Kategorie wird automatisch verwendet, wenn nichts anderes markiert ist

Rad- und Wanderwege in Teningen

Radwegnetz in Teningen

Teningen besitzt ein gut ausgebautes Radwegenetz. Zwei beliebte Radwanderwege, die durch den Ort führen, sind hier beschrieben:

Elzdamm-Radwanderweg

(14 km, Riegel-Teningen-Emmendingen-Buchholz-Waldkirch)

Der Weg folgt der Elz und stellt eine hervorragende, zügige Verbindung zwischen Kaiserstuhl und Elztal her. Man fährt den größten Teil auf dem Elzdamm und erlebt so die Flusslandschaft als reizvolles Erholungsgebiet. Im Bereich der Strecke laden Baggerseen sowie das Teninger Freibad zur Erfrischung ein. Bei einer Fahrt flussaufwärts bietet sich ein freier Blick zum landschaftsbeherrschenden Bergmassiv des Kandels, des höchsten Gipfels im Landkreis Emmendingen.

Mühlbach-Rundweg

(30 km, Emmendingen- Teningen-Riegel)

Die Gemeinde Teningen und ihre Nachbargemeinden haben mit Unterstützung des Naturparks Südschwarzwald e. V. einen Fuß- und Radweg entlang des Mühlbachs ausgeschildert. Er ist mit zahlreichen Infotafeln insbesondere zur Geschichte früherer und heutiger Kraftwerke versehen. Der Radweg entlang des Mühlbachs ist als Rundweg angelegt, so dass man an jeder beliebigen Stelle einsteigen kann. Die Radtour ist gut mit der Bahn kombinierbar. Bahnverbindungen mit Fahrradtransport bestehen u. a. von den Bahnhöfen Teningen-Mundingen und Köndringen aus.

Nimburg Wanderung durch lichte Wälder

(11 km bei 340 Hm: Heimbach – Landeck – Kirchweg – Bruderhäusle – Schirmer – Heidengrab – Stutz – Förster Denkmal – Steinbruch – Heimbach)

 

 


Attraktive Teninger Wanderwege

Der Nimbergpfad ist ein Lehrpfad bei Nimburg und führt auf einer Länge von ca. 7,5 Kilometern als Rundweg über den gesamten Nimberg. Er wurde 2008 eingeweiht. Startpunkt ist das Rathaus.

Der Nimbergpfad bietet entlang der Strecke immer wieder tolle Aussichten auf das Kaiserstuhl-Hauptmassiv, die Glotter- und Dreisam-Niederung sowie die Teninger Allmend, eines der letzten großen zusammenhängenden Waldgebiete in der Breisgauer Bucht. Auf 14 Thementafeln wird besonders die historische Entwicklung der Landnutzung vom Mittelalter bis zur Neuzeit dargestellt. Die bemerkenswerte landschaftliche Vielfalt des Nimbergs wird durch eine kleinräumige Verzahnung von   Obst-, Acker. Und Rebkulturen hervorgerufen. Sie kommt unter anderem dem landesweit gefährdeten Steinkauz sehr entgegen, der sich am Nimberg noch heimisch fühlen kann.

Für weitere Details zum Nimbergpfad siehe z.B. Wandervorschläge bei www.ich-geh-wandern.de und www.tourismus-bw.de

Mit dem St. Gallus-Rundwanderweg ist nicht nur Heimbach im Jahr 2009 um eine touristische Attraktion reicher geworden, sondern auch der Naherholungswert erfuhr einen gehörigen Wertzuwachs. Am Anfang stand die Idee des Bürgervereinsvorsitzenden Werner Schulz, etwas zu schaffen, das an die 1.250-Jahr-Feier im Jahr 2009 erinnert. Das Ergebnis ist ein interessant gestalteter Rundwanderweg, der dem ambitionierten Wanderer ebenso Entfaltungsmöglichkeiten bietet wie dem Gelegenheitswanderer. Der gelungene Spagat zwischen Naturerlebnis und Landschaftsschutz findet zudem bei den Fachgremien hohe Anerkennung. Der fast 14 Kilometer lange Rundwanderweg soll dem Wanderfreund Geschichte, Natur und Landschaft von Heimbach näher bringen.

Siehe auch Bericht über Jubiläumsveranstaltung am Sonntag, 8. Sept. 2019.


siehe auch Bürgerblättle 261 April/Mai 2020 zu den Wandervorschlägen.

 

Die Ortsteile von Teningen

Bottingen

Die Endung des Ortsnamens weist auf eine Gründung des heutigen Ortes im 5. Und 6. Jahrhunderts durch alemannische Siedler hin. Vorher gab es, archäologischen Funden zufolge, auf der Gemarkung römische Gutshöfe (villae). Erwähnungen Bottingens in St. Galler Urkunden des 8. Jahrhunderts sind zweifelhaft. Zuverlässig schriftlich erwähnt ist der Ort 1209 als Besitzschwerpunkt des Klosters Tennenbach bei Emmendingen, dem hier bis ins 18. Jahrhundert zwei Höfe gehörten. Sicher ist, dass Bottingen im ausgehenden 11. und 12. Jahrhundert zur Herrschaft der Grafen von Nimburg gehörte. Spätestens im 13. Jahrhundert wurde es dem benachbarten Herrschaftssitz Nimburg angeschlossen, mit dem es in der Folgezeit eine Gemeinde bildete. Auch kirchlich gehörte der kleine Ort früh zu Nimburg. Eine dem heiligen German geweihte, heute nicht mehr existierende Kapelle, über die kaum Nachrichten vorliegen, stand auf einem von Süden gegen das Dorf vorspringenden Hügel. 1975 kam Bottingen zu Teningen.

