Straßenbahn Dietenbach

AFB und die Stadtbahn-Ringverbindung

Quelle: K9 Architekten

Hintergründe

Der neue Stadtteil Dietenbach soll nach bisherigen Planungen über eine Verlängerung der „Rieselfeldlinie“ an das Stadtbahnnetz der VAG angebunden werden, wobei die Strecke in einer Wendeschleife endet. Schon mehrfach in den vergangenen Jahren wurde bemängelt, dass dies längerfristig gedacht eine wirkliche Sackgasse darstellt. Als echte Alternative steht eine Weiterführung der Rieselfeldlinie über die Dreisam im Raum, die eine Verbindung in Richtung  Lehen/Betzenhausen/Landwasser öffnet: es wäre ein Anschluss an die bisherige Strassenbahnhaltestelle “Paduaallee”. Diese Alternative wird allgemein als “Ringschluss” bezeichnet. Der Korridor für die Strecke in Richtung Zubringer/Dreisam wird auch in den heutigen Planungen für Dietenbach und Lehen/Zinklern schon als sog. “Vorhaltetrasse” berücksichtigt (dies war insbesondere ein Wunsch der Grünen). OB Horn bezeichnete schon 2018 in seinem Wahlkampf den Ringschluss als „eine historische Chance“.

Aus aktuellem Anlass hat nun die Arbeitsgemeinschaft Freiburger Bürgervereine (AFB) das Thema erneut aufgegriffen und einen Arbeitskreis dafür gebildet. Dort hat sich auch Hans Bogel eingebracht, der über viele Jahre bei der VAG als Prokurist für Fragen der Infrastruktur zuständig war. Ergebnis: der bisher geplante Anschluss des neuen Stadtteils als Verlängerung der Rieselfeldlinie bietet keine sinnvolle Perspektive; weder für die zukünftigen Bewohner (Fahrgäste), noch für das Stadtbahnnetz der VAG. Vielmehr sollte die Anbindung des neuen Stadtteils Dietenbach der Anlass für eine generelle Zukunftsplanung des Freiburger Stadtbahnnetzes sein und dazu sollte von Beginn an der Ringschluss gehören.

Die zentralen Aussagen im zugehörigen Positionspapier:

  1. Die Stadtbahnringverbindung vom Rieselfeld über Dietenbach nach Lehen zur Paduaallee erlaubt eine echte Zukunftsperpektive, denn diese Trasse kann mittelfristig weiter entwickelt werden in Richtung Norden, mit Zielen wie SC Stadion, Messe und Industriegebiet Nord. Sinnvoll ist in diesem Zuge der Gedanke an einen zweite Abstellanlage der VAG.
  2. Diese Verbindung sollte nicht irgendwann gebaut werden, sondern direkt zusammen mit dem neuen Stadtteil Dietenbach, was am Ende günstiger wäre, als Umsetzung in den heute angedachten Teilschritten.

Der Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde unterstützt diesen Vorschlag, da er wirkliche Perspektiven für die Zukunft bietet (nicht zu vergessen, auch in die umgekehrte Richtung Haid, St. Georgen und Vauban).

Der AFB hat sein Positionspapier den Beteiligten der Stadtverwaltung und VAG, sowie den Franktionen im Gemeinderat zur Verfügung gestellt. Letztere haben inzwischen Interesse an einer Prüfung zum Ausdruck gebracht (Stand 20. Mai 2020, siehe auch Presse-Berichte weiter unten).

Wichtig: für den AFB steht das Positionspapier keinesfalls im Wettbewerb mit anderen Ausbau-Maßnahmen, welche die Stadt Freiburg bzw. die VAG zur Erweiterung des Straßenbahnnetzes in den kommenden Jahren geplant hat (siehe auch Presse Hinweise weiter unten); es ist vielmehr die ideale Ergänzung. Im Folgenden wollen wir die nach unserer Ansicht wichtigsten (und teilweise auch neuen, oder zu wenig beachteten) Argumente nennen.


Die Perspektive (Vision)

Heute sind im Grunde alle Straßenbahn-Verbindungen sternförmig auf die Innenstadt ausgerichtet; die drohenden oder schon vorhandenen Überlastungen sind bekannt. Spätestens mit Dietenbach hat Freiburg eine Größe, bei der eine Ringlinie sinnvoll wird. Zusätzlich sollten Stadtbahnlinien ja auch ein verbindendes Element zwischen Stadtteilen untereinander sein.

