Betzenhauser Torplatz und die barrierefreie Querung

Haltestelle Betzenhauser Torplatz: barrierefreie Querung wird zum „Freiburger Modell“

Nach den Umbaumaßnahmen zur Haltestelle am Betzenhauser Torplatz (2016) gab es sehr bald Kritik: die Querung der Bahngleise war für Menschen mit Handicap zum Problem geworden. Insbesondere für Rollstuhlfahrer war der Bordanschlag zum Bahngleis nur sehr schwer zu überwinden und damit eine neue Gefahrenstelle. Schon bei Eröffung der neu gestaltetenen Haltestelle am 7.11.2016 hatte Nico Bischler als Vorsitzender des Bürgervereins darauf hingewiesen: „Da sich in direkter Nähe zur Haltestelle die Ernst-Winterer Wohnanlage des Rings für Körperbehinderte haben, in der viele Menschen mit Rollstuhl oder Rollatoren leben, sehen wir als Bürgerverein hier Handlungsbedarf!“ (siehe Bericht zur Eröffnung hier).

Im Bürgerblättle und auch der Badischen Zeitung wurde mehrfach über die Probleme berichtet  (siehe z.B. BZ 27.10.2016). Kritikpunkte u.a.: ein durchgehend 3cm hohe Bordsteinanschlag bedeutet Personen mit Mobilitätseingeschränkungen Aufwand und zusätzliche Gefahren (Drehen im Gleisbett um rückwärts mit dem Rollstuhl über den Bordstein zu kommen). An der Strasse gab es von Anfang an eine 0-Absenkung, warum im Gleisbereich nicht? Zur Komplexität des Themas siehe auch Antwort auf eine Anfrage bei der Stadt Freiburg im Jahr 2017.

Nach vielen Abstimmungen mit der VAG (beteiligt waren u.a. Vertreter der Behindertenverbände und der Bürgerverein) und auch rechtlicher Klärung durch die VAG, wurde 2018 ein Modell-Versuch gestartet, der eine Null-Absenkung an einem Teil des Übergangs möglich machte: ein Teil des Bordsteins zum Gleisbett wurde abgesenkt.

Dieser Modellversuch der VAG mit einer getrennten Querungsstelle über die Gleise wurde im September 2019 nach einem einjährigen Probelauf zusammen mit der Behindertenbeauftragten der Stadt Freiburg und Vertretern der Behindertenverbände ausgewertet. Die Ergebnisse waren so positiv, dass die VAG diese Lösung der getrennten Querungsstelle als Standard für künftige Neu- und Umbauprojekte vorsehen wird. Und sie hat auch schon einen Namen: „Getrennte FG-Querung 0/3 cm – Freiburger Modell“.

Technisch besteht die Lösung aus dem Nebeneinander eines 3 cm hohen Bordanschlags für Blinde und Sehbehinderte und einer punktuellen 1 m breiten 0-Absenkung, gesichert mit einem Sperrfeld gemäß DIN 18040-3, für Nutzer radgebundener Hilfsmittel. Dazwischen befindet sich ein Abstand von mindestens 60 cm. Voraussetzung ist eine 4 m breite Gleis-Querungsstelle.

Haltestellen mit bedeutender Funktion können entsprechend nachgerüstet werden. VAG Vorstand Stephan Bartosch stellt fest: „Nach intensivem Austausch mit Geh- und mit Sehbehindertenverbänden haben wir diese Lösung rund ein Jahr lang an der Haltestelle ‚Betzenhauser Torplatz‘ getestet. Mit den Ergebnissen dieses neuen ‚Freiburger Modells‘ sind alle Beteiligten rundum zufrieden. Wir werden das künftig immer so bauen.“

Die versetzte Anordnung der 0-Absenkung am Betzenhauser Torplatz ist der nachträglichen Abschleifung von 3 cm auf 0 cm geschuldet und somit wahrscheinlich eine Ausnahme.


Bei der Gelegenheit und unabhängig vom Thema hier: auf der Homepage der VAG  gibt es ganz allgemein zum Thema „barrierefrei unterwegs“ praktische Informationen und Broschüren.

Das Südbaden Pendlernetz des ADAC

Autoverkehr zu vermeiden ist ein Ziel, dem jeder zustimmen wird. Insofern freuen wir uns über eine Initiative des ADAC unter der Bezeichnuung „Südbaden Pendlernetz“ als Beitrag Förderung von umweltbewusster Mobilität. Ziel ist es, die Bildung von Fahrgemeinschaften zu fördern – ohne Vermittlungsprovision!

