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Wanderung zur Eröffnung der Kaiserstuhltage in Nimburg

Bericht im Bürgerblättle 240, Okt. 2016


Am Wochenende 16./17. Juli waren die Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils Betzenhausen/Bischofslinde zu den Kaiserstuhltagen eingeladen, die ihre Partnergemeinde Teningen im Ortsteil Nimburg ausrichtete.

Die Wanderung wurde bereichert durch viele Geschichten, die sich im Teninger Allmend ereignet haben.  Herr Armbruster hat mir dankenswerter Weise seinen Bericht zu dieser Wanderung überlassen. Die Wanderung führte uns auf überwiegend schattigen Waldwegen nach Nimburg. Hier der Bericht von Herrn Kurt Armbruster:

D’Teninger Allmend: Ein Wald mit vielen Geheimnissen

Fast jeder kennt die Teninger Allmend, doch nur wenige wissen, was es dort an Geschichte und Natur zu entdecken gibt. Der Wunsch, das alles zu erfahren und sich dabei zu bewegen hat bei schönstem Sommerwetter eine stattliche Anzahl von Wanderern in die Teninger Allmend gelockt. Geführt von Kurt Armbruster, Kaiserstühler Gästeführer lernten sie den heimischen Wald näher kennen. Die Teninger Allmend ist das größte zusammenhängende Auenwaldgebiet zwischen Basel und Karlsruhe. Die Geschichte zur Allmend erklärte Armbruster den Teilnehmern beim Teninger Trimm-dich-Pfad.

Bis  1787  war er komplett im Besitz des Markgrafen von Baden, der damals Teile der Allmend den Gemeinden als Nutzwald überließ. Das Innere als „Filetstück“ blieb in seinem Besitz, bis er aufgrund politischer Veränderungen zum Staatswald wurde. 1400 Hektar – also in etwa 1600 Fußballfelder! – umfasst die Allmend-Fläche, doch sie schrumpft von Jahr zu Jahr. „An allen Seiten wird geknappert“, berichtet Kurt Armbruster. “In den vergangenen 100 Jahren gingen in der Allmend 200 Hektar Wald durch Neubaugebiete, Straßen, Gewerbe und Industrie verloren“, erklärte er weiter. Das letzte große derartige Projekt war die Erweiterung der Firma Graf an der Autobahn zwischen Teningen und Nimburg. Doch es ist inzwischen gelungen, abgeholzte Flächen vollständig durch Wiederaufforstung auszugleichen.

Was Flora und Fauna betrifft, so besitzt der Wald einen große Anteil an Baumarten wie Eichen, Erlen, Eschen und Buchen, bedrohte Arten wie Hirschkäfer oder Fledermaus sind im Teninger Allmendwald ebenso zu Hause. Beim ersten Stopp wurde auf die Trinkwasserversorgung  der Gemeinde eingegangen. Aus zwei Tiefbrunnen wird das  Wasser ausschließlich aus dem Muschelkalk, ab einer Tiefe von 80 bis 107 Metern entnommen. Die Wasserversorgung unserer Bürger ist mit einwandfreiem Trinkwasser gewährleistet.

Einige Wanderer wollten über das Seegrasrupfen mehr erfahren und Armbruster ging gerne darauf ein. Das „Seegrasrupfen“ war in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein traditioneller Nebenerwerb in Teningen. Aus der im Allmendwald wachsenden langblättrigen, zähen Grasart wurden u.a. Seile für Getreidegarben und für den häuslichen Gebrauch wurden Strohschuhe, in Kriegszeiten, so auch während des 2. Weltkrieges wurden Matratzen für Lazarette und Truppenunterkünfte hergestellt.

In den Jahren um 1850 sollen jährlich 3000 bis 4000 Zentner gesammelt, zu Zöpfen verarbeitet und verkauft worden sein. So durfte um 1900 nur unter Aufsicht eine Waldhüters (heute Förster) gesammelt, zudem nicht gesichelt sondern nur gerupft werden. Von großem Interesse war die Geschichte  um das Bäckermaidli (Bäckermädchen).

1758 war ein Bäckermaidli von Nimburg nach Emmendingen unterwegs um Backwaren auszuliefern. Der Weg führte durch die Allmend. Aber es gab Räuber in diesem Waldstück und schon Tage vorher hatte man zwei fremde Reiter gesehen. Das Maidli hatte den Erlös der Backwaren gut unter ihrem Hut versteckt. Auf dem Rückweg wurde sie überfallen und ausgeraubt. Am anderen Tag wurde die Bäckermaid gefunden. Der Kopf war abgeschlagen und der Hut fehlte. An der Stelle, wo man das Mädchen fand steht ein alter Gedenkstein. Die Mörder wurden nie gefasst und die beiden Reiter nie mehr gesehen- so der Volksglaube.

Weiter gings auf labyrintischen Wegen, bei dem der eine oder andere schon einmal den Überblick verlor. Gut nur, dass Wanderführer Armbruster sich hier bestens auskennt. Einige Wege waren unzugänglich und die Teilnehmer wurden in eine richtige Auenlandschaft versetzt. Die Allmend sah im 18. Jahrhundert so aus – sie war deshalb nur schwer zugänglich und wurde entwässert. Weil der Grundwasserspiegel sank, werden heute die ehemaligen Entwässerungskanäle als Bewässerung genutzt.

Im Namen des Bürgervereins Betzenhausen-Bischofslinde bedankten sich Helmut Schiemann und Beate Diezemann im Namen der Wandergruppe bei Kurt Armbruster für die gelungene Führung.

Helmut Schiemann

Bürgerblättle 239
August / September 2016
PDF (5.00 MB)

Interviews als Rückblick auf die Landesgartenschau 1986

Im Jahr 2016 (also 30 Jahre nach der Ausstellung) ist es der Redaktion des Bürgerblättle gelungen, Herrn Dr. Rolf Böhme als damaligem Oberbürgermeister, Herrn Bernhard Utz, seinerzeit Gartenamtsdirekter und Techn. Geschäftsführer und Herrn Bernd Dallmann als damaligem Direktor der LGS, zu einem Kurzinterview für einen Rückblick zu gewinnen.

Beitrag aus Bürgerblättle 238, Juni 2016 und 239, Aug. 2016


Alt-Oberbürgermeister, Dr. Rolf Böhme (Mai 2016)

Was war Ihnen damals in Ihrer Funktion als OB wichtig?

Die LGS war ein Schritt zur Stadtentwicklung im Freiburger Westen. Das Gelände war bis dahin eine Kiesgrube. Die LGS sollte diese Fläche zu einer attraktiven Garten- und Parklandschaft umgestalten. Diese Absicht passte in die damalige Stadtpolitik zum Abbau des sog. Ost-West-Gefälles. Die gewollte Aufwertung des Freiburger Westens ist mit der LGS und dem heutigen Seepark gelungen. Gleichzeitig sollte auch das gebaute Blumenhaus später ein Bürgerhaus im Seepark für die benachbarte Bürgerschaft werden. Heute spricht niemand mehr von einem Ost-West-Gefälle und der Seepark ist eine Bereicherung für die ganze Stadt.

