CHORart: der sympathische Projektchor

Aktuelles (Sept. 2022): Gospelprojekt Joy of Gospel

Der Projektchor CHORart Freiburg sucht für sein nächstes Gospelprojekt Joy of Gospel noch Sängerinnen und Sänger in allen Stimmlagen. Aufführungen sind:

  • 11.12.2022 im Bürgerhaus Müllheim
  • 16.12.2022 in der Markuskirche Freiburg (vorauss. 20:00).

Musikalisch begleitet wird das Konzert von einer Gospelband und einer Solistin. Geprobt wird immer dienstags von 20.00 Uhr bis 21.30 Uhr im Bürgerhaus Seepark Freiburg. Vorsingen ist nicht notwendig.

Musikalische Leiterin von CHORart ist Beata Veres-Nonnenmacher. Kontakt: Hans-Jürgen Sobotta, Mobil: 01785852769, E-Mail sobottahj@gmail.com


Hintergrund: In einer lockeren Serie möchten wir Musik-Initiativen, -Vereine und -Projekte bei uns im Stadtteil Freiburg-Betzenhausen vorstellen (siehe unseren Beitrag Musik im Stadtteil). Der Projektchor „CHORart“ trägt dies sogar im Namen.

Die Anfänge von Chorart…

liegen im Jahr 2012, als der Vorstand des Gesangvereins „Liederkranz Freiburg-Betzenhausen/Bischofslinde e.V.“ und Dirigentin Beata Veres-Nonnenmacher beschlossen, im Stadtteil neue musikalische Wege zu gehen.

Seither hat CHORart (meistens im Jahresrhythmus) sehr unterschiedliche Programm erarbeitet und erfolgreich aufgeführt: im Stadtteil (Bürgerhaus, Kirche Heilige Familie etc.) aber auch in Badenweiler, Lörrach und Müllheim. Häufig begleitet durch erfahrene Bands und Tanzgruppen.

Als Dirigentin und Chorleiterin ist Beata Veres-Nonnenmacher seit über 30 Jahren in Betzenhausen aktiv. Ihr musikalisches Können, ihre Begeisterung für den Gesang und ihr Humor sind ideale Voraussetzung um die ca. 50 Sänger*innen des Projektchors immer wieder neu zu motivieren (auch für schwierige Stücke).

Ein kleiner Rückblick auf Projekte

  • Gospelmesse „Glory“ von Harry Schröder (Nov. 2012).
  • Hollywood meets Broadway“ (Jan. 2014), eine Reise durch fast 100 Jahre Musical- und Filmmusik.
  • „Something Latin“ (2015); temperamentvolle Lieder als Ausdruck amerikanischer Lebensfreude.
  • „Sing and Swing“ (Juni 2016) führte in die Welt des Swing.
  • Gospelmesse „Kyrie“ (Jan. 2018), ein Werk des Berliner Komponisten Stephan Zebe.

Neuere Chor-Projekte

Unterstützt vom Kulturamt reiste CHORart im Mai 2018 in Freiburgs Partnerstadt Padua. Nach Empfang im Rathaus plus Ehrenmedaille durfte der Chor sein Gospelprogramm im Teatro Excelsior präsentieren.

Musikalisches Highlight im Nov. 2018: die Mitwirkung beim Musical „Pop-Oratorium LUTHER“ von Michael Kunze und Dieter Falk, aufgeführt im Konzerthaus Freiburg und gewidmet dem 500. Reformations-Jubiläum.

Im Febr. 2020 dann „Tango Cantando“ mit Stücken von Astor Piazzolla: begleitet von einer temperamentvollen Band, Solo-Musikern und exzellentem Tanzpaar. Also alles für Lebensgefühl und Leidenschaft des Tango-Argentino.

Auch CHORart musste eine längere Corona-Pause einlegen und erst seit Anfang 2022 wird wieder geprobt. Ausgefallen sind durch diese Zeit aber auch einige Sänger*innen: folglich sah man beim Festival „Chorwärts – Freiburg singt“ (Juli 2022) nur eine kleinere Chorgemeinschaft. Aber der Anfang ist getan!

Nach den Sommerferien 2022 folgt mit „Joy of Gospel“ ein neues Gospel-Projekt mit Aufführungen im Dez.  2022. Nach dem Motto: „Singen macht glücklich und verbindet“.

Kontakt

Musikalische Leiterin von CHORart ist: Beata Veres- Nonnenmacher

Vorsitzender des Vereins: H.-J. Sobotta, Tel. 0178 5852769, sobottahj@gmail.com

Aktuelles Infos zum Chor gibt es auf Facebook unter www.facebook.com/chorart.freiburg

Anfragen zu Konzerten unter: 0761 / 61 25 91 48 oder per E-Mail: mail@chorart-freiburg.de


Rückblick auf Liederkranz Freiburg-Betzenhausen/Bischofslinde e.V

Wie gleich zu Beginn erwähnt, bildet dieser traditionelle Betzenhausener Verein die Grundlage für Chorart heute.

Gegründet wurde der Liederkranz schon 1924, damals als reiner Männer-Gesangsverein. Doch es gibt auch noch eine Vorgeschichte und die wohl schon im Febr. 1883, als die gemeinsame Freude am Gesang einige Männer aus Lehen und Betzenhausen im Bierhäusle von Lehen zusammenführte. Ergebnis war die Gründung vom “Männergesangsvereins Lehen-Betzenhausen”. Nach vielen erfolgreichen Jahren dann 1924 der Entschluss zu mehr Eigenständigkeit mit getrennten Chören (in Lehen wurde es der Männergesangsvereins Lehen und den gibt es ja auch heute noch).

Der Name eines Dirigenten muss hier unbedingt erwähnt werden: Richard Kniehl übernahm diese Aufgabe schon im Jahr 1927 und 40 Jahre später (also 1967) war er immer noch dabei: für das Jubiläums-Fest im Juni wurde ein Festzelt für 1.200 Personen in den Hoffmannsmatten aufgebaut (etwa der Ort der heutigen Haltestelle Paduaallee).

Das spätere 50er-Jubiläum des Vereins gab es dann wie viele weitere Anlässe in der Bundschuhhalle in Leben. Runde Geburtstage wurden natürlich immer gefeiert. Erst recht der 75te Geburtstag im Jahr 1999 im Bürgerhaus am Seepark. Damals gab es auch im Bürgerblättle eine Sonderbeilage (PDF) mit Schwerpunkt auf die Geschichte.

Über Jahrzehnte war der Verein ein prägender Teil im Vereinsleben von Betzenhausen mit Auftritten bei vielen Veranstaltungen; natürlich auch beim großen Fest zu 1.000 Jahre Betzenhausen im Jahr 1973.

Schwer getroffen wurde natürlich auch der Liederkranz in den Kriegsjahren, insbesondere beim Fliegerangriff im Nov. 1944: Das vormalige Vereinslokal “Zur Krone” wurde zerstört und damit auch vieles vom Vereinsvermögen. Erst 1948 nahm der Verein seine Tätigkeit wieder auf, um gleich im Folgejahr auf 25 Jahre zurückzuschauen: das zugehörige Fest stand unter dem Motto “Das zerstörte Betzenhausen singt wieder”.

Im Jahr 1977 dann “Neugründung” als “Männer- und Frauenchor Liederkranz” (1998 geändert in “Gesangsverein Liederkranz Freiburg-Betzenhausen/Bischofslinde e.V.”).

Beeindruckend: auch die heutige Chorleiterin Beata Veres-Nonnenmacher ist schon seit 1990 dabei!

Pavillon im Seepark (Tempelchen)

Der Pavillon, auch als Tempelchen bezeichnet, wurde entworfen von Prof. Robert Krier (“Rob Krier”, Luxemburg, 1986, siehe www.robkrier.de)

Kuppel, Säulen und Rundbögen hinterlassen einen historischen und fast romantischen Eindruck: Also ein wenig Belvedere im Seepark (Rob Krier nannte es wohl “garden pavilion”). Über dem Gewölbe im unteren Bereich befindet sich ein Kuppelraum; eine Rundtreppe führt außen dort hinauf.

Das Tempelchen ist sicher eines der beliebtesten Objekte im Seepark, vor allem auch als Foto-Motiv: von hier aus bietet sich ein schöner Blick auf den See bzw. das Ufer zur Seebühne. Vor einigen Jahren war es ziemlich vermalt, verkritzelt und zugemüllt: deshalb initiierte der Bürgerverein 2014 eine Aktion zur Säuberung und Entfernung der Malereien.

Star-Architekt und Stadtplaner Rob Krier wurde 1938 in Luxemburg geboren, er war über 20 Jahre als Dozent an der TU Wien tätig und gilt als scharfer Kritiker “moderner” Architektur. Rob Krier betreute städtebauliche Projekte in ganz Europa, aber vor allem in den Niederlanden. Seit 1997 ist er Ehrenmitglied im Bund Deutscher Architekten (siehe Wikipedia-Eintrag). Schwerpunkt seiner Arbeit war die städtebauliche Wiederherstellung urbaner Strukturen, wobei er nach Anknüpfungen an historische Vorbilder suchte (mit einer Vielzahl an Publikationen dazu).

Nebenbei ist Rob Krier auch als  Bildhauer tätig und realisiert vor allem  Skulpturen für öffentlichen Raum, die in ganz Europa zu finden sind. Seine Verbindung zu historischen Hintergründen spiegelt sich ja auch im Tempelchen wieder. Insofern steht dieses kleine Bauwerk auch beispielhaft für seine Vorstellung von einer Verbindung aus alt und neu: dieser Grundgedanke hätte wohl auch so manch anderer Gestaltungs-Idee in der Architektur der letzten Jahre gut getan.


Ausstellungskatalog zur Landesgartenschau 1986

Über den Pavillon gäbe es noch viel zu berichten. Glücklicherweise wurde das Bauwerk auch schon im Ausstellungskatalog ausführlich als “Tempelchen” beschrieben. Wir zitieren:

Skizze aus dem Ausstellungskatalog zur LGS 1986

Dieses kleine Belvedere des Wiener Professors Rob. Krier schiebt sich auf einer künstlichen Halbinsel in den See. Von seiner oberen Terrasse aus kann man die Wasserbuchten gut überblicken.

Der Pavillon wächst aus einer ihn umfassenden Treppenanlage hervor, die Stufen führen weiter in den unteren Gewölberaum hinauf. Das leicht aus der Mitte gerückte Gewölbe wird an von einem dicht gestellten Stürzenbündel aufgefangen.

Der Raum verengt sich grottenartig zum Gewölbeauge hin. Ein Statuenpaar wird dort von einem spärlichen Lichtbündel fahl beleuchtet. Die Figuren kauern zwischen den sie einsperrenden Säulen und blicken suchend zum Licht hinauf. Wasser tropft von einem Gitterrost auf die Skulpturen und in ein Wasserbecken, in dem sie stehen. Das Aufklatschen der Tropfen und die herrschende Feuchtigkeit steigern diese Höhlenatmosphäre. Das überlaufende Wasser fließt in einer zart gemeisselten Rinne über die Stufen in den See.

Die Treppe zum oberen Kuppelraum schmiegt sich asymmetrisch um den achtgeteilten Zentralbau, dessen Basis massiv gestaltet ist, und der sich nach oben skelettartig auflöst. Das Achteck ist im ersten Obergeschoß durch kräftige, runde Säulen betont, die von sechzehn zarten Stützen überlagert werden. Aus ihrer Stellung ergibt sich die sechzehnteilige Kuppel mit ihrem zentralen Oberlicht.

Von den Materialien her war der Sockel schwer und massiv aus Mauerwerk geplant, die Kuppel und die sie tragenden Säulen leicht und somit aus Holz. Entgegen allen Erwartungen und die wirtschaftliche Vernunft lagen die Angebote der Maurer und Zimmerleute weit über dem vorgesehenen Budget. Nur die Betonbauer konnten den Preis garantieren. Nun wird der Pavillon wie aus einem Guß als Monolith in rotgefärbtem Beton hergestellt.


Werkstoff Beton?

Unser historisch angehauchte Pavillon ist aus Beton gefertigt (Firma Dr. Armbruster Bau): das erscheint überraschend und vor allem ein Widerspruch zu sein, gilt doch Beton als der moderne Baustoff schlechthin. Doch das ist nur die halbe Wahrheit: schon die alten Griechen bzw. die Phönizier hatten den Beton erfunden. Die Römer konnten ihre Beton-Varianten auf fast geniale Weise optimieren (z.B. durch Verwendung von Vulkan-Asche). Aus dem römischen Beton sind viele Gebäude, die wir heute bewundern: auch das Kolosseum in Rom gehört dazu und das ist nach mehr als 2.000 Jahren ja immer noch ganz sehenswert (in einer ZDF Doku zu Superbeton ist erklärt, was das Kolloseums so haltbar gemacht hat).

