AK Bauen & Wohnen

Lieferzonen Sundgauallee mit neuem Zeitfenster

Einen Parkplatz in der Sundgauallee zu finden ist nicht immer einfach, erst recht nicht für die Lieferanten und Paketdienste für die Gewerbetreibenden.

Am 4. April 2017 fand eine Besprechung mit Vertreter(innen) des Garten-und Tiefbauamtes, des Amtes für Stadterneuerung und Projektentwicklung, der SUBI und des Bürgervereins statt.

Zunächst wurden die Probleme vor Ort besprochen. Fakt ist, dass der Fahrradschutzstreifen nicht als Lieferzone genutzt werden darf. Im Laufe des Gesprächs einigte man sich darauf, die eingerichteten Lieferzonen bestehen zu lassen, die Zeiten aber anzupassen. Die neuen Lieferzeiten sind nun von 6:00 Uhr bis 12:00 Uhr. Dies soll zunächst als Problelauf gelten.


 

Freigabe Sundgauallee nach Umgestaltung 2016 (ZAK)

Freie Fahrt auf der Sundgauallee

Seit Montag, den 7. November 2016 heißt auf der Sundgauallee wieder freie Fahrt. Um 11.30 Uhr haben Baubürgermeister Prof. Martin Haag und Nicolai Bischler, der Vorsitzende des Bürgervereins Betzenhausen-Bischofslinde, diese Verkehrsader im feierlichen Rahmen wieder für den Verkehr freigeben. Rund sieben Monaten intensive Bauzeit finden damit einen Abschluss.

Die Verkehrsfreigabe

Die Umgestaltung der Sundgauallee zwischen Dietenbachstraße und Angelus-Silesius-Straße ist zentraler Bestandteil des Zentren-Aktivierungs-Konzepts Betzenhausen-Bischofslinde (ZAK) – gehen sie doch im Kern auf eine Idee des Bürgervereins Betzenhausen-Bischofslinde aus dem Jahre 2007 zurück, als der damalige Vorsitzende, Dr. Thomas Hammerich, die ersten Ideen dazu lieferte.

Hiermit sollen die Stadtteilzentren Am Bischofskreuz und Sundgauallee durch Um- und Neugestaltung gestärkt werden. Für die konkrete Planung seit 2012 hatte es auch vielfache Rückkopplung mit der Bevölkerung und mit den dort ansässigen Geschäften, Der Interessensygemeinschaft SUBI und dem Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde gegeben. Über diese Beteiligung konnte das federführende Amt für Projektentwicklung und Stadterneuerung (APS) erreichen, dass im vergangenen Dreivierteljahr der Bauarbeiten möglichst viele Bürgerinnen und Bürger sowie der Einzelhandel gut informiert waren.

Dies war wichtig, weil drei große Projekte gebündelt wurden: Gleichzeitig zur Umgestaltung der Sundgauallee fand auch eine notwendige Erneuerung der Straßen einschließlich Sanierung der Sundgaubrücke sowie die Sanierung der Straßenbahngleise statt.

Prof. Dr. Martin Haag bei der Eröffnungsrede

Die größte Herausforderung, so Bürgermeister Haag, gab es in diesem Jahr zwischen dem 25. Juli und dem 11. September, als die Stadtbahn wegen der Gleiserneuerung nicht fuhr. Gute Koordination aller Gewerke sowie Arbeitszeiten bis in die späten Abendstunden und an Wochenenden ließen die Stadtbahnen ab Schulbeginn am 12. September wieder fahren. Wichtig für die Zeit der Umbauten war auch das begleitende Baustellenmarketing. Ein Geschäftsstraßenmanagement konnte die verschiedenen Beteiligten mit ihren speziellen Bedürfnissen und Anliegen immer wieder an einen Tisch bringen und gemeinsam Projekte wie die regelmäßige Informationen entwickeln und umsetzen. Bürgerverein, IG Subi, Stadt, Freiburger Verkehrs AG (VAG) entwickelten gemeinsam Informationsfaltblätter und Baustellenschilder.