Ab Paduaallee kann es mittelfristig zur Elsässer Straße gehen mit Anschluss in der Berliner Allee zur Stadtbahn Messe und danach auch in Richtung Industriegebiet Nord. Langfristig ist Ausbau bis Endhaltestelle Zähringen (Gundelfingen) denkbar. Für die Stadtbahn Messe besteht ohnehin schon die Option in Richtung Möbelhäuser und Gewerbegebiet Hochdorf. Verkehrstechnisch ergäbe sich auch eine gute Erschließung für das neue Stadions (zwei Linien aus unterschiedlichen Richtungen).

Die VAG hat heute nur einen Betriebshof und dessen Kapazitätsgrenzen dürfte bald erreicht sein. Wehe wenn die Zufahrt mal blockiert ist. Vorschlag wäre neue Betriebsanlage Industriegebiet Nord.

Warum gleichzeitig mit Dietenbach umsetzen?

Vermeindung von Kosten

Zu nennen sind erst mal Kosten, die nicht auftreten oder geringer sind, wenn der Ringschluss ohne Übergangslösung erfolgt. Beispiele:

  • Was heute in Dietenbach als Abzweig und Wendeplatz geplant ist, wird später mit hoher Sicherheit ein totes Gleis werden. Auch der Bau einer Wendeschleife könnte komplett entfallen. Beides sind (längerfristig gedacht) also schlicht Fehlinvestitionen.
  • Bei Verzicht auf dieses Gleis, kann der zugehörige Bereich mit einem anderen Charakter und Nutzen gesplant werden. Also höhere Qualität für den Stadtteil.
  • Einen Bedarf für neue Bus-Anschlüsse (ein Argument für die jetzige Steckenführung mit Wendeschleife) sieht der AFB nicht: die bereits vorhandenen Busanschlüsse (Rieselfeld, Haid und Lehen) dürften auch für den neuen Stadtteil Dietenbach ausreichen.
  • In den aktuellen Plänen ist als Verbindung nach Lehen nur eine Fuß- und Fahrradbrücke über den Autobahnzubringer vorgesehen: danach geht es auf Umwegen weiter über die Dreisam (Brücke an der Gaskugel). Eigentlich wäre auch eine weitere Brücke über die Dreisam sinnvoll und ist ja auch im zweiten Schritt vorgesehen. Beide Brücken gleichzeitig und kombiniert mit StraBa wäre sicher günstiger als zeitversetzt.
  • Bautätigkeiten im freien Gelände sind immer einfacher auszuführen und damit kostengünstiger. Speziell für die erforderlichen Brücken ist viel Erdmaterial erforderlich und das ist im Zuge der Aufschüttung des gesamten Geländes ganz sicher kostengünstiger zu bekommen als später.
  • Neben der Brücke über den Zubringer ist ein Parkhaus mit großem unterirdischen Energiespeicher geplant. Ein Brückenbau an der Stelle würde zu einem späteren Zeitpunkt besondere Schutzmaßnahmen erfordern (also Zusatzkosten).

Verbesserung Finanzierung durch Novellierung des GVFG

Der sofortige Bau vermeidet Kosten; gleichzeitig steigen seit Anfang des Jahres die Aussichten, eine stärkere finanzielle Unterstützung vom Bund zu erhalten. Denn der Bundestag hat am 30.01.2020 für das Gemeindeverkehrsfinanzierungesetz (GFVG) und das Regionalisierungsgesetz umfangreiche Aufstockungen der Bundesmittel beschlossen für Infrastrukturprojekte und den Betrieb des ÖPNV. Einzelne Punkte:

  • Bundesmittel zur Förderung des Öffentlichen Personennahverkehrs (GFVG) im Jahr 2020 verdoppelt gegenüber vorher, für 2021 ist weitere Erhöhung vorgesehen.
  • Im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030 werden ab 2025 die Mittel 2 Milliarden Euro jährlich betragen.
  • Neben dem Fördersatz, mit dem der Bund sich beteiligt, steigt auch die Größenordnung der unterstützten Infrastrukturprojekte.

Für Details siehe z.B. Dokumentation beim Bundesamt für Verkehr und Infrastruktur BMVI . Es ist zu erwarten, dass für den Ringschluss einige dieser Änderungen anwendbar werden.


In der Presse

Die bisherigen Ausbaupläne zum Straba-Netz bis 2030 in Freiburg sind ausführlich auf auf Freiburg.de bzw. im Amtsblatt vom 22. Mai 2020.