Was war Ihr persönliches Highlight?

Die Eröffnung der LGS war wunderschön, aber eigentlich war der Höhepunkt die ganze Reihe von laufenden Ereignissen wie Musik- Sport und Bürgerfesten, Blumenschaus und Besuchen von hochrangigen Gästen wie vom Ministerpräsident Späth oder Treffen mit unseren Partnerstädten und ihren Bürgermeistern. Die Veranstaltungen waren von der LGS mit den beteiligten Ämtern und benachbarten Bürgervereinen Betzenhausen-Bischofslinde und Mooswald bestens organisiert. Die Heiterkeit und gute Stimmung waren durchgehend. Auch im Rückblick bleibt die LGS eine gute Zeit und ein Prestigegewinn für die Stadt.

Was hat Sie damals beeindruckt ?

Die Akzeptanz und Besucherzahlen von der Bürgerschaft und vielen Gästen der LGS. Der Zuspruch, ja oft Begeisterung war immer wieder beeindruckend. Auch von unseren Gästen. So statteten alle Partnerstädte von Freiburg der LGS einen Besuch ab, ebenso die Zähringerstädte und Nachbarstädte vom Oberrhein. Eine Vertretung von Basel kam sogar mit dem Fahrrad. Und die Partnerstädte prägten die LGS auch mit, am deutlichsten die Japaner aus Matsuayma durch ihr Geschenk des Baus des Japanischen Gartens, der bis heute ein Juwel ist im Seepark.

Woran lag es, dass diese LGS – trotz des damaligen Supergaus Tschernobyl – ein nachhaltiger Erfolg wurde?

Die Zusammenarbeit aller Beteiligten war hervorragend. Die verantwortliche LGS arbeitete mit dem Bürgermeisteramt und den Gruppen vor Ort Hand in Hand, vor allem mit den Bürgervereinen. Jedes Wochenende wurden neue Events angeboten, auch das spätere Seenachtsfest im Seepark nahm damals seinen Anfang. Aber die Gestaltung des Seeparks selbst durch das Garten- und Planungsamt war ebenfalls optimal. Man schaue nur einmal noch heute vom Bürgerhaus Seepark in Richtung See und Achse Stadtmitte zum Münster und auf den Seiten die vielfachen kleinen Bauten am See, dann übergehend in eine Wohnbebauung – das Ganze war ein ganz großer Wurf!

Welche Bilanz ziehen Sie heute?

Die LGS war vom Publikumsbesuch ein Volltreffer und hat die Lebensqualität der anliegenden Stadtteile mit dem heutigen Seepark wesentlich verbessert, zum Nutzen der dortigen Bürgerschaft, aber auch der
ganzen Stadt. Was bleibt nach 30 Jahren? Damals hieß es : Go West. Das gilt heute noch.


Interview mit Herrn Bernd Dallmann, Chef der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH (2016).

Herr Dallman, Sie waren damals Direktor der LGS, was waren Ihre Aufgaben vor –  und während  der dieser Zeit?

Meine Aufgaben begannen schon etwa anderthalb Jahre vor Beginn der LGS. Ich war mit meinen Mitarbeitern zuständig  für die Werbung, die Vermarktung, für das Marketing und besonders für die Organisation der zukünftigen Veranstaltungen. So habe ich z. B. viele Vereine in Stadt und Land, vom Bürgerverein, über Kleintierzuchtverein bis hin zum Briefmarkenverein besucht und dort über die künftige Gartenschau informiert und für den Besuch geworben. So haben wir dann in den 156 Tagen der LGS –  oftmals bis zu 20 verschiedene Veranstaltungen am Tag –  insgesamt waren es 3500 –durchführen können. Das waren Vorführungen, Modenschauen,  Musikveranstaltungen, die Hallenblumenschauen oder Ikebanavorführungen.

Was war in dieser Zeit der LGS für Sie besonders wichtig?

Die LGS  hatte ja eine „Funktion“ und eine „Aufgabe“:wiezeigen wir neue Natur, wie bekommen wir die Leute problemlos zu uns, wie zeigen wir den Besuchern aus „dem Ländle“, aus Frankreich oder der Schweiz den Weg zu uns, welchen Anreiz für eine Reise zur LGS geben wir ihnen?. So haben wir z, B.  Vereinen die uns besuchten, jeweils  zwei Personen freien Eintritt gewährt. Wir hatten auch ein ausgeklügeltes Busparkplatzsystem erarbeitet, die Mundpropaganda funktionierte.

Was waren für Sie – Herr Dallmann –  die HIghlights in dieser Zeit?

Wir hatten einen verhaltenen Vorverkauf an Dauereintrittskarten, nach Pfingsten zog dann der Verkauf von Dauerkarten an, es gab einen starken „Stimmungsumschwung“ bei den Besuchern, begünstigt auch durch das Wetter. Da war für mich dann ein Höhepunkt ein „Bad in der Menge“. Wenn ich mal so richtig gestresst war, habe ich mich an ein Kassenhäuschen gestellt und die „Menge“ der Leute an mir vorbeiziehen lassen: das war ein Highligh für mich. Es war auch  beeindruckend, dass  es nach dem schlimmen Unglück von Tschernobyl  kaum einen spürbaren Besucherrückgang gab. Wir haben mit intensiven Arbeiten die Leute überzeugen können, dass ein der Besuch der Anlagen ungefährlich ist. So haben wir u.a. alle Rasenflächen kurz gemäht und das Mähgut vernichtet, wir haben die Sandflächen ausgetauscht und die Wege z. T. erneuert. Die  Leute haben unsere Bemühungen mit ihrem Besuch belohnt.

Woran – glauben Sie –  lag es, dass diese LGS so einen nachhaltigen Erfolg hatte?

A und O war wohl die Auswahl, die Lage, die Urbarmachung des Kieswerkes mit dem schönen Hintergrund des Schwarzwaldes, und das Konzept des Geländes. Die Absicht der Planer und Gestalter war, eine Gartenanlage zu schaffen, die gut erreichbar war, freie Zugänglichkeiten bot und während der Schau in einem Rundgang alle Gestaltungsobjekte erreichbar machte. Die Besucher wollen nicht längere „Zwischenwege“ machen, um von einem „Projekt“ zum Anderen gehen zu müssen. Auch war der natürlich belassene See mit den verschiedenen Aus – und Einblicken und den hinzugefügten, reizvollen kleinen Bauten  und dem Pontonsteg ein besonderer Mittelpunkt.  Der Freiburger Westen brauchte solch einen Park und die Menschen nutzen ihn nun zu jeder Jahreszeit.

