Ausgleichsmaßnahme für Zinklern

Aufmerksamen Passanten wird die Veränderung auf dem kleinen Wiesenstück vor der Gaskugel an der Dreisam aufgefallen sein. Hier handelt es auf Nachfrage bei der Stadt Freiburg um eine Ausgleichsmaßnahme auf unserem Gebiet für die Bebauung von Zinklern.

Weitere Ausgleichsmaßnahmen befinden sich auf der anderen Seite der Paduaallee auf der Gemarkung von Lehen und auf dem Lehener Bergle.
Zur Erklärung wird die Stadt Freiburg auf unsere Bitte die unten abgebildete Erklärung in dem Bereich anbringen. Wir möchten die Bevölkerung bitten, diesen Bereich zu schonen und den Lebensraum nicht zu stören.

Mensch und Tier am See

Im Seepark mit dem Flückiger haben viele Tiere ihre Heimat gefunden (was uns allen ja auch gefällt). Da kann es – speziell in der Brutzeit – natürlich auch zu Konflikten kommen, auch zwischen Mensch und Tier.

Aus diesem Grunde möchten wir eine aktuelle Mitteilung der Stadt Freiburg aufgreifen und zitieren, bei der es insbesondere um den Schutz der Schwäne an Badeseen geht.

Reviere respektieren, Abstand halten

Zur Freude vieler Naturliebhaber ziehen Schwäne an den größeren Seen und Weihern im Stadtgebiet majestätisch ihre Bahnen. So auch am Flückigersee, am Dietenbachsee und am Opfinger Baggersee, wo sie sich ihr Revier mit zahlreichen Bade- und Picknickgästen teilen. Damit dieses Zusammenleben harmonisch bleibt, bitten das Forstamt und das Garten- und Tiefbauamt darum, sich an folgende Verhaltensregeln zum Schutz der großen Vögel zu halten:

Wie alle heimischen Vogelarten brüten Schwäne im Frühjahr und behüten sorgfältig und gewissenhaft die Eier in ihrem Nest, das sich meist in Ufernähe befindet. Wenn Menschen dem Nest zu nahe kommen, verteidigen die männlichen Vögel ihr Revier und ihren Brutplatz mit Drohgebärden wie Fauchen und Flügelschlagen. Zeigt dies keine Wirkung, können sich Schwäne auch aggressiv verhalten und zum Angriff übergehen. Aufgrund ihrer Größe kann das für Passanten durchaus unangenehm werden.

Vollkommen falsch wäre es, zum Gegenangriff über zu gehen und zu versuchen, den Schwan zu vertreiben. Aufgrund seines angeborenen Schutzinstinkts wird sich der Schwan nicht vertreiben lassen und sich zum Kampf stellen. Nach dem Motto “Der Klügere gibt nach” ist es ratsam, einen großen Bogen um den Schwan zu machen oder einen Umweg in Kauf zu nehmen. Hunde sind, wie es die Polizeiverordnung vorschreibt, unbedingt an der kurzen Leine zu halten.

Das Forstamt und das Garten- und Tiefbauamt bitten alle Bürgerinnen und Bürger, das Revierverhalten der Schwäne zu akzeptieren und diesen auszuweichen, wo es erforderlich ist. Die Schwäne verteidigen lediglich ihren Nachwuchs, an dem sich bei Spaziergängen und Wanderungen alle erfreuen. Auch das Naturschutzgesetz verbietet es, die Tiere beim Brüten zu stören und zu beeinträchtigen.

Weitere Informationen zum Umgang mit Wildtieren in der Stadt gibt es in der Broschüre des Forstamtes “Wilde Tiere in der Stadt” und unter www.wildtiere-stadt.wildtiere-bw.de.

StuSie-Hochhaus mit Nistkasten für Turmfalken

Bericht aus Bürgerblättle 261, April/Mai 2020


Im Winter 2019/2020 gab es eine sehr erfreuliche Zusammenarbeit des AK Natur mit dem Freiburger Studierendenwerk und der Fachgruppe Wanderfalkenschutz aus Freiburg. Auf Initiative von Kerstin Geigenbauer wurde auf einem Bestandshochhaus in der Stusie im Februar 2020 ein Nistkasten für Turmfalken aufgehängt, der freundlicherweise vom Ornithologen Matthias Schmidt gespendet wurde.

Bereits im November 2019 gab es ein „Sondierungstreffen“, bei dem ein geeigneter Standort ausgewählt wurde. Zunächst war ein Kasten für den noch selteneren Wanderfalken angedacht. Für diese Art, die bisher in Südbaden noch kein Gebäude besiedelt hat sondern meist in Felswänden brütet, war jedoch kein geeigneter Standort zu finden.

Doch auch für den kleineren Vetter, den Turmfalken, lohnt es sich, Nisthilfen anzubringen. Der Turmfalke fängt Mäuse und benötigt für seine Brut Nischen in Gebäuden, die durch Sanierungen und „Taubenabwehrmaßnahmen“ (Verschließen von Öffnungen und Hohlräumen an der Fassade, Anbringen von Stacheln auf Simsen und Vorsprüngen) den Vögeln praktisch nicht mehr zur Verfügung stehen.

Im Februar wurde es dann Ernst: in schwindelerregender Höhe wurde der Kasten an einem Aufbau auf dem westlichsten Altbau mit Sicht nach Norden aufgehängt. Der zukünftige Bewohner und seine Nachkommen werden nun eine wunderbare Aussicht haben. Mit dabei beim Aufhängen waren Matthias Schmidt von der AG Wanderfalkenschutz, Gerd Hohwiehler von der StuSie, Thomas Wehrle, Architekt des Studierendenwerkes sowie Kerstin Geigenbauer vom AK Natur des Bürgervereins. An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten für die rasche, unkomplizierte Umsetzung dieser sinnvollen Artenschutzmaßnahme. Die Turmfalken haben den Kasten schon entdeckt, nun warten wir auf eine Besiedlung.

Die Vogelwelt in Ihren Garten

Jeder kann etwas tun – lassen Sie die Vogelwelt in Ihren Garten

Der Frühling naht! Viele höhlenbrütende Vögel suchen nun verzweifelt nach Nistmöglichkeiten. Ursprünglich fanden Meisen und Co. überall in altem Baumbestand verlassene Specht- oder Fäulnishöhlen, in die sie ihre Kinderstuben anlegen konnten. Heute jedoch werden alternde Bäume mit Totholz und Höhlen aus Verkehrssicherheits- oder ästhetischen Gründen entfernt – sehr zum Leidwesen von Vögeln und Fledermäusen.

Die gute Nachricht: jeder kann etwas gegen diesen Baumhöhlen-Mangel in der Stadt tun!

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt: Bringen Sie einen oder gleich mehrere Nistkästen in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon an!