Quelle “Zeitung am Sonntag”

Unter dem Titel “Ende der Wendeschleife” berichtete die “Zeitung am Sonntag” über das AFB Positionspapier (17. Mai 2020, Seite 2). Zuvor war es auch schon Thema in der Badischen Zeitung, siehe dort auch Kommentar “Ringschluss-Idee: Keine Angst vor Visionen” (beides 15. Mai 2020).

Eine erste Reaktion auf das AFB-Positionspapier beschreibt die BZ am 20. Mai 2020  unter “Ringschluss prüfen“: Freiburger Fraktionen wollen Tram-Verlängerung bis Lehen prüfen.

Als Ergänzung frühere Artikel der Badischen Zeitung zum Thema:

Bitte beachten: für die BZ Berichte gibt es evtl. Einschränkungen beim Online-Zugriff.

 

 

 

 

 

Taxistände in der Sundgauallee am Bischofskreuz

Macht das wirklich Sinn?

Im Nov. 2018 wurden an der Sundgauallee (Höhe Platz am Bischofskreuz, gegenüber der VAG Haltestelle) zwei reservierte Taxi-Parkplätze ausgezeichnet. Und das, obwohl auf dem Platz am Bischofskreuz doch häufig Parkplätze für Kurzzeit-Besucher fehlen. Der Bürgerverein fand die Idee des Garten- und Tiefbauamtes (GuT) von Anfang an nicht gut. Das waren wohl die Gedanken dahinter:

(1) den Platz am Bischofskreuz von Falschparkern / Fehlnutzern zu entlasten.

(2) Ein Wunsch der Taxi-Vereinigung, solche Anfahrplätze zu haben (nicht gedacht als Taxi-Dauerstandplätze, sondern zum Aussteigen von Gästen).

Im Laufe des vergangenen Jahres bestätigt sicher immer mehr: die beiden Plätze werden auch von Taxis kaum genutzt und sind dadurch eher eine Vergeudung öffentlicher Parkfläche. Anwohner berichten von einem Taxi je Monat, das kurzzeitig gesehen wird. Erfahrungsgemäß warten Taxen eher direkt auf dem Platz auf ihre Gäste.

Der Bürgerverein hat das GuT schon Mitte 2019 auf diese merkwürdige Situation hingewiesen und jetzt Anfang 2020 erneut. Verbunden mit der Bitte, das alles rückgängig zu machen. Dort hat man in Aussicht gestellt, die Situation zu überprüfen und will auch die Taxivereinigung um Stellungnahme bitten.

Wir bleiben dran…

Rückblick AK Verkehr auf 2019

hier einige Punke, die 2019 im AK-Verkehr ein Thema waren:

Verkehrsberuhigung im Max-Rieple-Weg / Ricarda-Huch-Str.: durch Aufstellen eines Pollers in der Kußmaulstr., sowie Einrichtung eines öffentlichen Parkplatzes. Die Beschaffung einer eigenen Geschwindigkeits-Messtafel wurde vom Vorstand bis auf weiteres wegen der hohen Aufwand und Kosten verworfen.

Radfahren in der Sundgauallee zwischen Dietenbachstr. und Paduaallee; nach Begehung mit dem GuT wurden Verbotsschilder angebracht sowie Fahrradsymbole auf dem Fußweg aufgebracht. Gleichzeitig wurde die Testphase „Fahrräder frei“ zwischen der Sundgauallee und der Angelius-Silesius-Str. auf dem Fußweg beendet und der Fußweg für Fahrräder gesperrt. Siehe Bericht hier.

Straßenführung Kreuzung Sundgauallee – Dietenbachstr. – Hofackerstr. wurde auf Wunsch AK-Verkehr durch das GuT geändert für Linksabbieger aus der Dientenbachstr. Haben jetzt eine eigene Spur – Geradeaus- und Rechtsabbieger nutzen eine gemeinsame Spur.

Auf Anregung des AK-Verkehr wurde die Tränkestr. im Bereich der Thomaskirche mit neuem Asphalt versehen.

Verkehrssituation Zehntsteinweg/Runzmattenweg
a) Ein Zebrastreifen über die Lehener Str. wurde wegen der Baustelle provisorisch eingerichtet. Ob später ein Zebrastreifen realisiert werden kann, ist noch offen.
b) Der Fußweg Zehntsteinweg – Berliner Allee (Westarkaden) wurde nach einigen Anläufen durch AK-Verkehr zwischenzeitlich sogar gepflastert und besser beleuchtet.