Dagegen scheint das Haltbarkeitsdatum mancher Architektur und Baukunst der Moderne eher bescheiden…

Nach diesem Ausflug in die Baustoffgeschichte empfiehlt sich wohl wieder eine bekannte Werbebotschaft: „Es kommt drauf an, was man draus macht“.


Direkt vor dem Tempelchen hatte zur Landesgartenschau ein Schiffsmodellbauclub seinen Boots-Hafen.

Bei der Gelegenheit auch noch ein Hinweis auf unseren Beitrag Kunstwerke im öffentlichen Raum mit einer Reihe von anderen Dingen, die im Seepark zu finden sind.


 

Aktuelle Ausstellungen

Hier finden Sie aktuelle Ausstellungen in Betzenhausen oder mit Bezug zu unserem Stadtteil.


„Winterlandschaften“ von Helmut Schiemann

Fotoausstellung vom 11. Nov. 2022 bis 11. Jan. 2023, Sparkasse Mooswald.

Helmut Schiemann aus Betzenhausen ist regelmäßig mit Ausstellungen in der Sparkasse Mooswald vertreten; jetzt mit schönen Winterfotos aus Freiburg und Umgebung.


„Kunterbunt“ von Caro Grethler

Ausstellung vom 7. Nov. 2022 bis zum 13. Jan. 2023, Stadtteiltreff.

Die Betzenhausenerin Caro Grethler malt und zeichnet seit sie klein ist und hat Grafik-Design und Malerei studiert. Ihre liebevollen Illustrationen und handgemachten Stempel können sind während der regulären Öffnungszeiten des Stadtteiltreffs zu bewundern.

Danach (ab 16. Jan. 2023) folgt „Aus Alt mach Neu“ von Ursula Herms.


Fotoausstellung “Heimische Wildbienen”

Ausstellung 30. Okt. bis 16. Dez. Ökostation im Seepark

Im zentralen Ausstellungsraum bietet die Ökostation ca. 20 beeindruckende große Fotografien zu heimischen Wildbienen im A2 Format an.

Die kostenlose Ausstellung ist anschließend noch bis zum 16.12.2022 anzuschauen (Mo – Fr, 9 – 17 Uhr). Weitere Infos auf  www.oekostation.de

Foto: Christian Steinhauser

 


Rückblick auf frühere Ausstellungen

Evas Pflanzenpoesie: Ausstellung von Eva Ehret im Stadtteiltreff (Juni/Juli 2022). Beim Ecoprint werden Pflanzenblätter und -blüten gepresst und erhitzt und geben ihre natürlichen Farben und Formen an den Stoff bzw. das Papier ab. Wie beim natürlichen Wollefärben wird das Material vorher gebeizt.”

Fotografien zu heimischen Libellen: Im zentralen Ausstellungsraum bietet die Ökostation große Fotografien im A-2 Format an (Nov./Dez. 2021)

Ausstellung „Sehnsuchtsorte“: Malereien aus der heilpädagogischen Kunsttherapie des Refugiums (1. Okt. bis 30. Nov. 2021, Stadtteiltreff).

Fotoausstellung „Heimische Orchideen“: große Fotografien zu 24 heimischen Orchideen im A-2 Format (April – Juni 2021, Ökostation)

Fotoausstellung Thema „Wege“: Bilder von Helmut Schiemann (März – Sept. 2021 Stadtteiltreff)

„Tiere, Blumen und Maritimes“. Heike Ketzner, eine leidenschaftliche Hobbyfotografin aus dem Stadtteil, stellt ihre Naturmotive von unterwegs aus (Febr.- März 2021 Stadtteiltreff).

… und auf besondere Ereignisse sollte man auch mal ausführlicher zurückblicken:

Ausstellung “Dark Side of the Moon” (Aug.-Okt. 2020) mit Modellen und Plänen zur Gaskugel, die vier Architekturstudenten im Rahmen ihrer Masterarbeit erarbeitet haben.

Figurentheater Gregor Schwank: unter dem Titel “Magische Figuren und Fantasie-Welten” war im Sept. 2020 eine Ausstellung zu sehen, die es so noch nicht gegeben hat.

Eröffnung der Ausstellungsreihe Kunst im Stadtteil“  im Jahr 2016.

Für einen Besuch empfehlen möchten wir auch das Atelier in der StuSie, siehe unseren ausführlichen Beitrag zu 10 Jahre “Kunstatelier 50” in der StuSie .

Bücherei Hl. Familie

Aktuelles (Okt. 2022)

Auch in diesem Jahr wieder: Der große Bücherflohmarkt. 14. Oktober 2022, 16:00 – 20:00 Uhr, Großer Saal im Pfarrgemeindehaus Hl. Familie , Hofackerstr. 29.

Buch-Spenden für den Flohmarkt sind noch bis zum 14.10. willkommen (abzugeben 10-12 Uhr). Der Erlös des Flohmarktes wird wir zum Erwerb neuer Medien verwendet!

Hintergrund

In unserem Stadtteil Freiburg-Betzenhausen gibt es keine eigene Bücherei. Aber in unmittelbarer Nachbarschaft im Stadtteil Mooswald befindet sich die Bücherei Hl. Familie, die wir hier kurz vorstellen wollen (darüber hinaus ist im Mooswald bei den Wentzinger-Schulen zusätzlich die Stadtteilbibliothek Mooswald zu finden).


Kontaktdaten zur Bücherei Hl. Familie: Hofackerstr. 29 (UG), 79110 Freiburg, Tel 0761 / 809 321

Die Bücherei ist z.Z. an drei Tagen in der Woche geöffnet (Öffnungszeiten und alles Weitere siehe WebSeite der Bücherei).

Die Bücherei ist im Untergeschoß, hat aber barrierefreien Zugang über Aufzug. Die Ausleihe ist üblicherweise kostenlos für Dauer von 4 Wochen.

Zur Auswahl stehen neben Büchern auch Hörbücher und Zeitschriften, insbesondere auch Lesestoff für Kinder (auch z.B. Brettspiele). Der ganze Bestand ist  online verzeichnet unter www.bibkat.de/koeb-heilige-familie-freiburg (mit Infos über Verfügbarkeit und Möglichkeit für Recherchen).

Im Laufe der Jahre gibt es unterschiedliche Veranstaltungen wie Literarischer Abend und insbesondere ein großer jährlicher Bücherflohmarkt im Herbst.

In unserem Stadtteilmagazin Bürgerblättle berichten wir regelmäßig über Neuerungen im Angebot und aktuelle Veranstaltungen.

 

Orchestergemeinschaft Seepark

Aktuelles: Einladung zum Gala-Konzert am 10.12.2022 im Bürgerhaus, 19:30Uhr.

Kennen Sie „moderne Blasmusik“? Was stellen Sie sich vor, wenn jemand davon spricht? Sicher nicht das, was Sie von uns zu hören bekommen in einem spannenden Gala-Konzert am Sa. 10. Dezember 2022 um 19:30 Uhr im Bürgerhaus Seepark.

In Form eines Doppelkonzertes werden die Trachtenkapelle Münstertal und die Orchestergemeinschaft Seepark echte „moderne Blasmusik“ auf die Bühne bringen. Das sind Werke die von Komponisten original für die Besetzung eines „sinfonischen Blasorchesters“ komponiert oder arrangiert wurden. Also eine „Blasmusik“, die so umfangreich und groß besetzt ist, dass man dann von einem „Blasorchester“ spricht. Und „sinfonisch“, weil es in der Besetzung auch Platz hat für „Kontrabass“, für „Klavier“, für „Harfe“, für „Oboe, Englischhorn, Fagott“ und viele weitere Instrumente mehr, die man in einer „traditionellen Blasmusik“ nicht finden würde. Das Programm verspricht ein spannender und mitreißender Abend voll Musik zu werden. Denn endlich heißt es wieder „Vorhang auf“ im Bürgerhaus am Seepark für die über 90 aktiven Musikerinnen und Musiker.

Zur Einstimmung auf das Konzert sind Sie ab 18.30 Uhr zum Sektempfang eingeladen.

Sichern Sie sich frühzeitig Ihre Eintrittskarten unter: E-Mail: info@orchestergemeinschaft.de oder Telefon: 0761 – 8 58 97 (Michael Kott) oder bei allen aktiven Musikern der Orchestergemeinschaft Seepark (Preise: Ermäßigt: 9,- EUR, Vorverkauf: 12,- EUR, Abendkasse: 14,- EUR, Eintrittspreis inkl. Sektempfang).

Michael Kott (Orchestergemeinschaft)


Hintergründe zur Orchestergemeinschaft

Im Januar 2001 war es grosser Schritt, als beim Musikverein Betzenhausen-Bischofslinde ein neuer Dirigent gesucht werden musste: die Gründung der “Orchestergemeinschaft Seepark”  als gemeinsames Projektorchester zusammen mit dem Musikverein Freiburg-Mooswald e.V. Ein wenig nach der Devise: “zusammen sind wir stark”. Aus zwei eher kleinen Orchestern sollte etwas größeres werden und das ist ganz sicher gelungen. Die Orchestergemeinschaft spielt anspruchsvolle sinfonische Blasmusik  und hat sich ein vielfältigen Repertoire zugegelegt, das von klassischen Werken über Filmmusik und Musicals bis zu Swing und Pop-Hits führt.

Die Orchestergemeinschaft besteht aus einem Hauptorchester (über 60 Mitwirkende) und einem Jugendorchester (ca. 30 junge Musikern). Die eigene Musikschule organisiert eine musikalische Ausbildung für Kinder und Erwachsene; sowohl neu Neu- als auch Wiedereinsteiger sind gern gesehen (für alle Instrumente eines sinfonisches Blasorchesters).

Die Orchestergemeinschaft ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen und hat u.a. bemerkenswerte Veranstaltungen organisiert. Auftritte gibt es mehrfach im Jahr, vor allem natürlich im Bürgerhaus am Seepark oder auf der Freiluftbühne. Es gab eine Reihe von Gala-Konzerten, diverse Gemeinschaftskonzerte mit anderen Musikvereinen, Benefiz-Konzerte, z.B. für die Renovierung der St. Thomas Kirche, und auch die musikalische Weinverkostung „Vino Musica“ (siehe ausführliche Liste hier).

Seit der Gründung 2001 ist Michael Schönstein Dirigent und musikalischer Leiter des Orchesters. Über Themen des Vereins berichtet seit 2005 einmal im Quartal die eigene Vereinszeitschift “Seepark aktuell“. Auch im Bürgerblättle ist die Orchestergemeinschaft regelmäßig mit Beiträgen vertreten.

Auch nach Gründung der Orchestergemeinschaft blieben im Hintergrund beide Gründungsvereine als organisatorische Einheiten bestehen. Vereinsvorsitzender war über mehr viele Jahre Mathias Gutsche. Seit 2020 gibt es für beide Vereine ein gemeinsames Vorstandsquartett, aufgeteilt nach den Verantwortungsbereichen „Musik & Orchester“, „Jugend & Ausbildung“, „Finanzen & Öffentlichkeit“ sowie „Orga & Events“.


Jubiläumsjahr 2021: 20 Jahre Orchestergemeinschaft Seepark

Leider hat Corona in diesem Jubiläumsjahr 2021 nur wenig Veranstaltungen erlaubt. Und doch gab es zwei Highlights, die wir hier nachträglich noch erinnern wollen:

10. April 2021: „Vino Musica Digitale“: Musik, Wein & mehr – Eine Online-Veranstaltung zur Eröffnung des Jubiläumsjahres.

11.Dez. 2021: Jubiläums-Konzert zu “20 Jahre Orchestergemeinschaft Seepark” im Bürgerhaus Seepark nach dem Motto „Zurück in die Zukunft”. „Back to the Future“ ist nicht nur der Name der Science-Fiction-Film-Trilogie, es war auch das passendes Motto zur Geschichte und aktuellen Situation der Orchestergemeinschaft.

Siehe auch vorherige Ankündigung auf www.orchesterschule-freiburg.de.

Im Juli 2022 dann zusätzlich ein besonderer Erfolg: Die Orchestergemeinschaft holt Gold beim World Music Contest (WMC) in Kerkrade (NL); auch dazu ein ausführlicher Bericht auf www.orchesterschule-freiburg.de. Wir gratulieren ganz herzlich!


Musikverein Betzenhausen-Bischofslinde: etwas zur Geschichte

25 jahre Musikverein Betzenhausen-Lehen

Alte Unterlagen zeigen, dass schon ab ca. 1888 eine Dorfkapelle Betzenhausen exitierte und für gute Stimmung sorgte: in Betzenhausen, aber natürlich auch im nahen Lehen (etwa 10 Musiker dürften es gewesen sein). Daraus entstand 1906 der “Musikverein Betzenhausen-Lehen”: ein schönes Foto gibt es vom  25-er Jubiläum im Jahre 1931. Mit den Wirren des 2. Weltkriegs ging der Verein unter und Betzenhausen blieb lange ohne eigene Kapelle.

