Ausgabe 257:  August/September 2019

Einzelne Themen:

  • Anti-Graffiti Aktion
  • Baugebiet Obergrün
  • Das Westbad kommt
  • Die Gaskugel hat ausgedient…

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Das Südbaden Pendlernetz des ADAC

Autoverkehr zu vermeiden ist ein Ziel, dem jeder zustimmen wird. Insofern freuen wir uns über eine Initiative des ADAC unter der Bezeichnuung „Südbaden Pendlernetz“ als Beitrag Förderung von umweltbewusster Mobilität. Ziel ist es, die Bildung von Fahrgemeinschaften zu fördern – ohne Vermittlungsprovision!

Hintergrund: Faktor 1,18 ist die durchschnittliche Belegung eines Privat-Pkws im täglichen Berufspendelverkehr. Die Folge spürt jeder am eigenen Leib beim Weg zur Arbeit: Staus, lange Wartezeiten und somit jede Menge Stress. Auch in Freiburg, der gesamten Region und sogar im Dreiländereck zur Schweiz und nach Frankreich nimmt der tägliche Verkehrsfluss immer mehr zu.

Mit der Initiative Südbaden Pendlernetz“ möchte der ADAC Südbaden Berufspendlern, die nahezu die gleichen Wege zu Arbeit fahren, unkompliziert die Bildung von Fahrgemeinschaften ermöglichen. „Schließlich machen regelmäßige Fahrten mit kurzer oder mittlerer Wegstrecke etwa 80 Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens aus. Dabei sitzt meistens nur eine Person im Auto, die restlichen Plätze bleiben frei. Genau diese wollen wir künftig auch besetzen!“ (Kilian Mandel, Geschäftsführer des ADAC Südbaden).

Die Nutzung des Pendlernetzes ist sowohl für den Anbieter als auch den Mitfahrer uneingeschränkt offen und ohne jegliche Vermittlungsprovision und auch ohne Mitgliedschaft in einem Automobilclub. Den Mitfahrpreis handeln Fahrer und Mitfahrer ganz einfach untereinander aus, oder wechseln sich turnusmäßig ab, wer am Steuer seines Wagens sitzt.


Hier ein paar praktische Hinweise des ADAC an alle, die mitmachen wollen:

Wie finde ich ein passendes Angebot?

Hier der Link  www.suedbaden.pendlernetz.de zum Mitmachen: Geben Sie die gewünschte Strecke und das Datum ein und wählen Sie unter den angezeigten Angeboten aus. Kontaktieren Sie den Fahrer per Mail, Nachricht oder Anruf und vereinbaren Sie den Treffpunkt. Ohne Registrierung.

Wie kann ich eine Fahrt anbieten?

Als Anbieter einer Fahrt müssen Sie sich auf dem Pendlernetz einmalig registrieren. Dann können Sie Ihr Angebot einstellen, ob einmalig oder regelmäßig, Fahrpreis, Frauenfahrt oder auch Umkreis. Besprechen Sie den Ablauf der Fahrt mit den Mitfahrern, die Sie kontaktieren.

Was kostet eine Fahrt?

Der ADAC empfiehlt zwischen 5 und 7 Euro pro 100 km und Person auf langen Strecken. Die Strecke Freiburg – Stuttgart mit 200 km wäre somit ab 10 € verfügbar. Auf kurzen Pendlerstrecken sollte sich der Fahrpreis an den Kosten für den öffentlichen Nahverkehr orientieren. Oftmals finden sich hier auch Fahrgemeinschaften zusammen, die die Strecke im täglichen Fahrerwechsel bestreiten und somit gar kein Zahlungsverkehr entsteht.

Wie bin ich denn versichert?

Alle Fahrzeuginsassen sind grundsätzlich im Rahmen der gesetzlichen Pflichtversicherung des PKW-Halters abgesichert. Eine zusätzliche Insassenversicherung ist nicht notwendig

Wie sieht das steuerlich aus?

Sofern sich Fahrgemeinschaften auf den täglichen Wegen zur Arbeit zusammen finden, können alle Teilnehmer die vollen Aufwände für die Fahrtkosten steuerlich geltend machen


Betreiber des Pendlernetz Südbaden ist die „fahrgemeinschaft.de GmbH“, gemeinsam mit dem ADAC in Deutschland der führende Anbieter von Pendlerangeboten auf Strecken unter 100 km.