Hintergrund: Faktor 1,18 ist die durchschnittliche Belegung eines Privat-Pkws im täglichen Berufspendelverkehr. Die Folge spürt jeder am eigenen Leib beim Weg zur Arbeit: Staus, lange Wartezeiten und somit jede Menge Stress. Auch in Freiburg, der gesamten Region und sogar im Dreiländereck zur Schweiz und nach Frankreich nimmt der tägliche Verkehrsfluss immer mehr zu.

Mit der Initiative Südbaden Pendlernetz“ möchte der ADAC Südbaden Berufspendlern, die nahezu die gleichen Wege zu Arbeit fahren, unkompliziert die Bildung von Fahrgemeinschaften ermöglichen. „Schließlich machen regelmäßige Fahrten mit kurzer oder mittlerer Wegstrecke etwa 80 Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens aus. Dabei sitzt meistens nur eine Person im Auto, die restlichen Plätze bleiben frei. Genau diese wollen wir künftig auch besetzen!“ (Kilian Mandel, Geschäftsführer des ADAC Südbaden).

Die Nutzung des Pendlernetzes ist sowohl für den Anbieter als auch den Mitfahrer uneingeschränkt offen und ohne jegliche Vermittlungsprovision und auch ohne Mitgliedschaft in einem Automobilclub. Den Mitfahrpreis handeln Fahrer und Mitfahrer ganz einfach untereinander aus, oder wechseln sich turnusmäßig ab, wer am Steuer seines Wagens sitzt.


Hier ein paar praktische Hinweise des ADAC an alle, die mitmachen wollen:

Wie finde ich ein passendes Angebot?

Hier der Link  www.suedbaden.pendlernetz.de zum Mitmachen: Geben Sie die gewünschte Strecke und das Datum ein und wählen Sie unter den angezeigten Angeboten aus. Kontaktieren Sie den Fahrer per Mail, Nachricht oder Anruf und vereinbaren Sie den Treffpunkt. Ohne Registrierung.

Wie kann ich eine Fahrt anbieten?

Als Anbieter einer Fahrt müssen Sie sich auf dem Pendlernetz einmalig registrieren. Dann können Sie Ihr Angebot einstellen, ob einmalig oder regelmäßig, Fahrpreis, Frauenfahrt oder auch Umkreis. Besprechen Sie den Ablauf der Fahrt mit den Mitfahrern, die Sie kontaktieren.

Was kostet eine Fahrt?

Der ADAC empfiehlt zwischen 5 und 7 Euro pro 100 km und Person auf langen Strecken. Die Strecke Freiburg – Stuttgart mit 200 km wäre somit ab 10 € verfügbar. Auf kurzen Pendlerstrecken sollte sich der Fahrpreis an den Kosten für den öffentlichen Nahverkehr orientieren. Oftmals finden sich hier auch Fahrgemeinschaften zusammen, die die Strecke im täglichen Fahrerwechsel bestreiten und somit gar kein Zahlungsverkehr entsteht.

Wie bin ich denn versichert?

Alle Fahrzeuginsassen sind grundsätzlich im Rahmen der gesetzlichen Pflichtversicherung des PKW-Halters abgesichert. Eine zusätzliche Insassenversicherung ist nicht notwendig

Wie sieht das steuerlich aus?

Sofern sich Fahrgemeinschaften auf den täglichen Wegen zur Arbeit zusammen finden, können alle Teilnehmer die vollen Aufwände für die Fahrtkosten steuerlich geltend machen


Betreiber des Pendlernetz Südbaden ist die „fahrgemeinschaft.de GmbH“, gemeinsam mit dem ADAC in Deutschland der führende Anbieter von Pendlerangeboten auf Strecken unter 100 km.

Bei der Gelegenheit fragt man sich automatisch, wohin denn Freiburger oder andere pendeln: dafür im folgenden Link bitte einfach Ort eingeben für Suche nach Ort

Hier einige spannende Grafiken des SWR (teilweise interaktiv), um die Pendlerströme anschaulich werden zu lassen:  So pendelt man im Südwesten

Zusammengefasst: jeden Tag brechen über 26.000 Freibrger Pendlerinnen und Pendler zur Arbeit auf (davon mehr als 2.500 in die Schweiz). Etwa ein Drittel der Arbeitnehmer aus Freiburg arbeitet woanders: der Auspendler-Anteil ist damit eher unterdurchschnittlich im Vergleich zu anderen Gemeinden in Baden-Württemberg.

Leider steigt die Zahl der Pendler in den letzen Jahren kontinuierlich um ca. 3 bis 4 Prozent im Jahr, was in erster Linie einfach dadurch begründet ist, dass neue Jobs entstanden sind.