Heimbach

Im Zusammenhang mit Besitz des Klosters St. Gallen kommt 759 und 817 der Name Heimbach vor. Dafür, dass er sich auf unseren Ort bezieht, spricht die Existenz einer St. Gallus-Kirche im Nordwestbereich des alten Dorfkerns, die 1810 abgebrochen wurde. Auf Veranlassung des Ortenau-Klosters Schuttern, das spätestens 1168 in Heimbach Besitz hatte, entstand im 14. Jahrhundert eine Marien-Kirche als Filiale der Kirche in Köndringen, die Vorgängerin der heutigen Pfarrkirche St. Gallus. Sie hatte 1505 die Pfarrrechte der Galluskirche erhalten und nach ihrem Neubau 1774-1777 auch deren Patrozinium. Seit dem Mittelalter war Heimbach mit den Nachbarorten Köndringen, Malterdingen und Mundingen am „Vierdörferwald“ berechtigt, einer großen Waldallmend in den Schwarzwald-Vorbergen. Die gemeinschaftliche Nutzung für Holzversorgung und Weide wurde geregelt durch das alljährliche Waldgericht am Hermannsbrunnen.

Häufige Streitigkeiten führten zur Aufteilung des Vierdörferwaldes 1787. Im Heimbacher Waldanteil befinden sich die als Kultur- und Naturdenkmal sehenswerten Steinbrüche. Sie sind der Überrest einer ins Mittelalter zurückreichenden Heimbacher Steinhauertradition. Bis 1527 war in Heimbach das Kloster Schuttern „Teilherr“. Die zweite Ortsherrschaft hatten um 1279 die Markgrafen von Hachberg inne, seit 1415 die Markgrafen von Baden. Etwas später traten vorderösterreichische Standesherren als alleinige Ortsherren auf, so etwa 1482 Caspar Gebel, 1505 Bastian von Landeck, 1527 bis 1582 die Stürtzel von Buchheim und, seit ca. 1700, die Familie Duminique, auf die das „Neue Schloss“ zurückgeht. Die bis 1805 andauernde Zugehörigkeit zum habsburgischen Vorderösterreich bewirkte, dass in Heimbach – anders als in den übrigen Teninger Ortsteilen – die Reformation nicht durchgeführt wurde. Nach der Aufhebung der adligen Herrschaftsrechte im Großherzogtum Baden kam das Dorf dann im Jahre 1813 zum Oberamt Emmendingen. Seit 1975 gehört Heimbach zu Teningen.

Köndringen

Der Ort „Chuniringa“ erscheint in einer gefälschten, aber hinsichtlich der Namensnennung glaubhaften, Urkunde des Klosters Murbach, die auf 977 rückdatiert ist. Die „-ingen“-Form des Ortsnamens verweist auf alemannische Besiedlung im 5. und 6. Jahrhundert. Einzelne archäologische Funde im Ortsbereich sind Zeugnisse weit älterer, über die römische bis in vorgeschichtliche Zeit zurückreichende, Besiedlung. Freiadelige Herren „von Köndringen“ sind von 1111 bis 1150 bezeugt. Sie bewegten sich im Umkreis der Herzöge von Zähringen und der Grafen von Nimburg, mit denen sie vielleicht verwandt waren, und genossen ein hohes Prestige. Als Herrensitz diente eine Burg südöstlich des Dorfes (Gewann Bürgle). Im späten 12. Jahrhundert saßen dort ritterliche Dienstleute „von Köndringen“ der Grafen von Nimburg. Im 13. und 14. Jahrhundert schließlich hatten vielleicht die Herren von Geroldseck Herrschaftsrechte wahrgenommen. Sie waren bis 1300 Herren der Burg Landeck und zudem Vögte des in Köndringen begüterten Klosters Schuttern. Zum Kloster gehörte 1136 auch die Pfarrkirche St. Martin, die heutige evangelische Kirche Köndringens. Die Snewlins von Landeck als vorderösterreichische Ritterstandsmitglieder besaßen seit ca. 1428 die Ortsherrschaft. Sie gelangte von ihnen nach und nach, endgültig 1538, an die Markgrafen von Baden. Mit der Markgrafenschaft wurde Köndringen 1556 evangelisch. Es hatte in den fast permanenten Kriegszeiten des 17. und frühen 18. Jahrhunderts, besonders im 30-jährigen Krieg 1618 bis 1648, schwer gelitten. Unter Heimatforschern ist umstritten, ob die Kirchturm-Episode in Grimmelshausen „Simplizissimus“ sich real in Köndringen oder im südlicher gelegenen Denzlingen abgespielt hat. Die Dorfgemeinde Köndringen, von der sich als eindrucksvolles Zeugnis ein Stubenwirtshaus (später: Gasthaus Rebstock) aus dem 16. Jahrhundert erhalten hat, gehörte mit Heimbach, Malterdingen und Mundingen bis 1787 zur Genossenschaft des Vierdörferwaldes. Nach der Bildung des Großherzogtums Baden am Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte das von Weinbau und Landwirtschaft geprägte Köndringen als altbadische Gemeinde zum Kernbestand des Oberamtes Emmendingen. Seit 1975 gehört Köndringen zu Teningen.

Landeck

Die Burg Landeck wurde zwischen 1250 und 1260 im Auftrag der Herren von Geroldseck, der Vögte des Klosters Schuttern, erbaut. Sie sollte wohl den regionalen politischen Interessen dieser Familie wie auch dem Schutz des Klosterbesitzes Heimbach, Köndringen und Mundingen/Wöpplingsberg dienen. Lage, Größe, Rechte und Bedeutung eines im 13. und frühen 14. Jahrhundert bei der Burg bestehenden sogenannten Städtleins sind noch ungeklärt. Eine oberhalb von Landeck im Vierdörferwald gelegene Kleinsiedlung „Aspan“ (bei den Espen) ist anscheinend im 15. Jahrhundert verschwunden. In der Folge von Geroldsecker Familienstreitigkeiten gelang es im Jahre 1300 dem Freiburger Ritter Johann Snewlin, die Burg zu erwerben. So begründete sich der Familienzweig der Snewlins von Landeck. Bastian von Landeck verkaufte 1511 seinen Teil der Burg zusammen mit einem Teil von Köndringen an Markgraf Christoph von Baden. 1525 wurde sie von aufständischen Bauern stark beschädigt. Obwohl Markgraf Ernst 1538 auch ihren zweiten Teil erwarb, wurde die Burg nicht wieder aufgebaut und verfiel. Der kleine Wohnort Landeck und seine Bewohner blieben in der Folgezeit mit Köndringen in einer Gemeinde vereinigt. Ihre Interessen wurden von einem ständigen Gerichtsmitglied als Stabhalter wahrgenommen. Seit 1975 gehört Landeck zu Teningen.