Der verantwortliche Bürgermeister Haag zeigt sich zufrieden: „Der aufwendig betriebene Planungsprozess mit vielen Beteiligungs – und Informationsveranstaltungen hat sich gelohnt. Über die so hergestellte Transparenz konnte das Dreivierteljahr dauernder Bauarbeiten gut über die Bühne gehen!“

Haag dankt allen Beteiligten. Dies auch, weil durch den intensiven Austausch mit den Wohnungseigentümerinnen und -eigentümern die Umgestaltungsarbeiten über die öffentlichen Flächen hinaus bis an die Hausfassaden in einem einheitlichen Erscheinungsbild realisiert werden. Vor allem aber dankte Haag den Bürgerinnen und Bürgern, die mit viel Geduld die Bauzeit überstehen mussten.

Nicolai Bischler konnte dem nur zustimmen: „Jetzt, wo der Verkehr wieder fließt, haben wir endlich wieder Normalität auf der Sundgauallee und den Umleitungsstraßen!“

Bischler dankte ebenso allen beteiligten Ämtern, der VAG, der Badenova und Firmen, insbesondere den Menschen, die an den Planungen und den Bauarbeiten mitgewirkt haben, für ihre gute Arbeit. Besonders erfreut zeigte sich Bischler darüber, dass der Zeit- und Kostenplan eingehalten wurde.

Nicolai Bischler bei der Eröffnungsrede

Laut Bischler muss aber die beste Planung den Test in der Realität bestehen. Und so bleibt es seiner Meinung nach nicht aus, dass man möglicherweise an verschiedenen Punkten nachbessern muss.

Ein solcher Punkt ist die Höhe der Bordsteine am Übergang der Haltestelle des Betzenhausertor Platzes. Hier hat sich gezeigt, dass die 3 cm für viele Menschen mit Handicap ein richtiges Problem darstellen.

„Da sich in direkter Nähe zur Haltestelle die Ernst-Winterer Wohnanlage des Rings für Körperbehinderte haben, in der viele Menschen mit Rollstuhl oder Rollatoren leben, sehen wir als Bürgerverein hier Handlungsbedarf!“, so der Vorsitzende des Bürgervereins Betzenhausen-Bischofslinde.

Radelnde Menschen haben nun einen 1,5 bis 1,75 Meter breiten Streifen auf der Fahrbahn. Personen, die zu Fuß gehen, finden mindestens 2,5 Meter breite Gehwege vor. An den Kreuzungen Hofacker- / Dietenbachstraße und Angelus-Silesius- / Aschenbrennerstraße sowie der Querungsstelle am Betzenhauser Torplatz können sie sicher über die Straßen gelangen. Da sich auf der Südseite der Sundgauallee viele Geschäfte für den täglichen Bedarf befinden, gab es die Forderung, das Radfahren auch auf dem neuen Gehweg zuzulassen. Die Beschilderung lautet deshalb „Fußgänger“ mit Zusatz „Radfahrer frei“. Diese Regelung ist aber in Absprache mit dem Bürgerverein ein einjähriger Probelauf. Bischler wünschte sich hier von den Radfahrern mehr Vorsicht und den Fußgängern mehr Toleranz!

Neu: die schlafende Bedarfsampel!

Die Haltestellen der Stadtbahn auf Höhe des Betzenhauser Torplatzes sind jetzt versetzt angeordnet und auseinander gezogen. Dazwischen können Menschen zu Fuß oder per Rad die Sundgauallee breitflächig queren. Auch die neue 20er-Zone für den Autoverkehr dient der sicheren Querung ohne Ampel. Für Blinde, Sehbehinderte und Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist eine Signalanlage für die Fahrbahnen eingerichtet, die im Regelzustand dunkel ist und auf Anforderung des Tasters den Individualverkehr anhält – eine sogenannte schlafende Bedarfsampel.

 Wie geht es weiter?

Mit dem jetzigen Abschluss des ersten Bauabschnittes ist das ZAK noch nicht gänzlich umgesetzt. Weitere Fördergelder hat das APS beim Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ bereits beantragt. Es sollen noch zwei weitere Bauabschnitte folgen:

Zunächst der Betzenhauser Torplatz, für den 2016/17 die Planung stehen und 2018 der Umbau folgen soll. Dann kommt der Abschnitt östlich des ersten Bauabschnitts, der 2017/18 geplant und 2019 umgebaut werden soll. Das APS will auch dank der bisherigen positiven Erfahrungen und aufgebauten Netzwerke im bisherigen Verlauf die noch ausstehenden Bauabschnitte beteiligungsintensiv planen, wie die Pressestelle der Stadt Freiburg mitteilte.

