Geschichtliches zum Stadtteil Betzenhausen

Bomben auf Freiburg und Betzenhausen (Nov. 1944)

Dieses traurige Ereignis jährt sich in diesen Tagen zum 75 mal. Wir wollen deshalb kurz zurückblicken.

Am 27. November 1944 wurde die Freiburger Innenstadt in einem Bombardement von 20 Minuten durch die Royal Air Force weitestgehend zerstört. 2.797 Menschen kamen nach heutiger Kenntnis zu Tode; fast 10.000 wurden verletzt und jede dritte Familie in Freiburg verlor ihre Wohnung.

Der Angriff dauerte knapp 23 Minuten und begann kurz vor 20:00 Uhr. Es wurde im ganzen Stadtgebiet etwas 3.000 Sprengbomben und 50.000 Stabbrandbomben abgeworfen.

Viele Bomben fielen auch auf Betzenhausen, das in der Anflugschneise der Flieger lag: dort wurde im Grunde jedes Haus beschädigt bzw. zerstört. Es gab vermutlich 89 Todesopfer, meist Kinder, Frauen und Alte. Keine Wohnung im Stadtteil war ohne Schaden, etwa die Hälfte des Wohnraums wurde vernichtet, gegen die Brandbomben scheiterten die Löschversuche. Schon kurz nach dem Angriff mussten ein grosser Teil der Einwohner Betzenhausen verlassen.


Mitte der 1950-Jahre kam der Wunsch auf, für die Toten und Vermissten des Weltkriegs (und der Kriege davor) auch in Betzenhausen eine Gedankstätte zu errichten. So entstand die Gedenkstätte auf dem Friedhof der St. Thomas Kirche. Seither legt der Bürgerverein dort – in Vertretung der Vereine des Stadtteils – am 1. November jedes Jahres einen Kranz nieder.


In einem Gemeinschaftsprojekt mit der Wentzinger Realschule hat der Kultur- und Geschichtskreis Betzenhausen im Jahr 2004 dieses für Betzenhausen so schreckliche Ereignis aufgearbeitet und die Ergebnisse in einem Buch veröffentlicht. Titel:

„Zivilbevölkerung im Bombenkrieg – Die Zerstörung Betzenhausens am 27.11.1944“.

Weitere Infos gibt es beim Kultur- und Geschichtskreis erhältlich (siehe www.kuge-freiburg.de.)


Am 27. November 2019 begeht die Stadt Freiburg diesen Gedenktag mit einer besonderen Klanginstallation, die mehrmals am Tag auf dem Münsterplatz zu hören ist. Das Musikstück der Hochschule für Musik Freiburg wurde eigens für diesen Anlass komponiert. Die Klanginstallation soll eine zweifache Botschaft zum Ausdruck bringen: erinnerndes Gedenken und Friedensappell.

Vor 19:00 bis 20:10 Uhr erinnert ein Gedenk-Läuten am Freiburg Münster und anderer Kirchen an das Bombardement. Um 20:00 Uhr beginnt im Freiburger Münster ein Ökomenischer Gottesdienst mit Redebeiträgen. Im Anschluss gegen 21:15 Auszug der Teilnehmenden mit Kerzen und stillem Gedenken.

Im Fritz-Hüttinger-Haus im Stadtteil Mooswald wird aus diesem Anlass das Hörstück „Tigerfish und Schangele. Vom Keller aus die Sterne sehen“ aufgeführt (18:00 bis 19:00 Uhr). Das Hörstück des gebürtigen Freiburgers Betram Denzel ist eine Nacherzählung des Zweiten Weltkriegs aus der Sicht von Schangele, die als Vierjährige die Bombennacht in der Freiburger Mooswaldsiedlung erlebt hat. Und aus der Sicht von Dr. Peter Saundby, damals acht Jahre alt: sein Vater ist Sir Robert HMS Saundby, Air Marshal bei der RoyalAir Force und „Erfinder“ der sogenannten Fishcodes für Angriffsziele in Deutschland (Freiburg =Tigerfish).

 

 

 

 

 

Zur Geschichte des Bürgerblättle

Das Stadtteil-Magazin des Bürgervereins Betzenhausen-Bischofslinde

Mitglieder des Bürgervereins (bzw. des vorherigen Ortsvereins) konnten in früheren Zeiten nur durch Rundschreiben vom Vorstand informiert werden. Um diese Situation zu verbesseren, entstanden in den 1950-ger Jahren die Lokalnachrichten von Freiburg – West, denen sich auch der Ortsverein Betzenhausen anschloss. Unter dem Namen „Lokalnachrichten  aus Freiburg- West und Betzenhausen“ wurden regelmäßig Themen aus Betzenhausen angesprochen (bekannt ist z.B. ein Bericht zur Einweihung der Gedenkstätte für Gefallene an der St. Thomas Kirche).