Welche Bilanz ziehen Sie heute – dreißig Jahre nach der Gartenschau?

Es ist ein wunderschönes Naherholungsgebiet geworden, es kein gibt keinen schöneren Park in Freiburg.

Herr Dallmann, es war sehr schön, mit Ihnen diese Erinnerungen noch einmal „nachgeholt“ zu haben, danke für das Gespräch.


Interview mit Herrn Bernhard Utz (2016)

Herr Utz, Sie waren zur Zeit der LGS  der Technische Direktor der Gartenschau, was waren da Ihre Aufgaben vor und während der LGS?

Für mich war es wichtig den Plan der Gartenarchitekten umzusetzen, das bisherige Kieswerkgelände  sowohl für die LGS, als auch für die Zukunft zu gestalten. Ich war  verantwortlich für die Durchführung  guter Arbeiten der verschiedenen Firmen um das „Brachland“ zum grünen und blühen zu bringen.

Besondere Aufmerksamkeit  musste ich für das  Kunstkonzept mit den verschiedensten Bauten, z.B. dem Tempelchen, dem Forsthaus, dem Eingangsbereich an der SGA, dem Turm oder der „Arche“  aufbringen.

Was war in diesen Monaten für Sie besonders wichtig?

In der Zeit der LGS geschah die große Katastrohe in Tschernobyl und es war meine Aufgabe, die Qualität der Anlagen genauestens zu prüfen, zu erhalten und den Besuchern unsere „Ersatz“- Arbeiten verständlich zu machen. Die Pflege der Blumenrabatten, besonders der Rosenbeete und der Einjahrespflanzungen, sowie der Stauden, lag mir sehr am Herzen. Von großer Bedeutung war auch die Vielseitigkeit der verschiedenen Hallenschauen.

Was waren für Sie persönliche Highlights, bzw. Höhepunkte?

Das waren u.a. die Begegnungen mit international anerkannten Künstlern und Architekten  z.B. der des „Tempelchen“, des „Forsthauses“ mit der Verwendung von heimischen Douglasienholz  oder auch dem Gestalter der „Stehle“. Auch die Anlage des „Mammutbaumwäldchens“, und die Anlage  der „Fähre“ über den See  waren besondere Höhepunkte.

Woran – glauben Sie – lag es, dass diese LGS solch einen großen und nachhaltigen Erfolg hatte?

Es war unser Konzept, einen Park für den Westen der Stadt mit einer guten und schnellen Anbindung an die Innenstadt zu schaffen. Dann war es auch die gute „Mischung“ von Wasser – Grün für Alle – Sport , Spiel und Schule mit der angrenzenden, sich ausweitenden  Bebauung zu schaffen. Dazu kam die neue, gute Anbindung an den ÖNPV und nicht zuletzt der wunderbare Hintergrund des Schwarzwaldes.

Welche Bilanz ziehen Sie heute nach 30 Jahren?

Entstanden ist ein Zukunftsträchtiger Park  in der Nähe der Stadt, mit seiner Bekanntheit über die Ländergrenzen hinweg. Wie wahr ist  der Spruch auf der Tafel an der „Stehle“ von Lina Ritter:

Vielen Dank, Herr Utz, für dieses Gespräch. Vielleicht treffen wir uns mal bei einem zufälligen Rundgang in unserem schönen Park.

 

Störche auf St. Thomas 2016

Bericht im Bürgerblättle 239 (Aug. 2016)


2-5-4…das nicht das neue Spielkonzept von Jogi Löw, nein, es gibt die Entwicklung der Storchenfamilie auf dem St. Thomas Turm wieder.

Zunächst waren da nur die 2 Brutstörche, die sich schnell entschieden ihr neues Heim auf dem frisch sanierten Turm samt Nest aufzuschlagen. Wie Storchenvater
Gustav Bickel mitteilt, waren die beiden schon 2015 auf dem St. Thomas-Nest. „Der eine ist auf dem Holzmast vom Mundenhof 2012 geboren, der andere auf dem Kirchturm in Märkt bei Lörrach 2013“, ergänzt Gustav Bickel.

Bald konnte man in Betzenhausen das Klappern der Störche deutlich hören und der Nachwuchs ließ auch nicht lange auf sich warten. Zunächst waren es drei Jungstörche, die Wind und Wetter trotzen und von Eltern gut versorgt werden konnten.

Am 11. Juni 2016 machte sich Gustav Bickel auf, um die 3 Jungstörche zu beringen, was ohne Probleme gelang. Doch es sollte nicht lange dauern, bis der jüngste
Jungstorch verstarb. Am 16. Juni musste Gustav Bickel noch einmal auf den Turm, um den zweiten toten Jungstorch zu bergen. Bei dieser Gelegenheit er hat
auch gleich das Nest gereinigt. Dies war dringend notwendig, da in Folge der starken Regenfälle das Wasser im Nest stand und nicht mehr abfloss. Die beiden verbleibenden Jungstörche entwickeln sich prächtig und starten schon mit den ersten Flugversuchen.

Flugdrohne stört Störche Leider wurde die Ruhe der Storchenfamilie durch eine ferngesteuerte Drohne gestört. Die Tiere werden durch diese doch lauten Fluggeräte verunsichert und geraten in Panik. „Storchennester sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützte Nist- und Brutstätten“, sagt Gustav Bickel und weist darauf hin, dass es nach Artenschutzgesetz und Naturschutzgesetz streng verboten ist mit Fluggeräten über Brut- und Nistplätze zu fliegen.

Dank an Spenderinnen und Spender Wir möchten uns an dieser Stelle bei den vielen Spenderinnen und Spendern bedanken, die das Projekt finanziell unterstützt haben. Zunächst wurden die Spenden für die Webcam und verschiedene technische Geräte, wie zum Beispiel den Router verwendet. Als nächste Aktion steht an, die Leitungen, die momentan noch recht lose im Kirchturm herumhängen, professionell zu versorgen. Ferner suchen wir noch einer Lösung, den Turmaufstieg (insbesondere zwischen den Glocken hindurch) durch das Anbringen einer Leiter etwas zu erleichtern und sicherer zu gestalten.

Wir freuen uns über weitere Spenden

Text: Nicolai Bischler, Fotos: webcam, Gustav Bickel


Neujahrsempfang 2016

Mit der Kernforderung nach mehr ernst gemeinter Bürgerbeteiligung startete der Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde in das Neue Jahr 2016.

Nicolai Bischler stellte die Frage, ob es wirklich der richtige Weg sei, „alles zu bebauen, was bebaubar ist. Beton und Steine alleine sind doch noch kein tragfähiges Konzept!“, so Bischler. Er sprach sich dafür aus, nicht nur in Fragen der Baupolitik, sondern auch im Bereich Verkehr und in Sachen Naturbad, die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger ernster zu nehmen und sie frühzeitig mit einzubeziehen.