Es will die Öffentlichkeit wie die spezieller Zielgruppen gleichermaßen beteiligen. Die nächsten Informationsveranstaltungen sind für Anfang 2017 geplant.

Da die Verwirklichung der beiden Bauabschnitte unter dem Vorbehalt, dass die erforderlichen Mittel in den Beratungen zu den Doppelhaushalten 2017/18 sowie 2019/20 bereit gestellt werden forderte Bischler die anwesenden Gemeinderäte auf, sich tatkräftig für die Realisierung einzusetzen!

Quelle: Bericht im Bürgerblättle 241 (Dez. 2017 / Jan. 2018), Text: Redaktion, Fotos: Helmut Schieman


Zur weiteren Info:

Siehe auch Fotoreportage zum Umbau der Sundgaualle im Heft Facetten 01/2017 der VAG. Siehe hier  VAG Facetten Download


 

Fassaden-Sanierung St. Thomas 2015

Die schöne St. Thomas Kirche in Alt-Betzenhausen gehört zur Kirchengemeinde Hl. Familie, für die Erhaltung des Turm ist die Stadt Freiburg zuständig.

„Die Fassade des Turms der St. Thomas Kirche  ist schon seit vielen Jahren in einem sehr schlechten Zustand“, bemängelt Nicolai Bischler im Jahre 2014 als Vorsitzender des Bürgervereins Betzenhausen-Bischofslinde und freute sich, dass die Stadt Freiburg für 2015 die Zusage erteilte, den Turm zu sanieren (siehe Pressemitteilung weiter unten). Dass die Stadt Freiburg für die Erhaltung des Turmes zuständig ist, ergibt sich aus dem Eingemeindungsvertrag von 1908. Darin heißt es: „Die Gemeinde ist baupflichtig zum Kirchturm mit Uhr und Glocken und hat die Brandversicherungsbeiträge, sowie die erforderlichen Hand und Spanndienste sowohl zur Kirche, als auch zur Umfassungsmauer zu leisten.“ (Aktenzeichen: C3280/1 und C3 280/2, Stadtarchiv Freiburg).

Im Rahmen der Gespräche, die bereits 2014 zwischen dem Gebäudemanagement der Stadt Freiburg und dem Bürgerverein geführt wurden, wurde deutlich, dass auch das Kirchenschiff dringend saniert werden sollte, was in Zuständigkeit bei der Kirchengemein­de Hl. Familie ist. Der Stiftungsrat der Pfarrei Hl. Familie beschloss im Oktober 2014 der Sanierung des Kirchenschiffs trotz knapper Kassen zuzustimmen, war aber auf die finanzielle Unterstützung durch die Bevölkerung angewiesen.  So konnten Turm und Kirchenschiff gemeinsam saniert werden.

Da dies ja auch dem Ortsbild von Alt-Betzenhausen zugute kam, beschloss der Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde, die Kirchengemeinde bei diesem finanziellen Risiko mit verschiedenen Aktionen zu unterstützen. Der Bürgerverein warb um Spenden, es gab Konzerte, ein Kalender wurde gedruckt und eine Orgel-CD verkauft. Beim Neujahrsempfang 2015 konnten Besucher ein Stück St. Thomas mit nach Hause nehmen in Form eines Dachziegels (so kamen im ersten Schritt ca. 15.000 Euro zusammen).

Die “verpackte” Kirche während der Sanierung

Im Herbst 2015 begannen die Arbeiten zur Sanierung der Fassade von Kirchenschiff und Turm. Um alle sinnvollen Renovierungarbeiten auszuführen, gab es zwischenzeitlich noch zusätzlichen Finanzierungsbedarf, da bauliche Probleme vorher teilweise nicht erkannt werden konnten (z.B. Schäden an Sandstein unter alter Farbschicht verdeckt).

Letztendlich war aber alles gut und anfang 2016 wurde St. Thomas mit frischer Fassade zum Titelbild des Bürgerblättle.