Parken vor dem NKD: der Platz gehört zum Gehweg und darf weder befahren noch beparkt werden. Bei der Umgestaltung des Betzenhauser Torplatzes werden dort wahrscheinlich dort Poller angebracht, um dies zu verhindern.

Fußgängerquerung für mobilitätseingeschränkte Personen am Betzenhauser Torplatz: nach vielen Gesprächen und Vorort Terminen wurde durch eine 0-Absenkung das Querungsproblem weitestgehend gelöst.

Taxistände am Bischofskreuz in der Sundgauallee à die Freiburger Taxivereinigung e.V. weist auf die Notwendigkeit eines zentralen Taxistandes im Stadtteil hin. Warum dieser dann quasi nicht genutzt wird, bleibt uns bis dato verborgen.

Signalgeregelter Überweg an der ESSO Tankstelle à geplant mit dem Umbau 2024/2025. Zwischenlösung ist wohl zu aufwendig, auch wegen der Signalisierung für die Straßenbahn.

Radweg-Verbreiterung an der Berliner Allee

Es begann mit einer Meldung der Badischen Zeitung am 18. Okt. 2019: zwischen Berliner Allee und dem Gelände der Sportfreunde Eintracht ist der Geh-/Radweg sehr schmal und soll entsprechend dem Konzept der Stadt Freiburg verbreitert werden. Aktuell ist der Weg kaum  1.5 Meter breit, Standard für einen Gehweg ist eigentlich 2.5 Meter. Und über diesen Weg ist auch noch Radverkehr geführt. Daher die Idee, den Weg  zu verbreitern.

Nachteil: auch wenn die Verbreiterung auf der Seite zum Sportgelände erfolgt und nicht zur Straße (also rechte Seite in unserem Bild), müssten Bäume gefällt werden. Es wären nach ersten Planungen 23 Bäume und zwar überwiegend auf dem bisherigen Sportgelände.

Parallel ist an der Stelle auch der Umbau einer Bushaltestelle vorgesehen, um Barrierefreiheit zu erreichen.

Unabhängig von den Details zur Umsetzung führte das Vorhaben zu vielen spontanen Protesten (z.B. über Leserbriefe). Dann am 18. Nov. 2019 die Meldung in der BZ, dass dieses Vorhaben aufgrund der Proteste gestoppt worden sei. Dies war aber wohl teilweise ein Missverständnis.

Inzwischen scheint klar: das Projekt zur Rad-/Gehweg-Erweiterung wurde aufgeschoben, aber eben nicht aufgehoben. Wie die Lösung für den Konflikt (Weg contra Bäume) letztendlich aussehen kann, ist in Diskussion. Andere Umbau-Maßnahmen an Rad-Wegen haben aber erst einmal höhere Priorität.

Defekte Strassenlampen

In den Wintermonaten fällt es besonders auf, wenn eine Strassenlampe ausgefallen ist: unter www.bnnetze.de/strassenlaterne-melden können Sie ausgefallene Lampen sehr einfach melden.
Dort sind alle Straßenleuchten Freiburgs auf einer Karte eingetragen.
Man kann in diesem Stadtplan einen Standort suchen und melden: das geht direkt an bnNETZE GmbH und eine Reparatur innerhalb einer Woche ist in Aussicht gestellt.
Staßenleuchten, die schon jemand anderes gemeldet hat, sind leicht zu erkennen.
Nebenbei:
der hinterlegte Stadtplan mit allen Straßenleuchten liefert auch mal eine ganz andere Sicht auf die Stadt bzw. den Stadtteil. Wie im Ausschnitt hier.
Wer den traditionellen Weg bevorzugt: ein Anruf geht natürlich auch (0800-276 77 67) und ist kostenlos.

 

Betzenhauser Torplatz und die barrierefreie Querung

Haltestelle Betzenhauser Torplatz: barrierefreie Querung wird zum „Freiburger Modell“

Nach den Umbaumaßnahmen zur Haltestelle am Betzenhauser Torplatz (2016) gab es sehr bald Kritik: die Querung der Bahngleise war für Menschen mit Handicap zum Problem geworden. Insbesondere für Rollstuhlfahrer war der Bordanschlag zum Bahngleis nur sehr schwer zu überwinden und damit eine neue Gefahrenstelle. Schon bei Eröffung der neu gestaltetenen Haltestelle am 7.11.2016 hatte Nico Bischler als Vorsitzender des Bürgervereins darauf hingewiesen: “Da sich in direkter Nähe zur Haltestelle die Ernst-Winterer Wohnanlage des Rings für Körperbehinderte haben, in der viele Menschen mit Rollstuhl oder Rollatoren leben, sehen wir als Bürgerverein hier Handlungsbedarf!“ (siehe Bericht zur Eröffnung hier).