Im Jahr 1975 begannen Überlegungen, ob ein eigenes Blatt nicht besser den wachsenden Erfordernissen gerecht wird. Die Umsetzung dieser Idee in die Tat ging dann recht schnell: zum Neujahrsempfang Januar 1976 durfte der damalige Vorsitzende Willy Kapp das erste Exemplar des „Bürgerblättle“ für Betzenhausen-Bischofslinde vorstellen (siehe Abbildung). Zitat aus seinem Einleitungstext:

Ziel und Zweck eines solchen Blattes soll es sein, die beiden Ortsteile enger miteinander zu verbinden, daß sie mit der Zeit zusammenwachsen mögen und so die Zusammenhörigkeit vertieft wird. Da das Gebiet Betzenhausen-Bischofslinde heute ca. 2400 Wohnungen umfaßt, wäre es nach Ansicht des Bürgervereins an der Zeit, unseren Mitbürgern mit zeitnahen Beiträgen aus dem Ortsgeschehen und aus den Vereinen und kirchlichen Institutionen, die in unserem Gebiet ansässig sind, zu informieren.
Die Herausgabe des Bürgerblättle ist nur mit Unterstützung der Betriebe und Firmen möglich, die durch ihre Inserate die Kosten finanzieren. Wir bitten Sie daher, liebe Mitbürger, diesen Geschäften Ihre Aufmerksamkeit zu schenken und sie bei Ihren Einkäufen zu berücksichtigen.“

Zur vierten Ausgabe gab es dann schon ein kleines ‚Resümee‘ von Bernhard Wolk, der anfangs die Redaktion übernommen hatte:

„Die ersten drei Ausgaben fanden vielfach freundliche Zustimmung, wofür gedankt wird. Es gibt, wenn auch wenige, kritische Äußerungen, vor allem dreierlei:
(1) Das „Bürgerblättle“ enthalte zu viele Annoncen.
(2) Das „Bürgerblättle“ enthalte zu wenig Berichte aus dem Stadtteil Bischofslinde.
(3) Auf ein gelegentliches süffiziantes Lächeln über den Titel „Bürgerblättle“ braucht wohl nicht näher eingegangen zu werden.

Vor allem der letzte Punkt hat uns wohl die ganzen Jahres begleitet.

Dar Bürgerblättle erschien in den ersten Jahren monatlich und hatte meistens 8 Seiten. Nach sechs Jahren dann eine kritische Phase und Pause: „Aus verschiedenen Gründen ist das Bürgerblättle seit Januar 1982 nicht mehr erschienen, was vielfach als Mangel empfunden wurde.“ schrieb Willy Kapp im September 1983 aus Anlass des Wiedererscheinens. „Dem Bürgerblättle wünscht der Vorstand viel Erfolg“. Diese guten Wünsche haben geholfen, wie wir heute wissen.

Bis 1985 führte Bernhard Wolk die Redaktion weiter, gefolgt von Elisabeth Schumann, die diese anspruchsvolle Aufgabe auch wieder ehrenamtlich übernahm (wie auch alle Nachfolgenden). In den 1990-Jahren wurde das Bürgerblättle umfangreicher und zeitweise umgestellt auf eine Ausgabe je Quartal. Ab 1995 folgte Nico Bischler in der Redaktion: in der Zeit war das Bürgerblättle immer noch „schwarz/weiss“ und das Layout wurde noch geklebt.  Aber Rolf Abendschein als damaliger Vorsitzender gab „grünes Licht“, für eine Erneuerung und zeitgemäße Gestaltung. Gleichzeitig wurde der Computer zum zentralen Werkzeug der Redaktion.

In letzten beiden Jahrzehnten haben verschiedene  engagierte Bürger verantwortlich für das Bürgerblättle gearbeitet, z.B. Matthias Woelke, Roland Kreutner, Harald und Christian Albiker, Dr. Thomas Hammerich, sowie Nico Schulze.  Heute ist Cathrin Caspari verantwortlich für das Layout. Sie alle haben das Bürgerblättle geprägt und weiterentwickelt.