Die handelsüblichen Kästen sind aus Massivholz oder Holzbeton gefertigt, wobei letzterer eine längere Lebensdauer hat. Sie können in Baumärkten, Raiffeisenmärkten oder Zoogeschäften erworben werden. Kästen mit einem Einflugloch von 32 mm Durchmesser werden unter anderem von Haussperling, Kohlmeise oder sogar dem Wendehals besiedelt. Bei einem Einflugloch von 28 mm haben kleinere Arten wie Blaumeise oder Sumpfmeise eine Chance. Kästen mit einem großen Flugloch von 45 mm werden vom Star angenommen. Manchmal zieht hier sogar ein Eichhörnchen ein. Sogenannte Halbhöhlen-Kästen haben eine halboffene Front und bieten Hausrotschwanz, Rotkehlchen oder sogar dem Zaunkönig Nistplatz und Unterschlupf.

Auch Fledermäuse suchen übrigens verzweifelt nach Höhlen und freuen sich über spezielle Nisthilfen. Hängen Sie die Kästen in mindestens zwei Meter Höhe an Bäume oder die Hauswand. Wichtig ist die geschützte Fluglochausrichtung nach Osten zur wetterabgewandten Seite.

Sie helfen allen Wildtieren auch durch das Pflanzen von Obstbäumen und einheimischen Sträuchern sowie durch die Aussaat von Wildblumen. Letztere haben auch im Balkonkasten Platz.

Mehr Infos zum Vogel- und Fledermausschutz im Garten und auch Bauanleitungen für Nistkästen finden Sie unter: www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/.

Diplom-Biologin Kerstin Geigenbauer

 

Der Runde Tisch “Umwelt”

Als ein Ergebnis der Stadtteilkonferenz im November 2019 ist in Betzenhausen ein Runder Tisch “Umwelt” entstanden; nächstes Treffen ist am Mi. 12.02.2020 von 18:30 – 20:30 Uhr im Stadtteiltreff
Bei diesem Runden Tisch treffen sich interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie verschiedene Institutionen des Stadtteils um sich für mehr Artenvielfalt und ein höheres Umweltbewusstsein in Betzenhausen-Bischofslinde einzusetzen. Schritte, die ins Auge gefasst werden:
  • Information der Öffentlichkeit, z.B. über Bürgerblättle (Tipp des Monats), Musterbalkon im Stadtteilschaufenster usw.
  • Praktische Umwelt-Projekte: Nistkästen, Blumenstreifen,…
  • Erstellung Überblick über bestehende Angebote und Akteure (im Themenfeld) im Stadtteil
  • u.a.
Interessierte im Stadtteil sind herzlich eingeladen, sich einzubringen und z.B. an regelmäßigen Treffen teilzunehmen.

Das nächste Treffen des Runden Tisch “Umwelt”: Mi. 12.02.2020 von 18:30 – 20:30 Uhr, Stadtteiltreff Betzenhausen-Bischofslinde am Bischofskreuz 4.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Über eine Rückmeldung an stadtteiltreff-bb@caritas-freiburg.de würden wir uns jedoch freuen.

Damit es im Stadtteil piepst und zwitschert – Spendenaufruf für den Vogelschutz

Das bundesweite Artensterben und der Vogelrückgang beschäftigten im vergangenen Jahr auch den Bürgerverein-Betzenhausen Bischofslinde. Mit dem neu gegründeten „Runden Tisch Umwelt“ wollen wir tätig werden und durch das Anbringen von Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse an Bäumen auf öffentlichen Grünflächen die hiesigen Populationen fördern. Davon profitieren zum Beispiel Haussperling und Kohlmeise, aber auch Hausrotschwanz, Kleiber, Zwergfledermaus und viele mehr!

Zudem möchte der Bürgerverein in Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk Freiburg und hiesigen Vogelexperten den Turmfalken im StuSie-Gelände fördern. Hierfür sollen zwei Nistkästen für den eleganten Mäusejäger an den Hochhäusern angebracht werden. Ein Kasten wird freundlicherweise von Matthias Schmidt von der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz zur Verfügung gestellt. Dies Kosten für den zweiten Kasten wird der Bürgerverein übernehmen.

Aber weitere Nistkästen für Singvögel und Fledermäuse brauchen Ihre Unterstützung. Wir bitten um Spenden auf das Konto des Bürgervereins.

Wir möchten uns im Namen der Vögel und auch der Bürger schon im Voraus bedanken, denn: Artenvielfalt bereichert unser aller Lebensqualität!

Kerstin Geigenbauer (Runder Tisch Natur)

Baugebiet Obergrün

Grosses Interesse auf der Infoveranstaltung durch das Stadtplanungsamt am 22. Juli 2019 im Margarethe-Ruckmich-Haus. Dabei gab es viel Kritik. Jetzt werden die Pläne überarbeitet.


Bebauungsplan „Obergrün“, Plan-Nr. 5-112 (Betzenhausen-Bischofslinde)

Im Dezember 2015 hatte der Gemeinderat die Aufstellung des Bebauungsplans Obergrün im Stadtteil Betzenhausen beschlossen (Plan-Nr. 5-112). Vorgesehen war eine aufgelockerte Bebauung entsprechend dem bisherigen Umfeld (Entwürfe mit max. 26 Wohneinheiten). Anfang 2019 konnte sich die Treubau mit den Eigentümerinnen und Eigentümern über eine mögliche Entwicklung des Areals einigen.

Aktuell vorgesehen sind darin 35 Reihenhäuser (also weit mehr als in den anfänglichen Überlegungen 2015) und durchgängige Tiefgarage. Der Entwurf folgt damit einer Linie, die offensichtlich vom Bauausschuss vorgegeben wurde. Siehe auch Pressemitteilung der Stadt Freiburg vom 9.4.2019. Hier ein Link auf die zugehörigen Bebauungspläne im Verfahren Obergrün.

Vom 15. April bis 17. Mai war der vorläufige städtebauliche Entwurf im technischeen Rathaus zur Einsicht ausgelegt. Mehrere Anwohner haben die Möglichkeit genutzt, um ihre Einwendungen zur formulieren.

Das Baugebiet liegt in direkter Nachbarschaft zum Verein „Bauernhoftiere für Stadtkinder“: gedacht ist an einen Abstand von fünf bis neun Metern plus Gartenzone.

Heutige Anwohner beklagen u.a. die stark erhöhte Baudichte, die zu erwartene Verkehrssituation, die unmittelbare Nähe zur Tiefgaragen-Einfahrt und gleichzeitig fehlende Besucherparkplätze.

Das Baugebiet führt nach heutiger Planung auch zu einer Änderung vorhandener Rad- und Gehwege.

Wir werden versuchen, kritsche Punkte in die weiteren Diskussionen mit der Stadt einzubringen.