Aus einer Pressemitteilung der Stadt Freiburg vom 11. September 2015:

Die Störche sind weg, jetzt kommen die Dachdecker und Maler, Städtisches Gemeindemanagement beginnt mit der Fassaden-Sanierung von Kirchenschiff und Turm von St. Thomas in Betzenhausen

In diesen Tagen beginnen Sanierungsarbeiten an der Fassade der Thomaskirche in Betzenhausen. Nach verschiedenen Vorarbeiten wird in dieser Woche das Baugerüst zunächst am Schiff und ab nächster Woche am Turm der Kirche aufgestellt. Nach Putz-, Dach- und Malerarbeiten soll die Kirche ab Mitte November wieder gerüstfrei sein.

Mit großer Unterstützung der Kirchengemeinde, des Erzbischöflichen Bauamtes und des Bürgervereins Betzenhausen-Bischofslinde geschieht die Sanierung unter Obhut des städtischen Gebäudemanagements (GMF). Diese Verpflichtung ergibt sich aus dem Eingemeindungsvertrag von 1908. Darin heißt es: „Die Gemeinde ist baupflichtig zum Kirchturm mit Uhr und Glocken und hat die Brandversicherungsbeiträge sowie die erforderlichen Hand- und Spanndienste sowohl zur Kirche als auch zur Umfassungsmauer zu leisten.“ (Aktenzeichen C3280, Stadtarchiv Freiburg).

In den Vorgesprächen zwischen GMF, Bürgerverein und Kirchengemeinde wurde deutlich, dass auch die Fassade des Kirchenschiffs samt dem Dach einer Sanierung bedarf. Hier liegt die Zuständigkeit aber bei der Kirchengemeinde. Daraufhin hat der Stiftungsrat der Pfarrei Hl. Familie die nötigen Mittel im Etat 2015 eingestellt, und der Bürgerverein hat Spenden gesammelt und einen Kalender mit Motiven von St. Thomas und dem Stadtteil erstellt, dessen Verkaufserlös der Sanierung zugute kommt. Nun können Turm und Kirchenschiff gleichzeitig angepackt werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 130.000 Euro, davon entfallen 46.000 Euro auf das Kirchenschiff.

Im Zuge der Sanierung werden auch die Glocken gewartet. Beginnen können die Arbeiten erst jetzt, weil die brütenden Störche auf dem Kirchturm Vorrang hatten.

St. Thomas ist eine Filialkirche der katholischen Pfarrgemeinde Heilige Familie im Stadtteil Mooswald. Sie wurde 1767/68 durch den Barockbaumeister Johann Baptist Häring erbaut und ist dem Heiligen Thomas geweiht, dem zweifelnden Apostel.

Workshop Betzenhauser Torplatz

Bericht aus Bürgerblättle 227 Aug./Sept. 2014


Im Februar 2014 hatte die Verwaltung die Grobkonzepte zur Umgestaltung der Sundgauallee und des Betzenhauser Torplatzes einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Nun hat sie ihr damaliges Versprechen eingelöst, den Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit zu geben, an der künftigen Nutzung und Gestaltung des Torplatzes aktiv mitzuwirken: Beim Planungsworkshop zur Umgestaltung des Betzenhauser Torplatzes am Mittwochabend (25. Juni) stand die gemeinsame intensive und detaillierte Diskussion der Vorstellungen und Möglichkeiten zur Umgestaltung des Torplatzes im Mittelpunkt.

Der Workshop verlief dreigeteilt. Zum Einstieg gab die Stadtverwaltung neben der Erläuterung des bisherigen Planungsprozesses und der Zielsetzung einen Einblick in die Themen Kunst, speziell auch der Plastiken auf dem Torplatz, und der Gestaltung im öffentlichen Raum. Das Planungsbüro Henne und Korn zeigte Rahmenbedingungen und Vielfalt der Ansprüche an eine Platzgestaltung auf und vermittelte ihre Eindrücke aus Ortsbegehungen. Im Anschluss ging es in drei Workshop-Gruppen. Jede der Gruppen, besetzt aus Bürgerinnen und Bürgern, Stadtverwaltung und Planungsbüro, bearbeitete die drei gleichen Fragestellungen nach der zukünftigen Funktion und Gestaltung des Platzes sowie dem weiteren Umgang mit den auf dem Platz vorhandenen Kunstelementen.