Ortsteil Nimburg

Im Jahre 977 wurde „Niwnburch“ mit seiner Kirche erstmals erwähnt. Letzte archäologische Untersuchungen haben Anzeichen für römische Besiedlung nahe der Bergkirche ergeben. 1052 übergab der Adlige Hesso seiner Kirchenstiftung im benachbarten Eichstetten ein Gut in „Nuemburc“. Als sein Sohn gilt Erlewin von „Niumborch“, der Begründer des Nimburger Grafenhauses. Dessen südlich unmittelbar über dem Dorf gelegene Burg ist heute bis auf Geländeformen (Halsgraben im Süden) verschwunden. Der regelmäßige Straßengrundriss im Dorfkern lässt vermuten, dass der Ort um 1100 von seinem ursprünglichen Platz bei der heute abseits stehenden Bergkirche zur Burg hin verlegt worden ist. Die Grafen von Nimburg bauten im nördlichen Breisgau eine Herrschaft auf, zu der neben Nimburg und Bottingen weitere Ortschaften, darunter Teningen und vielleicht auch Köndringen sowie die Vogtei über die Klöster Sölden und St. Ulrich, gehörten. Nach dem Aussterben der Grafen um 1200 setzte sich in einem langdauernden Erbschaftsstreit letztlich 1245 das Bistum Straßburg als Nachfolger durch. Als Straßburger Lehen besaßen seit 1262 die Grafen von Freiburg und seit 1368 die Grafen von Tübingen auf Burg Lichteneck die Nimburger Herrschaft. Von diesen erwarb 1465 Markgrad Karl I. von Baden die gemeindlich vereinigten Dörfer Nimburg und Bottingen und gliederte sie seinem Amt Hachberg (Hochburg bei Emmendingen) ein. Beide Orte gehörten folglich zum altbadischen Bestand des 1806 errichteten Großherzogtums Baden.

Bereits 1456 hatte Markgraf Karl I. dem Antoniterorden den Bau eines Ordenshauses mit Hospital südlich der Bergkirche gestattet. Kurz bevor Nimburg 1556 evangelisch wurde, verließen die Antoniter den Ort. Ihr Kloster wurde als landesherrliches Kranken- und Altenspital weiter genutzt, im 30-jährigen Krieg (1631) aber weitgehend zerstört. nach 1648 errichtete der Fiskus dort ein Meiergut, dessen Gebäude um 1850 endgültig abgetragen wurden. Seit 1975 gehört Nimburg zu Teningen. Nimburg ist mmir einer Größe von 1.016 Hektar nach dem Kernort Teningen der flächenmäßig zweitgrößte Ortsteil.

(Quelle: Gemeinde Teningen)

Geschichtliches zu Teningen

Die Gemeinde Teningen hat sich im Rahmen der Gemeindereform am 1. Januar 1975 aus Teningen, Köndringen mit Landeck, Nimburg mit Bottingen und Heimbach zusammengeschlossen. Der Sitz der Verwaltung befindet sich in Teningen, dem Ort mit der größten Bevölkerungszahl. Mit ihren rund 12.000 Einwohnern ist die Gesamtgemeinde eine der größten im Landkreis Emmendingen. Die Gemeinden (alle feierten bereits das Jubiläum ihres mindestens tausendjährigen Bestehens) können auf eine vielfältige und bewegte Geschichte zurückblicken (siehe auch Vorstellung der Ortsteile).

Die Orte Teningen, Köndringen und Bottingen sind in der frühsten Phase der Besiedlung durch die Alemannen entstanden, die Endung der Ortsnamen auf „-ingen“ und ihre Lage weisen darauf hin. Vereinzelte archäologische Funde in der Teninger Allmend, auf dem Nimberg und in Köndringen sind jedoch Zeugnisse einer noch älteren Besiedlung. Als die Orte erstmals in schriftlichen Quellen fassbar wurden, meist im Zusammenhang mit Schenkungen an die bedeutenden mittelalterlichen Klöster St. Gallen, Einsiedeln, Murbach (Heimbach 759, Teningen 972, Köndringen und Nimburg 977), hatten sie also bereits Jahrhunderte bestanden. Herrschaftsmäßig gehörten die Gemeinden im Frühmittelalter in den Bereich der Grafschaft im Breisgau. Im 11. Und 12. Jahrhundert nannte sich ein Grafengeschlecht nach seiner in Nimburg über dem Dorf gelegenen Burg, die bis auf den noch sichtbaren Halsgraben verschwunden ist. Diese Grafen von Nimburg bauten eine Herrschaft auf, deren Kern Nimburg, Bottingen und Teningen bildet.

Doch auch in Teningen und Köndringen ist Ortsadel bezeugt, der den Grafen von Nimburg dienstbar war. Über Köndringen bestand wohl ebenfalls eine Burg. Nach dem Aussterben der Grafen von Nimburg um das Jahr 1200 setzte ein lang andauernder Streit um die Erbschaft ein, an dem neben dem Bischof von Straßburg (als Träger der Grafschaft im Breisgau) auch das Herrscherhaus der Staufer beteiligt war. Schließlich gingen Nimburg, Bottingen und Teningen 1250 an die Grafen von Freiburg als Straßburger Lehensmannen über. In dieser Zeit erschien mit der Burg Landeck bei Köndringen ein neuer Herrschaftsmittelpunkt. Die Burg Ladneck – die schönste allter breisgauischen Burgen wurde sie genannt – ist nach 1260 als Nachfolgerin einer kleineren benachbarten Anlage gebaut worden und war zunächst ein Stützpunkt der Herren von Geroldseck als Vögte des Klosters Schuttern, das in Köndringen und Heimbach begütert war.

