in Freiburg und darüber hinaus zu bewahren. Dabei möchte sie sich nicht nur ideell, sondern auch konkret praktisch für unser Baukulturerbe einsetzen. Als Nonprofit-Unternehmen versteht sie sich als unabhängige Plattform zur Vernetzung von Akteuren und Organisationen. Die Stiftung verfolgt satzungsgemäß die Zielsetzung, unser Baukulturerbe zu erhalten, das allgemeine Bewusstsein für dieses Baukulturerbe zu schärfen, einen adäquaten Umgang mit alter Bausubstanz zu vermitteln und das gesellschaftliche und bürgerliche Engagement für Baukultur zu stärken.

Die Stiftung BauKulturerbe ist im Sommer dem „Arbeitskreis Gaskugel“ beigetreten, der sich 2019 um den Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde e.V. formiert hat. Die Stiftung hat unser bürgerschaftliches Engagement und die Entwicklung unseres Nutzungskonzepts von Beginn an mitverfolgt und mitgeprägt. Nun geht es um dessen Umsetzung: Wir wollen, wie berichtet, die Gaskugel als Kulturdenkmal würdigen, sie begehbar machen und mit dem sie umgebenden Areal einer „sanften“ Nutzung zuführen. Wir wünschen uns hier einen lebendigen Treffpunkt mit einem Gartencafé, das an die Kugel angedockt und zur Dreisam hin ausgerichtet sein könnte, niedrigschwellig und familienfreundlich, vor allem für die vielen Spaziergänger/innen und Fahrradfahrer/innen.

Die entsprechenden Anfragen der Stiftung liegen der Badenova bzw. bnNETZE und der Stadt Freiburg vor. Nun geht es darum, ob und zu welchen Konditionen eine Übernahme der Gaskugel und eine nachhaltige zukünftige Betreiberschaft möglich und sinnvoll wäre. Es könnte alles passen! (Dr. Heike Piehler)


2021 Jan.: neuer Seniorpartner im Gaskugel-Team

Dipl. Ing. Richard Funk

Der „Arbeitskreis Gaskugel“ bekommt fachkundige Unterstützung durch Dipl. Ing. Richard Funk, den ehemaligen Technischen Vorstand der FEW – Freiburger Energie- und Wasserversorgung AG. Der Wahl-Freiburger, der in Zähringen zuhause ist, begleitet unsere Initiative für den Erhalt und eine neue Nutzung der Gaskugel mit großem Interesse und stellt uns dankenswerterweise sein Wissen zur Verfügung.

Richard Funk war von 1964 bis zu seinem Ruhestand 1994 für die Freiburger Gasversorgung und Wasserversorgung verantwortlich und damit auch für die Umstellung von der Gaseigenerzeugung aus Kohle auf den Bezug von Ferngas / Erdgas, was auch den Bau der Freiburger Gaskugel 1964/65 umfasste.

Siehe Bericht im Bürgerblättle 265 Febr./März 2021

2021 Juni: Das Buch zur Kugel; “Freiburger Gasgeschichte(n)”

Die Arbeitsgruppe zur Weiternutzung der Gaskugel hat die spannende Geschichte der Freiburger Gas-Nutzung aufgearbeitet und in einem Buch zusammengefasst (erhältlich ab 1.7.2021 erhältlich). Siehe Beitrag in unserem Stadtteil-Magazin “Bürgerblättle”, Ausgabe 267 (Juni 2021).


2021 Aug.: Betriebskonzept und Info-Abend

Das Betriebskonzept der Arbeitsgruppe Gaskugel ist fertig und wurde inzwischen z.B. an politische Vertreter verteilt; zum Inhalt siehe Betriebskonzept Gaskugel.

Viel Interesse auch am 12. August bei einem Informations- und Diskussionsabend direkt an der Gaskugel mit Vertretern des Arbeitskreises. Aktuelle Infos wie immer unter www.gaskugel-freiburg.de/blog.


2021 Okt: Interfraktioneller Antrag aus dem Gemeinderat

Über das Betriebskonzept ergaben sich einige Gepräche mit Vertretern der Freiburger Fraktionen, die großes Interesse an dem Projekt zeigten. Als direkte Folge davon wurde Anf. Oktober 2021 ein interfraktioneller Antrag im Bauausschuss gestellt, um von der Stadtverwaltung zu erfahren, welche Planungen aktuell für das Areal und die Kugel bestehen. Insbesondere geht es um offene Punkte zur Finanzierung, möglichen Bundes- oder Landesförderungen, die Pläne der Badenova mit dem Areal und viele weitere Punkte.


2022 Jan: Anwort des Baubürgermeisters zum interfraktioneller Antrag

Inzwischen gibt es zum Antrag eine Anwort von Herrn Baubürgermeister Prof. Dr. Martin Haag mit erfreulichen Tendenzen (10. Jan. 2022):

Die Bauverwaltung stehe dem Konzept des Arbeitskreises Gaskugel und der Stiftung BauKulturerbe gGmbH, aus dem Kulturdenkmal einen Ort der Kultur zu inszenieren und zu etablieren, grundsätzlich positiv gegenüber, teilt er mit. Die Verwaltung werde 2022 in weitere interne Abstimmungen mit der badenova gehen, mit dem Ziel, das Vorhaben des Arbeitskreises und der Stiftung bestmöglich zu unterstützen.

Die Bauverwaltung sieht die Gaskugel und deren Grundstück in einem größeren planerischen Kontext; sie soll in die Überlegungen für ein attraktives Naherholungsangebot für den neuen Stadtteil Dietenbach entlang der Dreisam einbezogen werden“. Die Ergebnisse einer entsprechenden Machbarkeitsstudie „Dreisamrevitalisierung“ sollen dem Gemeinderat noch in diesem Jahr vorgestellt werden. Ein solche Vorhaben würde sicher in allen angrenzenden Stadtteilen gern gesehen, bzw. im gesamtem Westen.

20 Jahre Orchestergemeinschaft Seepark

Aktuelles

Samstag 11.Dez. 2021: Jubiläums-Konzert zu “20 Jahre Orchestergemeinschaft Seepark” im Bürgerhaus Seepark nach dem Motto „Zurück in die Zukunft”

„Back to the Future“ ist nicht nur der Name der Science-Fiction-Film-Trilogie, es war das Motto des diesjährigen Gala-Konzert der Orchestergemeinschaft Seepark als Abschluss des großen Jubiläums. In vielerlei Hinsicht ein passendes Motto zur Geschichte und aktuellen Situation der Orchestergemeinschaft.

Glücklicherweise ließen die aktuellen Corona-Bedingungen diesen schönen Abend zu. Zu hören war das Jugendorchester unter der Leitung von Tabias Kalt und das Hauptorchester unter der Leitung von Michael Schönstein. Letzteres natürlich mit Auszügen aus “Zurück in die Zukunft” und weiteren bekannten Werken wie z.B. Auszügen aus “Frozen – Die Einkönigin”.

Mit dabei waren auch erstmals die neuen Trommeln, die im Laufe des Jahres nach erfolgreichen Crowdfunding-Projekt erworben werden konnten. Ein besonderer Dank galt den großzügigen Spendern.

Dann noch eine Neuigkeit und ganz frisch verkündet an diesem Abend: Die Orchestergemeinschaft hat die Möglichkeit zur Teilnahme am „WMC 2022“ – dem World Music Contest in Kerkrade (NL) im Juli 2022. Wir gratulieren ganz herzlich an dieser Stelle und wünschen schon jetzt viel Erfolg!