Im Bürgerblättle und auch der Badischen Zeitung wurde mehrfach über die Probleme berichtet  (siehe z.B. BZ 27.10.2016). Kritikpunkte u.a.: ein durchgehend 3cm hohe Bordsteinanschlag bedeutet Personen mit Mobilitätseingeschränkungen Aufwand und zusätzliche Gefahren (Drehen im Gleisbett um rückwärts mit dem Rollstuhl über den Bordstein zu kommen). An der Strasse gab es von Anfang an eine 0-Absenkung, warum im Gleisbereich nicht? Zur Komplexität des Themas siehe auch Antwort auf eine Anfrage bei der Stadt Freiburg im Jahr 2017.

Nach vielen Abstimmungen mit der VAG (beteiligt waren u.a. Vertreter der Behindertenverbände und der Bürgerverein) und auch rechtlicher Klärung durch die VAG, wurde 2018 ein Modell-Versuch gestartet, der eine Null-Absenkung an einem Teil des Übergangs möglich machte: ein Teil des Bordsteins zum Gleisbett wurde abgesenkt.

Dieser Modellversuch der VAG mit einer getrennten Querungsstelle über die Gleise wurde im September 2019 nach einem einjährigen Probelauf zusammen mit der Behindertenbeauftragten der Stadt Freiburg und Vertretern der Behindertenverbände ausgewertet. Die Ergebnisse waren so positiv, dass die VAG diese Lösung der getrennten Querungsstelle als Standard für künftige Neu- und Umbauprojekte vorsehen wird. Und sie hat auch schon einen Namen: „Getrennte FG-Querung 0/3 cm – Freiburger Modell“.

Technisch besteht die Lösung aus dem Nebeneinander eines 3 cm hohen Bordanschlags für Blinde und Sehbehinderte und einer punktuellen 1 m breiten 0-Absenkung, gesichert mit einem Sperrfeld gemäß DIN 18040-3, für Nutzer radgebundener Hilfsmittel. Dazwischen befindet sich ein Abstand von mindestens 60 cm. Voraussetzung ist eine 4 m breite Gleis-Querungsstelle.

Haltestellen mit bedeutender Funktion können entsprechend nachgerüstet werden. VAG Vorstand Stephan Bartosch stellt fest: „Nach intensivem Austausch mit Geh- und mit Sehbehindertenverbänden haben wir diese Lösung rund ein Jahr lang an der Haltestelle ‚Betzenhauser Torplatz‘ getestet. Mit den Ergebnissen dieses neuen ‚Freiburger Modells‘ sind alle Beteiligten rundum zufrieden. Wir werden das künftig immer so bauen.“

Die versetzte Anordnung der 0-Absenkung am Betzenhauser Torplatz ist der nachträglichen Abschleifung von 3 cm auf 0 cm geschuldet und somit wahrscheinlich eine Ausnahme.


Bei der Gelegenheit und unabhängig vom Thema hier: auf der Homepage der VAG  gibt es ganz allgemein zum Thema “barrierefrei unterwegs” praktische Informationen und Broschüren.

Das Südbaden Pendlernetz des ADAC

Autoverkehr zu vermeiden ist ein Ziel, dem jeder zustimmen wird. Insofern freuen wir uns über eine Initiative des ADAC unter der Bezeichnuung “Südbaden Pendlernetz” als Beitrag Förderung von umweltbewusster Mobilität. Ziel ist es, die Bildung von Fahrgemeinschaften zu fördern – ohne Vermittlungsprovision!

Hintergrund: Faktor 1,18 ist die durchschnittliche Belegung eines Privat-Pkws im täglichen Berufspendelverkehr. Die Folge spürt jeder am eigenen Leib beim Weg zur Arbeit: Staus, lange Wartezeiten und somit jede Menge Stress. Auch in Freiburg, der gesamten Region und sogar im Dreiländereck zur Schweiz und nach Frankreich nimmt der tägliche Verkehrsfluss immer mehr zu.