Im Jahre 1985 ergriff endlich der damalige Vorsitzende des Bürgervereins – Willy Kapp – die Initiative, um die Tradition einer Blaskapelle wieder aufleben zu lassen. Aufrufe in der Badischen Zeitung und natürlich im Bürgerblättle führten zum Erfolg: etwa 10 Musiker fanden sich zusammen und mit Werner Hirth wurde ein erster Dirigent gefunden. Geprobt wurde zunächst im damaligen Haus der Vereine in der Ricarda-Huch-Str., das auch gerade in dieser Zeit eröffnet werden konnte.

Die offizielle Gründung erfolgt als “Musikverein Betzenhausen-Bischofslinde e.V.” im März 1986. Erste Vorsitzende wurde Monika Karczewski (und sie blieb es für fast 20 Jahre); Werner Hirth wurde als Dirigent bestätigt.

Schon im Jahr der Gründung gab es erste Auftritte der Kapelle bei Einweihung des Betzenhauser Stegs über den Autobahnzubringer Mitte nach Weingarten und auf der Landesgartenschau (im Mai bzw. Juni 1986). Von Anfang an legte man Wert auf eine gute Ausbildung: so waren Ende 1986 neben den 15 aktiven Musikern auch schon 12 Auszubildende dabei. In den nachfolgenden Jahren folgten regelmäßig Auftritte bei Festen in Betzenhausen, den Nachbarstadtteilen oder dem Weinfest in Freiburg. Als besonderes Ereignis sei noch die 850-Jahres-Feier von Lehen im Jahr 1989 erwähnt. Schon ab 1986 folgten regelmäßige Jahreskonzerte im Bürgerhaus am Seepark; dazu noch regelmäßig das eigene Sommerfest im Hof der Gerhard-Hauptmann-Schule: häufig auch zusammen mit Partner-Orchestern.

Im Januar 2001 dann der nächste grosse Schritt, als ohnehin ein neuer Dirigent gesucht werden musste: die Gründung der Orchestergemeinschaft Seepark als Projektorchester gemeinsam mit dem Musikverein Freiburg-Mooswald e.V.

Der Kultur- und Geschichtskreis (KuGe)

Aktuelles: Kultur und Geschichte im Freiburger Westen – Eigene Ideen umsetzen?

Einladung zur Gesprächsrunde am Freitag, 7. Oktober 2022 – 18.30 Uhr, Stadtteiltreff, Am Bischofskreuz 4. Der Vorstand des KuGe freut sich, wenn Sie recht zahlreich kommen. Es gibt schon einige gute Ideen. Anmeldung gern bei Rolf Baiker (Tel. Nr. weiter unten).

Themen am Abend: Was ist KuGe? / Ideen zu Kultur und Geschichte / Programm für 2023

Hintergrund: Der Kultur- und Geschichtskreis (KuGe) wird nächstes Jahr 25 Jahre alt – da gibt es etwas zu feiern. In dieser Zeit sind gute und wichtige Projekte in unserem Stadtteil durchgeführt worden: Feiern, Veranstaltungen, Vorträge und Exkursionen –und zwei Buchveröffentlichungen.

Welche Vorstellungen und Ideen haben die Menschen im Stadtteil, die sich für Kultur und Geschichte interessieren? Wie können wir den Verein wieder stärker beleben? Welche Ideen gibt es zu Kultur und Geschichte im Stadtteil? Wer kann selbst etwas anbieten zu Kultur und Geschichte?

Im Stadtteilmagazin „Bürgerblättle“ haben wir mit regelmäßigen Artikeln begonnen und möchten Sie zum Mitmachen motivieren (siehe Hefte Juni und August 2022). Auch beim Gaskugel-Projekt wollen wir weiter dabei bleiben. Das 2-tägige Fest bei der Gaskugel beim Denkmalstag im September war ein voller Erfolg.

Mehr Infos zum Verein auf www.kuge-freiburg.de oder nehmen Sie gern direkt Kontakt auf zu: Rolf.Baiker@web.de / Telefon 0761-89 26 33.

Nachfolgend einige Beiträge mit Aktivitäten des KuGe aus vergangenen Jahren


Aug. 2019: Vorstellung des Vereins im Bürgerblättle 257 Aug./Sept. 2019

Der Kultur- und Geschichtskreis Betzenhausen-Bischofslinde (KuGe)

Heute möchte ich den Kultur- und GeschichtsKreis Betzenhausen-Bischofslinde vorstellen. Vielen Geschichtsinteressierten unseres Stadtteils ist er schon lange bekannt. Aber für andere könnten diese Zeilen ein Anreiz sein, sich mehr für uns zu interessieren.

Vor mehr als 20 Jahren – genau gesagt im Jahre 1998 – entstand der Kultur und –GeschichtsKreis Betzenhausen-Bischofslinde als Ausgründung des Bürgervereins. Was war damals geschehen?

Dr. Franz Flamm, der bekannte Erforscher unserer Lokalgeschichte, wollte damals sein umfangreiches Archiv dem Bürgerverein anvertrauen. Um seine Arbeit weiterzuführen und auszuweiten und darüber hinaus eigene Akzente zu setzen, gründeten Dr. Thomas Hammerich und Nicolai Bischler den KuGe (Kurzform für den Kultur- und GeschichtsKreis). Eine äußerst produktive Phase seiner Kerngruppe von etwa 4-6 Personen nahm damit ihren Anfang. Die Gesamt-Mitgliederzahl wuchs bis auf ungefähr 40 Personen an. Und die folgenden Highlights wurden während 15 Jahren den Mitgliedern und anderen Interessierten geboten:

  • 1999-2000: der Feier-Zyklus zum 700-jährigen Frieden vom Bischofskreuz mit Verpflanzung des Bischofkreuz-Originals in die St. Albertkirche, Vorträgen, einem ökumenischen Gottesdienst und der Veröffentlichung einer Festschrift.
  • 2004: Ausstellung und Buch über die fast völlige Zerstörung Betzenhausens durch die Bombardierung im Jahre 1944.
  • 2008: Festakt, Ausstellung und Veröffentlichung eines Buches anlässlich der 100-jährigen Wiederkehr der Eingemeindung Betzenhausens zu Freiburg.
  • 2013: ein Festzyklus gemeinsam mit Lehen anlässlich der 500-jährigen Wiederkehr des Bundschuh-Aufstandes

Daneben gab es viele Exkursionen: beispielsweise zur Burg Liechtenberg (Elsass), nach Villingen zur  Sonderausstellung 1000 Jahre Marktrecht, nach Schussenried zur Landesausstellung mit dem Schwerpunkt Säkularisierung und Reichsdeputationshauptschluß von 1803 oder nach Vörstetten ins Alemannenmuseum und nach Konstanz zur Konzilsausstellung. Natürlich hat der KuGe auch eine Anzahl Sonderführungen in Freiburg besucht. Darunter waren ein Stadtrundgang mit dem Thema Freiburg im Nationalsozialismus 2016 und der Besuch der dazugehörigen Ausstellung im Jahr 2017 um nur 2 besonders eindrucksvolle Führungen zu nennen.

Dieser kurze Abriss lässt erahnen, mit wie viel Freude und Herzblut der „harte“ Kern des Kultur- und GeschichtsKreises in den letzten 2 Jahrzehnten nicht nur die Lokalgeschichte vielen Menschen zugänglich machte.

Brigitte Hammerich


Ergänzend noch ein Hinweis auf die Beitrags-Serie “Als wär’s gestern gewesen” in der Badischen Zeitung zum 500-Jahre-Jubiläum des Bundschuh-Bauernaufstands um Rädelsführer Jos Fritz (2013). In dieser Serie berichtete die BZ im Stile von heute über Gegenbenheiten mit geschichtlichem Hintergrund: Als Beispiel hier der Beitrag Eine große Razzia in Freiburgs Umland, Untertitel “Pläne für einen Bauernaufstand in Betzenhausen und Lehen aufgedeckt” (ggf. mit eingeschränktem Zugriff).


Juni 1998: Ergänzend ein Beitrag aus Bürgerblättle 145 zur Übergabe der Sammlung von Dr. Franz Flamm an den KuGe

Franz Flamm übergibt sein Werk an den Kultur- und Geschichtskreis: Festlicher Akt aufgeschichtsträchtigem Boden

Zu einem ersten Höhepunkt für den wenige Monate bestehenden “Kultur- und Geschichtskreis Betzenhausen- Bischofslinde” wurde der kleine Festakt anläßlich der Übergabe des gesamten Forschungswerkes von Franz Flamm an Thomas Hammerich, den Vorsitzenden des Vereins in dem nach Albert dem Großen benannten Saal des Gemeindezentrums St. Albert in Bischofslinde. Auch dieser Gelehrte des Mittelalters stand im Mittelpunkt des Werkes von Franz Flamm. Die schlichte Feier, an der viele interessierte Bürgerinnen und Bürger, auch aus Alt- Betzenhausen, teilnahmen, wurde durch das Jugendorchester St. Albert unter der Leitung von Gabriele Kling musikalisch umrahmt.

Thomas Hammerich erinnerte in seinen Grußworten, sie galten ganz besonders dem inzwischen weit über 90 Jahre alten Ehrengast Franz Flamm, an den geschichtsträchtigen Boden im Raum Betzenhausen und dem in den sechziger Jahren rund um das alte Bischofskreuz entstandenen neuen Stadtteil Bischofslinde. Mit der wesentlichste Grund für die Entstehung des Kultur- und Geschichtskreises, so meinte Thomas Hammerich, sei die Würdigung, Bewahrung und Drucklegung des gesamten Werkes von Franz Flamm für die Zukunft, ebenso aber auch die Weiterführung sowie die Aufnahme gegenwärtigen Geschehens für die Nachwelt. Neben den Werken über die Sozialarbeit in ganz Deutschland in Anlehnung an die aktive Zeit von Franz Flamm als Leiter des Sozial- und Jugendamtes seien, so meinte Hammerich, stellvertretend die Veröffentlichungen aus neuerer Zeit wie der Kunstführer von St. Albert, das Werk über Albert den Großen, den Frieden vom Bischofskreuz oder die zahlreichen noch nicht zusammengefaßten Manuskripte über die Geschichte von Betzenhausen in enger Verbindung zur Stadt Freiburg genannt.

Der neugebildete Kreis sei für alle Interessierten offen, er lade zur Mitarbeit ein.

Franz Flamm, ein stets Suchender

Seit mehr als 20 Jahren widmet sich Franz Flamm mit wissenschaftlicher Genauigkeit dem Freiburger Westen, ganz besonders aber der Geschichte von Betzenhausen, stets aber im Kontext mit den Verflechtungen zur Stadt Freiburg.

Ausgehend von der Schenkungsurkunde Otto II. im Jahre 972, wonach Bezenhusa an das Kloster Einsiedeln kam, schilderte Franz Flamm beim Festakt seinen Hörern anhand markanter Urkunden und Bilder einige tiefgreifende historische Ereignisse, die für Betzenhausen, seine Bewohner, Fluren und Gewässer von großer Bedeutung waren. Er konnte dabei in erstaunlicher Frische stets aus dem Füllhorn seines reichen Wissens schöpfen. Er erwähnte auch die Menschlichkeitsklausel in dieser Schenkungsurkunde, die später nie mehr übernommen wurde und für das Wohl der Menschen doch so wichtig gewesen wäre. Mit Land und Leuten kaufte Freiburg 1381 das Dorf Bezenhusa, die Bewohner gingen in die Leibeigenschaft über. Der Kontaverplan von 1683 zeigte neben der gesamten Gemarkung auch das damalige Betzenhausen und Lehen mit dem Mittelweg, der damals wichtigsten Verbindung zur Stadt. 145 Grenzsteine, so sagte Franz Flamm, seien in diesem Plan eingezeichnet. Sehr interessant wußte der Redner auch die Hirten- und Weideordnung von 1457 zu schildern, die der Stadt alle, dem “Bur” hingegen kaum Rechte einräumte. Eng verbunden war die Geschichte von Betzenhausen und Lehen, so sagte Franz Flamm, zur Zeit des Bauernaufstands im Bundschuh mit den harten Folgen für die Aufständischen. Auch in den darauffolgenden Jahrhunderten sei es zu großen Schlachten auf der Betzenhausener Gemarkung gekommen, Tausende mußten ihr Leben lassen, Verwüstung und Not waren die Folgen.