Siehe auch vorherige Anküngigung auf www.orchesterschule-freiburg.de.


Samstag 10. April 2021, 20 Uhr: „Vino Musica Digitale”

Musik, Wein & mehr – Eine Online-Veranstaltung zur Eröffnung des Jubiläumsjahres. Stoßen Sie mit uns an auf 20 Jahre gemeinsame Musik von 2001 bis 2021 im sinfonischen Blasorchester der Orchestergemeinschaft Seepark aus Freiburg im Breisgau.

Wir öffnen gemeinsam 3 leckere badische Weine vom Weingut Hercher (Baden Tuniberg) und lassen uns von Winzer Manuel Hercher den Anbau, den Ausbau und den Geschmack dieser drei edlen Tropfen erklären. Zum „Vino“ gibt es jede Menge „Musica“, also musikalische Unterhaltung durch das große sinfonische Blasorchester der Orchestergemeinschaft Seepark, sowie spannende Einblicke in 20 Jahre Orchestergeschichte.

Alles weitere unter www.vinoemusica.de.

Eine Veranstaltung der Orchestergemeinschaft Seepark


Hintergründe Orchestergemeinschaft

Im Januar 2001 war es grosser Schritt, als beim Musikverein Betzenhausen-Bischofslinde ein neuer Dirigent gesucht werden musste: die Gründung der “Orchestergemeinschaft Seepark”  als gemeinsames Projektorchester zusammen mit dem Musikverein Freiburg-Mooswald e.V. Ein wenig nach der Devise: “zusammen sind wir stark”. Aus zwei eher kleinen Orchestern sollte etwas größeres werden und das ist ganz sicher gelungen. Die Orchestergemeinschaft spielt anspruchsvolle sinfonische Blasmusik  und hat sich ein vielfältigen Repertoire zugegelegt, das von klassischen Werken über Filmmusik und Musicals bis zu Swing und Pop-Hits führt.

Die Orchestergemeinschaft besteht aus einem Hauptorchester (über 60 Mitwirkende) und einem Jugendorchester (ca. 30 junge Musikern). Die eigene Musikschule organisiert eine musikalische Ausbildung für Kinder und Erwachsene; sowohl neu Neu- als auch Wiedereinsteiger sind gern gesehen (für alle Instrumente eines sinfonisches Blasorchesters).

Willkommen bei der Orchestergemeinschaft Seepark

Die Orchestergemeinschaft ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen und hat u.a. bemerkenswerte Veranstaltungen organisiert. Auftritte gibt es mehrfach im Jahr, vor allem natürlich im Bürgerhaus am Seepark oder auf der Freiluftbühne. Es gab eine Reihe von Gala-Konzerten, diverse Gemeinschaftskonzerte mit anderen Musikvereinen, Benefiz-Konzerte, z.B. für die Renovierung der St. Thomas Kirche, und auch die musikalische Weinverkostung „Vino Musica“ (siehe ausführliche Liste hier).

Seit der Gründung 2001 ist Michael Schönstein Dirigent und musikalischer Leiter des Orchesters. Über Themen des Vereins berichtet seit 2005 einmal im Quartal die eigene Vereinszeitschift “Seepark aktuell“. Auch im Bürgerblättle ist die Orchestergemeinschaft regelmäßig mit Beiträgen vertreten.

Auch nach Gründung der Orchestergemeinschaft blieben im Hintergrund beide Gründungsvereine als organisatorische Einheiten bestehen. Vereinsvorsitzender war über mehr viele Jahre Mathias Gutsche. Seit 2020 gibt es für beide Vereine ein gemeinsames Vorstandsquartett, aufgeteilt nach den Verantwortungsbereichen „Musik & Orchester“, „Jugend & Ausbildung“, „Finanzen & Öffentlichkeit“ sowie „Orga & Events“.


Musikverein Betzenhausen-Bischofslinde: etwas zur Geschichte

25 jahre Musikverein Betzenhausen-Lehen

Alte Unterlagen zeigen, dass ab 1888 eine Dorfkapelle Betzenhausen exitierte und für gute Stimmung sorgte: in Betzenhausen, aber natürlich auch im nahen Lehen (etwa 10 Musiker dürften es gewesen sein). Daraus entstand 1906 der “Musikverein Betzenhausen-Lehen”: ein schönes Foto gibt es vom  25-er Jubiläum im Jahre 1931. Mit den Wirren des 2. Weltkriegs ging der Verein unter und Betzenhausen blieb lange ohne eigene Kapelle.

Im Jahre 1985 ergriff endlich der damalige Vorsitzende des Bürgervereins – Willy Kapp – die Initiative, um die Trandition einer Blaskapelle wieder aufleben zu lassen. Aufrufe in der Badischen Zeitung und natürlich im Bürgerblättle führten zum Erfolg: etwa 10 Musiker fanden sich zusammen und mit Werner Hirth wurde ein erster Dirigent gefunden. Geprobt wurde zunächst im damaligen Haus der Vereine in der Ricarda-Huch-Str., das auch gerade in dieser Zeit eröffnet werden konnte.

Musikverein Betzenhausen-Bischofslinde e.V.Die offizielle Gründung erfolgt als “Musikverein Betzenhausen-Bischofslinde e.V.” im März 1986. Erste Vorsitzende wurde Monika Karczewski (und sie blieb es für fast 20 Jahre) und Werner Hirth wurde als Dirigent bestätigt.

Schon im Jahr der Gründung gab es erste Auftritte der Kapelle bei Einweihung des Betzenhauser Stegs über die Dreisam und auf der Landesgartenschau (beides Juni 1986). Von Anfang an legte man Wert auf eine gute Ausbildung: so waren Ende 1986 neben den 15 aktiven Musikern auch schon 12 Auszubildende dabei.

Im Januar 2001 dann ein grosser Schritt, als ein neuer Dirigent gesucht werden musste: die Gründung der Orchestergemeinschaft Seepark als gemeinsames Projektorchester zusammen mit dem Musikverein Freiburg-Mooswald e.V.

 

 

Kunstwerke im öffentlichen Raum

Der Anlass

Die Corona-Zeit hat sicher für den ein oder anderen zusätzlichen Spaziergang durch unseren Stadtteil Freiburg-Betzenhausen gesorgt. Dabei haben Sie vielleicht auch Dinge entdeckt, die Ihnen vorher entgangen waren: versteckte Kunstwerke zum Beispiel. Anlass für uns, einige davon hier einfach mal vorzustellen (ggf. auch als Anregung für den nächsten Spaziergang…).

Seit Mitte 2021 werden ausgewählte Kunstwerke auch über eine kleine Serie in unserem Stadtteil-Magazin Bürgerblättle vorgestellt. Hier wie dort: noch ist die Zusammenstellung unvollständig (aber wir arbeiten dran…).

