Zur Geschichte der St. Thomas Kirche

St. Thomas - SchatzkästleinsakralerBarockkunstdesBreisgaus inmitten von “ungehorsamen Pfarrkindern zu Betzenhausen”

Wer kennt sie nicht: unsere St. Thomas Kirche? In verkehrsberuhigter Lage gehört der Dorfmittelpunkt Betzenhausens mit der St. Thomaskirche und dem Friedhof zu den etwas versteckten, aber nicht weniger bemerkenswerten Kostbarkeiten unserer Stadt.
Durch den Fliegerangriff vom 27.November 1944 schwer beschädigt, stellte sich die Frage, des Abrisses der Kirch. Dem Einsatz von Stadtpfarrer Konrad Fuchs war es zunächst zu verdanken, dass die Kirche nicht abgerissen sondern wieder aufgebaut wurde. Unter der Leitung von Stadtpfarrer Emil Dannenmayer wurden in St. Thomas wieder regelmäßige Gottesdienste gefeiert. Ihm und Pfarrer Harald Schweizer ist es zu verdanken, dass die Renovierungsarbeiten 1986 abgeschlossen werden konnten.


Doch die Geschichte der St. Thomas Kirche beginnt schon viel früher……
Die Betzenhausener Ortskapelle wird erst 1447 zum erstenmal erwähnt, obwohl sie schon seit 1381 Filiale der Freiburger Weststadtpfarrei St. Peter ist.

Als die französische Armee unter dem Befehl des Marschalls Crequi am 16. November 1617 Freiburg eroberte und 1679 der französischen Krone unterstellte, begannen die neuen Herren bald damit , die Vorstädte niederzureißen und Freiburg zu einem starken Vorposten Frankreichs auszubauen. Jenen Festungsbaumaßnahmen fiel auch die Pfarrkirche St. Peter zum Opfer.
Nach der Zuordnung zur Pfarrei in Lehen versuchte Betzenhausen die altgewohnte Seelsorge für die Ortschaft zu erhalten.
Um dies zu erreichen bemühte man sich um Einnahmen für „einen Pfarrherrn" und man ließ auch die die Kirche völlig erneuern. Die Anstrengungen brachten aber weder die Loslösung von Lehen noch die Zuweisung eines eigenen Pfarrers ein.

 


1699-1703 bezeugen Rechnungen den Kirchenneubau.


1703 - „als die französische Armee in dem Land gelegen , sind die Fenster in der Kirche wiederum ruiniert worden."


1719/21 - Zum Mißfallen des Lehener Pfarrers ließen „die mutwilligen und ungehorsamen Pfarrkinder zu Betzenhausen" „eine neue gemauerte Kapelle, zum Stein genannt", und „ein hölzernes Kreuz ob Herrn Bayers Garten an der Allmendstraße" errichten.


1732 - Der Freiburger Maler Franz Anton i Laubacher (1687/89-1769), ein vielbeschäftigter Meister, faßte die Statuen St. Jakob und St. Georg „mit feinem Silber und Gold".


1739 - Neue Kirchenfahne mit gemaltem Blatt (Laubacher). Anschaffung eines „neuen Herrgotts" (Möglicherweise befindet sich das Kreuz heute in Kirche HI. Familie).


1762 - Akkord mit dem Lörracher Glockengießer Andreas Roost: „Umgießung einer alten, in dem Glockenturm zu Betzenhausen hängenden Glocke''.


1765 - Die Freiburger Stadtwerkmeister J. B. Häring und Christian Haller stellten Baufälligkeit und Notwendigkeit des Neubaus von Glockenturm, Chorraum und Sakristei fest.


1767 - Stadtbaumeister Johann Baptist Häring plante Neubau des Chorseitenturms, Chorraums und der Sakristei
Abschluß des Turms „mit einem Satteldach und 2 Giebele". Verlängerung der Kirche „um 12 Schuh also um ein Licht, Vergrößerung der Langhausfenster; Verglasung mit „6ecketen Spiegelscheiben"
Erhöhung dE Langhausmauern und Hebung des Dachstuhls, „so daß der First des Chors un Langhauses in einer Höhe" waren
Brüstung der Orgelempore „mit einer Wir dung". Bauholz aus dem Freiburger Stadtwald.


1768 - Ausführung des Kirchenumbaus (J. B. Häring). Unter Beteiligung des Freiburger Zimmermeisters Johannes Scherer und „Steinhauer von Pfaffenweiler" (di auch Steinmaterial zulieferten). Finanzieller Zuschuß der Stadt Freiburg.


