Geschichtliches zum Lokal/Bürgerverein

Seit über 100 Jahren ist Betzenhausen ein Stadtteil von Freiburg, die Eingemeindung erfolgte am 1.1.1908.

Der Lokalverein

Der Lokalverein als Vorläufer des Bürgerverein wurde schon zwei Jahre nach der Eingemeindung gegründet. „Zur Wahrung und Förderung örtlicher Interessen des Vorortes Betzenhausen unter Ausschluss von Politik und Religion“ (aus der ersten Satzung vom 10.4.1910).

Im Stadtarchiv Freiburg befindet sich die offizielle Mitteilung der Gründung als Lokalverein:

Lokalverein des Vorortes Betzenhausen, Freiburg i.Br.-Betzenhausen, 20. April 1910
Hochverehrter Stadtrat Freiburg i. Br.
Ganz ergebenst teilen wir mit, daß am 10. April ein Lokalverein Betzenhausen zur Förderung der Interessen des Vorortes gegründet wurde. Vorläufig zählt der Verein 30 Mitarbeiter. Erster Vorstand des Vereins ist Her Ludwig Kiesel, Mühlenbesitzer. Nach Drucklegung der Statuten werden wir uns gestatten, ein Exemplar zur gütigen Kenntnisnahme einzusenden.
Ganz ergebenst
Lokalverein Freiburg i.Br.-Betzenhausen, Der I. Vorstand: L. Kiesel, Der Schriftführer: J.R. Müller

Erste Themen waren elektrisches Licht, ein Schülerbad im Schulhaus und auch damals schon die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, inkl. Straßenbahn. Der elektrischen Strom kam 1917. Eine erste Buslinie durch Betzenhausen kam 1921, die auch viel genutzt wurde. Auf die Strassenbahn mussten man dann doch etwas länger warten, wie wir heute wissen. Im Jahr 1931 kam schliesslich eine Gasleistung: ebenfalls ein Anliegen, für das sich der Lokalverein eingesetzt hatte.

Im Jahr 1933, dem 25-ten Jahr nach der Eingemeindung, dann eine erste Jubiläumsfeier. Eine entsprechende Feier zum 25-jährigen Jubiläum des Lokalverein gab es dann nicht mehr. Die politischen Verhältnisse ließen eine unabhängige Arbeit nicht mehr zu: stattdessen löste sich der Lokalverein 1936 auf.

Neugründung Orts-/Bürgerverein

Erst 1952 kam es zur Neugründung als Ortsverein; die Gründungsversammlung war im „Bierhäusle“ in Lehen. Die Errichtung der Genkstätte auf dem Betzenhausener Friedhof zur Erinnerung an die Gefallenen war eines der ersten grossen Themen (eingeweiht 1959). Der Bau der Autobahn nach Basel war ein anderes wichtiges Thema: damals gab es Planungen, welche die Trasse noch viel dichter an Freiburg sahen (etwa bei der heutigen Paduaallee). Glücklicherweise drängte der Ortsverein zusammen mit anderen Bürgervereinens im Freibuger Westen auf eine Lösung hinter dem Lehener Bergle, wie sie heute ist. Und die 50 Jahre Zugehörigkeit zu Freiburg konnte dann auch wieder gefeiert werden.

Seit 1965 steht in Betzenhausen Gaskugel als Gas-Reservespeicher der Badenova für Freiburg und die Region. Heute sicher das Erkennungszeichen für Betzenhausen: der damalige Bürgerverein war wenig begeistert und protestierte (Landschaftsschutzgebiet).

Ansonsten waren Verkehrsprojekte auch immer wieder Thema ab den 1960-ger Jahren; zentral z.B. der Ausbau von Padua- und Sundgauallee. 1983 kam dann endlich auch die Staßenbahn nach Betzenhausen. Bis Anfang der 1980 Jahre war die Dietenbachstrasse eine Durchgangsstrasse mit sehr grossen Verkehrsaufkommen: dass sie gesperrt wurde, lag am Baufortschritt bei der Paduaallee, aber sicher auch an den Bemühungen des Bürgervereins.

Ausgangspunkt für ein erster großes gemeinsames Fest für den Doppelstadtteil Betzenhausen-Bischofslinde war die 1000-Jahrfeier von Alt-Betzenhausen im Jahr 1973. In den Folgejahren organisierte der Bürgerverein zusammen mit anderen Vereinen jährlich einen Hock, der immer über ein komplettes Wochenende ging: bis 2001 wurde auf dem Platz vor der St. Thomaskirche gefeiert (dem ältesten Bauwerk von Betzenhausen); bis 2011 dann auf dem Betzenhauser Torplatz.

Im Januar 1976 erschien das erste Bürgerblättle: vorher hatte der Bürgerverein teilweise Beiträge in den Lokalnachrichten Freiburg-West veröffentlicht. Es wurde eine Erfolgsgeschichte (siehe Details hier…), denn im Sommer 2018 erschien die 250-te Ausgabe des Stadtteil-Magazins (aktuell verteilt mit Auflage 7.500).

Im Januar 1987  lud der Bürgerverein zum ersten Neujahrsempfang, damals noch im Vereinsheim in den Tränkematten.

Wichtiges Thema in den 1970/80-ger Jahren waren darüber hinaus die Entwicklungen am Flückingersee bzw. dem heutigen Seepark, der mit der Landesgartenschau 1987 entstand (und dem ersten Seenachtsfest). Damals wurde auch das heutige Bürgerhaus gebaut: verbunden mit vielen Diskussionen zur Nutzung.

Die jüngste Vergangenheit

Der Bürgerverein (mit Dr. Thomas Hammerich als Vorsitzendem) kämpfte viele Jahre um ein Jugendzentrum in Betzenhausen-Bischofslinde, das wir heute als Chummy kennen.

Zur Aufwertung des Stadtteils wurde das Zentrenaktivierungskonzept (ZAK) erstellt mit den bisherigen Maßnahmen zur Neugestaltung des Platzes am Bischofskreuz und der Staßenbahnhaltestelle Sundgauallee/Betzenhauser Torplatz.

Und auch gefeiert wurde immer wieder: z.B. bei den jährlichen Neujahrsempfängen, aber vor allem auch das Jubiläum zum 100-ten Jahr der Zugehörigkeit zu Freiburg.

Amtszeit der bisherigen Vorsitzenden

Ab 1910  Ludwig Kiesel, Mühlenbesitzer
Ab 1919  Josef Raimund Müller, Hauptlehrer und Schulleiter
Ab 1929  Herr Kunzelmann, Bahninspektor
Ab 1933  Otto Ritt, Bäckermeister

1936 Auflösung des Lokalvereins
1952 Wiedergründung mit Otto Ritt

Ab 1952  Karl Unmüßig, Zimmermeister, Unternehmer
Ab 1967  Walter Kiefer, Stadtrat und ÖTV- Vorsitzender
Ab 1975  Willy Kapp, Installateurmeister
Ab 1987  Rolf Abendschein, Architekt, Projektleiter
Ab 2005 Dr. Thomas Hammerich, Hals-,Nasen-Ohrenarzt
Ab 2011 Nicolai Bischler
Ab 2018 Rolf Baiker
Ab 2019 Beate Diezemann