In dieser Zeit gab es mehrmals Anlass für Sonderausgaben, z.B. zum Stadtteiltag der Landesgartenschau im Juni 1986, zum Jubiläum „25 Jahre Bischofslinde“ und „100 Jahre Lokalverein Betzenhausen“. Sehr viele Inhalte lieferte dazu Harald Albiker sowie der Kultur- und Geschichtskreis Betzenhausen-Bischofslinde.

Das Bürgerblättle hat heute durchschnittlich 32 Seiten und eine Auflage von 7.500 mit durchgängig farbiger Gestaltung. Es erscheint alle zwei Monate. Im Sommer 2018 erschien die 250-te Ausgabe (wobei die Ausgaben der ersten Jahre bei der Nummerierung vermutlich übersehen wurden).

Herausgeber des Bürgerblättle ist bis heute der Bürgerverein: von dessen Arbeit zu berichten ist nach wie vor ein zentrales Anliegen. Das Bürgerblättle bietet aber darüber hinaus auch anderen Vereinen, Institutionen und Kirchen im Stadtteil, die Möglichkeit ihre Anliegen zu beschreiben und z.B. auch über Termine und Veranstaltungen zu informieren. Trotz Internet scheint diese Form der Kommunikation immer noch wichtig zu sein.

Redaktionelle Aufgaben und die Betreuung der Anzeige-Kunden sowie Werbegestaltung sind heute in getrennten Händen (Werbe-Kunden wenden sich bitte an die Agentur Klaus Faist).

Seit etwa 10 Jahren steht neben der gedruckten Ausgabe des Bürgerblättle auch eine PDF Version zur Verfügung. In unserem Online-Archiv sind diese Ausgaben abrufbar.

Die jeweils aktuelle Ausgabe kann man auch direkt online lesen.

 

Geschichte der Störche in Betzenhausen

Der Bürgerverein arbeitet ehrenamtlich, um das Nest der Weißstörche auf dem Turm der St. Thomas Kirche in Alt-Betzenhausen instandzuhalten und dort eine Kamera zu betreiben. Hier zunächst ein paar Dinge zum Hintergrund.

Der Weißstorch (Adebar) stand lange Zeit auf der Liste bedrohter Tierarten. Mitte der 70er Jahre gab es in Baden-Württemberg nur noch 15 Weißstorch-Paare und davon keines mehr in unserer Region: der Bestand war seit Beginn der 50er Jahre kontinuierlich zurück gegangen. Im Jahr 2002 wurden dann aber schon wieder rund 200 Brutpaare gezählt, was etwa dem Stand der 50er Jahre entsprach. Heute sind es im ganzen Land über 600 Brutpaare. Zu dieser schönen Entwicklung hat auch das Nest auf dem Turm der St. Thomas Kirche seinen kleinen Beitrag geleistet (siehe Bilder unten).

Das Storchennest auf dem Turm der St. Thomas Kirche hat schon eine lange Tradition und bis 1938 kümmerte man sich auch um die Instandhaltung. In den 1950-ger Jahren kehrten die Störche zeitweise zurück: aber entsprechend dem allgemeinen Trend, blieb der Turm in den nachfolgenden Jahrzehnten unbewohnt. Um Störche wieder anzulocken, wurde 1981 ein neuer Nistkorb eingerichtet. Initiator war der Deutschen Bund für Vogelschutz, ein Vorläufer vom heutigen Naturschutzbund Deutschland (Nabu).  Das Nest hatte man bei einem Korb-Flechter aus Schleswig-Holstein anfertigen lassen; die Feuerwehr sorgte für den Transport nach oben. Sogar die lokale Presse berichtete über dieses Ereignis.

Aber das reichte nicht aus: vorerst blieb das Nest unbewohnt, genauso wie andere Nester in der Umgebung. Also versuchte man es Ende der 80er Jahre mit Auswilderung einige Jungtiere in unserer Region: beteiligt an dieser Initiative war u.a. der Tierfilmer Hagen Späth, der später auch Mitbegründer des Vereins „SOS Weißstorch“ wurde. In den Folgejahren (ab 1992) dann der Erfolg: es fanden fast durchgängig Störche ihr Zuhause auf dem Turm der Thomaskirche und fast immer hat auch Nachwuchs überlebt. Damit war die Wiederansiedlung gelungen: im Mai 2009 wurde der Kirche St. Thomas die Nabu-Plakette „Lebensraum Kirchturm“ verliehen (entgegen genommen vom Pfarrer der Gemeinde Heilige Familie).