Mit der Initiative Südbaden Pendlernetz” möchte der ADAC Südbaden Berufspendlern, die nahezu die gleichen Wege zu Arbeit fahren, unkompliziert die Bildung von Fahrgemeinschaften ermöglichen. „Schließlich machen regelmäßige Fahrten mit kurzer oder mittlerer Wegstrecke etwa 80 Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens aus. Dabei sitzt meistens nur eine Person im Auto, die restlichen Plätze bleiben frei. Genau diese wollen wir künftig auch besetzen!“ (Kilian Mandel, Geschäftsführer des ADAC Südbaden).

Die Nutzung des Pendlernetzes ist sowohl für den Anbieter als auch den Mitfahrer uneingeschränkt offen und ohne jegliche Vermittlungsprovision und auch ohne Mitgliedschaft in einem Automobilclub. Den Mitfahrpreis handeln Fahrer und Mitfahrer ganz einfach untereinander aus, oder wechseln sich turnusmäßig ab, wer am Steuer seines Wagens sitzt.


Hier ein paar praktische Hinweise des ADAC an alle, die mitmachen wollen:

Wie finde ich ein passendes Angebot?

Hier der Link  www.suedbaden.pendlernetz.de zum Mitmachen: Geben Sie die gewünschte Strecke und das Datum ein und wählen Sie unter den angezeigten Angeboten aus. Kontaktieren Sie den Fahrer per Mail, Nachricht oder Anruf und vereinbaren Sie den Treffpunkt. Ohne Registrierung.

Wie kann ich eine Fahrt anbieten?

Als Anbieter einer Fahrt müssen Sie sich auf dem Pendlernetz einmalig registrieren. Dann können Sie Ihr Angebot einstellen, ob einmalig oder regelmäßig, Fahrpreis, Frauenfahrt oder auch Umkreis. Besprechen Sie den Ablauf der Fahrt mit den Mitfahrern, die Sie kontaktieren.

Was kostet eine Fahrt?

Der ADAC empfiehlt zwischen 5 und 7 Euro pro 100 km und Person auf langen Strecken. Die Strecke Freiburg – Stuttgart mit 200 km wäre somit ab 10 € verfügbar. Auf kurzen Pendlerstrecken sollte sich der Fahrpreis an den Kosten für den öffentlichen Nahverkehr orientieren. Oftmals finden sich hier auch Fahrgemeinschaften zusammen, die die Strecke im täglichen Fahrerwechsel bestreiten und somit gar kein Zahlungsverkehr entsteht.

Wie bin ich denn versichert?

Alle Fahrzeuginsassen sind grundsätzlich im Rahmen der gesetzlichen Pflichtversicherung des PKW-Halters abgesichert. Eine zusätzliche Insassenversicherung ist nicht notwendig

Wie sieht das steuerlich aus?

Sofern sich Fahrgemeinschaften auf den täglichen Wegen zur Arbeit zusammen finden, können alle Teilnehmer die vollen Aufwände für die Fahrtkosten steuerlich geltend machen


Betreiber des Pendlernetz Südbaden ist die “fahrgemeinschaft.de GmbH”, gemeinsam mit dem ADAC in Deutschland der führende Anbieter von Pendlerangeboten auf Strecken unter 100 km.

Bei der Gelegenheit fragt man sich automatisch, wohin denn Freiburger oder andere pendeln: dafür im folgenden Link bitte einfach Ort eingeben für Suche nach Ort

Hier einige spannende Grafiken des SWR (teilweise interaktiv), um die Pendlerströme anschaulich werden zu lassen:  So pendelt man im Südwesten

Zusammengefasst: jeden Tag brechen über 26.000 Freibrger Pendlerinnen und Pendler zur Arbeit auf (davon mehr als 2.500 in die Schweiz). Etwa ein Drittel der Arbeitnehmer aus Freiburg arbeitet woanders: der Auspendler-Anteil ist damit eher unterdurchschnittlich im Vergleich zu anderen Gemeinden in Baden-Württemberg.

Leider steigt die Zahl der Pendler in den letzen Jahren kontinuierlich um ca. 3 bis 4 Prozent im Jahr, was in erster Linie einfach dadurch begründet ist, dass neue Jobs entstanden sind.


Ein aktueller Bericht zum Thema war auch kürzlich in der Badischen Zeitung zu finden, siehe hier “Zahl der Pendler nimmt zu“.