In die kriegerischen Auseinandersetzungen der Freiburger Bürgschaft mit ihrer Herrschaft, den Grafen von Freiburg, wurde auch Teningen als ein Besitztum dieser Grafen hineingezogen: eine Schar Freiburger brannte den Ort im Jahr 1306 völlig nieder. Über die Grafen von Tübingen-Lichteneck als Zwischenbesitzer kamen Teningen, Nimburg und Bottingen in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts durch den Kauf an die Markgrafen von Baden, deren einer Zweig seinen Sitz auf der Hochburg bei Emmendingen hatte. Auch Köndringen wurde in den Jahren 1511 bzw. 1521 durch Kauf dieser Herrschaft einverleibt. Die Burg Landeck, zuletzt im Besitz der Freiburger Familie Snewelin, wurde im Jahre 1525 ein Opfer des Bauernkrieges, der im Breisgau eines seiner Zentren hatte. Die Burg ist seit dieser Zeit eine Ruine.

(Quelle: Gemeinde Teningen)

Neue Stadt-Land-Ehe ist besiegelt

Bericht im Bürgerblättle 216 Okt./Nov. 2012


Der fünfte Freiburger Stadtteil traut sich: Ab sofort kooperieren Betzenhausen-Bischofslinde und die Gemeinde Teningen.

»Wir sind vermittelt worden – und es hat gepasst«, sagt Heinz-Rudolf Hagenacker, Bürgermeister von Teningen. Hagenacker und Nicolai Bischler, Vorsitzender des Bürgervereins Betzenhausen-Bischofslinde, sind am vergangenen Freitag im Freiburger Rathaus eine besondere Verbindung eingegangen: Sie unterzeichneten eine Stadt-Land-Partnerschaft. Die beiden führen damit die fünfte Partnerschaft zwischen Freiburger Stadtteilen und Gemeinden des Plenum-Gebiets Naturgarten Kaiserstuhl.

Nein, gekannt hätten Nicolai Bischler und Heinz- Rudolf Hagenacker sich vorher nicht, wie sie beide kopfschüttelnd angeben. Aber sympathisch wären sie sich bereits beim ersten Treffen gewesen. Das Freiburger Umweltamt verkuppelte den Stadtteil und die Gemeinde nördlich von Freiburg. »Wir hatten zwei oder drei Partnerschaftsvorschläge. Manche waren aber schon vergeben – wie im echten Leben auch«, sagt Hagenacker und lacht.

Ab sofort möchten Betzenhausen-Bischofslinde und Teningen in verschiedenen Bereichen kooperieren. »Wir erhoffen uns nachhaltige Synergien«, so Hagenacker. Und was heißt das konkret? »Unsere Direktvermarkter bekommen Verbindungen zu Freiburger Endverbrauchern«, sagt Teningens Bürgermeister. So könnten Teninger Betriebe ihre Produkte auf dem Betzenhauser Wochenmarkt anbieten. Weiter könnten die Betzenhauser Teningen als Naherholungsbereich entdecken. Und noch mehr: »Wir könnten unseren Fachkräftemangel bekämpfen, indem wir Partnerschaften mit Schulen im Stadtteil eingehen«, erklärt Hagenacker.

Teninger Betriebe könnten Kontakte zu den Betzenhauser Schulen knüpfen. Auch bei der Frage, wie man günstig Wohnraum schaffen kann, sollen Stadt und Land laut Hagenacker näher zusammenrücken. Auch Nicolai Bischler sieht der Ehe mit Teningen positiv entgegen. »Wir waren eigentlich mal ein Dorf, werden aber immer städtischer. Heute haben wir keinen einzigen Bauern mehr in Betzenhausen-Bischofslinde. Der ländliche Charakter ist verschwunden«, sagt er. Durch die Stadt-Land-Partnerschaft könne man daran arbeiten, dass die Kinder in der Stadt den Bezug zum Land und zur Natur in Zukunft nicht verlieren. »Teningen hat ein riesiges Waldgebiet, wo man mit den Kindern hin kann«, erklärt Bischler. Auch über Kurzzeittourismus könne man nachdenken, schließlich sei man von Freiburg aus ja schnell in Teningen.

Die Nähe zwischen Betzenhausen-Bischofslinde und Teningen spricht auch Oberbürgermeister Dieter Salomon an, der bei der Urkundenübergabe zur Stadt-Land-Partnerschaft am Freitag im Rathaus mit dabei ist. »Die Urkunde klingt ähnlich wie bei unseren Partnerschaften mit Städten in anderen Ländern. Nur das Stichwort Völkerverständigung fehlt«, sagt Salomon mit einem Schmunzeln. Stadt und Land seien seiner Ansicht nach in hohem Maße voneinander abhängig – beispielsweise wenn es um Arbeitsplätze oder Wohnungen ginge.

»Es gibt viele Städter, die haben noch nie einen vom Land gesehen«, stellt Dieter Salomon überspitzt dar. Das wird den Betzenhausern nicht passieren: Bereits in dieser Woche sei eine gemeinsame Wanderung mit den Partnern aus Teningen geplant. »Wir wollen über den Tellerrand hinausschauen «, sagt Nicolai Bischler.

Richtig angestossen auf die neue Partnerschaft wurde dann noch auf dem bisher letzten Bürgerhock von Betzenhausen-Bischofslinde im gleichen Jahre (siehe Bericht hier).


STADT-LAND-PARTNERSCHAFT
Die Stadt-Land-Partnerschaften werden zwischen Freiburger Stadtteilen und Gemeinden des Plenum-Gebietes Naturgarten Kaiserstuhl geschlossen. Plenum ist ein Projekt des Landes Baden-Württemberg, mit dem Naturräume wie der Kaiserstuhl geschützt werden sollen. Die erste Stadt-Land-Partnerschaft wurde bereits 2005 zwischen Eichstetten und Mooswald geschlossen. 2006 folgten Endingen und Vauban, 2008 Ihringen und das Rieselfeld und 2010 dann Gottenheim und Herdern.