Bischler nannte aber auch positive Beispiele der Zusammenarbeit von Stadtverwaltung und Bürgerverein. Im Rahmen des Zentren-Aktivierungs-Konzepts (ZAK) bestehe eine gute Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Ämtern und dem Bürgerverein und der Interessensgemeinschaft SUBI.

Das St. Thomas Projekt konnte letztes Jahr erfolgreich abgeschlossen werden. Hier dankte Bischler dem Gebäudemanagement der Stadt Freiburg aber insbesondere auch den ausführenden Architekten Herrn Duy Pham (für die Stadt Freiburg) und Herrn Klaus Kaulard (für das Erzbischöfliche Bauamt). Ein ganz besonderer Dank ging an Klaus Dages, der als „Capo vor Ort“ Ansprechpartner für die großen und kleinen Sorgen der Handwerker war.

Der Vorsitzende konnte neben Herrn Bürgermeister Ulrich von Kirchbach auch Teninges Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker begrüßen. Bürgermeister von Kirchbach ging in seinem Grußwort auf die Flüchtlings- und Wohnungssituation in Freiburg ein. Nichts zu tun, die Dinge auszusitzen, ist seiner Meinung nach der falsche Weg. „Die Stadtverwaltung muss handeln – sonst würde das in einer sozialen Katastrophe enden.

Teningens Bürgermeister, Heinz-Rudolf Hagenacker, forderte zu mehr interkommunaler Zusammenarbeit auf. Und auch gegenüber Bund und Land müsse die Region stärker als eine Einheit auftreten, denn in Teningen gebe es ähnliche Probleme wie in Betzenhausen, so zum Beispiel eine alternde Infrastruktur. Auch mit fehlenden Wohnungen und hohen Preisen habe die Gemeinde genauso zu kämpfen wie die Stadt Freiburg.

Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang durch den gemischten Chor der Chorgemeinschaft Nimburg, der dem Abend eine ganz besondere Note gab.

In den Grußworten bedankte sich zum einen Pfarrer Koffler von der Seelsorgeeinheit Freiburg-Nordwest für die Unterstützung bei der Sanierung der St. Thomas Kirche. Die Nachbarbürgervereine aus Landwasser und Mooswald machten in ihren Grußworten ebenfalls die starke Neubebauung im Freiburger Westen zum Thema und kritisierten, dass damit mehr und mehr Freiflächen verloren gingen. Für das geplante dritte und vierte Gleis der Rheintalbahn sei als Ausgleich die Dreisam im Freiburger Osten renaturiert worden obwohl durch die Planungen der Westen der Stadt betroffen sei, bemängelte Dieter Dormeier, der stellvertretende Vorsitzende des Bürgervereins Landwasser: „Das ist ein Schildbürgerstreich.“

Die besten Wünsche zum neuen Jahr überbrachten auch die Nachbargemeinde Lehen, die Arbeitsgemeinschaft Freiburger Bürgervereine, sowie die Flüchtlingsinitiative „Mosaik am Mittwoch“, die sich vorstellten. Ein Neujahrsgruß kam sogar aus dem fernen Afrika: der katholischen Priester Abbé Alphonse Ndabiseruye aus Burundi, der einige Jahre in St. Albert tätig war und derzeit in Freiburg zu Besuch ist.

Neujahrsempfang 2015

Neben Bürgermeisterin Gerda Stuchlik, dem Teninger Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker und der Landtagsabgeordneten Gabi Roland konnte der Vorsitzende des Bürgervereins Betzenhausen-Bischofslinde, Nicolai Bischler, viele Gemeinderäte sowie Vereinsvorsitzende und viele Gäste im Bürgerhaus am Seepark begrüßen.

An Themen mangelt es in Betzenhausen-Bischofslinde nicht: Auch wenn die Drucksache für den Gemeinderat in Sachen Zentren-Aktivierungs-Konzept verschoben wurde, liegt wohl alles im Zeitplan. Für die Ausführungsplanung wurde ein weiteres Büro beauftragt, und das Garten- und Tiefbauamt ist nun mit der konkreten Kostenberechnung zugange. Baubeginn wird nicht vor 2016 sein; »aber bitte auch nicht später«, ergänzt Bischler in seiner Ansprache. Bischler bedankte sich bei Herrn Strittmatter vom Amt für Projektentwicklung und Stadterneuerung und der Interessengemeinschaft SUBI für die gute Zusammenarbeit.

Auf gemeinsame Veranstaltungen in diesem Jahr freuen sich der Bürgerverein und auch Bürgermeister Hagenacker »Die Partnerschaft wird gelebt und das ist gut so!«. Auch der Stadtteil-Treff Betzenhausen-Bischofslinde im Haus Albert wird gut angenommen. Hier bedankte sich Bischler ganz besonders bei seiner Stellvertreterin Beate Diezemann für ihr großes, kontinuierliches Engagement bei der Arbeit im Café und mehr.

Nicht erfreulich ist dagegen die Entwicklung in Sachen Naturbad! Die Stadt Freiburg hat den Prüfungsauftrag vorerst einmal negativ beschieden. Damit werden sich der Bürgerverein und der Freundeskreis Freibad West nicht abfinden!

St. Thomas soll schöner werden! Die Kirchengemeinde Hl. Familie hat im Herbst letzten Jahres beschlossen, trotz knapper Kassen auch die Fassade des Kirchenschiffs von St. Thomas zu sanieren. Der Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde hat sich entschlossen, die Kirchengemeinde bei diesem finanziellen Risiko, das wesentlich dem Ortsbild von Alt-Betzenhausen zugute kommt, mit verschiedenen Aktionen zu unterstützen: Auch auf dem Neujahrsempfang fanden noch einige Kalender und Orgel-CDs regen Absatz. Nicolai Bischler bedankte sich bei Helmut Schiemann und Nico Schulze, die den Kalender erstellt haben.  eiter konnten die Besucher des Empfangs das Original-Bild von Hartmann Litschel bewundern, das zum Verkauf angeboten wird.

Aber es gab noch ein weiteres Highlight: Die Besucherinnen und Besucher des Empfangs konnten sich ein Stück St. Thomas mit nach Hause nehmen. Die 15-jährige Marie Engelhard hatte nämlich die Idee,  Dachziegel von St. Thomas mit einem Siegel zu versehen und zum Verkauf anzubieten.