Im Seepark

Da der Seepark durch seine Vergangenheit als Landesgartenschau im Jahr 1986 besonders viele “versteckte” Kunstwerte besitzt, wollen wir sie hier auch im Block vorstellen (auch diese Liste soll nur ein erster Eindruck sein, siehe aber auch unser Beitrag zum Seepark und Flückigersee). Eine Reihe der Plastiken wurde für den Wettbewerb „Park, Kunst und Utopie“ zur Landesgartenschau 1986 entworfen und nach der Ausstellung auch dort belassen. Dazu gehörten auch die großen Holzkunstwerke auf dem Betzenhauser Torplatz, die erst mit der Neugestaltung dort Ende 2020 entfernt wurden. Im damaligen Wettbewerb (beteiligt war auch Prof. Klaus Humpert als ehemaliger Leiter des Stadtplanungsamtes) sollten vor allem plastische Qualitäten relevant sein; deshalb waren insbesondere auch junge und renomierte Architekten zur Teilname eingeladen.


Forsthaus Seepark, Architekt Heinz Mohl (Karlsruhe, 1986)

Hierbei handelt es sich um eine spektakuläre, öffentlich zugängliche Konstruktion aus Douglasien-Holz am Ufer des Flückiger Sees. Es ist entstanden zur Landesgartenschau 1986 und trägt gelegentlich auch den Titel ,,Der liegende Turm” (36 Meter lang). Das Forsthaus wurde explizit geplant “ohne besondere Nutzung”.

Von hier hat man einen wunderbaren Blick auf den See, die gegenüberliegende Anhöhe mit dem Seeparkturm und den Stadtteil Mooswald dahinter.


Seeparkturm auf dem Rebberg, Architekten Heinz Hilmer und Christoph Sattler (München, 1986),

Der Holz-Turm mit markantem Schnecken-Design ist etwa 18 Meter hoch und bietet eine schöne Aussicht über den gesamten Park, bzw. auf die Silhouette von Freiburg mit Panorama von Schwarzwald und Kaiserstuhl/Vogesen (je nach Wetter natürlich).

Im Jahr 2003 wurde der Holzturm leider Opfer von Brandstiftung und musste komplett abgerissen werden. Doch innerhalb eines Jahres wurde der Turm unter Leitung des Architekten Richard Kramer nahezu orginalgetreu wieder gebaut. Das war eine beachtliche Leistung, denn leider hatte die frühere Baufirma ihre Pläne kurz vor dem Brand entsorgt. Also musste der Architekt den Turm im Grunde Stück für Stück neu konstruieren: frühere Fotos halfen dabei, aber z.B. auch der Zimmerer, die schon bei der ersten Ausführung beteiligt waren.

Seit 2015 ist Suwon in Südkorea eine Partnerstadt von Freiburg. In Anlehnung an den Seeparkturm hat man dort im Gwanggyo Lake Park ein ähnliches Bauwerk errichtet: allerdings um einiges größer, so dass ein Museum und Umweltbildungszentrum integriert werden konnten (siehe Bericht der BZ dazu).


Pavillon / Tempelchen entworfen von Prof. Robert Krier (“Rob Krier”, Luxemburg, 1986, www.robkrier.de)

Gefertigt aus Beton, aber Kuppel, Säulen und Rundbögen hinterlassen einen historischen und fast romantischen Eindruck: Also ein wenig Renaissance-Zeit im Seepark. Über dem Gewölbe im unteren Bereich befindet sich ein Kuppelraum; eine Rundtreppe führt außen dort hinauf.

Das Tempelchen ist sicher eines der beliebtesten Objekte im Seepark, vor allem auch als Foto-Motiv: von hier aus bietet sich ein schöner Blick auf den See bzw. das Ufer zur Seebühne.

Star-Architekt und Stadtplaner Rob Krier wurde 1938 in Luxenburg geboren, er war über 20 Jahre als Dozent an der TU Wien tätig und gilt als scharfer Kritiker “moderner” Architektur. Rob Krier betreute städtebauliche Projekte in ganz Europa, aber vor allem in den Niederlanden. Seit 1997 ist er Ehrenmitglied im Bund Deutscher Architekten (siehe Wikipedia-Eintrag). Schwerpunkt seiner Arbeit war die städtebauliche Wiederherstellung urbaner Strukturen, wobei er nach Anknüpfungen an historische Vorbilder suchte (mit einer Vielzahl an Publikationen dazu).

Nebenbei ist Rob Krier auch als  Bildhauer tätig und realisiert vor allem  Skulpturen für öffentlichen Raum, die in ganz Europa zu finden sind. Seine Verbindung zu historischen Hintergründen spiegelt sich ja auch im Tempelchen wieder. Insofern steht dieses kleine Bauwerk auch beispielhaft für seine Vorstellung von einer Verbindung aus alt und neu: dieser Grundgedanke hätte wohl auch so manch anderer Gestaltungs-Idee in der Architektur der letzten Jahre gut getan.


Boden-Sonnenuhr in der Nähe des Bürgerhauses, eine Konstruktion von Prof. Heinz Schumacher (Freiburg, 1986)

Als Zeiger dient der Mensch, dessen Schatten auf die Markierungen für Stunden trifft: um die Zeit anzuzeigen, muss man sich auf den Punkt der Kalenderskala stellen, der dem aktuellen Datum entspricht. Wer das Schild in der Nähe der Boden-Sonnenuhr aufmerksam liest und den Anweisungen folgt, kann zusätzlich sogar die Stelle von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ermitteln.

Die Sonnenuhr im Seepark wurde entworfen von Prof. Heinz Schumacher (1909 – 1998), der in den Jahren von 1949 bis 1974 die Meisterschule für Steinbildhauer und Steinmetze in Freiburg leitete. Den Sonnenuhren galt immer sein besonderes Interesse: Er verfasste mehrere Fachbucher und Anleitungen zu deren Konstruktion. Den Arbeitskreis Sonnenuhren in der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie (DGC) leitete Schumacher von 1976 bis 1985 als Vorsitzender.

Wer sich für weitere Sonnenuhren interessiert, für den ist der Ort Bernau im Schwarzwald eine gute Adresse: Dort gibt es eine Vielzahl mit unterschiedlichen Ausführungen und sie werden auch explizit von der Stadt beworben. Schon im Jahr 1985 hatte Prof. Heinz Schumacher eine Broschüre herausgegeben, in der fünfzehn Bernauer Sonnenuhren aufgelistet waren (hier eine verkürzte Doku(pdf) )


Lichtturm, Platz vor dem Bürgerhaus (Regioplatz), Oswald Mathias Ungers (Köln, 1986).

Auf einem vierstufigen Unterbau ragt ein kantiger Turm mit rostbraunem Klinker für 17 Meter in die Höhe. Der Unterbau mit 4 Stufen ist ein beliebter Sitzplatz mit Blick auf das Geschehen rund um das Bürgerhaus. Am oberen Ende schliesst der Turm ab mit quadratischen Öffnungen, die das Licht aus allen Himmelsrichtungen durchlassen: daher wohl der Name des Bauwerks.

Auf der West-Seite in Richtung Japanischer Garten ist eine Inschrift von Lina Ritter zu finden:

Worum trennt uns e Rhi? Ass mir zeige chenne, Wie me Brucke bäut“.

Der Architekt Oswald Mathias Ungers (1926 – 2007) sah sich Entwurfs- und Gestaltungsprinzipien verpflichtet, die er aus der Vergangenheit ableitete, weiterentwickelte und in seinen Bauten jenseits aller Moden und Schulen als in seiner Sicht zeitgemäßen Ausdruck allgemeiner menschlicher Ordnungen zu verwirklichen suchte (so sagt es Wikipedia) und weiteres zum Architekten…).


Seeparksäule, Nähe Bürgerhaus am sog. “Platz des Handwerks”, Dieter Schindler (1986).