Doch zu den von Franz Flamm an den Kultur- und Geschichtskreis übergebenen Werken gehören auch zwei Bände der Stadtgeschichte vom Bischofskreuz mit dem so bedeutungsvollen Frieden von Bischofslinden. Auch das hiesige Internierungslager ab 1945 wurde von Franz Flamm ebenso wie das spätere Flüchtlingsdurchgangslager genau erforscht und nachgezeichnet. Etwa 30 000 Heimatvertriebene sind durch dieses Lager gegangen. Heute, so meinte Franz Flamm abschließend, wohnen auf der einstigen Gemarkung von Betzenhausen rund 20 000 Menschen. Mit sehr herzlich gehaltenen Dankesworten nahm Thomas Hammerich das Gesamtwerk von Franz Flamm unter großem Beifall der Besucher in die Obhut des Kultur- und Geschichtskreises auf.

Harald Albiker


Zur Person Dr. Franz Flamm (1905 – 2003)

Dr. Flamm war viele Jahre Leiter des Freiburger Sozial- und Jugendamtes (früherWohlfahrtsamt). Er war ausserdem bekannt durch eine Vielzahl an Veröffentlichungen insbesondere zur sozialer Gerechtigkeit. Dafür und für seine berufliche Tätigkeit erhielt er Auszeichnungen von unterschiedlichen Organisationen (u.a. Verdienstorden der Bundesrepublik).

Mit Aufbau des neuen Bezirks Betzenhausen-Bischofslinde in den 1960-er Jahren fand Dr. Flamm seine persönliche Heimat hier in Betzenhausen und begann, nach den geschichtlichen Hintergründen seiner Heimat zu forschen: z.B. zur Geschichte vom Bischofskreuz in seiner unmittelbaren Nähe, aber auch weiter gefasst über die ehemaligen Dörfer im Freiburger Westen von ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. Veröffentlicht wurden daraus eine Reihe von heimatkundlichen Werken, die später in den Besitz des Kultur- und Geschichtskreises von Betzenhausen gingen: Dort wurde er 2001 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Hier der Nachruf auf Franz Flamm (verstorben 2003) in der Badischen Zeitung: Ein Diener der Schwachen (evtl. mit eingeschränktem Zugriff).

Wie geht es weiter mit der Gaskugel?

Aktuelles (Sept. 2022): Die Gaskugel beim bundesweiten “Tag des offenen Denkmals”

Am 11. Sept. war die Gaskugel erstmal dabei mit Info-Tag und einem kleinen Hock am Abend davor. Viele hundert Besucher sind gekommen und glücklicherweise hatten wir am Sonntag auch passendes, sommerlichers Wetter: so wurde es fast schon ein kleines Gaskugel-Fest. Siehe unser Bericht zum Tag des offenen Denkmals. Auch die BZ berichtete ausführlich darüber unter der Überschrift Die Gaskugel hat viele Fans (ggf. mit eingeschränktem Zugriff).

Wir hoffen, das lässt sich im nächsten Jahr wiederholen und wir hoffen auch, dass wir dann auch die Unterstützung der Badenova haben, damit ggf. auch Grundstück bzw. die Gaskugel offen werden (danach haben jetzt schon viele Besucher:innen gefragt). Damit es ein „Tag des offenen Denkmals“ wird im eigentlichen Sinne des Wortes.

Ab jetzt besteht auch die Möglichkeit, Kugel-Pate zu werden. Alles Weitere auf der Seite des Gaskugel-Projektes: Jetzt KUGEL-Pate werden!


Zusammenfassung mit aktuellem Stand

Die Gaskugel in Betzenhausen

Die Gaskugel in Betzenhausen ist ein Erkennungszeichen für unseren Stadtteil aber auch für ganz Freiburg und sie ist seit Juli 2019 ausser Betrieb; eine Projektgruppe erarbeitet ein Konzept für die weitere Nutzung.

Im Laufe des Jahres 2022 wird die Stadtverwaltung in Abstimmungen mit der Badenova gehen bzgl. Gaskugel. Parallel dazu sollen Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie „Dreisam-Revitalisierung“ vorliegen: ggf. wäre die Gaskugel in ein attraktives Naherholungsangebot eingebunden, das im Zusammenhang mit dem neuen Stadtteil Dietenbach geplant ist.

Seit Sept. 2020 ist die Arbeitsgruppe zur Erhaltung der Gaskugel unter einer eigenen Web-Adresse zu finden; siehe www.gaskugel-freiburg.de. Dort führen Links zahlreichen Presse- und TV-Beiträgen sowie Meldungen in chronologischem Blog. Es gibt inzwischen vielfältige Unterstützung für das Projekt: zu nennen ist vor allem das große Netzwerk von Partner-Institutionen und Expertinnen und Experten. Auch überregional wird das Projekt wahrgenommen, das zeigt z.B. die Unterstützung der Ingenieurkammer BW, der Denkmalstiftung BW und die inzwischen 8 Hochschul-Kooperationen. In der Zeitschrift Industriekultur (Ausgabe 4.2021) erschien ein Beitrag; dem folgte eine Einladung zum TICCIH-/AIPAI-Kongress in Rom im Juni 2022.

Die Arbeitsgruppe selbst hat zusammen mit Herrn Dipl. Ing. Richard Funk (ehemaligen Technischen Vorstand der FEW) die spannende Geschichte der Freiburger Gas-Nutzung aufgearbeitet und in einem Buch zusammengefasst(seit Juli 2021 erhältlich). Siehe Beitrag in unserem Stadtteil-Magazin, Ausgabe 267 (Juni 2021).

Die Stiftung BauKulturerbe gGmbH in Freiburg hat Interesse, die Gaskugel zu übernehmen. Eine entsprechende Anfrage liegt inzwischen bei der Badenova (bzw. bnNETZE) und der Stadt Freiburg. Erklärtes Ziel der gemeinnützigen Stiftung ist es, historische Gebäude und die besonders schützens- und erhaltenswerte Bausubstanz in Freiburg und darüber hinaus zu bewahren.

Das Landesamt für Denkmalpflege hatte Ende 2019 das Industriewahrzeichen von Freiburg und Betzenhausen unter Denkmalschutz gestellt (verkündet von Martin Horn bei “OB vor Ort” im Bürgerhaus am Seepark). Das war eine wichtige Weichenstellung. Vorher – im Juli 2019 – wurde die Gaskugel außer Betrieb genommen; Hier gibt es Hintergründe zur Geschichte der Gaskugel.

Ein Arbeitskreis für das Wahrzeichen von Freiburg und Betzenhausen

Schon im August 2019, also kurz nach Betriebsende, hat sich in Betzenhausen eine Initiative gegründet, die sich für den Erhalt der Gaskugel als Wahrzeichen des Freiburger Westens einsetzt. Beteiligt sind der Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde e.V., der Kultur- und Geschichtskreis Betzenhausen-Bischofslinde e.V. und die Arbeitsgemeinschaft Freiburger Stadtbild e.V.

„Wir wollen die Gaskugel als Industriedenkmal erhalten, sie aber nicht einfach leer stehen lassen, sondern neu nutzen“, sagt die Vorsitzende des Bürgervereins, Beate Diezemann. Die drei Institutionen haben im Arbeitskreis ein „sanftes“ Nutzungskonzept entwickelt. Es sieht vor, dass die Gaskugel als solche erhalten bleibt, ebenso der Park mit dem alten Baumbestand. „Wir wünschen uns hier einen lebendigen Treffpunkt für alle Freiburger/innen, mit einem Gartencafé, das an die Kugel angedockt werden könnte.“ Ein solcher Treffpunkt fehlt bislang im Freiburger Westen, obwohl die Gaskugel inmitten des beliebten Naherholungsgebietes an der Dreisam und gegenüber dem Dietenbachsee liegt. Hier führen gleich drei überregionale Radwege vorbei.

Dr. Heike Piehler, Projektleiterin

Die Arbeitsgemeinschaft wünscht sich ein niedrigschwelliges und familienfreundliches Gartencafé, das zur Dreisam hin ausgerichtet ist und v. a. Spaziergänger/innen und Fahrradfahrer/innen anlocken soll. Schließlich befindet sich die Gaskugel an der Schnittstelle von vier Stadtteilen und ist von diesen fußläufig zu erreichen: Sie steht im Stadtteil Betzenhausen-Bischofslinde, grenzt im Norden an Lehen, im Westen an Rieselfeld bzw. den neuen Stadtteil Dietenbach und im Süden an Weingarten.

Weitere Informationen und Newsletter-Abonnement unter www.gaskugel-freiburg.de.

Kontakt:


Nachfolgend die wichtigsten Projekt-Schritte seit Sommer 2019 in zeitlicher Reihenfolge.

2019 Juli: Die Gaskugel wird stillgelegt

Im Juli 2019 wurde die Gaskugel – ein Erkennungszeichen von Betzenhausen – außer Betrieb genommen: nach 54 Jahren Betrieb als Reservespeicher für Freiburg und die Region. Siehe Pressemitteilung Badenova . Herzlichen Dank auch ans “Friburger Bobbele” für das nette Video zum Ruhestand der Gaskugel. Das Betriebsende war inzwischen auch mehrfach Thema in der Badischen Zeitung; siehe z.B. Berichte am 28. Juni, 26. Aug., 7. Sept. und 18.Dez.2019. Den Denkmalschutz nahm auch das Magazin Chili zum Anlass für einen Bericht im Dez. 2019.

Kurz nach Ende der Nutzung als Gas-Vorratsbehälter gründet sich eine Projektgruppe zur Erhaltung des Wahrzeichens.

2019 Nov.: Konzept zur weiteren Nutzung der Gaskugel

Unsere ausführliches Konzept zur weiteren Nutzung der Gaskugel ist jetzt verfügbar. Weitere Details siehe www.gaskugel-freiburg.de/nutzungskonzept.

Innerhalb kürzester Zeit fanden sich viele Unterstützer für die Initiative. Eine Auswahl: adfc Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V. (Kreisverband Freiburg / Emmendingen / Breisgau-Hochschwarzwald),  AFB Arbeitsgemeinschaft Freiburger Bürgervereine, Architekturforum Freiburg e.V., Ingenieurkammer Baden-Württemberg, Institut für Neue Musik, Hochschule für Musik Freiburg, O.-Studio – KlangObjekt-Studio Freiburg, mehrklang Gesellschaft für Neue Musik Freiburg e.V., NaturFreunde Freiburg e.V., Obertonchor Freiburg & Experimentalchor Freiburg, Partnergemeinde Teningen, VDI Verein Deutscher Ingenieure (Bezirksverein Schwarzwald e.V.), und andere.

Dass eine solche Nutzung sorgfältige Planungen, Investitionen und viel Rückhalt erfordert, ist dem sechsköpfigen Arbeitskreis bewusst. Neben Beate Diezemann und Dr. Heike Piehler arbeitet hier auch Dr. Diana Wiedemann (ARGE Freiburger Stadtbild e.V.) sowie Dr. Stefan Grugel (KuGe) mit. „Wir wollen etwas anschieben – wohl wissend, dass ein solches Vorhaben Zeit, Geduld und Energie braucht. Es gibt wenige Projekte im Freiburger Westen und vielleicht auch in ganz Freiburg, die spontan so große Unterstützung finden“, erklärt Beate Diezemann, die für Ideen und Rückmeldungen immer ein offenes Ohr hat.


2019 Dez.: Die Gaskugel steht jetzt unter Denkmalschutz!

Bei seinem Besuch am 16.Dez. in Betzenhausen als “OB vor Ort” konnte Martin Horn die gute Nachricht verkünden: das Landesamt für Denkmalpflege hat das Industriewahrzeichen von Betzenhausen unter Denkmalschutz gestellt. Die Besucher beim Bürgergespräch hat es sehr gefreut. Nach dieser wichtigen Weichenstellung ist ein Abriß keine Option mehr. Welche weiteren Rahmenbedingungen sich ansonsten ergeben, will die Badenova im Januar abklären. Auf die Zukunft der Gaskugeln angesprochen, erklärt OB Martin Horn, auch er würde sich freuen, “wenn wir da perspektivisch etwas hinbekommen. Wir sind erst am Anfang eines Prozesses.”

Es ist nebenbei das erste Industriedenkmal, das in Freiburg unter Denkmalschutz gestellt wurde. Weitere Details siehe hier: Die Gaskugel steht unter Denkmalschutz.


2020 Febr.: Fernsehbeitrag Baden TV

ein schöner Fernsehbeitrag von Baden TV zum aktuellen Stand der Gaskugel (Ausstrahlung war 21. Febr. 2020); der Beitrag wird vermutlich 3 Monate online verfügbar sein.

In Lahr ist es anders gekommen, denn dort wird die Gaskugel (Baujahr 1974) bald verschwunden sein: sie ging schon 2018 ausser Betrieb und wird aktuell zurück gebaut bzw. zerlegt. Hier der Bericht in der Lahrer Zeitung.


2020 Aug. – Okt.: Ausstellung

Seit dem 3. Aug. ist die Ausstellung “Dark Side of the Moon” (Vier Entwürfe für die Kugel) im Stadtteiltreff geöffnet. Gezeigt werden Ideen von vier Architekturstudenten der Hochschule für Technik Stuttgart, die sie im Rahmen ihrer Masterabschlüsse entwickelten.