Weiteren Informationen, speziell über die allgemeine Entwicklung der Weißstörche im Breisgau, ist beim Verein „SOS Weißstorch“ zu finden, der sich nach den genannten Erfolgen umbenannte in Weissstorch Breisgau e.V.

Geschichte des Bürgervereins

Seit über 100 Jahren ist Betzenhausen ein Stadtteil von Freiburg, die Eingemeindung erfolgte am 1.1.1908.

Der Lokalverein

Der Lokalverein als Vorläufer des Bürgerverein wurde schon zwei Jahre nach der Eingemeindung gegründet „Zur Wahrung und Förderung örtlicher Interessen des Vorortes Betzenhausen unter Ausschluss von Politik und Religion“ (aus der ersten Satzung vom 10.4.1910). Erste Themen waren elektrisches Licht, ein Schülerbad im Schulhaus und auch damals schon die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, inkl. Straßenbahn. Der elektrischen Strom kam 1917. Eine erste Buslinie durch Betzenhausen kam 1921, die auch viel genutzt wurde. Auf die Strassenbahn mussten man dann doch etwas länger warten, wie wir heute wissen. Im Jahr 1931 kam schliesslich eine Gasleistung: ebenfalls ein Anliegen, für das sich der Lokalverein eingesetzt hatte.

Im Jahr 1933, dem 25-ten Jahr nach der Eingemeindung, dann eine erste Jubiläumsfeier. Eine entsprechende Feier zum 25-jährigen Jubiläum des Lokalverein gab es dann nicht mehr. Die politischen Verhältnisse ließen eine unabhängige Arbeit nicht mehr zu: stattdessen löste sich der Lokalverein 1936 auf.

Neugründung Orts-/Bürgerverein

Erst 1952 kam es zur Neugründung als Ortsverein; die Gründungsversammlung war im „Bierhäusle“ in Lehen. Die Errichtung der Genkstätte auf dem Betzenhausener Friedhof zur Erinnerung an die Gefallenen war eines der ersten grossen Themen (eingeweiht 1959). Der Bau der Autobahn nach Basel war ein anderes wichtiges Thema: damals gab es Planungen, welche die Trasse noch viel dichter an Freiburg sahen (etwa bei der heutigen Paduaallee). Glücklicherweise drängte der Ortsverein zusammen mit anderen Bürgervereinens im Freibuger Westen auf eine Lösung hinter dem Lehener Bergle, wie sie heute ist. Und die 50 Jahre Zugehörigkeit zu Freiburg konnte dann auch wieder gefeiert werden.

Seit 1965 steht in Betzenhausen Gaskugel als Gas-Reservespeicher der Badenova für Freiburg und die Region. Heute sicher das Erkennungszeichen für Betzenhausen: der damalige Bürgerverein war wenig begeistert und protestierte (Landschaftsschutzgebiet). Ansonsten waren Verkehrsprojekte auch immer wieder Thema ab den 1960-ger Jahren; zentral z.B. der Ausbau von Padua- und Sundgauallee. 1983 kam dann endlich auch die Staßenbahn nach Betzenhausen. Bis Anfang der 1980 Jahre war die Dietenbachstrasse eine Durchgangsstrasse mit sehr grossen Verkehrsaufkommen: dass sie gesperrt wurde, lag sicher auch an den Bemühungen des Bürgervereins.

Im Januar 1976 erschien das erste Bürgerblättle: vorher hatte der Bürgerverein teilweise Beiträge in den Lokalnachrichten Freiburg-West veröffentlicht. Es wurde eine Erfolgsgeschichte (siehe Details hier…), denn im Sommer 2018 erschien die 250-te Ausgabe des Stadtteil-Magazins (aktuell verteilt mit Auflage 7.500).

Wichtiges Thema in den 1970/80-ger Jahren waren darüber hinaus die Entwicklungen am Flückingersee bzw. dem heutigen Seepark, der mit der Landesgartenschau 1987 entstand (und dem ersten Seenachtsfest). Damals wurde auch das heutige Bürgerhaus gebaut: verbunden mit vielen Diskussionen zur Nutzung. Im Januar 1987  lud der Bürgerverein zum ersten Neujahrsempfang, damals noch im Vereinsheim in den Tränkematten.

Die jüngste Vergangenheit

Der Bürgerverein (mit Dr. Thomas Hammerich als Vorsitzendem) kämpfte viele Jahre um ein Jugendzentrum in Betzenhausen-Bischofslinde, das wir heute als Chummy kennen.