Die knapp 5 Meter hohe Marmor-Säule zeigt von unten nach oben die unterschiedlichen Schritte in der Arbeit eines Bildhauers: vom grob-kantigen Stein bis zur fein geschliffenen Oberfläche. Ursprünglich lief Wasser von der oberen Abschlussplatte hinab entlang den verschiedenen Stufen des Schaffens. Wer mag, darf die “Metamorphose des Steins” von umgebenden Bänken auf sich wirken lassen.

Am Boden ist die Säule umgeben von Mosaiken zur Darstellung unterschiedlicher Gewerke des Handwerks.


Promenade auf der Wiese neben dem Bürgerhaus, Bernd Hennig (1986)

Rotbraun gestrichene Eisenplastik, deren einzelne Elemente symbolisch für Teile des Parks stehen sollen. Die Plastik wurde entworfen für den Wettbewerb „Park, Kunst und Utopie“ zur Landesgartenschau.

Bernd Hennig (geb. 1952 in Heilbronn) ist als freier Bildhauer und Objektkünstler tätig und erstellte vor allem in den ersten Jahren seines Schaffens gern große Skulpturen aus Stahl. Er hat seit 1994 eine Professur im Fachbereich Design an der Fachhochschule Anhalt in Dessau-Roßlau (alles weitere  siehe Wikipedia).


Die Ente, Bronze-Plastik am Ostufer des Flückigersees, Elsa Gerhard (Datum der Aufstellung noch unbekannt)

Wer nicht gleich drauf kommt: die Ente hat ihren Kopf nach hinten gedreht um sich mit dem Schnabel einen Flügel zu putzen (oder ist es vielleicht doch ein Schwan?). Eine weiche, geschwungene Bronze-Plastik, die eigentlich auch von Gary Moore sein könnte.

Die Künstlerin Elsa Gerhard hat einige Jahre in Freiburg gelebt und ist mit mehreren Skulpturen im Stadtbild vertreten: ganz in der Nähe des Seeparks, im Aussenbereich des Wentzinger Gymnasiums, ist beispielsweise eine kleine Eule aufgestellt (siehe Hügel an der Ecke Falkenbergstr. / Elsässerstr.).


Erwachsener Adam, Bronzefigur im Rosengarten am Seepark, Wilhelm Gerstel (München, 1932/34)

Dargestellt wird Adam kurz nach der Schöpfung: noch etwas verschlafen wirft er erste Blicke in die Welt und tastet sich hinein.

Die ursprüngliche Figur aus den Jahren 1932/34 hatte Wilhelm Gerstel in Gibs gestaltet. Sie galt in der nationalsozialistischen Zeit als „entartet“ und durfte z.B. bei einer Ausstellung in München über Berliner Kunst nicht gezeigt werden. Die heutige Bronzefigur wurde zur Landesgartenschau 1986 im Rosengarten aufgestellt.

Der Bildhauer Wilhelm Gerstel (1879-1963) arbeite viele Jahre in Berlin; im Jahr 1948 (nach seinem offiziellen Ruhestand) zog es ihn nach Freiburg; hier war er noch für viele Jahre Leiter der Bildhauerklasse an der Freiburger Kunstakademie. 1955 erhielt Gerstel das Bundesverdienstkreuz als Anerkennung für seine Arbeiten (siehe auch Beitrag zu Wilhelm Gerstel bei Wikipedia) .

In Freiburgs Altstadt an der Treppe zwischen Greifeneggring und Insel steht eine weitere Figur von Wilhelm Gerstel: der „Aufwärtsstebende“.


Fliesen-Sonnenuhr (Landesgartenschau, 1986)

Wenn man am Ufer vor dem Westbad schlendert, sieht man diese wunderschöne Sonnenuhr: ein Geschenk von Freiburgs Partnerstadt Besançon, dem Zentrum der französischen Uhren-Industrie. Eine solche Uhr nennt man wohl fachgerecht „Analemmatische Bodensonnenuhr“ (siehe Wikipedia).

Um die Uhr zu nutzen, muss man sich selbst in die Mitte stellen und der Schatten liefert die Uhrzeit (6:00 bis 18:00 Uhr). Historische Gebäude aus Besançon bilden die Markierungen der Stunden. Der Innenbereich der Uhr (Zifferblatt) zeigt einen Stadtplan von Besançon aus dem 18.Jahrhundert: dort wird die Altstadt von einer Schleife des Doubs umflossen, darüber ragt die Zitadelle.

Hintergrund: Die Partnerschaft zwischen Freiburg und Besançon besteht seit 1959. Und beide Städte haben auch eine große historische Gemeinsamkeit, denn Vauban, der Militärarchitekt Ludwig XIV, hatte beide Städte Ende des 17. Jahrhunderts zu Festungen ausgebaut. Die Festungsanlagen in Besançon sind auch heute noch erhalten und auch wirklich eine Reise wert (seit 2008 gehören sie zum UNESCO‐Weltkulturerbe).

Eine sehr schöne Dokumentation (PDF) zur Uhr mit vielen Detail-Bildern hat Renate Funk erstellt für www.helios-sonnenuhren.de.


Bacchus am Fuß des Weinbergs im Seepark (Kurt Lehmann, Staufen, 1970 )

Bacchus symbolisiert den Gott des Weines. Die Bronze-Figur stand zunächst auf dem Freiburger Schlossberg (Kanonenplatz) und wurde erst zur Landesgartenschau 1986 in den Seepark umgesiedelt.

Die gleiche Figur ist auch in Staufen am Fuße des Schlossbergs zu finden am Eingang zur Stadt (dort seit 1996).

Kurt Lehmann (1905 – 2000) war ein deutscher Bildhauer. Geboren in Koblenz lebte und arbeitete er viele Jahre in Kassel und Hannover: dort sind auch diverse Werke von ihm aufgestellt. Lehmann hatte u.a. eine Professur an der Technischen Hochschule Hannover. Mit der Pensionierung ging er nach Staufen (1970 bis 1998), wo ebenfalls mehrere Werke von ihm im Stadtbild zu finden sind (siehe auch Wikipedia).


Andere Fundstellen im Stadtteil

Wir beginnen in der Bissierstraße, kurz vor der Güterbahn-Brücke, wo seit Ende der 1980er Jahre das „Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg“ zuhause ist, speziell die Abteilung für Lebensmittelkontrolle. Haben Sie sich schon mal gefragt, ob die gefärbten Ostereier im Supermarkt wirklich ungefährlich sind oder ob der Spargel auch wirklich aus heimischem Anbau stammt? Auf solchen Fragen der Lebensmittelqualität sucht man in diesem Institut die Antworten. Und draußen vor der Tür findet man zwei beeindruckende Installationen: „Schmetterling“ und „Lotusbrunnen“.

Vier Stelen im Lotusbrunnen, Chemische Landesuntersuchungsanstalt, Bissierstraße, Wolfgang Glöckler (1988)

Mit dem Lotosbrunnen sollte ein Gegenstück zum naturwissenschaftlich orientierten Denken am Institut entstehen: freistehenden Stelen/Säulen, die einfach nur da sind und nach oben zeigen. Die Säulen au Betonguß  sind mit Platten aus Karlsruher Majolika verkleidet: bemalt mit blauen Linien, die an Schlingpflanzen erinnern.