Auch Baden-TV berichtete am 7.Aug.2020 über die Ausstellung. Der Fernsehbeitrag ist online verfügbar.


2020 Sept.: Eigene Web-Adresse

Die Projektgruppe zur Gaskugel ist jetzt unter einer eigenen Web-Adresse erreichbar, siehe www.gaskugel-freiburg.de

2020 Nov.: Stiftung BauKulturerbe möchte die Gaskugel übernehmen

Siehe Bericht im Bürgerblättle 264 Dez. 2020 / Jan. 2021

Klaus Grundmann, Geschäftsführer der Stiftung

Die Stiftung BauKulturerbe wurde 2019 als gemeinnützige GmbH in Freiburg gegründet mit dem Ziel, historische Gebäude und die besonders schützens- und erhaltenswerte Bausubstanz in Freiburg und darüber hinaus zu bewahren. Dabei möchte sie sich nicht nur ideell, sondern auch konkret praktisch für unser Baukulturerbe einsetzen. Als Nonprofit-Unternehmen versteht sie sich als unabhängige Plattform zur Vernetzung von Akteuren und Organisationen. Die Stiftung verfolgt satzungsgemäß die Zielsetzung, unser Baukulturerbe zu erhalten, das allgemeine Bewusstsein für dieses Baukulturerbe zu schärfen, einen adäquaten Umgang mit alter Bausubstanz zu vermitteln und das gesellschaftliche und bürgerliche Engagement für Baukultur zu stärken.

Die Stiftung BauKulturerbe ist im Sommer dem „Arbeitskreis Gaskugel“ beigetreten, der sich 2019 um den Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde e.V. formiert hat. Die Stiftung hat unser bürgerschaftliches Engagement und die Entwicklung unseres Nutzungskonzepts von Beginn an mitverfolgt und mitgeprägt. Nun geht es um dessen Umsetzung: Wir wollen, wie berichtet, die Gaskugel als Kulturdenkmal würdigen, sie begehbar machen und mit dem sie umgebenden Areal einer „sanften“ Nutzung zuführen. Wir wünschen uns hier einen lebendigen Treffpunkt mit einem Gartencafé, das an die Kugel angedockt und zur Dreisam hin ausgerichtet sein könnte, niedrigschwellig und familienfreundlich, vor allem für die vielen Spaziergänger/innen und Fahrradfahrer/innen.

Die entsprechenden Anfragen der Stiftung liegen der Badenova bzw. bnNETZE und der Stadt Freiburg vor. Nun geht es darum, ob und zu welchen Konditionen eine Übernahme der Gaskugel und eine nachhaltige zukünftige Betreiberschaft möglich und sinnvoll wäre. Es könnte alles passen! (Dr. Heike Piehler)


2021 Jan.: neuer Seniorpartner im Gaskugel-Team

Dipl. Ing. Richard Funk

Der „Arbeitskreis Gaskugel“ bekommt fachkundige Unterstützung durch Dipl. Ing. Richard Funk, den ehemaligen Technischen Vorstand der FEW – Freiburger Energie- und Wasserversorgung AG. Der Wahl-Freiburger, der in Zähringen zuhause ist, begleitet unsere Initiative für den Erhalt und eine neue Nutzung der Gaskugel mit großem Interesse und stellt uns dankenswerterweise sein Wissen zur Verfügung.

Richard Funk war von 1964 bis zu seinem Ruhestand 1994 für die Freiburger Gasversorgung und Wasserversorgung verantwortlich und damit auch für die Umstellung von der Gaseigenerzeugung aus Kohle auf den Bezug von Ferngas / Erdgas, was auch den Bau der Freiburger Gaskugel 1964/65 umfasste.

Siehe Bericht im Bürgerblättle 265 Febr./März 2021


2021 Juni: Das Buch zur Kugel; “Freiburger Gasgeschichte(n)”

Die Arbeitsgruppe zur Weiternutzung der Gaskugel hat die spannende Geschichte der Freiburger Gas-Nutzung aufgearbeitet und in einem Buch zusammengefasst (erhältlich ab 1.7.2021 erhältlich). Siehe Beitrag in unserem Stadtteil-Magazin “Bürgerblättle”, Ausgabe 267 (Juni 2021).

2021 Aug.: Betriebskonzept und Info-Abend

Das Betriebskonzept der Arbeitsgruppe Gaskugel ist fertig und wurde inzwischen z.B. an politische Vertreter verteilt; zum Inhalt siehe Betriebskonzept Gaskugel.

Viel Interesse auch am 12. August bei einem Informations- und Diskussionsabend direkt an der Gaskugel mit Vertretern des Arbeitskreises. Aktuelle Infos wie immer unter www.gaskugel-freiburg.de/blog.


2021 Okt.: Interfraktioneller Antrag aus dem Gemeinderat

Über das Betriebskonzept ergaben sich einige Gepräche mit Vertretern der Freiburger Fraktionen, die großes Interesse an dem Projekt zeigten. Als direkte Folge davon wurde Anf. Oktober 2021 ein interfraktioneller Antrag im Bauausschuss gestellt, um von der Stadtverwaltung zu erfahren, welche Planungen aktuell für das Areal und die Kugel bestehen. Insbesondere geht es um offene Punkte zur Finanzierung, möglichen Bundes- oder Landesförderungen, die Pläne der Badenova mit dem Areal und viele weitere Punkte.


2022 Jan.: Anwort des Baubürgermeisters zum interfraktioneller Antrag

Inzwischen gibt es zum Antrag eine Anwort von Herrn Baubürgermeister Prof. Dr. Martin Haag mit erfreulichen Tendenzen (10. Jan. 2022):

Die Bauverwaltung stehe dem Konzept des Arbeitskreises Gaskugel und der Stiftung BauKulturerbe gGmbH, aus dem Kulturdenkmal einen Ort der Kultur zu inszenieren und zu etablieren, grundsätzlich positiv gegenüber, teilt er mit. Die Verwaltung werde 2022 in weitere interne Abstimmungen mit der badenova gehen, mit dem Ziel, das Vorhaben des Arbeitskreises und der Stiftung bestmöglich zu unterstützen.

Die Bauverwaltung sieht die Gaskugel und deren Grundstück in einem größeren planerischen Kontext; sie soll in die Überlegungen für ein attraktives Naherholungsangebot für den neuen Stadtteil Dietenbach entlang der Dreisam einbezogen werden“. Die Ergebnisse einer entsprechenden Machbarkeitsstudie „Dreisamrevitalisierung“ sollen dem Gemeinderat noch in diesem Jahr vorgestellt werden. Ein solche Vorhaben würde sicher in allen angrenzenden Stadtteilen gern gesehen, bzw. im gesamtem Westen.

Mehr zu den Planungen des Baubürgermeisters auf der WebSeite des Gaskugel-Projekts.


2022 Mai: Preis im Pitch-Wettbewerb der Freiburger Bürgerstiftung

Das Gaskugel-Projekt belegt beim Pitch-Wettbewerb der Freiburger Bürgerstiftung (17. Mai 2022) mit 18 teilnehmenden Initiativen den zweiten Platz der Jury. Natürlich freuen wir uns sehr über diesen Erfolg. Herzlichen Dank in diesem Fall an Sven Hinz aus dem Think Tank des Gaskugel-Projektes, der mit seiner gelungenen Mitmach-Show um Unterstützung geworben hatte und dabei schon einen Eindruck von der Akustik im Inneren der Kugel vermitteln konnte. Mehr dazu auf www.gaskugel-freiburg.de.


2022 Juni: Fachkongress in Rom

Das Gaskugel-Projekt wurde Mitte Juni beim “2° Stati Generali del Patrimonio Industriale” in Rom einer internationalen Fachöffentlichkeit vorgestellt: diese Fachkongress mit Industriekulturerbe als Hauptthema findet alle drei Jahre statt.  Neue Nutzungen von stillgelegten Gasbehältern sind europaweit ein Thema, das gerade in den Blick rückt. Gemeinsam mit Dr. Barbara Berger von der ETH Zürich durfte Projektleiterin Dr. Heike Piehler das Konzept in Rom präsentieren. Mehr dazu gibt es bald auf www.gaskugel-freiburg.de .

2022 Juni: Besuch der Bundesstiftung Baukultur

Am 24. Juni waren Vertreter der Bundesstiftung Baukultur ( www.bundesstiftung-baukultur.de ) mit ihrer Sommertour hier in Freiburg: morgens im “Zentrum Holzbau Schwarzwald” in Menzenschwand, am Nachmittag bei der Gaskugel, um sich vorort über das Projekt zu informieren. Kurz zum Hintergrund: Die Bundesstiftung gibt es seit 2007 und wurde explizit gegründet, um die Bundesregierung zum Thema Baukultur zu beraten. Den Leitspruch möchten wir hier einfach anbringen: Räume prägen Menschen. Menschen prägen Räume. In diesem Zusammenhang ist auch die Industiekultur ein wichtiges Thema der Bundesstiftung. Anwesend waren z.B. auch Vertreter des Gemeinderates und der Stadt, verschiedene Projektbeteiligte und Partner erläuterten Ihre Ideen.

Mehr dazu gibt es bald auf www.gaskugel-freiburg.de .


2022 Juli: Projekt „Mit 2,5 Metern pro Stunde um die Sonne“

Eigentlich präsentiert das Planetarium Freiburg in den Sommermonaten ohnehin schon ein besonders attraktives Programm. Doch diesmal gibt es noch weitere Unterstützung durch ein Projekt „Mit 2,5 Metern pro Stunde um die Sonne“ der Kunststudentin Elisa Peyker. Hintergrund: Angenommen die Gaskugel in Betzenhausen wäre eine Sonne, so wäre unsere Erde im Vergleich dazu eine blaue Kugel von 30 Zentimetern. Auch spannend, wo diese Erde ihre Kreise ziehen würde in Freiburg. Das ganze ist zu sehen seit dem 27. Juli im Foyer des Planetariums (mehr dazu …).


2022 Sept.: Die Gaskugel beim bundesweiten “Tag des offenen Denkmals”

Am 11. Sept. war die Gaskugel erstmal dabei mit Info-Tag und einem kleinen Hock am Abend davor. Viele Besucher sind gekommen und glücklicherweise hatten wir am Sonntag auch passendes, sommerlichers Wetter und so wurde es fast schon ein kleines Gaskugel-Fest. Siehe ausführlichen Bericht zur Veranstaltung. Wir hoffen, das lässt sich im nächsten Jahr wiederholen und wir hoffen auch, dass wir dann Unterstützung der Badenova haben, damit ggf. auch Grundstück bzw. die Gaskugel offen ist (danach haben jetzt schon viele Besucher:innen gefragt). Damit es ein „Tag des offenen Denkmals“ wird im eigentlichen Sinne des Wortes.

Tag des offenen Denkmals

Am Sonntag, den 11. September, war der landesweite “Tag des offenen Denkmals“, den die Deutsche Stiftung Denkmalschutz alljährlich organisiert. Erstmals war auch das Gaskugel-Projekt dabei mit einem Info-Tag und Hock an der Gaskugel. Dort gibt es auch einen ausführlichen Rückblick. Siehe (www.gaskugel-freiburg.de)

Viele Besucher sind gekommen und glücklicherweise hatten wir am Sonntag auch passendes, sommerliches Wetter: so wurde es fast schon ein kleines Gaskugel-Fest (Programm und Beteiligte siehe unten). Auch die BZ berichtete ausführlich darüber unter der Überschrift Die Gaskugel hat viele Fans (ggf. mit eingeschränktem Zugriff). Die Deutschen Stiftung Denkmalschutz hatte die Veranstaltung bei der Gaskugel schon vorher zum “Highlight” gekürt (als eines von nur 9 in BW).

Der Arbeitskreis Gaskugel informierte über das noch junge Denkmal: über seine frühere Funktion, die Hintergründe seiner Stilllegung, seine städtebauliche Bedeutung und die Möglichkeiten einer neuen, zivilen und denkmalverträglichen Nutzung. Denn mit ihrer einmaligen Lage, ihrer markanten Form, ihrer Größe und ihrer Geschichte ist die Kugel für ein Ausflugsziel geradezu prädestiniert.

Ergänzend dazu hatten wir am Abend davor (Sa. 10. Sept.) zu einem gemütlicher Hock an der Gaskugel eingeladen: nicht eingeladen war Regen, aber der kam trotzdem pünktlich im 17:00 Uhr für eine halbe Stunde. Es wurde trotzdem ein schöner Abend, denn auch die Musiker hatten richtig Spaß daran, zu spielen.

Gefeiert wurde direkt neben der Kugel bei den Tennisanlagen, Fischermatte 3A. Wir danken der Tennis-Abteilung Sportfreunde Eintracht Freiburg für die Unterstützung an beiden Tagen!