Ein aktueller Bericht zum Thema war auch kürzlich in der Badischen Zeitung zu finden, siehe hier „Zahl der Pendler nimmt zu„.

Radfahren an der Sundgauallee

Bürgersteig zwischen Dietenbachstraße und Paduaallee

Der Bürgersteig entlang der Sundgauallee zwischen Dietenbachstraße (Kiosk) und Paduaallee an der Südseite der Sundgauallee ist sehr schmal und schon deshalb nur als Fußweg vorgesehen. Trotzdem wird er häufig auch von Radfahrern genutzt. Mit der Folge von teilweise schon gefährlichen Begegnungen.

Aus diesem Grunde hatten wir im Februar eine Begehung mit Vertretern des GuT. Als Ergebnis wird ein Verbotsschild für Radfahrer aus Richtung Dietenbachstr. montiert. Von der Paduaallee kommend werden Fahrradsymbole angebracht, um Radfahrer auf die Strasse (Sundgauallee) zu leiten.

Probelauf für Radfahren im Abschnitt Angelius-Silesius-Str. und Dietenbachstr.

Mit Fertigstellung der neuen Haltestelle Betzenhauser Torplatz und zugehöriger Umgestaltung der Sundgauallee (ZAK) im Nov. 2016 wurde für Radfahrer eine eigene Spur direkt auf der Strasse eingerichtet. Da sich auf der Südseite der Sundgauallee viele Geschäfte für den täglichen Bedarf befinden, gab es den Wunsch, zusätzlich auch das Radfahren auch auf dem neuen Gehweg zuzulassen (insbesondere für die Gegenrichtung zum Autoverkehr). Deshalb wurde ein einjähriger Probelauf vereinbart mit der Beschilderung „Fußgänger“ und Zusatz „Radfahrer frei“. Wir hatten auf vorsichtiges Verhalten der Radfahrer und Toleranz bei Fußgängern gehofft.

Aber es gab immer wieder Beschwerden und „Zusammenstöße“. Wir haben deshalb jetzt die Stadt gebeten, den Probelauf zu beenden und den Hinweis „Radfahrer frei“ abzunehmen (wird in Kürze vom GuT umgesetzt). Bei der Jahreshauptversammlung im März wurde die Änderung schon vorgetragen und von vielen Mitgliedern begrüßt. Das Verbot gilt in beiden Richtungen, wobei Radfahrer aus Richtung Dietenbachstr. ja ohnehin die vorgesehenen Trasse neben dem Autoverkehr nutzen sollen. Auf dem Bürgersteig selbst gilt also jetzt: Absteigen und das Rad ggf. ein paar Meter schieben.

Rückblick AK Verkehr auf 2018

Auch im vergangnen Jahr konnte wir wieder einige Ziele erreichen zur Verbesserung der Verkehrssituation hier im Stadtteil. Hier einige Stichpunkte:

  • Beleuchtung zwischen Stockmattenweg und Max-Rieple-Weg bereits 2018 realisiert
  • Verbesserung des Straßenbelags an der Thomaskirche
  • Geänderte Straßenführung Ecke Dietenbachstr./Sundgauallee
  • Fußgängerzone am Bischofskreuz
  • Null-Absenkung am Strassenbahnübergang Betzenhauser Torplatz / Sundgauallee
  • Verkehrsinitiative Zehntsteinstr./Runzmattenweg
  • Markierung vor Kita Sprungbrett wurde erneuert
  • Unterführung Telekom – Beleuchtung verbessert / Heckenschnitt/ Klinkerbelag befestigt
  • Weg vom Zehntsteinweg 10 zu Westarkaden verbessert

Die Beleuchtung auf Fußwegen war immer wieder Thema zur Verbesserung der Sicherheit im Stadtteil. In diesem Zusammenhang wurde auch der komplette Rad- und Fußweg entlang der Besançon- und Paduaallee nun durchgehend beleuchtet; insbesondere auch die von Radfahrenden häufig genutzte Strecke zwischen Betzenhausen, Weingarten und Rieselfeld . Hier die zugehörige Pressemitteilung der Stadt.