Bei der Gelegenheit fragt man sich automatisch, wohin denn Freiburger oder andere pendeln: dafür im folgenden Link bitte einfach Ort eingeben für Suche nach Ort

Hier einige spannende Grafiken des SWR (teilweise interaktiv), um die Pendlerströme anschaulich werden zu lassen:  So pendelt man im Südwesten

Zusammengefasst: jeden Tag brechen über 26.000 Freibrger Pendlerinnen und Pendler zur Arbeit auf (davon mehr als 2.500 in die Schweiz). Etwa ein Drittel der Arbeitnehmer aus Freiburg arbeitet woanders: der Auspendler-Anteil ist damit eher unterdurchschnittlich im Vergleich zu anderen Gemeinden in Baden-Württemberg.

Leider steigt die Zahl der Pendler in den letzen Jahren kontinuierlich um ca. 3 bis 4 Prozent im Jahr, was in erster Linie einfach dadurch begründet ist, dass neue Jobs entstanden sind.


Ein aktueller Bericht zum Thema war auch kürzlich in der Badischen Zeitung zu finden, siehe hier „Zahl der Pendler nimmt zu„.

Naturnahe Gartengestaltung – Jeder Garten zählt!

Es ist inzwischen traurige Gewissheit, die durch anerkannte Studien belegt ist: das Insektensterben hat beängstigende Ausmaße angenommen, die auch uns Menschen gefährden. Die Auswirkungen, die wir direkt erleben, sind neben sauberen Autoscheiben ziemlich „stumme“, leere Blumenbeete und abnehmende Vogelpopulationen. Da Insekten für die meisten Vogelarten die Hauptnahrung darstellen, und vor allem zur Fütterung der Jungvögel während der Brutzeit wichtig sind, sind die Auswirkungen bei Vögeln besonders deutlich. In Paris wurde zuletzt bei der Weltkonferenz zur Artenvielfalt Anfang Mai 2019 zu schnellem Handeln aufgefordert – das Artensterben bedroht die Zukunft des Menschen in gleichem Maße wie der Klimawandel. Auch wir Menschen brauchen eine intakte Natur, saubere Gewässersysteme, artenreiche, gesunde Wälder und unvergiftete Böden. Die rasante Abnahme der Arten auch in Deutschland zeugt von unserem ausbeutendem Umgang mit der Natur. Industrielle Landwirtschaft mit intensivem Gifteinsatz, rasanter Flächenverbrauch durch Straßenbau und Neubaugebiete sowie eine immer sterilere Gartengestaltung in den Städten (man nehme nur die lebensfeindlichen Schottergärten!), machen der Biodiversität den gar aus.

Die gute Nachricht: Jeder von uns kann durch sein Handeln nicht nur zum Klimaschutz beitragen, wir alle können auch helfen, die Biodiversität zu erhalten und zu fördern. Der Kauf von (lokalem und saisonalem) Bio-Gemüse und Getreide fördert z.B. giftfreie, nachhaltige Landwirtschaft vor Ort.

Besonders alle Gartenbesitzer sind gefragt! Eine naturnahe, giftfreie Gartengestaltung nützt allen wildlebenden Tieren, von der Amsel über den Igel bis zur Zauneidechse.

Hier eine paar Tipps, wie Sie die Natur in ihren Garten holen und jedes tierische Herz höher schlagen lassen:

  • Pflanzen Sie einheimische Gehölze statt Kirschlorbeer und Thuja! Letztere sind bei uns leider sehr beliebt, haben für unsere wildlebenden Tiere jedoch keinerlei ökologischen Nutzen, bieten weder Insekten noch Vögeln Brut- oder Lebensraum. Wer es blickdicht mag, kann zu Hainbuche oder Liguster als Schnitthecke greifen.
  • Wer mehr Platz zur Verfügung hat, kann eine richtige, blüten und beerenreiche Hecke aus z.B. Wildrosen, Hartriegel, Holunder, Schneeball oder Paffenhütchen pflanzen. Diese bietet durch ihren Blütenreichtum im Frühjahr (Wild-) Bienen Nektar und durch die Beeren Vögeln im Winter wertvolles Futter.
  • Pflanzen Sie Obstbäume! Alle Obstgehölze bieten wichtige Bienennahrung und sind im Alter wertvoller Vogellebensraum
  • Wer zumindest einen Teil seines Rasens in eine Blumenwiese umwandelt, spart Zeit, durch die nur zweimal jährliche Mahd (Juni und September) und wird durch den Besuch von Schmetterlingen und Wildbienen belohnt. Man kann seinen Rasen durch Wiesenkräuter-Samen beimpfen oder einfach mal abwarten, was denn so wächst – gerade ältere Rasen sind oft erstaunlich artenreich, wenn man sie lässt…
  • Kletterpflanzen wie Efeu, wilder Wein oder auch Blauregen sehen hübsch aus, kaschieren manches, was man nicht so gerne sehen mag und sind wertvoller Brutplatz für Vögel. Altes Efeu ist sogar ein echter Tausendsasa, bietet Pollen, Beeren und Versteckmöglichkeiten.
  • Auch Totholz gehört zur intakten Natur dazu. Im naturnahen Garten darf ein abgestorbener Baum stehen bleiben und wird von Wildbienen und Bockkäfern bewohnt. Die frisst dann der Buntspecht, der sich freut, endlich nicht nur in gedämmte Fassaden sondern in sein abgestammtes Habitat hacken zu dürfen. Wem das Toltholzthema noch zu radikal erscheint: ein toter Ast in der Sonne kann Sonnenplatz von Zauneidechse oder Blindschleiche werden. Ein Totholzhaufen in einer ruhigen Ecke ist Rückzugsort für Igel oder Brutplatz des Zaunkönigs.
  • Nistkästen für Vögel und Insektenhotels dürfen natürlich ebenfalls in keinem Naturgarten fehlen.