Naturnaher Park Obergrün

Bericht aus Bürgerblättle 211, Dez. 2011


Ein »Naturnaher Park Obergrün« für Mensch und Natur in Betzenhausen-Bischofslinde.

Der Verein Bauernhoftiere für Stadtkinder e.V. möchte gemeinsam mit dem Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde an die Stadtplaner der Stadt Freiburg appellieren, die Grünfläche Obergrün hinter der Anne-Frank-Grundschule in ihrer derzeitigen Größe mit ihrem Rundlaufweg als offiziellen Park auszuweisen, um sie damit für die BürgerInnen von Betzenhausen-Bischofslinde und die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Konkret wird vorgeschlagen, das Gelände, welches momentan einen weißen Fleck in der Stadtkarte darstellt, mit dem Namen »Naturnaher Park Obergrün« zu versehen und im Stadtplan zu kennzeichnen.

Das für die Lebensqualität im Stadtteil bedeutende Obergrün muss aus allen baulichen Nutzungsplänen gestrichen werden. Das Gewann Obergrün liegt südwestlich der Kinder- und Jugendeinrichtungen Anne-Frank-Grundschule, Kinderhaus Fang die Maus und dem Verein Bauernhoftiere für Stadtkinder e.V. und ist eine der letzten unverbauten und frei zugänglichen Grünflächen. Natürliche Erlebnisräume sind elementar für die kindliche Entwicklung und schwinden in allen Städten rasant. Das reizvolle Gewann stellt mit den Pleuger-Wiesen den letzten Rest des ländlichen Dreisamvorlandes in der Bischofslinde dar und ist eine grüne Insel zwischen dem Zubringer West und der dichten Bebauung. Zudem beherbergt das Obergrün seltene und geschützte Tierarten wie Zauneidechse und Gottesanbeterin.

Insgesamt ist das Gewann Obergrün nicht einfach nur eine Baulücke, sondern birgt ein hohes sozio-ökologisches Potential und ist für die pädagogische Arbeit von Bauernhoftiere für Stadtkinder e.V. und die Lebensqualität der BürgerInnen von Betzenhausen-Bischofslinde von großer Bedeutung. In Zeiten der  Klimaerwärmung kann der stark nachverdichtete Stadtteil Betzenhausen-Bischofslinde auf seine »grüne Lunge« am Ortsrand nicht verzichten!

Die Idee des »Naturnahen Parks Obergrün« stellt ein innovatives Projekt dar, welches der »Green-City« Freiburg wie auf den Leib geschneidert ist. Die Idee in Kürze: „„

  • Ein naturnaher Park mit ländlichem Charme, großem Artenreichtum und hohem Erholungswert, in dem Naturpädagogik und tiergestützte Pädagogik mit Landschaftspflege und Artenschutz verbunden werden.
  • Die halboffene Wiesenlandschaft wird für die Stadt und andere Eigentümer kostenneutral sowohl durch die Beweidung mit Ziegen und Schafen offengehalten als auch durch pädagogisch begleitete Landschaftspflegemaßnahmen gepflegt. „„
  • Sowohl ein wertvoller Erlebnisraum für Kinder und Erwachsene als auch ein artenreicher Lebensraum bleiben erhalten.
  • „Auf Schautafeln werden ökologische Zusammenhänge erläutert und Lebensräume im Obergrün beschrieben (Bedeutung der Beweidung, Lebensraum Feuchtbiotop, Bachlauf, Viehweide, Magere Flachlandmähwiese, Grasbrache, Gebüsche, Vorwaldstadien etc.). „„
  • Bänke und Mülleimer werden wieder aufgestellt (aktuell blieben eine Bank und ein privater, ehrenamtlich(!) geleerter Mülleimer stehen).

Es werden keinesfalls Pflanzungen oder die Anlage eines Parkes im normalen Sinne mit Rasen etc. gefordert. Der ländliche, wilde Charme des Geländes soll vielmehr innerhalb pädagogischer Projekte des Vereins Bauernhoftiere für Stadtkinder e.V. mit Kindern des Stadtteils erhalten und entwickelt werden. Es entstehen so gut wie keine Kosten für die Stadt Freiburg.

Auch die Anne-Frank-Grundschule, das Kinderhaus Fang die Maus und der St.-Albert-Kindergarten wollen den Naturnahen Park Obergrün.

Unterstützen auch Sie den Naturnahen Park Obergrün mit ihrer Unterschrift! Es wird Infostände jeweils an den Einkaufzentren Am Bischofskreuz (10.12.) und am Betzenhausener Torplatz (17.12.) geben. Kommen Sie vorbei, informieren Sie sich und setzen Sie Ihr Zeichen für den Naturnahen Park Obergrün. Setzen Sie sich ein für die Lebenqualität in Betzenhausen-Bischofslinde!

Cora Geigenbauer


Für weitere Infos siehe auch www.bauernhoftiere-fuer-stadtkinder.de .

Das Beyerschlössle und Wappen

Beitrag aus Bürgerblättle 204, Dez. 2010

Die Brandensteinstraße

Ist man auf der Sundgauallee in Richtung Lehen unterwegs, zweigt gegenüber der Matthäuskirche die Brandensteinstraße ab. Sie ist eine Sackgasse und hat nur wenige Häuser, ihr Name ist jedoch umso bedeutender. Er erinnert an die Herren zu Brandenstein, im 17. und 18. Jahrhundert in Betzenhausen ansässig waren.

Das Beyerschlössle vor dem 2. Weltkrieg

Sie wohnten im ehemaligen Beyer-Schlössle, einem der damaligen 2 Freihöfe, die es in Betzenhausen gab. Von beiden Freihöfen ist bis zum heutigen Tage fast nichts mehr erhalten. Einzig das Wappen des Beyer-Schlössles ist übriggeblieben. Es schmückt das Wohn- und Geschäftshaus Ecke Sundgauallee/Dietenbachstraße. Die meisten von Ihnen werden es schon an der Außenwand entlang der Dietenbachstraße entdeckt haben.