Wasser ist hier ohnehin ein wichtiges Element: Im kantigen Becken wachsen u.a. Seerosen, deren Lotos-Blüte im buddhistischem Umfeld ja eine besondere Bedeutung hat. Wolfgang Glöckler hatte zahlreiche Reisen nach Asien (speziell Indien) unternommen und setzte Mythen und Vorstellungen aus diesem Kulturkreis gern künstlerisch um. Nebenbei bildet das Wasser-Becken auch eine thematische Verbindung zum nahegelegenen Runzbach.

Schmetterling, Chemische Landesuntersuchungsanstalt, Bissierstraße, Jürg Franz Häusler (1988)

Die Skulptur entstand 1988 im Rahmen eines Wettbewerbs “Kultur am Bau”. Der Künstler sah sein Werk als Versuch einer Synthese von Natur und Technik. Die Skulptur sollte auch im Kontrast zur Architektur der Landesuntersuchungsanstalt stehen.

Erstellt mit viel Eisen und Beton ist es ein gewichtiges (tonnenschweres) Kunstwerk geworden, das trotzdem leicht wirkt (also wie ein Schmetterling).


Drei Schirme, Aluminium-Skulpturengruppe im Innenhof des Regierungspräsidiums, Bissierstr. 7, Stephan Hasslinger (Merzhausen, 2003)

Wer den Innenhof des Regierungspräsidiums  betritt, steht unmittelbar vor den metallisch glitzernden Schirmen des Bildhauers Stephan Hasslinger aus Merzhausen. Eine kleines Ballett scheinen die goldenen und hellblauen “Drei Schirme” dort im viereckigen Teich des Innenhofs aufzuführen; fast scheinen sie dort zu schwimmen oder sich einfach treiben lassen. Und mit immer neuen Spiegelbildern, je nach Stand des Betrachters und der Sonne (1. Preis im Wettbewerb “Kunst am Bau” 2003).

Ohnehin ist der von allen vier Seiten “abgeschirmte” Innenhof mit angrenzender Kantine ein richtiges Refugium mit Zügen einer Gartenlandschaft, in dem sich Mitarbeitende und Besucher gern aufhalten.

Wir hatten die Skulpturen auch als Titelbild unseres Stadtteil-Magazins im März 2005.


Brunnen im Wohnblock „Idinger Hof“, Hans-Peter Wernet (Freiburg, 1976)

Im Innenhof steht seit 1976 ein Brunnen von Hans-Peter Wernet, einem Künstler aus Betzenhausen (er schuf auch den Bischofsbrunnen auf dem Platz am Bischofskreuz). Ganz rund ist das Wasserbecken des Brunnens und steht so im Kontrast zum umgebenden Wohnblock mit seinem kantigen, achteckigen Grundriß. Aber auch beim Brunnen findet sich die Zahl Acht wieder: so viele Wasserbögen hat er und sie zeigen auf jeweils eine Seite des umgebenden Gebäudes. Das Wasser des Becken wird immer wieder hoch gepumt (also kein Trinkwasser) und aber spätestens an heißen Sommertagen ist es der ideale Treffpunkt für Bewohner, um im geschützten Innenhof “die Füße baumeln” zu lassen. Siehe auch Beitrag zum Idinger Hof.


Bischofsbrunnen, Platz am Bischofskreuz, Hans-Peter Wernet (Freiburg, 1980)

Von Bildhauer Hans-Peter Wernet stammt der Sandsteinbrunnen, der auf dem Platz am Bischofskreuz steht. Markant für den Brunnen ist die Säule mit vier Wasserspeiern. An der Spitze zu erkennen ist eine Bischofsmütze umgeben von vier Pferdeköpfen: eine Erinnerung an die legendäre Schlacht zur Verteidigung Freiburg von 1299, die hier in der Nähe stattgefunden haben muss. (siehe Historisches zu Bischofslinde).

Der Brunnen ist dreistufig aufgebaut: unten das achteckige Wasserbecken, wobei sich die achten Ecken auch im Querschnitt der Mittelsäule wiederfinden. Die mittlere Ebene hat vier Wasser-speienden Köpfe: sie sollen an Krieger erinnern, die von damaligen Geschehen der Schlacht berichten (mit dem sprudelden Wasser als “Redefluß”). Die Spitze bildet eine Bischofsmütze.

Zur Aufstellung des Brunnens schrieb die Badische Zeitung am 1. März 1980: EIN SANIISTEINBBUNNEN wurde jetzt im Stadtteil Bischofslinde aufgestellt. Auf Anregung von Stadtplanungschef Humpert finanzierte die Genmeinnützige Wohnstättenbau diesen Brunnen, der vom Freiburger Bildhauer Hans Peter Wernet geschaffen wurde. Der Brunnen besteht aus Trog und einer Säule mit vier Wasserspeiern einem Kapitel mnit vier Pferdeköpfen, in deren Mitte eine Bischofsmütze zu erkennen ist. Die Bischofsmütze weist auf ein historisches Erreignis hin, bei dem ein Bischof an dieser Stelle in einer Schlacht getötet wurde.


Spaziergang mit Hund (oder auch “Frau mit Hund”), an der Sporthalle der Anne-Frank-Schule, Aiga Müller (Berlin, 1971)

Die drei bunten Figuren wurden schon 1971 mit Fertigstellung der Anne-Frank-Schule aufgestellt und sind entstanden über einem Wettbewerb „Kunst am Bau”: im Jahr 2021 durften Sie also wie die Schule ihren 50-ten Geburtstag feiern (siehe Bericht im Bürgerblättle 268, Aug. 2021). Über viele Jahre standen die Figuren etwas versteckt zwischen Bäumen vor dem Rektorenzimmer; erst mit Start der Erweiterungsarbeiten 2019 wurden sie versetzt und stehen nun auf der kleinen Wiese vor der Turnhalle. Da dort direkt ein Rad- und Fußweg vorbei führt, sind sie jetzt auch auffälliger. Grad noch schaut man auf den Weg und plötzlich entdeckt man im Augenwickel: da steht doch jemand…

Im gleichen Wettbewerb „Kunst am Bau” erstellte Aiga Müller auch ein Fries (Bild) mit Zoomotiven an der Einfahrt zur Tiefgarage der Anne-Frank-Schule, die aber leider in den Bauarbeiten zum neuen Erweiterungsbau untergegangen sind.

Von der Künstlerin stammt übrigens auch die Windrose auf der Gaskugel in Betzenhausen: optimal geeignet um die Himmelsrichtungen mit dem eigenen Eindruck abzugleichen (ist da wirklich Norden…).

Aiga Müller (1944 – 2011) galt als vielseitige Malerin und Künstlerin: insbesondere setzte sie ihre Figuren und Bilder häufig aus Scherben zusammen. Bekannt sind ihre Arbeiten mit Porzellan-Resten und Scherben, die sie in Berliner Trümmerbergen des Zweiten Weltkrieg sammelte. Die Künstlerin lebte und arbeitete zeitweise in London. Im Jahr 1971, in dem die drei Figuren an der Anne-Frank-Schule aufgestellt wurden, war sie Meisterschülerin in der Außenstelle der Karlsruher Akademie in Freiburg. Hier der Hinweis auf eine Ausstellung in Berlin, die Leben und Werke der Künstlerin zusammenfasst.

 


Literatur ist gefragt!

Wiedererkannt?

Kürzlich bei der Nachbarin: “Ich lese gerade ein Buch, das du sicher kennst. Hier mal ein paar Zeilen aus der Einleitung: Erkennst du sie wieder?”