 

 


Stand Juni 2019: Stellungnahme Bürgerverein

Auch die AG Bauen des Bürgervereins hat sich mit dem Baugebiet beschäftigt. Wir wollen nicht bezweifeln, dass eine Bebauung von Obergrün in Abwägung mit dem dringenden Bedarf an Wohnraum in Freiburg vertretbar ist. Wir sehen aber eine Reihe kritischer Punkte, die sich vor allem aus der geplanten Dichte der Bebauung ergeben. Hier eine Zusammenfassung der Stellungnahme, die wir gegenüber dem Stadtplanungsamt abgegeben haben.

Ausgangslage und mögliche Beeinträchtigungen

Das Gewann Obergrün ist ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Bürgerinnen und Bürger von Betzenhausen-Bischofslinde. Es ist insbesonders wegen seiner landschaftlichen Vielfalt und des ländlichen Charakters sehr beliebt (Wiesen, Weiden, Hecken, verschiedene Einzelbäume, Mühlbach, Tiere). Das Gebiet ist sehr artenreich (eine Auflistung ist in unserer Stellungnahme enthalten). Es ist damit ideal geeignet um Kindern die Themen Artenvielfalt und Naturschutz mitten in der Stadt nahezubringen. Dafür spricht auch die Nähe zur Anne Frank Schule.

Das Baugebiet liegt in direkter Nachbarschaft zum Verein „Bauernhoftiere für Stadtkinder“, der die bisherigen Fläche schonend beweidet u. a. mit Ziegen und Schafen. Für den Verein geht wertvolles Weideland ohne adäquaten Ersatz verloren.

Für die direkten Anwohner kritisch sind Zufahrt zur Tiefgarage, Organisation der Müllabführ und auch die Anzahl geeigneter Standorte von Besucherstellplätzen. Wir haben auch Zweifel, dass die Thannhauser Str. das weitere Verkehrsaufkommen tragen kann.

Angemessene Bebauung

Im heutigen Entwurf sind 35 Reihenhäuser vorgesehen, also weit mehr als in den anfänglichen Überlegungen aus dem Jahr 2015: damals gab es 3 Entwürfe zwischen 20 und max. 26 Wohneinheiten. Eine Dichte von 35 Wohneinheiten auf der kleinen Fläche stellt einen Fremdkörper dar, der sich nicht in das umgebende Gebiet einfügt, das einen insgesamt ländlichen Charakter hat, Bebauung mit Satteldächern etc.

Die Dichte erfordert offensichtlich eine Tiefgarage mit einer kritischer Einfahrt, fehlenden sonstigen Parkmöglichkeiten u.a. Es werden also den bisherigen Anwohnern unverhältnismäßige Beeinträchtigungen zugemutet. Durch die hohe Dichte sind auch die Abstände zu den Nachbargrundstücken durchweg zu gering: sowohl zur bisherigen Wohnbebauung, als auch gegenüber Bauernhoftiere für Stadtkinder mit den spezifischen Aktivitäten sowie Tiergerüchen und -geräuschen.

Alternativentwurf

Da sich kritische Punkte vor allem aus der hohen Dichter ergeben, erscheint der Planaufstellungsbeschluss aus dem Jahr 2015 weit angemessener als der heutige Ansatz.

Zusätzlich hat die AG Bauen des Bürgervereins eine Kompromisslösung auf Basis des aktuellen städtebauliche Entwurf vorgelegt: die Alternative enthält eine Bebauung des Gebiets mit 27 anstelle der diskutieren 35 Wohneinheiten. Eine aufgelockerte Bebauung ermöglicht oberirdische Stellplätze und gemeinschaftliche Anlagen wie allgemeine Freiflächen, Mülleimer etc., die dann nicht mehr an den Rand zu den Nachbarn gedrängt werden müssten, sondern innerhalb des geplanten Baugebiets Platz fänden. Sogar vorhandener Baumbestand könnte  erhalten bleiben.


Hier eine Anfrage zum Baugebiet durch “Freiburg Lebenswert” am 4.7.2019 bei Oberbürgermeister Horn: Anfrage Obergrün


Stand Juli 2019: Informationsveranstaltung organisiert vom Stadtplanungsamt

Die Veranstaltungen am 22. Juli 2019 im Margarethe-Ruckmich-Haus mit über 100 Teilnehmern sehr gut besucht (19:00 bis 21:00). Aus Seite des Stadplangsamtes anwesend waren Herr Jerusalem und Herr Fabian, sowie weitere Sachbearbeiter. Mit der Info-Veranstaltung wollte das Amt über den aktuellen Verfahrensstand informieren, obwohl eine solche öffentliche Veranstaltung im beschleunigten Verfahren eigentlich nicht notwendig gewesen wäre: zeigt aber nach Worten von Herrn Jerusalem die Bereitschaft, über die weitere Schritte im Dialog zu bleiben.

Das Projekt wurde von Herrn Fabian in den bisherigen Planungen vorgestellt. Auch mit den Varianten aus 2015. Die höhere Dichte ist nach Worten von Herrn Jerusalem auf zwei Punkte zurück zu führen: zum einen war anfangs auch das Gelände der heutigen Gärtnerei eingeschlossen, zum anderen gab es zwischenzeitlich einen Beschluss im Bauausschuss, der in Anbetracht der Freiburger Wohnsituation eine höhere Dichte forderte . Die Treubau habe unter diesen Umständen versucht, einen dazu passenden Entwurf zu erstellen (z.B. mit Tiefgarage, die 2015 noch nicht vorgesehen war).

Die beteiligten Nachbarn/Anwohner konnten ihre Ansichten vorbringen (etwa die Themen, die auch oben erwähnt sind). Teilweise wurde es eine durchaus emotionale Diskussion. Anwalt Werner stellte sich vor als Vertreter einer Anwohnergemeinschaft. Als klare Linie war zu erkennen: die Entwürfe von 2015 würden Zustimmung finden; der heutige Entwurf findet unter den Anwesenden nur Ablehnung. Diese Nachricht sollte auch bei den Vertretern des Stadtplanungsamtes angekommen sein. Herr Jerusalem versprach, über die weitere Schritte zu informieren.

Ansprechpartner im Stadtplanungsamt ist Herr Fabian: E-Mail: stadtplanungsamt@stadt.freiburg.de, Tel. 0761/201-4150, www.freiburg.de/stadtplanung

Bedauerlicherweise war vom Bauausschuss niemand anwesend: nach unseren Kenntnissen hatten z.B. Frau Buchen und Herrn Friebis vor einigen Monaten für die stärkere Verdichtung  votiert. Wäre also gut, sie würden sich auch einwenig mit den Konsequenzen beschäftigen.