Erster Träger dieses Wappens war der Hofgutsbesitzer Franz Anton Beyer von  Buchholz, er war 1716 durch Kaiser Karl VI in den Adelsstand erhoben worden. Was hat nun Ritter Beyer von Buchholz mit der Familie zu Brandenstein zu tun? Ganz kurz gesagt: beide Familien waren Besitzer des Hofgutes. Um die Geschichte des Beyer-Schlössles besser zu verstehen, gehe ich etwas näher auf die historischen Daten ein: Im Jahr 1622 verkauften die Freiburger Clarissen, ein Frauenorden der Franziskaner, ihren Wirtschaftshof an den Freiburger Professor der Medizin J. H. Helbling (1582-1633). Für zwei Generationen blieben die Helblings Herren des Hofgutes. 1709 ging er an oben genannten Franz Anton Beyer über, da er mit der Tochter des letzten Helblings verheiratet war. Das oben erwähnte Wappen erklärt sich als Allianzwappen dieser beiden. Nach dem Tode von Franz Anton Beyer kaufte Professor J. Schmidt das Schlössle. Er erwarb sich als Stadtschreiber, Obristenmeister und Statthalter des Freiburger Bürgermeisters große Verdienste. So wurde er in den Adelsstand erhoben, und trug von nun an den Namen von Brandenstein.

Die Brandensteiner waren nicht gerade zimperlich, wenn es um Erhalt und Ausbau ihres  Besitzes ging. So ist überliefert, dass sie in einem 20 Jahre dauernden Prozess den Rang eines Freihofes für ihr Hofgut erstritten. Sie hatten somit besondere Rechte beim Weidgang und waren von Steuern und Abgaben befreit. Zu diesem Prozess findet man in den Akten von 1835 eine bemerkenswerte Notiz: „Schande der Regierung, die einen offenbar ungerechten und unverschämten Prozess gegen zwanzig Jahre zugunsten eines höchst frivolen Streiter Brandenstein, der sich so tief herabwürdigte, in Schutz nehmen konnte. Möge jeder ehrliche Mann von so niedrigen Prozesskrämern verschont bleiben.“

Brigitte Hammerich


Beitrag aus Bürgerblättle 159, Dez. 2001 (das Wappen war dort zusätzlich auch Titelbild)

Das Beyerschlössle

Das Wappen derer von Beyer

Der Name “Beyerschlössle” erinnert an den früheren kai­serlichen Rat Franz Anton Beyer aus Buchholz, dessen Wappen bis zur Bombennacht von 1944 an dem ehemali­gen Freihof in der Dietenbachstraße 4, “Beyerschlössle” genannt, angebracht war. Dort residierte der Wappenträger, der kaiserliche Rat und Hofgutbesitzer Franz Anton Beyer, der schon 1716 durch Kaiser Karl VI. in den ritterlichen Reichsadelsstand erhoben worden war. Um 1720 war er zugleich Bürgermeister von Freiburg.

Das Wappen zeigt in den Feldern eins und vier des in vier Teile gespaltenen Wappenschildes in roter Farbe jeweils einen mit drei schwarzen Bienen belegten silbernen Balken. Die beiden anderen Felder zeigen auf Goldgrund je einen schwarzen Widder. Im Herzschild springt auf einem grünen Dreiberg ein Hirsch. Die große Reichsadelskrone ziert den oberen Teil des Wappens.

Das Wappen ist das letzte Zeugnis des durch die kai­serliche Herrschaft privile­gierten Hofgutes. Zu dessen Besitzern gehörten auch die Geschlechter Helbling und Schmidt von Brandenstein. Nach dem “großen Hof­acker” ist die heutige Hof­ackerstraße benannt. Die Brandensteinstraße erinnert an die Familie derer von Brandenstein.

Das Wappen hängt heute am Eckhaus Dietenbachstraße 2 / Sundgauallee


Aber auch bereits im Bürgerblättle 63 vom Nov. 1988 wurden die historischen Hintergründe zum Hofgrundbesitzer und Kaiserlichen Rat Franz Anton Beyer erwähnt:

 

Sonderseiten: 100 Jahre Ortsverein Lokalverein Bürgerverein

In Laufe der Zeit gab es mehrmals Anlass für Sonderausgaben und Beilagen des Bürgerblättle, die je nach Anlaß auch viele Informationen zur Geschichte des Stadtteils enthalten; siehe dazu auch unseren Online-Beitrag zur Geschichte des Bürgerblättle mit Hinweis auf diese Sonderhefte.

An dieser Stelle ein Hinweis auf unsere Sonderseiten “100 Jahre Ortsverein Lokalverein Bürgerverein Betzenhausen Bischofslinde” einer Bürgerblättle-Ausgabe im Jahre 2010. Inhalt:

  • Das Titelblatt zeigt den Orginal-Brief über die Gründung des Lokalvereins von Hauptschullehrer Josef Raimund Müller am 22.04.1910 an die Stadt Freiburg.
  • Grusswort OB Dieter Salomon
  • Grusswort Arbeitsgemeinschaft Freiburger Bürgervereine, Vorsitzender Ernst Lavori
  • Hauptartikel “Der Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde feiert 100. Geburtstag” mit geschichtlichem Rückblick auf diesen Zeitraum.

Hier geht es zum gesamten Text der Sonderausgabe “100 Jahre Ortsverein Lokalverein Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde” (PDF).