Eine Frage mit schönem Aha-Effekt!

Also haben wir in Bürgerblättle 269 vom Okt./Nov. 2021 eine kleine Reihe mit Zitaten aus bekannten Büchern begonnen. Und wo eine Frage gestellt ist, sollte es natürlich auch Lösungen geben…


Ausgabe Dez. 2021/Jan. 2022:  Diesmal musste es natürlich etwas sein mit Blick auf die Weihnachtszeit. Thomas Mann und “Die Buddenbrooks” war die richtige Anwort; zitiert haben wir von Seite 534:

Der ganze Saal, erfüllt von dem Dufte angesengter Tannenzweige, leuchtete und glitzerte von unzähligen kleinen Flammen, und das Himmelblau der Tapete mit ihren weißen Götterstatuen ließ den großen Raum noch heller erscheinen. Die Flämmchen der Kerzen, die dort hinten zwischen den dunkelrot verhängten Fenstern den gewaltigen Tannenbaum bedeckten, welcher, geschmückt mit Silberflittern und großen, weißen Lilien, einen schimmernden Engel an seiner Spitze und ein plastisches Krippenarrangement zu seinen Füßen, fast bis zur Decke emporragte, flimmerten in der allgemeinen Lichtflut wie ferne Sterne. …


Ausgabe Okt./Nov. 2021: Es war keine kurze Geschichte, aus der wir beim ersten Mal zitiert haben, sondern eine recht lange: Michael Ende und “Die unendliche Geschichte”. Zitiert hatten wir u.a.:

“Draußen war ein grauer kalter Novembermorgen und es regnete in Strömen. Die Tropfen liefen am Glas herunter und über die geschnörkelten Buchstaben. Alles, was man durch die Scheibe sehen konnte, war eine regenfleckige Mauer auf der anderen Straßenseite. Plötzlich wurde die Tür so heftig aufgerissen, dass eine kleine Traube von Messingglöckchen, die über ihr hing, aufgeregt zu bimmeln begann und sich eine ganze Weile nicht wieder beruhigen konnte”. …

Aktuelle Ausstellungen

Hier finden Sie aktuelle Ausstellungen in Betzenhausen oder mit Bezug zu unserem Stadtteil.


Ökostation: Fotoausstellung „Heimische Libellen“

Im zentralen Ausstellungsraum bietet die Ökostation ab November beeindruckende große Fotografien zu heimischen Libellen im A-2 Format an. Bildautoren sind die vier ambitionierten Hobby-Fotograf*innen Heinz Hauenstein, Andrea Hagemann-Raffs, Wolfgang Henke und Frowalt Janzer.

Unter der Woche sind die Fotos täglich von 9 – 17.00 Uhr zu sehen (So 31.10 – 23.12.)

Alles weitere unter: www.oekostation.de/libellen


Malereien als „Sehnsuchtsorte“

Vom 1. Okt. bis 30. Nov. 2021 wird die Ausstellung „Sehnsuchtsorte“ mit Malereien aus der heilpädagogischen Kunsttherapie des Refugiums im Stadtteiltreff zu sehen sein.

Das Refugium in der Trägerschaft des Caritasverbandes Freiburg-Stadt e.V. und Refudocs e.V. bietet als Koordinierungs- und Beratungsstelle u.a. psychosoziale Hilfen und Beratung für geflüchtete Menschen an.

Geöffnet zur den Sprechzeiten des Stadtteiltreffs.


Rückblick auf vergangene Ausstellungen

 

Fotoausstellung „Heimische Orchideen“: große Fotografien zu 24 heimischen Orchideen im A-2 Format (April – Juni 2021, Ökostation)

Fotoausstellung Thema „Wege“: Bilder von Helmut Schiemann (März – Sept. 2021 Stadtteiltreff)

„Tiere, Blumen und Maritimes“. Heike Ketzner, eine leidenschaftliche Hobbyfotografin aus dem Stadtteil, stellt ihre Naturmotive von unterwegs aus (Febr.- März 2021 Stadtteiltreff).

… und auf besondere Ereignisse sollte man auch mal ausführlicher zurückblicken:

Ausstellung “Dark Side of the Moon” (Aug.-Okt. 2020) mit Modellen und Plänen zur Gaskugel, die vier Architekturstudenten im Rahmen ihrer Masterarbeit erarbeitet haben.

Figurentheater Gregor Schwank: unter dem Titel “Magische Figuren und Fantasie-Welten” war im Sept. 2020 eine Ausstellung zu sehen, die es so noch nicht gegeben hat.

Eröffnung der Ausstellungsreihe Kunst im Stadtteil“  im Jahr 2016.

 

Happy Birthday: 20 Jahre Wikipedia

Welch ein Erfolg: über 50 Millionen Seiten sind heute in Wikipedia zu finden. Wer hätte vor 20 Jahren gedacht, dass dies möglich ist. Am 16. März 2001 wurde die deutsche Version unter Web-Adresse www.wikipedia.de vorgestellt; zwei Monate zuvor hatte die engl. Version das Licht der Web-Welt erblickt. Zum Jubiläum gibt es natürlich eine Sonderseite 20.wikimedia.de mit vielen Online-Veranstaltungen und Glückwünschen prominenter Wissenvermittler wie Jean Pütz, Ralph Caspers und Ranga Yogeshwar.

Wikipedia ist eine der meistbesuchten Seiten im Internet und dabei eher „unscheinbar“: keine blinkenden Animationen und Bilder, nur ein Logo und Schrift in Schwarz und Blau. Glaubhafte Information steht im Mittelpunkt. Wikipedia sieht damit auch ein wenig aus wie „von gestern“, denn das Design hat sich in den letzten 20 Jahren kaum geändert. Wikipedia ist also inzwischen eine verlässliche Konstante in unserer kurzlebigen Internet-Zeit!

Hinter dieser freien Enzyklopädie steckt kein mächtiger Konzern, sondern eine Stiftung mit Sitz in San Francisco: kein Google, kein Facebook (sie sind sogar mit eigenen Initiativen gescheitert). Es sind freiwillige Autorinnen und Autoren, die weltweit für das „freie Wissen“ schreiben. Im Grunde also ehrenamtlich Tätige. Dabei hätte der Gründer Jimmy Wales mit der Idee des „Online-Lexikons“ sehr reich werden können. Aber die Idee war ihm wichtiger: anfallende Kosten werden bis heute über Spenden gedeckt und das sind nicht wenige (bei fast 100 Millionen Dollar jährlich liegt der Aufwand inzwischen).

Wer schaut heute noch in einem Brockhaus nach? (Pflege eingestellt seit 2014). Junge Menschen wüssten vermutlich kaum noch, wie darin etwas zu finden wäre. Nur ein Beispiel dafür, wie Wikipedia unser Denken und Handeln beeinflusst hat.

Hier geht es zur Geburtstagsseite 20.wikipedia.de und die liefert auch gleich noch ein paar beeindruckende Zahlen zum Geburtstagskind: mehr als 55 Millionen Artikel weltweit, davon ca. 2.5 deutschsprachig, 1.000.000.000 Aufrufe allein für deutsch Artikel pro Monat, ca. 80.000 Mitglieder im Verein Wikipedia Deutschland…

Ein Thema von Betzenhausen ?