Stand Dezember 2019: OB vor Ort

Die Pläne werden aktuell überarbeitet und in unterschiedlichen Varianten dem Bauausschuß bzw. Gemeinderat neu zur Diskussion vorgelegt. OB Horn ließ erkennen, dass die kritisierte dichte Bebauung auf eine Initiative im früheren Bauausschuß zurück ging (also nicht aus der Verwaltung kam und auch dort kritisch gesehen werde).  Ausserdem würden aktuell die letzten Gutachten erstellt, die dann Basis sein sollen für die weitere Bewertung und Anzahl möglicher Wohneinheiten.


Stand Juni 2020: Sitzungen Bauausschuss und Gemeinderat

Alle, die gehofft hatten, dass es bei dem Konzept vielleicht doch noch Änderungen in gewünschter Richtung geben könnte, wurden inzwischen enttäuscht. Es gibt neue Pläne, die laut Stadt auch auf Eingaben der Anwohner eingehen würden (z.B. leicht zurückgezogene und überdachte Tiefgarageneinfahrt, ein Privatweg, auf dem evtl. ein Durchgang “möglich sein könnte” …), grundlegend hat sich aber an der Dichte nichts geändert. Es hat sich die Situation eher noch verschäft, denn der aktuelle Entwurf besteht jetzt aus 43 Wohneinheiten, aufgeteilt auf 26 Reihenhäuser und 3 Mehrfamilienhäuser. Geförderten Wohnungsbau soll es auf 20% des Baulandes geben.  Dazu 55 Tiefgaragenplätzen und 14 oberirdische Stellplätze. Die Abstände zu Nachbarbauten und Grundstücken sind bei dieser Bebauung weiterhin gering.

Der Bürgerverein hatte im Juni die Möglichkeit im Bauausschuss Stellung zu nehmen zur Bebauung. Leider konnte sich niemand im Bauausschuss unseren Bedenken anschliessen: Dichte und Tiefgarage entsprechen nach Ansicht der Mitglieder den heutigen Erfordernissen in Anbetracht der Wohnungssitution. Ende Juni hat dann auch der Gemeinderat dem Entwurf fast einstimmig zugestimmt: lediglich Herr Winkler von Freiburg Lebenswert zeigte Verständnis für die Argumente der Anwohner und des Bürgervereins und hat dies auch im Gemeinderat so vorgetragen. Seine wichtigsten Punkte sind auch im Amtsblatt vom 3. Juli als Fraktionsbeitrag von Freiburg Lebenswert nachzulesen. Für diese Unterstützung möchten wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken!

Die politischen Gremien haben klar entschieden, bleibt also die Frage, wie es weiter geht, denn im Jahr 2021 soll Realisierung erfolgen. Einer der nächsten Schritte ist die Offenlage zum aktuellen Entwurf. Die wird vermutlich Anfang 2021 sein und wir werden auch darauf hinweisen. Dann sind wieder Eingaben von Bürger*innnen möglich.

Zur Info hier zusätzlich auch noch Hinweis auf den zugehörigen Bericht der Badischen Zeitung vom 3. Juli 2020 (evtl. mit Einschränkungen beim Zugriff).

Die Dreisam

Ein aktueller Hinweis zu Freiburg 2020: Ausstellung zur “Lebensader Dreisam” im ZO Zentrum Oberwiehre, 19. bis 24. Oktober 2020, siehe hier


Vorab…

Die Dreisam begrenzt das Gebiet / die Gemarkung von Betzenhausen in Richtung Südwesten, also in Richtung des Stadtteils Weingarten bzw. dem Dietenbachgelände. Folglich ist auch die Geschichte unseres Stadtteils eng mit dem Fluss vor unserer Tür verbunden. Auf diesen Bezug wollen wir auch hier im Beitrag vor allem eingehen.

Grundsätzlich sind viele Hintergründe zum Fluss schon auf Wikipedia ausführlich beschrieben. Empfehlen möchten wir zusätzlich das Buch “Die Dreisam” von Jörg Lange: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Erschienen 2007 im Lavori-Verlag. Dort zu finden sind z.B. viele historische Aufnahmen, insbesondere auch Erläuterungen zur Begradigung nach den Entwürfen von Tulla ab 1817.


Zum Namen

Info-Schild bei Stegen

Zunächst einmal der Name: “Dreisam” ist mit gewisser Wahrscheinlich auf das keltische Wort “Tragisima” zurückzuführen mit der Bedeutung “Die sehr schnelle”. Denn oberhalb von Zarten, wo der Zusammenfluss von Rotbach  und dem Wagensteigbach den Beginn der Dreisam markiert, gab es vor gut 2000 Jahren schon eine keltische Siedlung.

Aber es gibt auch andere Ideen, z.B. der Umstand, dass die Dreisam ja aus mehreren Schwarzwaldbächen entsteht und damit hätte auch die Zahl “drei” eine sinnvoll Begründung.

Siehe auch Info-Schild der Wandergruppe Stegen am Zusammenfluss bei Zarten.

Die Dreisam ist bereits im Jahre 864 urkundlich erwähnt (lange Zeit geführt als “Treysam”).

Bei der Gelegenheit noch ein schöner Zufall: auf thailändisch heißt “sam” auch “drei”.


Vom Anfang und Ende (Fluss-Verlauf)

Der Ursprung der Dreisam liegt zwischen Kirchzarten und Stegen als Zusammenfluss von Rotbach (der aus dem Höllental kommt) und dem Wagensteigbach. Zählt man gleich noch den Ibenbach dazu, hat man drei Zuflüsse und damit eine plausible Begründung für den Namen wie oben schon erwähnt.

Info-Schield in Riegel

Am Ende mündet die Dreisam bei Riegel in die Elz: seit der Begradigung ist das etwa eine Länge von knapp 30 Km (vorher war es sicher mehr durch den geschlungenen Verlauf). Zwischen beiden Punkten hat die Dreisam ein Gefälle von knapp 200 m.

Ab Riegel geht es für Elz und Dreisam noch 15 km gemeinsam weiter durch den Leopoldkanal in Richtung Rhein (zumindest bei Hochwasser).

Die Dreisam “füttert” auf Höhe des Schwarzwald-Stadions (früher war es ein “Dreisam-Stadion”) über einen Abzweig die Freiburger Bächle (am sogenannten „Sandfang“): ein Teil dieses Wassers kommt als Mühlbach dann wieder auf Betzenhausener Gebiet, bevor es bei Lehen zurück geht in die Dreisam. Ein anderer Teil (der Nordarm) macht einen weiteren Weg in Richtung Gundelfinden, mündet dort in den Schobbach und später bei Nimburg (also in unserer Partnergemeinde Teningen) in die Glotter. Kurz vor Riegel schafft es dieser Teil des Freiburger “Bächlewassers” dann auch wieder zurück in die Dreisam.