Mit Hock und Info-Tag direkt am Gelände wollen die Veranstalter zugleich bewusst machen, dass das Grundstück auch drei Jahre nach der Stilllegung des Gasbehälters noch nicht zugänglich ist (auch nicht zum “Tag des offenen Denkmals”). Wir hoffen, das lässt sich im nächsten Jahr wiederholen und wir hoffen auch, dass wir dann Unterstützung der Badenova haben, damit ggf. auch Grundstück bzw. die Gaskugel offen ist (danach haben jetzt schon viele Besucher:innen gefragt). Damit wäre es ein „Tag des offenen Denkmals“ im eigentlichen Sinne des Wortes.

Hock an der Gaskugel: Samstag, 10. Sept., 17 – 21 Uhr.

Gemütlicher Hock und stimmungsvoller musikalischer Abend für die Anwohner*innen, Netzwerker*innen und Partner*innen – offen für alle Interessierte und Neugierige!

17:00 Uhr Eröffnung durch Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde e.V. und Stiftung BauKulturerbe gGmbH / AK Gaskugel.
17:30 – 19:00 Uhr
Easy Listening – Skyline Smallband, Jazz Combo mit Christine Wienand (Vocals), Herbert Kustermann (Saxophon), Patrick Obergföll (Gitarre) und Andreas Wolf (Bass).
19:15 – 21:00 Uhr Sonny Erixxon; Betzenhausens Local Hero der Musik spielt „Cover Pop from Heaven“.

Kultur und Infos: Sonntag, 11. Sept., 11 – 17 Uhr

Wir wollen da rein! Das Team des AK Gaskugel ist vor Ort, informiert über das neue Nutzungskonzept für DIE KUGEL mit einer Vielzahl an Programmpunkten, diskutiert mit den Gästen und beantwortet Fragen.

11:00 Uhr Wie geht’s, altes Haus? Beratungen zu historischer Bausubstanz (Dauer 60 min.) mit Klaus Grundmann, Stiftung BauKulturerbe gGmbH

Die gemeinnützige Stiftung BauKulturerbe gGmbH engagiert sich für historische Bauten, die als Einzelgebäude oder im Ensemble über Generationen unsere Geschichte verkörpern und regionale Identität stiften. Ihr Erhalt trägt entscheidend zur Nachhaltigkeit und der Erreichung der Klimaschutzziele bei, denn die Wiederverwendung von Ressourcen ist eine einfache Art Energie einzusparen.

12:00, 14:00 Uhr Führung: Freiburger Gasgeschichte(n); Stadtgas – Erdgas – Grüne Gase (Dauer 30 min.) mit Bernward Janzing, Energiejournalist
13:00, 15:00, 16:00 Uhr Führung: DIE KUGEL – gestern und heute (Dauer 30 min.) mit Klaus Grundmann und Dr. Heike Piehler, AK Gaskugel

Die Gaskugel – Zeuge einer vergangenen Zeit und stolzes Kulturdenkmal, das auf seine neue, zivile Nutzung wartet. Noch ist der Bauch der Kugel nicht zugänglich, aber es ist ein kathedralischer Raum mit einer spektakulären Echoakustik. Was ist geplant? Hier erhalten Sie einen Überblick.

15:00 – 16:00 Uhr Signierstunde mit Peter Gaymann. Der Cartoonist ist ein begeisterter Gaskugel-Fan und unterstützt das Bürgerprojekt DIE KUGEL mit einer Serie von Cartoons.

Der Cartoonist, Graphiker und Schriftsteller Peter Gaymann (P. GAY) kommt aus Freiburg. Sein Elternhaus stand in Betzenhausen, bis zur Gaskugel war es nicht weit. Den Bau des Gasbehälters hat er als Teenager miterlebt. Heute ist er ein begeisterter Gaskugel-Fan und unterstützt das Bürgerprojekt DIE KUGEL mit einer Serie von Cartoons, die er eigens hierfür gezeichnet hat – natürlich mit seinen beliebten Hühnern, unterwegs im Freiburger Westen!

12:00, 13:00, 14:00, 15:00, 16:00 Uhr Eine Wort-Ton-Komposition an der Dreisam von Nan Zhang, freie Komponistin, an der Dreisambrücke gegenüber der Gaskugel (Dauer 35 min.).

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturamts Freiburg.

14:30, 15:30, 16:30 Uhr Theater Karawane – Erzähltheater mit Bildern (Dauer 15 min.) mit Rosa Müller-Gantert. Für Kinder ab 5 Jahren. Wie der Fuchs beinahe um seinen Fuchsschwanz gekommen wäre. Ein Märchen aus der Toscana.
11:00 – 17:00 Uhr Mit 2,5 m/h um die Sonne – Dokumentation zu einem Kunstprojekt von Elisa Peyker (Kunststudentin) und Marco Schuler (Dozent und Künstler).

© AK Gaskugel / Peter Gaymann

Radtour zur Gaskugel (Sonntag 11. Sept., 14:00 Uhr)

Von der Wiehre zur Gaskugel: Radtour auf den Spuren der Freiburger Gasversorgung (Dauer 2 Stunden) mit Joachim Scheck von der Arbeitsgemeinschaft Freiburger Stadtbild, www.arge-stadtbild.de .
Startpunkt um 14:00 Uhr: Johanneskirche, Günterstalstraße 2, 79102 Freiburg. Ziel: Gaskugel. Für Kinder geeignet.

Veranstalter: Stiftung BauKulturerbe gGmbH in Kooperation mit dem AK Gaskugel und der Abteilung Tennis der SF Eintracht Freiburg e.V.

Kuchenstand: Am Info-Tag möchten wir vom Bürgerverein zusammen mit dem Kultur- und Geschichtskreis (KuGe) eine Kuchentheke aufbauen. Dafür ist Unterstützung willkommen, in diesem Fall natürlich vor allem in Form von Kuchenspenden. Wir freuen uns auf eine kurze e-mail zur weiteren Koordination an: bv@betzenhausen-bischofslinde.de

Der AK Gaskugel ist eine gemeinsame Initiative von: Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde e.V., Kultur- und Geschichtskreis Betzenhausen-Bischofslinde e.V., Arbeitsgemeinschaft Freiburger Stadtbild e.V. und Stiftung BauKulturerbe gGmbH.

Der Tag des offenen Denkmals wird bundesweit von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz organisiert und gilt als größtes Kultur-Event in Deutschland. Siehe auch bundesweites Programm auf Website zum Tag des offenen Denkmals.

Die französische Fliesensonnenuhr im Seepark von Freiburg-Betzenhausen

Aktuelles (Sept. 2022): Leider ist die Sonnenuhr inzwischen in einem so schlechten Zustand, dass man im Garten und Tiefbauamt (GuT) keine Möglichkeit mehr sieht zur Instandsetzung.  Viele Kacheln sind gebrochen oder auch gar nicht mehr vorhanden: Das Bild unten ist schon einiges älter und steht damit für bessere Zeiten.

Natürlich haben wir gehofft, dass gelegentlich eine Instandsetzung möglich wird: schließlich haben wir ja z.B. eine Steinmetz-Schule hier in Freiburg. Eine schöne Geste an unsere Partnerschaft Besançon wäre es ja vielleicht auch gewesen. Offensichtlich ist der schlechte Zustand der Uhr auch schon länger bei der Stadt bekannt. Es ist geplant, die Reste in nächster Zeit zu entfernen. Ein Baum soll stattdessen gepflanzt werden.

Der Aufbau der Sonnenuhr im Jahr 1986 war offensichtlich auch nur temporär gedacht und ist wohl auch deshalb nur mit wenig Fundament unterlegt. Am Ende können wir uns also darüber freuen, dass sie überhaupt so lange gehalten hat.

Zwischenzeitlich hat auch die Badische Zeitung über die Sonnenuhr berichtet; siehe BZ-Beitrag hier (ggf. mit eingeschränktem Zugriff).


Hintergründe zur Fliesensonnenuhr im Seepark

Wer im Seepark von Freiburg-Betzenhausen am Ufer vor dem Westbad schlendert, sieht eine Fliesensonnenuhr, die früher mal sehr schön war: ein Geschenk von Freiburgs Partnerstadt Besançon, dem Zentrum der französischen Uhren-Industrie. Eine solche Uhr nennt man fachgerecht „Analemmatische Bodensonnenuhr (siehe Wikipedia). Historische Gebäude aus Besançon bilden die Markierungen der Stunden. Der Innenbereich der Uhr (Zifferblatt) zeigt einen Stadtplan von Besançon aus dem 18. Jahrhundert: dort wird die Altstadt von einer Schleife des Doubs umflossen, darüber ragt die Zitadelle.

Freiburg und Besançon haben u.a. eine große historische Gemeinsamkeit, denn Vauban, der Militärarchitekt Ludwig XIV, hatte beide Städte Ende des 17. Jahrhunderts zu Festungen ausgebaut. Die Festungsanlagen in Besançon sind auch heute noch erhalten und auch wirklich eine Reise wert (seit 2008 gehören sie zum UNESCO‐Weltkulturerbe).

Leider ist dieses Geschenk aus Besançon heute in einem sehr schlechten Zustand (die Bilder hier im Beitrag sind schon etwas älter). Eine Instandsetzung durch die Stadt Freiburg wäre absolut wünschenswert und vor allem wäre es ja auch eine schöne Geste in dieser Partnerschaft (siehe auch unserem Beitrag zu Markt der Partnerstädte).


Vorstellung in “Sonnenuhren, die Geschichte(n) erzählen”

Nachfolgend einige Passagen aus dem Buch “Sonnenuhren, die Geschichte(n) erzählen” von Renate Frank, die wir hier mit freundlicher Genehmigung der Autorin verwenden dürfen (siehe auch Hinweise zur Autorin weiter unten):

Seit 1959 besteht eine Städtepartnerschaft zwischen Besançon im französischen Département Doubs und Freiburg im Breisgau (48°0‘, 7°51‘). Beiden Städten ist gemeinsam, daß sie Ende des 17. Jahrhunderts von Vauban, dem Militärarchitekten Ludwigs XIV., zu Festungen ausgebaut wurden. Anläßlich der Landesgartenschau 1986 schenkten die französischen Partner Freiburg eine kostbare Fliesensonnenuhr, sie ist im Seeparkgelände im Westen der Stadt zu bewundern.

Es ist eine analemmatische Bodensonnenuhr, bei der ein Mensch als beweglicher Zeiger fungiert. Stellt man sich je nach Jahreszeit auf das entsprechende Tierkreiszeichen der Skala, so weist der Körperschatten die Zeit.

Die Stundenpunkte auf der Ellipse reichen von 6 Uhr morgens bis 18 Uhr abends, das entspricht der möglichen Dauer des Sonneneinfalls. Ansichten historischer Gebäude bilden die Stundenmarkierungen, die entsprechenden Ziffern sind im Stadtplan als Standorte dieser Monumente angegeben.

Das Zifferblatt der Uhr zeigt einen stilisierten Stadtplan von Besançon aus dem 18. Jahrhundert. Die Altstadt wird von einer Schleife des Doubs umflossen und von der Zitadelle überragt.

Im Laufe der Jahre sind die Farben auf den Fliesen verblasst und durch ein paar Risse in den Keramikplatten wachsen Grasbüschel. Aber immer noch erinnert die Anlage im Freiburger Seepark an die Hauptstadt der Franche – Comté am Rande des Jura. Die Sonnenuhr ist eine Anregung, das sehenswerte Besançon aufzusuchen, das eine Universität und ein reiches kulturelles Angebot aufzuweisen hat.

Daneben ist Besançon Zentrum der französischen Uhrenindustrie. Während der Französischen Revolution wurde durch Einwanderer aus dem Schweizer Jura die Uhrenindustrie in der Stadt begründet. In der Tradition dieser Industrie haben sich hier zahlreiche Firmen aus den Bereichen Mikropräzisionstechnik angesiedelt.

Die Stadt ist Geburtsort des Schriftstellers Victor Hugo (1802 – 1885) und der Brüder Lumière, der Erfinder des Kinos (August 1862 – 1954, Louis Jean 1864 – 1948). Die Festungsanlagen von Besançon gehören seit 2008 zum UNESCOWeltkulturerbe.

Nachfolgend die historische Gebäude auf den Stundenmarkierugen und deren Bedeutung:


6:00 Maison de Vigneron

7:00 Galerie du St Esprit, 16. J., ehemaliges Hôpital

8:00 Quai Vauban aus dem 16. Jh.

9:00 Église Ste Madeleine 18. Jh.

10:00 Préfecture (18. Jh.)

11:00 Hôpital St Jacques aus dem 17. Jh., beherbergt heute eine alte Apotheke

12:00 Palais de Justice (Renaissance)

13:00 Èglise St Pierre 18. Jh.