In ihrem Grußwort versprach Bürgermeisterin Gerda Stuchlik, dass die Idee des Zentrenaktivierungskonzeptes (ZAK) nicht verloren gehe. Sie appellierte an die Bürger, sich auch in Zukunft einzubringen: sei es bei den Haushaltsberatungen oder beim Bürgerentscheid für das SC-Stadion. Die Bürgermeisterin konnte den Bedarf für das Freibad West gut nachvollziehen – bat aber um Geduld. In den Grußworten standen das Freibad ebenso im Mittelpunkt wie das Thema der Bürgerbeteiligung. Folkmar Biniarz vom Vorstand des Bürgervereins Landwasser wünschte sich: »Ich möchte den Bau des Bades noch erleben.«

Weitere Grußworte kamen von Lehens Ortsvorsteher Bernhard Schätzle, von den Kirchengemeinden durch Pfarrer Ewald Förschler, vom Angelsportverein mit seinem Vorsitzenden Franz Bühler und von Heinz-Rudolf Hagenacker, dem Bürgermeister von Teningen: »Unsere Partnerschaft lebt«, sagte Hagenacker. Das spüre er im Alltag der Menschen, aber auch bei der politischen Zusammenarbeit.

Mit Werken von Jean Baptiste Lully, Johann Sebastian Bach sowie Johann und Joseph Strauß umrahmte das Kammerorchester Landwasser unter der Leitung von Eduard Münch den Abend und gab ihm so eine ganz besondere Note.

Nach dem offiziellen Teil gab es reichlich Zeit zum Gedankenaustausch – bei einem guten Glas Wein und Hefezopf.

 

Zentren-Aktivierungs-Konzept (ZAK)

Handel und Dienstleistung sind wichtig für Stadtteilzentren; bei fehlender Nahversorgung besteht die Gefahr, dass auch die Wertigkeit eines Stadtteils insgesamt verloren geht. Auch für die Stadtteilzentrum von Betzenhausen-Bischofslinde mit den Bereichen Obere Sundgauallee und Bischofslinde ist ein Strukturwandel zu befürchen.

Diese Gedanken führten in den vergangenen Jahren immer wieder dazu, sich über Fragen wie diese Gedanken zu machen:

  • Wie bleibt unser Stadtteil als Wohngebiet attraktiv?
  • Wie kann die Nahversorgung im Stadtteil erhalten und sogar gestärkt werden?
  • Wie können wir den öffentlichen Raum attraktiver und funktionaler gestalten ?
  • Ist die Straßenraumgestaltung noch zeitgemäß im Bezug auf den aktuellen Verkehr und umweltfreundlichere Lösungen in der Zukunft?
  • Wie lässt sich private Engagement stärken werden?

Als im Jahr 2007 die Planungen für ein neues Einkaufszentrun auf dem Brielmanngelände an der Berliner Allee konkreter (die heutigen “Westarkaden”), sahen viele Bewohner von Betzenhausen-Bischofslinde darin auch eine Bedrohung für die Attraktivität der Nahversorgung im eigenen Stadtteil. Das zeigte sich spätestens im Rahmen eines Bürgergesprächs im März 2007, das gemeinsam mit dem Bürgerverein Mooswald veranstaltet wurde. Der Bürgerverein teilte diese Bedenken und drängte die Stadt Freiburg zu handeln.

Als ein Ergebnis entstand das sog. “Zentren-Aktivierungs-Konzept (ZAK)” für Betzenhausen-Bischofslinde: ein Handlungskonzept für Umgestaltungen im Stadtteil, dessen konzeptionelle Ideen im Endbericht (PDF) zusammengefasst sind. Die Ausarbeitung war auch Voraussetzung für eine Teilnahme am Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ war. Diese Förderantrag wurde im Oktober 2009 vom Gemeinderat beschlossen. Mit Realisierung des ZAG gründete sich 2012 auch die Interessengemeinschaft SuBi “Sundgauallee – Am Bischofskreuz” mit Gewerbetreibenden, Dienstleister und Gastronomen, um den Umgestaltungsprozess zu begleiten.

Die vorgesehene Umgestaltung gliedert sich in mehrere Bauabschnitte (hier jeweils mit einem Link auf die zugehörige Projekt-Seite beim Amt für Projektentwicklung und Stadterneuerung der Stadt Freiburg, APS):

Neugestaltung ‘Platz am Bischofskreuz’ (2013)

Die Umbauarbeiten wurden nach rund dreimonatiger Bauzeit im Juni 2013 abgeschlossen. Der neues gestaltete Platz wurde am 20. 6. 2013 mit einem Fest eingeweiht, bei dem auch Bürgermeister Prof.
Dr. Haag anwesend war. Anlässlich der Einweihung des neuen Platzes hatte der Bürgerverein auch um Vorschläge für die Namensgebung gebeten: letztendlich entfielen die meisten Stimmen auf »Platz am Bischofskreuz« als Vorschlag des Bürgervereins.

Umgestaltung der oberen Sundgauallee mit Erneuerung VAG Haltestelle Betzenhauser Torplatz (2016)

Hier dominierte über Jahrzehnte der Eindruck einer breiten Verkehrsschneise, die selbst an der Haltestelle nur schwer und unter Gefahren zu überqueren war. Überhaupt zeigten sich Teile der Sundgauallee in einem unattraktiven und verwahrlosten Zustand. Dazu Unrat, Matschflächen bei Regen und defekte Betonumrandungen von Pflanzen. Nicht unbedingt eine Einladung zum Verweilen. Eine ausführliche Beschreibung vom Ist-Zustand ist z.B. im Bürgerblättle 194 vom Febr./März 2009 zu finden. Es gab immer wieder Unfälle; im Okt. 2009 verunglückte ein 16-jähriges Mädchen tödlich an der Haltstelle: auch das eine Mahnung, endlich etwas zu unternehmen (siehe Bürgerblättle 199, Dez. 2009)

Die Umbauarbeiten für diesen Bauabschnitt wurden im Nov. 2016 fertiggestellt und dauerten über ein halbes Jahr; siehe ausführlichen Bericht zur Freigabe hier...

Die Haltestellen der Stadtbahn auf Höhe des Betzenhauser Torplatzes sind jetzt versetzt angeordnet und auseinander gezogen. Dazwischen können Menschen zu Fuß oder per Rad die Sundgauallee breitflächig queren. Im Haltestellenbereich gilt eine neue 20er-Zone für den Autoverkehr um die sichere Querung ohne Ampel für Fußgänger zu erlauben. Für Blinde, Sehbehinderte und Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist eine Signalanlage für die Fahrbahnen eingerichtet; sie ist im Regelzustand dunkel und nur auf Anforderung aktiv – eine sogenannte schlafende Bedarfsampel.

Platzgestaltung Betzenhauser Torplatz  (ab Herbst 2020)

Vor der Landesgartenschau 1986 hatten sich die Organisatoren überlegt, wie der Haupteingang zu diesem Großereignis zu gestalten wäre. Man entschied sich für einen Entwurf des Ulmer Künstlers und Architekten Hans Dieter Schaal mit 4 symbolischen, großen Torelementen aus Holz. An denen zwischenzeitlich der Zahn der Zeit seine Spuren hinterlassen hat. Schon im Bürgerblättle März/Juni 2004 stellte der Bürgerverein fest: “Einst war dies … ein ansehnliches Kunstwerk… Doch heute, und dies schon seit einigen Jahren, ist es eher ein Schandfleck geworden.”