Die Bürgerinnen und Bürger brachten ihr spezifisches Wissen aus dem Lebensumfeld des Torplatzes ein und erläuter-ten ihre Vorstellungen. Gemeinsam wurden die Anregungen diskutiert, teilweise skizzenhaft gezeichnet, und abgewogen. Zum Ende des Workshops blickte man in gesamter Runde auf die erarbeiteten Empfehlungen aus den Gruppen und fasste bei speziellen Fragestellungen noch einmal detailliert nach.

Die geäußerten Anregungen und Empfehlungen nimmt die Stadt in die weiteren Planungsschritte auf, indem diese nun zunächst geprüft und entsprechend berücksichtigt werden. Im September wird das Ergebnis noch einmal im Stadtteil vorgestellt, bevor es Anfang Oktober 2014 dem Gemeinderat vorgelegt wird.

Die TeilnehmerInnen waren sich insbesondere darüber einig, dass der Platz stärker belebt und der Verkehr zurückgenommen wird. Auch sollte die Straße weniger als trennendes Element wahrgenommen werden, sondern zum Beispiel durch einen einheitlichen Bodenbelag gestaltet werden. Über die Anzahl der zu entfernenden Kunstwerke gab es unterschiedliche Meinungen. Ebenso wurde unter anderem über Sitzmöglichkeiten und die Anbringung von Fahrradständern diskutiert.

„„Yves Strittmatter

Einweihung Platz am Bischofskreuz

Bericht Bürgerblättle Aug./Sep. 2013


Neuer Platz erfolgreich eingeweiht

Bis zuletzt waren die Bauarbeiter damit beschäftigt, den neuen Platz am Bischofskreuz fertig zu stellen. Und das Ergebnis konnte sich wirklich sehen lassen! »Es liegt nicht nur eine harte Phase der Bauzeit hinter uns, sondern auch eine lange und intensive Zeit der Vorbereitung, Planung und Abstimmung mit den Behörden, den Anwohnern und Gewerbetreibenden«, so Nicolai Bischler, Vorsitzender des Bürgervereins Betzenhausen-Bischofslinde. Bischler machte noch einmal deutlich, dass die Eröffnung des Platzes nicht das Ende der Aktivierungsmaßnahmen im Stadtteil bedeutet – im Gegenteil! Es geht fließend weiter mit den Planungen der Sundgauallee, des Betzenhauser Torplatzes und der Haltestellen- sowie Gleissanierung.

Baubürgermeister Prof. Dr. Martin Haag nahm diesen Gedanken auf: »Bei der Maßnahme Sundgauallee wird es noch viel Gesprächsbedarf geben«, sagte Haag. »Beteiligen Sie sich und gestalten Sie Ihr Lebensumfeld mit.«

Bürgerverein und die Interessensgemeinschaft SUBI sind mit dem Erreichten sehr zufrieden; das gilt für das Eröffnungsfest, aber auch für die abgeschlossene Baumaßnahme. »Wir konnten in den Abstimmungen mit der Stadtverwaltung unsere Vorstellungen und Anregungen mit einbringen, so dass uns die Bauarbeiten nicht zu extrem belastet haben«, so Claudia Blum, erste Vorsitzende der SUBI.

Die Vorstandsmitglieder des Bürgervereins empfanden die Zusammenarbeit mit SUBI und den Mitarbeitern der Stadtverwaltung ebenfalls als sehr konstruktiv, »auch wenn um bestimmte Punkte hart gerungen und verhandelt werden musste, so stand am Ende immer ein Ergebnis, das alle zufrieden stellte«, so Beate Diezemann, zweite Vorsitzende des Bürgervereins.


Namenssuche abgeschlossen

Anlässlich der Einweihung des neuen Platzes am Bischofskreuz hat der Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde um Vorschläge für die Namensgebung gebeten. Knapp einhundert Mitbürgerinnen und Mitbürger haben sich bei der Aktion aktiv beteiligt. Neben einigen Vorschlägen, die eher als Spaßnummer anzusehen waren, entfielen über 51 Prozent der Stimmen auf den Vorschlag des Bürgervereins, der als Namen »Platz am Bischofskreuz« vorgeschlagen hatte.

»Wir freuen uns, dass so viele sich ernsthaft Gedanken über den zukünftigen Platznamen gemacht und sich beteiligt haben «, so Nicolai Bischler.