Hier beginnt die Reise

Das End mit Teffen von drei Flüssen in Riegel

 


Die historische Dreisam

Dass es ein Fluss-System aus Richtung Schwarzwald / Feldberg in Richtung Rhein gibt, dürfte seit etwa 2 Millionen Jahren so sein. In den vielen darauffolgenden Jahren mit Eiszeiten und Warmperioden war dieses Fluss-System an den Ablagerungen beteiligt, die heute das oberrheinische Gebiet mit seinen Kies-Schichten kennzeichnet (der neuzeitliche Abbau von Kies hat uns ja den Flückigersee gebracht).

Seit Ende der letzten Eiszeit (ca. 12.000 v.Chr., auch die Zeit erster menschlicher Siedlungen) brachte das Fluss-System inkl. Dreisam keine Geröllmassen mehr mit für weitere Ablagerungen, sondern begann sich selbst ein Flussbett zu schaffen (auf immer neuen Wegen). Variantenreich war die Suche vor allem im unteren Flussbereich, also in den Regionen westlich und nördlich des heutigen Freiburg. Östlich hatte sich die Dreisam schon sehr früh eine tiefe Rinne geschaffen und die auch behalten, bis des Menschen Kreativität das änderte.

Nebenbei: auf Höhe Freiburg floss die Dreisam früher näher an der Innenstadt vorbei, als wir das heute kennen. Und damit war sie etwas im Weg, als Freiburg ab 1680 vom französischen Baumeister Vauban zu einer Festung ausgebaut werden sollte.  Also wurde ab Schwabentorbrücke die Dreisam nach ausser verlegt (vermutlich bis zu 150 Meter) und das alte Flussbett aufgeschüttet.

Die Alte Dreisam

Betzenhausen wird erstmals 772 urkundlich erwähnt: über den Verlauf der Dreisam bei Betzenhausen bis zur großen Begradigung scheint aber nur wenig konkretes dokumentiert. Sicher ist, das sie auf Höhe der Betzenhausener Gemarkung aus einem Geflecht mehrer Flussarme bestand, vermutlich mit einer Breite von bis zu 2 km, deren Verlauf sich immer wieder geändert hat. Sicher ist auch, dass ein Teil der Betzhausener Gemarkung bei kräftigen Regenfällen zum Überschwemmungsgebiet wurde. Auf die feuchten Wiesen deuten heute noch Gebietsbezeichnungen mit Endung “-matten” (z.B. Stockmatten, Tränkematten).

Die Nähe zur Dreisam und ihren Überschwemmungen brachte also einiges an Arbeit mit sich, aber auch Gefahren, Krankheiten und gelegentlich auch nachbarschaftlichen Streit (siehe unseren Beitrag zur Geschichte der Wasserwirtschaft in Betzenhausen). Die Unberechbarkeit der Dreisam war letztendlich auch ein wichtiger Grund für die Begradigung nach den Plänen von Tulla.

Einen kleinen Eindruck davon, wie es früher aussah, erhält man vielleicht noch, wenn man der Alten Dreisam vor Riegel folgt (siehe Foto).


Begradigung

Dreisam bei Betzenhausen

Zurück zur Beschreibung der Kelten als “Der schnelle Fluss”: sie waren damit der Zeit wohl voraus, denn so richtig schnell fliessen dürfte das Wasser erst seit der Begradigung zwischen 1817 bis 1842, die nach Plänen von Johann Gottfried Tulla erfolgte, der ja auch dem Oberrhein ein neues Bett verschaffte. Die Umsetzung hat er bei der Dreisam aber nicht mehr selbst geleitet.

Ziel der Begradigung war u.a. der Schutz vor Hochwasser und die Gewinnung landwirtschaftlicher Flächen. Das Ergebnis sehen wir ja noch heute am Rande von Betzenhausen (siehe Foto rechts von der Brücke auf Höhe Gaskugel). Mit der Regulierung änderte sich vieles bei der Bewirtschaftung von Ländereien in Betzenhausen; und auch der Grundwasserspiegel änderte sich. So wurde der Anschluss an die Freiburger Wasserversorgung auch ein wichtiges Anliegen im Eingemeindungsvertrag von 1908.

Trotz Begradigung: große Wassermassen, denen der Fluss nicht gewachsen war, gab auch weiterhin. So forderte ein historisch belegtes Hochwasser im Jahr 1896 viele Tote und zerstörte mehrere Brücken. Selbst in neuerer Zeit gab es noch tote Radfahrer bei Hochwasser (2010 bzw. 2013). Dagegen hat der Wasserstand im Sommer der letzte Jahre Tiefstände, die kristisch sind für den Fischbestand.

Heute sind immerhin 800 m bei Ebnet wieder renaturiert.


Wirtschaftliche Bedeutung

Info-Schild auf Höhe March

Die Dreisam hatte in früheren Jahrhunderten eine enorme wirtschaftliche Bedeutung. Die negativen Auswirkungen von Überflutungen der Wiesen sind schon erwähnt (letztendlich ja ein Grund für die Kanalisierung). Aber der Nutzen zum Bewässern von Wiesen und Ländereien sollte auch nicht übersehen werden; wobei diese Nutzung nach der Regulierung sogar noch intensiviert werden konnte (auf dem Weg nach Riegel sieht man z.B. noch Stellfallen zur Zu-/Ableitung von Wasser).

Eine Vielzahl von Mühlen wurde über das Dreisam-Wasser betrieben: schon deshalb gibt es in Betzenhausen und rund um Freiburg diverse Nebenflüsse mit dem Namen “Mühlbach”. In Betzenhausen sind mindestens drei Mühlen dokumentiert und die letzte Mühle auch erst 2002 abgerissen (siehe Bericht zum Mühlbach). Natürlich gab es nicht nur Mühlen also Nutzung, sondern z.B. auch Edelsteinschleifereien oder die Gerber (in der Gerberau). Der Streit bzw. der richtige Umgang mit dem Dreisam-Wasser bestimmte folglich lange das Leben in Freiburg.

Von grosser Bedeutung war auch der Fischbestand: heute kaum noch vorstellbar; zu lang ist es her, dass in der Dreisam Lachse gesehen und auch gefangen wurden. Der letzte Lachs in der Elz ist dagegen dokumentiert auf das Jahr 1958. Natürlich ging es nicht nur um Lachs (sondern eher um Forellen, Aal u.a.).  Fisch war Grundnahrungsmittel und eine Fischereiordnung ist schon aus dem 14-ten Jahrhundert bekannt.  Nicht zufällig gibt es in Freiburg die “Fischerau”. Versteht sich von selbst, dass die breite, gewerbliche Nutzung des fliessenden Wassers durch Mühlen etc. nicht immer leicht zu vereinbaren war mit dem Ziel, die Fischbestände zu erhalten. Folglich gab es schon recht früh Regelungen, damit alle Beteiligten darauf achteten, dass die Fische ihren Weg nehmen konnten (auch Dreisam aufwährts).