Aber warum machen wir den Geburtstag dieses globalen Unternehmens hier zum Thema? Ganz einfach, weil es bei Wikipedia auch so viel über unseren Stadtteil zu entdecken gibt!

Was wir noch anfügen möchten…

In unserem Land wird viel gelesen und geschrieben: vielleicht ist deshalb die deutsche Ausgabe von Wikipedia auch die viertgrößte der Welt. Doch leider sind auch bei uns nur ca. 10% der Schreibenden Frauen (wobei die Zahl geschätzt ist, da häufig mit Pseudonym geschrieben wird). Und dabei sucht Wikipedia schon lange intensiv nach weiblicher Verstärkung! Ein großes Ungleichgewicht gibt es leider auch in der geografischen Verteilung: die Autor*innen und Leser*innen stammen überwiegend aus den Industrie-Nationen der westlichen Welt.

Bei dieser Größe bleibt es nicht aus, dass auch mal Inhalte falsch sind. Überraschenderweise kam das aber bisher eher selten vor im Vergleich zur unglaublichen Menge an Themen, die behandelt werden. Und wenig auch im Vergleich zu dem, was sonst an „alternaiven Wahrheiten“ bewusst und unbewusst inzwischen in die Welt gesetzt wird. Das zeigt auch, wie wirksam inzwischen das interne Qualitätssystem bei Wikipedia geworden ist.

Doch diese Qualität hat auch ihren Preis bzw. bedeutet Aufwand, z.B. durch verpflichtende Quellenangaben, durch ein eingespieltes, gegenseitiges Korrektur-System und viele Regeln. Glaubwürdigkeit und Wahrheit als erklärte Ziele können sehr anstrengend sein für die Beteiligten einer Diskussion. Leider hat dieses Streben nach dieser Qualität auch einen weiteren Nachteil: in Ländern und Sprachen mit wenig niedergeschriebenen Quellen, ist auch Wikipedia weniger gut vertreten. Dort haben es auch die Wikipedia-Autor*innen schwerer (z.B. im gesamten Afrika). Fast schon zu erwarten: auch so manchem politischen System ist diese Informationsbreite und Qualität nicht geheuer (Wikipedia dort also gesperrt).

Fazit: Wikipedia ist sicher die größte Wissenssammlung, die je zusammengetragen wurde. Manche sprechen sogar von einem „Weltwunder“. Geschaffen fast ausschließlich in ehrenamtlicher Arbeit von einer Gemeinschaft, die überwiegend aus Nicht-Profis besteht (bisher haben sich über 3,5 Millionen Autor*innen registriert).

Die Redaktion

Historische Schätze im Keller?

Wir haben wir ein Projekt vor Augen, für das weitere historische Fotos von Betzenhausen hilfreich wäre. Für dieses Projekt sind es insbesondere Bilder/Fotos von Alt-Betzenhausen und die Zeit vor der Sundgauallee. Deshalb heute unsere Bitte, falls sie noch solche historischen Schätze besitzen: melden Sie sich einfach bei uns!

Natürlich sind uns auch sonstige Unterlagen zum gesamten Stadtteil (Bilder, Berichte, Zeitungsausschnitte…) jederzeit willkommen.

Beate Diezemann (E-Mail bitte an redaktion@Betzenhausen-Bischofslinde.de).


Dazu passend ein Beitrag aus Bürgerblättle 263, Okt./Nov. 2020 (Dr. Heike Piehler) zur Rettung von Kulturdenkmalen


Die Arbeitsgemeinschaft Freiburger Stadtbild e.V. hat eine Initiative gestartet, um gemeinsam mit den Bürgervereinen Gebäude und städtebauliche Situationen in den Stadtteilen zu identifizieren, die als besonders schützenswert angesehen werden. „Rettung von Kulturdenkmalen“ heißt das nach allen Seiten vernetzte Projekt, das auch die Zusammenarbeit zwischen Organisationen, Einzelpersonen, dem Verein, der Stadt und dem Denkmalschutz voranbringen möchte.

In der Vergangenheit gelang es dem 1967 gegründeten Verein bereits, zahlreiche Gebäude in Freiburg vor dem Abriss zu bewahren und die Verantwortlichen ebenso wie die Bürger*innen für diese Problematik zu sensibilisieren. Es geht darum, historische und kulturell bedeutsame Orte zu erhalten, die eine besondere Atmosphäre ausstrahlen und den städtebaulichen Charakter eines Stadtteils prägen. Das können Baudenkmäler sein, aber auch Bauten, die nicht unter den Denkmalschutz fallen, Grünanlagen oder Plätze, die den großen Modernisierungsmaßnahmen der letzten Jahrzehnte trotzen konnten. Für die Bürger*innen sind solche Orte identitätsstiftend, und sie werden immer rarer.

Projektleiter Joachim Scheck baut systematisch eine Datenbank auf, die Informationen über potenziell gefährdete Gebäude bündelt. Auch in der Vergangenheit abgebrochene Objekte werden darin erfasst. „Wir wollen nicht erst recherchieren, wenn es schon zu spät und der Abriss schon beschlossen ist, sondern schon im Vorfeld“, erläutert er. „Zusammen mit den Bürgervereinen wollen wir frühzeitig Wissen vermitteln.“ Dank Zuschüssen der Paul-Mathis-Stiftung konnte für zwei Jahre eine Mitarbeiterstelle für die Datenerfassung eingerichtet werden. Mit im Boot ist die Stadt, die die ARGE bei ihrer Arbeit mit Plänen und sonstigen Materialien im Bereich möglicher städtebaulicher Erhaltungssatzungen unterstützt. Im Gegenzug stellt die ARGE der Stadt die Ergebnisse ihrer Recherchen für die weitere Diskussion und rechtliche Umsetzung zur Verfügung. Auch das Stadtarchiv und das Vermessungsamt unterstützen die Arbeit.

Abbildungen: Blick in die Sundgauallee, 1929 (aus Sammlung Hans-Jürgen Oehler) und heute (von Joachim Scheck)

So können Sie mitmachen: Welche Orte machen den Charme von Betzenhausen-Bischofslinde aus? Bürger*innen können Vorschläge für besonders schützenswerte Gebäude und das Stadtbild prägende Orte einreichen, gern zusammen mit näheren Informationen, falls vorhanden:

ARGE Freiburger Stadtbild e.V., Stichwort „Rettung von Kulturdenkmalen“, Lugostraße 5, 79100 Freiburg
Ansprechpartner bei Rückfragen: Joachim Scheck, scheck@arge-stadtbild.de, Tel. 0179 / 649 4116, www.arge-stadtbild.de


Passend dazu: im Rahmen der 900 Jahr Feier von Freiburg gibt es ab. 23. Sept.  2020 etwa einmal monatlich eine Bildershow zu “Verschwundenes Freiburg” im Schwarzen Kloster, VHS Theatersaal (siehe Terminübersicht  auf 2020.freiburg.de – Anmeldung erforderlich).


 

Die Gaskugel auf Baden TV

Vom 3. Aug. bis 15. Okt. 2020 ist die Ausstellung “Dark Side of the Moon” (Vier Entwürfe für die Kugel) im Stadtteiltreff geöffnet. Baden-TV berichtete am 7.8.2020 darüber. Dieser Fernsehbeitrag ist jetzt auch online verfügbar. Siehe  www.baden-tv-sued.com

Hintergrund:  Die Gaskugel im Freiburger Westen ist ein reizvolles Industriedenkmal. Seit ihrer Abschaltung ist nun eine Debatte um eine Umnutzung des Gebäudes und der dazugehörigen Umgebung am Ufer der Dreisam im Gange. Eine Ausstellung des “Arbeitskreises Gaskugel” und der Hochschule für Technik Stuttgart zeigt die Ideen von vier Architekturstudenten, die sie im Rahmen ihrer Masterabschlüsse entwickelten: Ronny Alber, Julian Kessler, Markus Kienzler und Lukas Tritschler. Kurator der Ausstellung ist Professor Harald Roser.

