Die Gaskugel hat ausgediehnt

Im Juli 2019 wird die Gaskugel – ein Erkennungszeichen von Betzenhausen – außer Betrieb genommen: nach 54 Jahren Betrieb als Reservespeicher für Freiburg und die Region.

Die Gaskugel wurde 1965 errichtet. Ihre Bedeutung ging aber im Laufe der Jahre immer weiter zurück, da Erdgasnetze heute überregional miteinander verbunden sind und darüber Spitzen abgefangen werden. Bei Bedarf erfolgt Zugriff auf Gasreserven in grossen, unterirdischen Lagern. Letztendlich war ein wirtschaftlicher Betrieb laut Badenova Tochter bnNETZE nicht mehr gegeben.

Gas ist also zukünftig dort nicht mehr gespeichert. Die Gasdruck-Regel- und Messanlage im Gebäude neben der Kugel bleibt aber erhalten und wird in diesem Zuge erneuert (ab 2020).

Laut Perspektivplan liegt die Gaskugel in einer Entwicklungsfläche J, die nur für Sport, Gärtnern und Naherholung vorgesehen ist. Im Umfeld gibt es Schrebergärten und die letzten Streuobstwiesen von Betzenhausen.

Was mit dem Bauwerk selbst passiert, ist laut Badenova noch offen. Es gibt sicher gute Argumente, die für die Erhaltung der Gaskugel als Industriedenkmal sprechen, und auch als Wahrzeichen von Betzenhausen bzw. des gesamten Freiburger Westens.

Zitat Joachim Röderer (BZ): „Wenn man nach Urlaubsreisen und langer Rückfahrt heimkehrt, ist man gefühlt erst dann wirklich wieder zurück in Freiburg, wenn man die Gaskugel passiert hat.“

Siehe Pressemitteilung Badenova  bzw. Hinweise hier bei den Regiotrends. Der ausführlicher Bericht in der Badischen Zeitung erschien am 28. Juni 2019.

Siehe auch Hintergründe zum Bau von Nico Bischler in „100 Jahre Betzenhausen bei Freiburg 1908 – 2008, herausgegeben 2008“ ( https://www.kuge-freiburg.de/gaskugel-betzenhausen/ )