Ein Naturgarten bereichert durch seine Vielfalt und die Beobachtungsmöglichkeiten, die seine zahlreichen Bewohner bieten. Insgesamt gilt: je größer die Strukturvielfalt im Garten, desto größer die Artenvielfalt. Ostbaum, Wiese, Hecke, Gartenteich (ohne Goldfische sondern mit Bergmolch und Libellen) und Totholzhaufen bieten einer Vielfalt von Insekten, Vögeln und vielleicht sogar Amphibien und Reptilien Lebensraum.

Ein weiterer Vorteil: Ein naturnaher Garten ist kostengünstig, da einheimische Gehölze und Kräuter im Vergleich zu Zuchtsorten sehr viel billiger zu haben und auch robuster sind, es gibt kaum Ausfälle. Zudem spart man im Naturgarten Zeit, da im Blumenbeet mehrjährige Stauden stehen, es muss nicht jährlich neu gepflanzt werden. Die von selbst aufgekommenen Wildkräuter, die gefallen, dürfen bleiben, bieten Insekten Nahrung und füllen Lücken.

Natürlich müssen nicht alle oben aufgeführten Punkte „abgearbeitet“ werden, um Insekten und Vögeln zu helfen. Und natürlich sollen jetzt nicht alle Forsythien oder Rhododendren gerodet werden. Die exotischen Farbklekse haben in der Gartengestaltung bei uns seit jeher ihren Platz. Aber vielleicht sind Sie ja neugierig geworden und wollen etwas mehr Natur in ihrem Garten wagen? Auch Balkonbesitzer können im Kleinen ein richtiges Naturparadies schaffen.

Tolle Inspirationen und Tipps finden Sie auch unter: www.naturgarten.org oder www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/. Viel Spaß!

Das Freibad West kommt!

Jetzt mitten im Sommer freut man sich natürlich besonders darüber: das Freibad West wird kommen. So müssen wir die Entwicklungen der letzten Monate verstehen. Im jetzigen Haushaltsplan der Stadt Freiburg ist für 2020 ein Betrag von 1 Million Euro als Startinvestition angesetzt. Das ist natürlich nur ein Teil der Gesamtkosten von 8,2 Mio. Euro, die im Raum stehen: aber es ist eine gute Basis für die weitere Detailplanung und europaweite Ausschreibung, die offensichtlich verpflichtend ist. Natürlich hätten wir den Betrag lieber früher gesehen: aber Planung braucht ja auch Zeit.

Bei dem Betrag ist aber für alle Beteiligten auch klar: das Freibad West wird kommen, die nachfolgenden Finanzierungen werden nicht mehr in Frage gestellt. So wird es glücklicherweise inzwischen auch nach Aussen getragen:

“ Das Westbad Außenbecken ist finanziert und wird im Sommer 2022 eröffnet.“ (Finanzbürgermeister Stefan Breiter, Stadtmagazin Chilli, 27.05.2019).

„Hier entsteht in den nächsten Jahren nicht nur ein einfaches Becken, sondern ein vollwertiges Freibad, mit vielen verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten, vor allem auch für Familien.“ (Berthold Bock, sportpolitische Sprecher der CDU, Pressemitteilung 18.1.2019)

Wir bedanken uns ganz herzlich beim „Freundeskreis Freibad West e.V.“, der über viele Jahre auf dieses Ziel zugearbeitet hat. Und auch ein besonderer Dank an diejenigen politischen Vertreter, die sich für diese Initiative eingesetzt haben und letztendlich auch im Gemeinderat diese Entscheidungen getroffen haben.