Ergänzend dazu ein Verweis auf eine Sonderausgabe des Bürgerblättle, die vorher schon zum 90-jährigen Jubiläum des Bürgervereins erstellt worden war (mit weiteren Aspekten zur Geschichte). Inhalt:

  • Kleine Vorgeschichte
  • 10. April 1910 Gründung des Vereins
  • Der Lokalverein als Befehlsempfänger
  • Eine neue Vereinsepoche: Versammlung zur Wiedergründung 20.08.1052
  • In den Fünfzigerjahren: brisante Themen
  • Unsere Ehrenvorsitzenden haben das Wort
  • Wussten Sie schon, dass der Bürgerverein…
  • Ereignisse ab 1987
  • Das Bürgerblättle
  • Der Vorstand im Jubiläumsjahr 2000

Hier geht es zum gesamten Text 90 Jahre Ortsverein Lokalverein Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde” (PDF).


Interessierte Leser wenden sich auch bitte gern an den Bürgerverein bzw. den Kultur- und Geschichtskreis Betzenhausen-Bischofslinde.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die große Kastanie auf dem Friedhof

Bericht aus Bürgerblättle 187 (Dez. 2007)

Die große Kastanie auf dem Friedhof musste gefällt werden.

Am 24. Oktober musste die mächtige Kastanie auf dem Friedhof gefällt worden. Sie war vor etwa 150 Jahren gepflanzt worden und hatte sich zu einem imposanten Baum entwickelt. Leider brachen jedoch in den letzten Jahren große Äste ab, und eine Untersuchung ergab, dass der Baum wegen Fäulnis nicht mehr standfest war.

So zeigen Thomaskirche und Friedhof jetzt ein ungewohnt kahles Gesicht. Im Dezember soll nun an der selben Stelle ein junger Kastanienbaum gepflanzt werden. Hoffentlich wird auch er sich wieder über die Jahre hin so prachtvoll entwickeln.

Im nachfolgenden Heft dann der Hinweis: Neue Kastanie auf dem Betzenhauser Friedhof gesetzt.

Am 09. Januar 2008 hat das Garten- und Tiefbauamt eine neue Kastanie auf dem Betzenhauser Friedhof gesetzt. Hoffen wir, dass Sie bald zu so einem stattlichen Baum wie Ihre Vorgängerin, die im Spätjahr 2007 wegen Altersschwäche gefällt werden musste.


Heute man am Eingang zur Thomaskirche sehen, dass der Wunsch in Erfüllung gegangen ist. Die neu gepflanzte Kastanie hat sich prächtig entwickelt.

 

 

 

 

Holz-Installationen auf dem Torplatz

Für 34 Jahre waren sie ein Erkennungsmerkmal für Betzenhausen: die grossen Holz-Skulpturen/Installationen auf dem Betzenhauser Torplatz. Mitte Oktober 2020 wurden sie bei der Neugestaltung des Platzes entfernt.

Kurz zum Hintergrund: der Torplatz war 1986 zentraler Eingangsbereich zur Landesgartenschau im Seepark. Die Holz-Kunstwerke wurde extra für die Gartenschau entworfen von Architekt Hans-Dieter Schaal aus Attenweiler und eigentlich sollte es nur eine temporäre Installation für den Zeitraum der Ausstellung sein. Doch sie blieben stehen und waren damit auch dem Zahn der Zeit ausgesetzt: das Holz verwitterte und wurde immer unansehnlicher. Bereits 10 Jahre nach der Ausstellung berichtete der Bürgerverein erstmals im Bürgerblättle über den kontinuierlichen Verfall.

Im Jahr 2020 wird der Betzenhauser Torplatz im Rahmen des ZAK (= Zentren-Aktivierungs-Konzept) neu gestaltet, wobei dann auch die Skulpturen ihr Ende gefunden haben. Der Künstler selbst hatte nichts dagegen: er hatte sich auf Nachfrage schon 2009 überrascht gezeigt, dass diese Konstruktionenen überhaupt noch stehen.

Gross und beeindruckend waren die Skulpturen, was sicher auch ein Grund war, warum Sie so lange stehen geblieben sind. Aber unspektakulär war dann doch das Ende: aufgrund der Holz-Imprägnierung mussten sie als Müll abtransportiert werden. Nur die Pergula bleibt übrig: sie steht auf dem Privat-Teil des Torplatzes, der nicht in die Umbaumaßnahmen einbezogen werden konnte.


Da die Holz-Skulpturen über die Jahre zu einem Erkennungsmerkmal von Betzenhausen geworden waren, hier einige Erinnerungs-Fotos (ein Dank an Helmut Schiemann, der die Bilder im Okt. 2020 kurz vor dem Abriss erstellt hat).

 

 

 


Auch waren die Holz-Installationen in den vergangenen Jahren mehrfach Titelbild in unserem Stadtteil-Magazins “Bürgerblättle”; deshalb hier auch ein kurzer Rückblick auf frühere Berichte.

Der Platz wird schon 1998 auf der Jahreshauptversammlung des Bürgervereins als “Sorgenkind” bezeichnet, da sich die großen Kunstobjekte in einem wenig attraktiven Zustand befänden. Im September des gleichen Jahres wurden einige schadhafte Stellen des Kunstwerks wurden von der Stadt ausgetauscht. Aber insgesamt werden die Kunstwerke als “trist und verwahrlost” empfunden, wie es auch die BZ berichtet. So kam die Idee auf, die Kunstwerke mit einem neuen Anstrich zu versehen. Allerdings ergab Rücksprache mit dem Künstler Dieter Schaal, dass dies nicht seinem Wunsch entspricht: eher sei der Verwitterungsprozess Bestandteil seiner Arbeit.


Beitrag im Bürgerblättle 168 (März / Juni 2004)

Zu unserem Titelbild: “Was wird aus dem “Schaal’schen Kunstwerk”?

Vor der Landesgartenschau 1986 hatten sich die Organisatoren und der damalige Bürgerbeirat überlegt, wie der Haupteingang zu diesem Freiburger Großereignis gestaltet werden könnte. Unmittelbar an der Stadtbahnhaltestelle gelegen wäre doch wohl ein Kunstwerk angebracht! Man entschied sich für den recht interessanten Entwurf des Ulmer Künstlers Hans- Dieter Schaal.