Dieser Reichtung an Fisch war in den 1950-ger Jahren sogar noch im Mühlbach in Betzenhausen zu erleben (siehe Rückblick im Bürgerblättle von 1998, PDF ).


Fischbestand heute

Dreisam 2020 Höhe March

Heute haben noch etwa 20 kleine Fischarten ihre Heimat in der Dreisam und sie haben es nicht immer leicht: insbesondere aufgrund der trockenen Sommermonate in den letzten Jahren, als zeitweise die Dreisam flussabwärts vor Riegel ausgetrocknet war. In solchen Fällen braucht der Fischbestand sehr lange, um sich zu erholen.

Mit der Trockenheit und großen Hitze kommt eine hohe Wassertemperatur als weitere Stress-Test für die Tiere hinzu. Und auch der Mensch, der die Dreisam an sonnigen Tagen gern auch zum Freibad macht. Dass es im Tulla-regulierten Bereich der Dreisam wenig Bäume gibt, die im Sommer für Abkühlung sorgen könnten, hat auch seinen Grund:  die Wurzeln könnten die Stabilität der seitlichen Dämme gefährden. Als kleine Hilfen wurden bei March schon Wurzelstöcke von Harthölzern im Fluss verankert: in der Hoffnung, dass diese Strömungsbremsen dienen und dabei Rückzugsräume mit Schatten bieten (siehe auch Bericht Bad. Zeitung im Aug. 2020).

Um die Fische und Renaturierungsmaßnahmen kümmert sich seit 2001 die “IG Dreisam e.V.”, einem Zusammenschluss mehrerer Anglervereine im Dreisamgebiet. Ziel der Interessengemeinschaft ist es, die Qualität der Dreisam sowohl als Biotop für Tier- und Pflanzenwelt wiederherzustellen, als den Erholungswert für den Menschen zu erhalten bzw. zu verbessen (siehe www.ig-dreisam.de ).


Achtsamkeit an der Dreisam

Man muss sich erinnern: die Regulierung war ja vor allem für den Schutz vor Hochwasser gedacht, doch die gab es nach der Regulierung auch immer noch; im Jahre 1896 z.B. wurde die ganze Schwabentorbrücke mitgerissen. Heute gibt es an der Dreisam vielbefahrene Radwege, die bei Hochwasser rechtzeitig gesperrt werden. Trotzdem kam es in den vergangenen Jahren noch vereinzelt zu Todesfällen.

Der Freizeitwert der Dreisam ist unumstritten. Im Corona-Sommer 2020 war es an vielen Tagen der schönste Ersatz für Freibad-Besuch. Doch dieses Freizeit-Verhalten hat leider auch sein negativen Seiten; zu sehen insbesondere an viel Unrat, der immer wieder liegen bleibt. Bedauerlich, dass es bei der Müllerzeugung keine Besserungserscheinungen zu geben scheint.

Um so erfreulicher, dass sich immer wieder Initiativen finden, die aufräumen und den Müllen einsammeln, z.B. “Freiburg putzt sich raus” oder auch die Initiative DreisamCleanUp. Herzlichen Dank an dieser Stelle!

Naturnahe Gartengestaltung – Jeder Garten zählt!

Es ist inzwischen traurige Gewissheit, die durch anerkannte Studien belegt ist: das Insektensterben hat beängstigende Ausmaße angenommen, die auch uns Menschen gefährden. Die Auswirkungen, die wir direkt erleben, sind neben sauberen Autoscheiben ziemlich „stumme“, leere Blumenbeete und abnehmende Vogelpopulationen. Da Insekten für die meisten Vogelarten die Hauptnahrung darstellen, und vor allem zur Fütterung der Jungvögel während der Brutzeit wichtig sind, sind die Auswirkungen bei Vögeln besonders deutlich. In Paris wurde zuletzt bei der Weltkonferenz zur Artenvielfalt Anfang Mai 2019 zu schnellem Handeln aufgefordert – das Artensterben bedroht die Zukunft des Menschen in gleichem Maße wie der Klimawandel. Auch wir Menschen brauchen eine intakte Natur, saubere Gewässersysteme, artenreiche, gesunde Wälder und unvergiftete Böden. Die rasante Abnahme der Arten auch in Deutschland zeugt von unserem ausbeutendem Umgang mit der Natur. Industrielle Landwirtschaft mit intensivem Gifteinsatz, rasanter Flächenverbrauch durch Straßenbau und Neubaugebiete sowie eine immer sterilere Gartengestaltung in den Städten (man nehme nur die lebensfeindlichen Schottergärten!), machen der Biodiversität den gar aus.

Die gute Nachricht: Jeder von uns kann durch sein Handeln nicht nur zum Klimaschutz beitragen, wir alle können auch helfen, die Biodiversität zu erhalten und zu fördern. Der Kauf von (lokalem und saisonalem) Bio-Gemüse und Getreide fördert z.B. giftfreie, nachhaltige Landwirtschaft vor Ort.

Besonders alle Gartenbesitzer sind gefragt! Eine naturnahe, giftfreie Gartengestaltung nützt allen wildlebenden Tieren, von der Amsel über den Igel bis zur Zauneidechse.

Hier eine paar Tipps, wie Sie die Natur in ihren Garten holen und jedes tierische Herz höher schlagen lassen:

  • Pflanzen Sie einheimische Gehölze statt Kirschlorbeer und Thuja! Letztere sind bei uns leider sehr beliebt, haben für unsere wildlebenden Tiere jedoch keinerlei ökologischen Nutzen, bieten weder Insekten noch Vögeln Brut- oder Lebensraum. Wer es blickdicht mag, kann zu Hainbuche oder Liguster als Schnitthecke greifen.
  • Wer mehr Platz zur Verfügung hat, kann eine richtige, blüten und beerenreiche Hecke aus z.B. Wildrosen, Hartriegel, Holunder, Schneeball oder Paffenhütchen pflanzen. Diese bietet durch ihren Blütenreichtum im Frühjahr (Wild-) Bienen Nektar und durch die Beeren Vögeln im Winter wertvolles Futter.
  • Pflanzen Sie Obstbäume! Alle Obstgehölze bieten wichtige Bienennahrung und sind im Alter wertvoller Vogellebensraum
  • Wer zumindest einen Teil seines Rasens in eine Blumenwiese umwandelt, spart Zeit, durch die nur zweimal jährliche Mahd (Juni und September) und wird durch den Besuch von Schmetterlingen und Wildbienen belohnt. Man kann seinen Rasen durch Wiesenkräuter-Samen beimpfen oder einfach mal abwarten, was denn so wächst – gerade ältere Rasen sind oft erstaunlich artenreich, wenn man sie lässt…
  • Kletterpflanzen wie Efeu, wilder Wein oder auch Blauregen sehen hübsch aus, kaschieren manches, was man nicht so gerne sehen mag und sind wertvoller Brutplatz für Vögel. Altes Efeu ist sogar ein echter Tausendsasa, bietet Pollen, Beeren und Versteckmöglichkeiten.
  • Auch Totholz gehört zur intakten Natur dazu. Im naturnahen Garten darf ein abgestorbener Baum stehen bleiben und wird von Wildbienen und Bockkäfern bewohnt. Die frisst dann der Buntspecht, der sich freut, endlich nicht nur in gedämmte Fassaden sondern in sein abgestammtes Habitat hacken zu dürfen. Wem das Toltholzthema noch zu radikal erscheint: ein toter Ast in der Sonne kann Sonnenplatz von Zauneidechse oder Blindschleiche werden. Ein Totholzhaufen in einer ruhigen Ecke ist Rückzugsort für Igel oder Brutplatz des Zaunkönigs.
  • Nistkästen für Vögel und Insektenhotels dürfen natürlich ebenfalls in keinem Naturgarten fehlen.