1775 - Konsekration der umgebauten Kirche und der drei Altäre durch den Konstanzer Weihbischof Freiherr von Hornstein (10. August).


1786 - Ankauf der Kreuzweg-Stationsbilder aus dem aufgehobenen Freiburger KIarissenkloster. Ersteigerung des Hochaltars aus dem Schwesternkloster „aufm Graben", Freiburg, scheiterte.


1818 - Kirchturmreparatur.


1840/41 - Diskussion eines Kirchenneubaus. Entwürfe von Architekt Rohrwasse Großherzogliche Bezirksbauinspektion Freiburg.


1861/63 - Orgelneubau durch Eduard Stadtmüller (1824-1871), Hugstetten.


1862 - Marmorierung und Vergoldung der Altäre, Kanzel und Figuren. Altarbild
restauriert . Die Antependien der Altartische entfernt. „Den gemalten Hintergrur des Hochaltars,eine Art Baldachin vorstellend", neu gemalt. Fassung des Choraltarbildrahmens mit Mahagoniholzfarbe (Franz Deroy, Buchheim).


1877 - Friedhofserweiterung.


1887 - Kirchenrestaurierung .


1890 - Drei Glocken neu gegossen (Joh. Koch, Freiburg).


1903 - Kirchenrenovation.


1911- Bemühungen des Lokalvereins Betzenhausen um Zuteilung der Katholike zur Herz-Jesu-Pfarrei Freiburg-Stühlinger.


1917 - Ablieferung der drei kleineren Glocken und der Orgel-Zinnprospektpfeife (1. Weltkrieg). - Elektrische Beleuchtung der Kirche.


1927 - Neuguß von zwei Bronzeglocken in den Tönen as und es zur vorhandene  Altglocke (c) bei Franz Schilling Söhne in Apoldaffhüringen .Weihe am 12. Juni (rr Volksfest und Festumzug). Instandsetzung der Orgel mit neuen Prospektpfeife (August Merk/in, Freiburg).


1930 - Kirchenrestaurierung; Bodenplatten , neues Kirchengestühl, neue elekt sehe Lichtanlage. Einrichtung eines regelmäßigen Sonntagsgottesdienstes.


1931 - Gründung eines Kirchenchors.


1936 - Restaurierung der Kreuzwegstationsbilder und des Madonnenbildes (G.Knittel, Freiburg).


1938 - Storchennest auf dem Turm wurde nicht mehr instandgehalten.


1941 - Ablieferung der beiden kleineren Glocken (2. Weltkrieg).


1949/50 - Stadtpfarrer Konrad Fuchs setzte sich für die Erhaltung der kriegsgeschäd ten St. Thomaskirche ein. Gründliche Wiederherstellungsarbeiten mit erheblichem Geldaufwand.


1961 - Am 17. Dez. Weihe der drei neuen Bronzeglocken (F. W Schilling, Heidberg). Kirchbauplatz am Bischofskreuz für die neue Seelsorgsgemeinde „Albert Magnus" abgegeben.


1978 - Am 18. März Aufstellung des in lllingen bei Rastatt gekauften, ursprüngli aus der Benediktinerabtei Schultern stammenden Hochaltars (1. Viertel 18. Jh. 1979186 - Unter den Stadtpfarrern Emil Dannenmayer und Harald Schweizer grür liehe Außen- und Innenrestaurierung der Kirche. Leitung: Erzbischöfl. Bauamt Fr burg/Oberbaudirektor H. Triller und Landesdenkmalamt Freiburg/Prof. Dr. W Stc tel. Restaurator Michael Bauernfeind, Pfarrei HI. Familie. Erwerbung einer barock Statue des „Gegeißelten Heilandes" und des barocken Chorgestühls und Beichtstuhls aus Sunthausen-Unterbaldingen (Baar). Barockdocken des Kirchengestüt aus Pfaffenweiler übernommen. Wiederherstellung der im 2. Weltkrieg zerstört, Stuckprofilrahmen der Kirchendecke. Trenngitter und Apostelkreuz leuchl (Kunstschmied Walter Laible, Freiburg). Zimmer- und Schreinerarbeiten: Fa. K Unmüßig, Freiburg; Malerarbeiten: Rudolf Knörzer, Freiburg

Quelle: Herrmann Brommer; Kirchenführer Hl. Familie

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