14:00 Das Palais Granvelle ließ Nicolas Perrenot de Granvelle, Minister Karls V., zwischen 1534 und 1542 erbauen. Es besitzt eine prächtige Renaissancefassade und einen schönen Arkadenhof. Seit 2002 ist in dem Palais das Musée du Temps untergebracht, das der Zeitmessung gewidmet ist.

15:00 Théâtre

16:00 Porte Noire et Cathédrale St Jean Die Kathedrale geht aufs 12./13. Jh. zurück, der Ostchor wurde in der Barockzeit wieder aufgebaut. Die Porte Noire stammt aus der gallo – römischen Epoche der Stadt, wurde als Triumphbogen im 2. Jh. errichtet und Marc Aurel gewidmet

17´:00 Die Porte Rivotte ist Teil der Stadtbefestigung und trägt das Wappen Ludwigs XIV.

18:00 Die Citadelle, die Vauban zwischen 1674 und 1711 errichten ließ


Hintergründe zum Buch

Fachkreis Sonnenuhren 2011, Jahrestagung

Renate Frank ist seit 1996 Mitglied im Fachkreis Sonnenuhren innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie. Im Jahr 2011 organisierte sie eine dreitägige Jahrestagung des Fachkreises in Freiburg, die zum Teil im Seepark stattfand.

Das Buch “Sonnenuhren, die Geschichte(n) erzählen” von Renate Frank ist erhältlich im Buchhandel (Mai 2020, 160 Seiten, Gmeiner Verlag, 18,- Euro ). Aus der Beschreibung dort:

“Sonnenuhren haben die Aufgabe, Schatten sichtbar und für Zeitangaben nutzbar zu machen. Bestanden sie anfangs nur aus Schattenwerfer und Zifferblatt, wurden sie später mit Sinnsprüchen und Darstellungen ausgeschmückt. Während zu Konstruktion und Funktion der Uhren zahlreiche Literatur existiert, fanden deren Aussehen und Aussagen kaum Beachtung. Im vorliegenden Band erzählen Malereien, Wappen, Symbole, Namen oder Orte Geschichte und Geschichten. Ein ungewohnter, neuer Blick auf Sonnenuhren!

Renate Frank wurde in Schlesien geboren und fand in Freiburg i.Br. eine zweite Heimat. Nach Abitur, Heirat und Familienzeit hat sie als Gästeführerin für die Stadt Freiburg sowie für FREIBURGKULTOUR gearbeitet. Als Mitglied im Bundesverband der Gästeführer in Deutschland e.V. gab sie Stadtführungen, Münsterführungen, Fahrten und kunsthistorische Führungen. Die Angebote in den Sprachen Deutsch und Englisch brachten ihr Kontakte zu Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern der Welt. Reisen und Kunstgeschichtsvorlesungen haben ihren Blick für ungewöhnliche und interessante Dinge geschärft – Sonnenuhren gehören dazu!”


Weitere Infos

Viele weitere Dokumente zum Thema Sonnenuhren gibt es bei www.helios-sonnenuhren.de (auch dort ein Auszug aus dem Buch “Sonnenuhren, die Geschichte(n) erzählen”).

Der Fachkreis Sonnenuhren innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie (DGC) sei hier noch einmal erwähnt. Vorsitzender des Fachkreises war über viele Jahre (1976 bis 1985) Prof. Heinz Schumacher, der viele Jahre auch die Meisterschule für Steinmetze und Steinbildhauer in Freiburg leitete: von ihm stammt auch die Boden-Sonnenuhr in der Nähe des Bürgerhauses im Seepark (siehe unser Beitrag Kunstwerke im öffentlichen Raum).

Wer sich für weitere Sonnenuhren interessiert, für den ist Bernau im Schwarzwald eine gute Adresse: Dort gibt es eine Vielzahl an Uhren mit unterschiedlichen Ausführungen und sie werden auch explizit von der Stadt Bernau beworben. Eine Beschreibung der Bernauer Sonnenuhren ist auch im Buch von Renate Frank zu finden. Schon im Jahr 1985 hatte Prof. Heinz Schumacher eine Broschüre herausgegeben, in der fünfzehn Bernauer Sonnenuhren aufgelistet waren (hier eine verkürzte Doku(pdf) ).

Bei der Gelegenheit auch noch ein Hinweis auf unseren Beitrag Kunstwerke im öffentlichen Raum mit einer Reihe von anderen Dingen, die im Seepark zu finden sind.

Zum Abschluss noch die Zusammenstellung von Freiburgs Partnerstädten und aktuellen Veranstaltungen in dem Zusammenhang. Speziell für die Städtepartnerschaft mit Besançon möchten wir auch noch auf die Arbeit der “Deutsch-Französischen Gesellschaft Freiburg im Breisgau e.V.” hinweisen: www.dfg-freiburg.de .

Die Straßen von Betzenhausen

Auszug FreiGIS mit Stadtteilgrenzen

Der Titel erinnert ein wenig an die Krimi-Fernsehserie “Die Straßen von San Francisco”, die in den 1970er-Jahren einen gewissen Kult-Status erreichte. Einer der Hauptdarsteller war Michael Kirk Douglas, dessen Karriere damit im Grunde begann. Spätestens seit der Serie wusste man als ZDF-Zuschauer, dass die Polizei-Sirenen in den USA anders klingen als hierzulande.

So spannend geht es auf den Straßen von Betzenhausen natürlich nicht zu; aber es gibt doch immer wieder kleine “Geheimnisse” zu entdecken: das beginnt in vielen Fällen schon beim Namen einer Straße, über den man sich in den wenigsten Fällen mal Gedanken gemacht hat. Es können aber auch Ereignisse in der Geschichte sein oder versteckte Kunstwerke: Darauf wollen wir hier eingehen.

Der Stadtteil Freiburg-Betzenhausen ist heute begrenzt durch die Güterbahnlinie im Südosten, die Dreisam im Südwesten, die Paduaallee im Nordwesten in Richtung Lehen und in Richtung Mooswald über das nordöstliche Ufer des Flückigersees bzw. der Ensisheimer Strasse. In diesem Bereich haben wir also nach Strassennamen gesucht; nachfolgend als Liste und mit Dingen, die wir bemerkenswert finden.

Hinweis: Auf einen Link zur jeweilige Lage z.B. in google-maps haben wir bewusst verzichtet (bitte ggf. in Ihrem Kartentool eingeben).

Die Grafik rechts oben führt direkt zu FreiGIS, dem Geo-Informationssystem der Stadt Freiburg mit vielen Möglichkeiten der Auswertung inkl. der Stadtteil-Grenzen.

Eine solche Aufstellung bzw. die zugehörigen Anmerkungen sind sicher nie vollständig; aber aber wir arbeiten dran… Und natürlich freuen wir uns auch über Anregungen z.B. von denjenigen Menschen, die in unseren Strassen wohnen. Schreiben Sie einfach an redaktion@Betzenhausen-Bischofslinde.de .

Am Bischofskreuz Nach dem sog. Bischofskreuz, dass für den Straßburger Bischof Conrad von Lichtenberg errichtet wurde, der 1299 in einer Schlacht bei Betzenhausen schwer verletzt wurde und an den Folgen starb; dieses Ende machte für Freiburgs Bürger den Weg frei zu mehr Eigenständigkeit (siehe Beitrag Kriegerische Zeiten).
Am Mühlbach Nach dem gleichnamigen Bach, der in vergangenen Zeiten weit größer war und die Basis für allerlei Gewerbe bildete in Betzenhausen (z.B. mehrere Mühlen, siehe Beitrag Der Mühlbach).
Angelus-Silesius-Straße Benannt nach dem Dichter Angelus Silesius (1624-1677), dessen tiefreligiösen, der Mystik nahestehenden Epigramme zu den bedeutendsten lyrischen Werken der Barockliteratur zählen (mehr bei Wikipedia).
Aschenbrennerstraße Benannt nach Dr. Thomas Aschenbrenner (1885 – 1963). Domdekan und Begründer badischer Baugenossenschaften, u.a. Mitbegründer der gemeinnützigen Baugenossenschaft Familienheim. Aschenbrenner erhielt 1958 das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Berliner Allee Nach der Bundeshauptstadt.
Betzenhauser Torplatz Ein Platz, der im Zuge der Landesgartenschau 1986 entstand; auf dem gleichnamigen Platz standen über viele Jahrzehnte Holz-Skulpturen, die als Eingangstor zur Ausstellung gedacht waren.
Betzenhauser Steg
Die Überquerung des “Autobahnzubringers Mitte” auf Höhe der Gaskugel in Richtung Weingarten; heute ist es nur noch ein Rad- und Fußgängerweg. Eröffung war am 3. Mai 1986 mit viel Prominenz wie z.B. Oberbürgermeister Rolf Böhme. Dabei hatte auch der “Musikverein Betzenhausen-Bischofslinde e.V.” seinen ersten Auftritt: der war erst im März des gleichen Jahres gegründet worden (heute eher bekannt unter dem Projektnamen der Orchestergemeinschaft).
Bissierstraße Julius Heinrich Bissier (1893 – 1965) war ein deutscher Maler und ist geboren in Freiburg: Er war Mitglied der Akademie der Künste Berlin und hatte weltweite Ausstellungen wie z.B. in New York, Brüssel, Jerusalem und Chicago. Zahlreiche Werke von Bissier sind heute im Museum für Neue Kunst hier in Freiburg zu sehen (mehr bei Wikipedia).

Wer nicht gleich ins Museum will: sein (flächenmäßig) größtes Werk ist an einer Wand im Innenhof der alten Universität zu sehen (Bertoldstrasse, früher der Gasthof “Erzherzog Albrecht”, seit 2021 “Schwarzwald erleben”).

Brandensteinstraße Der Name erinnert an die Herren zu Brandenstein, die im 17. und 18. Jahrhundert in Betzenhausen ansässig waren. Sie wohnten im ehemaligen Beyerschlössle, einem der beiden damaligen Freihöfe von Betzenhausen. Ein solcher Freihof hatte besondere Rechte beim Weidgang und war von Steuern und Abgaben befreit. Von beiden Höfen ist heutige nichts mehr erhalten: nur noch das Wappen des Beyer-Schlössle ist zu finden am Eckhaus Sundgauallee/Dietenbachstraße.

Für weitere historische Hintergründe zur Straße siehe Beitrag im Bürgerblättle Ausgabe 204.