Themen die weiter in Arbeit sind:

  • Zebrastreifen Lehenerstr. zu Westarkaden (auf Basis einer Verkehrszählung im letzten Sommer gab es inzwischen Verkehrsschau zusammen mit dem GuT)
  • Bauvorhaben Kleineschholz und mögliche Auswirkungen auf Betzenhausen-Bischofslinde / andere westliche Stadtteile durch einen veränderten Verlauf der Sundgauallee.
  • Radfahren auf dem Bürgersteig an der Sundgauallee auf Höhe Betzenhauser Torplatz
  • Aktionen nach der Begehung der „Angsträume“

Rückblick AK Verkehr auf 2017

Im zurückliegenden Jahr 2017 hat sich der Arbeitskreis Verkehr wieder mit verschiedenen verkehrstechnischen Fragestellungen und Aufgaben im Stadtteil befasst.
Immer wieder geht es dabei auch um kleinere Anliegen, die von der Bürgerschaft an uns herangetragen werden und um die wir uns kümmern. Beispiele:

  • Die Parksituation am Bischofskreuz bzw. das Parken und Durchfahren der Fußgängerzone
  • Das „Falschparken“ am Betzenhauser Torplatz vor dem NKD
  • Parksituation Aschenbrennerstr. und Max-Rieple-Weg
  • Unebenheiten in Gehwegen, uvm.

Wir bemühen uns bei diesen Themen Gehör seitens der zuständigen Behörden zu erlangen, aber das gelingt uns nicht immer. „Unseren Stadtteil sicherer werden lassen“, das ist ein Thema, an dem wir immer wieder arbeiten. Im Folgenden zwei Beispiele.

Beleuchtung Unterführungen

Bereits im Jahr 2016 hat der AK Verkehr versucht, die Beleuchtung in verschiedenen Unterführungen zu verbessern, die sich in unserem Stadtteil befinden. Dies ist auch an verschiedenen Stellen gelungen. Ein Wunsch blieb – aus Kostengründen – zunächst offen: es ging um Beleuchtungskörper von der Fischermatte bis zum Gescheidsteg nach Lehen. Die Beleuchtung ist aber wichtig, denn diese Strecke wird gerne von Radfahrern genutzt, die vom Radfahrschnellweg FR1 bzw. aus dem Dietenbachpark in Richtung Industriegebiet Nord unterwegs sind.

Aus bekannten Ursachen wurde im Laufe des Jahres 2017 das Sicherheitsgefühl der Freiburger Bevölkerung ganz allgemein schlechter. Als Folge wurde ein zusätzliches Budget für Sicherheitsmaßnahmen durch den Gemeinderat genehmigt. Auf Basis einer Prioritätenliste ist inzwischen der von uns geäußerte Wunsch Realität geworden: die Strecke von der Fischermatte (ab Sonnland) ist nun bis zum Gescheidsteg durchgehend beleuchtet. Dank an die Stadtverwaltung.

Laufbus

Über den Laufbus (Walking Bus) haben  wir ausführlich im Bürgerblättle 248 (Febr./März 2018) berichtet. Im Grunde geht es darum, dass Kinder gemeinsam (damit auch sicherer) zur Schule gehen können. Die Einführung hat für Eltern und Kinder Vorteile:

  • Täglicher Hol- und Bringdienst entfällt -> weniger Verkehr
  • Umwelt wird geschont
  • Weniger Autos vor der Schule macht die Umgebung für die Kinder sicherer
  • Selbständigkeit der Kinder wird gestärkt
  • Kinder sind wacher und aufmerksamer in der Schule
  • Der Orientierungssinn wird geschärft

Der Walking Bus wurde erstmals 1992 in Australien eingeführt, 1998 in England und seit einigen Jahren gibt es auch in Deutschland Städte, in denen der Laufbus „rollt“. In Freiburg ging im September 2015 im Stühlinger an der Hebelschule der Laufbus auf Fahrt.
Im April 2017 hat der AK-Verkehr die Anne-Frank-Schule (AFS) auf das Thema angesprochen: Schulleitung und Elternbeirat fanden das Vorhaben so gut, dass unter Leitung von Frau Nicole Schirmer ein Arbeitskreis ins Leben gerufen wurde. Inzwischen sind Strecken und Ziele benannt: Der Laufbus wird in beide Richtungen rollen, morgens zur Schule, nachmittags nach Hause.

Der Bus „fährt“ an festgelegten Haltestellen pünktlich los, man kann aber unterwegs jederzeit zusteigen. In der Einführungsphase werden freiwillige Eltern den Laufbus begleiten. Ziel ist die selbständige „Fahrt“, beaufsichtigt durch die älteren Schüler. Für die AFS wird es 5 Haltestellen geben, erkennbar an einem Haltestellenschild: Deren Aufstellung ist nicht einfach, da sie nicht im öffentlichen Raum angebracht werden dürfen. Glücklicherweise haben sich einige Baugenossenschaften hierfür bereit erklärt.

Wir wünschen der AFS viel Erfolg bei der weiteren Implementierung.