Ein Naturgarten bereichert durch seine Vielfalt und die Beobachtungsmöglichkeiten, die seine zahlreichen Bewohner bieten. Insgesamt gilt: je größer die Strukturvielfalt im Garten, desto größer die Artenvielfalt. Ostbaum, Wiese, Hecke, Gartenteich (ohne Goldfische sondern mit Bergmolch und Libellen) und Totholzhaufen bieten einer Vielfalt von Insekten, Vögeln und vielleicht sogar Amphibien und Reptilien Lebensraum.

Ein weiterer Vorteil: Ein naturnaher Garten ist kostengünstig, da einheimische Gehölze und Kräuter im Vergleich zu Zuchtsorten sehr viel billiger zu haben und auch robuster sind, es gibt kaum Ausfälle. Zudem spart man im Naturgarten Zeit, da im Blumenbeet mehrjährige Stauden stehen, es muss nicht jährlich neu gepflanzt werden. Die von selbst aufgekommenen Wildkräuter, die gefallen, dürfen bleiben, bieten Insekten Nahrung und füllen Lücken.

Natürlich müssen nicht alle oben aufgeführten Punkte „abgearbeitet“ werden, um Insekten und Vögeln zu helfen. Und natürlich sollen jetzt nicht alle Forsythien oder Rhododendren gerodet werden. Die exotischen Farbklekse haben in der Gartengestaltung bei uns seit jeher ihren Platz. Aber vielleicht sind Sie ja neugierig geworden und wollen etwas mehr Natur in ihrem Garten wagen? Auch Balkonbesitzer können im Kleinen ein richtiges Naturparadies schaffen.

Tolle Inspirationen und Tipps finden Sie auch unter: www.naturgarten.org oder www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/. Viel Spaß!

Der Mühlbach

Der heutige Mühlbach hat nicht mehr viel zu tun mit dem ursprünglichen Gewässer, das über lange Zeit das Leben in Betzenhausen geprägt hat. Der frühere Mühlbach (Mühlebach) war ein Wasserkanal mit genug Energie um mehrere Wasserräder als Basis für kleinere Fabriken. Die letzte Mühle an der Dietenbachstraße (siehe Bild) wurde sogar erst 2002 abgerissen (siehe Bericht im Bürgerblättle 161). Nebenbei versorgte dieser Bach auch noch die umliegenden Wiesen mit Wasser.

Auch die alte Mühlbach wurde über die Dreisam gespeist (also schon damals ein Runzbach). Der heutige Bach bei der Anne-Frank-Schule entspricht etwa noch dem ursprüglichen Lauf (auf der Höhe war auch Abzweigung aus Dreisam): allerdings mehrere Meter breit und folglich mit weit mehr Wasser, denn nur so konnten auch die Wasserräder betrieben werden.

Irgendwann war die Zeit der Wasserränder vorbei; und auch die Bewässerung der Wiesen nicht mehr erforderlich. In den 1960-er Jahre dann der Bau des Zubringers-Mitte; dem der Mühlbach in die Quere kam und auch die dort neu verlegte Gasleitung. Der bisherige Zulauf wurde geschlossen; es verblieb nur noch das Restwasser aus der Escholz-/Metzgergrün-Runz. Zeitweise war sogar die komplette Trockenlegung diskutiert worden.

So kommt also heute das Wasser zu uns: Ausleitung aus Dreisam auf Höhe Sandfang; über Gewerbekanal bis zum Martinstor. Von dort geht es überwiegend unterirdisch weiter entlang Metzgerau bis zur Faulerstrasse.  Dann Unterquerung der Bahnlinie: ab Kanalstrasse geht es dann teilweise oberirgisch weiter entlang Ferdinand-Weiß-Strasse, vorbei am (techn.) Rathaus, durch die Schrebergärten an der Bissierstrasse, um dann die Berliner Allee zu unterqueren.

Die Restmenge an Wasser füttert dann ab Anne-Frank-Schule unseren “Mühlbach”. Nebenbei: im Gebiet hinter der Anne-Frank-Schule wurde Ende der 1980-Jahre mit der neuen Bachführung auch ein Feuchtbiotop angelegt. Für dieses “Schulbiotop” hat dankenswerterweise und mit viel Engagement die Anne-Frank-Schule schon 1998 eine Bachpatenschaft übernommen (siehe Bericht zur Übergabe der Urkunde im Bürgerblättle 148). Über die Pflege durch Eltern und Kinder der Schule haben wir z.B. im Bürgerblättle 183 (April 2007) berichtet.

Danach geht es für den Mühlbach vorbei an Sonnland und den SFE Sportplätzen weiter in Richtung Lehen (mit Unterquerung Paduaallee); in Lehen geht es schliesslich wieder zurück in die Dreisam an der Strasse “Im Hirschgarten”.

Leider hat dieser Rest Mühlbach kaum eine Chance zu aktivem Flussleben; zumal er häufig ausgetrocknet ist ( z.B. in trockenen Sommermonaten oder auch begründet durch Wartungsarbeiten am Gewerbekanal). Unrat tut ein Übriges. Im Bürgerblättle haben wir auf den Zustand den Mühlbachs schon häufig zum Thema gehabt (z.B. schon im Bürgerblätte 146 von 1998 mit dem Bericht “Warum gibt es im Mühlbach keine Forellen mehr ).

Der Bürgerverein Betzenhausen und Ortsverein Lehen setzen sich ein für eine Renaturierung des Mühlbachs, z.B. im Zuge von Ausgleichsmaßnamen für aktuelle Bauvorhaben.