Radfahren an der Sundgauallee

Bürgersteig zwischen Dietenbachstraße und Paduaallee

Der Bürgersteig entlang der Sundgauallee zwischen Dietenbachstraße (Kiosk) und Paduaallee an der Südseite der Sundgauallee ist sehr schmal und schon deshalb nur als Fußweg vorgesehen. Trotzdem wird er häufig auch von Radfahrern genutzt. Mit der Folge von teilweise schon gefährlichen Begegnungen.

Aus diesem Grunde hatten wir im Februar eine Begehung mit Vertretern des GuT. Als Ergebnis wird ein Verbotsschild für Radfahrer aus Richtung Dietenbachstr. montiert. Von der Paduaallee kommend werden Fahrradsymbole angebracht, um Radfahrer auf die Strasse (Sundgauallee) zu leiten.

Probelauf für Radfahren im Abschnitt Angelius-Silesius-Str. und Dietenbachstr.

Mit Fertigstellung der neuen Haltestelle Betzenhauser Torplatz und zugehöriger Umgestaltung der Sundgauallee (ZAK) im Nov. 2016 wurde für Radfahrer eine eigene Spur direkt auf der Strasse eingerichtet. Da sich auf der Südseite der Sundgauallee viele Geschäfte für den täglichen Bedarf befinden, gab es den Wunsch, zusätzlich auch das Radfahren auch auf dem neuen Gehweg zuzulassen (insbesondere für die Gegenrichtung zum Autoverkehr). Deshalb wurde ein einjähriger Probelauf vereinbart mit der Beschilderung „Fußgänger“ und Zusatz „Radfahrer frei“. Wir hatten auf vorsichtiges Verhalten der Radfahrer und Toleranz bei Fußgängern gehofft.

Aber es gab immer wieder Beschwerden und “Zusammenstöße”. Wir haben deshalb jetzt die Stadt gebeten, den Probelauf zu beenden und den Hinweis „Radfahrer frei“ abzunehmen. Bei der Jahreshauptversammlung im März 2019 wurde die Änderung schon vorgetragen und von vielen Mitgliedern begrüßt. Das Verbot gilt in beiden Richtungen, wobei Radfahrer aus Richtung Dietenbachstrasse ja ohnehin die vorgesehenen Trasse neben dem Autoverkehr nutzen sollten.

Auf dem Bürgersteig selbst gilt also jetzt: Absteigen und das Rad ggf. ein paar Meter schieben.

Rückblick AK Verkehr auf 2018

Auch im vergangnen Jahr konnte wir wieder einige Ziele erreichen zur Verbesserung der Verkehrssituation hier im Stadtteil. Hier einige Stichpunkte:

  • Beleuchtung zwischen Stockmattenweg und Max-Rieple-Weg bereits 2018 realisiert
  • Verbesserung des Straßenbelags an der Thomaskirche
  • Geänderte Straßenführung Ecke Dietenbachstr./Sundgauallee
  • Fußgängerzone am Bischofskreuz
  • Null-Absenkung am Strassenbahnübergang Betzenhauser Torplatz / Sundgauallee
  • Verkehrsinitiative Zehntsteinstr./Runzmattenweg
  • Markierung vor Kita Sprungbrett wurde erneuert
  • Unterführung Telekom – Beleuchtung verbessert / Heckenschnitt/ Klinkerbelag befestigt
  • Weg vom Zehntsteinweg 10 zu Westarkaden verbessert

Die Beleuchtung auf Fußwegen war immer wieder Thema zur Verbesserung der Sicherheit im Stadtteil. Deshalb hier auch der Hinweis, dass jetzt der komplette Rad- und Fußweg entlang der Besançon- und Paduaallee nun durchgehend beleuchtet ist; insbesondere auch die von Radfahrenden häufig genutzte Strecke zwischen Betzenhausen, Weingarten und Rieselfeld. Ca. 1500 Meter Kabel wurde dafür verlegt und 40 Beleuchtungsmasten installiert. Hier die zugehörige Pressemitteilung der Stadt.