Das Volksbad/Schülerbad

Etwa seit 1912 wurde der Ruf nach einem Schüler- und Volksbad in der Schule laut. Der Lokalverein richtete im gleichen Jahr ein Schreiben an den Stadtrat und die Schulkommission, mit dem Wunsch, in der neuen Schule in Betzenhausen ein Volksbad einzurichten, wie dies bereits in Haslach und Zähringen geschehen sei. In den Stadtteilen der angeführten Schulen sei, so antwortete das Hochbauamt, bereits eine Kanalisation fertig gestellt. Wenn in Betzenhausen diese in Aussicht stehe, stünde auch hier einem Schulbad nichts im Wege. Schon 1914 wurden von der Schule und 1915 vom Lokalverein neue Anträge für ein Schülerbad gestellt. Sie wurden vom städtischen Volksschulrektorat erneut abgelehnt.

Ein erneuter Anlauf (1926)

Im September 1926 richtete der Lokalverein erneut ein Schreiben an den „wohllöblichen” Stadtrat mit dem Gesuch, eine Badegelegenheit für den Vorort Betzenhausen einzurichten. Ebenfalls 1926 fand die Eröffnungsfeier für eine Buslinie zwischen der Stadt und Betzenhausen statt. Bei dieser Gelegenheit sicherte Oberbürgermeister Dr. Bender dem Vorort ein Volksbad zu, „das wohl ohne größere Kosten im Schulhaus unterzubringen sein dürfte”. Zwischenzeitlich wurde auch von einem Freibad am Mühlbach gesprochen, der Wasserstand sei aber zu unterschiedlich, ebenfalls führe er öfters durch Färbereien, den Metzschen Fabriken sowie durch Gas- und Elektrizitätswerke verunreinigtes Wasser!

Die Schulabteilung, vertreten durch Hauptlehrer H. Zürn, schickte ebenso erneut einen ausführlichen Brief an den Stadtrat. Betzenhausen sei inzwischen der einzige Vorort ohne Schülerbad. Zürn führte ausführliche Argumente ins Feld. Auch dem Stadtschularzt Dr. Pflüger sei die Unreinlichkeit der Schüler aufgefallen. Ebenfalls beklagte ein Busschaffner, dass es im Wagen öfters förmlich „stinke”, man solle für Betzenhausen unbedingt auf die Einrichtung eines Bades hinwirken!

Schon im April begrüßte es der Lokalverein in einem Schreiben an den Oberbürgermeister, dass die Stadt ein Bad für Betzenhausen mit Zustimmung – des Bürgerausschusses in Aussicht gestellt habe. Der Kostenvoranschlag belief sich auf 28.000 RM. Auch mehrere Presseorgane hatten in den Maitag 1927 über das geplante Schul- und Volksbad berichtet.

Nutzung

Grundriss Volksbad im Keller der heutigen Gerhart-Hauptmann-Schule

Die Stadt hielt Wort, schon Ende der Zwanzigerjahre konnten die Schüler ebenso die Bevölkerung von Betzenhausen einen großen Duschraum mit Umkleide, sowie mehrere Zellen mit Wannenbädern benutzen. In Dreißigerjahren wurde das Bad recht stark von der Bevölkerung frequentiert. Nur wenige Häuser hatten schon ein eigenes Bad. Deshalb musste das Volksbad an drei Nachmittagen und Abenden geöffnet werden. Familien rückten mit Kindern an, ganz besonders samstags. Zumeist wurden die Badegäste, mit wenigen Ausnahmen, von der Frau des jeweiligen Hausmeisters betreut.

In den nachfolgenden Fünfzigerjahren gab es schon einige Bäder mehr in den Privathaushalten. Entsprechend geringer war der Besuch im Volksbad, bald genügte ein zweimaliges Öffnen. Dieser Trend setzte sich fort, sodass bald sogar ein Tag zur Nutzung ausreichte. Gegen Ende der Siebzigerjahre waren die Kosten für die Betreuerin des Volksbades höher als die Einnahmen. Die Stadt entschloss sich daher, 1978/79 das Bad endgültig zu schließen.

Heute dient der ehemalige Duschraum als Stauraum und Stuhllager, auch die Wannenbäder wurden bis auf eine Zelle anderen Zwecken zugeführt.

Nach einem Text von Harald Albiker (vermutlich erstellt zum 80-jährigen Jubiläum der Schule im Jahr 1989)


Siehe auch unser Beitrag zur Geschichte der Gerhart Hauptmann Schule.