Stand 03.2020

2018 und 2019 waren sehr trockene Jahre und der Mühlbach praktisch das ganze Jahr über ausgetrocknet. Dies liegt zum einen am Wassermangel in diesen Jahren (Klimawandel), zum anderen wurde auch die EU Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt: nach dieser Richtlinie muss die Dreisam nun bei trockener Witterung einen höheren Restwasserspiegel behalten, um die dortigen Fischbestände zu schonen. Der Mühlbach bekommt sein Wasser als “Restgewässer” vom Gewerbekanal, der am Sandfangwehr in Littenweiler abzweigt. Wenn bei Trockenheit für den Gewerbekanal die Wassermenge reduziert wird, kommt weniger in Betzenhausen-Bischofslinde an. Das wenige Wasser versickert zudem unterwegs. Eine technische Möglichkeit, um Wasser bis nach Lehen zu behalten, wäre das Einbauen von Lehmmatten, schon auf Höhe des Stühlingers. Dies ist jedoch eine aufwenige und teure Methode. Sie könnte vielleicht als Ausgleichsmaßnahme für die Baugebiete Kleinescholz und Metzgergrün fungieren. Der AK Natur hat der Stadtverwaltung entsprechende Vorschläge gemacht.

 

Geschichte der Störche in Betzenhausen

Der Bürgerverein arbeitet ehrenamtlich, um das Nest der Weißstörche auf dem Turm der St. Thomas Kirche in Alt-Betzenhausen instandzuhalten und dort eine Kamera/WebCam zu betreiben (seit 2011): es ist übrigens eine von ganz wenigen WebCams in Freiburg.

Auch im Bürgerblättle berichten wir regelmäßig über die Entwicklung der Störche in Betzenhausen (z.B. Ausgabe 233, Aug./Sept. 2015 und 262 Aug./Sept. 2020).


Hier zunächst ein paar Dinge zum Hintergrund:

Der Weißstorch (Adebar) stand lange Zeit auf der Liste bedrohter Tierarten. Mitte der 70er Jahre gab es in Baden-Württemberg nur noch 15 Weißstorch-Paare und davon keines mehr in unserer Region: der Bestand war seit Beginn der 50er Jahre kontinuierlich zurück gegangen. Im Jahr 2002 wurden dann aber schon wieder rund 200 Brutpaare gezählt, was etwa dem Stand der 50er Jahre entsprach. Heute sind es im ganzen Land über 600 Brutpaare, davon allein ca. 130 im Breigau. In den letzten 10 Jahren (von 2010 auf 2020) hat sich die Zahl der Brutpaare sogar nochmal verdoppelt (siehe Statistik hier). Zu dieser schönen Entwicklung hat auch das Nest auf dem Turm der St. Thomas Kirche seinen kleinen Beitrag geleistet (siehe Impressionen aus den letzten Jahren).

Der Storchenhorst in Betzenhausen hat eine lange Tradition, beherbergt aber nicht jedes Jahr ein Storchenpaar. Bereits 1827 wurde eine Storchenbrut im Rahmen der badischen Landesvermessung auf St. Thomas dokumentiert. Das Nest war 1870, in den Jahren 1911-1913 und weiterhin bis 1951 besetzt. Nach mehrjährigem Ausbleiben gab es noch 1955 und dann 1963 eine letzte Brut. Danach brach die Storchenpopulation deutschlandweit zusammen: Ursache waren wohl die weitreichenden Veränderungen der Landschaft und der damit verbundene Verlust an Lebensraum (z.B. durch Flurbereinigungen und die Entwässerung von Feuchtgebieten).

1980 wurde dann wieder ein Storch im Bürgerblättle protokolliert. Um Störche weiterhin anzulocken, wurde im Jahr danach ein neuer Nistkorb eingerichtet. Initiator war der Deutschen Bund für Vogelschutz, ein Vorläufer vom heutigen Naturschutzbund Deutschland (Nabu).  Das Nest hatte man bei einem Korb-Flechter aus Schleswig-Holstein anfertigen lassen; die Feuerwehr sorgte für den Transport nach oben. Sogar die lokale Presse berichtete über dieses Ereignis.

Aber das reichte nicht aus: vorerst blieb das Nest unbewohnt, genauso wie andere Nester in der Umgebung. Also versuchte man es Ende der 80er Jahre mit Auswilderung einige Jungtiere in unserer Region: beteiligt an dieser Initiative war u.a. der Tierfilmer Hagen Späth, der später auch Mitbegründer des Vereins “SOS Weißstorch” wurde. In den Folgejahren (ab 1992) dann der Erfolg: es fanden fast durchgängig Störche ihr Zuhause auf dem Turm der Thomaskirche und fast immer hat auch Nachwuchs überlebt. Damit war die Wiederansiedlung gelungen (z.T. mit fünf flüggen Jungvögeln): im Mai 2009 wurde der Kirche St. Thomas die Nabu-Plakette “Lebensraum Kirchturm” verliehen (entgegen genommen vom Pfarrer der Gemeinde Heilige Familie).

Weiteren Informationen, speziell über die allgemeine Entwicklung der Weißstörche im Breisgau, ist beim Verein “SOS Weißstorch” zu finden, der sich nach den genannten Erfolgen umbenannte in Weissstorch Breisgau e.V.: der Verein sorgt u.a. für die Beringung der Jungstörche und betreibt in Reute eine Pflegestation, in der auch schon Jungstörche aus Betzenhausen versorgt wurden (z.B. im Jahr 2019 nach einem voreiligen Flugversuch).

Falls Sie sich für die Flugrouten der Störche interessieren: eine Störche aus dem Breisgau tragen inzwischen kleine Sender. Über die App “Animal Tracker” lässt sich erkennen, wohin deren Reise in den Süden geht. Einen Sender haben insbesondere die Störche erhalten, die ini der Aufzuchtstation in Reute betreut werden mussten: so möchte man u.a. erkennen, ob sie andere Routen wählen als die frei fliegenden Störche.


Aktuelles 2020:

Über die Betreuung der Störche in Zeiten eines Coronavirus berichtete die Badische Zeitung am 17. April 2020 (evtl. nur eingeschränkter Online-Zugriff). Lange Zeit war unklar, in wie weit in diesem Jahr beringt werden kann: in Betzenhausen hat es aber dann doch geklappt. Allerdings nicht bei allen Nestern im Breisgau, denn der Zeitraum ist recht kurz, in dem das möglich ist (nur im Alter von 4 bis 6 Wochen).

Bei dieser Gelegenkeit auch ein Blick auf weitere Nester im Bereich von Freiburg (laut Infos der Stadt 2020). In Freiburg gibt es insgesamt 26 Nester. Davon allein 15 auf dem Mundenhof, alle besetzt mit Brutpaaren und 33 Jungstörchen als Nachwuchs. Riegel hat 12 Nester, in Reute liegen 14 Nester auf zwei Ortsteile verteilt.