Charlottenburger Straße Nach einem Bezirk in Berlin
Dietenbachstraße Nach dem alten Gewann “Dietenbach”.
Edith-Stein-Straße Edith Stein (1891 – 1942) war Philosophin und Frauenrechtlerin jüdischer Herkunft. Ab 1918 war sie für ein paar Jahre in Freiburg als Assistentin des Philosophen Edmund Husserl. In späteren Jahren besuchte sie häufiger das Kloster St. Lioba in Günterstal. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde sie „als Jüdin und Christin“ zum Opfer des Holocaust: Sie starb im KZ Auschwitz-Birkenau und gilt heute als Brückenbauerin zwischen Christen und Juden (mehr bei Wikipedia). Auch die BZ hat ihr einen Beitrag unter Bedeutende Freiburger gewidmet.
Einsiedelnweg Nach Schweizer Klostergemeinschaft Einsiedeln“. Hintergrund: Im Jahr 972 wurde das Dorf „Bezenhusa“ in einer Schenkungsurkunde von Otto II. an dieses Kloster erwähnt. Diese Kaiserurkunde ist somit das erste noch erhaltene Dokument über das Bestehen von Betzenhausen. Betzenhausen bieb für ca. 250 Jahre in den Händen des Klosters und wurde regional über ein königliches Kammergut zu Riegel verwaltet. Die gleiche Urkunde enthielt auch die heutige Partnergemeinde Tenigen als „Deninga“ (siehe auch Blick in die Geschichte von Betzenhausen).
Elisabeth-Hettich-Straße Elisabeth Hettich lebte in Betzenhausen und wurde im Jahr 1670 Opfer des Hexenwahns, der im 16. und 17. Jahrhundert vielen Frauen das Leben kostete: vermutlich allein schon 41 Frauen in Freiburg. Elisabeth Hettich war die letzte vermeintliche Hexe, die vor Gericht stand. Die gerichtliche Untersuchung gegen sie im Jahr 1670 gilt als der am besten dokumentierte Fall. Sie wurde aber glücklicherweise nicht zum Tode verurteilt (mehr im Beitrag der Badischen Zeitung vom Aug. 2020).
Elisabeth-Selbert-Straße Elisabeth Selbert (1896 – 1986) war eine deutsche Politikerin und Juristin. Als SPD-Abgeordnete im Parlamentarischen Rat 1948/49 war sie eine der vier „Mütter des Grundgesetzes“. Die Aufnahme der Gleichberechtigung in die Grundrechte der bundesdeutschen Verfassung ist zum großen Teil ihr Verdienst (mehr bei Wikipedia).
Elisabeth-Walter-Straße Elisabeth Walter (1897 – 1956) war eine badische Lehrerin und sozial engagierte Schriftstellerin, zeitweise war sie auch Lehrerin in Betzenhausen (mehr bei Wikipedia).
Else-Lasker-Schüler-Weg Elisabeth „Else“ Lasker-Schüler (1869 – 1945) war eine deutsche Dichterin und gilt als Vertreterin der avantgardistischen Moderne und des Expressionismus in der Literatur (mehr bei Wikipedia).
Emma-Herwegh-Straße Emma Charlotte Herwegh (1817 – 1904) war eine deutsche Revolutionärin und eine frühe Vorkämpferin der Frauenrechtsbewegung, sie kämpfte u.a. in der Revolution 1848/49 für demokratische Rechte (mehr bei Wikipedia).
Ensisheimer Straße Ensisheim (elsässisch Anze) ist eine französische Gemeinde an der Ill, etwa 15 Kilometer nördlich von Mülhausen. Sie war lange Regierungssitz von Vorderösterreich (Anbindung an die Residenz in Innsbruck, Erzherzogtum Österreich) .
Falkenbergerstraße
Fischermatte Nach dem Gewann “Fischermatte” (nahe der Dreisam). An dieser kleinen Straße liegt auch die Gaskugel.
Flurstraße
Nach der Lage in der früheren Feldflur.
Freytagstraße Dr. Gustav Freytag (1816 – 1895) war einer der erfolgreichsten deutschen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts (mehr bei Wikipedia)..
Gaußstraße Nach Carl Friedrich Gauß, der z.B. den elektromagnetischen Telegrafen erfunden hat (mehr bei Wikipedia).
Gerhart-Hauptmann-Straße Nach dem Dichter Gerhart Hauptmann (1862-1946), an der Straße liegt auch die gleichnamige Schule (auch hier wieder mehr zum Dichter bei Wikipedia).
Gruberhof Dr. Karl Gruber (1885 – 1966) war Architekt, Stadtplaner, Architekturhistoriker. Von 1919-1925 war er Stadtbaumeister von Freiburg und leitete u.a. den Umbau des Augustinermuseum, das vormals ein Kloster war mit Nutzung vom Theater Freiburg (mehr bei Wikipedia).
Grenzstraße
Nach ihrer Lage an der früheren Gemarkungsgrenze zwischen Freiburg und Betzenhausen. Über Jahrhunderte brachten Betzenhauser Bauern/Bäuerinnen ihre Waren, wie z.B. Gemüse, mit Handkarren zum Münstermarkt. Ein solcher Handkarren ist heute im Bestand des Augustiner Museums. Der Weg der Betzenhauser Markleute führte üblicherweise über die Lehener Str.: Bis zur Eingemeindung von Betzenhausen im Jahr 1908 mussten sie an der Stadtgrenze im “Oktroyhaus” eine Art Wegezoll bezahlen (dieses alte „Zoll“-Haus steht auch heute noch).
Hofackerstraße
Nach dem früheren Flurnamen “Hofacker”
Hauriweg Im Bereich des heutigen Bezirks Bischofslinde fand 1299 ein bemerkenswertes Gefecht statt, beim der kriegerische Bischof von Straßburg (Konrad von Lichtenberg) in einer Schlacht um Freiburg durch einen Freiburger Metzger names Hauri verletzt wurde und später daran verstarb. Zur Erinnerung dient das Bischofskreuz. (siehe Beitrag Kriegerische Zeiten).
Husserlstraße Benannt nach dem Philosophen und Mathematiker Edmund Husserl (1859-1938), der als einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts gilt. Ab 1916 war er Dozent an der Uni Freiburg; zu seinen Schülern gehörten u.a. Edith Stein und Martin Heidegger. Ab 1933 wurde er verfolgt; er verstarb in Freiburg (mehr bei Wikipedia).
Idingerstraße
Nach dem früheren Gewann “Idinger”
Johann-Fraider-Weg Johann Fraider war der letzte Bürgermeister von Betzenhausen vor Eingemeindung in Freiburg im Jahr 1908.
Kußmaulstraße Benannt nach dem Mediziner Prof. Dr. Adolf Kußmaul (1822-1902), der zeitweise in Freiburg lebte und arbeitete. Zur Tagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Gastroenterologie wird seit 1991 jährlich der Adolf-Kußmaul-Preis speziell an junge Wissenschaftler verliehen (mehr bei Wikipedia).
Lehener Straße
Nach dem Ort “Lehen”, zu dem die Straße früher führte (heute teilweise ersetzt durch die Sundgauallee). In früheren Zeiten ein zentraler Teil der Verbindung zwischen Freiburg und Breisach.

Die Lehener Straße war auch über lange Zeit der Weg der Betzenhauser Bauern zum Markt in Freiburg. Bis zur Eingemeindung von Betzenhausen im Jahr 1908 mussten sie dabei einen Wegezoll an der Stadtgrenze zahlen (im sog. Oktroyhaus). Das alte „Zoll“-Häuschen ist heute noch an der Lehener Straße zu sehen. Siehe Beitrag beim Kultur&Geschichtskreis.

Lichtenbergstraße Nach dem Straßburger Bischof Conrad von Lichtenberg, der an der Stelle des Bischofskreuzes in der Schlacht bei Betzenhausen 1299 gefallen ist; siehe unser Blick in die Geschichte von Betzenhausen.
Linnéstraße
Max-Rieple-Weg Max Rieple (1902-1981) war ein deutscher Schriftsteller, Lyriker und Übersetzer aus dem Französischen ins Deutsche (mehr bei Wikipedia).
Meckelhof Carl Anton Meckel (1875 – 1938) war Architekt und seine Entwürfe in gewisser Weise sogar prägend sogar für das Bild Freiburgs vor dem Zweiten Weltkrieg. Auch die die ehemalige Kassenhalle im Gebäude der Sparkasse Freiburg gehört zu seinen Entwürfen; heute heist sie Meckelhalle und wird für Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen genutzt (mehr bei Wikipedia).
Opitzstraße Nach dem Dichter Martin Opitz (1597-1639), einem bedeutenden Theoretiker des Barock und des Späthumanismus (mehr bei Wikipedia)
Paduaallee Nach der französischen Stadt Padua, einer Partnerstadt von Freiburg.
Platz am Bischofskreuz In der Nähe des Platzes steht das Bischofskreuz in Erinnerung an Kampf der Freiburger Bürger gegen den Straßburger Bischof Conrad von Lichtenberg, der an der Stelle des Bischofskreuzes 1299 gefallen ist (siehe Beitrag Kriegerische Zeiten).
Ricarda-Huch-Straße Ricarda Octavia Huch (1864 – 1947) war eine deutsche Schriftstellerin, Philosophin und Historikerin. Sie hat als eine der ersten Frauen im deutschsprachigen Raum promovieren können (Fach Geschichte). Sie schrieb Romane und historische Werke (mehr bei Wikipedia).
Runzmattenweg Nach dem Namen des alten Gewann “Runzmatten”. Bis 1956 wurde die Straße “Im Kanzler” genannt.
Schlettstadter Straße
Nach der Stadt im Elsass.
Schlippehof Dr. Joseph Schlippe (1885 – 1970) war Architekt, Stadtplaner, Baubeamter und über viele Jahr Oberbaudirektor der Stadt Freiburg. Für die durch Bombardierung 1944 beschädigte Altstadt entwickelte Schlippe einen Wiederaufbauplan, der im Wesentlichen die Beibehaltung der alten Straßenzüge vorsah (als historisches Denkmal des Mittelalters). Die offene Laubengänge in den Häuserfassaden der Kaiser-Joseph-Straße gehen auf seine Ideen zurück und sollten anfangs auch den Raum für Autoverkehr schaffen. Es sprach sich klar gegen moderne Stahl- und Glasarchitektur in der Innenstadt aus, andererseits aber auch gegen manche Gründerzeitarchitektur und sorgte so z.B. für den Abriss der neogotischen Giebelaufsätze des Schwabentors (mehr bei Wikipedia).

Siehe auch “Heimatschutzarchitektur vor Ort” als Veröffentlichung aus dem Stadtarchiv Freiburg von Ralf Müller: Joseph Schlippe als Leiter des Freiburger Hochbauamtes und Wiederaufbaubüros 1925-1951, unter Berücksichtigung der gleichzeitigen Entwicklung in Basel”.

Der ehemaliger BZ-Redakteur Wulf Rüskamp hat das Wirken von Joseph Schlippe in einem Buch kritsch beleuchtet; siehe “Fassaden für die Volksgemeinschaft – Stadtbild und Ideologie: Das Beispiel des Freiburger Stadtplaners Joseph Schlippe 1925 bis 1951”, Rombach Verlag, Freiburg 2022.

Schongauerweg Benannt nach dem Maler und Kupferstecher Martin Schongauer (ca. 1450 – 1491), der in Colmar geboren wurde und dort auch lange Zeit lebte. Schongauer gilt als einer der bedeutendsten Graphiker vor Albrecht Dürer, den er auch entscheidend beeinflusste. Von ihm stammen u.a. Wandmalereien im Münster von Breisach (mehr bei Wikipedia).
Sigsteinstraße Im 14. Jahrhundert war Betzenhausen zeitweise im Besitz des Freiburger Patrieziergeschlecht der Geben-Sigstein. Von dort kaufte die Stadt Freiburg im Jahre 1381 das Bauerndorf als erste Erweiterung ihres Territoriums. Ganze 425 Jahre dauerte die Grund- und Ortsherrschaft der Stadt Freiburg über Betzenhausen: keine angenehme Zeit für die Menschen in Betzenhausen, wie sich z.B. am Bundschuh-Aufstand von 1513 zeigte (gemeinsam mit den Bauern von Lehen, siehe auch unser Blick in die Geschichte von Betzenhausen).
St.-Thomas-Platz Der Platz vor der gleichnamigen Kirche, die als das älteste Gebäude im Stadtteil gilt; siehe auch Beitrag zur St. Thomas Kirche.
Stockmattenweg Nach dem alten Gewann “Stockmatten”.
Sudermannstraße Hermann Sudermann (1857 – 1928) war ein deutscher Dramatiker, Schriftsteller und Bühnenauto. Sudermanns erfolgreichstes Stück wurde Heimat (1893) mit der Geschichte einer jungen Frau, die sich den Heiratsplänen ihres Vaters widersetzt und als berühmte Opernsängerin in ihre Heimat zurückkehrt.Viele seiner Werke wurde später auch verfilmt (mehr bei Wikipedia).
Sundgauallee Nach dem südlichsten Landschaftsteil im benachbarten Elsaß, gehörte ehemals auch zu Österreich.
Thannhauserstraße Dr. Siegfried Thannhauser (1885-1962) war ab 1930 Direktor der Medizinischen Klinik Freiburg, wurde aber 1934 von den Nationalsozialisten aus dem Amt vertrieben und zum Hilfsarbeiter degradiert. Er konnte später in die USA emigrieren. Seit 1953 war er korrespondierendes Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, nach ihm benannt ist der Thannhauser-Preis. (mehr bei Wikipedia).
Tränkestraße Nach den Gewann-Namen “Tränkematten” und “Tränkeäcker”.
Wiechertstraße Nach dem ostpreussischen Schriftsteller Ernst Wiechert (1887-1950).
Wilmersdorfer Straße Nach dem Berliner Stadtbezirk.
Wilhelm von Möllendorff Str. Der Mediziner Prof. Dr. Wilhelm von Möllendorff (1887 – 1944) war von 1919 bis 1922 und von 1927 bis 1933 Professor für Anatomie in Freiburg. 1933 war er kurzzeitig Rektor der Universität Freiburg, trat jedoch aufgrund nationalsozialistischer Presseangriffe gegen ihn nach wenigen Tagen vom Amt zurück. 1935 übernahm von Möllendorff eine Professur in Zürich und wurde Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften (mehr bei Wikipedia).

Die Strasse war vor 2018 nach dem Chrirurgen Erich Lexer benannt.

Windausstraße Prof. Adolf Windaus (1876-1959) war ein (Bio-)Chemiker, der zeitweise in Freiburg arbeitete und lehrte. Im Jahr 1903 habilitierte er mit einer Arbeit über Cholesterin. Windau erhielt im Jahr 1928 den Nobelpreis für Chemie (mehr bei Wikipedia).
Zehntsteinweg Nach dem dortigen Gewann “Zehntstein”. Die Straße ist gleichzeitig auch eine Erinnerung an vergangene Jahrhunderte, in denen die Bürger von Betzenhausen grundherrschaftliche Abgaben zu entrichten hatten (Zehnt). Erst mit dem Zehntablösungsgesetz im Nov. 1833 erfolgte auch für Betzenhausen die Ablösung des Zehnten (siehe auch unser Blick in die Geschichte von Betzenhausen).