Im “Arbeitskreis Gaskugel” engagieren sich der Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde, der Kultur- und Geschichtskreis Betzenhausen-Bischofslinde und die Arbeitsgemeinschaft Freiburger Stadtbild e.V. für den Erhalt und die Neunutzung der Gaskugel und des sie umgebenden Parks.

Weitere Informationen zur Ausstellung: www.betzenhausen-bischofslinde.de/vier-entwuerfe-fuer-die-kugel/


Bereits Anfang 2020 hatte Baden-TV in einem Fernsehbeitrag über die Gaskugel berichtet. Der Sendebeitrag wurde am 21. Febr. ausgestrahlt und ist wahrscheinlich für drei Monate online verfügbar. Siehe www.baden-tv-sued.com.


Alle weiteren Hintergründe gibt es wie bisher schon in unserem Beitrag hier: www.betzenhausen-bischofslinde.de/gaskugel/


 

Die Gaskugel steht unter Denkmalschutz

Zum Jahresausklang gab es Anlass zur Freude: Das Landesamt für Denkmalpflege hat die stillgelegte Freiburger Gaskugel unter Denkmalschutz gestellt. Sie ist nun als Kulturdenkmal gemäß § 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG) anerkannt. Damit ist die Sorge, dass das Wahrzeichen des Freiburger Westens abgerissen werden könnte, vom Tisch.

Der Erhalt des 1964/65 erbauten Hochdruck-Kugelgasbehälters liegt fortan „aus wissenschaftlichen und heimatgeschichtlichen Gründen im öffentlichen Interesse“, wie das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart mitteilte. In der Begründung werden die besondere Bauweise und die moderne Speichertechnik, aber auch der gute Erhaltungszustand gewürdigt:

[…] Für die Konstruktion des Freiburger Kugelgasbehälters wurde die Meridianaufteilung (Zoneneinteilung) gewählt, da man so beim Bau leichter die durch die Horizontalschnitte gegebenen Kreise nachmessen konnte. […] Gleichzeitig veranschaulicht er die modernere Form der Kugelgasbehälter, die aufgrund weiter entwickelter Schweißtechniken auf genietete Konstruktionen verzichteten. Er ist ein Dokument für die Geschichte der Energieversorgung der Stadt Freiburg in den 1960er Jahren, als man den Schritt vollzog, auf eine eigene Gasproduktion zu verzichten und sich dem Ferngasnetz anzuschließen.

Der Hochdruck-Kugelgasbehälter hat Zeugniswert für die Geschichte der Gasversorgung der Stadt Freiburg und allgemein für die Gasversorgung der 1960er Jahre — vielerorts haben die nicht mehr zeitgemäßen Hochdruck-Kugelgasbehälter ausgedient und werden bereits deutschlandweit abgebrochen. Das öffentliche Erhaltungsinteresse besteht zudem wegen seiner Originalität und Integrität, die sich in der guten Überlieferung des ursprünglichen Baubestandes zeigt, der im Laufe der Jahrzehnte sorgfältig instand gehalten wurde, ohne das ursprüngliche konstruktive und formale Konzept zu beeinträchtigen. Formalen Anspruch zeigt der Kugelgasbehälter nicht zuletzt durch die V-förmigen Doppelstützen.“

Offiziell verkündet wurde die Neuigkeit von OB Martin Horn beim Bürgergespräch am 16. Dezember im Bürgerhaus am Seepark, was ihm spontanen Applaus einbrachte. Mit dem Denkmalschutz ist ein wichtiges Etappenziel erreicht. Bis zu einer „sanften“, denkmalverträglichen Nutzung der Kugel und des dortigen Naturraums, wie sie das vom Arbeitskreis entwickelte Konzept vorsieht, ist es allerdings noch ein weiter Weg. Vor der Weihnachtspause haben wir einen entsprechenden Appell an knapp 80 Adressaten aus Politik und Verwaltung sowie an den Betreiber, die bnNETZE und die Badenova, gerichtet. Dr. Roland Weis, Pressesprecher der Badenova, bestätigte: „Wenn die Politik entsprechende Ziele verfolgt und planungsrechtlich möglich macht, ist bnNETZE bereit, Kugel mitsamt Grundstück zu veräußern.“ Wir sind guten Mutes!

Dr. Heike Piehler


Einen schönen Fernsehbeitrag von Baden TV zum aktuellen Stand der Gaskugel wurde am 21. Febr. 2020 ausgestrahlt; der Beitrag wird vermutlich 3 Monate online verfügbar sein.

Einen Bericht zum Denkmalschutz gibt es z.B. auch bei www.industrie-kultur.de.

Hintergründe zur Gaskugel in Betzenhausen haben wir hier zusammengestellt: Die Gaskugel hat ausgedient. Wie geht es weiter?

Weihnachtskonzert St. Thomas Kirche

Drei Chöre sorgten gemeinsam für Weihnachtsstimmung in der St. Thomas Kirche, Betzenhausen, am Sa. 14. Dezember, 17:00 Uhr

Im Rahmen der Stadt-Land Partnerschaft zwischen Betzenhausen-Bischofslinde und der Gemeinde Teningen hatte der Bürgerverein in die St. Thomas Kirche eingeladen.

Das Motto des Abends: Ein Stern geht auf – Lieder (nicht nur) zum Advent

Gleich drei Chöre hatten sich vorgenommen, gemeinsam einen besinnlichen und auch vergnüglichen Abend zu gestalten:

Die „Vokalisatoren“ sind ein weit über die lokalen Grenzen hinaus bekanntes A-capella-Männerdoppelquartett, das sich dem modernen, klassischen und auch ironischem Chorgesang verschrieben hat.

Unter Leitung von Katharina Roser war ein facettenreiches Programm geboten: heiter und doch auch besinnlich.

 

 

Der Chor „Kalinka“ aus Freiburg singt mit Begeisterung seit 15 Jahren russische Volkslieder, geistliche Literatur und Lieder von russischen Komponisten. Also stimmte der Chor einige russische Weihnachtslieder-Lieder an; Melodien für die Seele.

Hier waren gleich drei Generationen im Chor vertreten.

 

Der „Gemischte Chor Nimburg“ hat eine große Tradition; das Repertoire umfasst weltliche und geistliche Chorliteratur von überwiegend zeitgenössischen Komponisten. Er präsentierte überwiegend Lieder zur Weihnachtszeit in einem modernen Gewand.

Da Nadja Schell sowohl den Chor Kalinka, als auch den Gemischten Chor Nimburg leitet, konnten die Besetzungen und Aufführungen fließend ineinander übergehen.

Der Bürgerverein möchte sich ganz herzlich bei den vielen Besuchern bedanken.  Auch die Musiker waren begeistert und werden sicher wieder kommen. Das “Kleinod” St. Thomas Kirche“ war genau der richtige Rahmen für diesen vorweihnachtlichen Nachmittag.