Zur Aufwertung des Stadtteils wurde das Zentrenaktivierungskonzept (ZAK) erstellt mit den bisherigen Maßnahmen zur Neugestaltung des Platzes am Bischofskreuz und der Staßenbahnhaltestelle Sundgauallee/Betzenhauser Torplatz.

Und auch gefeiert wurde immer wieder: z.B. bei den jährlichen Neujahrsempfängen, aber vor allem auch das Jubiläum zum 100-ten Jahr der Zugehörigkeit zu Freiburg.

Amtszeit der bisherigen Vorsitzenden

Ab 1910  Ludwig Kiesel, Mühlenbesitzer
Ab 1919  Josef Raimund Müller, Hauptlehrer und Schulleiter
Ab 1929  Herr Kunzelmann, Bahninspektor
Ab 1933  Otto Ritt, Bäckermeister

1936 Auflösung des Lokalvereins
1952 Wiedergründung mit Otto Ritt

Ab 1952  Karl Unmüßig, Zimmermeister, Unternehmer
Ab 1967  Walter Kiefer, Stadtrat und ÖTV- Vorsitzender
Ab 1975  Willy Kapp, Installateurmeister
Ab 1987  Rolf Abendschein, Architekt, Projektleiter
Ab 2005 Dr. Thomas Hammerich, Hals-,Nasen-Ohrenarzt
Ab 2011 Nicolai Bischler
Ab 2018 Rolf Baiker
Ab 2019 Beate Diezemann

Die Geschichte von Betzenhausen

Seit über 100 Jahren ist Betzenhausen ein Stadtteil von Freiburg, die Eingemeindung erfolgte am 1.1.1908.

Hier ein kurzer Blick auf die Vorgeschichte des Stadtteils, denn Betzenhausen zählt zu den ältesten Umlandsiedlungen von Freiburg:

  • 932 gilt als das Jahr einer ersten Erwähnung von „Bezenhusa“ in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Einsiedeln durch Otto I. Dort blieb die Bauerngemeinde auch ca. 250 Jahre. Die gleiche Urkunde nennt übrigens auch unsere heutige Partnergemeinde Tenigen als „Deninga“: eine durchaus bemerkenswerte Gemeinsamkeit.
  • 1299 wird der Bischof von Straßburg – Konrad II von Lichtenberg – von rebellischen Bürgern Freiburgs vor den Toren der Stadt verletzt (am Bischofskreuz) und stirbt nach Rückkehr in Straßburg.
  • Im Jahr 1381 kauft Freiburg die Gemeinde Betzenhausen; gut 400 Jahre hält dieses Untertanenverhältnis.
  • 1806 wird Betzenhausen eine selbständige Gemeinde im Großherzogtum Baden. Die Einwohner waren daraufhin freie Bürger, mit Gemeinderat und eigenem Bürgermeister.

Was dann geschah:

  • 1908 waren es vor allem wirtschaftliche Gründe, die Betzenhausen zu Freiburg führten. Die Stadt sah eine Chance zur Ausdehnung nach Westen (noch heute aktuell), im Gegenzug erhielt Betzenhausen eine eigene Wasserleitung, neue Straßen und es begann die Geschichte der Gerhard Hauptmann Schule.
  • 1910 gründet sich der Ortsverein, aus dem später der Bürgerverein Betzenhausen entstand.
  • Die beiden Weltkriege hinterließen Leid und große Zerstörung auch in Betzenhausen.
  • Ab 1963 wird der Bezirk Bischofslinde gebaut mit dem Platz am Bischofskreuz als Zentrum; eine neue Bischofslinde wird als Gründungssymbol gepflanzt. Etwa zeitgleich Beginn des großen, sozialen Wohnbauprojekts „Zehnsteinweg“.
  • 1965 Einweihung „StuSie“, der größten Studentensiedlung in Freiburg.
  • 1986 Landesgartenschau als Grundlage für den heutigen Seepark.
  • 2012 Beim ZentrenAktivierungsKonzept (ZAK) beginnt die Umsetzung mit Platz am Bischofskreuz und Neugestaltung Sundgauallee.

Für Interessierte hier ein Hinweis auf den „Kultur- und Geschichtskreis Betzenhausen-Bischofslinde e.V.“, der sich seit 1998 um Themen in der Geschichte von Betzenhausen-Bischofslinde kümmert: siehe www.kuge-freiburg.de.