Heute wird der Betzenhauser Torplatz kaum noch als Platz wahrgenommen und ist erst recht kein attraktiver Aufenthaltsbereich. Das neue Gestaltungskonzept ohne Holzkunstwerke versucht den Betzenhauser Torplatz mit der gegenüberliegenden Straßenseite gestalterisch zu verknüpfen und damit auch die trennende Wirkung der Sundgauallee zu mindern. Der Künstler Hans Dieter Schaal hatte seine Installation ohnehin nur als temporäres Werk gesehen.

Leider konnten die Neugestaltung bisher nicht wie geplant erfolgen: der Platz ist zu etwa einem Drittel auf nicht-öffentlicher Fläche und die zugehörigen Wohnungseigentümer wollten den Plänen der Stadt nicht gesamthaft zustimmen. Aus diesem Grunde wird es zu einer eingeschränkten Lösung kommen (geplante Fertigstellung bis 2021).

Umgestaltung untere Sundgauallee / Bischofslinde

Vermutlich ist 2024/2025 mit VAG-Maßnahmen zur Erneuerung der Haltestelle “Platz am Bischofskreuz” zu rechnen; abhängig wohl auch vom Baufortschritt bei der StuSie. Vorher ist nach aktuellem Stand auch nicht mit einem signalgesteuerten Fußgängerübergang an bei der Esso-Tankstelle zu rechnen. Weitere Einzelmaßnahmen dürften die Verbesserung der Radwege betreffen als Radschutzstreifen auf der Sundgauallee.

Offenes Thema ich auch die durchgängige Radverbindung ab Rathaus im Stühlinger in Richtung Betzenhausen: heute ist die Radverbindung auf der Südseite ausgeschildert, denn auf der nördlichen Seite (eigentlich verkehrstechnisch die korrekte Seite) endet der Radweg an einer Fußgängerbrücke zur Unterführung Berliner Allee. Eine ebenerdige Verbindung über die Berliner Allee als sinnvolle Alternative ist im Radverkehrskonzept Freiburg 2020 vorgesehen als Teil der Route “BIO” (Betzenhausen – Innenstadt – Oberau): eine Umsetzung dürfte erst mit dem Baugebiet Kleinescholz bzw. dem zweiten Bauabschnitt zum Rathaus im Stühlinger erfolgen.


In viele Details und Gestaltungsschritte zum ZAG war der Bürgerverein und auch die Händlergemeinschaft SuBi eingebunden. Aber viele Schritte zur Realisierung erfolgten in breiter und aktiver Bürger-Beteiligung im Stadtteil; einige Beispiele:

  • Bürgerveranstaltung Mai 2012 mit Vorstellung des Stadträumlichen Gestaltungskonzeptes und  Ideen zur Umgestaltung der Sundgauallee und VAG Haltestelle.
  • Informationsveranstaltung und Bürgerbeteiligung Febr. 2014 mit Stand zum Verkehrs- und Freiraumkonzept sowie Stand der Planungen.
  • Torplatz: erste Bürgerbeteiligung zur Umgestaltung im Juni 2014 mit Präsentation und Workshop.
  • Sundgauallee – VAG Haltestelle: Informationsveranstaltung April 2015 mit Themen Verkehrsplanung und Stand im Planungsprozess
  • Sundgauallee – VAG Haltestelle: Bürgerveranstaltung März 2016 zum Stand der Umbaumaßnahmen und Bauablauf.
  • Torplatz: Bürgerveranstaltung Sept. 2017 zur Umgestaltung Betzenhauser Torplatz insbesondere mit Zusammenfassung der Workshop-Ergebnisse.

Alle weiteren, öffentlich zugänglichen Unterlagen sind auf der zugehörigen Projekt-Seite der Stadt Freiburg zum ZAK zu finden, inklusive Beschlüssen des Gemeinderats bzw. beteiligter Ausschüsse, u.a.  siehe hier ...


Nov. 2016: Freigabe der Sundgauallee nach monatelangen Baumaßnahmen, in denen die Strasse teilweise sogar komplett gesperrt war. Zentrale Punkte:

  • Der eigentlichen Baubeginn war am 4. April 2016, aber zuvor wurde schon viele Wasser- und Engergie-Leitungen verlegt. Es folgten die Straßen- und Gleisbauarbeiten in drei Phasen.
  • Bis zu den Sommerferien wurden Randbereiche mit Privatflächen umgestaltet; es folgten Parkstreifen, Gleisbau sowie die VAG Straßenbahnhaltestellen.
  • Ab 12.September konnte die Straßenbahn wieder fahren, danach folgten Fahrbahn und Gehwege.
  • Es wurden die Gleise samt Anlagen zwischen Paduaallee und Angelus-Silesius-Straße auf einer Länge von 530 Metern erneuert.
  • Bürgerverein, IG Subi, Stadt,Freiburger Verkehrs AG (VAG) entwickelten gemeinsam Informationsfaltblätter und Baustellenschilder.

Ein paar technische Daten: 6.300 Meter Kabelleerrohre, 2.000 Meter Bordsteine, 4.300 Quadratmeter Pflasterbeläge neu verlegt, 1020 Meter Doppelgleis, 280 Schienenschweißungen, 3.550 Quadratmeter erneuerter Rasenbahnkörper…

Juni 2018: die Umgestaltung des Torplatzes ist leider nicht wie geplant möglich.

Wohnungseigentümer stimmten den Plänen nicht zu, die auch ihre Flächen betreffen (etwas ein drittel des Platzes ist auf nicht-öffentlicher Fläche).

 

 

 

Planungen zur Neugestaltung der Sundgauallee und des Betzenhauser-Torplatzes vorgestellt

Beitrag im Bürgerblättle 225, April / Mail 2014


Knapp 200 Mitbürgerinnen und Mitbürger nutzten die Gelegenheit sich bei der Bürgerversammlung am 12. Februar im Bürgerhaus im Seepark die neuesten Ideen zur Planung der Sundgauallee und des Betzenhauser Torplatzes zunächst anzuhören, um im Anschluss darüber gemeinsam zu diskutieren. Neben Herrn Robert Staible (Amtsleiter im Amt für Projektentwicklung und Stadterneuerung (APS)) und Herrn Yves Strittmatter (APS), informierten von Seiten der Stadtverwaltung Herr Matthias Fridrich (Stadtplanungsamt) und Herr Hendrik Schmitt-Nagel (Garten- und Tiefbauamt).