Themen die weiter in Arbeit sind:

  • Zebrastreifen Lehenerstr. zu Westarkaden (auf Basis einer Verkehrszählung im letzten Sommer gab es inzwischen Verkehrsschau zusammen mit dem GuT)
  • Bauvorhaben Kleineschholz und mögliche Auswirkungen auf Betzenhausen-Bischofslinde / andere westliche Stadtteile durch einen veränderten Verlauf der Sundgauallee.
  • Radfahren auf dem Bürgersteig an der Sundgauallee auf Höhe Betzenhauser Torplatz
  • Aktionen nach der Begehung der „Angsträume“

Rückblick AK Verkehr auf 2017

Im zurückliegenden Jahr 2017 hat sich der Arbeitskreis Verkehr wieder mit verschiedenen verkehrstechnischen Fragestellungen und Aufgaben im Stadtteil befasst.
Immer wieder geht es dabei auch um kleinere Anliegen, die von der Bürgerschaft an uns herangetragen werden und um die wir uns kümmern. Beispiele:

  • Die Parksituation am Bischofskreuz bzw. das Parken und Durchfahren der Fußgängerzone
  • Das „Falschparken“ am Betzenhauser Torplatz vor dem NKD
  • Parksituation Aschenbrennerstr. und Max-Rieple-Weg
  • Unebenheiten in Gehwegen, uvm.

Wir bemühen uns bei diesen Themen Gehör seitens der zuständigen Behörden zu erlangen, aber das gelingt uns nicht immer. „Unseren Stadtteil sicherer werden lassen“, das ist ein Thema, an dem wir immer wieder arbeiten. Im Folgenden zwei Beispiele.

Beleuchtung Unterführungen

Bereits im Jahr 2016 hat der AK Verkehr versucht, die Beleuchtung in verschiedenen Unterführungen zu verbessern, die sich in unserem Stadtteil befinden. Dies ist auch an verschiedenen Stellen gelungen. Ein Wunsch blieb – aus Kostengründen – zunächst offen: es ging um Beleuchtungskörper von der Fischermatte bis zum Gescheidsteg nach Lehen. Die Beleuchtung ist aber wichtig, denn diese Strecke wird gerne von Radfahrern genutzt, die vom Radfahrschnellweg FR1 bzw. aus dem Dietenbachpark in Richtung Industriegebiet Nord unterwegs sind.

Aus bekannten Ursachen wurde im Laufe des Jahres 2017 das Sicherheitsgefühl der Freiburger Bevölkerung ganz allgemein schlechter. Als Folge wurde ein zusätzliches Budget für Sicherheitsmaßnahmen durch den Gemeinderat genehmigt. Auf Basis einer Prioritätenliste ist inzwischen der von uns geäußerte Wunsch Realität geworden: die Strecke von der Fischermatte (ab Sonnland) ist nun bis zum Gescheidsteg durchgehend beleuchtet. Dank an die Stadtverwaltung.

Laufbus

Über den Laufbus (Walking Bus) haben  wir ausführlich im Bürgerblättle 248 (Febr./März 2018) berichtet. Im Grunde geht es darum, dass Kinder gemeinsam (damit auch sicherer) zur Schule gehen können. Die Einführung hat für Eltern und Kinder Vorteile:

  • Täglicher Hol- und Bringdienst entfällt -> weniger Verkehr
  • Umwelt wird geschont
  • Weniger Autos vor der Schule macht die Umgebung für die Kinder sicherer
  • Selbständigkeit der Kinder wird gestärkt
  • Kinder sind wacher und aufmerksamer in der Schule
  • Der Orientierungssinn wird geschärft

Der Walking Bus wurde erstmals 1992 in Australien eingeführt, 1998 in England und seit einigen Jahren gibt es auch in Deutschland Städte, in denen der Laufbus „rollt“. In Freiburg ging im September 2015 im Stühlinger an der Hebelschule der Laufbus auf Fahrt.
Im April 2017 hat der AK-Verkehr die Anne-Frank-Schule (AFS) auf das Thema angesprochen: Schulleitung und Elternbeirat fanden das Vorhaben so gut, dass unter Leitung von Frau Nicole Schirmer ein Arbeitskreis ins Leben gerufen wurde. Inzwischen sind Strecken und Ziele benannt: Der Laufbus wird in beide Richtungen rollen, morgens zur Schule, nachmittags nach Hause.

Der Bus „fährt“ an festgelegten Haltestellen pünktlich los, man kann aber unterwegs jederzeit zusteigen. In der Einführungsphase werden freiwillige Eltern den Laufbus begleiten. Ziel ist die selbständige „Fahrt“, beaufsichtigt durch die älteren Schüler. Für die AFS wird es 5 Haltestellen geben, erkennbar an einem Haltestellenschild: Deren Aufstellung ist nicht einfach, da sie nicht im öffentlichen Raum angebracht werden dürfen. Glücklicherweise haben sich einige Baugenossenschaften hierfür bereit erklärt.

Wir wünschen der AFS viel Erfolg bei der weiteren Implementierung.