Der Künstler “versteht den südlichen Teil des Platzes (so berichtet der offizielle Landesgartenschauführer von 1986) zur Sundgauallee als Bühne vor einem Hintergrund aus großen Bäumen. Auf ihr werden die Grundformen für den Eingang zusammen mit einem keilförmigen Wandelement an einem spannungsvollen Ensemble von insgesamt 4 Torelementen arrangiert, das neugierig macht und einlädt, den Platz und das dahinter gelegene Seeparkgelände zu erkunden.”!

Einst war dies auch ein recht stattliches und ansehnliches Kunstwerk, das auch zu vielen eigenen Spekulationen und Erklärungen eingeladen hatte. Auch der Bürgerverein hatte sich dafür finanziell engagiert. Doch heute, und dies schon seit einigen Jahren, ist es eher zu einem Schandfleck geworden.

Seit Jahren steht der Bürgerverein in Kontakt mit der Stadt, doch außer einigen alles andere als schönen Sicherheitsausbesserungen, hat sich nichts geändert. Für eine Generalrenovation ist kein Geld locker zu machen. Was bleibt zu tun? Der Bürgerverein neigt nach vielen Gesprächen dazu, das gesamte Kunstwerk entfernen zu lassen. Die jüngsten Gespräche laufen darauf hinaus. Doch über das “Wie” und “Wieviel” von den gesamten Aufbauten entfernt werden soll, stehen noch viele Fragen offen. Wir wollen dazu aber im Gespräch bleiben, über Anrufe aus der Bevölkerung oder persönliche Ansprache würde sich der gesamte Vorstand freuen.


 

 

 

 

 

Glocke St. Thomaskirche

Bericht in Bürgerblättle 167 (Dez. 2003): “In der St. Thomaskirche hängt eine Glocke von 1785”


Dieses Glocken-“Stiefkind” hat als einzige beide Weltkriege überlebt.

Für Kunstkenner ist die Thomaskirche im Zentrum von Alt-Betzenhausen schon immer ein besonderes Schatzkästlein. Sie birgt nicht nur einen sehenswerten Hochaltar sondern auch wertvolle alte Statuen und Bilder. Ursprünglich eine erstmals 1447 offiziell erwähnte Ortskapelle, wurde sie zwischen 1699 und 1.703 stark vergrößert und völlig neu ausgebaut. Eine eigene Geschichte haben aber auch die Glocken dieser schmucken Filialkirche der Pfarrei Heilige Familie.

Eine alte Glocke von 1785 in der Thomaskirche in Alt-Betzenhausen hat als einzige beide Weltkriege “überlebt”.

Erstmals hören wir 1762 von der “Umgießung einer alten, in dem Glockenturm von Betzenhausen hängenden Glocke” durch den Lörracher Glockengießer Andreas Roost. Doch schon 1785 wurde durch Sebastian Bayer aus Freiburg eine neue , recht stattliche und ringsum mit viel Schmuck versehene Glocke gegossen. Sie hängt, obwohl zeitweilig nur aufbewahrt, seit 1981 wieder im Turm der Thomaskirche. 1890, so berichtet der bekannte Barockkenner Hermann Brommer in seinem Kirchenführer, wurden durch Johann Koch in Freiburg drei neue Glocken gegossen, diese mussten aber schon 1917 für Kriegszwecke wieder abgegeben werden. Erhalten blieb als einzige die größere alte Glocke. Mit einem großen Volksfest mit Umzug wurden am 12. Juni 1927 zwei in den Tönen “as” und “es” bei Glockengießer Franz Schilling und Söhne in Apolda in Thüringen gegossene neue Glocken geweiht. Sie sollten mit der Glocke in “c” von 1785 künftig die Bevölkerung von Betzenhausen zur Kirche rufen. Doch 1941 traf die beiden neueren Glocken das Schicksal ihrer Vorgängerinnen. Sie mussten abgeliefert werden und wurden zu Kriegszwecken eingeschmolzen.

Bis zum 17. Dezember 1961 war die alte Glocke “Alleinherrscherin” im Turm. Doch fortan, so hatte es der Stiftungsrat Monate zuvor beschlossen, sollten drei neue Glocken das Geläut verschönern. Damit begann für die alte Glocke ein trauriges Schicksal. Domkapellmeister Franz Stemmer hatte der Glocke eine “völlig verzeichnete Innenharmonie und einen denkbar schlechten Klang” bescheinigt. Sie sollte aber der Kirche erhalten bleiben, jedoch nie in das Gesamtgeläut mit den drei neuen Bronzeglocken von F. Schilling aus Heidelberg eingefügt werden. Der damalige Pfarrer Konrad Fuchs hatte zu einem großen Weihefest eingeladen und in seinem ersten Pfarrbrief die Weihehandlung mit Waschung, Salbung und Beräucherung die Taufe der Glocken ausführlich geschildert. Seit einigen Jahren ist die älteste Glocke wieder Teil des Gesamtgeläuts und niemanden ist eine wesentliche Disharmonie aufgefallen. Eine neue Holzverankerung hat da vielleicht Wunder gewirkt. Nach wie vor ist diese alte Glocke mit ihrem Schmuckreichtum nicht nur die älteste sondern auch die schönste!

Harald Albiker


Für Renovierungsarbeiten wurde im Jahr 2015 auch eine Bestandsaufnahme zu den Glocken gemacht. Hier Stichworte aus dem Bericht:

Die Filialkirche verfügt über ein vierstimmiges Geläut. Drei Glocken stammen von der Glockengießerei Friedrich Wilhelm Schilling, Heidelberg, aus dem Jahr 1961. Die Glocke 2 ist eine historische Glocke, die von Sebastian Bayer in Freiburg im Jahr 1785 gegossen wurde. In der Melodielinie erklingt das ausgefüllte “Te Deum”-Motiv.

In den Uhrenschlag sind (mit Ausnahme der historischen Glocke) die 3 Schilling-Glocken integriert. Die Glocke 1 übernimmt den Stundenschlag, die Glocken 3 und 4 übernehmen den Viertelstundenschlag.


Siehe auch weitere Infos zur St. Thomaskirche