Zu Beginn der Versammlung wurden die Ziele und Bausteine des Zentren-Aktivierungs-Konzepts Betzenhausen-Bischofslinde (ZAK) vorgestellt. Neben bisher Erreichtem ging es insbesondere um die Ideen zur Umgestaltung der Sundgauallee und des Betzen­hauser Torplatzes. Seit Juli 2013 wurden zwei Planungsvarianten für die Sundgauallee erarbeitet.

In unterschiedlicher Ausprägung weisen diese gemeinsame Merkmale auf:

Die Konzeptplanungen bezieht sich in beiden Varianten auf die Sundgauallee zwischen Bischofskreuz und Dietenbach‑/ Hofackerstraße sowie auf den Betzenhauser Torplatz. Um einen städtebaulich maximalen Effekt zu erzielen, erwähnten die Planer immer wieder die gewählte Vorgehensweise einer raumübergreifenden Planung von Hauskante zu Hauskante – also auch unter Miteinbeziehung privater Räume (bspw. die Geschäftsvorzonen der Südseite). Dies soll dazu dienen über die gesamte Breite der Sundgauallee ein ansprechendes Erscheinungsbild zu schaffen.

Beide Varianten sehen als herausstechendes Merkmal die Reduzierung der heute auf der gesamten Länge vorhandenen Linksabbiegespuren vor. Vor dem Hintergrund des Verkehrsflusses sollen die Linksabbiegespuren zwar auch zukünftig in den Kreuzungsbereichen erhalten bleiben – jedoch auf den langen Geraden der Sundgauallee eine Einspurigkeit je Fahrtrichtung umgesetzt werden. Durch diese Reduzierung entsteht mehr Platz für andere Verkehrsmodi und Nutzungen. RadfahrerInnen bspw. sollen zukünftig die Möglichkeit erhalten auf einem gesonderten Radfahr- oder Schutzstreifen innerhalb der Fahrbahn den Stadtteil zu durchqueren. Damit soll die Konfliktsituation zwischen Durchgangsradlern und einkaufenden Passanten unmittelbar vor den Geschäften entschärft werden. Dennoch sieht Verkehrsplaner Dr. Baier (Büro BSV aus Aachen) die Möglichkeit, auch im Seitenbereich eine Radspur für diejenigen RadlerInnen anzubieten, die sich in den Geschäften versorgen wollen. Weitere Defizite, insb. in Punkto Verkehrssicherheit und Gestaltung, sollen mit beiden Planungsvarianten behoben werden, so bspw. eine verbesserte Radverkehrsführung und breitere Aufstellflächen in den Querungsbereichen.

Als wesentliches Merkmal sieht die Vorzugsvariante das Auseinanderziehen der Stadtbahnhalte­stellen am Betzenhauser Torplatz vor. Damit soll eine groß­zügige Querungsmöglichkeit zwischen den beiden Haltestellen geschaffen, die Nord- und Südseite der Sundgauallee besser verknüpft werden. Die Gestaltung dieses Bereichs soll sich zu diesem Zweck vom Umfeld deutlich abheben (bspw. durch Oberflächenbeläge). Dieser dann zwischen den zwei neuen Haltestellen großzügige Querungsbereich könne eventuell sogar ohne Lichtsignalanlagen auskommen, was auf diesem kurzen Abschnitt allerdings eine Drosselung der erlaubten Geschwindigkeit für Autofahrer auf max. 20 Km/h mit sich brächte. „Beispiele in anderen Städten haben gezeigt, dass dies hervorragend funktioniert und die verschiedenen Verkehrsteilnehmer mehr Rücksicht aufeinander nehmen“, erläuterte Dr. Baier.

Die beste­hen­de Stadtbahntrasse soll in der Vorzugsvariante stellenweise etwas verschmälert werden, um hierdurch Platz für an­dere wichtige Nutzungen zu gewinnen. So ist bspw. angedacht, die bestehenden Baum- und Grün­streifen großzügiger zu gestalten. Durch das Auseinanderziehen der Haltestellenbereiche werden einige beste­hen­de Längsparkplätze weichen müssen – dennoch sieht die Planung durch das Herstellen von Schräg­parkplätzen als Kompensation, eine mindestens ausgeglichene Parkplatzbilanz vor.

Die vorgestellte Basisvariante ist als Planungsalternative zu verstehen, welche sich funktional näher an der Bestandssituation orientiert. Die Haltestellenanordnung auf Höhe des Betzenhauser Torplatz wäre weiterhin parallel vorgesehen. Die Stadtbahntrasse bliebe in ihrer Breite so bestehen – es ergäben sich lediglich geringfügige Änderungen in der Linienführung. Alle öffentlichen Parkplätze wären weiterhin straßenparallel (längs) ausgerichtet. Der bauliche und finanzielle Aufwand in der Basisvariante wäre deutlich geringer.

Ein weiterer Diskussionsschwerpunkt war die Neugestaltung des Betzenhauser Torplatzes, welcher unabhängig der o.g. Planungsvarianten in der Sundgauallee umgestaltet werden soll. Herr Christian Korn (Planungsbüro Henne und Korn aus Freiburg) schlug vor, zwei der großen Holzkonstruktionen (urspr. aus der Landesgartenschau von 1986) zu entfernen, um einerseits Platz zu schaffen für andere wichtige Funktionen wie u.a. Sitzgelegenheiten, Feste oder einen Markt – aber auch um neue raumprägende Gestaltungsmerkmale zu schaffen und damit ganz neue Perspektiven zuzulassen. Der neue Torplatz im Zusammenspiel mit der auseinander gezogenen Straßenbahnhaltestelle und der neu gestalteten Südseite der Sundgauallee könnten infolge der Neugestaltung funktional wie auch gestalterisch als Einheit fungieren und somit das neue Zentrum in Betzenhausen-Bischofslinde markieren.

Für die Vorschläge und Ideen der beiden Planungsbüros gab es von allen Seiten deutliche Zustimmung und Lob – insbesondere zur Vorzugsvariante. „In Detailfragen sei man auf die Ideen der Menschen vor Ort angewiesen, sie seien die Experten“, so Robert Staible vom APS, womit er die Wichtigkeit einer transparenten Bürgerbeteiligung an diesem Planungsprozess noch einmal hervorhob.

Für den Bürgerverein Betzenhausen-Bischofslinde regte Nicolai Bischler an, während der Bauarbeiten eine Infobox aufzustellen, die auch personell besetzt ist, damit die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner bei Fragen einen Ansprechpartner vor Ort haben. Den Nutzen einer solchen Aktion haben die positiven Erfahrungen bei den Bauarbeiten in der Habsburgerstraße belegt.

Darüber hinaus forderte Bischler, die Laufzeit des ZAK und des damit verbundenen Geschäftsstraßenmanagements an die Laufzeit der Bauarbeiten anzupassen. „Es kann nicht sein, dass sich die Bauarbeiten verzögern, und wir dann mitten in der Bauphase ohne Ansprechpartner dastehen!“ Die Erfahrungen während der Bauarbeiten am Bischofskreuz zeigten, wie wertvoll und wichtig die Arbeit des Geschäftsstraßenmanagements war.

Wie geht es weiter?

Der Leiter des APS machte deutlich, dass es sich bei den vorgestellten Plänen um Ideen und Vorschläge handle – fix sei noch nichts. Die Stadtverwaltung kündigte für die Konzeptplanung auf jeden Fall noch 2014 im Gemeinderat einen Beschluss fassen lassen zu wollen. Bis dahin müsse auch die Kostenfrage geklärt sein, von welcher die Umsetzung in den einzelnen Teilbereichen maßgeblich abhängen wird.

Der Vorsitzende des Bürgervereins Betzenhausen-Bischofslinde schlug vor, speziell zur Gestaltung des Betzenhauser Torplatzes einen Planungsworkshop anzubieten, um Ideen für die Nutzung und Gestaltung des Torplatzes zu sammeln. Der Leiter des APS, Herr Staible, sagte zu, die Anregungen in die weiteren Überlegungen mit einzubeziehen und zusammen mit dem Bürgerverein die weiteren Schritte zeitnah zu besprechen.

Nicolai Bischler

Foto: Stadt Freiburg

 

Türmchen am Seepark strahlt wieder…

Bericht im Bürgerblättle 225, April / Mai 2014


Seit längerer Zeit schon präsentierte sich das Türmchen am Seepark in einem traurigen Zustand: vermalt, verkritzelt und zugemüllt stand es da. „Da mussten wir unternehmen“, so Nicolai Bischler, der Vorsitzende des Bürgervereins Betzenhausen-Bischofslinde. Der Vorstand beschloss sich für Sanierungsarbeiten am Türmchen einzusetzen und spendete 1.000,- Euro dafür.

„Nach wenigen Telefonaten ging es ziemlich schnell und unkompliziert zur Sache“, fährt Bischler fort. Das Garten-und Tiefbauamt übernahm es, eine Firma zu beauftragen, die die Schmierereien entfernen sollte. Die Reinigungsarbeiten wurden von  der Firma Bela Blümke, aus Sulzburg-Laufen in der Zeit vom 17. Februar bis 19. Februar 2014 durchgeführt.

Hauptproblem war das Entfernen von Graffiti und sonstiges Farbschmierereien am und im Türmchen und anschließende Aufbringung von einer Graffitischutz-Opferschicht auf Mikrowachs-Dispersionsbasis auf den gereinigten Flächen.

Dabei sind 24,0 Arbeitsstunden angefallen, 20 Liter Schattenentferner, 6 Liter Edding-Entferner, 3 Liter Bleichmittel und im Anschluss für über 80,00 m² Graffitischutz. Diese Schutzschicht erleichtert in den nächsten Jahren die Entfernung der Beschmutzungen am Turm, die wir wohl nicht verhindern können.

„Die Decke im Turm wird in den nächsten Tagen durch eine Malerfirma noch gestrichen werden. Das Turmdach wurde bei den Reinigungsarbeiten ausgespart, da die Kosten, die jetzt schon bei über 4.000,– Euro liegen. Das Stellen eines Gerüstes hätte die Kosten extrem nach oben getrieben, da das Türmchen zum Teil im Wasser steht“, so Dipl.-Ing. Stephanie Lemper vom Garten- und Tiefbauamt Abteilung Grünflächen und “Freiburg packt an, die die Arbeiten koordinierte.

fotos: Nicolai Bischler; Stepanie Lemper

 

Eröffnung Stadtteiltreff Betzenhausen-Bischofslinde

Bericht im Bürgerblättle 225, April / Mai 2014


Lebendiges Betzenhausen-Bischofslinde

Mit einem »Schnipp« war es vollbracht: Die Mitdenker und Förderer des Stadtteiltreffs Betzenhausen-Bischofslinde im Haus Albert zerschnitten das rote Band und eröffneten den Stadtteiltreff somit auch ganz offiziell als Anlaufstelle für alle Bewohnerinnen und Bewohnerinnen im Quartier. Selbstverständlich unter dem Segen der beiden Pfarrer Hr. Koffler und Hr. Förschler und mit einem gemeinsamen Kanon. Denn Singen verbindet.

Im Anschluss daran weckten die Ministranten von St. Albert mit Waffelduft die nachmittägliche Kaffeelust und die in Ausbildung stehenden Jugendlichen des Caritas Bildungszentrums Freiburg bewirteten ihre Gäste gekonnt mit Kaffee, Streuselkuchen, selbst gemachten Häppchen und kühlen Getränken. So gestärkt, flanierte so mancher Besucher über die Stadtteilbörse, auf der nahezu 30 Gruppierungen, Vereine, Institutionen und Gemeindemitglieder aus Betzenhausen-Bischofslinde ihre Arbeit vorstellten. Ob Qi-Gong, Buttons herstellen unter Anleitung der Jugendlichen aus dem Chummy, Informationen über das geplante Zentren-Aktivierungskonzept im Stadtteil oder gar ein Kreativangebot der lokalen Kindereinrichtungen – hier war für jeden Geschmack etwas geboten. Im Mittelpunkt standen dabei das Gespräch und die Freude an der Begegnung.

Im Büro des Stadtteiltreffs konnten alle rätselfreudigen Besucher ihr Stadtteilwissen unter Beweis stellen. Dabei sorgten insbesondere drei Fragen für Kopfzerbrechen. Deshalb sei an dieser Stelle verraten: Die Augenfarbe von Frau Haas ist im Personalausweis mit braun bezeichnet. Im Alltag variiert sie jedoch abhängig von Licht und Stimmung. Eine andere Dame des Stadtteils lebt in der Tat auf etwas größerem Fuße – hier war Schuhgröße 41 die richtige Antwort. Und falls Sie immer noch überlegen, wann genau der Grundstein für das Gemeindezentrum der Matthäusgemeinde gelegt wurde, erhalten Sie jetzt Gewissheit: Es war im Jahr 1983.

Wir blicken auf einen informativen und gelungenen Samstagnachmittag zurück und freuen uns auf viele weitere Besucher in der Sundgauallee 9. Alle Interessierten, Bewohnerinitiativen und Menschen, die ihre Lebensqualität im Stadtteil durch gemeinsame Treffen und Interessen weiter ausbauen möchten, sind dabei herzlich willkommen. Die offene Sprechstunde des Stadtteiltreffs ist dienstags von 14 bis 18 Uhr und donnerstags von 9 bis 12 Uhr. Gerne sind nach persönlicher Absprache Einzeltermine zu anderen Zeiten möglich.